(Übersetzung)ANTI-DOPING-KONVENTION(NR: GP XVIII RV 94 AB 119 S. 27. BR: AB 4054 S. 541.)

Typ Staatsvertrag
Veröffentlichung 1991-09-01
Letzte Aktualisierung 2026-01-01
Status Aufgehoben · 1991-09-26
Ministerium BKA (Bundeskanzleramt)
Quelle RIS
Artikel 20
Änderungshistorie JSON API

5alpha-Androstan-3alpha,17alpha-diol; 5alpha-Androstan-3alpha,17beta-diol; 5alpha-Androstan-3beta,17alpha-diol; 5alpha-Androstan-3beta,17beta-diol; 5beta-Androstan-3alpha,17beta-diol; Androst-4-en-3alpha,17alpha-diol; Androst-4-en-3alpha,17beta-diol; Androst-4-en-3beta,17alpha-diol; Androst-5-en-3alpha,17alpha-diol; Androst-5-en-3alpha,17beta-diol; Androst-5-en-3beta,17alpha-diol; 4-Androstendiol (Androst-4-en-3beta,17beta-diol); 5-Androstendion (Androst-5-en-3,17-dion); Androsteron (3beta-Hydroxy-5alpha-androstan-17-on); Epidihydrotestosteron; Epitestosteron; Etiocholanolon; 7alpha-Hydroxy-DHEA; 7beta-Hydroxy-DHEA; 7-Keto-DHEA; 19-Nor-androsteron; 19-Noretiocholanolon.

2. Zu den anderen anabolen Substanzen gehören unter anderem

Clenbuterol, Selektive Androgen-Rezeptor-Modulatoren (SARMs, zum Beispiel Andarin und Ostarin), Tibolon, Zeranol und Zilpaterol.

** Für die Zwecke dieses Abschnitts bezieht sich der Begriff „exogen“ auf eine Substanz, die vom Körper normalerweise nicht auf natürlichem Wege produziert wird.*
*** Für die Zwecke dieses Abschnittes bezieht sich der Begriff „endogen“ auf eine Substanz, die vom Körper normalerweise auf natürlichem Wege produziert wird.*

S2. PEPTIDHORMONE, WACHSTUMSFAKTOREN, VERWANDTE SUBSTANZEN UND MIMETIKA

Die folgenden Substanzen und andere Substanzen mit ähnlicher chemischer Struktur oder ähnlicher/n biologischer/n Wirkung(en) sind verboten:

1.

Erythropoetin-Rezeptor-Agonisten:

1.1 Erythropoese-stimulierende Stoffe (ESAs), darunter zum Beispiel Darbepoetin (dEPO); Erythropoetin (EPO); EPO-Fc ; EPO-mimetische Peptide (EMP), zum Beispiel CNTO 530 und Peginesatid und Methoxy-Polyethylenglycol-Epoetin beta (CERA – Continuous Erythropoiesis Receptor Activator)

1.2 Nicht-erythropoetische EPO-Rezeptor-Agonisten, zum Beispiel ARA-290, asialo-EPO und carbamyliertes EPO ;

2.

Hypoxie-induzierbarer-Faktor (HIF)-Stabilisatoren, zum Beispiel Cobalt und FG-4592 und HIF–Aktivatoren , zum Beispiel Argon, Xenon ;

3.

Choriongonadotropin (CG) und Luteinisierendes Hormon (LH) sowie ihre Relea-singfaktoren, zum Beispiel Buserelin, Gonadorelin und Triptorelin (bei Männern);

4.

Corticotropine und ihre Releasingfaktoren, zum Beispiel Corticorelin;

5.

Wachstumshormon (GH) und seine Releasingfaktoren, darunter Wachstumshormon-Releasing-Hormon (GHRH) und seine Analoga, zum Beispiel CJC-1295, Sermorelin und Tesamorelin ; Wachstumshormon-Sekretagoga (GHS), zum Beispiel Ghrelin und Ghrelin-Mimetika , zum Beispiel Anamorelin und Ipamorelin ; Wachstumshormon-Releasing-Peptide (GHRPs), zum Beispiel Alexamorelin, GHRP-6, Hexarelin und Pralmorelin (GHRP-2).

Außerdem verbotene Wachstumsfaktoren:

S3. Βeta-2-AGONISTEN

Alle Beta-2-Agonisten, gegebenenfalls auch alle optischen Isomere, zum Beispiel D- und L- sind verboten.

Ausgenommen hiervon sind:

inhaliertes Salbutamol (höchstens 1.600 Mikrogramm über 24 Stunden)

inhaliertes Formoterol (abgegebene Dosis höchstens 54 Mikrogramm über 24 Stunden) und

inhaliertes Salmeterol , entsprechend den therapeutischen Empfehlungen der Hersteller.

Ein Salbutamolwert im Urin von mehr als 1.000 Nanogramm/ml oder ein Formoterolwert im Urin von mehr als 40 Nanogramm/ml wird nicht als beabsichtigte therapeutische Anwendung der Substanz angesehen und gilt als ein von der Norm abweichendes Analyseergebnis (AAF), es sei denn, der Athlet weist anhand einer kontrollierten pharmakokinetischen Studie nach, dass dieses abnorme Ergebnis die Folge der Anwendung einer therapeutischen inhalatierten Dosis bis zu dem oben genannten Höchstwert war.

S4. HORMONE UND STOFFWECHSEL-MODULATOREN

Die folgenden Hormone und Stoffwechsel-Modulatoren sind verboten:

1.

Aromatasehemmer ; dazu gehören unter anderem Aminoglutethimid; Anastrozol; Androsta-1,4,6-trien-3,17-dion (Androstatriendion); 4-Androsten-3,6,17-trion (6-oxo); Exemestan; Formestan; Letrozol und Testolacton .

2.

Selektive Estrogen-Rezeptor-Modulatoren (SERMs); dazu gehören unter anderem Raloxifen, Tamoxifen und Toremifen .

3.

Andere antiestrogene Substanzen ; dazu gehören unter anderem Clomifen, Cyclo-fenil und Fulvestrant.

4.

Substanzen, welche die Myostatinfunktion(en) verändern ; dazu gehören unter an-derem Myostatinhemmer .

5.

Stoffwechsel-Modulatoren:

5.1 Aktivatoren der AMP-aktivierten Proteinkinase (AMPK), zum Beispiel AICAR ; und Peroxisom-Proliferator-aktivierter-Rezeptor-Delta)-Agonisten (PPARδ), zum Beispiel GW1516 ;

5.2 Insuline;

5.3 Trimetazidin .

S5. DIURETIKA UND MASKIERUNGSMITTEL

Die folgenden Diuretika und Maskierungsmittel und andere Substanzen mit ähnlicher chemischer Struktur oder ähnlicher/n biologischer/n Wirkung(en) sind verboten. Hierzu gehören unter anderem:

Desmopressin; Probenecid; Plasmaexpander , zum Beispiel Glycerol und intravenös verabreichtes Albumin, Dextran, Hydroxyethylstärke und Mannitol.

Acetazolamid, Amilorid, Bumetanid, Canrenon, Chlortalidon, Etacrynsäure, Furosemid, Indapamid, Metolazon, Spironolacton, Thiazide , zum Beispiel Bendroflumethiazid, Chlorothiazid und Hydrochlorothiazid, Triamteren und Vaptane , zum Beispiel Tolvaptan .

Hiervon ausgenommen sind:

Drospirenon, Pamabrom und topisches Dorzolamid und Brinzolamid

Die lokale Verabreichung von Felypressin in der Dentalanästhesie.

Der Nachweis in einer Probe zu jeder Zeit bzw. während eines Wettkampfs jeglicher Menge einer der folgenden Substanzen, die Grenzwerten unterliegt: Formoterol, Salbutamol, Cathin, Ephedrin, Methylephedrin und Pseudoephedrin, in Verbindung mit einem Diuretikum oder Maskierungsmittel, gilt als von der Norm abweichendes Analyseergebnis, es sei denn, der Athlet besitzt eine bestätigte Medizinische Ausnahmegenehmigung für diese Substanz neben der Medizinische Ausnahmegenehmigung für das Diuretikum oder Maskierungsmittel.

VERBOTENE METHODEN

M1. MANIPULATION VON BLUT UND BLUTBESTANDTEILEN

Folgende Methoden sind verboten:

1.

Die Verabreichung oder Wiederzufuhr jeder Menge von autologem, allogenem (homologem) oder heterologem Blut oder Produkten aus roten Blutkörperchen jeglicher Herkunft in das Kreislaufsystem.

2.

Die künstliche Erhöhung der Aufnahme, des Transports oder der Abgabe von Sauerstoff. Hierzu gehören unter anderem:

3.

Jegliche Form der intravaskulären Manipulation von Blut oder Blutbestandteilen mit physikalischen oder chemischen Mitteln.

M2. CHEMISCHE UND PHYSIKALISCHE MANIPULATION

Folgende Methoden sind verboten:

1.

Die tatsächliche oder versuchte unzulässige Einflussnahme, um die Integrität und Validität der Proben, die während der Dopingkontrollen genommen werden, zu verändern. Hierunter fallen unter anderem:

2.

Intravenöse Infusionen und/oder Injektionen von mehr als 50 ml innerhalb eines Zeitraums von sechs Stunden, es sei denn, sie werden rechtmäßig im Zuge von Krankenhauseinweisungen, chirurgischen Eingriffen oder klinischen Untersuchungen verabreicht.

M3. GENDOPING

Die folgenden Methoden zur möglichen Steigerung der sportlichen Leistung sind verboten:

1.

Die Übertragung von Nukleinsäure-Polymeren oder Nukleinsäure-Analoga;

2.

die Anwendung normaler oder genetisch veränderter Zellen.

Zusätzlich zu den oben beschriebenen Kategorien S0 bis S5 und M1 bis M3 sind im Wettkampf folgende Kategorien verboten:

VERBOTENE SUBSTANZEN

S6. STIMULANZIEN

Alle Stimulanzien, gegebenenfalls auch alle optischen Isomere, zum Beispiel D- und L-, sind verboten.

Zu den Stimulanzien gehören

a: Nicht-spezifische Stimulanzien:

Adrafinil, Amfepramon, Amiphenazol, Amphetamin, Amphetaminil, Benfluorex, Benzyl-piperazin, Bromantan, Clobenzorex, Cocain, Cropropamid, Crotetamid, Fencamin, Fenetyllin, Fenfluramin, Fenproporex, Fonturacetam [4-Phenylpirazetam (Carphedon)], Furfenorex, Mefenorex, Mephentermin, Mesocarb, Methamphetamin (D-), p-Methyl-amphetamin, Modafinil, Norfenfluramin, Phendimetrazin, Phentermin, Prenylamin und Prolintan.

Ein Stimulans, das in diesem Abschnitt nicht ausdrücklich genannt ist, gilt als spezifische Substanz.

b: Spezifische Stimulanzien.

