Verordnung des Bundesministers für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten, mit welcher die Lehrpläne der Volksschule und der Sonderschulen erlassen werden; Bekanntmachung der Lehrpläne für den Religionsunterricht an diesen Schulen

Typ Verordnung
Veröffentlichung 2000-09-01
Letzte Aktualisierung 2025-09-01
Status Aufgehoben · 2023-06-02
Ministerium BKA (Bundeskanzleramt)
Quelle RIS
Artikel 19
Änderungshistorie JSON API
Lebensvorgänge und biologische Zusammenhänge
– Begegnungen mit der Natur, dabei erste spezifische Arbeitsweisen und Fertigkeiten erlernen Die Natur in der unmittelbaren Umgebung (zB Pflanzen, Tiere, Veränderungen) aufmerksam betrachten und beobachten Einzelne Naturobjekte untersuchen (zB Früchte, Samen) Naturvorgänge (Pflanzen und Tiere im Jahresablauf) und Verhaltensweisen (zB Nahrungsaufnahme, Fortbewegung, Nestbau) beobachten Erstes Experimentieren (zB verschiedenen Samen fliegen lassen, Samen zum Keimen bringen) Wetterbeobachtungen einfacher Art durchführen
– Erste Einsichten über Lebensvorgänge und biologische Zusammenhänge gewinnen Lebensvorgänge an Pflanzen (zB Aufbrechen von Knospen, Blüten) und Tieren (zB Nahrungsaufnahme, Fortbewegung, Fortpflanzung) kennenlernen Einfache biologische Zusammenhänge erfassen (zB Bedingungen für das Wachsen der Pflanzen wie Wärme, Licht, Wasser, Nahrung; Nahrungsaufnahme – Freßwerkzeuge, Nahrungssuche – Fortbewegung)
Formenvielfa!t in der Natur
– Begegnung mit der Natur, dabei erste spezifüche Arbeitsweisen und Fertigkeiten erlernen Suchen, Sammeln und Betrachten (zB Blätter, Früchte, Samen; Federn), Ordnen (nach Farbe, Größe) Vergleichen und Zuordnen nach auffälligen Formen und leicht erkennbaren Einzelmerkmalen (zB Fell, Federn; Blätter, Nadeln)
– Erste Formenkenntnisse über Pflanzen und Tiere gewinnen Einige Pflanzen und Tiere der unmittelbaren Umgebung kennen und benennen Den Bau von Pflanzen und Tieren besprechen; einl.elne Teile benennen (.:z.B Stamm, Krone, Wurzel, Blatt, Blüte, Frucht, Samen; Kopf, Rumpf, Schnabel, Schnauze, Fluge!, Pfoten, Krallen;
Verantwortungsbewußtes Verhalten gegenüber der Natur
– Die Beziehung des Menschen zur Natur verstehen lernen Die Bedeutung von Pflanzen und Tieren für den Menschen erkennen – für die Ernährung (Gemilse, Obst, Futterpflanzen; Eier, Milch, Fleisch) – für die Verbesserung der Lebensqualität (Pflanzen als Luftverbesserer, Schattenspender, Pflanzen im Wohnbereich; Haustiere als Gefährten) Die Bedeutung von Pflanzen und Tieren fur unseren Lebensraum erkennen (Pflanzen- und Tierschutz) Zimmer- und Gartenpflanzen pflegen (zB gießen, umtopfen)
– Die eigene Verantwortung gegenüber der Natur allmählich erkennen Erfahrungen im Umgang mit Haustieren besprechen (zB Nahrung, Reinhaltung, Zuwendung, Disunz) Umweltbewußt handeln: Umweltverschmutzung im eigenen Bereich vermeiden
Der Mensch: Körper und Gesundheit
– Kenntnisse über den menschlichen Körper erwerben Die Gliederung des menschlichen Körpers (Kopf, Rumpf, Gliedmaßen) besprechen Die wichtigsten Funktionen von Körperteilen und von äußeren Organen (zB Sinnesorgane) kennen
– Die Bedeutung der eigenen Gesundheit erkennen lernen und gesundheitsbewußtes Verhalten anbahnen Voraussetzungen einer gesunden Lebensführung kennenlernen (zB Körperpflege, Ernährung, Kleidung, Bewegung) Verhalten bei Krankheiten und Unfällen Medizinische Einrichtungen kennen
– Elementares Wissen und eine positive Einstellung zur menschlichen Sexualität anbahnen Information über die menschliche Sexualit:it gewinnen: – Geschlechtsunterschiede von Mädchen und Bub, Frau und Mann – Liebe und Pannerschaft zwischen Mann und Frau – Die Tatsache der Elternschaft (Mutterschaft, Vaterschaft)

Erfahrungs- und Lernbereich

Raum

Die unmittelbare Umgebung kennenlernen, sich darin zurechtfinden und erste Orientierungsgesichtspunkte erfassen Räumliche Beziehungen (zB links – rechts, davor – dahinter, weit – nahe, hinauf – hinunter) in der Klasse, im Schulhaus, in der Wohnung (Wohnhaus) erkennen und benennen Standorte von Dingen, Wege und Entfernungen beschreiben (Suchspiele in der Klasse) Orientierungsgesichtspunkte gewinnen – an Modellen (zB Spielzeughä.user, Puppenküche, Räume einrichten und gestalten) – in der unmittelbaren Umgebung (zB Wege, Plä.tze beschreiben und darstellen; einfache Skizzen anfenigen) – an Fixpunkten (zB Gebä.ude, Brücke, Ampel, Kreuzung) Im Zusammenhang mit der Verkehrserziehung den Schulweg und andere Wege beschreiben, Verkehrseinrichtungen kennen und finden
Einfache geographische Gegebenheiten der näheren Umgebung kennen und benennen ZB Geländeformen, Gewässer, Verkehrswege, Wohnstätten,…

Erfahrungs- und Lernbereich

Zeit

Durch Erlebnisse und Erfahrungen zu einem altersgemäßen Geschichtsverständnis gelangen Von eigenen Erlebnissen und Ereignissen berichten und diese zeitlich zuordnen (jetzt, früher, später; gestern, heute, morgen) Erinnerungen und Erfahrungen anderer Personen aus der Umwelt des Kindes etfragen und darüber berichten Alte und neue Gegenstände (Spielsachen, Kleidungsstücke, Gebrauchsgegenstände, Bilder, Schrifmücke, Bücher) mitbringen und in der Klasse ausstellen sowie beschreiben und vergleichen Zeitabläufe erfassen (fagesablauf, Wochenplan, Jahreskreis) und einfach darzustellen versuchen (Beispiele: Gebunstagskalender, Festkalender, Klassentagebuch, Zeitleisten und ähnliches) Uhr und Kalender zur Bestimmung und Gliederung der Zeit (Stunde, Minute; Tage, Wochen, Monate; Jahreszeiten) verwenden Alte Gebäude, Kulturdenkmäler in unmittelbarer Umgebung des Kindes als Zeugnisse der Vergangenheit aufsuchen, nach den Interessen des Kindes besprechen und einfachste historische Bedingungen erfahren

Erfahrungs- und Lernbereich

Wirtschaft

Ein erstes Verständnis für das Versorgtwerden und Versorgen gewinnen Elementare Einsichten über Dinge gewinnen, die wir z.um täglichen leben brauchen (zB Nahrung, Kleidung, Wohnung) Erste Erfahrungen über die Herstellung von Waren sammelnEinen einfachen Produktionsvorgang beobachten und z.u überschauen Versuchen
Einfache Kenntnisse über Arbeit und Verdienst erwerben Elementare Kenntnisse Uber einige Berufe• und Arbeitsstätten erwerben Über grundlegende Zusammenhänge zwischen Arbeit, Geldverdienen und Geldausgeben Bescheid wissen

Erfahrungs- und Lernbereich

Technik (in Verbindung mit dem Unterrichtsgegenstand Werkerziehung)

Technische Gegebenheiten in der Umwelt des Kindes
– Kenntnisse über technische Gegebenheiten in der unmittelbaren Umgebung des Kindes erwerben Geräte und deren Verwendung besprechen (zB Spielzeug, Werkzeug, Gebrauchsgegenstände) Durch den Umgang mit diesen Geräten wichtige Teile underen Funktion kennenlernen (zB Rad, Griff, Schalter)
– Umgang mit Objekten, dabei spezifische Arbeitsweisen kennenlernen Objekte· erkunden durch Betrachten (zB Ball, Hammer, Taschenlampe) Messen (zB Länge, Masse, Temperatur, Zeit) Erstes Experimentieren (zB Umgang mit einfachen·Werkzeugen und Geräten)
– Verantwortungsbewußtes Handeln beim Gebrauch technischer Geräte entwickeln Über Gefahren beim Gebrauch technischer Geräte Bescheid wissen;durch sachgemäßen und vorsichtigen Umgang Unfalle vermeiden Mit technischen Geräten und Einrichtungen sinnvoll und sparsam umgehen (zB Wasser sparen, Energie sparen, Lärm vermeiden) und zum Umweltschutz beitragen
Kräfte und ihre Wirkungen Auswirkungen einiger „Naturkräfte“ (zB Magnetkraft, Windund Wasserenergie) kennenlernen
– Erste Kenntnisse über Kräfte und ihre Wirkungen erwerben Im Zusammenhang mit der Werkerziehung Nutzungsmöglichkeiten dieser Kräfte (zB Windrad, Segel;,,Magnetspiele“, Wasserrad) erproben und besprechen Mit Hilfe entsprechender Lehrmittel die Wirkungsweise von Kräften beobachten und einfache Experimente durchführen
Stoffe und ihre Veränderungen
– Kenntnisse über Stoffe und ihre Veränderungen erwerben Ausgehend von Gegenständen aus der Umwelt des Kindes einige Stoffe benennen und besprechen (zB Glas, Holz, Metall, Wolle, Gummi, Kunststoff; Luft, Wasser, Öl) und dabei einige ihrer Eigenschaften festste!Ien (zB rauh, hart, flüssig) Zweckmäßigkeit der Verwendung bestimmter Stoffe besprechen Veränderungen (flüssig, fest) einiger Stoffe (zB Wasser, Butter, Wachs) kennenlernen
– Spezifische Arbeitsweisen kennenlernen Einige stoffliche Eigenschaften bewußt wahrnehmen (zB Tasten, Riechen) Erstes Experimentieren: Durch Hantieren und Erproben die stoffliche Beschaffenheit von Gegenständen untersuchen Diese Gegenstände nach ihren Eigenschaften und der Beschaffenheit vergleichen, ordnen und zuordnen
– Sachgemäßes und verantwortungsbewußtes Handeln im Umgang mit Stoffen entwickeln Die Gefährlichkeit bestimmter Stoffe (Medikamente, Reinigungsmittel, Schädlingsbekämpfungsmitte!) kennen und richtiges Verhalten besprechen; den Umgang mit den als gefährlich gekennzeichneten Stoffen vermeiden Sachgemäßes und umweltgerechtes Handeln beim Gebrauch bestimmter Stoffe erlernen

