(Übersetzung.)ÜBEREINKOMMEN (NR. 105) ÜBER DIE ABSCHAFFUNG DER ZWANGSARBEIT
Unterzeichnungsdatum
Sprachen
Englisch, Französisch
Vertragsparteien
Afghanistan III 228/2019 Ägypten 12/1959, III 228/2019 Albanien III 228/2019 Algerien III 228/2019 Angola III 228/2019 Antigua/Barbuda III 228/2019 Äquatorialguinea III 228/2019 Argentinien III 228/2019 Armenien III 228/2019 Aserbaidschan III 228/2019 Äthiopien III 228/2019 Australien III 228/2019 Bahamas III 228/2019 Bahrain III 228/2019 Bangladesch III 228/2019 Barbados III 228/2019 Belarus III 228/2019 Belgien III 228/2019 Belize III 228/2019 Benin III 228/2019 Bolivien III 228/2019 Bosnien-Herzegowina III 228/2019 Botsuana III 228/2019 Brasilien III 228/2019 Bulgarien III 228/2019 Burkina Faso III 228/2019 Burundi III 228/2019 Cabo Verde III 228/2019 Chile III 228/2019 China III 142/2022 Costa Rica III 228/2019 Côte d’Ivoire III 228/2019 Dänemark 12/1959, III 228/2019 Deutschland III 228/2019 Dominica III 228/2019 Dominikanische R 12/1959, III 228/2019 Dschibuti III 228/2019 Ecuador III 228/2019 El Salvador 12/1959, III 228/2019 Eritrea III 228/2019 Estland III 228/2019 Eswatini III 228/2019 Fidschi III 228/2019 Finnland III 228/2019 Frankreich III 228/2019 Gabun III 228/2019 Gambia III 228/2019 Georgien III 228/2019 Ghana 159/1959, III 228/2019 Grenada III 228/2019 Griechenland III 228/2019 Guatemala III 228/2019 Guinea III 228/2019 Guinea-Bissau III 228/2019 Guyana III 228/2019 Haiti 12/1959, III 228/2019 Honduras 12/1959, III 228/2019 Indien III 228/2019 Indonesien III 228/2019 Irak III 228/2019 Iran III 228/2019 Irland 12/1959, III 228/2019 Island III 228/2019 Israel 12/1959, III 228/2019 Italien III 228/2019 Jamaika III 228/2019 Japan III 142/2022 Jemen III 228/2019 Jordanien 12/1959, III 228/2019 Kambodscha III 228/2019 Kamerun III 228/2019 Kanada III 228/2019 Kasachstan III 228/2019 Katar III 228/2019 Kenia III 228/2019 Kirgisistan III 228/2019 Kiribati III 228/2019 Kolumbien III 228/2019 Komoren III 228/2019 Kongo III 228/2019 Kongo/DR III 228/2019 Kroatien III 228/2019 Kuba 12/1959, III 228/2019 Kuwait III 228/2019 Lesotho III 228/2019 Lettland III 228/2019 Libanon III 228/2019 Liberia III 228/2019 Libyen III 228/2019 Litauen III 228/2019 Luxemburg III 228/2019 Madagaskar III 228/2019 Malawi III 228/2019 Malaysia III 12/1959 Malediven III 228/2019 Mali III 228/2019 Malta III 228/2019 Marokko III 228/2019 Mauretanien III 228/2019 Mauritius III 228/2019 Mexiko III 228/2019 Moldau III 228/2019 Mongolei III 228/2019 Montenegro III 228/2019 Mosambik III 228/2019 Namibia III 228/2019 Nepal III 228/2019 Neuseeland III 228/2019 Nicaragua III 228/2019 Niederlande 159/1959, III 228/2019 Niger III 228/2019 Nigeria III 228/2019 Nordmazedonien III 228/2019 Norwegen 12/1959, III 228/2019 Oman III 228/2019 Pakistan III 228/2019 Panama III 228/2019 Papua-Neuguinea III 228/2019 Paraguay III 228/2019 Peru III 228/2019 Philippinen III 228/2019 Polen 12/1959, III 228/2019 Portugal III 228/2019 Ruanda III 228/2019 Rumänien III 228/2019 Russische F III 228/2019 Salomonen III 228/2019 Sambia III 228/2019 Samoa III 228/2019 San Marino III 228/2019 São Tomé/Príncipe III 228/2019 Saudi-Arabien III 228/2019 Schweden 12/1959, III 228/2019 Schweiz 12/1959, III 228/2019 Senegal III 228/2019 Serbien III 228/2019 Seychellen III 228/2019 Sierra Leone III 228/2019 Simbabwe III 228/2019 Slowakei III 228/2019 Slowenien III 228/2019 Somalia III 228/2019 Spanien III 228/2019 Sri Lanka III 228/2019 