Hierzu gehören unter anderem:

Benzphetamin, Cathin, Cathinon und seine Analoga, zum Beispiel Mephedron, Methedron und alpha-Pyrrolidinovalerophenon; Dimethylamphetamin; Ephedrin; Epinephrin (Adrenalin); Etamivan; Etilamphetamin; Etilefrin; Famprofazon; Fenbutra-zat; Fencamfamin; Heptaminol; Hydroxyamphetamin (Parahydroxyamphetamin); Isomethepten; Levmetamphetamin; Meclofenoxat, Methylendioxymethamphetamin, Methylephedrin, Methylhexanamin (Dimethylpentylamin); Methylphenidat; Nicethamid; Norfenefrin; Octopamin; Oxilofrin (Methylsynephrin); Pemolin; Pentetrazol; Phenethylamin und seine Derivate; Phenmetrazin; Phenpromethamin; Propylhexedrin; Pseudoephedrin*; Selegilin; Sibutramin; Strychnin; Tenamphetamin (Methylendioxyamphetamin); Tuaminoheptan;

und andere Substanzen mit ähnlicher chemischer Struktur oder ähnlicher/n biologischer/n Wirkung(en).


** Cathin ist verboten, wenn seine Konzentration im Urin 5 Mikrogramm/ml übersteigt.

*** Sowohl Ephedrin als auch Methylephedrin sind verboten, wenn ihre Konzentration im Urin jeweils 10 Mikrogramm/ml übersteigt.

**** Die lokale Anwendung (zum Beispiel nasal, ophthalmologisch) von Epinephrin (Adrenalin) oder die Verabreichung in Verbindung mit einem Lokalanästhetikum ist nicht verboten.

* Pseudoephedrin ist verboten, wenn seine Konzentration im Urin 150 Mikrogramm/ml übersteigt.

Hiervon ausgenommen sind:

Imidazolderivate für die topische/ophthalmische Anwendung und die in das Überwachungsprogramm für 2015* aufgenommenen Stimulanzien.


* Bupropion, Koffein, Nikotin, Phenylephrin, Phenylpropanolamin, Pipradol und Synephrin: Diese Substanzen sind in das Überwachungsprogramm für 2015 aufgenommen und gelten nicht als verbotene Substanzen.

S7. NARKOTIKA

Verboten sind:

Buprenorphin; Dextromoramid; Diamorphin (Heroin); Fentanyl und seine Derivate; Hydromorphon; Methadon; Morphin; Oxycodon; Oxymorphon; Pentazocin und Pethidin.

S8. CANNABINOIDE

Verboten sind:

Natürliches , zum Beispiel Cannabis, Haschisch und Marihuana oder synthetisches Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC)

Cannabinomimetika , zum Beispiel „Spice“, JWH-018, JWH-073, HU-210 .

S9. GLUCOCORTICOIDE

Alle Glucocorticoide sind verboten, wenn sie oral, intravenös, intramuskulär oder rektal verabreicht werden.

P1. ALKOHOL

Alkohol (Ethanol) ist in den nachfolgenden Sportarten nur im Wettkampf verboten. Die Feststellung erfolgt durch Atem- oder Blutanalyse. Der Grenzwert, ab dem ein Dopingverstoß vorliegt, entspricht einer Blutalkoholkonzentration von 0,10 g/l.

Bogenschießen (WA)

Luftsport (FAI)

Motorbootsport (UIM)

Motorradsport (FIM)

Motorsport (FIA)

P2. BETABLOCKER

Betablocker sind in den folgenden Sportarten nur im Wettkampf verboten; außerhalb von Wettkämpfen auch, sofern angegeben:

Billard (alle Disziplinen) (WCBS)

Bogenschießen (WA) *

Darts (WDF)

Golf (IGF)

Motorsport (FIA)

Schießen (ISSF, IPC) *

Skifahren/Snowboarding (FIS) im Skispringen, Freistil aerials/halfpipe und Snowboard halfpipe/big air

Tauchen (CMAS) wie Free Immersion Apnoea, Jump Blue Apnoea, Speerfischen, Streckentauchen mit und ohne Flossen, Tieftauchen mit konstantem Gewicht mit und ohne Flossen, Tieftauchen mit variablem Gewicht, Zeittauchen und Zielschießen.

* Auch außerhalb von Wettkämpfen verboten.

Zu den Betablockern gehören unter anderem

Acebutolol; Alprenolol; Atenolol; Betaxolol; Bisoprolol; Bunolol; Carteolol; Carvedilol; Celiprolol; Esmolol; Labetalol; Levobunolol; Metipranolol; Metoprolol; Nadolol; Oxpre-nolol; Pindolol; Propranolol; Sotalol und Timolol.

(Übersetzung)

VERBOTSLISTE 2016

WELT ANTI-DOPING CODE

Inkrafttreten: 1. Jänner 2016

(Anm.: Anlage ist als PDF dokumentiert.)

(Übersetzung)

VERBOTSLISTE 2017

WELT ANTI-DOPING CODE

Inkrafttreten: 1. Jänner 2017

(Anm.: Verbotsliste ist als PDF dokumentiert)

(Übersetzung)

VERBOTSLISTE 2018

WELT ANTI-DOPING CODE

Inkrafttreten: 1. Jänner 2018

(Anm.: Verbotsliste ist als PDF dokumentiert)

(Übersetzung)

VERBOTSLISTE 2019

WELT ANTI-DOPING CODE

Inkrafttreten: 1. Jänner 2019

(Anm.: Verbotsliste als PDF dokumentiert)

(Übersetzung)

VERBOTSLISTE 2019

WELT ANTI-DOPING CODE

Inkrafttreten: 1. Jänner 2020

(Anm.: Verbotsliste als PDF dokumentiert)

(Übersetzung)

VERBOTSLISTE 2021

WELT ANTI-DOPING CODE

Inkrafttreten: 1. Jänner 2021

(Anm.: Verbotsliste als PDF dokumentiert)

(Übersetzung)

VERBOTSLISTE 2022

WELT ANTI-DOPING CODE

Inkrafttreten: 1. Jänner 2022

(Anm.: Verbotsliste als PDF dokumentiert)

(Übersetzung)

VERBOTSLISTE 2023

WELT-ANTI-DOPING-CODE

Inkrafttreten: 1. Jänner 2023

(Anm.: Verbotsliste 2023 als PDF dokumentiert)

(Übersetzung)

VERBOTSLISTE 2024

WELT-ANTI-DOPING-CODE

Inkrafttreten: 1. Jänner 2024

Einleitung

Die Verbotsliste ist ein verbindlicher Internationaler Standard im Rahmen des Welt-Anti-DopingProgramms.

Die Liste wird nach einem umfassenden von der WADA durchgeführten Konsultationsverfahren jährlich aktualisiert. Die Liste tritt am 1. Jänner 2024 in Kraft.

Der offizielle Wortlaut der Verbotsliste wird von der WADA weitergeführt und in englischer und französischer Sprache veröffentlicht. Bei Unstimmigkeiten zwischen der englischen und französischen Fassung ist die englische Fassung maßgebend.

Begriffe, die in dieser Liste verbotener Substanzen und verbotener Methoden verwendet werden:

Innerhalb des Wettkampfes verboten

Sofern die WADA für eine bestimmte Sportart keinen anderen Zeitraum zugelassen hat, beginnt der Zeitraum „innerhalb des Wettkampfes“ grundsätzlich kurz vor Mitternacht (um 23:59 Uhr) am Tag vor einem Wettkampf, für den der Athlet aufgestellt ist, und endet mit dem Ende dieses Wettkampfes und des Probenahmeverfahrens.

Zu allen Zeiten verboten

Dies bedeutet, dass die Substanz oder die Methode entsprechend der Begriffsbestimmung im Code innerhalb und außerhalb des Wettkampfes verboten ist.

Spezifisch und nichtspezifisch

Nach Artikel 4.2.2 des Welt-Anti-Doping-Codes gelten „für die Zwecke der Anwendung des Artikels 10 [...] alle verbotenen Substanzen als spezifische Substanzen mit Ausnahme derjenigen, die in der Verbotsliste anders gekennzeichnet sind. Eine verbotene Methode gilt nicht als spezifische Methode, es sei denn, sie ist in der Verbotsliste ausdrücklich als spezifische Methode gekennzeichnet.“ Nach dem Kommentar zu dem Artikel sollen „die in Artikel 4.2.2 genannten spezifischen Substanzen und Methoden [...] auf keinen Fall als weniger wichtig oder weniger gefährlich als andere Dopingsubstanzen oder methoden angesehen werden. Es handelt sich dabei einfach um Substanzen und Methoden, bei denen die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass ein Athlet sie für andere Zwecke als die Leistungssteigerung eingenommen beziehungsweise angewendet hat.“

Substanzen mit Missbrauchspotential

Nach Artikel 4.2.3 des Codes sind Substanzen mit Missbrauchspotential jene Substanzen, die als solche gekennzeichnet sind, weil sie in der Gesellschaft häufig außerhalb eines sportlichen Zusammenhangs missbraucht werden. Als Substanzen mit Missbrauchspotential gelten: Cocain, Diamorphin (Heroin), Methylendioxymethamfetamin (MDMA/„Ecstasy“) und Tetrahydrocannabinol (THC).

S0 Nicht zugelassene Substanzen

Zu allen Zeiten verboten (innerhalb und außerhalb des Wettkampfes) Alle verbotenen Substanzen in dieser Klasse sind spezifische Substanzen.

Pharmakologisch wirksame Substanzen, die in den folgenden Abschnitten der Verbotsliste nicht aufgeführt und derzeit nicht durch eine staatliche Gesundheitsbehörde für die therapeutische Anwendung beim Menschen zugelassen sind (zum Beispiel Arzneimittel in der präklinischen oder klinischen Entwicklung beziehungsweise Arzneimittel, deren Entwicklung eingestellt wurde, Designerdrogen, nur für die Anwendung bei Tieren zugelassene Substanzen), sind zu jeder Zeit verboten.

Diese Klasse umfasst viele verschiedene Substanzen, unter anderem BPC-157, 2, 4-Dinitrophenol (DNP) und Troponin-Aktivatoren (zum Beispiel Reldesemtiv und Tirasemtiv).

S1 Anabole Substanzen

Zu allen Zeiten verboten (innerhalb und außerhalb des Wettkampfes) Alle verbotenen Substanzen in dieser Klasse sind nichtspezifische Substanzen.

Anabole Substanzen sind verboten.

