Verordnung des Bundesministers für Unterricht und Kunst über den Lehrplan für den Ausbildungslehrgang im Skilauf für Lehrer ohne Lehramt für Leibesübungen an Pädagogischen Instituten
Präambel/Promulgationsklausel
Auf Grund des Schulorganisationsgesetzes, BGBl. Nr. 242/1962, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. Nr. 408/1991, insbesondere dessen §§ 6 und 126a, sowie hinsichtlich der in der Anlage enthaltenen Einstufungen von Unterrichtsgegenständen in die Lehrverpflichtungsgruppen auf Grund des § 7 Abs. 1 des Bundeslehrer-Lehrverpflichtungsgesetzes, BGBl. Nr. 244/1965, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. Nr. 362/1991, wird - hinsichtlich der Einstufungen in die Lehrverpflichtungsgruppen im Einvernehmen mit dem Bundeskanzler und dem Bundesminister für Finanzen - verordnet:
§ 1. Für den Ausbildungslehrgang im Skilauf an Pädagogischen Instituten für Lehrer ohne Lehramt für Leibesübungen wird der in der Anlage enthaltene Lehrplan erlassen.
§ 2. Diese Verordnung tritt mit 1. September 1992 in Kraft.
§ 2. Diese Verordnung in der Fassung der Verordnung BGBl. Nr. 504/1992 tritt mit 1. September 1992 in Kraft.
Anlage
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LEHRPLAN FÜR DEN AUSBILDUNGSLEHRGANG IM SKILAUF
für Lehrer ohne Lehramt für Leibesübungen
I. STUNDENTAFEL
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Gesamtzahl der Lehrver-
Pflichtgegenstände Unterrichtsstunden pflichtungs-
gruppe
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Alpiner Skilauf
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Unterrichts- und Bewegungslehre ........ 8 I
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Ausrüstungs- und Gerätekunde ........... 2 III
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Skilauf und Umwelt ..................... 1 III
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Gefahrenkunde und spezielle Erste-Hilfe 3 III
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Skikursorganisation .................... 1 III
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Skikursgestaltung ...................... 3 III
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Fachbezogene Arbeitskreise ............. 5 III
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Methodisch-praktischer Unterricht ...... 36 III
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59
Skilanglauf
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Unterrichts- und Bewegungslehre ........ 8 I
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Ausrüstungs- und Gerätekunde ........... 3 III
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Skilauf und Umwelt ..................... 1 III
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Gefahrenkunde und spezielle Erste-Hilfe 2 III
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Skikursorganisation .................... 1 III
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Skikursgestaltung ...................... 3 III
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Fachbezogene Arbeitskreise ............. 5 III
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Methodisch-praktischer Unterricht ...... 36 III
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59
Anhang zur Stundentafel:
Ein Lehrgang hat einschließlich allfälliger Prüfungen 12-14 Kurshalbtage (ohne An- und Abreise) zu umfassen. Die Unterrichtseinheiten sind nach Möglichkeit gleichmäßig auf die Kurstage zu verteilen.
Die Ausbildung in alpinem Skilauf und/oder Skilanglauf ist fakultativ. Die Pflichtgegenstände 3. bis 6. können bei erfolgreichem Abschluß einer Ausbildung (zB alpinen Skilauf) der weiteren Ausbildung (zB Skilanglauf) angerechnet werden.
Wird die Ausbildung in einem oder mehreren in Z 1 bis 6 genannten Pflichtgegenständen vorgezogen (außerhalb des eigentlichen Ausbildungskurses) durchgeführt, so können diese auch geblockt vorgesehen werden.
Fachbezogene Arbeitskreise und methodisch-praktischer Unterricht sind in der Kursgruppe abzuhalten.
