Verordnung des Bundesministers für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten, mit welcher die Lehrpläne der Volksschule und der Sonderschulen erlassen werden; Bekanntmachung der Lehrpläne für den Religionsunterricht an diesen Schulen
Im Hinblick auf seine Rolle als entscheidendes Sprachvorbild ist es für Lehrer besonders wichtig, daß sie möglichst oft das einzelne Kind ansprechen, besonders deutlich artikulieren, ihr gewohntes Sprechtempo etwas verringern und das gesprochene Wort bei normaler Intonation und Rhythmisierung mimisch und gestisch unterstützen.
Übungsreihen sollten im Regelfall in der Reihenfolge Hören – Verstehen – Sprechen – Lesen – Schreiben aufgebaut werden.
Gleichlautende, aber in ihrer grammatischen (syntaktischen und morphologischen) Funktion unterschiedliche Formen sollten nicht gleichzeitig, sondern mit hinreichendem zeitlichem Abstand erarbeitet werden.
Mathematik
Bildungs- und Lehraufgabe:
Der Mathematikunterricht soll dem Schüler Möglichkeiten geben,
– schöpferisch tätig zu sein;
– rationale Denkprozesse anzubahnen;
– die praktische Nutzbarkeit der Mathematik zu erfahren;
– grundlegende mathematische Techniken zu erwerben.
Schöpferische Fähigkeiten sind durch spielerisches, forschend-entdeckendes und konstruktives Tun aufzubauen.
Rationale Denkprozesse sind an geistigen Grundtätigkeiten wie Vergleichen, Ordnen, Zuordnen, Klassifizieren, Abstrahieren, Verallgemeinern, Konkretisieren sowie Analogisieren zu schulen. Besonderes Gewicht ist auf die Entwicklung des logischen Denkens und des Problemlöseverhaltens zu legen.
Sachverhalte der Umwelt sind mit Hilfe von Zahlen, Größen und Operationen zu durchdringen, räumliche Vorstellungen sind aufzubauen. Die Vielfalt der angebotenen kindgemäßen mathematischen Situationen aus den Bereichen Wirtschaft, Technik und Kultur soll dem Schüler die Bedeutung der Mathematik bewußt machen.
Neben dem Erwerb der grundlegenden mathematischen Techniken sind praktische mathematische Fertigkeiten wie Umgehen mit Zeichengeräten anzustreben.
Der Unterrichtsgegenstand Mathematik gliedert sich in folgende Teilbereiche:
– Aufbau der natürlichen Zahlen
– Rechenoperationen
– Größen
– Geometrie.
Auf der Grundstufe II wird diese Gliederung durch das Kapitel „Bruchzahlen” (im Anschluß an die Rechenoperationen) erweitert.
Diese Aufgliederung in Teilbereiche verdeutlicht Sachstrukturen und stoffliche Linienführung des Lehrplanes. Das soll aber keinesfalls zu einer isolierten Behandlung der einzelnen Teilbereiche führen, sondern deren sinnvolle Vernetzung ist möglichst durchgehend anzustreben.
Lehrstoff:
Grundstufe I
Aufbau der natürlichen Zahlen
Als Schwerpunkte bis zum Ende der 2. Schulstufe gelten:
– das Sichern des Verständnisses für Zahlen unter Berücksichtigung des Kardinal-, Ordinal-, Rechen- und Maßzahlaspekts und
– das Erarbeiten des Zahlenraumes bis 100 ausgehend von gesicherten Zahlenräumen.
| Entwickeln grundlegender mathematischer Fähigkeiten | Feststellen von Eigenschaften, Unterscheiden und Vergleichen, Zuordnen, Ordnen, Zusammenfassen, Klassifizieren |
|---|---|
| Entwickeln des Zahlbegriffs | Gewinnen des Zahlbegriffs im jeweiligen Zahlenraum einschließlich der Null (zB Zählen, Simultanerfassung) |
| Auf- und Ausbauen des Zahlenraums bis 100 | Handlungsorientiertes Darstellen und Durchgliedern des schrittweise zu erarbeitenden Zahlenraumes Entwickeln von Zahlvorstellungen (zB durch Mächtigkeitsvergleiche, Ordnen von Zahlen, Bündeln) Veranschaulichen von Zahlen (zB durch Zahlbilder, Mengendarstellungen, Zahlenstrahl, symbolische Darstellung) Orientieren im jeweiligen Zahlenraum: Auf- und Abbauen von Zahlenreihen, Herstellen von Relationen unter Verwendung der Symbole =, ¹, , Schaffen des Verständnisses für den dekadischen Aufbau Lesen und Schreiben von Ziffern bzw. Zahlen, Unterscheiden von Ziffer und Stellenwert der Ziffer Operatives Durchforschen von Zahlen: zB Finden von Nachbarzahlen, additives und multiplikatives Zerlegen (zB 64 = 60 + 4, 80 = 4 . 20), Vergleichen (auch Termvergleiche wie 10 + 2 = 2 . 6, 50 30 + 10) |
| Rechenoperationen Als Schwerpunkte bis zum Ende der 2. Schulstufe gelten: – das Erarbeiten der Operationsbegriffe in engem Zusammenhang mit der Entwicklung des Zahlenverständnisses; – Durchführen der Rechenoperationen im additiven und im multiplikativen Bereich ohne und mit Notation der Rechensätze; – operatives Üben, zB Tausch-, Nachbar-, Umkehr-, Zerlegungsaufgaben; – das Gewinnen handlungsorientierter Erfahrungen zur Bedeutung von Rechenregeln und das Anwenden zunehmend auch als Lösungshilfe; – das Anwenden der Rechenoperationen in Spiel- und Sachsituationen. | |
| Verstehen der Operationsstrukturen | Ausführen von Handlungen, zB Dazugeben, Wegnehmen, Ergänzen, Vervielfachen, Teilen, Messen, die die Einsicht in Operationsstrukturen vorbereiten Herausarbeiten der Operationsstrukturen aus diesen Handlungen unter Verwendung adäquater Sprechweisen, wie plus, minus, (ist) gleich, mal, geteilt durch, enthalten in Sichern der Einsicht in die Operationsstrukturen über verschiedene Darstellungsebenen (handelnd, bildhaft, symbolisch) Verwenden der entsprechenden Symbole ( +, –, =, ., : ) |
| Rechenoperationen im additiven Bereich | Gewinnen der additiven Rechenoperationen ohne Zehnerüber- und Zehnerunterschreitung vorerst im kleineren Zahlenraum ohne und mit Notation der Rechensätze Anwenden verschiedener Darstellungsmodelle (zB Zahlenstrahl, Operatorschreibweise) und Festigen der gewonnenen Rechenoperationen Erweitern der additiven Rechenoperationen bei steigendem Schwierigkeitsgrad mit Zehnerüber- und Zehnerunterschreitung im größeren Zahlenraum Erkennen von Zusammenhängen, zB Tausch-, Nachbar-, Umkehr- und Analogieaufgaben Überprüfen (Abschätzen, Plausibilität, …) der Ergebnisse von Rechenoperationen Vergleichen von Rechenausdrücken unter Verwendung der Relationszeichen =, , , |
| Rechenoperationen im multiplikativen Bereich | Sammeln von Grunderfahrungen zu multiplikativen Operationen im kleineren Zahlenraum nur in Verbindung mit konkretem Handeln und bildhaftem Darstellen Anwenden verschiedener Darstellungsmodelle und Festigen der gewonnenen Rechenoperationen Vertiefen des Verständnisses für multiplikative Beziehungen auch unter Verwendung der Null Erarbeitung des Einmaleins und Einsineins unter Beachtung von Zusammenhängen wie fortgesetztes Addieren, Verdoppeln, Halbieren, Vertauschen, Zerlegen, Messen Operatives Üben, zB Tausch-, Nachbar-, Umkehr-, Zerlegungsaufgaben Weit gehendes Automatisieren von Grundaufgaben, insbesondere des kleinen Einmaleins Überprüfen (Abschätzen, Plausibilität, …) der Ergebnisse von Rechenoperationen Vergleichen von Rechenausdrücken unter Verwendung der Relationszeichen =, , , |
| Spielerisches Umgehen mit Zahlen und Operationen | Beispielsweise: Bilden von Zahlenfolgen, spielerisches Anbahnen des Verständnisses von Rechengesetzen, Erkennen von Zusammenhängen und Rechenvorteilen Durchführen von Würfelspielen, Wegspielen, Rechenpuzzles, Zahlenrätseln, Strategiespielen Operieren nach Spielplänen, Lösen von Magischen Quadraten |
| Lösen von Sachproblemen | |
| Mathematisieren von Spiel- und Sachsituationen nur aus dem kindlichen Erlebnisbereich | Beschreiben von realen oder bildhaft dargestellten Sachsituationen Zuordnen von Rechenoperationen zu Sachsituationen Finden von Sachsituationen zu Rechenoperationen Herausarbeiten mathematischer Strukturen aus einfachen Texten mit Hilfe stufengemäßer Darstellungsformen, wie Rollenspiel, Situationsskizzen, Rechenpläne Errechnen und Überprüfen des Ergebnisses Formulieren sachlich richtiger Antworten |
