(Übersetzung) ÜBEREINKOMMEN (Nr. 102) ÜBER DIE MINDESTNORMEN DER SOZIALEN SICHERHEIT

Typ Staatsvertrag
Veröffentlichung 1970-11-04
Status Aufgehoben · 2017-12-18
Ministerium BKA (Bundeskanzleramt)
Quelle RIS
Artikel 87
Änderungshistorie JSON API

Unterzeichnungsdatum

Sprachen

Englisch, Französisch

Vertragsparteien

Österreich 506/1978, III 507/1978, III 151/2014 Albanien III 151/2014 Barbados 507/1978, III 151/2014 Belgien 33/1970, 507/1978, III 151/2014 Bolivien 507/1978, III 151/2014 Bosnien-Herzegowina III 151/2014 Brasilien III 151/2014 Bulgarien III 151/2014 Costa Rica 507/1978, III 151/2014 Dänemark 33/1970, 507/1978, III 151/2014 Deutschland III 151/2014 Deutschland/BRD 33/1970, 507/1978 Ecuador III 151/2014 Frankreich 507/1978, III 151/2014 Griechenland 33/1970, 507/1978, III 151/2014 Honduras III 151/2014 Irland 33/1970, 507/1978, III 151/2014 Island 33/1970, 507/1978, III 151/2014 Israel 33/1970, 507/1978, III 151/2014 Italien 33/1970, 507/1978, III 151/2014 Japan III 151/2014 Jordanien III 151/2014 Jugoslawien 33/1970, 507/1978 Kongo/DR III 151/2014 Kroatien III 151/2014 Libyen 507/1978, III 151/2014 Luxemburg 33/1970, 507/1978, III 151/2014 Mauretanien 33/1970, 507/1978, III 151/2014 Mazedonien III 151/2014 Mexiko 33/1970, 507/1978, III 151/2014 Montenegro III 151/2014 Niederlande 33/1970, 507/1978, III 151/2014 Niger 33/1970, 507/1978, III 151/2014 Norwegen 33/1970, 507/1978, III 151/2014 Peru 33/1970, 507/1978, III 151/2014 Polen III 151/2014 Portugal III 151/2014 Rumänien III 151/2014 Schweden 33/1970, 507/1978, III 151/2014 Schweiz 507/1978, III 151/2014 Senegal 33/1970, 507/1978, III 151/2014 Serbien III 151/2014 Slowakei III 151/2014 Slowenien III 151/2014 Spanien III 151/2014 Togo III 151/2014 Tschechische R III 151/2014 Türkei 507/1978, III 151/2014 Uruguay III 151/2014 Venezuela III 151/2014 Vereinigtes Königreich 33/1970, 507/1978, III 151/2014 Zypern III 151/2014

Sonstige Textteile

Nachdem das von der Allgemeinen Konferenz der Internationalen Arbeitsorganisation in Genf am 28. Juni 1952 angenommene Übereinkommen (Nr. 102) über die Mindestnormen der sozialen Sicherheit samt Anhang und einer Erklärung der Republik Österreich, welche also lauten: …

die verfassungsmäßige Genehmigung des Nationalrates erhalten hat, erklärt der Bundespräsident dieses Übereinkommen mit vorstehender Erklärung der Republik Österreich für ratifiziert und verspricht im Namen der Republik Österreich die gewissenhafte Erfüllung der darin enthaltenen Bestimmungen.

Zu Urkund dessen ist die vorliegende Ratifikationsurkunde vom Bundespräsidenten unterzeichnet, vom Bundeskanzler, vom Bundesminister für soziale Verwaltung, vom Bundesminister für Finanzen und vom Bundesminister für Auswärtige Angelegenheiten gegengezeichnet und mit dem Staatssiegel der Republik Österreich versehen worden.

Geschehen zu Wien, am 10. September 1969

Ratifikationstext

(Anm.: letzte Anpassung durch Kundmachung BGBl. III Nr. 151/2014)

Der Nationalrat hat anläßlich der Genehmigung des vorstehenden Übereinkommens in seiner Sitzung vom 10. Juli 1969 beschlossen, daß dieses Übereinkommen durch Erlassung von Gesetzen zu erfüllen ist.

Die Ratifikation des Übereinkommens durch Österreich wurde am 4. November 1969 beim Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation eingetragen. Das vorliegende Übereinkommen tritt daher gemäß seinem Artikel 79 Absatz 3 für Österreich am 4. November 1970 in Kraft.