Anlage
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LEHRPLAN FÜR DEN AUSBILDUNGSLEHRGANG IM SKILAUF
für Lehrer ohne Lehramt für Leibesübungen
I. STUNDENTAFEL
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Gesamtzahl der Lehrver-
Pflichtgegenstände Unterrichtsstunden pflichtungs-
gruppe
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Alpiner Skilauf
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Unterrichts- und Bewegungslehre ........ 8 I
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Ausrüstungs- und Gerätekunde ........... 2 III
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Skilauf und Umwelt ..................... 1 III
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Gefahrenkunde und spezielle Erste-Hilfe 3 III
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Skikursorganisation .................... 1 III
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Skikursgestaltung ...................... 3 III
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Fachbezogene Arbeitskreise ............. 5 III
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Methodisch-praktischer Unterricht ...... 36 III
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Skilanglauf
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Unterrichts- und Bewegungslehre ........ 8 I
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Ausrüstungs- und Gerätekunde ........... 3 III
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Skilauf und Umwelt ..................... 1 III
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Gefahrenkunde und spezielle Erste-Hilfe 2 III
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Skikursorganisation .................... 1 III
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Skikursgestaltung ...................... 3 III
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Fachbezogene Arbeitskreise ............. 5 III
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Methodisch-praktischer Unterricht ...... 36 III
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Anhang zur Stundentafel:
Ein Lehrgang hat einschließlich allfälliger Prüfungen 12-14 Kurshalbtage (ohne An- und Abreise) zu umfassen. Die Unterrichtseinheiten sind nach Möglichkeit gleichmäßig auf die Kurstage zu verteilen.
Die Ausbildung in alpinem Skilauf und/oder Skilanglauf ist fakultativ. Die Pflichtgegenstände 3. bis 6. können bei erfolgreichem Abschluß einer Ausbildung (zB alpinen Skilauf) der weiteren Ausbildung (zB Skilanglauf) angerechnet werden.
Wird die Ausbildung in einem oder mehreren in Z 1 bis 6 genannten Pflichtgegenständen vorgezogen (außerhalb des eigentlichen Ausbildungskurses) durchgeführt, so können diese auch geblockt vorgesehen werden.
Fachbezogene Arbeitskreise und methodisch-praktischer Unterricht sind in der Kursgruppe abzuhalten.
II. BILDUNGS- UND LEHRAUFGABE, LEHRSTOFF DER EINZELNEN
UNTERRICHTSGEGENSTÄNDE SOWIE DIDAKTISCHE GRUNDSÄTZE
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Ausbildungen im Skilauf für Lehrer ohne Lehramt für Leibesübungen haben jene Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln, die den Lehrer befähigen, im Rahmen von Schulveranstaltungen Skiunterricht zu erteilen und bei der Planung, Gestaltung und Durchführung einer Wintersportwoche (Skikurs) mitzuwirken.
Ein Ausbildungskurs umfaßt die Bereiche alpiner Skilauf (allenfalls unter Einschluß verwandter Formen des Gleitens auf Schnee) oder des Skilanglaufes.
Lehrstoff:
Alpiner Skilauf
Unterrichts- und Bewegungslehre:
Erwerb von pädagogisch-didaktischen Kenntnissen und Fähigkeiten im alpinen Skiunterricht. Entwickeln der Fähigkeit zu Bewegungsanalysen und der Umsetzung für den methodisch-praktischen Unterricht. Kenntnisse zu den Vorgaben des „Österreichischen Skilehrplans'' über Lehrwege, Auswahlkriterien (zB zeitliche Reihung, strukturelle Zusammenhänge), Unterrichtsplanung, Lehrmethoden (induktiv, deduktiv, ua.), Lernphasen (Grobkoordination, Feinkoordination, ua.), Lehr- und Lernhilfen, Organisationsformen (Formen des Kreisbetriebes, Rudel, Einzelfahren, ua.) und andere Auswahlkriterien (Lern- und Festigungsphase, Sicherheit, Lebensnähe, ua.), Bewältigung hemmender Faktoren (unterschiedliches Können innerhalb der Gruppen, große Schüleranzahl, Angst, Ermüdung, ua.). Grundmechanismen des alpinen Skilaufes (Be- und Entlastung, Drehen, ua.), Kräfte, die auf den Skiläufer einwirken (Fliehkraft, Führungskräfte der Ski, Beschleunigung, ua.), Bewegungsstruktur und beispielhafte Bewegungsanalysen mit Auswertung für den Lehr- und Lernprozeß.
Ausrüstungs- und Gerätekunde:
Wissen um die Funktion der verschiedenen Ausrüstungsgegenstände (zB Ski, Schuh, Bindung, Stöcke; andere Wintersportgeräte). Wecken der Bereitschaft zur regelmäßigen Wartung und Pflege des Materials. Auswahl des dem jeweiligen Fahrkönnen entsprechenden Ski-, Bindungs- und Schuhmaterials. Umgang mit Geräten zur Präparierung bzw. Ausbesserung und Pflege schadhafter Teile, sowie kreativer Umgang mit Geräten als Möglichkeit im Bereich Spiel und Aktion.