| Größen Als Schwerpunkte bis zum Ende der 2. Schulstufe gelten: – Begriffsbildung über Vergleichen und Formulieren von Relationen; – Einsetzen willkürlich gewählter Maßeinheiten zum Messen von Repräsentanten; – Einführen genormter Maßeinheiten: Größenbereich Länge: Meter (m), Dezimeter (dm), Zentimeter (cm); Größenbereich Masse: Kilogramm (kg), Dekagramm (dag); Größenbereich Raum: Liter (l); Größenbereich Zeit: Sekunde (s), Minute (min), Stunde (h); Tag, Woche, Monat, Jahr; Größenbereich Geld; – Anwenden von Größen in Sachsituationen und bei Sachaufgaben zur Vertiefung des Verständnisses für Größen. | |
| Entwickeln von Vorstellungen zu Größen | Entdecken auffallender größenbezogener Merkmale (Länge, Rauminhalt, Geldwert) an Objekten aus dem kindlichen Erfahrungsbereich Hantieren mit Repräsentanten für Größen aus Spiel- und Sachsituationen (zB Stab, Stein, Becher, Tauschobjekt) Bewusstes Erleben von Zeitabläufen Herstellen von Relationen durch unmittelbares und mittelbares Vergleichen auf der Handlungsebene, durch Messen (mit willkürlich gewählten Maßeinheiten), Zuordnen, Ordnen Interpretieren von Mess-Ergebnissen |
| Einführen und Anwenden von Maßeinheiten | Anschauliches Einführen der genormten Maßeinheiten Schaffen von Modellvorstellungen zu Maßeinheiten ohne Herstellen von Maßbeziehungen Arbeiten mit Größen in Sachsituationen und Kennen lernen der Notwendigkeit verschiedener genormter Maßeinheiten Messgeräte |
| Herstellen von Maßbeziehungen | Erfassen der Maßbeziehungen: m – cm, kg – dag; Geld Herstellen der Beziehung Tag – Stunde, Woche – Tag, Jahr – Monat, Minute – Sekunde, Stunde – Minute Kennenlernen gebräuchlicher Notationen bei der Uhrzeit und bei Geldbeträgen |
| Operieren mit Größen | Anwenden von Größen in Sachaufgaben Vergleichen, Ordnen und Messen unter Verwendung der Maßeinheiten Feststellen der Größe von Objekten durch Vergleich mit den Maßeinheiten |
| Geometrie Als Schwerpunkte bis zum Ende der 2. Schulstufe gelten: – Beobachten, Ordnen und Strukturieren von räumlichen Beziehungen und von Formen aus der Erlebniswelt der Kinder; – Steigern des Orientierungsvermögens; – Hinführen zum Gebrauch von Zeichengeräten und das Herstellen von Querverbindungen zur Arbeit mit Größen als integrierender Bestandteil des Unterrichts; – Lösen von Sachproblemen. | |
| Orientieren im Raum: | |
| – Räumliche Positionen und Lagebeziehungen | Erfahren und Erfassen von Begriffen aus der Erlebniswelt des Kindes, wie oben, unten, rechts, links, vorne, hinten, innen, außen; vor/davor, hinter/dahinter, neben/daneben, über/darüber, unter/darunter, zwischen/dazwischen, rechts von, links von, oberhalb, unterhalb, außerhalb, innerhalb, in der Mitte, auf dem Rand Unterscheiden von Innerem und Rand bei Körpern (Außenfläche) und Flächen Umspannen, Umfahren, Umlegen, Umfassen von Körpern und Flächen |
| – Richtungen und Richtungsänderungen | Richtungen und Richtungsänderungen angeben, Durchführen von Orientierungsübungen, zB Bewegungsaufträge und Suchübungen, Wege begehen und (auch aus der Vorstellung) beschreiben |
| Erfassen und Beschreiben einfacher geometrischer Figuren: | |
| – Untersuchen von Körpern | Feststellen der Eigenschaften einfacher Körper durch Bauen, Bewegen, Begreifen Verwenden von Begriffen wie spitz, stumpf, eckig, rund; krumm, gerade; offen, geschlossen Hantieren mit würfel- und kugelförmigen Körpern aus der Umwelt des Kindes und Erfassen ihrer Eigenschaften Aufsuchen solcher Körper Verwenden der Begriffe kantig, eckig, rund; Kante, Ecke Gegenstände aus der Umwelt geometrischen Eigenschaften zuordnen (zB rund: Dose, Flasche, Ball) Benennen von Würfel und Kugel Vergleichen von Körpern und Ordnen nach ihren Eigenschaften Auf- und Abbauen von Körpern (zB mit Bausteinen) |
| – Untersuchen von Flächen | Begrenzungsflächen von Körpern hantierend erfassen und beschreiben Sammeln von Erfahrungen zum Begriff Fläche, zB Begreifen, Ausmalen, Nachfahren, Falten, Schneiden, Auslegen,… Aufsuchen und Benennen von viereckigen, dreieckigen und runden Flächen, Flächen vergleichen und nach ihren Eigenschaften ordnen |
| – Spielerische Gestalten mit Körpern und Flächen | Freies Bauen mit Würfeln, Bausteinen, … Formen geometrischer Körper (zB mit Knetmasse) Fortsetzen, Nachlegen, Herstellen, Erfinden geometrischer Figuren (zB Muster) Handelndes Entdecken von Symmetrien, Herstellen und Untersuchen einfacher symmetrischer Figuren (zB Faltschnitte, jedoch ohne Verwendung einschlägiger Begriffe wie etwa Symmetrieachse) |
| Hantieren mit Zeichengerät | Freies und gezieltes Umgehen mit dem Lineal – Zeichnen gerader Linien in verschiedenen Lagen – Herstellen von Mustern (zB unter Verwendung von Karopapier) – Messen von Längen an konkreten Gegenständen – Messen von vorgegebenen Strecken – Zeichnen von Strecken bestimmter Länge |
| Lösen von Sachproblemen: | |
| Durchforschen von Räumen | Eigenschaften von Körpern und deren Lage in realitätsnahen Situationen beschreiben Wege beschreiben und deren Längen abschätzen Wegskizzen erstellen Längen vergleichen, Unterschiede feststellen, messen, addieren (zB Stäbe, Bänder, Wege) |
Grundstufe II
Aufbau der natürlichen Zahlen
Ausgehend vom Vorwissen der Grundstufe I ist der Zahlenraum schrittweise zu erweitern. Das Verstehen großer Zahlen ist mit sach- und größenbezogenen Hilfsvorstellungen aufzubauen.
Schulstufe
| Erweitern und Veniefen des Zahlenverständnisses | Festigen von Zahlvorste!Iungen im bekannten Zahlenraum |
|---|---|
| Aushauen des Zahlenraumes bis 1 000 | Erarbeiten des neuen Zahlenraumes über Grobstrukturen zur Feinstruktur Veranschaulichen von Zahlen (zB Zahlbilder, Zahlenstrahl, symbolische Darstellungen) Ausbauen und Festigen des Verständnisses für den dekadischen Aufbau Lesen und Schreiben von Zahlen, Unterscheiden von Ziffer und Stellenwert der Ziffer Orientieren im Zahlehraum: Auf- und Abhauen von Zahlen folgen, Herstellen von Relationen unter Verwendung der bekannten Symbole, Runden von Zahlen Operatives Durchforschen von Zahlen: Vergleichen (auch Termvergleiche wie 200+300=400 + 100, 200 + 300900), Ordnen, additives und multiplikatives Zerlegen Schaffen von sach- und größenbezogenen Vorstel!ungen zu großen Zahlen, zB mit Geldwerten, Längen (Entfernungen),... |
Schulstufe
| Erweitern und Vertiefen des Zahlenverständnisses | Festigen von Zahlvorstellungen im bekannten Zahlenraum |
|---|---|
| Ausbauen des Zahlenraumes bis zur Million | Erarbeiten des neuen Zahlenraumes bis 100 000 über Grobstrukturen zur Feinstruktur, bis zur Million in Grobstrukturen Veranschaulichen von Zahlen (zB Zahlenmahl, symbolische Darstellung, einfache graphische Darstellung), Ausbauen und Festigen des Verständnisses für den dekadischen Aufbau Lesen und Schreiben von Zahlen, Unterscheiden von Ziffer und Stellenwert der Ziffer Orientieren im Zahlenraum: Auf- und Abhauen von Zahlenreihen, Herstellen von Relationen unter Verwendung der bekannten Symbole, Runden von Zahlen Operatives Durchforschen von Zahlen: – Vergleichen (auch Termverg!eiche wie 7 000-1 ooo= 4 000+2 ooo, 48 ooo 20 000+25 ooo) – Additives und multiplikatives Zerlegen Schaffen von sach- und größenbezogenen Vorstellungen zu großen Zahlen, zB mit Geldwenen, Langen (Entfernungen),,,. Ablesen und Interpretieren von Daten aus graphischen Darstellungen (zB Tabellen, Diagramme, Graphen) |
Rechenoperationen
Über die Schwerpunkte der Grundstufe I hinaus gilt:
– das mündliche Rechnen hat Bedeutung für die Förderung des Zahlenverständnisses, der Rechenfertigkeit, des Operationsverständnisses und für das Lösen von Sachproblemen;
– die schriftlichen Rechenoperationen dienen vor allem der Lösung kindgemäßer Sachprobleme;
– zum Lösen von Sachproblemen sind besonders überschlagendes Rechnen, Einschranken und vorteilhaftes Rechnen zu pflegen.