Grundstufe II

Erfahrungs- und Lernbereich

Gemeinschaft

Das Zusammenleben in der Schule verstehen und mitgestalten Gemeinsame Aktivitäten als sinnvolle und fruchtbare Form des Zusammenlebens und Zusammenlernens erfahren Rechte und Pflichten in der Klasse kennen und wahrnehmen, dabei die Bedeutung von Klassen- und Schulregeln für das Zusammenleben erkennen, Rituale und Regeln finden, akzeptieren und anwenden Gemeinsame Erlebnisse vorbereiten und gestalten (zB Feste, Feiern, Ausstellungen, Schulveranstaltungen) Aufgaben im Rahmen der Klassen- bzw. Schulgemeinschaft erkennen und übernehmen, Möglichkeiten der Mitgestaltung wahrnehmen An demokratischen Entscheidungen in der Klasse (im Schulleben) mitwirken Aktuelle Konflikte im Zusammenleben lösungsorientiert bearbeiten (nach Ursachen suchen, Lösungen finden)
Die Vielfalt des Zusammenlebens in Gemeinschaften außerhalb der Schule kennen lernen und mitgestalten Über „Familie“ als Lebensgemeinschaft sprechen Verschiedene Formen der Lebensgemeinschaft „Familie“ besprechen Von anderen Gemeinschaften (zB Spiel-, Sport-, Hobbygruppen) berichten, Verständnis für deren Aufgaben und die verschiedenen Rollen ihrer Mitglieder anbahnen Besondere Situationen des Gemeinschaftslebens wahrnehmen (zB die Hilfsbedürftigkeit anderer erkennen, evt. sich an Hilfsaktionen beteiligen; sich in Konfliktsituationen angemessen verhalten) Soziale Alltagskonflikte im Rollenspiel darstellen, Lösungsmöglichkeiten erproben und in einfacher Form zu bewerten versuchen Möglichkeiten der Gestaltung von Festen und Feiern kennen lernen – in Familie und Verwandtschaft – in Heimat- bzw. Urlaubsregionen der Schülerinnen und Schüler – allenfalls in Regionen europäischer Partnerschulen Über örtliches Brauchtum sprechen (zB Wohnort, Urlaubsregion)
Sich selbst und andere verstehen Ausgewählte Erfahrungen mit anderen Menschen bewusst machen und besprechen Verschiedenheit von Menschen erkennen und Anderssein verstehen und respektieren Sich eigener Neigungen, Fähigkeiten und Schwächen bewusst werden Eigene Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse sowie die anderer (zB Freude, Angst, Zuneigung, Einsamkeit) wahrnehmen und Möglichkeiten finden, damit umzugehen Kindliche Wahrnehmungen und Erlebnisse (wie Schwangerschaft, Geburt, Partnerschaft, Nacktsein) sowie die damit verbundenen Gefühle und sozialen Erlebnisse besprechen und reflektieren Konflikte aus dem Verständnis für andere bewältigen lernen, mit Konflikten leben können Gegenüber Sexualtätern schützende und rettende Verhaltensweisen kennen lernen Nachdenken darüber, wie sich Menschen in bestimmten Rollen oder Situationen (zu) verhalten (haben); Vorstellungen über verantwortungsbewusstes Handeln entwickeln
Verständnis für kulturelle Vielfalt entwickeln Sprachliche und kulturelle Vielfalt wahrnehmen Unterschiedliche Lebensweisen, Traditionen und Wertorientierungen respektieren Einfluss verschiedener Kulturen auf den eigenen Lebensbereich wahrnehmen (Feste, Bräuche, …) Sich eigener Fremdheitserfahrungen bewusst machen Alltagsprobleme bei Menschen mit unterschiedlichen Lebens- und Verhaltensweisen besprechen (wechselseitige Toleranz bzw. Akzeptanz)
Öffentliche Einrichtungen, Verwaltungs- und Gemeinschaftseinrichtungen kennen lernen Einblicke, Verständnis und elementares Wissen gewinnen über: – Einrichtungen und Organe der öffentlichen Ordnung und Sicherheit (zB Feuerwehr, Polizei, Rettung) – Öffentliche Dienstleistungsbetriebe (zB Post, Bahn) Sich in einem öffentlichen Amt orientieren lernen (zB Gemeindeamt) und dabei Aufgaben und Organisation der Organe von Gemeinde und Bezirk kennen lernen (zB Bürgermeister, Gemeinderat, Bezirkshauptmann) Die wichtigsten Ämter im Staat kennen Allenfalls Gleichheit und Unterschiede solcher Einrichtungen in einigen den Kindern bekannten europäischen Regionen besprechen
Informationen über (ausgewählte) sozial bedeutsame Ereignisse und Einrichtungen selbstständig ermitteln Medien als Informationsquelle nutzen Gestaltung und Wirkung von Informationen vergleichen und bewerten
Überlegungen über den eigenen Bildungsweg anstellen lernen Informationen über weiterführende Schulen sammeln Angebotene Kontakte („Schnupperstunden“) wahrnehmen, Tage der offenen Tür nutzen

Erfahrungs- und Lernbereich

Natur

Lebensvorgänge und biologische sowie ökologische Zusammenhänge
– Begegnung mit der Natur, dabei spezifische Arbeitstechniken und Fertigkeiten erweitern, festigen und bewusst anwenden In der unmittelbaren Auseinandersetzung mit der Natur die bisher erlernten Arbeitstechniken wie Untersuchen, Beobachten, Betrachten erweitern, festigen und bewusst anwenden
– bei Tieren bestimmte Verhaltensweisen beobachten und verstehen – einfache Experimente (gemeinsam) planen, durchführen und auswerten – Pflanzen unter verschiedenen Lebensbedingungen aufziehen, zB Knospenzweige zum Blühen bringen
– Einsichten über Lebensvorgänge und biologische Zusammenhänge verstehen Einige Entwicklungsvorgänge bei Pflanzen (zB Samen – Keimling – Pflanze; Blüte – Frucht – Samen) und Tieren (zB Laich – Kaulquappe – Frosch) erfassen Einige Aufgaben einzelner Pflanzenteile erfassen (zB Wurzel zur Verankerung, Nahrungsaufnahme, Nahrungsspeicherung, Vermehrung; Stängel als Saftleiter) Die Einsicht in Entwicklungsvorgänge am Beispiel Ei – Larve – Puppe – Insekt erweitern
– Erste Einsichten in einfache ökologische Zusammenhänge gewinnen Einsichten in Zusammenhänge innerhalb einzelner Lebensräume gewinnen Veränderungen in der Pflanzen- und Tierwelt (zB Laubfall, Frühblüher; Überwinterung der Tiere) erkennen Einrichtungen für bestimmte Lebensweisen bzw. Lebensräume (zB Tiere als Wasserbewohner, Waldbewohner, Tiere als Springer, Flieger; Bodenbeschaffenheit – Wurzellänge) verstehen – Pflanzengesellschaften (Stockwerkbau des Mischwaldes, …) – Wechselbeziehung zwischen Pflanzen und Tieren (Wiese, Hecke, ...) – Störung von natürlichen und naturnahen Lebensräumen durch den Menschen (zB Trockenlegung von Feuchtgebieten, Verschmutzung von Gewässern, Einsatz von Unkraut- und Schädlingsbekämpfungsmitteln) – Möglichkeiten verbesserter Lebensbedingungen für Tiere (zB Nistgelegenheiten; Naturwiese; Tümpel) – Wachstum von Pflanzen (zB Düngung – Überdüngung; Verschmutzung des Gießwassers mit Öl, Waschmitteln, Salz; Änderung der Bodendichte)
Formenvielfalt in der Natur
– Begegnung mit der Natur, dabei spezifische Arbeitsweisen und Fertigkeiten erweitern und bewusst anwenden Die bisher erlernten Arbeitsweisen (Sammeln, Suchen, Betrachten und Benennen; Ordnen, Vergleichen und Zuordnen nach gemeinsamen Formen und Merkmalen) vertiefen, erweitern und selbst anwenden: Anlegen einfachster Sammlungen (zB Herbarium); begonnene Sammlungen erweitern und an der Gestaltung von Ausstellungen mitwirken (zB Blätter-, Früchte-, Rinden-, Steine, Federsammlungen) Naturobjekte durch Vergleichen von Objekt und Bild (Vorgänge zur Tier- und Pflanzenbestimmung) bestimmen Altersgemäße Bestimmungsbücher gebrauchen lernen
– Formenkenntnis über Pflanzen und Tiere erweitern und festigen Ausgewählte Pflanzen und Tiere der näheren und allmählich auch der weiteren Umgebung kennen und benennen; auch einige geschützte Pflanzen und Tiere Das Wissen über den Bau von Pflanzen und Tieren erweitern: einige Blattformen; Merkmale von Säugetieren, Vogel, Fisch, Insekten Durch Auffinden gemeinsamer Merkmale Tier- und Pflanzengruppen bilden (Anbahnen eines biologischen Ordnungsverständnisses) Weitere Ordnungsgesichtspunkte über Pflanzen und Tiere gewinnen im Hinblick auf: – jahreszeitliche Gegebenheiten (Frühblüher, Herbstfrüchte; Wintergäste, Tierspuren, ...) – Nutzbarkeit (Nutzpflanzen; Haustiere, ...) – Lebensräume (zB Wasser, Wald) – Entwicklungsstufen (zB Zweige im Knospenzustand; Jungtiere)
Verantwortungsbewusstes Verhalten gegenüber der Natur Aus der Einsicht in biologische Zusammenhänge die Nutzung der Natur und deren Auswirkungen erkennen und bewerten lernen, möglichst an einfachen Beispielen der unmittelbaren Umgebung der Schülerinnen und Schüler
– Verständnis über die ökologischen Auswirkungen menschlichen Handelns gewinnen – dabei die Erkenntnis gewinnen, dass der Mensch die Natur behutsam nutzen, sie aber auch stören und zerstören kann (Probleme identifizieren: Abfall, Luft- und Wasserverschmutzung) – die Notwendigkeit von Gesetzen und Maßnahmen zur Erhaltung der Natur verstehen (zB Pflanzen- und Tierschutz, Schutzgebiete)
– Sich umweltgerecht verhalten Auswirkungen des eigenen Verhaltens auf Natur und Umwelt erfassen und Folgen von Fehlverhalten (zB Verschmutzen, Lärmen, Verbrauchen von Energie) abschätzen und aus diesem Verständnis entsprechend handeln Aus dem Wissen um die hohe Verantwortung jedes Einzelnen der Natur und Umwelt gegenüber selbst zu umweltbewusstem Verhalten gelangen
Der Mensch: Körper und Gesundheit
Kenntnisse über den menschlichen Körper erweitern und vertiefen Aufgaben und Leistungen einzelner Körperteile und ausgewählter äußerer (zB Ohr, Auge) sowie innerer Organe (zB Herz, Magen) kennen lernen Das Zusammenwirken mehrerer Körperteile und Organe an einfachen Beispielen erfassen (zB Auge – Hand – Koordination) Zusammenhänge zwischen einzelnen Körperteilen und Organen und dem ganzen Körper (zB kranke Zähne – kranker Magen – einseitige Ernährung) kennen (zB Möglichkeiten der Gesunderhaltung formulieren und begründen)
Die Bedeutung gesunder Lebensführung erkennen. Gesundheitsbewusstes Verhalten an einigen Beispielen (Körperpflege, Ernährung; Kleidung, …) anbahnen
Die Bedeutung aktiver Erholung bzw. ausgleichender Bewegung erkennen Bewegungserfahrungen besprechen
Bewegung und Entspannung für das eigene Wohlbefinden im Alltag bewusst machen
Einfachste Erste-Hilfe-Maßnahmen kennen lernen Unfallverhütung
Sachgerechtes Versorgen leichter Verletzungen
Lebensrettende Sofortmaßnahmen (zB Absichern der Gefahrenzone; Notruf; stabile Seitenlage)
Elementares Wissen und eine positive Einstellung zur menschlichen Sexualität anbahnen Über Bereiche menschlicher Fortpflanzung grundlegendes Wissen erwerben und allmählich erweitern (zB Entstehung menschlichen Lebens, Schwangerschaft, Geburt, Bedürfnisse des Säuglings) Liebe und Partnerschaft auch als wichtige Grundlagen menschlicher Sexualität verstehen Im Zusammenwirken mit den Eltern (Erziehungsberechtigten) auf die bevorstehenden geschlechtsspezifischen Entwicklungen vorbereiten