S1.1. Anabol-androgene Steroide (AAS)

Bei exogener Verabreichung, dazu gehören unter anderem

1-Androstendiol (5alpha-Androst-1-en-3beta,17beta-diol);

1-Androstendion (5alpha-Androst-1-en-3,17-dion);

1-Androsteron (3alpha-Hydroxy-5alpha-androst-1-en-17-on);

1-Epiandrosteron (3beta-Hydroxy-5alpha-androst-1-en-17-on);

1-Testosteron (17beta-Hydroxy-5alpha-androst-1-en-3-on);

4-Androstendiol (Androst-4-en-3beta,17beta-diol);

4-Hydroxytestosteron (4,17beta-Dihydroxyandrost-4-en-3-on);

5-Androstendion (Androst-5-en-3,17-dion);

7alpha-Hydroxy-DHEA;

7beta-Hydroxy-DHEA;

7-Keto-DHEA;

11beta-Methyl-19-nortestosteron;

17alpha-Methylepitiostanol (Epistane);

19-Norandrostendiol (Estr-4-en-3,17-diol);

19-Norandrostendion (Estr-4-en-3,17-dion);

Androst-4-en-3,11,17-trion (11-Ketoandrostendion, Adrenosteron);

Androstanolon (5alpha-Dihydrotestosteron, 17beta-Hydroxy-5alpha-androstan-3-on);

Androstendiol (Androst-5-en-3beta,17beta-diol);

Androstendion (Androst-4-en-3,17-dion);

Bolasteron;

Boldenon;

Boldion (Androsta-1,4-dien-3,17-dion);

Calusteron;

Clostebol;

Danazol ([1,2]Oxazolo[4',5':2,3]pregna-4-en-20-yn-17alpha-ol);

Dehydrochlormethyltestosteron (4-Chlor-17beta-hydroxy-17alpha-methylandrosta-1,4-dien-3-on);

Desoxymethyltestosteron (17alpha-Methyl-5alpha-androst-2-en-17beta-ol und 17alpha-Methyl5alpha-androst-3-en-17beta-ol);

Dimethandrolon (7alpha,11beta-Dimethyl-19-nortestosteron);

Drostanolon;

Epiandrosteron (3beta-Hydroxy-5alpha-androstan-17-on);

Epidihydrotestosteron (17beta-Hydroxy-5beta-androstan-3-on);

Epitestosteron;

Ethylestrenol (19-Norpregna-4-en-17alpha-ol);

Fluoxymesteron;

Formebolon;

Furazabol (17alpha-Methyl[1,2,5]oxadiazolo[3',4':2,3]-5alpha-androstan-17beta-ol);

Gestrinon;

Mestanolon;

Mesterolon;

Metandienon (17beta-Hydroxy-17alpha-methylandrosta-1,4-dien-3-on);

Metenolon;

Methandriol;

Methasteron (17beta-Hydroxy-2alpha,17alpha-dimethyl-5alpha-androstan-3-on);

Methyl-1-testosteron (17beta-Hydroxy-17alpha-methyl-5alpha-androst-1-en-3-on); Methylclostebol;

Methyldienolon (17beta-Hydroxy-17alpha-methylestra-4,9-dien-3-on);

Methylnortestosteron (17beta-Hydroxy-17alpha-methylestr-4-en-3-on);

Methyltestosteron;

Metribolon (Methyltrienolon, 17beta-Hydroxy-17alpha-methylestra-4,9,11-trien-3-on); Miboleron;

Nandrolon (19-Nortestosteron);

Norboleton;

Norclostebol (4-Chlor-17beta-ol-estr-4-en-3-on);

Norethandrolon;

Oxabolon;

Oxandrolon;

Oxymesteron;

Oxymetholon;

Prasteron (Dehydroepiandrosteron, DHEA, 3beta-Hydroxyandrost-5-en-17-on);

Prostanozol (17beta-[(Tetrahydropyran-2-yl)oxy]-1'H-pyrazolo[3,4:2,3]-5alpha-androstan); Quinbolon;

Stanozolol;

Stenbolon;

Testosteron;

Tetrahydrogestrinon (17-Hydroxy-18a-homo-19-nor-17alpha-pregna-4,9,11-trien-3-on); Tibolon;

Trenbolon (17beta-Hydroxyestr-4,9,11-trien-3-on);

Trestolon (7alpha-Methyl-19-nortestosteron, MENT)

und andere Substanzen mit ähnlicher chemischer Struktur oder ähnlicher/n biologischer/n Wirkung(en).

S1.2. Andere anabole Substanzen

Dazu gehören unter anderem

Clenbuterol, Osilodrostat, Ractopamin, Selektive Androgen-Rezeptor-Modulatoren [SARMs, zum Beispiel Andarin, Enobosarm (Ostarin), LGD-4033 (Ligandrol), RAD140, S-23 und YK-11], Zeranol und Zilpaterol.

S2 Peptidhormone, Wachstumsfaktoren, verwandte Substanzen und Mimetika

Zu allen Zeiten verboten (innerhalb und außerhalb des Wettkampfes) Alle verbotenen Substanzen in dieser Klasse sind nichtspezifische Substanzen.

Die folgenden Substanzen und andere Substanzen mit ähnlicher chemischer Struktur oder ähnlicher/n biologischer/n Wirkung(en) sind verboten:

S2.1. Erythropoetine (EPO) und Erythropoese-beeinflussende Substanzen

Dazu gehören unter anderem

S2.1.1 Erythropoetin-Rezeptor-Agonisten zum Beispiel Darbepoetine (dEPO); Erythropoetine (EPO); EPO-basierte Konstrukte [zum Beispiel EPO-Fc; Methoxy-Polyethylenglycol-Epoetin beta (CERA) EPO-mimetische Substanzen und ihre Konstrukte (zum Beispiel CNTO-530, Peginesatid).
S2.1.2 Hypoxie-induzierbarer-Faktor (HIF)-Aktivatoren, zum Beispiel Cobalt; Daprodustat (GSK1278863); IOX2; Molidustat (BAY 85-3934); Roxadustat (FG-4592); Vadadustat (AKB-6548); Xenon.
S2.1.3 GATA-Hemmer, zum Beispiel K-11706.
S2.1.4 Transformierender-Wachstumsfaktor-beta-(TGF-β-)Signalhemmer, zum Beispiel Luspatercept; Sotatercept.
S2.1.5 Agonisten des körpereigenen Reparatur-Rezeptors, zum Beispiel Asialo-EPO; carbamyliertes EPO (CEPO).

S2.2. Peptidhormone und ihre Releasingfaktoren

S2.2.1 Testosteron-stimulierende Peptide bei Männern, zum Beispiel – Choriongonadotropin (CG), – Luteinisierendes Hormon (LH), – Gonadotropin–Releasing–Hormon (GnRH, Gonadorelin) und seine Agonistenanaloga (zum Beispiel Buserelin, Deslorelin, Goserelin, Histrelin, Leuprorelin, Nafarelinund Triptorelin), – Kisspeptin und seine Agonistenanaloga
S2.2.2 Corticotropine und ihre Releasingfaktoren, zum Beispiel Corticorelin und Tetracosactid
S2.2.3 Wachstumshormon (GH, seine Analoga und Fragmente, dazu gehören unter anderem – Wachstumshormon-Analoga, zum Beispiel Lonapegsomatropin, Somapacitan und Somatrogon – Wachstumshormon-Fragmente, zum Beispiel AOD-9604 und hGH 176-191.
S2.2.4 Wachstumshormon-Releasingfaktoren, dazu gehören unter anderem – Wachstumshormon-Releasing-Hormon (GHRH) und seine Analoga (zum Beispiel CJC1293, CJC-1295, Sermorelin und Tesamorelin) – Wachstumshormon-Sekretagoge (GHS) und ihre Mimetika [zum Beispiel Anamorelin, Capromorelin, Ibutamoren (MK-677), Ipamorelin, Lenomorelin (Ghrelin), Macimorelin und Tabimorelin] – Wachstumshormon-Releasing-Peptide (GHRPs) [zum Beispiel Alexamorelin, Examorelin Hexarelin), GHRP-1, GHRP-2 (Pralmorelin), GHRP-3, GHRP-4, GHRP-5 und GHRP-6]

S2.3. Wachstumsfaktoren und Wachstumsfaktor-Modulatoren

Dazu gehören unter anderem

● Fibroblasten-Wachstumsfaktoren (FGFs)

● Hepatozyten-Wachstumsfaktor (HGF)

● insulinähnlicher Wachstumsfaktor 1 (IGF-1, Mecasermin) und seine Analoga

● mechanisch induzierte Wachstumsfaktoren (MGFs)

● Blutplättchen-basierter Wachstumsfaktor (PDGF)

● Thymosin beta-4 und seine Derivate, zum Beispiel TB-500

● vaskulär-endothelialer Wachstumsfaktor (VEGF)

und andere Wachstumsfaktoren oder Wachstumsfaktor-Modulatoren, die in Muskeln, Sehnen oder Bändern die Proteinsynthese/den Proteinabbau, die Gefäßbildung/-versorgung, die Energieausnutzung, die Regenerationsfähigkeit oder die Umwandlung des Fasertyps beeinflussen.

S3 Beta-2-Agonisten

Zu allen Zeiten verboten (innerhalb und außerhalb des Wettkampfes) Alle verbotenen Substanzen in dieser Klasse sind spezifische Substanzen.

Alle selektiven und nichtselektiven Beta-2-Agonisten, einschließlich aller optischen Isomere, sind verboten.

Dazu gehören unter anderem

● Arformoterol ● Indacaterol ● Reproterol ● Tretoquinol
● Fenoterol ● Levosalbutamol ● Salbutamol (Trimetoquinol)
● Formoterol ● Olodaterol ● Salmeterol ● Tulobuterol
● Higenamin ● Procaterol ● Terbutalin ● Vilanterol

Ausnahmen:

● inhaliertes Salbutamol: höchstens 1600 Mikrogramm über 24 Stunden, aufgeteilt auf mehrere Einzeldosen von nicht mehr als 600 Mikrogramm über 8 Stunden, ausgehend von jeder Dosis;

● inhaliertes Formoterol: abgegebene Dosis höchstens 54 Mikrogramm über 24 Stunden;

● inhaliertes Salmeterol: höchstens 200 Mikrogramm über 24 Stunden;

● inhaliertes Vilanterol: höchstens 25 Mikrogramm über 24 Stunden.

Hinweis:

Eine Salbutamolkonzentration im Urin von mehr als 1000 Nanogramm/ml oder eine Formoterolkonzentration im Urin von mehr als 40 Nanogramm/ml ist nicht im Einklang mit der therapeutischen Anwendung der Substanz und gilt als ein normabweichendes Analyseergebnis (AAF), es sei denn, der Athlet weist anhand einer kontrollierten pharmakokinetischen Studie nach, dass dieses abnorme Ergebnis die Folge einer therapeutischen Dosis (durch Inhalation) bis zu der oben genannten Höchstdosis war.

S4 Hormon- und Stoffwechsel-Modulatoren

Zu allen Zeiten verboten (innerhalb und außerhalb des Wettkampfes) Verbotene Substanzen in den Klassen S4.1 und S4.2 sind spezifische Substanzen. Verbotene Substanzen in den Klassen S4.3 und S4.4 sind nichtspezifische Substanzen.