| Verstehen der Operationsstruktur | Sichern der Einsichten in die Rechenoperationen wie – Dividieren als Teilen und Messen deuten – Vorgegebene Handlungen und Darstellungen interpretieren – Rechenoperationen durch Handlungen, Darstellungen usw. repräsentieren (zB Längendarstellungen, Mengendarstellungen) |
|---|---|
| Durchführen der Rechenoperationen im Zahlenraum 1 000: | |
| – mündliches Rechnen im additiven und multiplikativen Bereich | Sichern der Grundaufgaben im additiven Bereich Erweitern der additiven Rechenoperationen unter besonderer Berilcksichtigung von Operationen folgender An: 300±200, 540± 120, 954±8 Sichern der Grundaufgaben im multiplikativen Bereich: Einmaleins – Automatisierung Einsineins ohne und mit Rest Erweitern der multiplikativen Rechenoperationen mit steigendem Schwierigkeitsgrad unter besonderer Berücksichtigung von Aufgaben folgender An: 40. 3, 200. 4, 130 : 5, 800. 4 Verstehen des Operierens mit Null als Faktor Lösen einfacher Operationen unter Nutzung vorteilhafter Rechenwege (zB durch Tauschaufgaben, Nachbaraufgaben, Umkehraufgaben, Analogieaufgaben, Zerlegungsaufgaben) Vergleichen von Rechenausdriicken unter Verwendung der Relationszeichen =, , , Lösen einfacher Zahlengleichungen mit Platzhaltern (Variablen) Durchfuhren von Rechenoperationen durch Zerlegen und Notieren der einzelnen Teilschritte, Berücksichtigen der Stellenwene, Anwenden von Rechenregeln, zB Veneilungsregel |
| – schriftliches Rei:hnen im additiven und multiplikativen Bereich | Gewinnen der schriftlichen Rechenverfahren: – Addieren und Subtrahieren (Ergänzungsverfahren) zwei und dreistelliger Zahlen – Multiplizieren mit einstelligem Multiplikator, Dividieren durch einstelligen Divisor (ohne und mit Rest) Begründen der Rechenschritte nach Einsicht in die den Operationen zugrunde liegenden Rechenregeln (zB Bündelungsprinzip, Monotonie der Subtraktion) Bezeichnen der Rechenoperationen (Addition, ... ) und der dazugehörigen Tätigkeiten (Addieren, ...) Abschätzen von Ergebnissen, zB überschlagendes Rechnen, Einschranken Durchführen von Rechenproben |
| Lösen von Sachproblemen | Mathematisieren von Sachsituationen: – Beschreiben von dargestellten Sachverhalten, die zB in stufengemäßen Texten, Problembildern, Datenmaterial, graphischen Darstellungen enthalten sind – Herausarbeiten mathematischer Problemstellungen (zB Versprachlichen des Problems, Verwenden stufengemäßer Darstellungsformen, wie Situationsskizzen, Rechenpläne, Tabellen) – Zuordnen von Rechenoperationen, Beschreiben von Sachverhalten mit Zahlen und Platzhaltern. (Variablen) – Erstellen einfacher Gleichungen – Überschlagendes Rechnen, Einschranken – Lösen durch mündliches Rechnen oder durch schriftliche Verfahren Kontrollieren und Verbalisieren der Ergebnisse Finden von Sachsituationen zu Rechenoperationen |
| Spielerisches Umgehen mit Zahlen und Operationen | Beispielsweise: Erfinden von Spielen, Durchfuhren von Strategiespielen, Erkennen von Zusammenhängen und Rechenvorteilen, Zahlenrätsel |
Schulstufe
| Verstehen der Operationsstruktur | Vertiefen der Einsicht in die Reclienoperationen (Deuten, Interpretieren, Repräsentieren, zB- durch Zahlens trahldarstellungen, Merigendarstellungen) |
|---|---|
| Durchfuhren der Rechenoperationen im Zahlenraum 100 000 | |
| – mündliches Rechnen im additiven und multiplikativen Bereich | Erweitern der additiven Rechenoperationen mit steigendem Schwierigkeitsgrad beschrankt auf sinnvolles Zahlenmaterial besonders im Hinblick auf überschlagendes Rechnen (zB 8 500 ± 4 600, 25 000 ± 16 000) Erweitern der multiplikativen Rechenoperationen mit steigenden Schwierigkeitsgraden beschränkt auf sinnvolles Zahlenmaterial {zB 6 000. 3, 30. 20, 45. 10, 25 000. 4, 12 000 : 3, 1 800 : 30) Lösen einfächer Operationen unter Nutzung vorteilhafter Rechenwege (zB durch Tauschaufgaben, Nachbaraufgaben, Umkehraufgaben, Analogieaufgaben). Vergleichen von Rechenausdrücken unter Verwendung der Relationszeichen =, , , Lösen einfacher Zahlengleichungen mit Platzhalter (Variablen) Durchfuhren von Rechenoperationen durch Zerlegen und Notieren der einzelnen Teilschritte, Berllcksichtigen"des Stellenwertes, Anwenden von Rechenregeln (zB Verteilungsregel) |
| – schriftliches Rechnen im additiven und multiplikativen Bereich | Erweitern der schriftlichen Verfahren: – Addieren und Subtrahieren mehrstelliger Zahlen – Multiplizieren mit. ein- und zweistelligem Multiplikator, Dividieren durch ein- und zweistelligen Divisor (ohne und mit Rest) mit sinnvollen Schwierigkeitsgraden – Begründen der Rechenschritte durch Einsicht in die den Operationen zugrunde liegenden Rechenregeln (zB Bundelungsprinzip, Verteilungsregel) – Verwenden der auf der dritten Schulstufe eingefühnen Bezeichnungen für die Opetationen und zugehörigen Tätigkeiten – Abschätzen von Ergebnissen, zB Ubenchlagendes Rechnen, Einschranken. Durchfuhren von Rechenproben |
| Lösen von Sachproblemen | Mathematisieren von Sachsituationen – Diskutieren der dargestellten Sachverhalte, die zB in.Texten, Problembildern, Datenmaterial, graphischen Darstellungen enthalten sind – Herausarbeiten mathematischer Problemstellungen (zB Versprachlichen von Problemen, Verwenden stufengemäßer Darstellungsformen, wie Situationsskizzen, Rechenpläne, Tabellen, Diagramme) – Zuordnen von Rechenoperationen, Beschreiben von Sachverhalten mit Zahlen und Platzhaltern (Variablen), Erstellen einfacher Gleichungen – Überschlagendes Rechnen, Einschranken – Lösen durch mimdliches Rechnen ode'r durch schriftliche Verfahren – Kontrollieren und Verbalisieren der Ergebnisse Finden von Sachsituationen zu Rechenoperationen und einfachen Gleichungen |
| Spielerisches Umgehen mit Zahlen und Operationen | Beispielsweise: Erfinden von Spielen, Durchführen von Strategiespielen, Erkennen von Zusammenhängen und Rechenvorteilen, Zahlenrätsel und Zahlentricks |
Bruchzahlen
Im Vordergrund steht die Einsicht in das Weseh der Bruchzahlen:
– Verwenden von Bruchzahlen, die sich als Brüche nur mit den Nennern 2, 4, 8 schreiben lassen;
– Durchführen von Rechenoperationen mit Bruchzahlen nur im Zusammenhang mit einfachen Sachsituationen.
Schulstufe
| Entwickeln des Bruchzahlbegriffs | Teilen (Brechen, Zerschneiden, Falten) von konkreten Dingen in 2, 4 oder 8 gleich große Teile und Benennen dieser Teile Bildhaftes Darstellen von Bruchteilen Aufsuchen von Repräsentanten für Bruchteile |
|---|---|
| Darstellen von Bruchzahlen und Verwenden der Bruchschreibweise | Erfassen, daß die Größe der Bruchteile von der Bezugsgröße abhängig ist Deuten des Bruches zB als Teil eines Ganzen, als Teil einer Menge, als Teil einer Größe, als Division Lesen und Schreiben von Bruchzahlen |
| Operatives Durchforschen | Vergleichen von Bruchzahlen, auch unter Verwendung von Symbolen Additives Zerlegen und Ergänzen |
| Lösen von Sachproblemen | Arbeiten mit Bruchzahlen in einfachen Sachaufgaben |
Größen
Über die Schwerpunkte der Grundstufe I hinaus gelten:
– das Schätzen, Messen und Vergleichen unter sachgerechter Verwendung der Maßeinheiten;
– einfache Maßumwandlungen
Schulstufe
| Entwickeln von Vorstellungen zu Größen | Veniefen des Verständnisses für die bereits eingeführten Größen |
|---|---|
| Einführen neuer Maßeinheiten und Herstellen von Maßbeziehungen | Anschauliches Einfuhren der Einheiten Millimeter (mm), Kilometer (km), Gramm (g), Tonne (t) Schaffen von Modellvorstellungen zu diesen Maßeinheiten Erfassen der Maßbeziehung 1 000 zu l; m – mm, km – m, kg-g,t-kg Arbeiten mit Maßreihen: m-dm-cm-mm, kg-dag-g Erfassen der Maßreihe: m-dm-cm-mm Erarbeiten der Maßeinheit Minute (min) Herstellen der Maßbeziehung: h – min |
| Operieren mit Größen | Schätzen, Messen und Vergleichen unter sachgerechter Verwendung der Maßeinheiten Durchf uhren einfacher Maßumwandlungen im allgemeinen zwischen benachbanen Maßeinheiten Anwenden von Größen in Sachaufgaben Addieren, Subtrahieren und Ergänzen von dezimalen Geldbeträgen handlungsorientiert anbahnen und festigen Wählen sach- und situationsgerechter Maßeinheiten |
Schulstufe
| Weiterentwickeln von Vorstellungen zu Größen | Vertiefen des Verständnisses für die bereits eingeführten Größen |
|---|---|
| Einführen neuer Maßeinheiten und Herstellen von Maßbeziehungen | Einführen der Maßeinheiten m2, dm2, cm2, mm2, a, ha, km2 Schaffen .von Modellvorstellungen zu diesen Maßeinheiten Erfassen der Maßbeziehungen: m2 – dm2, dm2 – cm2, cm2- mm2 Erarbeiten der Maßeinheit Sekunde (s) Herstellen der Maßbeziehung min – s Erfassen der Notation der Uhrzeit Lesen einfacher Zeitpläne Unterscheiden von Zeitpunkt und Zeitspanne (Zeitdauer) |
| Operieren mit Größen | Schätzen, Messen und Vergleichen unter sachgerechter Verwendung der Maßeinheiten Durchführen einfacher Maßumwandlungen im allgemeinen zwischen benachbarten Maßeinheiten Anwenden von Größen in Sachaufgaben zB Rechnen mit dezimalen Geldbeträgen – Addition, Subtraktion – Multiplikation mit ganzzahligem, allenfalls zweistelligem Multiplikator Wählen sach- und situationsgerechter Maßeinheiten für Größen beim Lösen von Sachaufgaben |
Geometrie
Über die Schwerpunkte der Grundstufe I hinaus gelten:
– das Entdecken und Klassifizieren geometrischer Grundformen;
– das Feststellen vielfältiger Beziehungen;
– das Ausme ssen und Messen und das Hantieren mit Zeichengeräten;
– das Entwickeln der Begriffe des Umfangs und des Flächeninhalts einschließlich des Berechnens der Umfangslänge und des Flächeninhalts
Schulstufe
| Orientieren im Raum | |
|---|---|
| – räumliche Positionen und Lagebeziehullgen | Festigen der bekannten räumlichen Positionen und Lagebeziehungen Erkennen der Abhängigkeit einer Lage beziehung vom Standort Feststellen von Positionen in einfachen Plänen Beschreiben von Lagebeziehungen zwischen Geraden bzw. Strecken unter Verwendung von Begriffen, wie parallel, einander schneidend, einen rechten Winkel bildend |
| – Richtungen und Richtungsänderungen | Beschreiben von Wegen zu Objekten und Punkten Beschreiben auch mit Hilfe einfacher Pläne Bestimmen der Lage von Objekten und Punkten Herstellen von rechten Winkeln, zB durch Falten |
| Erfassen und Beschreiben geometrischer Figuren | |
| – weiterführendes Untersuchen von Körpern | Hantieren mit Körpern Untersuchen und Feststellen von Eigenschaften, wie Form und Anzahl der Begrenzungsflächen, Anzahl der Kanteri und Ecken, gegenseitige Lage von Kanten (parallel, im rechten Winkel) Vergleichen von Körpern nach Form, Größe Begründen von Körperformen, besonders nach funktionalen und ästhetischen Gesichtspunkten |
| – weiterführendes Untersuchen von Flächen, besonders von Rechteck und Quadrat | Gewinnen von Flächen durch Nachfahren Abklatschen von Begrenzungsflächen von Körpern Darstellen von Flächen durch Ausschneiden, Falten, Zeichnen Feststellen von Eigenschaften, wie zwei gleich lange Steiten, parallele Seiten, rechter Winkel, symmetrisch Erfassen und Benennen der besonderen Eigenschaften von Rechteck und Quadrat Auslegen von Flächen, Zerlegen einer Fläche in Teilflächen, Zusammensetzen von Flächen Vergleichen von Flächen nach Form, Größe Festigen der Berechnung der Länge des Umfangs Begründen von Flächenfonnen, besonders. nach funktionalen und ästhetischen Gesichtspunkten |
| Entwickeln des Begriffs Flächeninhalt | Flächeninhalt handelnd erfahren, zB durch Auslegen, Ausmalen, Flächeninhalte vergleichen, ·zB durch Übereinanderlegen, Auslegen und Abzählen, Rastern |
| Berechnen des Flächeninhalts von Rechteck und Quadrat | Berechnen des Flächeninhalts mit Einheitsmaßen |
| Spielerisches Gestalten mit Körpern und Flächen | Beispielsweise: Formen geometrischer Körper mit Knetmasse Herstellen von Kantenmodellen, etwa aus Stäben, gefalteten Papierstreifen Gewinnen der Begrenzungsflächen von Körpern durch Kippen Gestalten symmetrischer Bilder auf Rastern Herstellen eines Puzzles, etwa durch Zerschneiden eines Planes |
| Arbeiten mit Größen | Rauminhalte hantierend vergleichen, zB durch· Umschütten Flächeninhalte und Längen messen Flächeninhalte und Umfänge berechnen |
| Hantieren mit Zeichengeräten | Hinführen zum sorgfältigen Arbeiten mit Zeichengeräten Feststellen daß Flächen verkleinen und vergrößert dargestellt werden können Erkennen, daß das Verhältnis zweier oder mehrerer Flächen zueinander beim Vergrößern bzw. beim Verkleinern erhalten bleibt |
Didaktische Grundsätze:
Über die im allgemeinen Teil angeführten didaktischen Grundsätze hinaus sind folgende fachdidaktische Grundsätze zu berücksichtigen:
– Operatives Aufbauen und Durcharbeiten
– Funktionen des Übens
– Variation der Veranschaulichung
– Variation der Darstellungsebenen
– Mathematische Variation.
