Verordnung des Bundesministeriums für soziale Verwaltung im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Handel und Gewerbe, Industrie und Bauten vom 8. März 1923, womit Vorschriften zum Schutze des Lebens und der Gesundheit der in den der Gewerbeordnung unterliegenden Blei- und Zinkhütten und Zinkweißfabriken beschäftigten Personen erlassen werden
Präambel/Promulgationsklausel
Auf Grund des § 74a der Gewerbeordnung in der Fassung des Gesetzes vom 21. April 1913, R. G. Bl. Nr. 74, wird verordnet:
§ 1.
(Anm.: Aufgehoben durch Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994.)
I. Betriebsanlagen im allgemeinen und
Arbeitsräume insbesondere.
§ 2.
(Anm.: Aufgehoben durch Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994.)
§ 3.
(Anm.: Aufgehoben durch Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994.)
§ 4.
(Anm.: Aufgehoben durch Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994.)
II. Betriebseinrichtungen.
§ 5.
(Anm.: Aufgehoben durch Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994.)
§ 6.
(Anm.: Aufgehoben durch Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994.)
§ 7.
(Anm.: Aufgehoben durch Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994.)
§ 8.
(Anm.: Aufgehoben durch Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994.)
§ 9.
(Anm.: Aufgehoben durch Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994.)
§ 10.
(Anm.: Aufgehoben durch Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994.)
§ 11.
(Anm.: Aufgehoben durch Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994.)
III. Sonstige Betriebsvorschriften.
§ 12.
(Anm.: Aufgehoben durch BGBl. Nr. 696/1976.)
§ 13.
(Anm.: Aufgehoben durch Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994.)
§ 14.
(1) Der Gewerbeinhaber ist verpflichtet, den Arbeitern, die bei Verrichtungen beschäftigt werden, bei denen sich bleihaltiger Staub oder bleihaltige Dämpfe entwickeln, Arbeitskleider beizustellen, die mindestens aus Hose, Bluse und Mütze zu bestehen haben.
(2) (Anm.: Aufgehoben durch Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994.)
(3) (Anm.: Aufgehoben durch Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994.)
§ 15.
(1) Die vorgeschriebenen Arbeitskleider, Arbeitshandschuhe und Staubschützer sind den bei den betreffenden Arbeitsverrichtungen beschäftigten Arbeitern in zweckentsprechender Beschaffenheit und ausreichender Zahl zuzuweisen. Der Gewerbeinhaber hat dafür zu sorgen, daß die Arbeitskleider fortlaufend gereinigt, mindestens einmal wöchentlich ausgewaschen und instandgehalten werden; auch hat er darüber zu wachen, daß die Staubschützer sich stets in brauchbarem Zustand befinden.
(2) (Anm.: Aufgehoben durch Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994.)
(3) (Anm.: Aufgehoben durch Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994.)
§ 16.
(1) Im Anschlusse an die Arbeitsräume ist in jeder Betriebsstätte staubgeschützt, ein besonderer Wasch- und Baderaum, ein Ankleideraum und ein Speiseraum für die Arbeiter zu errichten.
(2) (Anm.: Aufgehoben durch Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994.)
(3) (Anm.: Aufgehoben durch Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994.)
(4) (Anm.: Aufgehoben durch Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994.)
(5) (Anm.: Aufgehoben durch Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994.)
(6) (Anm.: Aufgehoben durch Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994.)
(7) (Anm.: Aufgehoben durch Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994.)
§ 16.
(1) (Anm.: aufgehoben durch Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994 idF BGBl. I Nr. 9/1997)
(2) (Anm.: aufgehoben durch Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994)
(3) Der Waschraum und der Baderaum haben undurchlässigen Boden und bis zur Höhe von wenigstens 2 Metern waschbare Wände zu erhalten. Im Waschraum ist für mindestens je 5 Arbeiter eine Wascheinrichtung mit kaltem und warmem Wasserzufluß vorzusehen. Im Baderaum sind in der erforderlichen Zahl Brausen (Duschen) für kaltes und warmes Wasser und Badewannen einzurichten. Im Wasch- und Baderaum sind Wasserbecher, Nagel- und Zahnbürsten und Seife bereitzuhalten. Jedem Arbeiter, der der Bleigefahr ausgesetzt ist, ist wöchentlich ein sauberes Handtuch beizustellen.
(4) (Anm.: aufgehoben durch Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994)
(5) (Anm.: aufgehoben durch Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994)
(6) (Anm.: aufgehoben durch Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994)
(7) (Anm.: aufgehoben durch Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994)
§ 17.
(Anm.: Aufgehoben durch Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994.)
IV. Überwachung des Gesundheitszustandes der Arbeiter.
§ 18.
(1) (Anm.: Aufgehoben durch § 11 Z 1, BGBl. Nr. 39/1974.)
(2) (Anm.: Aufgehoben durch § 11 Z 1, BGBl. Nr. 39/1974, Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994.)
(3) (Anm.: Aufgehoben durch § 11 Z 1, BGBl. Nr. 39/1974, Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994.)
