(Übersetzung)EUROPÄISCHE SOZIALCHARTA
Unterzeichnungsdatum
Sprachen
Englisch, Französisch
Vertragsparteien
Österreich III 113/2011 Belgien 777/1990 Dänemark 460/1969, 777/1990 Deutschland/BRD 460/1969 Finnland III 207/2002 Frankreich 193/1973 idF 561/1973 (DFB), 381/1975 (DFB) Griechenland 777/1990 Irland 460/1969 Island 777/1990 Italien 460/1969 Kroatien III 113/2011 Lettland III 207/2002 Luxemburg III 207/2002 Malta 777/1990 Niederlande 777/1990, III 127/2021 Nordmazedonien III 113/2011 Norwegen 460/1969 Polen III 207/2002, III 113/2011 Portugal III 207/2002 Schweden 460/1969, 777/1990 Slowakei III 207/2002 Spanien 777/1990, III 207/2002 Tschechische R III 207/2002, III 113/2011 Türkei 777/1990 Ungarn III 207/2002 Vereinigtes Königreich 460/1969, 777/1990, III 127/2021 *Zypern 460/1969, 777/1990, III 207/2002
Sonstige Textteile
Nachdem die am 18. Oktober 1961 in Turin zur Unterzeichnung aufgelegte Europäische Sozialcharta samt Anhang und einer Erklärung der Republik Österreich gemäß Artikel 20 Absatz 2 der; Charta die verfassungsmäßige Genehmigung des Nationalrates erhalten hat, erklärt der Bundespräsident dieses Vertragswerk samt der Erklärung der Republik Österreich, welche also lauten: ...
für ratifiziert und verspricht im Namen der Republik Österreich die gewissenhafte Erfüllung der darin enthaltenen Bestimmungen.
Zu Urkund dessen ist die vorliegende Ratifikationsurkunde vom Bundespräsidenten unterzeichnet, vom Bundeskanzler, vom Bundesminister für Inneres, vom Bundesminister für Justiz, vom Bundesminister für Unterricht, vom Bundesminister für soziale Verwaltung, vom Bundesminister für Finanzen, vom Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, vom Bundesminister für Handel, Gewerbe und Industrie, vom Bundesminister für Verkehr und verstaatlichte Unternehmungen, vom Bundesminister für Landesverteidigung, vom Bundesminister für Bauten und Technik und vom Bundesminister für Auswärtige Angelegenheiten gegengezeichnet und mit dem Staatssiegel der Republik Österreich versehen worden.
Geschehen zu Wien, am 10. September 1969
Ratifikationstext
(Anm.: letzte Anpassung durch Kundmachung BGBl. III Nr. 127/2021)
Der Nationalrat hat anläßlich der Genehmigung der Charta in seiner Sitzung vom 10. Juli 1969 beschlossen, daß diese Charta im Sinne des Artikels 50 Absatz 2 Bundes-Verfassungsgesetz durch Erlassung von Gesetzen zu erfüllen ist.
Die österreichische Ratifikationsurkunde ist am 29. Oktober 1969 beim Generalsekretär des Europarates hinterlegt worden. Die vorliegende Charta ist daher gemäß ihrem Artikel 35 Ziffer 3 für Österreich am 28. November 1969 in Kraft getreten.
Derzeit gehören der Charta folgende Staaten an: Dänemark, Bundesrepublik Deutschland, Irland, Italien, Norwegen, Schweden, Vereinigtes Königreich und Zypern.
Bei Unterzeichnung der Charta beziehungsweise anläßlich der Hinterlegung ihrer Ratifikationsurkunde haben die angeführten Staaten folgende Vorbehalte erklärt beziehungsweise folgende Erklärungen abgegeben:
ERKLÄRUNG DER REPUBLIK ÖSTERREICH GEMÄSS ARTIKEL 20 ABSATZ 2
Die Republik Österreich erklärt, gemäß Artikel 20 Absatz 2 die nachstehenden Artikel bzw. Absätze der Europäischen Sozialcharta für sich als bindend anzusehen:
Artikel 1 ,
Artikel 5 ,
Artikel 12 ,
Artikel 13 ,
Artikel 16 ;
ferner
Artikel 2 Absatz 2, 3, 4, 5;
Artikel 3 Absatz 1, 2, 3;
Artikel 4 Absatz 1, 2, 3, 5;
Artikel 6 Absatz 1, 2, 3;
Artikel 7 Absatz 2, 3, 4, 5, 7, 8, 9,10;
Artikel 8 Absatz 1, 2, 3, 4;
Artikel 9
Artikel 10 Absatz 1, 2, 3, 4;
Artikel 11 Absatz 1, 2, 3;
Artikel 14 Absatz 1,2;
Artikel 15 Absatz 1,2;
Artikel 17
Artikel 18 Absatz 1, 2, 4;
Artikel 19 Absatz 1,2, 3, 5, 6, 9.