Operatives Aufbauen und Durcharbeiten:
Für die Erkenntnisgewinnung und Denkentwicklung sind im Sinne des operativen Aufbauens und Durcharbeitens das Lernen über Handlungen an vielfältigen Materialien, die Betonung von Problemdarstellungen, die Grundlegung eines forschenden, experimentierenden Vorgehens, das Aufdecken verschiedener Lösungswege, das Herausstreichen von Zusammenhängen und das Erkennen verwandter Operationen wesentlich. So entsteht zB durch das Einbinden von Tauschaufgaben, Nachbaraufgaben, Umkehraufgaben, Analogieaufgaben und Probeaufgaben ein flexibles Gesamtsystem von Operationen.
Eine dynamische Begriffsbildung wird zB in der Geometrie durch Handlungen wie Kippen von Körpern, durch Abnehmen von Begrenzungsflächen, durch Faltübungen und durch Umfangen und Auslegen von Flächen erreicht.
Funktionen des Übens:
Zwischen operativem Üben (Aufbauen von Rechenfähigkeiten) und Üben von Fertigkeiten ist zu unterscheiden.
Operatives Üben zielt auf Vertiefen des Verständnisses, zB durch das Erkennen von Zusammenhängen, durch das Sichern von Begriffen und das Verwenden überschaubaren Zahlenmaterials. Durch diese Vertiefung des Verständnisses wird die Gefahr eines reproduktiven, rein mechanischen Verhaltens vermindert.
Das Üben von Fertigkeiten zielt auf Automatisieren von Grundaufgaben und Techniken.
Variation der Veranschaulichung:
Ein möglichst allgemeines Erfassen mathematischer Operationen und Begriffe ist nur zu erreichen, wenn die Bindung an ein bestimmtes Material oder eine bestimmte Veranschaulichung vermieden wird. So werden zB Bruchzahlen als Teile von Gegenständen, Teile von Flächen, Teile von Größen, Teile von Mengen oder als Division dargestellt.
Variation der Darstellungsebenen:
Der wiederholte Wechsel der Darstellungsebenen (handelnd, bildhaft, symbolisch) ist einerseits für ein Sichern von Begriffen und die Einsicht in Operationsstrukturen, andererseits als Hilfe für das Finden von Lösungsstrategien notwendig.
Mathematische Variation:
Um das Wesentliche eines Begriffs oder einer Operation zu verdeutlichen, müssen die jeweils unwesentlichen Merkmale vielfältig verändert werden.
So sind zB die beim Quader mathematisch unwesentlichen Merkmale, wie räumliche Lage, Farbe, Material, Ausmaße zu verändern, um begriffsbestimmende Merkmale, wie Anzahl von Ecken und Kanten und Art der Begrenzungsflächen, herauszustellen.
Beim Messen des Umfanges können entsprechend Objekt bzw. Meßgerät variiert werden, das Wesen des Messens bleibt jedoch unverändert.
Hinweise zu den einzelnen Teilbereichen:
Aufbau der natürlichen Zahlen
Das Lernen geschieht in kindnahen Situationen (zB in Sachsituationen, mit Lernspielen). Als Lernmaterialien finden etwa Gegenstände des kindlichen Alltags, didaktische Lernspiele, strukturierte und später zahlensystemorientierte Materialien Verwendung. Aufgabenstellungen aus der Arbeit mit Mengen sind einzuschließen, wobei auf eine altersadäquate, nicht formalistische Sprechweise zu achten ist.
Das Erfassen von Analogien im Zahlenaufbau und das Notieren der Zahlen in Stellenwerttafeln dienen dem Verständnis des dekadischen Systems, insbesondere sind auf der Grundstufe II die dekadischen Stufen (1 000, 10 000, 100 000) mehrfach zu repräsentieren.
Die divergierende Sprech- und Schreibweise der Zahlen ist aufzuarbeiten.
Rechenoperationen
Beim Erlernen der additiven (Addieren, Subtrahieren) und multiplikativen (Multiplizieren, Dividieren) Rechenoperationen ist vom Erfahrungsbereich der Schüler auszugehen. Aus praktischem Handeln und bildhaftem Darstellen, wie zB Hinzufügen, Zusammenlegen, Vermehren, Vereinigen, Ergänzen, Wegnehmen, Abtrennen, Vermindern, sind die additiven Rechenoperationen abzuleiten, zu interpretieren und zu begründen. Die multiplikativen Rechenoperationen sind aus Situationen, wie zB wiederholtes Aneinanderfügen gleichmächtiger Mengen, Vervielfachen, wiederholtes Ausgliedern gleichmächtiger Mengen, Verteilen, Messen, abzuleiten, zu interpretieren und zu begründen.
Rechensicherheit bei Grundaufgaben ist in kindgemäßer Form anzustreben.
Zur Bewältigung von Operationen, die durch mündliches Rechnen nicht mehr leicht lösbar sind, dienen schriftliche Verfahren.
Wesentlich an diesen Verfahren ist das Schaffen des Verständnisses für Rechenabläufe und Rechentechniken.
Beim mündlichen und schriftlichen Rechnen ist auf das Verständnis der Zusammenhänge zwischen den Operationen, auf das Erkennen zugrunde liegender Rechenregeln und das Finden von Lösungsstrategien Wert zu legen.
Um das Zahlengefühl, die Kreativität, das logische Denken und die Konzentrationsfähigkeit zu fördern, ist das spielerische Umgehen mit Zahlen und Operationen besonders wichtig; dabei ist das lustbetonte Rechnen in Arbeitsweisen wie Partner- und Gruppenarbeit in spielerischer Form zu pflegen. Rechenspiele bieten vielfältige Möglichkeiten der Individualisierung und Differenzierung.
Bruchzahlen (nur 4. Schulstufe)
Das Arbeiten mit Bruchzahlen erfolgt nur im Zusammenhang mit Veranschaulichungen.
Ausgehend von konkreten Erfahrungen des Teilens werden Bruchteile als Repräsentanten für Bruchzahlen erarbeitet. Bruchzahlen werden in Bruchschreibweise notiert.
Größen
Die Begriffsbildung bei allen Größen erfolgt durch handelnden Umgang mit konkreten Objekten. Es ist notwendig, Größen in Vergleich
Die Entwicklung von Modellvorstellungen zum Geld soll anhand des Wertes von Objekten aus dem kindlichen Erfahrungsbereich erfolgen. Geldbeträge können sowohl mehrnamig als auch in Kommaschreibweise notiert werden. Auf die Schreibweise mit zwei Nachkommastellen sollte beim Geld grundsätzlich geachtet werden. Von den im Zusammenhang mit dem Sachrechnen erforderlichen Rechenoperationen ist die Division ausgenommen, und das Sachrechnen mit Geld sollte sich auf einfache und sinnvolle Sachbezüge beschränken. Überschreitungen, die sich doch nicht ganz vermeiden lassen, könnten über Umwandlungen gelöst werden.
zueinander zu setzen; Relationen wie zB „... ist so lang wie
...”... ist länger/kürzer als ...” sind zu formulieren. Aus dem
unmittelbaren und mittelbaren Vergleich werden zunächst willkürlich gewählte Einheiten als Repräsentanten entwickelt. Dabei ist die Einsicht in das Verhältnis von Einheit und Maßzahl anzubahnen. Erst dann wird auf genormte Meßeinheiten übergegangen. Von diesen sind Modellvorstellungen zu entwickeln. Durch die vielfältige Anwendung in Sachsituationen und Sachaufgaben erfolgt die notwendige Vertiefung des Verständnisses für Größen.
Das Arbeiten mit Größen verlangt auch auf der Grundstufe II Sachbezogenheit, konkretes Handeln steht dabei im Vordergrund. Die Umwelt des Kindes bietet die entsprechenden Anlässe. Modellvorstellungen für die einzelnen Maßeinheiten sind zu schaffen. Im besonderen sind Querverbindungen zum Sachunterricht und zur Werkerziehung anzustreben.
