(Übersetzung)ÜBEREINKOMMEN (Nr. 144) ÜBER DREIGLIEDRIGE BERATUNGEN ZUR FÖRDERUNG DER DURCHFÜHRUNG INTERNATIONALER ARBEITSNORMEN
Unterzeichnungsdatum
Sprachen
Englisch, Französisch
Vertragsparteien
Afghanistan III 143/2014 Ägypten III 143/2014 Albanien III 143/2014 Algerien III 143/2014 Angola III 209/2020 Antigua/Barbuda III 143/2014 Argentinien III 143/2014 Armenien III 143/2014 Aserbaidschan III 143/2014 Äthiopien III 143/2014 Australien III 143/2014 Bahamas III 143/2014 Bangladesch III 143/2014 Barbados III 143/2014 Belarus III 143/2014 Belgien III 143/2014 Belize III 143/2014 Benin III 143/2014 Bosnien-Herzegowina III 143/2014 Botsuana III 143/2014 Brasilien III 143/2014 Bulgarien III 143/2014 Burkina Faso III 143/2014 Burundi III 143/2014 Cabo Verde III 209/2020 Chile III 143/2014 China III 143/2014 Costa Rica III 143/2014 Côte d’Ivoire III 143/2014 Dänemark 238/1979, III 143/2014 Deutschland III 143/2014 Dominica III 143/2014 Dominikanische R III 143/2014 Dschibuti III 143/2014 Ecuador III 143/2014 El Salvador III 143/2014 Estland III 143/2014 Eswatini III 143/2014 Fidschi III 143/2014 Finnland 238/1979, III 143/2014 Frankreich III 143/2014 Gabun III 143/2014 Georgien III 209/2020 Ghana III 143/2014 Grenada III 143/2014 Griechenland III 143/2014 Guatemala III 143/2014 Guinea III 143/2014 Guyana III 143/2014 Honduras III 143/2014 Indien 238/1979, III 143/2014 Indonesien III 143/2014 Irak 238/1979, III 143/2014 Irland III 143/2014 Island III 143/2014 Israel III 143/2014 Italien III 143/2014 Jamaika III 143/2014 Japan III 143/2014 Jemen III 143/2014 Jordanien III 143/2014 Kamerun III 209/2020 Kanada III 143/2014 Kasachstan III 143/2014 Kenia III 143/2014 Kirgisistan III 143/2014 Kiribati III 209/2020 Kolumbien III 143/2014 Komoren III 143/2014 Kongo III 143/2014 Kongo/DR III 143/2014 Korea/R III 143/2014 Kroatien III 209/2020 Kuwait III 143/2014 Laos III 143/2014 Lesotho III 143/2014 Lettland III 143/2014 Liberia III 143/2014 Litauen III 143/2014 Luxemburg III 137/2021 Madagaskar III 143/2014 Malawi III 143/2014 Malaysia III 143/2014 Mali III 143/2014 Malta III 209/2020 Marokko III 143/2014 Mauretanien III 209/2020 Mauritius III 143/2014 Mexiko 238/1979, III 143/2014 Moldau III 143/2014 Mongolei III 143/2014 Montenegro III 143/2014 Mosambik III 143/2014 Namibia III 143/2014 Nepal III 143/2014 Neuseeland III 143/2014, III 209/2020 Nicaragua III 143/2014 Niederlande 238/1979, III 143/2014 Niger III 209/2020 Nigeria III 143/2014 Nordmazedonien III 143/2014 Norwegen 238/1979, III 143/2014 Pakistan III 143/2014 Panama III 102/2015 Papua-Neuguinea III 104/2024 Peru III 143/2014 Philippinen III 143/2014 Polen III 143/2014 Portugal III 143/2014 Ruanda III 209/2020 Rumänien III 143/2014 Russische F III 102/2015 Sambia 238/1979, III 143/2014 Samoa III 209/2020 San Marino III 143/2014 São Tomé/Príncipe III 143/2014 Schweden 238/1979, III 143/2014 Schweiz III 143/2014 Senegal III 143/2014 Serbien III 143/2014 Seychellen III 143/2014 Sierra Leone III 143/2014 Simbabwe III 143/2014 Singapur III 143/2014 Slowakei III 143/2014 Slowenien III 143/2014 Somalia III 137/2021 Spanien III 143/2014 Sri Lanka III 143/2014 St. Kitts/Nevis III 143/2014 St. Vincent/Grenadinen III 143/2014 Südafrika III 143/2014 Sudan III 137/2021 Suriname III 143/2014 Syrien III 143/2014 Tadschikistan III 143/2014 Tansania III 143/2014 Thailand III 104/2024 Togo III 143/2014 Trinidad/Tobago III 143/2014 Tschad III 143/2014 Tschechische R III 143/2014 Tunesien III 143/2014 Türkei III 143/2014 Turkmenistan III 209/2020 Uganda III 143/2014 Ukraine III 143/2014 Ungarn III 143/2014 Uruguay III 143/2014 USA III 143/2014 Usbekistan III 209/2020 Venezuela III 143/2014 Vereinigtes Königreich 238/1979, III 143/2014 Vietnam III 143/2014 Zentralafrikanische R III 143/2014 Zypern 238/1979, III 143/2014
Ratifikationstext
Der Nationalrat hat anläßlich der Genehmigung des vorstehenden Staatsvertrages beschlossen, daß dieser im Sinne des Art. 50 Abs. 2 des Bundes-Verfassungsgesetzes durch Erlassung von Gesetzen zu erfüllen ist.