Die folgenden Hormon- und Stoffwechsel-Modulatoren sind verboten:

S4.1. Aromatasehemmer

Dazu gehören unter anderem

● 2-Androstenol (5alpha-Androst-2-en-17-ol) ● Androsta-1,4,6-trien-3,17-dion)
● 2-Androstenon (5alpha-Androst-2-en-17-on) ● Androsta-3,5-dien-7,17-dion
● 3-Androstenol (5alpha-Androst-3-en-17-ol) (Arimistan)
● 3-Androstenon (5alpha-Androst-3-en-17-on) ● Exemestan
● 4-Androsten-3,6,17-trion (6-oxo) ● Formestan
● Aminoglutethimid ● Letrozol
● Anastrozol ● Testolacton

S4.2. Antiöstrogene Substanzen [Antiöstrogene und selektive Östrogen-Rezeptor-Modulatoren (SERMs)]

Dazu gehören unter anderem

● Bazedoxifen ● Fulvestrant ● Tamoxifen
● Clomifen ● Ospemifen ● Toremifen
● Cyclofenil ● Raloxifen

S4.3. Stoffe, welche die Aktivierung des Aktivin-Rezeptors IIB verhindern

Dazu gehören unter anderem

● Aktivin A neutralisierende Antikörper ● Aktivin-Rezeptor-IIB-Kompetitoren, wie zum Beispiel − Decoy-Aktivin-Rezeptoren (zum Beispiel ACE-031) ● Anti-Aktivin-Rezeptor-IIB-Antikörper (zum Beispiel Bimagrumab) ● Myostatinhemmer, wie zum Beispiel − Substanzen, welche die Myostatin-Expression verringern oder unterdrücken, − Myostatin bindende Proteine (zum Beispiel Follistatin, Myostatin-Propeptid), − Myostatin oder Myostatinvorläufer neutralisierende Antikörper (zum Beispiel Apitegromab, Domagrozumab, Landogrozumab, Stamulumab).

S4.4. Stoffwechselmodulatoren

S4.4.1. Aktivatoren der AMP-aktivierten Proteinkinase (AMPK), zum Beispiel AICAR, PeroxisomProliferator-aktivierter-Rezeptor-delta-(PPARδ-)Agonisten, zum Beispiel 2-(2-Methyl-4-((4methyl-2-(4-(trifluoromethyl)phenyl)thiazol-5-yl)methylthio)phenoxy)-essigsäure (GW1516, GW501516) und Rev-Erb alpha-Agonisten, zum Beispiel SR9009, SR9011
S4.4.2. Insuline und Insulin-Mimetika
S4.4.3. Meldonium
S4.4.4. Trimetazidin

S5 Diuretika und Maskierungsmittel

Zu allen Zeiten verboten (innerhalb und außerhalb des Wettkampfes) Alle verbotenen Substanzen in dieser Klasse sind spezifische Substanzen.

Alle Diuretika und Maskierungsmittel, einschließlich aller optischen Isomere, zum Beispiel gegebenenfalls D- und L-, sind verboten.

Dazu gehören unter anderem

● Diuretika wie

Acetazolamid; Amilorid; Bumetanid; Canrenon; Chlortalidon; Etacrynsäure; Furosemid; Indapamid; Metolazon; Spironolacton; Thiazide, zum Beispiel Bendroflumethiazid, Chlorothiazid und Hydrochlorothiazid; Torasemid und Triamteren,

● Vaptane, zum Beispiel Conivaptan, Mozavaptan und Tolvaptan,

● Intravenös verabreichte Plasmaexpander wie

Albumin, Dextran, Hydroxyethylstärke und Mannitol,

● Desmopressin

● Probenecid;

und andere Substanzen mit ähnlicher chemischer Struktur oder ähnlicher/n biologischer/n Wirkung(en).

Hiervon ausgenommen sind:

● Drospirenon, Pamabrom sowie die topische ophthalmische Verabreichung von Carboanhydrasehemmern (zum Beispiel Dorzolamid, Brinzolamid)

● die lokale Verabreichung von Felypressin in der Dentalanästhesie.

Hinweis:

Wird in der Probe eines Athleten zu allen Zeiten beziehungsweise innerhalb des Wettkampfes jegliche Menge einer der folgenden Grenzwerten unterliegenden Substanzen – nämlich Formoterol, Salbutamol, Cathin, Ephedrin, Methylephedrin und Pseudoephedrin – in Verbindung mit einem Diuretikum oder Maskierungsmittel (mit Ausnahme der topischen ophthalmischen Verabreichung eines Carboanhydrasehemmers oder der lokalen Verabreichung von Felypressin in der Dentalanästhesie) nachgewiesen, so gilt dieser Nachweis als ein von der Norm abweichendes Analyseergebnis (AAF), es sei denn, der Athlet besitzt zusätzlich zu der medizinischen Ausnahmegenehmigung für das Diuretikum oder Maskierungsmittel eine bestätigte medizinische Ausnahmegenehmigung (TUE) für diese Substanz.

Verbotene Methoden

Zu allen Zeiten verboten (innerhalb und außerhalb des Wettkampfes) Alle verbotenen Methoden in dieser Klasse sind nichtspezifisch mit Ausnahme der Methoden in der Klasse M2.2, die spezifische Methoden sind.

M1. Manipulation von Blut und Blutbestandteilen

Folgende Methoden sind verboten:

M1.1. Die Verabreichung oder Wiederzufuhr jeglicher Menge von autologem, allogenem (homologem) oder heterologem Blut oder Produkten aus roten Blutkörperchen jeglicher Herkunft in das Kreislaufsystem mit Ausnahme von Spenden durch Athleten von Plasma oder Plasmabestandteilen, die mittels Plasmapherese in einem registrierten Spendezentrum durchgeführt werden.

M1.2. Die künstliche Erhöhung der Aufnahme, des Transports oder der Abgabe von Sauerstoff.

Dazu gehören unter anderem

Perfluorchemikalien; Efaproxiral (RSR13); Voxelotor und veränderte Hämoglobinprodukte, zum Beispiel Blutersatzstoffe auf Hämoglobinbasis und mikroverkapselte Hämoglobinprodukte, ausgenommen ergänzender Sauerstoff durch Inhalation.

M1.3. Jegliche Form der intravaskulären Manipulation von Blut oder Blutbestandteilen mit physikalischen oder chemischen Mitteln.

M2. Chemische und physikalische Manipulation

Folgende Methoden sind verboten:

M2.1. Die tatsächliche oder versuchte unzulässige Einflussnahme , um die Integrität und Validität der Proben , die während der Dopingkontrollen genommen werden, zu verändern.

Dazu gehören unter anderem

der Austausch und/oder die Verfälschung einer Probe, zum Beispiel die Zugabe von Proteasen zu einer Probe.

M2.2. Intravenöse Infusionen und/oder Injektionen von insgesamt mehr als 100 ml innerhalb eines Zeitraums von 12 Stunden, es sei denn, sie werden rechtmäßig im Zuge von Krankenhausbehandlungen, chirurgischen Eingriffen oder klinischen diagnostischen Untersuchungen verabreicht.

M3. Gen- und Zelldoping

Die folgenden Methoden zur möglichen Steigerung der sportlichen Leistung sind verboten:

M3.1. Die Verwendung von Nukleinsäuren oder Nukleinsäure-Analoga, mit denen Genomsequenzen und/oder die Genexpression durch jegliche Mechanismen verändert werden können. Dazu gehören unter anderem Technologien für Geneditierung, Genstilllegung und Gentransfer.

M3.2. Die Anwendung normaler oder genetisch veränderter Zellen.

S6 Stimulanzien

Alle verbotenen Substanzen in dieser Klasse sind spezifische Substanzen mit Ausnahme derjenigen in der Klasse S6.A, die nichtspezifische Substanzen sind. Substanzen mit Missbrauchspotential in diesem Abschnitt: Cocain und Methylendioxymethamfetamin (MDMA/„Ecstasy“)

Alle Stimulanzien, dazu gehören alle optischen Isomere, zum Beispiel gegebenenfalls D- und L-, sind verboten.

Zu den Stimulanzien gehören

S6.A. Nichtspezifische Stimulanzien

● Adrafinil ● Fonturacetam [4-Phenylpiracetam (Carphedon)]
● Amfepramon ● Furfenorex
● Amfetamin ● Lisdexamfetamin
● Amfetaminil ● Mefenorex
● Amiphenazol ● Mephentermin
● Benfluorex ● Mesocarb
● Benzylpiperazin ● Metamfetamin(D-)
● Bromantan ● p-Methylamfetamin
● Clobenzorex ● Modafinil
● Cocain ● Norfenfluramin
● Cropropamid ● Phendimetrazin
● Crotetamid ● Phentermin
● Fencamin ● Prenylamin
● Fenetyllin ● Prolintan
● Fenfluramin
● Fenproporex

Stimulanzien, die in diesem Abschnitt nicht ausdrücklich genannt sind, gelten als spezifische Substanzen.

S6.B. Spezifische Stimulanzien

Dazu gehören unter anderem

● 2-Phenylpropan-1-amin (beta- Methylphenylethylamin, BMPEA) ● Ephedrin *** ● Nikethamid
● Epinephrin **** (Adrenalin) ● Norfenefrin
● Etamivan ● Octodrin (1,5-Dimethylhexylamin)
● 3-Methylhexan-2-amin (1,2-Dimethylpentylamin) ● Ethylphenidat
● Etilamfetamin ● Octopamin
● 4-Fluormethylphenidat ● Etilefrin ● Oxilofrin (Methylsynephrin
● 4-Methylhexan-2-amin ( 1,3-Dimethylamylamin, 1,3 DMAA, Methylhexanamin) ● Famprofazon ● Pemolin
● Fenbutrazat ● Pentetrazol
● Fencamfamin ● Phenethylamin und seine Derivate
● 4-Methylpentan-2-amin (1,3-Dimethylbutylamin ● Heptaminol
● Hydrafinil (Fluorenol ● Phenmetrazin
● 5-Methylhexan-2-amin (1,4 Dimethylamylamin, 1,4-Dimethylpentylamin, 1,4 DMAA) ● Hydroxyamfetamin (Parahydroxyamfetamin) ● Phenpromethamin
● Propylhexedrin
● Isomethepten ● Pseudoephedrin *
● Levmetamfetamin ● Selegilin
● Benzfetamin ● Meclofenoxat ● Sibutramin
● Cathin ** ● Methylendioxymethamfetamin ● Solriamfetol
● Cathinon und seine Analoga, zum Beispiel Mephedron, Methedron und alpha-Pyrrolidinovalerophenon ● Methylephedrin *** ● Strychnin
● Methylnaphthidat [(±)-Methyl2-(naphthalen-2-yl)-2(piperidin-2-yl)acetat] ● Tenamfetamin (Methylendioxyamfetamin)
● Tuaminoheptan
● Dimetamfetamin (Dimethylamfetamin) ● Methylphenidat

und andere Substanzen mit ähnlicher chemischer Struktur oder ähnlicher/n biologischer/n Wirkung(en).

Hiervon ausgenommen sind:

● Clonidin;

● Imidazolinderivate für die dermatologische, nasale, ophthalmische oder aurikuläre Anwendung (zum Beispiel Brimonidin, Clonazolin, Fenoxazolin, Indanazolin, Naphazolin, Oxymetazolin, Tetryzolin, Tramazolin, Xylometazolin) und die in das Überwachungsprogramm für 2024 * aufgenommenen Stimulanzien.

* Bupropion, Koffein, Nikotin, Phenylephrin, Phenylpropanolamin, Pipradrol und Synephrin: Diese Substanzen sind in das Überwachungsprogramm für 2024 aufgenommen und gelten nicht als verbotene Substanzen .