Das Anwenden von Maßeinheiten und Maßbeziehungen ist integrierender Bestandteil aller Teilbereiche des Mathematikunterrichts.
Geometrie
Die Begriffsbildung soll im besonderen über Tätigkeiten, wie Bauen, Nachbauen, Nachlegen, Auslegen, Umfüllen, Formen, Falten, Schneiden, Zeichnen, erfolgen; diese Elemente erlauben spielerisches Gestalten und schöpferisches Tun.
Ausgehend vom Hantieren, Beschreiben und Benennen sollen Objekte auf ihre Eigenschaften und deren Beziehungen untersucht werden. Häufig werden Körper als Ausgangspunkt der Betrachtung gewählt; an diesen werden Flächen und Linien entdeckt.
Das Herstellen von Querverbindungen zur Arbeit mit Größen ist integrierender Bestandteil des Unterrichts. Bei allen Arbeiten sind auch kindliche Formulierungen anzuerkennen.
Schularbeiten
Auf der 4. Schulstufe vier bis sechs Schularbeiten. Es ist jedoch sicherzustellen, dass bei einer Reduzierung der Anzahl der Schularbeiten im 2. Semester jedenfalls zwei Schularbeiten vorzusehen sind.
Musikerziehung
Bildungs- und Lehraufgabe:
Musikerziehung hat die Aufgabe, unter Berücksichtigung der akustisch-musikalischen Umwelt und der besonderen Eigenart des einzelnen Kindes
– zum Singen,
– Musizieren,
– bewußten Hören,
– Bewegen zur Musik und
– zum kreativen musikalischen Gestalten
zu führen.
Musikerziehung soll die Kinder zu lustbetonter musikalischer Betätigung anleiten und ihnen die Möglichkeit geben, Freude, Bereicherung und Anregung durch die Musik der Gegenwart und der Vergangenheit zu erfahren.
Ausgehend vom aktiven Umgang mit Musik sind grundlegende Informationen und Kenntnisse über Musik zu vermitteln. Das Verständnis für Musik als künstlerische Ausdrucksform ist anzubahnen.
Musikalische Aktivitäten wirken auf die Persönlichkeitsbildung der Heranwachsenden nachhaltig ein. Ausgehend von den individuellen Anlagen und Fähigkeiten des Schulanfängers sind daher durch sinnvolle Verknüpfung von Inhalten und Übungen im besonderen zu fördern:
die Erlebnis- und Ausdrucksfähigkeit durch gezielten Einsatz von Stimme, Instrumenten und Bewegung,
die sprachlichen Fähigkeiten durch Sprachgestaltung, Klangexperimente mit Sprech- und Singstimme und das Beschreiben von Höreindrücken,
die Wahrnehmungs- und Konzentrationsfähigkeit durch Steigerung der Hörfähigkeit und des Unterscheidungsvermögens für akustisch-musikalische Eindrücke,
die Fähigkeit zur kritischen und toleranten Auseinandersetzung mit der musikalischen Umwelt durch Umgang mit Informationen und die Aneignung von Kenntnissen über Musik und Musikleben, die Fähigkeit zur Rücksichtnahme auf einzelne und die Gruppe bei gemeinsamen musikalischen Aktivitäten,
die Bewegungskoordination durch freies und gebundenes Bewegen zur Musik, die Bereitschaft zur Teilnahme auch an außerschulischen musikalischen Aktivitäten durch den Erwerb grundlegender Fertigkeiten.
Singen
Einstimmige Lieder gemeinsam rhythmisch und melodisch richtig singen. Textinhalte verstehen. Texte gut artikulieren und verständlich wiedergeben. Einfache Melodiebewegungen und Tonfolgen erfassen, im Notenbild erkennen und beim Singen mitverfolgen.
Auf der Grundstufe II ist anzustreben, ein- und mehrstimmige Lieder rhythmisch und melodisch richtig zu singen.
Textinhalte zu verstehen. Texte gut zu artikulieren und verständlich wiederzugeben. Melodieabschnitte und Tonfolgen zu erfassen, im Notenbild zu erkennen und gegebenenfalls singend nachzuvollziehen. Musikalische Grundbegriffe zu erfassen und zu benennen.
Musizieren
Mit Instrumenten wie Handtrommeln, Klangstäben uam. richtig umgehen können, Takt und Metrum mitzuvollziehen, einfache Tonfolgen und Rhythmen erfassen und spielen (ohne und mit Notationen).
Instrumente wie Handtrommeln, Klangstäbe uam. sind auf der Grundstufe II differenzierter einzusetzen, richtig handzuhaben und neue Klangmöglichkeiten zu finden. Takt und Metrum ist mitzuvollziehen. Tonfolgen und Rhythmen sind zu erfassen und zu spielen (ohne und mit Notationen). Nach den Zeichen eines Spielleiters ist zu musizieren. Musikalische Grundbegriffe sind zu erfassen und zu benennen.
Hören
Geräusche und Klänge aus der Umwelt erkennen, benennen, nachahmen und in grafische Zeichen umsetzen. Einige Musikinstrumente an ihrem Klang erkennen und benennen. Musik aus der Umwelt erfassen und dazu Stellung nehmen.
Auf der Grundstufe II Musikinstrumente und Stimmen nach ihrem Klang erkennen und unterscheiden.
Veränderungen im Verlauf von Musikbeispielen hören.
Wirkungen von Höreindrücken beschreiben.
Höreindrücke in grafische Zeichen umsetzen.
Funktionsbereiche von Musik bestimmen.
Komponisten und ihre Werke in beispielhaften Zusammenhängen kennenlernen. Musikalische Grundbegriffe erfassen und benennen.
Bewegen zur Musik
Im Zusammenwirken von Musik und Bewegung Gewinnen von Körperbewußtsein, Raum- und Zeiterfahrung sowie Formempfinden. Bewegungen zur Musik erfinden. Vorgegebene Bewegungsabläufe zur Musik ausführen. Auf der Grundstufe II auch Bewegung in Musik umsetzen und musikalische Grundbegriffe erfassen und benennen.
Lehrstoff:
Grundstufe I
Singen
| Lieder aus dem Tages- und Jahreskreis; Kinder-, Spiel- und Tanzlieder; regionale Volkslieder; allenfalls auch Lieder aus anderen Ländern | Vor- und Nachsingen, auch in Verbindung mit optischen und motorischen Vorste!lungshilfen zum Me!odiever!auf (zB vereinfachte Notationen – Notenschrift – Handzeichen) bei häufigem Wechsei von Gruppen-, Klassen- und Einzelgesang; Atem- und Stimmbildungsübungen |
|---|---|
| Sprachgestaltungen und Erfinden eigener Melodien | Situationsbedingte Rufe, kleine Dialoge ausdrucksvol! Gestalten Me!odieerfindungen zu einem vorgegebenen Text usw. |
| Klangexperimente mit Sprech- und Singstimme | ZB Nachahmen von Tierstimmen, Maschinengeräuschen, Naturgeräuschen; Musikinstrumenten |
Musizieren
| Rhytmische Begleimimmen zu Liedern und gesprochenen Texten | Metrum, Akzente und einfache rhythmische Ostinati |
|---|---|
| Einfache Tonfolgen und Rhythmen auch als Textuntermalung | Dem Text entsprechende Rhythmen und Klänge erfinden, dazupassende Instrumente auswählen |
| Klangexperimente | Klangmöglichkeiten von Körperinstrumenten, von selbstgebauten Instrumenten und Orff-Instrumenten erforschen und erleben; einfache Handlungsabläufe klanglich darstellen, auf Tonband aufzeichnen, abhören und darüber sprechen (zB am Morgen, in der Pause, Kinder spielen Ball) |
| Selbsterfundene und vorgegebene Notationen | Grafische Zeichen (Punkte, Kurven,...) auf verschiedenen Instrumenten in Klang umsetzen, nach einfachen Notationen einzeln und gemeinsam musizieren |
Hören
| Geräusche und Klänge aus dem Lebensbereich der Kinder | Höraufgaben zu unmittelbar erzeugten Geräuschen und Klängen und zu Tonaufnahmen stellen (zB zu Geräuschen im Klassenzimmer, in der Wohnung, im Straßenverkehr) Übungen zum Unterscheiden von Geräuschen und Klängen verschiedener Instrumente und Materialien (Holz, Papier, Metall uam.). Übungen zum räumlichen Hören (Orten von langquellen, Verfolgen der Bewegungsrichtung von Klängen im Raum) |
|---|---|
| Geräusche und Klänge grafisch notieron | ZB Ticken einer Uhr, Sirene, Gongschlag, Motorengeräusche zuerst großräumig darstellen (in der Luft, auf dem Tisch), dann grafisch nachzeichnen (zuerst groß-, dann kleinformatig) |
| Hörbeispiele mit selbstgebauten Instrumenten, Orff-lnstrumenten und Instrumenten deS Lehrers sowie kurze Werkausschnitte | Einzeln und gleichzeitig erklingende Instrumente unterscheiden Subjektive Höreindrücke beschreiben Übungen zum Unterscheiden von Tonhöhe, Tondauer, Tempo, Lautstärke und Klangfarbe sowie deren Veränderungen |
| Kurze Hörbeispiele von Musik aus der Umwelt des Kindes | Anknüpfend an Erlebnisse der Kinder verschiedene Anlässe esprechen, bei denen Musik erklingt (zB Gottesdienste, Aufmarsch, Konzert) |
Bewegen zur Musik
| Grunderfahrungen mit Musik und Bewegung | Übungen zum Erfahren und Bewußtmachen von Tempo (langsam – schnell, langsamer – schneller), Tondauer (kurz, lang, Pause), Lautstärke (laut – leise, lauter – leiser) |
|---|---|
| Spüren von Spannung und Entspannung | ZB eine versteinerte Figur, ein schmelzender Schneemann sein |
| Freie Bewegungen zur Musik einzeln und in verschiedenen Gruppierungen (auf der Stelle, im Raum) | ZB einerl Roboter, einen Gummimenschen darstellen; Bewegungen in Schlange, zu dritt |
| Bewegungsgestaltung und szenische Darstellung | ZB Verse und Reime, Stegreifspiele, Märchen; Bil der szenisch und musikalisch ausgestalten (in Verbindung mit den Unterrichtsgegenständen Deutsch, Lesen, Schreiben, Leibesübungen und Bildnerische Erziehung) |
| Kindertänze | Spiel- und Tanzlieder, Kindenänze und einfache Volkstänze in erleichterter Form |