Österreich hat am 3.6.2011 nachstehende Mitteilung abgegeben:
Bezüglich der Hinterlegung der österreichischen Ratifikationsurkunde und der österreichische Erklärung gemäß Teil III Artikel A Abs. 2 und Teil IV Artikel K der Europäischen Sozialcharta (revidiert), möchte Österreich mitteilen, dass es durch die Ratifizierung der Europäischen Sozialcharta (revidiert) nicht implizit die Kündigung von Artikel 8 Abs. 2 und Artikel 15 Abs. 2 der Europäischen Sozialcharta von 1961 beabsichtigt. Vielmehr erachtet sich Österreich weiterhin, zusätzlich zur Europäischen Sozialcharta (revidiert), an Artikel 8 Abs. 2 und Artikel 15 Abs. 2 der Europäischen Sozialcharta von 1961 gebunden.
Belgien
Der Ständige Vertreter erklärte, daß seine Regierung die sich aus der Charta ergebenden Verpflichtungen in ihrer Gesamtheit annimmt.
Dänemark
Das Königreich Dänemark betrachtet sich an folgende Artikel und Absätze gebunden:
Gemäß Artikel 20 Absatz 1 b):
Artikel 1 , 5, 6, 12, 13 und 16;
gemäß Artikel 20 Absatz 1 c):
Artikel 2 Absätze 2, 3 und 5,
Artikel 3 ,
Artikel 4 Absätze 1, 2, und 3,
Artikel 8 Absatz 1,
Artikel 9 ,
Artikel 10 ,
Artikel 11 ,
Artikel 14 ,
Artikel 15 ,
Artikel 17 ,
Artikel 18.
In Übereinstimmung mit Artikel 34 der Charta wird erklärt, daß das Gebiet des Mutterlandes Dänemark, für das die Bestimmungen der Charta gelten, das Gebiet des Königreiches Dänemark mit Ausnahme der Färöer-Inseln und Grönlands ist.
Bundesrepublik Deutschland
Die Bundesrepublik Deutschland betrachtet sich an folgende Artikel und Absätze gebunden:
Gemäß Artikel 20 Absatz 1 b):
Artikel 1 , 5, 6, 12, 13, 16 und 19;
gemäß Artikel 20 Absatz 1 c):
Artikel 1 ,
Artikel 2 ,
Artikel 3 ,
Artikel 4 Absätze 1, 2, 3 und 5,
Artikel 7 Absätze 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9 und 10,
Artikel 8 Absätze 1 und 3,
Artikel 9 ,
Artikel 10 Absätze 1, 2 und 3,
Artikel 11 ,
Artikel 14 ,
Artikel 15 ,
Artikel 17 ,
Artikel 18.
Finnland
Finnland erachtet sich an nachstehende Artikel und nummerierte Absätze des Teiles II der Charta gebunden:
Art. 1 , 2
Art. 3 Abs. 3
Art. 4 Abs. 2, 3 und 5
Art. 5 und 6
Art. 7 Abs. 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8 und 10
Art. 8 Abs. 2
Art. 9 bis 18
Art. 19 Abs. 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8 und 9.
Frankreich
Gemäß Artikel 20 Absatz 1 literae b und c der Charta betrachtet sich Frankreich durch die in den nachstehenden Artikeln enthaltenen Verpflichtungen gebunden:
Artikel 1 , Artikel 3, Artikel 4, Artikel 5, Artikel 6, Artikel 7, Artikel 8, Artikel 9, Artikel 10, Artikel 11, Artikel 12, Artikel 14, Artikel 15, Artikel 16, Artikel 17, Artikel 18, Artikel 19
Die Absätze nachstehender Artikel betrachtet Frankreich als verpflichtend:
Artikel 2 Absätze 1, 2, 3 und 5
Artikel 13 Absätze 1, 3 und 4
Die Bestimmungen des Artikels 2 Absatz 4 und des Artikels 3 Absatz 2 werden von Frankreich nicht angenommen.