Die vom Bundespräsidenten unterzeichnete und vom Bundeskanzler gegengezeichnete Ratifikationsurkunde wurde am 2. März 1979 hinterlegt; der Vertrag tritt gemäß seinem Art. 8 Z 2 am 2. März 1980 in Kraft.
Bis zur Hinterlegung der Ratifikationsurkunde Österreichs haben folgende Staaten das Übereinkommen ratifiziert:
Dänemark
Finnland
Indien
Irak
Mexiko
Niederlande
Norwegen
Sambia
Schweden
Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland
Zypern
Präambel/Promulgationsklausel
Der Nationalrat hat beschlossen:
Der Abschluß des nachstehenden Staatsvertrages wird genehmigt:
Die Allgemeine Konferenz der Internationalen Arbeitsorganisation,
die vom Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes nach Genf einberufen wurde und am 2. Juni 1976 zu ihrer einundsechzigsten Tagung zusammengetreten ist,
verweist auf die Bestimmungen bestehender internationaler Arbeitsübereinkommen und Empfehlungen – insbesondere das Übereinkommen über die Vereinigungsfreiheit und den Schutz des Vereinigungsrechtes, 1948, das Übereinkommen über das Vereinigungsrecht und das Recht zu Kollektivverhandlungen, 1949, und die Empfehlung betreffend die Beratung in einzelnen Wirtschaftszweigen und im gesamtstaatlichen Rahmen, 1960 –, worin das Recht der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer auf die Bildung freier und unabhängiger Verbände bekräftigt wird und Maßnahmen zur Förderung wirksamer Beratungen auf nationaler Ebene zwischen den Staatsorganen und den Verbänden der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer gefordert werden, sowie auf die Bestimmungen zahlreicher internationaler Arbeitsübereinkommen und Empfehlungen, in denen die Anhörung der Verbände der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer zu Maßnahmen für deren Durchführung vorgesehen ist;
hat den vierten Gegenstand ihrer Tagesordnung unter dem Titel „Schaffung dreigliedriger Einrichtungen und Verfahren zur Förderung der Durchführung internationaler Arbeitsnormen“ geprüft und beschlossen, verschiedene Anträge anzunehmen betreffend dreigliedrige Beratungen zur Förderung der Durchführung internationaler Arbeitsnormen, und
dabei bestimmt, daß diese Anträge die Form eines internationalen Übereinkommens erhalten sollen.
Die Konferenz nimmt heute, am 21. Juni 1976, das folgende Übereinkommen an, das als Übereinkommen über dreigliedrige Beratungen (internationale Arbeitsnormen), 1976, bezeichnet wird.
Artikel 1
In diesem Übereinkommen bezeichnet der Ausdruck „maßgebende Verbände“ die maßgebenden Verbände der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer, die im Genuß der Vereinigungsfreiheit stehen.
Artikel 2
Jedes Mitglied der Internationalen Arbeitsorganisation, das dieses Übereinkommen ratifiziert, verpflichtet sich, Verfahren anzuwenden, die wirksame Beratungen zwischen Vertretern der Regierung, der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer im Hinblick auf die in Artikel 5 Absatz 1 dieses Übereinkommens genannten Fragen im Zusammenhang mit den Tätigkeiten der Internationalen Arbeitsorganisation sicherstellen.
Die Art und die Form der in Absatz 1 dieses Artikels vorgesehenen Verfahren sind in jedem Land entsprechend den innerstaatlichen Gepflogenheiten und, soweit solche Verbände bestehen und solche Verfahren noch nicht eingeführt worden sind, nach Beratung mit den maßgebenden Verbänden festzulegen.
Artikel 3
Die Vertreter der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer bei den in diesem Übereinkommen vorgesehenen Verfahren sind von ihren maßgebenden Verbänden, soweit solche Verbände bestehen, frei auszuwählen.
Die Arbeitgeber und die Arbeitnehmer müssen in allen Organen, in deren Rahmen Beratungen stattfinden, gleichgewichtig vertreten sein.
Artikel 4
Die zuständige Stelle ist für die verwaltungsmäßige Unterstützung der in diesem Übereinkommen vorgesehenen Verfahren verantwortlich.
Zwischen der zuständigen Stelle und den maßgebenden Verbänden, soweit solche Verbände bestehen, sind geeignete Vereinbarungen zur Finanzierung einer gegebenenfalls erforderlichen Schulung der an diesen Verfahren beteiligten Personen zu treffen.