Erfahrungs- und Lernbereich

Raum

Sich im Raum orientieren Erkundungs- und Orientierungsübungen durchführen Hilfen zur Orientierung im Raum kennen und anwenden Die Wirklichkeit modellhaft darstellen Im örtlichen Bereich und in der näheren Umgebung durch Erkundungsübungen (insbesondere bei Lehrausgängen) die Orientierungsfähigkeit erweitern, – Bezeichnungen für Geländeformen und Arten der Gewässer verwenden – den Verlauf von Wegen und die Landschaftsformen feststellen und beschreiben – öffentliche Einrichtungen, Verkehrsnetz, Lage der Geschäfte etc. besprechen Orientierungsübungen an verschiedenen Darstellungen – modellhaft: Umgebung der Schule, Wohnviertel, Ortskern mit einfachen Mitteln (zB Bausteine, Spielzeug, Zündholzschachteln) oder im Sandkasten darstellen – anhand von Abbildungen (zB Landschaftsfoto, Flugbild, Gemälde, Wandskizze) Landschaft und Siedlung der näheren Umgebung (zB Tal, Bezirk, Stadtteil) besprechen – Skizzen und Pläne selbst herstellen und zur Orientierung nützen Himmelsrichtungen durch den Sonnenstand beschreiben Einfache Orientierungsübungen mit dem Kompass Die Lage bedeutsamer Orientierungspunkte (zB Gebäude, Berg) durch Angabe der Himmelsrichtung beschreiben Ausgehend vom Modell (zB Klasse, Wohnung; hergestellt in Verbindung mit dem technischen Werken) Grundrisse herstellen, vorgegebene Grundrissdarstellungen interpretieren und dabei des Verständnis für Verebnung und Verkleinerungen in geographischen Darstellungen anbahnen Einfache Situationsskizzen anfertigen, die zB den Verlauf des eigenen Schulweges angeben, und mit einem Plan des Heimatortes vergleichen – Sich auf vorgelegten Ortsplänen grob orientieren (zB über Gebäude, Wege und Richtungen Auskunft geben)
Pläne und Karten als geografische Darstellungsformen kennen und als Orientierungshilfen verwenden Auf der Grundlage anschaulicher Erfahrungen die Landschaftsdarstellung auf einfachen Karten erarbeiten – Maßstab, Verkleinerung – Höhendarstellung Übungen im Umgang mit Karten: – Kartenzeichen kennen lernen – Die Karte mit Hilfe des Kompasses ausrichten (Einorden) – Verschiedene Karten lesen (zB Wanderkarte, Landkarte, Straßenkarte) – mit Hilfe von Landkarten Einsichten in das eigene Bundesland erweitern
Räume erschließen, dabei grundlegende geographische Einsichten und Informationen gewinnen Kenntnisse über wichtige Bauwerke, Sehenswürdigkeiten, regionalen Besonderheiten etc. des Wohnortes/des Wohnbezirkes erwerben – Übersichten über die Lage einzelner Landschaften erarbeiten (Orte, Flüsse, Gebirge, Verkehrswege) und dabei Verständnis für Zusammenhänge anbahnen (zB Landschaft, Siedlung, Wirtschaft) – Das Beziehungs- und Wirkungsgefüge von Mensch und Landschaft an einem Beispiel (zentrale Lage – Verkehrsknoten – Industrie, schöne Landschaft – Fremdenverkehrszentrum) verstehen lernen – Übersicht über das eigene Bundesland gewinnen (beispielhaft über Verkehrswege, politische Bezirke, Wirtschaft und Kultur sprechen) Einen ersten Überblick über Österreich gewinnen Aspekte des Eingebundenseins in die Gemeinschaft Europas und der Welt diskutieren: Durch den Bezug zum eigenen Erlebten eine vorurteilsfreie Annäherung an fremde Kulturen schaffen

Erfahrungs- und Lernbereich

Zeit

Veränderungen in der engeren und erweiterten Umwelt im Ablauf der Zeit erschließen und deuten – Veränderungen im Leben von Menschen (zB Kindheit der Eltern, der Großeltern und davor) beobachten und an altersgemäß verständlichen Entwicklungsreihen feststellen (zB Wohnung, Bekleidung, Verkehr) – Einblick in Veränderungen von Umwelt und Gesellschaft anhand ausgewählter Beispiele (zB Besiedlung, Feste, Brauchtum) gewinnen
Erste Einsichten für Veränderungen durch fachspezifische Arbeitstechniken gewinnen – Beobachten und Erkunden – Sammeln und Vergleichen von Bildern und Quellen (zB Chroniken, Erzählungen, Sagen und Bilddokumente) – Museumsbesuche, Lehrausgänge (zB historische Stätten) – Befragungen (zB Fachleute, Zeitzeuginnen, Zeitzeugen)
Durch ausgewählte Bilder und andere Quellen aus der Geschichte und Kultur der Heimat einen ersten historischen Überblick gewinnen Die Vergangenheit des Wohnortes an einigen anschaulichen Beispielen erschließen, erste Kenntnisse aus der frühen lokalen und regionalen Geschichte gewinnen Vergangenes (zB im Bundesland, in Österreich, in Europa) an einfachen Beispielen historischer Zeitbilder kennen lernen, einige zeitlich einordnen (zB Anlegen eines Zeitstreifens) und gegebenenfalls eine Beziehung zur Gegenwart herstellen Beispiele aus dem Kulturschaffen des Landes kennen lernen
Verständnis für Zukünftiges anbahnen Zukünftiges allmählich strukturieren und einteilen lernen (zB Eintragen von Terminen, Planen und Einteilen von Zeiträumen) Die mögliche Unsicherheit zukünftiger Ereignisse bewusst machen (zB Überraschungen, Wetter, Spielverläufe) und damit den Gedanken der Vorsorge anbahnen.