Grundstufe II
Singen
| Lieder aus dem Tages-, Jahres- und Lebenskreis der Kinder; regionaleVolkslieder; Lieder aus anderen Ländern; Bundeshymne; Kanons und mehrstimmige Lieder | Verschiedene Arten der Liederarbeitung, Lieder durch Zusatzstimmen mehrstimmig gestalten (zB Stimme oder lnstrtument des Lehrers, Finden von Über- oder Unterstimmen, eigene Tonaufnahmen als „Playback"); Atem- und Stimmbildungsübungen |
|---|---|
| Selbsterfundene Lieder | Melodieerfindung zu einem selbstges ta!teten Text, Erfinden weiterer Texte Zu vorgegebenen Melodien |
| Sprachgestaltungen | ZB Erfinden von Phantasiesprachen, Dialogen |
| Klangexperimente mit Sprech- und Singstimme | Spiele mit den Ausdrucksmöglichkeiten der menschlichen Stimme (zB wütend, erstaunt, lustig, traurig) |
Musizieren
| Rhythmische und rrielodische Begleitstimmen zu Liedern ·und gesprochenen Texten | Rhythmische Ostinati, musikalische Akzente an bestimmten Stellen (Textstellen hervorheben, Pausen ausfüllen), Bordun (zB Dudelsackquint), einfache Stufenfolgen; Vor-, Zwischen- und Nachspiele |
|---|---|
| Tonfolgen, Rhythmen und einfache Formverläufe | Tonfolgen, Rhythmen und Formverläufe erfassen, notieren und spielen |
| Notationen | Nach einfachen Notationen einzeln und gemeinsam musizieren |
| Klangexperimente | Klangergebnisse vergleichen, beurteilen und ordnen (f onbandaufzeichnungen); :Klänge und Geräusche zur Ausgestaltung von Stimmungsbildern und Texten e insetzen (zB Gewitter, Streitgespräch) |
Hören
| Kurze Hörbeispiele mit Musikinstrumenten, mit Sprech- und Singstimme | Einzeln, hintereinander und gleichzeitig erklingende Instrumente und Stimmen benennen und unterscheiden; Üburigen zum Unterscheiden von Lautstärke, Tondauer, Tempo, Tonhöhe und Klangfarbe und deren Veränderung; beispielhafte Informationen zur Klangerzeugung; Höraufgaben zum Erkennen einfacher Formverläufe (Wiederholung, Reihung, Wiederkehr) |
|---|---|
| Kurze Hörbeispiele Arten von Musik, Klängen und Geräuschen verschiedener | Subjektive Höreindrücke beschreiben und vergleichen, in grafisches und bildnerisches Gestalten oder in Bewegung umsetzen(in Verbindung mit den Unterrichtsgegenständen Bildnerische Erziehung, Schreiben und Leibesübungen) |
| Beispiele von Musik zu verschiedenen Anlässen | Hörbeispiele Funktionsbereichen zuordnen (zB Volks-, Kirchen-, Tanz-, Konzert-, Theater- und Filmmusik) |
| Kurze, in sich abgeschlossene Werkausschnitte bekannter Komponisten | Allenfalls einige Informationen über den Komponisten und seine Zeit, die zum besseren Verständnis des Werkes beitragen |
Bewegen zur Musik
| Grunderfahrungen mit Musik und Bewegung | Übungen zum Erfahren und Bewußtmachen von Tempo, Tondauer, Lautstärke und von Formverläufen (Wiederholung, Reihung, Wiederkehr) |
|---|---|
| Freie Bewegungsabläufe zur Musik einzeln und in verschiedenen Gruppierungen (auf der Stelle, im Raum) | Metrum, Takt, Rhythmus, Lautstärke und Melodie in Bewegung übenragen (Körpersprache); sich im Kreis, frei in der Gruppe in verschiedenen Richtungen bewegen |
| Bewegungsgestaltung und szenische Darstellung | ZB Verse und Reime, Stegreifspiele, Märchen; Bilder, Bildgeschichten; Bewegungen aus der Umwelt (zB Arbeit, Sport) szenisch und musikalisch ausgestalten (in Verbindung mit den UnterrichtSgegenständen Deutsch, Lesen; Leibesübungen und Bildnerische Erziehung, SChreiben) |
| Tänze | Fixierte Tanzformen aus vorbereiteten Bewegungen und Schrittarten aufbauen. Einfache Volkstänze und historische Tänze in erleichterter Form |
Didaktische Grundsätze:
Im Mittelpunkt der Musikerziehung steht das musikalische Handeln des Kindes. Dies wird angeregt durch
– eigenständiges musikalisches Nachgestalten und Gestalten;
– bewußtes Aufnehmen von Musik und kritische Auseinandersetzung mit Musik.
Musikerziehung fördert die Entwicklung der gesamten Persönlichkeit. Sie entfaltet die
– kognitiven,
– emotionalen,
– psycho-motorischen,
– kreativen und
– sozialen Fähigkeiten.
Bei der Unterrichtsplanung und -gestaltung ist dies durch ausgewogenen Wechsel der Lernbereiche und Arbeitsweisen zu berücksichtigen.
Musikerziehung dienst auch der Orientierung im vielfältigen Musikangebot unserer Zeit und erfordert daher die ständige Bezugnahme auf das Musikleben und die verschiedenen Arten von Musik.
Für die einzelnen Teilbereiche gelten folgende Hinweise:
Singen
Die Pflege der Stimme und des Gehörs ist im Rahmen des gesamten Unterrichts von wesentlicher Bedeutung. Atem-, Intonations- und Artikulationsübungen sind in spielerischer Form regelmäßig in den Unterricht einzubauen. Dabei ist das Vormachen des Lehrers (Vorsingen, Gegenüberstellung von falsch und richtig) wesentlich. Kinder, deren Stimme oder Gehör Mängel aufweisen, sind besonders zu betreuen. Neben dem bewußten Erleben, Erproben und Kennenlernen der eigenen Stimme sind die Kinder zum gemeinsamen Singen zu führen.
Bei der Liedauswahl hat sich der Lehrer am Lebens- und Interessensbereich der Kinder zu orientieren und deren Fassungsvermögen zu beachten. Die Vermittlung von Liedern soll allmählich auf einen zunehmend selbständigen Liederwerb hin ausgerichtet sein. Lieder sind in vielfältiger Weise zu wiederholen. Dadurch soll erreicht werden, daß die Kinder allmählich eine steigende Anzahl von Liedern auswendig singen können.
Der Kontakt zur traditionellen Notenschrift und anderen Notationsformen ist herzustellen.
Musizieren
Die Vielfalt der Möglichkeiten der Selbsterfahrung mit verschiedenen Instrumenten von Klangexperimenten bis hin zu Gruppenimprovisationen soll dem schöpferischen Gestaltungsvermögen der Kinder breiten Entwicklungsraum bieten. Instrumente können das Singen unterstützen und zur Begleitung von Liedern eingesetzt werden. Dabei ist immer wieder der Kontakt zu verschiedenen Notationsformen herzustellen. Erfahrungen beim Musizieren sollen die Kinder zum Erlernen von Musikinstrumenten anregen. Der Einsatz des vom Lehrer gespielten Instrumentes ist bei der Liedbegleitung, der Hörerziehung und beim Gruppenmusizieren von großer Bedeutung.
Hören
Wesentliches Anliegen der Hörerziehung ist die Schulung des bewußten Hörens. Ausgehend von Höreindrücken im Lebens- und Interessensbereich der Kinder soll der akustisch-musikalische Erfahrungshorizont allmählich erweitert werden. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Vielfalt möglicher Höreindrücke ist anzustreben. Dabei ist eine tolerante Haltung gegenüber verschiedenen Meinungen zu fördern.
Bei der Auswahl von Musikbeispielen ist von Anfang an die Vielfalt musikalischer Erscheinungsformen zu berücksichtigen. Informationen und Kenntnisse über musikkundliche, musikgeschichtliche und musiksoziologische Zusammenhänge sind in Verbindung mit Hörbeispielen kindgemäß und sachgerecht zu vermitteln.
Bewegen zur Musik
Dem natürlichen Bedürfnis der Kinder nach Bewegung in Verbindung mit Musik ist zu entsprechen. Dadurch soll ihnen ein weiterer Zugang zur Musik erschlossen werden.
Neben dem freien Bewegen zur Musik sind auch einfache Tanzformen zu erarbeiten.
Im allgemeinen sind Gruppentänze Paartänzen vorzuziehen. Bewegungserziehung ist nicht mit dem Tanzunterricht im eigentlichen Sinn zu verwechseln. Querverbindungen zu den Unterrichtsgegenständen Bewegung und Sport, Deutsch, Lesen (Schreiben) bzw. Bildnerische Erziehung (Schreiben) sind herzustellen.
Gestalten
Dem kreativen Gestalten ist in allen Bereichen der Musikerziehung eine angemessene Zeit einzuräumen. Ereignisse, Gedichte, Erzählungen und Stimmungen können einen Anreiz zur Improvisation bieten. Dabei sind verschiedene Möglichkeiten freien Gestaltens zu nutzen. Neben der Stimme und neben den herkömmlichen Instrumenten sollen auch selbstgefertigte Musikinstrumente eingesetzt werden. Querverbindungen zur Werkerziehung, zu Deutsch, Lesen (Schreiben), zu Bildnerischer Erziehung (Schreiben) und allenfalls zum Sachunterricht sind herzustellen.
Bildnerische Erziehung
Bildungs- und Lehraufgabe:
Der Unterrichtsgegenstand Bildnerische Erziehung ist Teil der kulturellen Bildung und soll grundlegende Erfahrungen des Wahrnehmens und Gestaltens motivierend vermitteln.
Die Kinder sollen Vertrauen in ihre individuelle Gestaltungsfähigkeit gewinnen und Lust bekommen, diese über die Schule hinaus eigenständig weiterzuentwickeln.
Der Unterrichtsgegenstand Bildnerische Erziehung soll Möglichkeiten anbieten, Gefühle, Gedanken und Vorstellungen bildhaft auszudrücken, damit die Kinder etwas über sich selbst, andere und die Umwelt erfahren.
Die selbständige gestalterische Tätigkeit wird ergänzt und weiterentwickelt durch die Reflexion der eigenen Arbeit sowie durch kindgemäße Auseinandersetzung mit Beispielen aus Alltagskultur, Medien und Kunst.