** Cathin (D-Norpseudoephedrin) und sein L-Isomer: verboten, wenn seine Konzentration im Urin 5 Mikrogramm/ml übersteigt.

*** Ephedrin und Methylephedrin: verboten, wenn ihre Konzentration im Urin jeweils 10 Mikrogramm/ml übersteigt.

**** Epinephrin (Adrenalin): nicht verboten bei der lokalen Verabreichung, zum Beispiel nasal oder ophthalmologisch, oder bei der Verabreichung in Verbindung mit einem Lokalanästhetikum.

* Pseudoephedrin: verboten, wenn seine Konzentration im Urin 150 Mikrogramm/ml übersteigt.

S7 Narkotika

Alle verbotenen Substanzen in dieser Klasse sind spezifische Substanzen. Substanzen mit Missbrauchspotential in diesem Abschnitt: Diamorphin (Heroin)

Die folgenden Narkotika, dazu gehören alle optischen Isomere, zum Beispiel gegebenenfalls D- und L-, sind verboten:

● Buprenorphin ● Hydromorphon ● Nicomorphin ● Pentazocin
● Dextromoramid ● Methadon ● Oxycodon ● Pethidin
● Diamorphin (Heroin) ● Morphin ● Oxymorphon ● Tramadol
● Fentanyl und seine Derivate

S8 Cannabinoide

Alle verbotenen Substanzen in dieser Klasse sind spezifische Substanzen. Substanzen mit Missbrauchspotential in diesem Abschnitt: Tetrahydrocannabinol (THC)

Alle natürlichen und synthetischen Cannabinoide sind verboten, zum Beispiel

● in Cannabis (Haschisch, Marihuana) und Cannabis-Produkten

● natürliche und synthetische Tetrahydrocannabinole (THCs)

● synthetische Cannabinoide, welche die Wirkungen von THC nachahmen

Hiervon ausgenommen sind:

● Cannabidiol

S9 Glucocorticoide

Alle verbotenen Substanzen in dieser Klasse sind spezifische Substanzen.

Alle Glucocorticoide sind verboten, wenn sie auf jeglichem injizierbaren, oralen [einschließlich oromukosalen (zum Beispiel bukkalen, gingivalen, sublingualen)] oder rektalen Weg verabreicht werden.

Dazu gehören unter anderem

● Beclometason ● Dexamethason ● Mometason
● Betamethason ● Flunosolid ● Prednisolon
● Budesonid ● Fluocortolon ● Prednison
● Ciclesonid ● Fluticason ● Triamcinolonacetonid
● Cortison ● Hydrocortison
● Deflazacort ● Methylprednisolon

Hinweis:

Andere Verabreichungsarten (einschließlich inhalativ und topisch: dental-intrakanalär, dermal, intranasal, ophthalmologisch, aurikulär und perianal) sind nicht verboten, wenn sie im Rahmen der vom Hersteller empfohlenen Dosen und medizinischen Indikationen angewendet werden.

P1. Betablocker

Alle verbotenen Substanzen in dieser Klasse sind spezifische Substanzen.

Betablocker sind in den folgenden Sportarten nur im Wettkampf verboten; außerhalb von Wettkämpfen auch, sofern angegeben (*).

● Billard (alle Disziplinen) (WCBS) ● Skifahren/Snowboarding (FIS) im Skispringen, Freistil aerials/halfpipe und Snowboard halfpipe/big air
● Bogenschießen (WA)*
● Darts (WDF)
● Golf (IGF) ● Unterwassersport (CMAS)* in allen Unterdisziplinen des Apnoetauchens, Speerfischens und Zielschießens
● Minigolf (WMF)
● Motorsport (FIA)
● Schießen (ISSF, IPC)*

Dazu gehören unter anderem

● Acebutolol ● Bunolol ● Labetalol ● Oxprenolol
● Alprenolol ● Carteolol ● Metipranolol ● Pindolol
● Atenolol ● Carvedilol ● Metoprolol ● Propranolol
● Betaxolol ● Celiprolol ● Nadolol ● Sotalol
● Bisoprolol ● Esmolol ● Nebivolol ● Timolol

(Übersetzung)

VERBOTSLISTE 2025

WELT-ANTI-DOPING-CODE

GÜLTIG AB 1. JÄNNER 2025

Einleitung

Die Verbotsliste ist ein verbindlicher Internationaler Standard im Rahmen des Welt-Anti-DopingProgramms.

Die Liste wird nach einem umfassenden von der WADA durchgeführten Konsultationsverfahren jährlich aktualisiert. Die Liste tritt am 1. Jänner 2025 in Kraft.

Der offizielle Wortlaut der Verbotsliste wird von der WADA weitergeführt und in englischer und französischer Sprache veröffentlicht. Bei Unstimmigkeiten zwischen der englischen und französischen Fassung ist die englische Fassung maßgebend.

Begriffe, die in dieser Liste verbotener Substanzen und verbotener Methoden verwendet werden:

Innerhalb des Wettkampfes verboten

Sofern die WADA für eine bestimmte Sportart keinen anderen Zeitraum zugelassen hat, beginnt der Zeitraum „innerhalb des Wettkampfes“ grundsätzlich kurz vor Mitternacht (um 23:59 Uhr) am Tag vor einem Wettkampf, für den der Athlet aufgestellt ist, und endet mit dem Ende dieses Wettkampfes und des Probenahmeverfahrens.

Zu allen Zeiten verboten

Dies bedeutet, dass die Substanz oder die Methode entsprechend der Begriffsbestimmung im Code innerhalb und außerhalb des Wettkampfes verboten ist.

Spezifisch und nichtspezifisch

Nach Artikel 4.2.2 des Welt-Anti-Doping-Codes gelten „für die Zwecke der Anwendung des Artikels 10 [...] alle verbotenen Substanzen als spezifische Substanzen mit Ausnahme derjenigen, die in der Verbotsliste anders gekennzeichnet sind. Eine verbotene Methode gilt nicht als spezifische Methode, es sei denn, sie ist in der Verbotsliste ausdrücklich als spezifische Methode gekennzeichnet.“ Nach dem Kommentar zu dem Artikel sollen „die in Artikel 4.2.2 genannten spezifischen Substanzen und Methoden [...] auf keinen Fall als weniger wichtig oder weniger gefährlich als andere Dopingsubstanzen oder methoden angesehen werden. Es handelt sich dabei einfach um Substanzen und Methoden, bei denen die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass ein Athlet sie für andere Zwecke als die Leistungssteigerung eingenommen beziehungsweise angewendet hat.

Substanzen mit Missbrauchspotential

Nach Artikel 4.2.3 des Codes sind Substanzen mit Missbrauchspotential jene Substanzen, die als solche gekennzeichnet sind, weil sie in der Gesellschaft häufig außerhalb eines sportlichen Zusammenhangs missbraucht werden. Als Substanzen mit Missbrauchspotential gelten: Cocain, Diamorphin (Heroin), Methylendioxymethamfetamin (MDMA/„Ecstasy“) und Tetrahydrocannabinol (THC).

S0 Nicht zugelassene Substanzen

Zu allen Zeiten verboten (innerhalb und außerhalb des Wettkampfes) Alle verbotenen Substanzen in dieser Klasse sind spezifische Substanzen.

Pharmakologisch wirksame Substanzen, die in den folgenden Abschnitten der Verbotsliste nicht aufgeführt und derzeit nicht durch eine staatliche Gesundheitsbehörde für die therapeutische Anwendung beim Menschen zugelassen sind (zum Beispiel Arzneimittel in der präklinischen oder klinischen Entwicklung beziehungsweise Arzneimittel, deren Entwicklung eingestellt wurde, Designerdrogen, nur für die Anwendung bei Tieren zugelassene Substanzen), sind zu jeder Zeit verboten.

Diese Klasse umfasst viele verschiedene Substanzen, unter anderem BPC-157, 2,4-Dinitrophenol (DNP), Ryanodin-Rezeptor-1-Calstabin-Komplex-Stabilisatoren [zum Beispiel S-107, S48168 (ARM210)] und Troponin-Aktivatoren (zum Beispiel Reldesemtiv und Tirasemtiv).

S1 Anabole Substanzen

Zu allen Zeiten verboten (innerhalb und außerhalb des Wettkampfes) Alle verbotenen Substanzen in dieser Klasse sind nichtspezifische Substanzen.

Anabole Substanzen sind verboten.

S1.1. Anabol-androgene Steroide (AAS)

Bei exogener Verabreichung, dazu gehören unter anderem

1-Androstendiol (5alpha-Androst-1-en-3beta,17beta-diol);

1-Androstendion (5alpha-Androst-1-en-3,17-dion);

1-Androsteron (3alpha-Hydroxy-5alpha-androst-1-en-17-on);

1-Epiandrosteron (3beta-Hydroxy-5alpha-androst-1-en-17-on);

1-Testosteron (17beta-Hydroxy-5alpha-androst-1-en-3-on);

4-Androstendiol (Androst-4-en-3beta,17beta-diol);

4-Hydroxytestosteron (4,17beta-Dihydroxyandrost-4-en-3-on);

5-Androstendion (Androst-5-en-3,17-dion);

7alpha-Hydroxy-DHEA;

7beta-Hydroxy-DHEA;

7-Keto-DHEA;

11beta-Methyl-19-nortestosteron;

17alpha-Methylepitiostanol (Epistan);

19-Norandrostendiol (Estr-4-en-3,17-diol);

19-Norandrostendion (Estr-4-en-3,17-dion);

Androst-4-en-3,11,17-trion (11-Ketoandrostendion, Adrenosteron);

Androstanolon (5alpha-Dihydrotestosteron, 17beta-Hydroxy-5alpha-androstan-3-on);

Androstendiol (Androst-5-en-3beta,17beta-diol);

Androstendion (Androst-4-en-3,17-dion);

Bolasteron;

Boldenon;

Boldion (Androsta-1,4-dien-3,17-dion);

Calusteron;

Clostebol;

Danazol ([1,2]Oxazolo[4',5':2,3]pregna-4-en-20-yn-17alpha-ol);

Dehydrochlormethyltestosteron (4-Chlor-17beta-hydroxy-17alpha-methylandrosta-1,4-dien-3-on);

Desoxymethyltestosteron (17alpha-Methyl-5alpha-androst-2-en-17beta-ol und 17alpha-Methyl5alpha-androst-3-en-17beta-ol);

Dimethandrolon (7alpha,11beta-Dimethyl-19-nortestosteron);

Drostanolon;

Epiandrosteron (3beta-Hydroxy-5alpha-androstan-17-on);

Epidihydrotestosteron (17beta-Hydroxy-5beta-androstan-3-on);

Epitestosteron;

Ethylestrenol (19-Norpregna-4-en-17alpha-ol);

Fluoxymesteron;

Formebolon;

Furazabol (17alpha-Methyl[1,2,5]oxadiazolo[3',4':2,3]-5alpha-androstan-17beta-ol);

Gestrinon;

Mestanolon;

Mesterolon;

Metandienon (17beta-Hydroxy-17alpha-methylandrosta-1,4-dien-3-on);

Metenolon;