Erfahrungs- und Lernbereich

Wirtschaft

Das Verständnis für Bereiche des Versorgtwerdens, Versorgens und Vorsorgens erweitern und vertiefen Eigene wirtschaftliche Bedürfnisse erkennen und einschätzen lernen, Möglichkeiten ihrer Erfüllung besprechen und verstehen, dass nicht allen Wünschen entsprochen werden kann An ausgewählten Beispielen die Bedeutung erkennen, dass nicht alle Waren im Inland erzeugt werden (Einfuhr-Ausfuhr) Erste Kenntnisse über die wirtschaftliche Versorgung größerer Gemeinschaften erwerben (Transport, Handel, Energie)
Kenntnisse über Arbeit, Beruf, Verdienst und Geld gewinnen Die persönliche und wirtschaftliche Bedeutung von Arbeit, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit erkennen Erste Einsichten über Arbeitsbedingungen (zB Arbeitsstätten, Arbeitszeit, Entlohnung) und deren mögliche Auswirkungen auf die Lebensgestaltung gewinnen Verschiedene Berufe besprechen und erkennen, dass sie unterschiedliche Ausbildung erfordern
Einsicht in wirtschaftliche Zusammenhänge und dementsprechend eigenverantwortliches Handeln anbahnen An leicht überschaubaren Beispielen aus dem täglichen Leben den wirtschaftlichen Zusammenhang der Erzeugung, Verteilung und des Verbrauchs von Waren erkennen An einfachen Beispielen Zusammenhänge zwischen Wirtschaft und Umwelt erkennen Die wirtschaftliche Bedeutung der Freizeitgestaltung kennen (Freizeiteinrichtungen; Freizeitaktivitäten; Urlaub, Reisen, …) Bedeutung der Werbung kennen lernen – Werbung (Werbesendungen, Plakate, Slogans, …) – Einfluss auf das Kaufverhalten – Modetrend bzw. Marken Ein erstes Verständnis für Risikoverhalten anbahnen (zB borgen, gewinnen, verlieren) Mit Geld richtig umgehen lernen – über den Sinn des Sparens sprechen – Kosten abschätzen (zB Handyrechnung, Internet)

Erfahrungs- und Lernbereich

Technik

Technische Gegebenheiten in der Umwelt des Kindes

– Kenntnisse über technische Gegebenheiten in der Umwelt des Kindes erwerben Im Zusammenhang mit dem technischen Werken an konkreten Beispielen die Funktion von Werkzeugen, Geräten und einfachen Maschinen kennen lernen, erproben und verstehen (zB Technikspielzeug, Fahrrad) An einem Beispiel aus der Umwelt eine aus mehreren Teilen zusammengesetzte technische Einrichtung kennen lernen (zB Wasserversorgung, Wasserentsorgung, Heizungsanlage); wesentliche Teile und deren Funktion erkennen (zB Wasserbehälter, Wasserleitung, Abwasserkanal)
Spezifische Arbeitstechniken anwenden; Experimentieren Im Zusammenhang mit dem technischen Werken werden im sachgemäßen Umgang mit Materialien und Werkzeugen, grundlegende Fertigkeiten erworben Einsicht in technische Gegebenheiten durch fachspezifische Arbeitsweisen (zB gezieltes Beobachten, Beschreiben und Ordnen nach Eigenschaften, Merkmalen und Funktionen) gewinnen Durch probierendes und konstruierendes Tun sollen neben elementaren Handlungserfahrungen und grundlegenden Einsichten auch Arbeitsweisen des Experimentierens erworben werden Zur Gewinnung und Vertiefung von Kenntnissen über den elektrischen Strom (Stromkreis, Leiter, Isolator) nur im Kleinstspannungsbereich (bis maximal 24 Volt) experimentieren, dabei auf die Lebensgefährlichkeit der Netz- und Hochspannung ausdrücklich hinweisen
– Sachgemäßes und verantwortungs-bewusstes Handeln beim Gebrauch der Technik vertiefen Sachgemäßen Umgang mit Werkzeugen lernen; dabei wichtige Fertigkeiten einüben und Vorsichtsmaßnahmen beachten Aus der Einsicht in die Gefährlichkeit von Materialien, Geräten und elektrischem Strom vorsichtig handeln Vorsichtsregeln zur Vermeidung von Unfällen verstehen und einhalten

Kräfte und Wirkungen

– Kenntnisse über Kräfte und ihre Wirkungen erwerben Die Wirkung der Magnetkraft (auf Metalle, zwischen Magneten; Kompassnadel) erproben, beobachten und als Gesetzmäßigkeit erkennen Einige Auswirkungen von Wärme kennen lernen: – Wärmeausbreitung in unterschiedlichen Stoffen gezeigt an Alltagsbeispielen (Topfgriffe, Kühltasche, …) – Ausdehnung von Stoffen (zB gezeigt am Beispiel des Thermometers) – Wettererscheinungen (zB Gewitter, Nebel, Sturm), dabei auch besondere Gefahrenquellen kennen und beachten Die Wirkungsweise verschiedener Kräfte kennen – Gewicht als Kraft (Verformung durch Belasten) – Auftrieb, Schwimmen, Sinken
Spezifische Arbeitstechniken anwenden Experimente mit Magneten durchführen Langzeitbeobachtungen (des Wetters) durchführen und Tabellen anlegen Vergleichen und Messen von Kräften (zB Tauziehen; Federwaage) Experimente durchführen (zB Schwimm- und Sinkversuche, Rutsch- und Gleitversuche)

Stoffe und ihre Veränderungen

– Kenntnisse über Stoffe und ihre Veränderungen erwerben Die Erscheinungsformen verschiedener Stoffe kennen und benennen (fest, flüssig, gasförmig) Die Bedingungen für die Zustandsänderungen des Wassers kennen lernen (zB Erhitzen, Abkühlen) Wasserlösliche (zB Salz, Zucker, Seife, bestimmte Farben) und nichtwasserlösliche Stoffe (zB Öl, Sand, Erde) unterscheiden Gewinnung und Nutzung von Bodenschätzen an einem Beispiel unter Beachtung regionaler Gegebenheiten besprechen Luft als bedeutsamen Stoff (zB Atmung, Verbrennung) kennen Umweltbelastende Stoffe (zB Abgase, Kunststoffe, Waschmittel) und Verfahrensweisen zu deren Beseitigung kennen lernen
– Spezifische Arbeitstechniken anwenden: – Beobachten – Schmelzen von Eis, Gefrieren von Wasser, Verfärben bei Erwärmung, Verdunsten – Klassifizieren – Ordnen und Zuordnen nach bestimmten Gesichtspunkten – nach Eigenschaften, zB schwimmt – schwimmt nicht, magnetisch – nicht magnetisch – nach Veränderungen, zB wird größer, wird fest; wird leichter – Experimentieren – Experimente und einfache Versuchsreihen durchführen zB mit Wasser: Verdunsten, Verdampfen, Gefrieren, Schmelzen; Reinigen des Wassers durch Filtern, Mischen und Trennen von Stoffen Einfache Versuche an Beispielen der Verbrennung oder der Verrottung – Dokumentieren – Beschreiben beobachteter Vorgänge (zB Schmelzen: Eis, Fett; Auflösen in Wasser: Salz, Zucker, Dicksaft) und Ergebnisse von Experimenten in geeigneter Weise (zB Tabellen, Wetterkarten; Protokollieren) festhalten
– Im Umgang mit Stoffen sachgemäß und verantwortungsbewusst handeln Die Kennzeichnung gefährlicher Stoffe (zB Beipackzettel) kennen und den Umgang mit als gefährlich gekennzeichneten Stoffen vermeiden Die Gefahren der Wasserverschmutzung kennen und sich um die Reinhaltung des Wassers bemühen Zur Sammlung wiederverwertbarer Stoffe (Gegenstände) beitragen Umweltgerechtes Handeln bei der Anschaffung, beim Gebrauch und bei der Beseitigung bestimmter Stoffe erlernen Möglichkeiten zur Beseitigung und Wiederverwertung von Stoffen kennen lernen“

Didaktische Grundsätze:

Die Aufgliederung des Sachunterrichts in sechs Erfahrungs- und Lernbereiche ist für die Planung und die Gestaltung der täglichen Unterrichtsarbeit nicht das primär strukturierende Prinzip. Vielmehr ist sicherzustellen, dass über die allgemeinen didaktischen Grundsätze hinaus Lernprozesse in konkreten Erlebnis-, Handlungs- und Sachzusammenhängen ermöglicht werden. Es sind daher solche Themenbereiche aufzugreifen, die bereichs- und fachübergreifendes Lernen zulassen (zB Wohnen, Arbeiten, sicher versorgen, die Umwelt gestalten), dabei können auch erste Einblicke über die Grenzen Österreichs hinaus gemacht werden. Bei der didaktischen Umsetzung der „europäischen Dimension“ im Unterricht geht es vor allem um das Entwickeln von Einstellungen, Haltungen und Orientierungen. Auf der Grundstufe II wird sich der Unterricht in größerem Ausmaß an der Eigengesetzlichkeit der einzelnen Erfahrungs- und Lernbereiche orientieren können.

Erfahrungs- und Lernbereich Gemeinschaft

Lernen in diesem Bereich erfordert besondere didaktische Maßnahmen und Bedingungen und ist nicht selten auf langfristige Prozesse angewiesen; auch Umwege können positive Elemente dieses Lernens sein. Als Voraussetzung bedarf solches Lernen besonders der emotionellen Betroffenheit aller Beteiligten. Darüber hinaus ist es angewiesen auf eine Atmosphäre gegenseitigen Vertrauens und gegenseitiger Toleranz. Die Lehrerin bzw. der Lehrer sollte den Kindern Vorbild in demokratischer Haltung und wertschätzendem Umgang sein. Diskretion, Taktgefühl und Behutsamkeit sind vor allem im Bereich der Sexualerziehung angebracht.

Als wichtige Rahmenbedingungen sind gerade in diesem Erfahrungs- und Lernbereich die Formen kooperativen Lernens und ein pädagogisches Klima, in dem sich alle wohl fühlen können, anzusehen.