Zu Artikel 12 Absatz 4 litera a hat Frankreich eine interpretative Erklärung abgegeben, die dahingehend lautet, daß die gemäß den Bestimmungen des Artikels L 519 des französischen Kodex der Sozialen Sicherheit gewährte Mutterschaftsbeihilfe nicht unter die Leistungsansprüche nach den Bestimmungen des Artikels 12 Absatz 4 litera a der Charta fallen.
Griechenland
Griechenland betrachtet sich an die Artikel 5 und 6 des Teiles II der Charta nicht gebunden (Art. 20 Abs. 1 lit. b).
Irland
Die Regierung Irlands bestätigt und ratifiziert hiermit die Charta und verpflichtet sich, die in den Teilen I, III, IV und V der Charta enthaltenen Klauseln und, gemäß den Bestimmungen des Artikels 20 Absätze 1 b) und 1 c), die Klauseln nachstehender Artikel und Absätze des Teiles II der Charta getreulich zu erfüllen und durchzuführen:
Gemäß Artikel 20 Absatz 1 b):
Artikel 1 , 5, 6, 13, 16 und 19.
Gemäß Artikel 20 Absatz 1 c):
Artikel 2 ,
Artikel 3 ,
Artikel 4 Absätze 1, 2, 4 und 5,
Artikel 7 Absätze 2, 3, 4, 5, 6, 8 und 10,
Artikel 8 Absätze 1 und 4,
Artikel 9 ,
Artikel 10 ,
Artikel 11 Absatz 3,
Artikel 12 Absätze 1, 3 und 4,
Artikel 14 , 15, 17 und 18.
Island
Gemäß Art. 20 Abs. 2 betrachtet sich Island an folgende Artikel und Absätze der Charta gebunden:
Artikel 1 , 3, 4, 5, 6, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17 und 18 sowie auch Artikel 2 Abs. 1, 3 und 5.
Italien
Die Italienische Regierung nimmt die sich aus der Charta ergebenden Verpflichtungen in ihrer Gesamtheit an.
Kroatien
Gemäß Artikel 20 Abs. 2 der Charta erklärt die Republik Kroatien, dass sie sich an die folgenden Artikel von Teil II der Charta gebunden erachtet: Artikel 1, 2, 5, 6, 7, 8, 9, 11, 13, 14, 16 und 17.
Lettland
Gemäß Art. 20 Abs. 2 erklärt Lettland, dass es sich an folgende Artikeln der Charta gebunden erachtet:
Art. 1 , 5, 6, 8, 9, 11, 13, 14, 16 und 17.
Luxemburg
Gemäß Art. 20 erachtet sich Luxemburg an nachstehende Bestimmungen der Charta gebunden:
Art. 1 , 2, 3, 4 Abs. 1, 2, 3 und 5
Art. 5 und 6 Abs. 1, 2 und 3
Art. 7 und 8 Abs. 1, 2 und 3
Art. 9 , 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18 und 19.
Malta
Die Regierung der Republik Malta verpflichtet sich
I. gemäß Art. 20 Abs. 1 lit. a, Teil I dieser Charta als eine Erklärung der Ziele anzusehen, die sie, entsprechend dem einleitenden Absatz dieses Teiles, mit allen geeigneten Mitteln verfolgen wird und
II. gemäß Art. 20 Abs. 1 lit. b der Charta, die Artikel 1, 5, 6, 13 und 16 des Teiles II der Charta für sich als bindend anzusehen; und in Übereinstimmung mit Art. 20 Abs. 1 lit. c nachstehende Artikel und Absätze desselben Teiles:
Artikel: 3, 4, 7, 9, 11, 14, 15, 17,
Absätze: Art. 2 Abs. 1, 2, 3 und 5
Art. 8 Abs. 1, 2 und 4
Art. 10 Abs. 1, 2, 3 und 4 lit. a und d
Art. 12 Abs. 1 und 3 und
Art. 18 Abs. 4
Niederlande
Anläßlich der Unterzeichnung der Charta gab der Bevollmächtigte der Niederlande namens seiner Regierung folgende Erklärung ab:
Mit Rücksicht auf die vom Standpunkt des öffentlichen Rechtes bestehende Gleichheit der Niederlande, Surinams und Niederländisch Westindiens verlieren die in der Europäischen Sozialcharta genannten Begriffe „zum Mutterland gehörend“ und „nicht zum Mutterland gehörend“ soweit es das Königreich der Niederlande betrifft, ihre ursprüngliche Bedeutung und werden daher, im Falle des Königreiches, als „europäisch“ und „nichteuropäisch“ bedeutend betrachtet.