Methandriol;

Methasteron (17beta-Hydroxy-2alpha,17alpha-dimethyl-5alpha-androstan-3-on);

Methyl-1-testosteron (17beta-Hydroxy-17alpha-methyl-5alpha-androst-1-en-3-on);

Methylclostebol;

Methyldienolon (17beta-Hydroxy-17alpha-methylestra-4,9-dien-3-on);

Methylnortestosteron (17beta-Hydroxy-17alpha-methylestr-4-en-3-on);

Methyltestosteron;

Metribolon (Methyltrienolon, 17beta-Hydroxy-17alpha-methylestra-4,9,11-trien-3-on);

Miboleron;

Nandrolon (19-Nortestosteron);

Norboleton;

Norclostebol (4-Chlor-17beta-ol-estr-4-en-3-on);

Norethandrolon;

Oxabolon;

Oxandrolon;

Oxymesteron;

Oxymetholon;

Prasteron (Dehydroepiandrosteron, DHEA, 3beta-Hydroxyandrost-5-en-17-on);

Prostanozol (17beta-[(Tetrahydropyran-2-yl)oxy]-1'H-pyrazolo[3,4:2,3]-5alpha-androstan);

Quinbolon;

Stanozolol;

Stenbolon;

Testosteron;

Tetrahydrogestrinon (17-Hydroxy-18a-homo-19-nor-17alpha-pregna-4,9,11-trien-3-on);

Tibolon

Trenbolon (17beta-Hydroxyestr-4,9,11-trien-3-on)

Trestolon (7alpha-Methyl-19-nortestosteron, MENT)

und andere Substanzen mit ähnlicher chemischer Struktur oder ähnlicher/n biologischer/n Wirkung(en).

S1.2. Andere anabole Substanzen

Dazu gehören unter anderem

Clenbuterol, Osilodrostat, Ractopamin, Selektive Androgen-Rezeptor-Modulatoren [SARMs, zum Beispiel Andarin, Enobosarm (Ostarin), LGD-4033 (Ligandrol), RAD140, S-23 und YK-11], Zeranol und Zilpaterol.

S2 Peptidhormone, Wachstumsfaktoren, verwandte Substanzen und Mimetika

Zu allen Zeiten verboten (innerhalb und außerhalb des Wettkampfes) Alle verbotenen Substanzen in dieser Klasse sind nichtspezifische Substanzen.

Die folgenden Substanzen und andere Substanzen mit ähnlicher chemischer Struktur oder ähnlicher/n biologischer/n Wirkung(en) sind verboten:

S2.1. Erythropoetine (EPO) und Erythropoese-beeinflussende Substanzen

Dazu gehören unter anderem

S2.1.1 Erythropoetin-Rezeptor-Agonisten zum Beispiel Darbepoetine (dEPO); Erythropoetine (EPO); EPO-basierte Konstrukte [zum Beispiel EPO-Fc; Methoxy-Polyethylenglycol-Epoetin beta (CERA); EPO-mimetische Substanzen und ihre Konstrukte (zum Beispiel CNTO-530, Peginesatid).
S2.1.2 Hypoxie-induzierbarer-Faktor (HIF)-Aktivatoren, zum Beispiel Cobalt; Daprodustat (GSK1278863); IOX2; Molidustat (BAY 85-3934); Roxadustat (FG-4592); Vadadustat (AKB-6548); Xenon.
S2.1.3 GATA-Hemmer, zum Beispiel K-11706.
S2.1.4 Transformierender-Wachstumsfaktor-beta-(TGF-β-)Signalhemmer, zum Beispiel Luspatercept; Sotatercept.
S2.1.5 Agonisten des körpereigenen Reparatur-Rezeptors, zum Beispiel Asialo-EPO; carbamyliertes EPO (CEPO).

S2.2. Peptidhormone und ihre Releasingfaktoren

S2.2.1 Testosteron-stimulierende Peptide bei Männern, zum Beispiel ▪ Choriongonadotropin (CG), ▪ Luteinisierendes Hormon (LH), ▪ Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH, Gonadorelin) und seine Agonistenanaloga (zum Beispiel Buserelin, Deslorelin, Goserelin, Histrelin, Leuprorelin, Nafarelin und Triptorelin), ▪ Kisspeptin und seine Agonistenanaloga
S2.2.2 Corticotropine und ihre Releasingfaktoren, zum Beispiel Corticorelin und Tetracosactid
S2.2.3 Wachstumshormon (GH, seine Analoga und Fragmente, dazu gehören unter anderem ▪ Wachstumshormon-Analoga, zum Beispiel Lonapegsomatropin, Somapacitan und Somatrogon ▪ Wachstumshormon-Fragmente, zum Beispiel AOD-9604 und hGH 176-191.
S2.2.4 Wachstumshormon-Releasingfaktoren, dazu gehören unter anderem • Wachstumshormon-Releasing-Hormon (GHRH) und seine Analoga (zum Beispiel CJC1293, CJC-1295, Sermorelin und Tesamorelin) • Wachstumshormon-Sekretagoge (GHS) und ihre Mimetika [zum Beispiel Anamorelin, Capromorelin, Ibutamoren (MK-677), Ipamorelin, Lenomorelin (Ghrelin), Macimorelin und Tabimorelin] • Wachstumshormon-Releasing-Peptide (GHRPs) [zum Beispiel Alexamorelin, Examorelin (Hexarelin), GHRP-1, GHRP-2 (Pralmorelin), GHRP-3, GHRP-4, GHRP-5 und GHRP-6]

S2.3. Wachstumsfaktoren und Wachstumsfaktor-Modulatoren

Dazu gehören unter anderem

● Fibroblasten-Wachstumsfaktoren (FGFs)

● Hepatozyten-Wachstumsfaktor (HGF)

● insulinähnlicher Wachstumsfaktor 1 (IGF-1, Mecasermin) und seine Analoga

● mechanisch induzierte Wachstumsfaktoren (MGFs)

● Blutplättchen-basierter Wachstumsfaktor (PDGF)

● Thymosin beta-4 und seine Derivate, zum Beispiel TB-500

● vaskulär-endothelialer Wachstumsfaktor (VEGF)

und andere Wachstumsfaktoren oder Wachstumsfaktor-Modulatoren, die in Muskeln, Sehnen oder Bändern die Proteinsynthese/den Proteinabbau, die Gefäßbildung/-versorgung, die Energieausnutzung, die Regenerationsfähigkeit oder die Umwandlung des Fasertyps beeinflussen.

S3 Beta-2-Agonisten

Zu allen Zeiten verboten (innerhalb und außerhalb des Wettkampfes) Alle verbotenen Substanzen in dieser Klasse sind spezifische Substanzen.

Alle selektiven und nichtselektiven Beta-2-Agonisten, einschließlich aller optischen Isomere, sind verboten.

Dazu gehören unter anderem

● Arformoterol ● Indacaterol ● Reproterol ● Tretoquinol
● Fenoterol ● Levosalbutamol ● Salbutamol (Trimetoquinol)
● Formoterol ● Olodaterol ● Salmeterol ● Tulobuterol
● Higenamin ● Procaterol ● Terbutalin ● Vilanterol

Ausnahmen:

● inhaliertes Salbutamol: höchstens 1600 Mikrogramm über 24 Stunden, aufgeteilt auf mehrere Einzeldosen von nicht mehr als 600 Mikrogramm über 8 Stunden, ausgehend von jeder Dosis;

● inhaliertes Formoterol: abgegebene Dosis höchstens 54 Mikrogramm über 24 Stunden, aufgeteilt auf mehrere Einzeldosen von nicht mehr als 36 Mikrogramm über 12 Stunden, ausgehend von jeder Dosis;

● inhaliertes Salmeterol: höchstens 200 Mikrogramm über 24 Stunden;

● inhaliertes Vilanterol: höchstens 25 Mikrogramm über 24 Stunden.

Hinweis:

Eine Salbutamolkonzentration im Urin von mehr als 1000 Nanogramm/ml oder eine Formoterolkonzentration im Urin von mehr als 40 Nanogramm/ml ist nicht im Einklang mit der therapeutischen Anwendung der Substanz und gilt als ein normabweichendes Analyseergebnis (AAF), es sei denn, der Athlet weist anhand einer kontrollierten pharmakokinetischen Studie nach, dass dieses abnorme Ergebnis die Folge einer therapeutischen Dosis (durch Inhalation) bis zu der oben genannten Höchstdosis war.

S4 Hormon- und Stoffwechsel-Modulatoren

Zu allen Zeiten verboten (innerhalb und außerhalb des Wettkampfes) Verbotene Substanzen in den Klassen S4.1 und S4.2 sind spezifische Substanzen. Verbotene Substanzen in den Klassen S4.3 und S4.4 sind nichtspezifische Substanzen.

Die folgenden Hormon- und Stoffwechsel-Modulatoren sind verboten:

S4.1. Aromatasehemmer

Dazu gehören unter anderem

● 2-Androstenol (5alpha-Androst-2-en-17-ol) ● Androsta-3,5-dien-7,17-dion
● 2-Androstenon (5alpha-Androst-2-en-17-on) (Arimistan)
● 3-Androstenol (5alpha-Androst-3-en-17-ol) ● Exemestan
● 3-Androstenon (5alpha-Androst-3-en-17-on) ● Formestan
● 4-Androsten-3,6,17-trion (6-oxo) ● Letrozol
● Aminoglutethimid ● Testolacton
● Anastrozol
● Androsta-1,4,6-trien-3,17-dion (Androstatriendion)

S4.2. Antiöstrogene Substanzen [Antiöstrogene und selektive Östrogen-Rezeptor-Modulatoren (SERMs)]

Dazu gehören unter anderem

● Bazedoxifen ● Elacestrant ● Raloxifen
● Clomifen ● Fulvestrant ● Tamoxifen
● Cyclofenil ● Ospemifen ● Toremifen

S4.3. Stoffe, welche die Aktivierung des Aktivin-Rezeptors IIB verhindern

Dazu gehören unter anderem

● Aktivin A neutralisierende Antikörper ● Aktivin-Rezeptor-IIB-Kompetitoren, wie zum Beispiel − Decoy-Aktivin-Rezeptoren (zum Beispiel ACE-031) ● Anti-Aktivin-Rezeptor-IIB-Antikörper (zum Beispiel Bimagrumab) ● Myostatinhemmer, wie zum Beispiel − Substanzen, welche die Myostatin-Expression verringern oder unterdrücken, − Myostatin bindende Proteine (zum Beispiel Follistatin, Myostatin-Propeptid), − Myostatin oder Myostatinvorläufer neutralisierende Antikörper (zum Beispiel Apitegromab, Domagrozumab, Landogrozumab, Stamulumab).