Skilauf und Umwelt:
Wissen um die Veränderung und Belastung der Umwelt durch den alpinen Skilauf (Luft - Lärm - Wasser - Abfall). Schutz- und Erholungswirkung des Waldes, der Wiesen und Matten. Fragen des Wildschutzes. Aufklärung über die Folgen einer uneingeschränkten Nutzung des Naturraums zu Wintersportzwecken. Aspekte einer positiven Einstellung zur Natur und der Wertschätzung einer intakten Umwelt. Fragen der Landschaftsplanung und -erhaltung.
Gefahrenkunde und spezielle Erste-Hilfe:
Wissen um die Grundlagen der subjektiven und objektiven Gefahren beim alpinen Skilauf und deren Vermeidung. Schulung des Erkennens von Gefahren und der daraus resultierenden Verhütungsmaßnahmen. Pistenregeln, Verhalten bei der Benützung von Aufstiegshilfen.
Wissen zur Schneekunde (Meteorologie der Lawinen). Abschätzen der Lawinengefahr aufgrund der eigenen Beobachtung im Gelände und Interpretation des Lawinenlageberichtes. Finden einer sicheren Route im Gelände, lawinengefahren-bewußtes Verhalten im freien Skiraum (Tourenplanung). Einsatz von Verschüttetensuchgeräten.
Erwerb von Kenntnissen und Verhaltensmaßnahmen, um Erste Hilfe bei Unfällen beim alpinen Skilauf leisten zu können: Richtiges Erkennen und Beurteilen von Verletzungen und ihre Versorgung, im besonderen lebensrettende Sofortmaßnahmen wie Atemspende und Herzmassage und deren praktische Durchführung.
Skikursorganisation:
Planung, Organisation und Durchführung eines Skikurses und exemplarische Kenntnis der einschlägigen schulrechtlichen und anderen Rechtsvorschriften. Modelle der fächerübergreifenden Vorbereitung einer Klasse auf eine Wintersportwoche.
Skikursgestaltung:
Kennenlernen der Landschaft und Kultur der Wintersportorte und deren Umgebung. Gestaltung von Gemeinschaftsabenden (zB mit Kontaktspielen, Tanzspielen, Volkstanz, Musizieren, Gesang, Quiz, Theater, Kabarett, ua.). Nutzung der Freizeit entsprechend den vorhandenen Möglichkeiten.
Fachbezogene Arbeitskreise:
Aktuelle Ereignisse aus dem täglichen Lehrbetrieb sind (in den Ausbildungsgruppen) in Zusammenschau mit den theoretischen
Ausbildungsbereichen zu besprechen.
Methodisch-praktischer Unterricht:
Lehrbereiche: Gewöhnen ans Gerät; Schußfahren/Gleiten; Pflug; Pflugbogen; Vom Pflugbogen zum Schwingen; Schwingen (und Kurzschwingen); Stangenfahren; Springen; Spielerische Formen; Skilauf und Bergwelt erfahren und erleben.
Die Lehrinhalte dieser Lehrbereiche („Österreichischer Skilehrplan'' gemäß den Lehrgängen zur Ausbildung von Skilehrern und Skiführern bzw. Skilehrwarten) sind als jenes methodisch-praktische Eigenkönnen (spezielles Fertigkeitsniveau), das zur personen- und sachgerechten Demonstration spezieller Bewegungsabläufe zum Zweck des visuellen Lernens (zB Demonstration von wichtigen Bewegungselementen, von fehlerhaften Bewegungsabläufen, ua.) erforderlich ist, sicherzustellen.
Skilanglauf
Unterrichts- und Bewegungslehre:
Erwerb von pädagogisch-didaktischen Kenntnissen und Fähigkeiten im nordischen Skiunterricht. Entwickeln der Fähigkeit zu Bewegungsanalysen und deren Umsetzung für den methodisch-praktischen Unterricht. Kenntnisse über Lehrwege, Auswahlkriterien (zB zeitliche Reihung, strukturelle Zusammenhänge), Unterrichtsplanung, Lehrmethoden (induktiv, deduktiv, ua.), Lernphasen (Grobkoordination, Feinkoordination, ua.), Lehr- und Lernhilfen, Organisationsformen und andere Auswahlkriterien (Lern- und Festigungsphase, Sicherheit, Lebensnähe, ua.), Bewältigung hemmender Faktoren (unterschiedliches Können innerhalb der Gruppen, große Schüleranzahl, Angst, Ermüdung, ua.).