St. Kitts/Nevis III 228/2019 St. Lucia III 228/2019 St. Vincent/Grenadinen III 228/2019 Südafrika III 228/2019 Sudan III 228/2019 Südsudan III 228/2019 Suriname III 228/2019 Syrien III 228/2019 Tadschikistan III 228/2019 Tansania III 228/2019 Thailand III 228/2019 Togo III 228/2019 Trinidad/Tobago III 228/2019 Tschad III 228/2019 Tschechische R III 228/2019 Tunesien 159/1959, III 228/2019 Türkei III 228/2019 Turkmenistan III 228/2019 Uganda III 228/2019 Ukraine III 228/2019 Ungarn III 228/2019 Uruguay III 228/2019 USA III 228/2019 Usbekistan III 228/2019 Vanuatu III 228/2019 Venezuela III 228/2019 Vereinigte Arabische Emirate III 228/2019 Vereinigtes Königreich 12/1959, III 228/2019 Vietnam III 206/2020 Zentralafrikanische R III 228/2019 *Zypern III 228/2019
Sonstige Textteile
Zu Urkund dessen ist die vorliegende Ratifikationsurkunde vom Bundespräsidenten unterfertigt, vom Bundeskanzler, vom Bundesminister für soziale Verwaltung und vom Bundesminister für die Auswärtigen Angelegenheiten gegengezeichnet und mit dem Staatssiegel der Republik Österreich versehen worden.
Geschehen zu Wien, den 13. Feber 1958.
Ratifikationstext
Das vorliegende Übereinkommen wird gemäß seinem Art. 4 Z 3 am 5. März 1959 für Österreich in Kraft treten.
Präambel/Promulgationsklausel
Nachdem das auf der 40. Internationalen Arbeitskonferenz in Genf am 25. Juni 1957 angenommene Übereinkommen (Nr. 105) über die Abschaffung der Zwangsarbeit, welches also lautet:
die verfassungsmäßige Genehmigung des Nationalrates erhalten hat, erklärt der Bundespräsident dieses Übereinkommen für ratifiziert und verspricht im Namen der Republik Österreich die gewissenhafte Erfüllung der in diesem Übereinkommen enthaltenen Bestimmungen.
Die Allgemeine Konferenz der Internationalen Arbeitsorganisation,
die vom Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes nach Genf einberufen wurde und am 5. Juni 1957 zu ihrer vierzigsten Tagung zusammengetreten ist,
hat die Frage der Zwangsarbeit geprüft, die den vierten Gegenstand ihrer Tagesordnung bildet,
hat die Bestimmungen des Übereinkommens über Zwangsarbeit, 1930, zur Kenntnis genommen,
hat zur Kenntnis genommen, daß das Übereinkommen über die Sklaverei, 1926, bestimmt, daß zweckmäßige Maßnahmen ergriffen werden sollen, um zu verhüten, daß die Pflicht- oder Zwangsarbeit der Sklaverei ähnliche Zustände herbeiführt, und daß das Zusätzliche Übereinkommen über die Abschaffung der Sklaverei, des Sklavenhandels und sklavereiähnlicher Einrichtungen und Gepflogenheiten, 1956, die völlige Abschaffung der Schuldknechtschaft und der Leibeigenschaft vorsieht,
hat zur Kenntnis genommen, daß das Übereinkommen über den Lohnschutz, 1949, bestimmt, daß der Lohn in regelmäßigen Zeitabschnitten bezahlt werden muß, und Lohnzahlungsmethoden untersagt, die dem Arbeitnehmer in Wirklichkeit die Möglichkeit nehmen, sein Arbeitsverhältnis zu beenden,
hat beschlossen, verschiedene weitere Anträge anzunehmen betreffend die Abschaffung gewisser Formen der Zwangs- oder Pflichtarbeit, durch die eine Verletzung der Menschenrechte gegeben ist, auf die in der Charta der Vereinten Nationen hingewiesen wird und die in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verkündet werden, und
dabei bestimmt, daß diese Anträge die Form eines internationalen Übereinkommens erhalten sollen.
Die Konferenz nimmt heute, am 25. Juni 1957, das folgende Übereinkommen an, das als Übereinkommen über die Abschaffung der Zwangsarbeit, 1957, bezeichnet wird.