(Übersetzung)

Erklärung

gemäß Artikel 2 lit. b des Übereinkommens (Nr. 102) über die Mindestnormen der Sozialen Sicherheit

Die Republik Österreich erklärt, gemäß Artikel 2 lit. b des Übereinkommens über die Mindestnormen der Sozialen Sicherheit die Verpflichtungen aus dessen Teilen II, V, VII und VIII zu übernehmen.

(Übersetzung)

Erklärung

gemäß Artikel 4 Absatz 1 des Übereinkommens (Nr. 102) über die Mindestnormen der Sozialen Sicherheit

Die Republik Österreich erklärt gemäß Artikel 4 Absatz 1 des Übereinkommens über die Mindestnormen der Sozialen Sicherheit, die Verpflichtungen aus dessen Teil IV zu übernehmen.

Derzeit gehören dem Übereinkommen folgende weitere Staaten an, die anläßlich der Ratifikation angegeben haben, die Verpflichtungen aus dem Übereinkommen für die nachstehenden Teile zu übernehmen:

Albanien (Teile II bis VI und VIII bis X), Barbados1 (Teile III, V, VI, IX und X), Belgien (Teile II bis V und VII bis X), Bolivien1 (Teile II, V und VII bis X), Bosnien und Herzegowina (Teile II bis V, VIII und X), Brasilien (Teile II bis X), Bulgarien (Teile II, III, V, VI, VII, VIII und X), Costa Rica (Teile II und V bis X), Dänemark (Teile II, IV bis VI und IX), Deutschland1 (Teile II, IV, V und VII bis X), Ecuador1 (Teile V, IX und X), Frankreich (Teile II und IV bis IX), Griechenland (Teile II bis VI und VIII bis X), Honduras (Teile II, III, V, VIII, IX und X), Irland (Teile III, IV und X), Island (Teile V, VII und IX), Israel (Teile V, VI und X), Italien (Teile V, VII und VIII), Japan (Teile III bis V), Jordanien (Teile V, VI, IX und X), Demokratische Republik Kongo (Teile V, VII, IX und X), Kroatien (Teile II bis V, VIII und X), Libyen1 (Teile II, IV, V und VII bis X), Luxemburg (Teile II, IV, V und VII bis X), Mauretanien (Teile V bis VII, IX und X), die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien (Teile II bis V, VIII und X), Mexiko (Teile II, III, V, VI und VIII bis X), Montenegro (Teile II bis V, VIII und X), Niederlande1 (Teile II, IV, V und VII bis X), Niger (Teile V bis VIII), Norwegen1 (Teile II, IV und V bis VII), Österreich1 (Teile II, IV, V, VII und VIII), Peru (Teile II, III, V, VIII und IX), Polen (Teile II, V, VII, VIII und X), Portugal (Teile II bis X), Rumänien (Teile II, III, V, VII und VIII), Schweden (Teile II, IV, VII und VIII), Schweiz1 (Teile V bis VII, IX und X), Senegal (Teile VII und VIII), Serbien (Teile II bis V, VIII und X), Slowakei1 (Teile II, V und VII bis X), Slowenien (Teile II bis V, VIII und X), Spanien (Teile II bis IV und VI), Togo (Teile V, VII, VIII und X), Tschechische Republik1 (Teile II, V und VII bis X), Türkei (Teile II, III, V, VI und VIII bis X), Uruguay (Teile II, IV, VII und VIII), Venezuela1 (Teile II, V und VIII bis X), Vereinigtes Königreich (Teile II bis V, VII und X), Zypern1 (Teile III, IV, V, IX und X).

Folgende Staaten haben bei Hinterlegung der Ratifikationsurkunde eine Erklärung gemäß Art. 3 Abs. 1 des Übereinkommens abgegeben: Vorbehalte und Erklärungen zu diesem Übereinkommen – mit Ausnahme derer Österreichs und territorialer Anwendungen – werden im Teil III des Bundesgesetzblattes nicht veröffentlicht. Sie sind in englischer und französischer Sprache auf der Webseite der Internationalen Arbeitsorganisation unter unter http://www.ilo.org/ abrufbar [C102].

Bolivien, Peru, Türkei.


1 Infolge der Ratifikation des Übereinkommens Nr. 128 und gemäß dessen Art. 45 sind bestimmte Teile des vorliegenden Übereinkommens nicht mehr anwendbar.

Präambel/Promulgationsklausel

Die Allgemeine Konferenz der Internationalen Arbeitsorganisation, die vom Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes nach Genf einberufen wurde und am 4. Juni 1952 zu ihrer fünfunddreißigsten Tagung zusammengetreten ist,

hat beschlossen, verschiedene Anträge anzunehmen betreffend die Mindestnormen der Sozialen Sicherheit, eine Frage, die zum fünften Gegenstand ihrer Tagesordnung gehört, und hat dabei bestimmt, daß diese Anträge die Form eines internationalen Übereinkommens erhalten sollen.