S4.4. Stoffwechselmodulatoren

S4.4.1. Aktivatoren der AMP-aktivierten Proteinkinase (AMPK), zum Beispiel AICAR, mitochondriales offenes Leseraster der 12S rRNA-c (MOTS-c); Peroxisom-Proliferator-aktivierter-Rezeptor-delta-(PPARδ-)Agonisten, zum Beispiel 2-(2Methyl-4-((4-methyl-2-(4-(trifluoromethyl)phenyl)thiazol-5-yl)methylthio)phenoxy)-essigsäure (GW1516, GW501516) und Rev-Erb alpha-Agonisten, zum Beispiel SR9009, SR9011
S4.4.2. Insuline und Insulin-Mimetika, zum Beispiel S519, S597
S4.4.3. Meldonium
S4.4.4. Trimetazidin

S5 Diuretika und Maskierungsmittel

Zu allen Zeiten verboten (innerhalb und außerhalb des Wettkampfes) Alle verbotenen Substanzen in dieser Klasse sind spezifische Substanzen.

Alle Diuretika und Maskierungsmittel, einschließlich aller optischen Isomere, zum Beispiel gegebenenfalls D- und L-, sind verboten.

Dazu gehören unter anderem

● Diuretika wie

Acetazolamid; Amilorid; Bumetanid; Canrenon; Chlortalidon; Etacrynsäure; Furosemid; Indapamid; Metolazon; Spironolacton; Thiazide, zum Beispiel Bendroflumethiazid, Chlorothiazid und Hydrochlorothiazid; Torasemid; Triamteren; Xipamid;

● Vaptane, zum Beispiel Conivaptan, Mozavaptan, Tolvaptan;

● Intravenös verabreichte Plasmaexpander wie

Albumin, Dextran, Hydroxyethylstärke, Mannitol;

● Desmopressin;

● Probenecid;

und andere Substanzen mit ähnlicher chemischer Struktur oder ähnlicher/n biologischer/n Wirkung(en).

Hiervon ausgenommen sind:

● Drospirenon, Pamabrom sowie die topische ophthalmische Verabreichung von Carboanhydrasehemmern (zum Beispiel Dorzolamid, Brinzolamid);

● die lokale Verabreichung von Felypressin in der Dentalanästhesie.

Hinweis:

Wird in der Probe eines Athleten zu allen Zeiten beziehungsweise innerhalb des Wettkampfes jegliche Menge einer der folgenden Grenzwerten unterliegenden Substanzen – nämlich Formoterol, Salbutamol, Cathin, Ephedrin, Methylephedrin und Pseudoephedrin – in Verbindung mit einem Diuretikum oder Maskierungsmittel (mit Ausnahme der topischen ophthalmischen Verabreichung eines Carboanhydrasehemmers oder der lokalen Verabreichung von Felypressin in der Dentalanästhesie) nachgewiesen, so gilt dieser Nachweis als ein von der Norm abweichendes Analyseergebnis (AAF), es sei denn, der Athlet besitzt zusätzlich zu der medizinischen Ausnahmegenehmigung für das Diuretikum oder Maskierungsmittel eine bestätigte medizinische Ausnahmegenehmigung (TUE) für diese Substanz.

Verbotene Methoden

Zu allen Zeiten verboten (innerhalb und außerhalb des Wettkampfes) Alle verbotenen Methoden in dieser Klasse sind nichtspezifisch mit Ausnahme der Methoden in der Klasse M2.2, die spezifische Methoden sind.

M1. Manipulation von Blut und Blutbestandteilen

Folgende Methoden sind verboten:

M1.1. Die Verabreichung oder Wiederzufuhr jeglicher Menge von autologem, allogenem (homologem) oder heterologem Blut oder Produkten aus roten Blutkörperchen jeglicher Herkunft in das Kreislaufsystem.

Hinweis:

Die Spende von Blut oder Blutbestandteilen, einschließlich durch Apherese, ist nicht verboten, wenn sie in einem Spendezentrum durchgeführt wird, das von der zuständigen Aufsichtsbehörde des Staates, in dem das Zentrum tätig ist, zugelassen ist.

M1.2. Die künstliche Erhöhung der Aufnahme, des Transports oder der Abgabe von Sauerstoff.

Dazu gehören unter anderem

Perfluorchemikalien; Efaproxiral (RSR13); Voxelotor und veränderte Hämoglobinprodukte, zum Beispiel Blutersatzstoffe auf Hämoglobinbasis und mikroverkapselte Hämoglobinprodukte, ausgenommen ergänzender Sauerstoff durch Inhalation.

M1.3. Jegliche Form der intravaskulären Manipulation von Blut oder Blutbestandteilen mit physikalischen oder chemischen Mitteln.

M2. Chemische und physikalische Manipulation

Folgende Methoden sind verboten:

M2.1. Die tatsächliche oder versuchte unzulässige Einflussnahme , um die Integrität und Validität der Proben , die während der Dopingkontrollen genommen werden, zu verändern.

Dazu gehören unter anderem der Austausch und/oder die Verfälschung einer Probe, zum Beispiel die Zugabe von Proteasen zu einer Probe.

M2.2. Intravenöse Infusionen und/oder Injektionen von insgesamt mehr als 100 ml innerhalb eines Zeitraums von 12 Stunden, es sei denn, sie werden rechtmäßig im Zuge von Krankenhausbehandlungen, chirurgischen Eingriffen oder klinischen diagnostischen Untersuchungen verabreicht.

M3. Gen- und Zelldoping

Die folgenden Methoden zur möglichen Steigerung der sportlichen Leistung sind verboten:

M3.1. Die Verwendung von Nukleinsäuren oder Nukleinsäure-Analoga, mit denen Genomsequenzen und/oder die Genexpression durch jegliche Mechanismen verändert werden können. Dazu gehören unter anderem Technologien für Geneditierung, Genstilllegung und Gentransfer.

M3.2. Die Anwendung normaler oder genetisch veränderter Zellen.

S6 Stimulanzien

Alle verbotenen Substanzen in dieser Klasse sind spezifische Substanzen mit Ausnahme derjenigen in der Klasse S6.A, die nichtspezifische Substanzen sind. Substanzen mit Missbrauchspotential in diesem Abschnitt: Cocain und Methylendioxymethamfetamin (MDMA/„Ecstasy“)

Alle Stimulanzien, dazu gehören alle optischen Isomere, zum Beispiel gegebenenfalls D- und L-, sind verboten.

Zu den Stimulanzien gehören

S6.A. Nichtspezifische Stimulanzien

● Adrafinil ● Fonturacetam [4-Phenylpiracetam
● Amfepramon (Carphedon)]
● Amfetamin ● Furfenorex
● Amfetaminil ● Hydrafinil (Fluorenol)
● Amiphenazol ● Lisdexamfetamin
● Benfluorex ● Mefenorex
● Benzylpiperazin ● Mephentermin
● Bromantan ● Mesocarb
● Clobenzorex ● Metamfetamin(D-)
● Cocain ● p-Methylamfetamin
● Cropropamid ● Modafinil
● Crotetamid ● Norfenfluramin
● Fencamin ● Phendimetrazin
● Fenetyllin ● Phentermin
● Fenfluramin ● Prenylamin
● Fenproporex ● Prolintan

Stimulanzien, die in diesem Abschnitt nicht ausdrücklich genannt sind, gelten als spezifische Substanzen.

S6.B. Spezifische Stimulanzien

Dazu gehören unter anderem

● 2-Phenylpropan-1-amin (beta- Methylphenylethylamin, BMPEA) ● Ephedrin *** ● Norfenefrin
● Epinephrin **** (Adrenalin) ● Octodrin (1,5-Dimethylhexylamin)
● Etamivan
● 3-Methylhexan-2-amin (1,2-Dimethylpentylamin) ● Ethylphenidat ● Octopamin
● Etilamfetamin ● Oxilofrin (Methylsynephrin)
● 4-Fluormethylphenidat ● Etilefrin ● Pemolin
● 4-Methylhexan-2-amin ( 1,3-Dimethylamylamin, 1,3 DMAA, Methylhexanamin) ● Famprofazon ● Pentetrazol
● Fenbutrazat ● Phenethylamin und seine Derivate
● Fencamfamin
● 4-Methylpentan-2-amin (1,3-Dimethylbutylamin ● Heptaminol ● Phenmetrazin
● Hydroxyamfetamin (Parahydroxyamfetamin) ● Phenpromethamin
● Propylhexedrin
● 5-Methylhexan-2-amin (1,4 Dimethylamylamin, 1,4-Dimethylpentylamin, 1,4 DMAA) ● Isomethepten ● Pseudoephedrin *
● Levmetamfetamin ● Selegilin
● Meclofenoxat ● Sibutramin
● Benzfetamin ● Methylendioxymethamfetamin ● Solriamfetol
● Cathin ** ● Methylephedrin *** ● Strychnin
● Cathinon und seine Analoga, zum Beispiel Mephedron, Methedron und alpha-Pyrrolidinovalerophenon ● Methylnaphthidat [(±)-Methyl2-(naphthalen-2-yl)-2(piperidin-2-yl)acetat] ● Tenamfetamin (Methylendioxyamfetamin)
● Methylphenidat ● Tesofensin
● Dimetamfetamin (Dimethylamfetamin) ● Midodrin ● Tuaminoheptan
● Nikethamid

und andere Substanzen mit ähnlicher chemischer Struktur oder ähnlicher/n biologischer/n Wirkung(en).

Hiervon ausgenommen sind:

• Clonidin, Guanfacin;

• Imidazolinderivate für die dermatologische, nasale, ophthalmische oder aurikuläre Anwendung (zum Beispiel Brimonidin, Clonazolin, Fenoxazolin, Indanazolin, Naphazolin, Oxymetazolin, Tetryzolin, Tramazolin, Xylometazolin) und die in das Überwachungsprogramm für 2025* aufgenommenen Stimulanzien.

** Cathin (D-Norpseudoephedrin) und sein L-Isomer: verboten, wenn seine Konzentration im Urin 5 Mikrogramm/ml übersteigt.

*** Ephedrin und Methylephedrin: verboten, wenn ihre Konzentration im Urin jeweils 10 Mikrogramm/ml übersteigt.

**** Epinephrin (Adrenalin): nicht verboten bei der lokalen Verabreichung, zum Beispiel nasal oder ophthalmologisch, oder bei der Verabreichung in Verbindung mit einem Lokalanästhetikum.

* Pseudoephedrin: verboten, wenn seine Konzentration im Urin 150 Mikrogramm/ml übersteigt.

S7 Narkotika

Alle verbotenen Substanzen in dieser Klasse sind spezifische Substanzen. Substanzen mit Missbrauchspotential in diesem Abschnitt: Diamorphin (Heroin)

Die folgenden Narkotika, dazu gehören alle optischen Isomere, zum Beispiel gegebenenfalls D- und L-, sind verboten:

● Buprenorphin ● Fentanyl und seine Derivate ● Morphin ● Pentazocin
● Dextromoramid ● Nicomorphin ● Pethidin
● Diamorphin (Heroin) ● Hydromorphon ● Oxycodon ● Tramadol
● Methadon ● Oxymorphon

S8 Cannabinoide

Alle verbotenen Substanzen in dieser Klasse sind spezifische Substanzen. Substanzen mit Missbrauchspotential in diesem Abschnitt: Tetrahydrocannabinol (THC)

Alle natürlichen und synthetischen Cannabinoide sind verboten, zum Beispiel

● in Cannabis (Haschisch, Marihuana) und Cannabis-Produkten

● natürliche und synthetische Tetrahydrocannabinole (THCs)

● synthetische Cannabinoide, welche die Wirkungen von THC nachahmen

Hiervon ausgenommen sind:

● Cannabidiol

S9 Glucocorticoide

Alle verbotenen Substanzen in dieser Klasse sind spezifische Substanzen.