Dafür steht eine Vielfalt methodischer Möglichkeiten zur Verfügung:

– das Aufgreifen realer sozialer Begebenheiten und Situationen;

– die verbale Darstellung und Verarbeitung sozialer Ereignisse und Probleme in unterschiedlichen Gesprächssituationen;

– Verbalisieren von Gefühlen, Einstellungen und Meinungen;

– das Verdeutlichen sozialer Erscheinungen und Abläufe sowie von Gefühlen durch Darstellen und Bearbeiten in verschiedenen Spielformen;

– das Einholen und Verarbeiten von Informationen über sich selbst und andere;

– soziale Situationen erfahrbar machen und für sie verschiedene Lösungsmöglichkeiten suchen (zB Bild- und Textvorgaben);

– die vielfältigen Möglichkeiten des Schullebens für Begegnungen, soziales Planen, Entscheiden und Handeln nützen (zB klassenübergreifende Aktionen, Patenschaften, Einbeziehung der Eltern);

– das Planen und Durchführen sozialer Vorhaben.

Erfahrungs- und Lernbereich Natur

Die didaktischen Überlegungen für den Lernbereich Natur müssen sich auf die Tatsache stützen, dass das Grundschulkind (bei der Auseinandersetzung mit der Umwelt) besonderes Interesse an der Natur zeigt. Eine wichtige Voraussetzung für Lernmotivation und guten Unterricht ist es, wenn die direkte Begegnung mit der Natur ermöglicht werden kann. Ergänzend dazu wird es notwendig sein, nicht unmittelbare Abläufe und Gegebenheiten den Kindern durch geeignete Medien anschaulich zu vermitteln. Der Unterricht hat solchen didaktischen Konzepten zu folgen, die im Kind den Wunsch zum Entdecken und Erforschen der Natur verstärken. Die Schülerin bzw. der Schüler soll in den Gebrauch altersgemäßer Informationsquellen, wie zB Bestimmungsbücher eingeführt werden.

Durch Vernetzung des Lernbereiches Natur mit den anderen Bereichen des Sachunterrichts wird die Vertiefung verantwortungsvollen und umweltgerechten Verhaltens angestrebt.

Erfahrungs- und Lernbereich Raum

Im Erfahrungs- und Lernbereich Raum werden erste Einblicke in nahe und weiter entfernte Bezugsräume ermöglicht. Dabei ist darauf zu achten, dass es um erste Einsichten, sowie das Erkennen von Zusammenhängen geht und nicht um vordergründiges, abfragbares Begriffswissen. Bei der Auswahl der Lerninhalte steht die Lebens- und Erfahrungswelt der Kinder im Vordergrund und nicht die Systematik.

Ausgehend davon, dass sich die Kinder bereits in ihrer unmittelbaren Umgebung zurechtfinden können, soll diese Orientierungsfähigkeit erweitert und ausgebaut werden (zB durch Orientierungsspiele und kindgemäße Übungen).

Beispiele aus der Umgebung der Kinder bilden die Grundlage für das Erkennen und Verstehen von Zusammenhängen zwischen landschaftlichen, kulturellen, wirtschaftlichen und verkehrstechnischen Gegebenheiten.

Folgende methodische Möglichkeiten bieten sich an:

– bewusste Betrachtung landschaftlicher Geländeformen und Vergleichen mit der Wirklichkeit und realistischen Abbildungen zB Fotos, Zeichnungen, Bildkarten, Prospekte;

– Darstellen, Beschreiben der geographischen Umwelt des Wohnortes, des Schulortes, der Gemeinde, des politischen Bezirkes und des Bundeslandes;

– Sammeln von Anschauungsmaterial zur Illustration und Festigung;

– Einsatz von Modellen und einfachen Skizzen;

– Orientierungshilfen: zB in der Natur; Kompass, Plan, Karte.

Erfahrungs- und Lernbereich Zeit

Schulanfängerinnen und Schulanfängern ist die Orientierung in zeitlichen Dimensionen nur in erlebnismäßig erfassbarem Ausmaß möglich; das Orientierungsvermögen muss daher durch entsprechende Hilfeleistung zunehmend ausgebaut und begrifflich erfassbar gemacht werden, indem Ereignisse, Personen, Gegenstände, zu denen die Schülerin bzw. der Schüler Beziehungen herstellen kann, in den Unterricht einbezogen werden.

An bedeutsamen Zeitbildern aus der Erlebnis- und Erfahrungswelt der Schülerinnen und Schüler soll der historische Raum zunehmend erfasst werden.

Als Lern- und Arbeitsformen bieten sich an:

– Sammeln, Ordnen und Vergleichen von Informationen unter historisch–kulturellem Aspekt;

– Erkunden und Erkennen von Veränderungen der Umwelt der Schülerin bzw. des Schülers und ihrer bzw. seiner Bezugspersonen durch Beschreiben, Darstellen (Rollenspiel), Vergleichen, zeitliches Zuordnen (Entwicklungsreihen);

– Begegnung mit Zeitzeugen; anderen Quellen der Vergangenheit;

– andere Quellen der Vergangenheit.

Erfahrungs- und Lernbereich Wirtschaft

Elementares wirtschaftskundliches Lernen erfolgt primär in der unmittelbaren Begegnung und Auseinandersetzung mit jenen Ausschnitten und Zusammenhängen der Wirtschaft, denen die Schülerinnen bzw. Schüler in ihrem täglichen Leben begegnen.

Darüber hinaus sind immer wieder Erfahrungen aufzugreifen, die das Kind aus seiner eigenen wirtschaftlichen Situation gewonnen hat.

Folgende Vorgehensweisen bieten sich an:

– der wirtschaftskundlich akzentuierte Lehrausgang; das Auswerten von Erkundungs- und Beobachtungsaufgaben; das Befragen von Personen, die von ihren eigenen wirtschaftlichen Erfahrungen berichten können (zB Eltern, Expertinnen und Experten);

– das Arrangieren von Lernsituationen mit Hilfe originaler Materialien aus dem Bereich Wirtschaft (Lebensmittel, Kleidung, Verpackungsmaterial, Werbemittel, Werkzeuge und dergleichen) sowie mit einschlägigem didaktischem Material;

– durch Erarbeiten bzw. Klären grundlegender Begriffe aus dem Wirtschaftsleben Tatsachen und Zusammenhänge besser verständlich machen;

– Abläufe wirtschaftlichen Handelns in spielerischer Form durchschaubar machen;

– angemessene Verhaltensweisen in Geschäften und Betrieben (zB Einkaufen, Reklamieren, Werbeangebot, Preis- und Qualitätsauszeichnungen) besprechen

Erfahrungs- und Lernbereich Technik

Die didaktischen Überlegungen für den Lernbereich Technik müssen von der Tatsache ausgehen, dass das Interesse des Grundschulkindes sehr stark auf naturwissenschaftliche Sachverhalte seiner Umwelt ausgerichtet ist.

In der unmittelbaren Begegnung mit der Wirklichkeit soll dem Kind handlungsorientiertes und entdeckendes Lernen ermöglicht werden. Dabei spielt das freie und angeleitete Experimentieren eine zentrale Rolle. Hier bietet sich Kindern die Gelegenheit, von ihren Alltagsvorstellungen zu sachlich fundierten Kenntnissen zu gelangen.

– Sachtexte und Sachzeichnungen sollen das experimentierende Arbeiten begleiten;

– Schülerversuche integrieren sämtliche fachspezifische Arbeitsweisen und fördern Lernbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein und Kooperationsfähigkeit;

Durch Vernetzung des Lernbereiches Technik mit den anderen Bereichen des Sachunterrichts wird die Vertiefung verantwortungsvollen und umweltgerechten Verhaltens angestrebt;

Darüber hinaus sind die Querverbindungen zum Unterrichtsgegenstand Technisches Werken wahrzunehmen und Überschneidungen zu vermeiden.

Deutsch, Lesen, Schreiben

Bildungs- und Lehraufgabe:

Der Deutschunterricht hat die Aufgabe, die Schüler – unter Berücksichtigung der individuellen Lernvoraussetzungen – in ihrer Bereitschaft und Fähigkeit zu zwischenmenschlicher Verständigung im mündlichen und schriftlichen Bereich durch Lernen mit und über Sprache zu fördern.

Im einzelnen geht es darum,

– die individuelle Sprache des Kindes zur Standardsprache zu erweitern;

– den richtigen Sprachgebrauch im mündlichen und schriftlichen Bereich zu üben und zu festigen;

– zum Lesen und zur Auseinandersetzung mit dem Gelesenen anzuregen;

– einen kreativen Sprachgebrauch zu ermöglichen und zu fördern;

– einige Grundeinsichten in Funktion und Struktur unserer Sprache gewinnen zu lassen;

– einfache Arbeits- und Lerntechniken zu vermitteln, die in zunehmendem Maße zu selbständigem Bildungserwerb befähigen.

Der Unterrichtsgegenstand Deutsch gliedert sich in folgende Teilbereiche:

– Sprechen

– Lesen

– Schreiben

– Verfassen von Texten

– Rechtschreiben

– Sprachbetrachtung.

Diese Aufgliederung in Teilbereiche verdeutlicht Sachstrukturen und die stoffliche Linienführung des Lehrplans, soll aber keinesfalls einer sinnvollen Vernetzung von Lernbereichen entgegenstehen, und ermöglicht daher dem Lehrer einen kindgemäßen und sachgerechten Unterricht.

Sprechen:

Abs. 5 aufgehoben

Sprechen ist einer der wichtigsten Teilbereiche des Deutschunterrichts, gliedert sich in fünf Aufgabenfelder und umfaßt grundlegende und langfristige Ziele. Wesentliche Aufgabe des Teilbereiches Sprechen ist es, die Bereitschaft und Fähigkeit der Schüler zur mündlichen Kommunikation allmählich zu erhöhen und sie zu einem möglichst sicheren Gebrauch der Standardsprache zu führen.

Lesen:

Der Leseunterricht auf der Grundstufe I hat die Aufgabe, den Schülern die grundlegende Lesefertigkeit zu vermitteln und damit die Begegnung und Auseinandersetzung mit Texten zu ermöglichen. Zunehmend erfahren die Schüler das Lesen als einen bedeutenden Zugang zu unserer Kultur, insbesondere als ein wesentliches Mittel zur Informationsgewinnung und zur Unterhaltung.