Die Konferenz nimmt heute, am 28. Juni 1952, das folgende Übereinkommen an, das als Übereinkommen über Soziale Sicherheit (Mindestnorm), 1952, bezeichnet wird.

TEIL I.

Allgemeine Bestimmungen.

Artikel 1.

1.

In diesem Übereinkommen

a)

bedeutet der Ausdruck „vorgeschrieben“ von oder auf Grund der innerstaatlichen Gesetzgebung bestimmt,

b)

bedeuten der Ausdruck „Wohnsitz“ den gewöhnlichen Wohnsitz im Gebiet des Mitglieds und der Ausdruck „Einwohner“ eine Person, die ihren gewöhnlichen Wohnsitz im Gebiet des Mitglieds hat,

c)

bedeutet der Ausdruck „Ehefrau“ eine Ehefrau, für deren Unterhalt der Ehemann sorgt,

d)

bedeutet der Ausdruck „Witwe“ eine Frau, für deren Unterhalt der Ehemann zur Zeit seines Todes gesorgt hat,

e)

bedeutet der Ausdruck „Kind“ ein Kind unter dem Alter, in dem die Schulpflicht endet, oder ein Kind unter fünfzehn Jahren, je nachdem was vorgeschrieben ist,

f)

bedeutet der Ausdruck „Wartezeit“ entweder eine Beitragszeit oder eine Beschäftigungszeit oder eine Wohnsitzzeit oder irgendeine Verbindung dieser Zeiten, je nachdem was vorgeschrieben ist.

2.

Der Ausdruck „Leistungen“ in den Artikeln 10, 34 und 49 bedeutet entweder unmittelbare Betreuung oder mittelbare Leistungen, die in der Rückerstattung der von der betreffenden Person gemachten Aufwendungen bestehen.

Artikel 2.

Jedes Mitglied, für das dieses Übereinkommen gilt, hat

a)

anzuwenden

i)

den Teil I,

ii) mindestens drei der Teile II, III, IV, V, VI, VII, VIII, IX und X, darunter mindestens einen der Teile IV, V, VI, IX und X,

iii) die entsprechenden Bestimmungen der Teile XI, XII und XIII,

iv) den Teil XIV,

b)

bei seiner Ratifikation anzugeben, für welche der Teile II bis X es die Verpflichtungen aus dem Übereinkommen übernimmt.

Artikel 3.

1.

Ein Mitglied, dessen Entwicklung auf wirtschaftlichem und medizinischem Gebiet noch ungenügend ist, kann, sofern und solange die zuständige Stelle es für notwendig erachtet, durch eine seiner Ratifikation beigefügte Erklärung die in den folgenden Artikeln vorgesehenen zeitweiligen Ausnahmen für sich in Anspruch nehmen: 9 d); 12, 2; 15 d); 18, 2; 21 c); 27 d); 33 b); 34, 3; 41 d); 48 c); 55 d) und 61 d).

2.

Jedes Mitglied, das eine Erklärung nach Absatz 1 dieses Artikels abgegeben hat, muß in dem nach Artikel 22 der Verfassung der Internationalen Arbeitsorganisation zu erstattenden Jahresbericht über die Anwendung dieses Übereinkommens zu jeder Ausnahme, die es für sich in Anspruch genommen hat, mitteilen, daß

a)

die Gründe hiefür weiterbestehen oder

b)

es von einem bestimmten Zeitpunkt an darauf verzichtet, die Ausnahme weiter in Anspruch zu nehmen.

Artikel 4.

1.

Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert hat, kann in der Folge dem Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes mitteilen, daß es die Verpflichtungen aus dem Übereinkommen für einen oder mehrere der Teile II bis X, die in seiner Ratifikation nicht bereits angegeben waren, übernimmt.

2.

Die Verpflichtungen nach Absatz 1 dieses Artikels gelten als Bestandteil der Ratifikation und haben vom Zeitpunkt ihrer Mitteilung an die Wirkung einer Ratifikation.

Artikel 5.

Ist ein Mitglied für die Anwendung eines der durch seine Ratifikation erfaßten Teile II bis X dieses Übereinkommens gehalten, vorgeschriebene Personengruppen zu schützen, die insgesamt mindestens einen bestimmten Hundertsatz der Arbeitnehmer oder der Einwohner bilden, so hat sich dieses Mitglied zu vergewissern, daß der in Betracht kommende Hundertsatz erreicht worden ist, bevor es sich zur Anwendung eines solchen Teiles verpflichtet.

Artikel 6.