Diese Auseinandersetzung beinhaltet vielfältige Lernchancen: Sensibilisieren der Wahrnehmung, Verbalisieren persönlicher Eindrücke, Erkennen von Zusammenhängen zwischen bildnerischen Sachverhalten und deren möglichen emotionalen Wirkungen, Akzeptanz anderer Auffassungen, Neugier auf nähere Information, Anregung für eigene Gestaltungsideen.
In der bildnerischen Tätigkeit geht es einerseits um das Kennenlernen, Erproben und Anwenden von Ausdrucksmöglichkeiten in Bereichen wie Grafik, Malerei, Plastik, Raum, Schrift, Fotografie, Film, Video, Neue Medien, Spiel und Aktion sowie Gestaltung der eigenen Umwelt. Andererseits geht es um die Entwicklung des bildhaften Denkens und persönlichkeitsbezogener Eigenschaften wie Offenheit, Flexibilität, Experimentierfreude, Einfallsreichtum, Sensibilität, Konzentrationsfähigkeit, Ausdauer, Kooperationsbereitschaft und Rücksichtnahme.
Der Lehrplan gliedert sich in die Teilbereiche „Bildnerisches Gestalten“ sowie „Wahrnehmen und Reflektieren“.
Bildnerische Erziehung ermöglicht die Verknüpfung sowohl von sinnlichen und emotionalen als auch von kognitiven und psychomotorischen Zugängen.
Lehrstoff:
Grundstufe I
Bildnerisches Gestalten
| Eigene Einfälle einbringen und entwickeln | |
|---|---|
| – Persönliche Vorstellungen darstellen | Erlebnisse und Fantasien, Situationen aus Geschichten und aus der eigenen sozialen Umwelt |
| Grafische, malerische und plastische Mittel einsetzen | |
| Sich visuell verständlich machen | |
| - Sachverhalte verdeutlichen | Tiere, Personen, Tätigkeiten usw. treffend darstellen |
| – Wesentliches für andere erkennbar machen | Verdeutlichung durch Hervorhebung, etwa durch Größe und Farbe oder durch Reduktion auf das Wesentliche |
| Gestaltungen mit verschiedenen bildnerischen Techniken und visuellen Ausdrucksformen (zB Pantomime) Herstellen von Masken und Handpuppen | |
| Gefühle sichtbar machen | |
| – Stimmungen ausdrücken durch Farben, Formen, Bewegung, usw. | Expressives Arbeiten mit grafischen, malerischen und plastischen Mitteln (zB Kohle, Kreide, Wachsmalstifte, Kleisterfarben, Fingerfarben, Erde, Sand, Lehm) |
| Großformatiges Arbeiten, Aktivitäten im Freien | |
| Spielen mit Masken und Handpuppen | |
| Verdeutlichung von Gefühlen durch Körpersprache | |
| Experimentierfreude entwickeln | |
| – Förderung von Offenheit und Risikobereitschaft | Ausprobieren von Zufallseffekten |
| Spielerischer Umgang mit Farbe (zB Nass-in-Nass-Malerei, Abklatschtechnik) | |
| Spielerisches Arbeiten mit Naturmaterialien (Steine, Äste, Blätter, ...) – auch im Freien | |
| Spiele mit Licht und Schatten, mit Wind und Wasser usw. | |
| Umgestaltungsfähigkeit und Flexibilität fördern | |
| – Formelemente aus ihrem Zusammenhang lösen und zu neuen Bedeutungszusammenhängen fügen | Gebilde aus Alltagsgegenständen, Abfall oder Naturmaterial |
| Collagen (zB Bildteile aus Illustrierten ausschneiden und für eigene Darstellungsabsichten nützen) | |
| Verschiedene Kombinationsmöglichkeiten ausprobieren, durch neue Anordnungen neue Sinnzusammenhänge herstellen | |
| Verwandeln von Räumen durch Umstellen der Möbel, mit Hilfe von Tüchern, Abdeckfolien, farbigem Licht, ... | |
| Bildnerische Techniken kennen lernen | |
| – Spielerisches Erproben von Materialeigenschaften und Arbeitsverfahren | Erfahrungen sammeln mit bildnerischen Arbeitsverfahren und ihren Wirkungen |
| Zweckmäßige Verwendung von Werkzeugen und Materialien | |
| Berücksichtigung logischer Abfolgen von handwerklichen Vorgängen | |
| Entwickeln von Fertigkeiten in verschiedenen bildnerischen Bereichen | |
| Umgang mit: Farbe und Pinsel, Schere und Klebstoff, einfachen Drucktechniken, Materialien für plastisches Gestalten, neuen Medien, ... | |
| Sinnliche Wahrnehmungen verfeinern | |
| Sensibilisieren für | |
| – Farben, Formen und deren Anordnung sowie zB für visuell oder haptisch erfassbare Eigenschaften von Materialien | Spielerische Aktivitäten im Bereich aller Sinne |
| Sensibilisierung für Materialoberflächen (glatt, rau, flauschig, ...); für plastische Qualitäten (kantig, rund, geschlossen, raumgreifend, ...); für Geruch und Geschmack usw. | |
| – Raumerfahrungen | Erkunden und Entdecken von Raumsituationen (Innenraum, Umraum, eng, weit, dunkel, hell, ...) |
| Gemeinsam arbeiten | |
| – In Gestaltungsprojekten soziale Kompetenz entwickeln (Kooperationsfähigkeit, Toleranz, Verantwortungsgefühl, ...) | Partner- und Gruppenarbeit, gemeinsame Ideensuche, demokratische Formen der Entscheidungsfindung |
| Fremdes mit Eigenem in Beziehung setzen | |
| Umgang mit Spannungen zwischen unterschiedlichen Interessen | |
| Gemeinschaftliche Gestaltungen in der Klasse, im Schulhaus, ... | |
| Wahrnehmen und Reflektieren | |
| Mit allen Sinnen wahrnehmen | |
| – Werke betrachten | Eigene Arbeiten und Arbeiten von Mitschülerinnen und Mitschülern betrachten |
| Gemeinsamkeiten und Unterschiede entdecken | |
| Beispiele aus Alltag, Medien und Kunst genau anschauen, Details entdecken | |
| – Persönliche Eindrücke anderen mitteilen | Vermutungen über dargestellte Inhalte äußern, unterschiedliche Meinungen und Mehrdeutigkeiten akzeptieren |
| Eigene Empfindungen, eigene Wahrnehmungen und Assoziationen den anderen mitteilen, auch durch Mimik, Gestik, Musik, ... | |
| Auf Informationen über Kunst und Kultur neugierig werden | Interessantes erfahren |
| Über einzelne Werke und deren Gestalterinnen und Gestalter | |
| Über das kulturelle Umfeld des Kindes, auch in Verbindung mit anderen Unterrichtsgegenständen | |
| Verhältnis zwischen Aufgabenrahmen und persönlichem Gestaltungsspielraum besprechen | |
| – Eigene bildnerische Ausdrucksformen finden | Inhaltliche und gestalterische Ideen zu einem Thema im Klassengespräch sammeln |
| Sich durch Beispiele aus Alltag, Medien und Kunst zu eigenständigen Gestaltungen anregen lassen | |
| Unterschiedliche Gestaltungsweisen besprechen | |
Grundstufe II
Bildnerisches Gestalten
| Eigene Einfälle einbringen und entwickeln | |
|---|---|
| – Persönliche Vorstellungen darstellen | Erlebnisse und Fantasien, Situationen aus Geschichten und aus der eigenen sozialen Umwelt |
| Themen, die zur Darstellung von Bewegung anregen | |
| – Repertoire der Zeichen zunehmend differenzieren und erweitern | Gestaltung von Personen, Tieren, Pflanzen und Gegenständen |
| Darstellung von räumlichen Beziehungen; grafische, malerische und plastische Mittel | |
| Sich visuell verständlich machen | |
| – Sachverhalte verdeutlichen | Tiere, Personen, Tätigkeiten usw. treffend darstellen |
| – Wesentliches für andere erkennbar darstellen | Verdeutlichung durch Hervorhebung, etwa durch Größe und Farbe oder durch Reduktion auf das Wesentliche |
| Erfinden von Bildzeichen | |
| Bildgeschichten, Plakate, Kombinationen von Text und Bild | |
| Gestaltungen mit verschiedenen bildnerischen Techniken und visuellen Ausdrucksformen (zB Pantomime); Herstellen von Masken und Handpuppen | |
| Gefühle sichtbar machen | |
| – Stimmungen ausdrücken durch Farben, Formen, Bewegung, usw. | Expressives Arbeiten mit grafischen, malerischen und plastischen Mitteln (zB Kohle, Kreide, Wachsmalstifte, Kleisterfarben, Fingerfarben, Erde, Sand, Lehm) |
| Großformatiges Arbeiten, Aktivitäten im Freien | |
| Spielen mit Masken und Handpuppen | |
| Verdeutlichung von Gefühlen durch Körpersprache, Festhalten ausdrucksstarker Momente mit Hilfe von Foto und Video | |
| Bewusste Übertreibung von Farben und Formen als Ausdrucksmittel | |
| Visualisieren musikalischer Eindrücke | |
| Experimentierfreude entwickeln | |
| – Förderung von Offenheit und Risikobereitschaft, Frustrationstoleranz und Entscheidungsfähigkeit | Spielerisches Arbeiten mit Naturmaterialien (Steine, Äste, Blätter, ...) – auch im Freien; |
| Spiele mit Licht und Schatten, mit Wind und Wasser, ... | |
| – Den Zufall für bildnerische Wirkungen nützen | Ausprobieren von Zufallseffekten |
| Spielerischer Umgang mit Farbe (zB Nass-in-Nass-Malerei, Abklatschtechnik, Frottage) | |
| Wahl von Ausschnitten für Kalenderblätter, Hefteinbände, ... | |
| Umgestaltungsfähigkeit und Flexibilität fördern | |
| – Formelemente aus ihrem Zusammenhang lösen und zu neuen Bedeutungszusammenhängen fügen | Gebilde aus Alltagsgegenständen, Abfall oder Naturmaterial |
| Collagen (zB Bild und Schrift aus Illustrierten ausschneiden und für eigene Darstellungsabsichten nützen) | |
| Verschiedene Kombinationsmöglichkeiten ausprobieren, durch neue Anordnungen neue Sinnzusammenhänge herstellen | |
| Verfremdungseffekte – Verwandeln von Räumen durch Umstellen der Möbel, mit Hilfe von Tüchern, Abdeckfolien, farbigem Licht, ... | |
| Verwandlung durch Kleidung | |
| Bildnerische Techniken kennen lernen | |