Im Leseunterricht auf der Grundstufe II sollen die Schüler erfahren, daß sie durch Lesen und durch die Auseinandersetzung mit dem Gelesenen über ihre realen Lebenserfahrungen hinaus das Verständnis für sich selbst und für andere vertiefen sowie sich und andere informieren und unterhalten können.

Die vielfältige Begegnung und Auseinandersetzung mit Texten verschiedenster Art dient der Anbahnung der Lesemündigkeit. In diesem Zusammenhang ist auch die Lesefertigkeit der Schüler zu erweitern und zu festigen.

Schreiben:

Aufgabe des Schreibunterrichtes ist es, die Schüler zum Gebrauch grundlegender konventioneller grafischer Zeichensysteme anzuleiten. Dabei sollen sie erfahren, dass Schreiben eine Form der Kommunikation und Dokumentation ist. Es geht aber auch um einfache Möglichkeiten des Layouts sowie um fantasievolles Anwenden von Schrift, Schriftzeichen und Skripturalem. Im Besonderen soll der Schreibunterricht zur sicheren Beherrschung unseres Schriftsystems führen.

Schrift und Typografie (Schreiben):

Schrift und Schriftzeichen sowie einfache Möglichkeiten des Layouts im Alltag Briefe, Einladungen, Plakate, Schülerzeitungen, … herstellen
Schrift und Schriftzeichen als Verständigungsmittel und als Bildelemente … auch Blockschrift und Gemischtantiqua; Buchstaben auch stempeln, schablonieren, ausschneiden, zerschneiden und anders zusammensetzen, aufkleben
Bewusstes Wahrnehmen von Schrift und Schriftzeichen in der engeren Umwelt Plakate, Lichtreklamen, Geschäftsaufschriften, Zeitungsköpfe, Embleme, Fernsehsignets, …
Fantasievolles Anwenden von Schrift, Schriftzeichen und Skripturalem Skripturale Kritzeleien; übernommene, variierte oder frei erfundene Schriftzeichen; unterschiedlichste Materialien und Werkzeuge; ein- und mehrfärbig“

Verfassen von Texten:

Im Teilbereich Verfassen von Texten sollen sich die Schüler auf der Grundlage ihrer Mitteilungsbereitschaft und der erworbenen Fähigkeiten im Sprechen, Schreiben und Rechtschreiben zunehmend selbständig schriftlich äußern, und zwar sowohl ichbezogen, zB über Erlebnisse, Beobachtungen, als auch partnerbezogen, zB Wünsche, Fragen; auf der Grundstufe II auch sachbezogen.

Rechtschreiben:

Aufgabe des Rechtschreibunterrichtes ist es, die Schüler zu normgerechtem Schreiben zu motivieren, grundlegende Rechtschreibkenntnisse zu vermitteln und in der Folge ihr Rechtschreibkönnen kontinuierlich zu erweitern, sie zum Erkennen und Anwenden einfacher Regeln zu führen und ihnen eine möglichst geläufige Nachschlagetechnik zu vermitteln.

Sprachbetrachtung:

Aufgabe der Sprachbetrachtung ist es, allmählich wachsende Einsichten in Funktion und Struktur unserer Sprache zu vermitteln und zunehmend begrifflich zu sichern.

Lehrstoff:

Grundstufe I (1. und 2. Schulstufe)

Sprechen

Als Schwerpunkte innerhalb der einzelnen Aufgabenfelder bis zum Ende der 2. Schulstufe gelten:

beim Erzählen, Mitteilen, Zuhören

– beim Erzählen und Mitteilen anderer bewußt zuhören und sich zu Gehörtem äußern können; beim situationsbezogenen Sprechen

– in verschiedenartigen Situationen sprachlich angemessen handeln; beim Gespräch

– sich in verschiedenen Gesprächsformen beim Sprechen, Hören und Verstehen einander zuwenden;

– einsehen, daß Miteinander Sprechen geregelt werden muß, und daher einfache Gesprächsregeln vereinbaren und beachten;

– in der Schule erworbene Sprechformen und sprachliche Mittel allmählich auch im Gespräch anwenden; bei der Sprachübung (Erweiterung der Sprachfähigkeit)

– den Wortschatz auf verschiedenen Ebenen (Wortbedeutung, Wortfeld, Wortfamilie, Oberbegriffe usw.) erweitern;

– über häufig gebrauchte Satzmuster verfügen und allmählich zur Standardsprache hingeführt werden; bei der Sprechübung (Deutliches Sprechen)

– Laute richtig bilden sowie Wörter und Texte gut artikulieren können;

– ausdrucksvoll sprechen können.

Erzählen, Mitteilen, Zuhören:
Motivation In einer entspannten Atmosphäre Freude und Bereitschaft zum Erzählen, Mitteilen und Zuhören entwickeln Geeignete Situationen aufgreifen oder schaffen, die zum Erzählen anregen
Erlebnisse, Beobachtungen und Gefühle mitteilen Von persönlichen Erlebnissen, Ereignissen, Beobachtungen usw. erzählen Zu Bildern und Bildgeschichten sprechen Eigene Gefühle und Empfindungen äußern sowie die anderer wahrnehmen und verstehen, zB durch Trösten, Beruhigen und dergleichen verbal Hilfe anbieten
Spielerischer, kreativer Umgang mit Sprache Laut- und Wonspielereien, Reimbasteleien uam. versuchen Namen, Begriffe, Geschichten usw. erfinden und verändern
Zuhören Dem Erzählen des Lehrers zuhören und daraus Anregungen für das eigene Erzählen gewinnen; dem Erzählen·der Mitschüler aufmerksam zuhören Die Aufnahmebereitschaft und -fähigkeit durch geeignete Erzählsituationen (Erzäh!kreis, regelmäßige Erzäh!zeiten vorsehen, eventuell Aufmerksamkeitsübungen und dergleichen) wecken und fördern Gehörtes (zunächst ohne Anspruch auf Genauigkeit und Vollständigkeit) wiedergeben Sich zu Gehörtem äußern (zB Fragen stellen)
Situationsbezogenes Sprechen:
In einfachen Sprechsituationen Erfahrungen sammeln, Situationen sprachlich bewältigen Sprechsituationen aufgreifen und spielerisch erproben, zB – Begrüßen, Verabschieden, sich entschuldigen – sich erkundigen bzw. Auskunft geben – Vorschläge äußern (Sitzordnung, Pausengestaltung, Spiele, Freizeitgestaltung)
Gespräch:
Hinführen zum Gespräch; Vorformen des Gesprächs Spielerische Formen des Miteinander-Sprechens (zB Kennenler· nen, Rate- und Fragespiele, Zuhörspiele und Spiele zur Weitergabe des Wortes) Einfache Kommunikationsformen (Weiterrufen in der Sprechkette, Erzählkreis usw.) Schrittweises Sichern einfacher Formen des Ansprechens, Anknüpfens, Weiterführens und dergleichen
Schulung des Hörens und Verstehens Vom Wahrnehmen ober das bewußte Hinhören und Zuhören zum Aufeinander-Hören
Einsehen, Vereinbaren und Beachten einiger wichtiger Gesprächsregeln Die Wichtigkeit von Gesprächsregeln einsehen bzw. vereinbaren nd beachten (zB das Won weitergeben, den Sprecher ansehen und ihm zuhören, ihn ausreden· lassen, den Sprecher nicht auslachen, wenn er Unpassendes oder Unverständliches sagt, seine eigene Meinung begründen können)
Hinführen zu verschiedenen Gesprächsformen Partner-, Gruppen- und Kreisgespräche zu Themen aus dem Erfahrungs- und lnteressensbereich der Kinder oder aus achbegegnungen in verschiedenen Lernbereichen oder über das Miteinander-Sprechen selbst (zB mittels Kasper-Spielen)
Sprachübung (Erweiterung der Sprachfähigkeit):
Wortschatz erweitern und differenzieren Über Gegenstände, Bilder und ähnliches sprechen: Tätigkeiten, Geräusche, Beobachtungen usw. sprachlich darstellen Vorhandene sprachliche Elemente zu neuen Woneinheitenzusammenfügen und deren Bedeutung suchen Die Bedeutung von Wönern umgrenzen, inhaltlich bestimmen, zB durch zugehörige Gegenwörter (groß – klein) oder durch kleine sprachliche Felder
Richtige Satzmuster üben Sätze mit gleichem Satzbau analog bilden Üben von Satzmustern, die häufig fehlerhaft verwendet werden, insbesondere Fehlformen, die sich aus dem Umerschied zwischen Mundan- und Standardsprache ergeben
Sprechübung (Deutliches Sprechen):
Natürlich und ausdrucksvoll sprechen Fördern und Verstärken des natürlichen Sprechens der Kinder Sprache ausdrucksvoll gestalten (zB Emotionen, Meinungen, Interessen durch sprachlicheAusdrucksmittel unterstützen)
Deutlich sprechen Bewußtes Beachten der Artikulation beim Sprechen; Zungenbrecher und ähnliche Texte anikulien nachsprechen; Sprachspiele Übungen zur Lautumerscheidung (zB singen – sinken, reden – retten, Liebe – Lippe)
Texte nachgestaltend und sinngestaltend sprechen Sprechen von Reimen, Versen und Gedichten; Reimwörter finden Verse und kurze Gedichte frei vortragen
Mundart – Standardsprache Mundart und Standardsprache vergleichen; Gemeinsamkeiten und Unterschiede feststellen

Lesen

Bei der Unterrichtsarbeit ist anzustreben, daß die Schüler bis zum Ende der 2. Schulstufe

– eine möglichst anhaltende Lesemotivation entwickelt haben;

– in der Lage sind, altersgemäße Texte in gemischter Antiqua geläufig zu lesen;

– den Sinn dieser Texte erfassen können;

– sich mit Texten in einfacher Weise auseinandersetzen können.