Für die Anwendung der Teile II, III, IV, V, VIII (soweit die ärztliche Betreuung in Frage kommt), IX und X dieses Übereinkommens kann ein Mitglied den durch eine Versicherung gewährten Schutz auch dann in Rechnung stellen, wenn diese Versicherung nach der innerstaatlichen Gesetzgebung für die geschützten Personen zwar keine Pflichtversicherung ist, aber

a)

behördlich überwacht oder nach vorgeschriebenen Normen gemeinsam von Arbeitgebern und Arbeitnehmern verwaltet wird,

b)

einen namhaften Teil der Personen umfaßt, deren Verdienst denjenigen eines gelernten männlichen Arbeiters nicht übersteigt,

c)

in Verbindung mit anderen Formen des Schutzes den bezüglichen Bestimmungen des Übereinkommens entspricht.

TEIL II.

Ärztliche Betreuung.

Artikel 7.

Jedes Mitglied, für das dieser Teil des Übereinkommens gilt, hat den geschützten Personen im Fall eines Zustandes, der ärztliche Betreuung vorbeugender oder heilender Art erfordert, Leistungen nach den Bestimmungen der folgenden Artikel dieses Teils zu gewährleisten.

Artikel 8.

Der gedeckte Fall hat jeden Krankheitszustand ohne Rücksicht auf seine Ursache, die Schwangerschaft und die Niederkunft sowie ihre Folgen zu umfassen.

Artikel 9.

Der Kreis der geschützten Personen hat zu umfassen

a)

vorgeschriebene Gruppen von Arbeitnehmern, die insgesamt mindestens 50 vom Hundert aller Arbeitnehmer bilden, sowie deren Ehefrauen und Kinder oder

b)

vorgeschriebene Gruppen der erwerbstätigen Bevölkerung, die insgesamt mindestens 20 vom Hundert aller Einwohner bilden, sowie deren Ehefrauen und Kinder oder

c)

vorgeschriebene Gruppen von Einwohnern, die insgesamt mindestens 50 vom Hundert aller Einwohner bilden, oder,

d)

wenn eine Erklärung nach Artikel 3 abgegeben worden ist, vorgeschriebene Gruppen von Arbeitnehmern, die insgesamt mindestens 50 vom Hundert aller Arbeitnehmer in gewerblichen Betrieben mit mindestens 20 beschäftigten Personen bilden, sowie die Ehefrauen und Kinder von Arbeitnehmern dieser Gruppen.

Artikel 10.

1.

Die Leistungen haben mindestens zu umfassen

a)

im Fall eines Krankheitszustandes

i)

Betreuung durch praktische Ärzte einschließlich der Hausbesuche,

ii) Betreuung durch Fachärzte in Krankenhäusern in Form von stationärer oder ambulanter Behandlung und Betreuung durch Fachärzte, soweit sie außerhalb der Krankenhäuser gewährt werden kann,

iii) Gewährung der hauptsächlichen Arzneien und Heilmittel auf Grund der Verordnung eines Arztes oder einer anderen zur Behandlung zugelassenen Person,

iv) Krankenhauspflege, wenn erforderlich,

b)

im Fall der Schwangerschaft und Niederkunft sowie ihrer Folgen

i)

Betreuung vor, während und nach der Niederkunft durch Ärzte oder durch geprüfte Hebammen,

ii) Krankenhauspflege, wenn erforderlich.

2.

Der Leistungsempfänger oder der für ihn Unterhaltspflichtige kann gehalten werden, sich an den Kosten der im Fall eines Krankheitszustandes gewährten ärztlichen Betreuung zu beteiligen; bei der Regelung einer solchen Beteiligung sind Härten zu vermeiden.

3.

Die nach diesem Artikel zu gewährenden Leistungen haben darauf abzuzielen, die Gesundheit der geschützten Person sowie deren Arbeitsfähigkeit und Fähigkeit zur Besorgung ihrer persönlichen Angelegenheiten zu erhalten, wiederherzustellen oder zu bessern.

4.

Die Regierungsstellen oder Einrichtungen, welche die Leistungen gewähren, haben die geschützten Personen mit den als geeignet erscheinenden Mitteln dazu anzuhalten, von den Stellen des allgemeinen Gesundheitsdienstes Gebrauch zu machen, die von den Behörden oder anderen behördlich anerkannten Organen zu ihrer Verfügung gestellt werden.

Artikel 11.

Die in Artikel 10 bezeichneten Leistungen sind im gedeckten Fall mindestens den geschützten Personen zu gewährleisten, wenn sie oder die für sie Unterhaltspflichtigen eine zur Vermeidung von Mißbräuchen als notwendig erachtete Wartezeit erfüllt haben.

Artikel 12.

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