Artikel 5
Ziel der in diesem Übereinkommen vorgesehenen Verfahren sind Beratungen über
Antworten der Regierungen auf Fragebogen zu Tagesordnungspunkten der Internationalen Arbeitskonferenz und Stellungnahmen der Regierungen zu Textentwürfen, die von der Konferenz zu erörtern sind;
die Vorschläge, die der oder den zuständigen Stellen im Zusammenhang mit der Vorlage von Übereinkommen und Empfehlungen gemäß Artikel 19 der Verfassung der Internationalen Arbeitsorganisation zu unterbreiten sind;
die Überprüfung nichtratifizierter Übereinkommen und von Empfehlungen, denen noch nicht entsprochen worden ist, in geeigneten Zeitabständen, um festzustellen, welche Maßnahmen zur Förderung ihrer Durchführung und gegebenenfalls ihrer Ratifikation getroffen werden könnten;
Fragen, die sich im Zusammenhang mit den gemäß Artikel 22 der Verfassung der Internationalen Arbeitsorganisation an das Internationale Arbeitsamt zu sendenden Berichten ergeben;
Anträge auf Kündigung ratifizierter Übereinkommen.
Um eine angemessene Behandlung der in Absatz 1 dieses Artikels bezeichneten Fragen zu gewährleisten, haben Beratungen in geeigneten, einvernehmlich festgelegten Zeitabständen, mindestens jedoch einmal jährlich, stattzufinden.
Artikel 6
Wenn dies nach Beratung mit den maßgebenden Verbänden, soweit solche Verbände bestehen, angebracht erscheint, hat die zuständige Stelle einen Jahresbericht über das Funktionieren der in diesem Übereinkommen vorgesehenen Verfahren herauszugeben.
Artikel 7
Die förmlichen Ratifikationen dieses Übereinkommens sind dem Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes zur Eintragung mitzuteilen.
Artikel 8
Dieses Übereinkommen bindet nur diejenigen Mitglieder der Internationalen Arbeitsorganisation, deren Ratifikation durch den Generaldirektor eingetragen ist.
Es tritt in Kraft zwölf Monate nachdem die Ratifikationen zweier Mitglieder durch den Generaldirektor eingetragen worden sind.
In der Folge tritt dieses Übereinkommen für jedes Mitglied zwölf Monate nach der Eintragung seiner Ratifikation in Kraft.
Artikel 9
Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert hat, kann es nach Ablauf von zehn Jahren, gerechnet von dem Tag, an dem es zum erstenmal in Kraft getreten ist, durch Anzeige an den Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes kündigen. Die Kündigung wird von diesem eingetragen. Ihre Wirkung tritt erst ein Jahr nach der Eintragung ein.
Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert hat und innerhalb eines Jahres nach Ablauf des im vorigen Absatz genannten Zeitraumes von zehn Jahren von dem in diesem Artikel vorgesehenen Kündigungsrecht keinen Gebrauch macht, bleibt für einen weiteren Zeitraum von zehn Jahren gebunden. In der Folge kann es dieses Übereinkommen jeweils nach Ablauf eines Zeitraumes von zehn Jahren nach Maßgabe dieses Artikels kündigen.
Artikel 10
Der Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes gibt allen Mitgliedern der Internationalen Arbeitsorganisation Kenntnis von der Eintragung aller Ratifikationen und Kündigungen, die ihm von den Mitgliedern der Organisation mitgeteilt werden.
Der Generaldirektor wird die Mitglieder der Organisation, wenn er ihnen von der Eintragung der zweiten Ratifikation, die ihm mitgeteilt wird, Kenntnis gibt, auf den Zeitpunkt aufmerksam machen, in dem dieses Übereinkommen in Kraft tritt.
Artikel 11
Der Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes übermittelt dem Generalsekretär der Vereinten Nationen zwecks Eintragung nach Artikel 102 der Charta der Vereinten Nationen vollständige Auskünfte über alle von ihm nach Maßgabe der vorausgehenden Artikel eingetragenen Ratifikationen und Kündigungen.
Artikel 12
Der Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes hat, sooft er es für nötig erachtet, der Allgemeinen Konferenz einen Bericht über die Durchführung dieses Übereinkommens zu erstatten und zu prüfen, ob die Frage seiner gänzlichen oder teilweisen Abänderung auf die Tagesordnung der Konferenz gesetzt werden soll.
Artikel 13
Nimmt die Konferenz ein neues Übereinkommen an, welches das vorliegende Übereinkommen ganz oder teilweise abändert, und sieht das neue Übereinkommen nichts anderes vor, so gelten folgende Bestimmungen:
Die Ratifikation des neugefaßten Übereinkommens durch ein Mitglied schließt ohne weiteres die sofortige Kündigung des vorliegenden Übereinkommens in sich ohne Rücksicht auf Artikel 9, vorausgesetzt, daß das neugefaßte Übereinkommen in Kraft getreten ist.
Vom Zeitpunkt des Inkrafttretens des neugefaßten Übereinkommens an kann das vorliegende Übereinkommen von den Mitgliedern nicht mehr ratifiziert werden.
Indessen bleibt das vorliegende Übereinkommen nach Form und Inhalt jedenfalls in Kraft für die Mitglieder, die dieses, aber nicht das neugefaßte Übereinkommen ratifiziert haben.
Artikel 14
Der französische und der englische Wortlaut dieses Übereinkommens sind in gleicher Weise maßgebend.
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