Artikel 1
Jedes Mitglied der Internationalen Arbeitsorganisation, das dieses Übereinkommen ratifiziert, verpflichtet sich, die Zwangs- oder Pflichtarbeit zu beseitigen und in keiner Form zu verwenden
als Mittel politischen Zwanges oder politischer Erziehung oder als Strafe gegenüber Personen, die gewisse politische Ansichten haben oder äußern oder die ihre ideologische Gegnerschaft gegen die bestehende politische, soziale oder wirtschaftliche Ordnung bekunden;
als Methode der Rekrutierung und Verwendung von Arbeitskräften für Zwecke der wirtschaftlichen Entwicklung;
als Maßnahme der Arbeitsdisziplin;
als Strafe für die Teilnahme an Streiks;
als Maßnahme rassischer, sozialer, nationaler oder religiöser Diskriminierung.
Artikel 2
Jedes Mitglied der Internationalen Arbeitsorganisation, das dieses Übereinkommen ratifiziert, verpflichtet sich, wirksame Maßnahmen zur sofortigen und vollständigen Abschaffung der in Artikel 1 dieses Übereinkommens bezeichneten Zwangs- oder Pflichtarbeit zu ergreifen.
Artikel 3
Die förmlichen Ratifikationen dieses Übereinkommens sind dem Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes zur Eintragung mitzuteilen.
Artikel 4
Dieses Übereinkommen bindet nur diejenigen Mitglieder der Internationalen Arbeitsorganisation, deren Ratifikation durch den Generaldirektor eingetragen ist.
Es tritt in Kraft zwölf Monate, nachdem die Ratifikationen zweier Mitglieder durch den Generaldirektor eingetragen worden sind.
In der Folge tritt dieses Übereinkommen für jedes Mitglied zwölf Monate nach der Eintragung seiner Ratifikation in Kraft.
Artikel 5
Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert hat, kann es nach Ablauf von zehn Jahren, gerechnet von dem Tag, an dem es zum erstenmal in Kraft getreten ist, durch Anzeige an den Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes kündigen. Die Kündigung wird von diesem eingetragen. Ihre Wirkung tritt erst ein Jahr nach der Eintragung ein.
Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert hat und innerhalb eines Jahres nach Ablauf des im vorigen Absatz genannten Zeitraumes von zehn Jahren von dem in diesem Artikel vorgesehenen Kündigungsrecht keinen Gebrauch macht, bleibt für einen weiteren Zeitraum von zehn Jahren gebunden. In der Folge kann es dieses Übereinkommen jeweils nach Ablauf eines Zeitraumes von zehn Jahren nach Maßgabe dieses Artikels kündigen.
Artikel 6
Der Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes gibt allen Mitgliedern der Internationalen Arbeitsorganisation Kenntnis von der Eintragung aller Ratifikationen und Kündigungen, die ihm von den Mitgliedern der Organisation mitgeteilt werden.
Der Generaldirektor wird die Mitglieder der Organisation, wenn er ihnen von der Eintragung der zweiten Ratifikation, die ihm mitgeteilt wird, Kenntnis gibt, auf den Zeitpunkt aufmerksam machen, in dem dieses Übereinkommen in Kraft tritt.
Artikel 7
Der Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes übermittelt dem Generalsekretär der Vereinten Nationen zwecks Eintragung nach Artikel 102 der Charta der Vereinten Nationen vollständige Auskünfte über alle von ihm nach Maßgabe der vorausgehenden Artikel eingetragenen Ratifikationen und Kündigungen.
Artikel 8
Der Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes hat, sooft er es für nötig erachtet, der Allgemeinen Konferenz einen Bericht über die Durchführung dieses Übereinkommens zu erstatten und zu prüfen, ob die Frage seiner gänzlichen oder teilweisen Abänderung auf die Tagesordnung der Konferenz gesetzt werden soll.
Artikel 9
Nimmt die Konferenz ein neues Übereinkommen an, welches das vorliegende Übereinkommen ganz oder teilweise abändert, und sieht das neue Übereinkommen nichts anderes vor, so gelten folgende Bestimmungen:
Die Ratifikation des neugefaßten Übereinkommens durch ein Mitglied schließt ohne weiteres die sofortige Kündigung des vorliegenden Übereinkommens in sich ohne Rücksicht auf Artikel 5, vorausgesetzt, daß das neugefaßte Übereinkommen in Kraft getreten ist.
Vom Zeitpunkt des Inkrafttretens des neugefaßten Übereinkommens an kann das vorliegende Übereinkommen von den Mitgliedern nicht mehr ratifiziert werden.
Indessen bleibt das vorliegende Übereinkommen nach Form und Inhalt jedenfalls in Kraft für die Mitglieder, die dieses, aber nicht das neugefaßte Übereinkommen ratifiziert haben.
Artikel 10
Der französische und der englische Wortlaut dieses Übereinkommens sind in gleicher Weise maßgebend.
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