| – Erproben von Materialeigenschaften und Arbeitsverfahren | Erkennen von Zusammenhängen zwischen bildnerischen Arbeitsverfahren und ihren Wirkungen |
| Zweckmäßige Verwendung von Werkzeugen und Materialien | |
| Berücksichtigung logischer Abfolgen von handwerklichen Vorgängen | |
| – Abstimmung von Thema und Technik sowie zunehmend selbstbestimmte Wahl der Technik | Entwickeln von Fertigkeiten in verschiedenen bildnerischen Bereichen |
| Umgang mit Farbe und Pinsel, Schere und Klebstoff, einfachen Drucktechniken, Materialien für plastisches Gestalten, neuen Medien, ... | |
| Verschiedene Aspekte der Schriftgestaltung kennen lernen | |
| – Schrift als Informationsträgerin und bildnerisches Ausdrucksmittel | Einsatz verschiedener Materialien und Arbeitsweisen (Malen, Schneiden, Kleben, Drucken, Einsatz neuer Medien, ...) |
| Schriftgestaltung für Einladungen, Plakate, Hefteinbände, ... | |
| Anordnung von Bildern und Texten für Schautafeln, Projektdokumentationen, ... | |
| Erfinden von Geheimschriften, Bilderschriften, Kritzelzeichen usw., auch auf Objekten | |
| Sinnliche Wahrnehmungen fördern | |
| Sensibilisieren für | |
| – Farben, Formen und deren Anordnung sowie zB für visuell oder haptisch erfassbare Eigenschaften von Materialien | Zusammenwirken von Farben, Ausprobieren verschiedener Anordnungen und Gruppierungen (Regelmäßigkeit, Unregelmäßigkeit, Symmetrie, Rhythmus, Gleichgewicht, ...) |
| Spielerische Aktivitäten im Bereich aller Sinne | |
| Sensibilisierung für Materialoberflächen (glatt, rau, flauschig, ...); plastische Qualitäten (kantig, rund, geschlossen, raumgreifend, ...); für Geruch und Geschmack usw. | |
| – Raumerfahrungen | Erkunden und Entdecken von Raumsituationen (Innenraum, Umraum, eng, weit, dunkel, hell, ...) |
| Gemeinsam arbeiten | |
| – In Gestaltungsprojekten soziale Kompetenz entwickeln (Kooperationsfähigkeit, Toleranz, Verantwortungsgefühl, ...) | Partner- und Gruppenarbeit, gemeinsame Ideensuche, demokratische Formen der Entscheidungsfindung |
| Fremdes mit Eigenem in Beziehung setzen | |
| Umgang mit Spannungen zwischen unterschiedlichen Interessen | |
| Gemeinschaftliche Gestaltungen in der Klasse, im Schulhaus, im öffentlichen Raum | |
| Bildnerisches Arbeiten im Rahmen von Projekten zB Theateraufführungen (Masken, Kostüme, Kulissen, Plakate, ...), Elternabenden, Schulfesten usw. | |
| Dokumentation von Unterrichtsprojekten (Foto, Text, Video, neue Medien, ...) | |
| Wahrnehmen und Reflektieren | |
| – Werke betrachten | Eigene Arbeiten und Arbeiten von Mitschülerinnen und Mitschülern betrachten |
| Gemeinsamkeiten und Unterschiede entdecken | |
| Beispiele aus Alltag, Medien und Kunst genau anschauen, Details entdecken | |
| Inhaltliche Zusammenhänge erfassen | |
| – Persönliche Eindrücke anderen mitteilen | Eigene Gefühle und Assoziationen den anderen mitteilen, auch durch Mimik, Gestik, Musik, ... |
| Persönliche Eindrücke begründen | |
| – Zusammenhänge zwischen bildnerischen Gestaltungsweisen und ihren Wirkungen erkennen | Subjektive Eindrücke anderen verständlich machen |
| Emotionale Wirkungen von Gestaltungsmitteln erkennen (Farben, Formen, Größenverhältnisse, Kontraste, ...) | |
| Vermutungen über die dargestellten Inhalte äußern, unterschiedliche Meinungen und Mehrdeutigkeiten akzeptieren | |
| Manipulationsmöglichkeiten, zB in Film/Video, Fotografie und Printmedien wahrnehmen und reflektieren | |
| Auf Informationen über Kunst und Kultur neugierig werden | |
| – Erweitern des Erfahrungshorizonts im Bereich der kulturellen Bildung | Ausgewählte Kunstwerke (Bilder, Plastiken, Bauwerke, Aktionen, ...) |
| Ausgewählte Künstlerinnen und Künstler | |
| Ausgewählte Materialien und Arbeitsweisen | |
| Auseinandersetzung mit Beispielen aus der Alltagskultur: Spielzeug, Fernsehen, Computer, Film, Comics, Illustrierte, Werbung, Mode, Esskultur | |
| Bewusstes Wahrnehmen von Schriftgestaltung in der engeren Umwelt (Plakate, Geschäftsaufschriften, Logos, Piktogramme, ...) | |
| Verbindung zu den anderen Unterrichtsgegenständen herstellen | |
| Verhältnis zwischen Aufgabenrahmen und persönlichem Gestaltungsspielraum besprechen | |
| – Eigene bildnerische Ausdrucksformen finden | Inhaltliche und gestalterische Ideen zu einem Thema im Klassengespräch sammeln |
| Sich durch Beispiele aus Alltag, Medien und Kunst zu eigenständigen Gestaltungen anregen lassen | |
| Gestaltungsmöglichkeiten besprechen | |
| Auf bildnerische Probleme aufmerksam machen (zB Wechselbeziehung zwischen Thema, Technik und Format sowie zwischen Ausdrucksabsicht und Gestaltungsmittel) | |
| Auch handlungsbetonte Gestaltungsweisen in Raum und Zeit nützen (Spiel, Aktion, ...) | |
| Eigene Gestaltungserfahrungen besprechen | |
| – Unterschiedliche Ausdrucksweisen anerkennen | Darstellungsabsichten erklären |
| Schwierigkeiten und Entdeckungen schildern | |
| Die Wirkung der eigenen Arbeit auf andere Betrachter erfahren | |
| Verbindungen herstellen zwischen der eigenen Arbeit und verwandten Beispielen aus Alltag und Kunst | |
Didaktische Grundsätze:
Die Aufgliederung in die Teilbereiche „Bildnerisches Gestalten“ sowie „Wahrnehmen und Reflektieren“ verdeutlicht die sachliche und stoffliche Struktur des Unterrichtsgegenstandes sowie die mit ihm verbundenen Lernchancen. Grafik, Malerei, Plastik/Objekt/Raum, Fotografie und Film/Video, Spiel und Aktion sind in diese Teilbereiche integriert.
Für die Unterrichtspraxis ist es von größter Wichtigkeit, die in den beiden Teilbereichen getrennt angeführten Ziele und Inhalte in enge wechselseitige Beziehung zu bringen.
Die individuellen Äußerungen der Kinder sind anzuerkennen. Die gesamte unterrichtliche Tätigkeit soll von einer positiven Erwartungshaltung getragen sein. Wertungen sind vor allem im Sinne einer positiven Verstärkung einzusetzen.
Die Themen für die bildnerische Tätigkeit sollen sich auf die Erlebnis- und Vorstellungswelt der Kinder beziehen. Aus organisatorischen Gründen, aber auch im Hinblick auf die angestrebten Lernziele (siehe Lehrstoff) kann es sinnvoll sein, die Gestaltung eines Themas gelegentlich an eine bestimmte Technik zu binden. Technik und Darstellungsabsicht sollen sinnvoll aufeinander abgestimmt sein. Die Entscheidung soll zunehmend in die Eigenverantwortlichkeit der Schülerinnen und Schüler übertragen werden.
Die Einführung in ein Thema ist so zu gestalten, dass die Fantasie und der bildnerische Einfallsreichtum geweckt werden. Der Aufgabenrahmen soll eine Orientierung bieten, aber gleichzeitig so viel Spielraum lassen, dass jedes Kind seine persönlichen Ideen und Vorlieben einbringen und sich mit dem fertigen Werk identifizieren kann. Dieser Gestaltungsspielraum ist auch notwendig, um den unterschiedlichen Entwicklungsphasen und Begabungen innerhalb einer Klasse gerecht zu werden. Im Vergleich mit den anderen kann jedes Kind sich in seiner Eigenart erkennen und gleichzeitig die Eigenart der anderen anerkennen.
Der Aufgabenrahmen kann auch – im Sinne demokratischen Handelns – in Zusammenarbeit mit den Kindern entwickelt werden.
Von schematischem Festlegen von Gestaltungsweisen und dem bloßen Ausmalen von Vorlagen ist abzusehen, weil dadurch die kreativen Fähigkeiten der Kinder unterbunden werden.
In gemeinsamer Arbeit sollen fallweise größere Projekte verwirklicht werden. Dabei geht es nicht nur um die Förderung im Bereich des sozialen Lernens, sondern auch um die Erfahrung, die eigene Umwelt verändern zu können und ein Thema ganzheitlich darzustellen. Die wechselseitige Anregung von reflektierenden und gestalterischen Lernphasen bietet vielfältige Möglichkeiten für die Verknüpfung mit anderen Unterrichtsgegenständen.
Der zeitliche Rahmen für die bildnerische Arbeit orientiert sich – entsprechend Punkt 4 der Allgemeinen Bestimmungen des Lehrplans – vor allem an der Konzentrations- und Lernfähigkeit der Kinder sowie an der jeweiligen Themen- bzw. Problemstellung.
Bei der Präsentation von Reproduktionen soll auf Wiedergabequalität und ausreichende Größe geachtet werden. Ausstellungs-, Museums- und Atelierbesuche ermöglichen die Begegnung mit Originalen sowie den Dialog mit Fachleuten und sind daher ein wichtiger Bestandteil des Unterrichts.
Technisches Werken
Bildungs- und Lehraufgabe:
Technisches Werken soll den Schülerinnen und Schülern elementare Zugänge zur technisch gestalteten und gebauten Umwelt vermitteln sowie zur Orientierung und zu verantwortungsvollem Verhalten der Umwelt gegenüber beitragen.
Zentrale Aufgabe des Unterrichtsgegenstandes ist die handlungsorientierte Beschäftigung mit den Produkten menschlichen Schaffens in den Teilbereichen
– Gebaute Umwelt
– Technik
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