Artikel 20 – Verpflichtungen
– in bezug auf das Königreich in Europa betrachten sich die Niederlande gebunden an die Artikel 1, 2, 3, 4 und 5; Art. 6 Abs. 1,2 und 3; Art. 6 Abs. 4 (außer Staatsbeamte); Art. 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18 und Art. 19, Abs. 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7 und 9.
– in bezug auf die Niederländischen Antillen betrachten sich die Niederlande gebunden an die Artikel 1 und 5, Art. 6 (außer Staatsbeamte) und Art. 16.
Die Niederlande haben am 29. Mai 2017 gegenüber dem Generalsekretär des Europarats notifiziert, dass sie für Aruba, Curação und Sint Maarten ihren bei Hinterlegung der Ratifikationsurkunde abgegebenen Vorbehalt zu Art. 6 Abs. 4 der Europäischen Sozialcharta zurücknehmen.
die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien (Nordmazedonien):
Gemäß Artikel 20 Abs. 2 der Charta erklärt die Republik Mazedonien, dass sie sich an die folgenden Artikel von Teil II der Charta gebunden erachtet: Artikel 1, 2, 5, 6, 7 (Abs. 1, 2, 3, 4, 6, 7, 8, 9 und 10), 8, 11, 12, 13, 15 und 17.
Norwegen
Nach Durchsicht und Prüfung der Europäischen Sozialcharta, unterzeichnet in Turin am 18. Oktober 1961, genehmigen, ratifizieren und bestätigen wir hiermit die genannte Sozialcharta und verpflichten uns, die in den Teilen I, III, IV und V der Charta enthaltenen Klauseln und ebenso, gemäß den Bestimmungen des Artikels 20 Absätze 1 b) und c), die Klauseln nachstehender Artikel und Absätze des Teiles II der Charta durchzuführen:
Gemäß den Bestimmungen des Artikels 20 Absatz 1 b):
Artikel 1 , 5, 6, 12, 13 und 16.
Bezüglich Artikel 12 unterliegt die Verpflichtung dem Vorbehalt, daß Norwegen, gemäß Absatz 4 dieses Artikels gestattet wird, in den darin erwähnten bilateralen und multilateralen Abkommen, als Bedingung für die Gewährung der Gleichstellung festzulegen, daß ausländische Seeleute in dem Land wohnhaft sein sollen, dem das Schiff angehört.
Gemäß den Bestimmungen des Artikels 20 Absatz 1 c):
Artikel 2 ,
Artikel 3 ,
Artikel 4 ,
Artikel 7 Absätze 2, 3, 5, 6, 7, 8 und 10,
Artikel 9 ,
Artikel 10 ,
Artikel 11 ,
Artikel 14 ,
Artikel 15 ,
Artikel 17 ,
Artikel 19 Absätze 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 9 und 10.
In Übereinstimmung mit Artikel 34 der Charta erklären wir ferner, daß das Mutterland Norwegen, für das die Bestimmungen der Charta gelten, das Gebiet des Königreiches Norwegen mit Ausnahme Spitzbergens und Jan Mayens ist. Die Charta gilt nicht für die abhängigen Gebiete Norwegens.
Polen
Gemäß Art. 20 erachtet sich Polen an die Bestimmungen der Charta wie folgt gebunden:
Art. 1. Das Recht auf Arbeit (Abs. 1 bis 4, alle)
Art. 2. Das Recht auf gerechte Arbeitsbedingungen (Abs. 1, 3 bis 5)
Art. 3. Das Recht auf sichere und gesunde Arbeitsbedingungen (Abs. 1 bis 3, alle)
Art. 4. Das Recht auf ein gerechtes Arbeitsentgelt (Abs. 2 bis 5)
Art. 5. Das Vereinigungsrecht
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