Grundmechanismen des Skilanglaufes, Bewegungsstruktur und beispielhafte Bewegungsanalysen mit Auswertung für den Lehr- und Lernprozeß.
Ausrüstungs- und Gerätekunde:
Wissen um die Funktion der verschiedenen Ausrüstungsgegenstände (zB Ski, Schuh, Bindung, Stöcke, ua.).
Wecken der Bereitschaft zur regelmäßigen Wartung und Pflege des Materials.
Umgang mit Geräten zur Präparierung bzw. Ausbesserung und Pflege
schadhafter Teile.
Skilauf und Umwelt:
Wissen um die Veränderung und Belastung der Umwelt durch den nordischen Skilauf (Luft - Lärm - Wasser - Abfall). Schutz- und Erholungswirkung des Waldes, der Wiesen und Matten. Fragen des Wildschutzes. Aufklärung über die Folgen einer uneingeschränkten Nutzung des Naturraums zu Wintersportzwecken. Aspekte einer positiven Einstellung zur Natur und der Wertschätzung einer intakten Umwelt. Fragen der Landschaftsplanung und -erhaltung.
Gefahrenkunde und spezielle Erste-Hilfe:
Erwerb von Kenntnissen und Verhaltensmaßnahmen, um Erste Hilfe bei
Unfällen beim Skilanglauf leisten zu können: Richtiges Erkennen und Beurteilen von Verletzungen und ihre Versorgung, im besonderen lebensrettende Sofortmaßnahmen wie Atemspende und Herzmassage und deren praktische Durchführung.
Skikursorganisation:
Planung, Organisation und Durchführung eines Skikurses und exemplarische Kenntnis der einschlägigen schulrechtlichen und anderen Rechtsvorschriften. Modelle der fächerübergreifenden Vorbereitung einer Klasse auf eine Wintersportwoche.
Skikursgestaltung:
Kennenlernen der Landschaft und Kultur der Wintersportorte und deren Umgebung. Gestaltung von Gemeinschaftsabenden (zB mit Kontaktspielen, Tanzspielen, Volkstanz, Musizieren, Gesang, Quiz, Theater, Kabarett, ua.). Nutzung der Freizeit entsprechend den vorhandenen Möglichkeiten.
Fachbezogene Arbeitskreise:
Aktuelle Ereignisse aus dem täglichen Lehrbetrieb sind (in den Ausbildungsgruppen) in Zusammenschau mit den theoretischen
Ausbildungsbereichen zu besprechen.
Methodisch-praktischer Unterricht:
Lehrbereiche: Gewöhnung ans Gerät; Schußfahren; Gleiten (auf beiden/auf einem Ski); Spiele und Spielformen; Richtungsänderung durch Pflugstellung, Umtreten, Telemark-Haltung; Bremsen; Skiwandern;
Gewöhnung an die Spur: Diagonalschritt; Doppelstockschub;
Doppelstockschub mit Zwischenschritt; Viertakt-Diagonalschritt (Pendelschritt); Halbschlittschuhschritt; Schlittschuhschritt (symmetrisch und asymmetrisch); Diagonalschlittschuhschritt;
Abfahrtstechniken; Technikwechsel und Technikanwendung auf der Geländespur; Skilauf und Umwelt erfahren und erleben.
Die Lehrinhalte dieser Lehrbereiche sind als jenes methodischpraktische Eigenkönnen (spezielles Fertigkeitsniveau), das zur personen- und sachgerechten Demonstration spezieller Bewegungsabläufe zum Zweck des visuellen Lernens (zB Demonstration von wichtigen Bewegungselementen, von fehlerhaften Bewegungsabläufen, ua.) erforderlich ist, sicherzustellen.
Didaktische Grundsätze:
Bewegungsaufzeichnungen (zB Videoaufnahmen) sind für Bewegungsanalysen und Bewegungskorrekturen vorzusehen. Der Einsatz und die Handhabung von Aufzeichnungsgeräten soll auch von den Auszubildenden erfahren werden.
Referate sollen vorrangig an den praktischen Erfahrungen der Auszubildenden im Rahmen des Ausbildungskurses anknüpfen.
Die Schulung des Eigenkönnens im Zusammenhang mit den Lehrinhalten des methodisch-praktisch Unterrichtes ist in Abhängigkeit von der Dauer der Ausbildung vorzunehmen. Die unterrichtsspraktische Erfahrung, einschließlich organisatorischer und gestaltender Fähigkeiten ist vor allem zu vermitteln.