Erstlesen (Grundleistungen):

Den nachfolgend genannten Grundleistungen kommt als Voraussetzung für den Erstleseunterricht im engeren Sinn besondere Bedeutung zu (siehe dazu auch diesbezügliche didaktische Grundsätze).

Lesemotivation Permanente und gezielte Maßnahmen zur Weckung des Lesewillens und zur Erhaltung der Lesefreude
Sprachforderung Umfassende und gezielte Maßnahmen zur Sprachentwicklung; wechselseitige Unterstützung von mündlichem Sprachunterricht und Lesenlernen
Sprechmotorik Artikulierendes Sprechen, Beobachten der Lautbildung
Akustische Gliederungs- und Merkfähigkeit Gehörte Sprache in Wöner gliedern; Wöner von ähnlich klingenden anderen unterscheiden und später wiedererkennen; Einzel!aute erkennen, von anderen unterscheiden und später ieder erkennen; einfache Reime erkennen, sich merken, selbst bilden
Visuelle Gliederungs- und Merkfähigkeit Auf Bildern Einzelheiten erkennen und später wiedererkennen; die Gliederung von gedruckten und geschriebenen Texten in Wöner wahrnehmen, einige Wöner von anderen unterscheien und später wiedererkennen
Symbolcharakter der Schrift und anderer Zeichen Edassen, daß Schrift und andere Zeichen {zB Verkehrszeichen) etwas bedeuten und daß man ihre Bedeutung durch „Lesen“ finden kann
Grundlegende Begriffe Wort, Laut, Schrift, Buchstabe; links, rechts, oben, unten, vorne, hinten und dergleichen

Erstleseunterricht (Lehrgang):

Unabhängig von der gewählten Methode und Ausgangsschrift umfaßt der Erstleseunterricht imeigentlichen Sinn der Grundstufe I mehrere Teilschritte, wobei ihre Reihenfolge keine bindende methodische Abfolge ausdrucken.

Übungen zum akustischen, sprechmotorischen und visuellen Durchgliedern von Sätzen und Wörtern Durchgliedern von Sätzen in Wörter Ähnlich klingende Wöner sprechen, vergleichen und unterscheiden Laute und Lautgruppen heraushören und sprechen. Gleiche Buchstabengruppen in verschiedenen Wörtern feststellen, von anderen unterscheiden und kennzeichnen Durchgliedern von Wörtern durch Ah- und Aufbauübungen Laute und Buchstaben austauschen und neue Wöner entstehen lassen
Erfassen der Laut-Buchstaben-Zuordnung in ihren verschiedenen In vielseitigen Übungen jedem Buchstaben den ihm entsprechenden Laut zuordnen und artikulieren .(zB Buchstaben suchen, feststellen, benennen, sortieren, unterscheiden usw.)
Varianten und Qualitäten; Beherrschen der Buchstaben Benimmte Buchstaben auch fur mehrere Laute anwenden (zB in sehen und Straße) Unterschiedliche Buchstaben bzw. Buchstabengruppen für den gleichen Laut einander zuordnen (zB Großbuchstaben – Kleinbuchstaben)
Speichern und Wiedergeben von Wörtern nd Buchstabengruppen Einprägen von ausgewählten Wörtern durch oftmaliges Anbieten ihres Schrift- und Klangbildes und sprechmotorisches Wiedergeben Übungen zum raschen Wiedererkennen von Wörtern und uchstabengruppen
Aufbauendes Zusammenlesen Aufhauendes Zusammenlesen zunächst von bekannten, dann von unbekannten Wörtern; Erfassen ihrer Bedeutung Nonsenswörter aufbauen und lesen Vielfältige Auf- und Abbautibungen Durch Austauschen, Weglassen und Hinzufügen von Buchstaben bei bekannten und später bei unbekannten Wörtern, die Bedeutung eines Wortes verändern In neuen Wörtern bekannte Elemente auffinden und als Lesehilfe verwenden Sätze mit bekannten und neu gelernten Wörtern bauen und umbauen. Erfassen ihrer Bedeutung bzw. ihrer Bedeutungsänderung
Weiterführendes Lesen:
Steigerung der Lesesicherheit und der Lesegeläufigkeit Vielfältige Übungen zur guten Ausspfache Überschauendes Lesen von Texten in immer größeren Sinnschritten, zB durch Übungen im „Blitzlesen“ Beachtung der wichtigsten Satzzeichen
Übungen zum sinnerfassenden Lesen Vom lauten zum stillen Lesen von Texten Beantworten von Fragen zum gelesenen Text Unterscheiden von Wichtigem und Unwichtigem Schriftliche Anweisungen, Aufforderungen und ähnliches verstehen
Begegnung mit literarischen Texten in möglichst natürlichen Lesesituatioaon Umweltgeschichten, Märchen, Kinderlyrik, kurze dramatische Szenen usw. Einbeziehung von Privatlektüre
Erste Übungen zum partnerbezogenen sinngestaltenden Lesen (Vorlesen) von vorgeübten Texten in natürlichen Lesesituationen Literarische Texte Gebrauchstexte (zB Anleitungen, Einladungen, Aufforderungen, Hinweise, Anordnungen, Anfragen, Listen, Notizen) Eigene Niederschriften und Niederschriften von Mitschülern lesen
Anbahnung selbständiger Auseinandersetzung mit Texten verschiedener Art Gespräche und Diskussionen zur Sinnverarbeitung Stellungnahmen, Vergleiche, Gegenüberstellungen, Veränderungen und phantasievolle Weiterführungen usw.

Schreiben

Bei der Unterrichtsarbeit ist anzustreben, daß die Schüler bis zum Ende der 2. Schulstufe

– Buchstaben, Ziffern und Zeichen in einer der österreichischen Schulschrift angenäherten Form aus der Vorstellung schreiben können (dies schließt nicht aus, daß die Schüler mit dem Schreiben der Druckschrift vertraut gemacht werden);

– kurze Texte gut lesbar – auch aus der Vorstellung – schreiben können;

– Ansätze zu einer geläufigen Schrift erkennen lassen.

Der Schüler soll seine Grundvoraussetzungen für das Schreibenlernen festigen und zumindest in folgenden Teilbereichen weiterentwickeln:

Bei diesen Übungen werden Leistungsunterschiede deutlich erkennbar. Sie geben Hinweise, in welchen Teilbereichen die einzelnen Schüler individuell zu fördern sind.

Auf die wechselseitigen Beziehungen zwischen Schreiben-, Lesen- und Rechtschreiblernen ist zu achten, wobei aber auch den unterschiedlichen Lernfortschritten der Kinder in diesen Bereichen Rechnung zu tragen ist.

Unabhängig von der gewählten Methode und Ausgangsschrift umfaßt der Schreibunterricht der Grundstufe I folgende Bereiche:

Schreibmotivation Freude am grafischen Gestalten, am möglichst genauen Ausfoliren von grafischen Formen) an der gelungenen Verständigung durch grafische Zeichen
Training der filr das Schreiben bedeutsamen Grob- und Feinmotorik Lockerungsubungen, insbesondere für die Schulter-, Arm-, Hand- und Fingermuskulatur; auch beidhändige Übungen; ingerspiele und anderes Bewegungsabläufe von der Großmotorik in Richtung Feinmotorik berführen Kräftigungsübungen für die Hand- und Fingermuskulatur (Kneten, Falten, Formen, Biegen, Reißen und dergleichen)
Grundlegendes Begriffsverständnis für Bewegungsrichtungen und Bewegungsformen Im. Zusammenhang mit dem Training der Grob- und Feinmotorik: auf, ab, hinaus, hinunter, nach links, nach rechts, schräg; in der Mitte, oberhalb, unterhalb; gerade, eckig, rund spitz
Schulung, der Auge-Hand-Koordination Vorgegebene einfache und zusammenhängeride Bewegungsabläufe übernehmen und möglichst genau nachvollziehen Vorgegebene rhythmische Bewegungsreihen übernehmen und möglichst genau nachvollziehen Bewegungen aus der Vorstellung möglichst genau nachvollziehen Übungen in kleiner werdenden Spurvorlagen
Schreibhaltung; verschiedene Schreibwerkzeuge und Schreibmaterialien gebrauchen Hilfen und Hinweise zur Körper- und Handhaltung Erfahrung im Umgang mit verschiedenen Schreibgeräten auf unterschiedlichen Schreibflächen sammeln
Die Grundformen der Ausgangsschrift nachbilden und schreiben Formelemente und Grundformen der Schreibbewegung üben; zB Aufstrich, Abstrich, Waagrechte, -Parallele, Spitze, Arkade, Girlande, Oval, Schleife
Das Zeichenverständnis vorbereiten Einfache Zeichen (zB Verkehrszeichen, Symbole) darstellen und ihre Aussage verbalisieren

Bei Qiesen Übungen werden Leistungsunterschiede .deutlich erkennbar. Sie geben Hinweise, in welchen Teilbereichen die einzelnen Schüler individuell zu fordern sind.

Auf die wechselseitigen Beziehungen zwischen Schreiben-, Lesen- und Rechtschreiblernen ist zu achten; wobei aber auch den unterschiedlichen Ler.nfonschritten der Kinder in diesen Bereichen Rechnung zu tragen ist.