(4) (Anm.: Aufgehoben durch § 11 Z 1, BGBl. Nr. 39/1974, Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994.)
(5) (Anm.: Aufgehoben durch § 11 Z 1, BGBl. Nr. 39/1974, Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994.)
(6) (Anm.: Aufgehoben durch § 11 Z 1, BGBl. Nr. 39/1974, Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994.)
(7) (Anm.: Aufgehoben durch § 11 Z 1, BGBl. Nr. 39/1974, Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994.)
§ 19.
(Anm.: Aufgehoben durch § 11 Z 1, BGBl. Nr. 39/1974.)
§ 20.
(Anm.: Aufgehoben durch Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994.)
V. Verhaltungsmaßregeln für die Arbeiter.
§ 21.
(Anm.: Aufgehoben durch Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994.)
VI. Straf- und Schlußbestimmungen.
§ 22.
(Anm.: Aufgehoben durch Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994.)
§ 23.
(1) (Anm.: Aufgehoben durch Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994.)
(2) Jedem Arbeiter ist ein gedrucktes amtliches Merkblatt über die Bleivergiftungsgefahr und deren Verhütung (siehe Beilage) unentgeltlich auszufolgen.
§ 24.
(Anm.: Aufgehoben durch Art. I § 124 Abs. 3 Z 1, BGBl. Nr. 450/1994.)
Beilage.
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Merkblatt.
Blei, sowohl in metallischem Zustande als Bleidampf, wie auch in seinen Legierungen (Letternmetall, Lötzinn u. s. w.) und seinen Verbindungen (Bleiweiß, Kremserweiß, Perlweiß, Massicot, Bleiglätte, Minium, Kasselergelb, Chromgelb, Seidengrün, Russischgrün u. s. w.) ist ein gefährliches Gift.
Auch in kleinsten Mengen, aber durch längere Zeit dem Körper zugeführt, wirkt es verderblich.
Die Bleivergiftung kommt dadurch zustande, daß Blei, das an den Händen oder Kleidern oder am Barte haften blieb, beim Essen, Trinken, Rauchen, Schnupfen oder Tabakkauen in den Mund gelangt oder als Staub eingeatmet wird.
Jede Arbeit, bei der Blei oder bleihaltige Stoffe verwendet werden, kann daher Bleivergiftung verursachen.
Der beste Schutz gegen Bleivergiftung ist Reinlichkeit.
Bei der Arbeit jede Staubentwicklung vermeiden, Gesicht, Hände und Kleider möglichst wenig mit bleihaltigen Stoffen beschmutzen. Bleihaltige Waren (Kapseln, Bleche, Platten u. dgl.), bleihaltige Arbeitsbehelfe (Lettern u. dgl.), beschmutzte Werkzeuge (Pinsel, Bürsten u. dgl.) nicht zum Munde führen!
Nägel stets kurz geschnitten halten, Bart möglichst kurz tragen!
Im Arbeitsraum nicht essen, nicht trinken, nicht rauchen, nicht schnupfen, nicht Tabak kauen!
Keine Nahrungsmittel in den Arbeitsraum mitnehmen!
Vor jeder Nahrungsaufnahme, auch vor dem Trinken, Mund ausspülen, Hände und Gesicht, insbesondere Bart und Mund gründlich reinigen!
Nach jedem Arbeitsschluß den Mund mit reinem Wasser ausspülen, Zähne putzen (eigene Zahnbürste), die Hände mit warmem Wasser, Seife und Bürste gründlich reinigen!
Zur Arbeit waschbare Arbeitskleider tragen, sie getrennt von den Straßenkleidern, geschützt vor Staub und Dampf aufbewahren und sie wöchentlich mindestens einmal waschen!
Arbeitsplatz und Werkzeuge sind möglichst staubfrei zu halten.
Wer Bleidämpfen oder Bleistaub ausgesetzt ist, hat geeigneten Atmungsschützer zu benutzen.
Jeder Bleiarbeiter nehme mindestens einmal wöchentlich ein warmes Bad.
Alkoholgenuß (Branntwein, Rum, Wein, Bier) macht empfänglich für das Bleigift.
Kräftige, fettreiche Ernährung macht den Körper gegen die Bleieinwirkung widerstandsfähig. Milch und Speck und andere fettreiche Nahrungsmittel sind darum besonders zu empfehlen.
Bleierkrankung ist bei rechtzeitiger ärztlicher Behandlung heilbar.
Bei den ersten Krankheitserscheinungen (bleigrauer Saum am Zahnfleisch, am Rande der Zähne, Magenbeschwerden, Verstopfung, Kolikschmerzen) sofort den Rat des Arztes einholen. Andernfalls oft langwierige, schmerzhafte, unter Umständen lebensgefährliche Erkrankung möglich. Manche Menschen sind besonders empfänglich für das Bleigift.
Wer einmal an Bleivergiftung erkrankt war, sei, da er dann besonders empfänglich ist, doppelt vorsichtig.
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