Unabhängig von der gewählten Methode und Ausgangsschrift umfaßt der Schreibunterricht der Grundstufe I folgende Bereiche:

Buchstaben und Ziffern formgerecht und im richtigen Bewegungsablauf ausfuhren Aus Form- und Bewegungselementen entstehen Buchstaben und Ziffern; Wechseln von Schriftgröße und Schreibgerät
Wörter und Sätze gut lesbar ab- und aufschreiben Buchstaben· zu Wörtern. und Sätzen zusammenfügen; dabei Schreiben als sinnvolle Tätigkeit erfahren; Selbstgeschriebenes stets auch lesen Bei der Schulschrift: Zeigen und Beschreiben schwieriger Bewegungsabläufe, zB Richtungswechsel, Buchstabenverbindungen Wörter zunehmend als Ganzes abschreiben; Hinführen zum Aufschreiben (Schreiben aus der Vorstellung)
Schreibabläufe zunehmend automatisieren Allmähliches. Beschleunigen des Bewegungsablaufes, zB durch Nachfahren von Buchstabenverbindungen und kurzen Wörtern Schreibbewegungen automatisieren, damit Schrift frei verfugbar wird
Formgerechtes und geordnetes Schreiben Formale Ordnungen beim Schreiben einhalten; zB Steilheit des Schriftwinkels, Verhältnis der Ober-Mittel-Unterlängen; gleiche Wort.abstände und Zeilenabstände; Rand beachten
Die Beziehungen zwischen Druckschrift und Schulschrift Druckschrift und Schulschrift miteinander vergleichen; auf der 2. Schulstufe Wörter und kurze Texte von Druckschrift in die Schulschrift übertragen

Verfassen von Texten

Als Schwerpunkte der einzelnen Aufgabenfelder können bis zum Ende der 2. Schulstufe angesehen werden:

– Freude am Verfassen von Texten entwickeln;

– Mitteilungen, Wünsche, Fragen, Antworten und dergleichen niederschreiben;

– eigene Erlebnisse, Beobachtungen und ähnliches in kurzen Sätzen aufschreiben;

– über Personen, Tiere, Gegenstände, Handlungsabläufe und Sachverhalte schreiben.

Vorbereitende und begleitende Übungen zum Verfassen von Texten Das mündliche Erzählen und Mitteilen der Schüler allmählich in die Form kurzer schriftlicher Texte lenken Vorgegebene kurze Texte, aber auch einzelne Sätze und Wortgruppen abschreiben und diese gelegentlich auch ohne Vorlage aufschreiben
– Wichtiges von weniger Wichtigem bzw. Unwichtigem unterscheiden Ungeordnet vorgegebene Wörter zu einem Satz, ungeordnet vorgegebene Sätze zu einem sinnvollen Text ordnen Passende Überschriften zu einfachen Geschichten, zu Bildern ua. finden und schreiben Die inhaltlichen Aussagen einer Bildfolge in Sätzen ausdrücken
– Vorgegebene Textteile ergänzen ZB zu einer Geschichte einen Schluß finden
– Situationsbezogene Formulierungsübungen Im Bereich des Wortschatzes und der Satzstrukturen
– Einfache schriftliche Muster funktionsgerecht anwenden ZB Beschriften von Heften und BüChern; Adressen auf Grußkarten; Bücherlisten
– Gemeinsames Erarbeiten eines Textes ZB zu einem Ereignis, Bild
Texte verfassen Selbständig verfaßte Niederschriften können anfangs nur aus einem Wort, einer Wortgruppe oder einem kurzen Satz bestehen. Sie werden im allgemeinen erst allmählich (etwa auch durch das gemeinsame Verfassen von Texten) auf zwei oder mehrere kurze Sätze erweitert. Beim Verfassen von Texten ist – von der ursprünglich starken Ichbezogenheit des kindlichen Schreibens ausgehend – darauf hinzuarbeiten, daß allmählich eine oder mehrere vorwiegende Schreibabsichten berücksichtigt werden: – andere unterhalten oder Anteil nehmen lassen (zB eigene Erlebnisse aufschreiben, damit sie andere lesen können) – andere informieren (z.B durch Mitteilungen, durch einfache Beschreibungen) – an andere appellieren (zB durch Bitten, Wünsche, Anfragen, Einladungen) – sich etwas notieren (zB Merkzettel, Verzeichnis)

Rechtschreiben

Bei der Unterrichtsarbeit ist anzustreben, dass die Schüler bis zum Ende der 2. Schulstufe

– einen begrenzten Wortschatz gründlich geübt haben und möglichst sicher beherrschen;

– sich einiger Strategien bedienen können, um zu normgerechtem Schreiben zu gelangen;

– einige grundlegende Kenntnisse der Großschreibung, der Interpunktion und der Trennung erworben haben.

Motivation Das Bemühen um normgerechtes Schreiben wecken und fördern
Erarbeitung und Sicherung eines begrenzten Wortschatzes
– Auswahl des Wortschatzes Wörter, deren Bedeutung bereits erfasst wurde, nach folgenden Kriterien auswählen: aktiver Wortschatz, Häufigkeit, exemplarischer Wert auch im Hinblick auf spätere Analogie- und Regelbildungen
– Wörter durchgliedern Wörter akustisch, optisch und sprechmotorisch durchgliedern Entsprechungen, Teilentsprechungen und Nichtentsprechungen zwischen Lautung und Schreibung entdecken In verschiedenen Wörtern gleiche Schreibungen feststellen (Verdopplungen, Endungen ua.)
– Wörter einüben Wörter, Wortgruppen und kurze Sätze abschreiben und aufschreiben Den erarbeiteten Wortschatz in verschiedenen sprachlichen Zusammenhängen anwenden
Von gesicherten Wörtern zur Schreibung anderer Wortformen bzw. anderer Wörter gelangen (Stammprinzip; Wortfamilien) Beispiele: Straße – Straßen Baum – Bäume Stange – Stängel kalt – kälter gehen – geht essen – isst fahren – mitfahren – Fahrzeug Bahn, Autobahn, Eisenbahn
Besonderheiten der Rechtschreibung
– Großschreibung Aus vielen Analogiebildungen erfassen, – dass man Namenwörter großschreibt, – dass das erste Wort im Satz und das erste Wort einer Überschrift groß zu schreiben sind
– Interpunktion Die Satzschlusszeichen Punkt, Fragezeichen und Rufzeichen in leicht erfassbaren Beispielen richtig anwenden
– Trennung Einfache Zusammensetzungen in einzelne Wörter trennen In einfachen Fällen: Wörter nach Sprechsilben trennen
Unterstützende Strategien beim Rechtschreibenlernen:
– akusto-sprechmotorisch Deutlich artikulierendes Sprechen in schriftnaher Überlautung als gelegentlich mögliche Hilfe zum normgerechten Schreiben erkennen können, insbesondere hinsichtlich der Vokallänge für die Schreibung von „ss“ und „ß“ Beim Schreiben leise mitsprechen
– visuell-schreibmotorisch Sich durch Lesen und Schreiben normgerechte Schreibungen einprägen Wörter zunehmend aus der Vorstellung aufschreiben
– erstes Rechtschreibwissen anwenden Elementare Einsichten in die Regelhaftigkeit der Rechtschreibung anwenden
– Hilfen für das Rechtschreiben Den Lehrer, auch Eltern und Mitschüler um Auskunft bitten Einführung in den Gebrauch des Wörterbuchs; das Wörterbuch und andere schriftliche Unterlagen verwenden

Sprachbetrachtung

Bei der Unterrichtsarbeit ist anzustreben, daß die Schüler bis zum Ende der 2. Schulstufe

– Interesse am bewußten Umgang mit Sprache entwickeln.

Einsicht in Sprache durch Entdecken, Vergleichen und Betrachten Im Zusammenhang mit dem Erstleseunterricht können viele sprachliche Erscheinungen (in den Bereichen Satz, Wort, Buchstabe) bewußt gemacht werden, zB die Gliederung von gedruckten oder geschriebenen Texten in·Wörter; Buchstaben in verschiedenen Positionen eines Wortes Wiederholtes Vergleichen und Betrachten am anschaulich vorliegenden Sprachmaterial führen zunehmend zum Erfassen in Teilbereichen zum Benennen) sprachlicher Erscheinungen Dabei kann auch die Erkenntnis angebahnt oder unterstützt werden, daß sich durch die geänderte Bedeutung die grafische Gestalt und die Lautgestalt eines Wortes meist ändert (Puppe – Puppen, Maus – Mäuschen)
Einsicht in Sprache durch spielerischen Umgang mit sprachlichen Elementen. Neue Wörter durch Weglassen, Hinzufügen oder Austauschen eines Buchstaben oder eines Lautes bilden Reimwörter Unsinnige Wörter
Der Satz als Sinneinheit Sätze bauen und umbauen Unvollständige Sätze ergänzen bzw. Lückeflsätze vervollständigen Satzschlußzeichen anwenden: Punkt, Fragezeichen, Rufzeichen
Die Wortart „Namenwort“ Sammeln und Ordnen von Namen au s der Lebenswelt des Schülers (Namen von Menschen, Tieren, Pflanzen, Dingen) Suchen von Namenwörtern in Sätzen Den meisten Namenwönem können die Begleiter der, die oder das zugeordnet werden
Sprachbezogene Begriffe Die Begriffe „Buchstabe“,,,Won“,,,Satz“ anhand von Beispielen verstehen (nicht ·definieren) und i m Umgang mit Sprache anwenden

Grundstufe II

Sprechen

Als Schwerpunkte innerhalb der einzelnen Aufgabenfelder bis zum Ende der 4. Schulstufe gelten:

Erzählen, Informieren, Zuhören

– sprachliche Ausdrucksformen allmählich bewußt einsetzen;

– durch aufmerksames Zuhören Sachverhalte, Gedanken und die Lage anderer erfassen; Situationsbezogenes Sprechen

– verschiedenartige Situationen einschätzen und sprachlich angemessen bewältigen; Gespräch

– relativ selbständig partner-, sach- und problembezogene Gespräche in verschiedenen Formen führen;

– Gesprächsregeln formulieren, begründen und beachten;

– einfache Gesprächstechniken kennen und situationsgerecht anwenden;

– in der Schule erworbene Sprech- und Sprachformen im Gespräch anwenden; Sprachübung (Erweiterung der Sprachfähigkeit)

– einen grundlegenden Wortschatz inhaltlich erschlossen und begrifflich verfügbar haben;

– zunehmende Sicherheit im Gebrauch der Standardsprache erlangt haben;Sprechübung (Deutliches Sprechen)

– Sicherheit im ausdrucksvollen und lautrichtigen Sprechen gewinnen.

3.

Schulstufe

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