Alle Glucocorticoide sind verboten, wenn sie auf jeglichem injizierbaren, oralen [einschließlich oromukosalen (zum Beispiel bukkalen, gingivalen, sublingualen)] oder rektalen Weg verabreicht werden.

Dazu gehören unter anderem

● Beclometason ● Dexamethason ● Mometason
● Betamethason ● Flunosolid ● Prednisolon
● Budesonid ● Fluocortolon ● Prednison
● Ciclesonid ● Fluticason ● Triamcinolonacetonid
● Cortison ● Hydrocortison
● Deflazacort ● Methylprednisolon

Hinweis:

Andere Verabreichungsarten (einschließlich inhalativ und topisch: dental-intrakanalär, dermal, intranasal, ophthalmologisch, aurikulär und perianal) sind nicht verboten, wenn sie im Rahmen der vom Hersteller empfohlenen Dosen und medizinischen Indikationen angewendet werden.

P1. Betablocker

Alle verbotenen Substanzen in dieser Klasse sind spezifische Substanzen.

Betablocker sind in den folgenden Sportarten nur im Wettkampf verboten; außerhalb von Wettkämpfen auch, sofern angegeben (*).

● Billard (alle Disziplinen) (WCBS) ● Unterwassersport (CMAS)* in allen Unterdisziplinen des Apnoetauchens, Speerfischens und Zielschießens
● Bogenschießen (WA)*
● Darts (WDF)
● Golf (IGF)
● Minigolf (WMF)
● Motorsport (FIA)
● Schießen (ISSF, IPC)*

Dazu gehören unter anderem

● Acebutolol ● Bunolol ● Labetalol ● Oxprenolol
● Alprenolol ● Carteolol ● Metipranolol ● Pindolol
● Atenolol ● Carvedilol ● Metoprolol ● Propranolol
● Betaxolol ● Celiprolol ● Nadolol ● Sotalol
● Bisoprolol ● Esmolol ● Nebivolol ● Timolol

(Übersetzung)

VERBOTSLISTE 2026

WELT-ANTI-DOPING-CODE

GÜLTIG AB 1. JÄNNER 2026

Einleitung

Die Verbotsliste ist ein verbindlicher Internationaler Standard im Rahmen des Welt-Anti-Doping-Programms.

Die Liste wird nach einem umfassenden von der WADA durchgeführten Konsultationsverfahren jährlich aktualisiert. Die Liste tritt am 1. Jänner 2026 in Kraft.

Der offizielle Wortlaut der Verbotsliste wird von der WADA weitergeführt und in englischer und französischer Sprache veröffentlicht. Bei Unstimmigkeiten zwischen der englischen und französischen Fassung ist die englische Fassung maßgebend.

Begriffe, die in dieser Liste verbotener Substanzen und verbotener Methoden verwendet werden:

Innerhalb des Wettkampfes verboten

Sofern die WADA für eine bestimmte Sportart keinen anderen Zeitraum zugelassen hat, beginnt der Zeitraum „innerhalb des Wettkampfes“ grundsätzlich kurz vor Mitternacht (um 23:59 Uhr) am Tag vor einem Wettkampf, für den der Athlet aufgestellt ist, und endet mit dem Ende dieses Wettkampfes und des Probenahmeverfahrens.

Zu allen Zeiten verboten

Dies bedeutet, dass die Substanz oder die Methode entsprechend der Begriffsbestimmung im Code innerhalb und außerhalb des Wettkampfes verboten ist.

Spezifisch und nichtspezifisch

Nach Artikel 4.2.2 des Welt-Anti-Doping-Codes gelten „für die Zwecke der Anwendung des Artikels 10 [...] alle verbotenen Substanzen als spezifische Substanzen mit Ausnahme derjenigen, die in der Verbotsliste anders gekennzeichnet sind. Eine verbotene Methode gilt nicht als spezifische Methode, es sei denn, sie ist in der Verbotsliste ausdrücklich als spezifische Methode gekennzeichnet.“ Nach dem Kommentar zu dem Artikel sollen „die in Artikel 4.2.2 genannten spezifischen Substanzen und Methoden [...] auf keinen Fall als weniger wichtig oder weniger gefährlich als andere Dopingsubstanzen oder -methoden angesehen werden. Es handelt sich dabei einfach um Substanzen und Methoden, bei denen die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass ein Athlet sie für andere Zwecke als die Leistungssteigerung eingenommen beziehungsweise angewendet hat.“

Substanzen mit Missbrauchspotential

Nach Artikel 4.2.3 des Codes sind Substanzen mit Missbrauchspotential jene Substanzen, die als solche gekennzeichnet sind, weil sie in der Gesellschaft häufig außerhalb eines sportlichen Zusammenhangs missbraucht werden. Als Substanzen mit Missbrauchspotential gelten: Cocain, Diamorphin (Heroin), Methylendioxymethamfetamin (MDMA/„Ecstasy“) und Tetrahydrocannabinol (THC).

S0 Nicht zugelassene Substanzen

Zu allen Zeiten verboten (innerhalb und außerhalb des Wettkampfes) Alle verbotenen Substanzen in dieser Klasse sind spezifische Substanzen.

Pharmakologisch wirksame Substanzen, die in den folgenden Abschnitten der Verbotsliste nicht aufgeführt und derzeit nicht durch eine staatliche Gesundheitsbehörde für die therapeutische Anwendung beim Menschen zugelassen sind (zum Beispiel Arzneimittel in der präklinischen oder klinischen Entwicklung beziehungsweise Arzneimittel, deren Entwicklung eingestellt wurde, Designerdrogen, nur für die Anwendung bei Tieren zugelassene Substanzen), sind zu jeder Zeit verboten.

Diese Klasse umfasst viele verschiedene Substanzen, unter anderem BPC-157, 2,4-Dinitrophenol (DNP), Ryanodin-Rezeptor-1-Calstabin-Komplex-Stabilisatoren [zum Beispiel S-107, S48168 (ARM210)] und Troponin-Aktivatoren (zum Beispiel Reldesemtiv und Tirasemtiv).

S1 Anabole Substanzen

Zu allen Zeiten verboten (innerhalb und außerhalb des Wettkampfes) Alle verbotenen Substanzen in dieser Klasse sind nichtspezifische Substanzen.

Anabole Substanzen sind verboten.

S1.1. Anabol-androgene Steroide (AAS)

Bei exogener Verabreichung, dazu gehören unter anderem

1-Androstendiol (5alpha-Androst-1-en-3beta,17beta-diol);

1-Androstendion (5alpha-Androst-1-en-3,17-dion);

1-Androsteron (3alpha-Hydroxy-5alpha-androst-1-en-17-on);

1-Epiandrosteron (3beta-Hydroxy-5alpha-androst-1-en-17-on);

1-Testosteron (17beta-Hydroxy-5alpha-androst-1-en-3-on);

4-Androstendiol (Androst-4-en-3beta,17beta-diol);

4-Hydroxytestosteron (4,17beta-Dihydroxyandrost-4-en-3-on);

5-Androstendion (Androst-5-en-3,17-dion);

7alpha-Hydroxy-DHEA;

7beta-Hydroxy-DHEA;

7-Keto-DHEA;

11beta-Methyl-19-nortestosteron;

17alpha-Methylepitiostanol (Epistan);

19-Norandrostendiol (Estr-4-en-3,17-diol);

19-Norandrostendion (Estr-4-en-3,17-dion);

Androst-4-en-3,11,17-trion (11-Ketoandrostendion, Adrenosteron);

Androstanolon (5alpha-Dihydrotestosteron, 17beta-Hydroxy-5alpha-androstan-3-on);

Androstendiol (Androst-5-en-3beta,17beta-diol);

Androstendion (Androst-4-en-3,17-dion);

Bolasteron;

Boldenon;

Boldion (Androsta-1,4-dien-3,17-dion);

Calusteron;

Clostebol;

Danazol ([1,2]Oxazolo[4',5':2,3]pregna-4-en-20-yn-17alpha-ol);

Dehydrochlormethyltestosteron (4-Chlor-17beta-hydroxy-17alpha-methylandrosta-1,4-dien-3-on);

Desoxymethyltestosteron (17alpha-Methyl-5alpha-androst-2-en-17beta-ol und 17alpha-Methyl-5alpha-androst-3-en-17beta-ol);

Dimethandrolon (7alpha,11beta-Dimethyl-19-nortestosteron);

Drostanolon;

Epiandrosteron (3beta-Hydroxy-5alpha-androstan-17-on);

Epidihydrotestosteron (17beta-Hydroxy-5beta-androstan-3-on);

Epitestosteron;

Ethylestrenol (19-Norpregna-4-en-17alpha-ol);

Fluoxymesteron;

Formebolon;

Furazabol (17alpha-Methyl[1,2,5]oxadiazolo[3',4':2,3]-5alpha-androstan-17beta-ol);

Gestrinon;

Mestanolon;

Mesterolon;

Metandienon (17beta-Hydroxy-17alpha-methylandrosta-1,4-dien-3-on);

Metenolon;

Methandriol;

Methasteron (17beta-Hydroxy-2alpha,17alpha-dimethyl-5alpha-androstan-3-on);

Methyl-1-testosteron (17beta-Hydroxy-17alpha-methyl-5alpha-androst-1-en-3-on);

Methylclostebol;

Methyldienolon (17beta-Hydroxy-17alpha-methylestra-4,9-dien-3-on);

Methylnortestosteron (17beta-Hydroxy-17alpha-methylestr-4-en-3-on);

Methyltestosteron;

Metribolon (Methyltrienolon, 17beta-Hydroxy-17alpha-methylestra-4,9,11-trien-3-on);

Miboleron;

Nandrolon (19-Nortestosteron);

Norboleton;

Norclostebol (4-Chlor-17beta-ol-estr-4-en-3-on);

Norethandrolon;

Oxabolon;

Oxandrolon;

Oxymesteron;

Oxymetholon;

Prasteron (Dehydroepiandrosteron, DHEA, 3beta-Hydroxyandrost-5-en-17-on);

Prostanozol (17beta-[(Tetrahydropyran-2-yl)oxy]-1'H-pyrazolo[3,4:2,3]-5alpha-androstan);

Quinbolon;

Stanozolol;

Stenbolon;

Testosteron;

Tetrahydrogestrinon (17-Hydroxy-18a-homo-19-nor-17alpha-pregna-4,9,11-trien-3-on);

Tibolon

Trenbolon (17beta-Hydroxyestr-4,9,11-trien-3-on)

Trestolon (7alpha-Methyl-19-nortestosteron, MENT)

und andere Substanzen mit ähnlicher chemischer Struktur oder ähnlicher/n biologischer/n Wirkung(en) einschließlich deren Ester.

S1.2. Andere anabole Substanzen

Dazu gehören unter anderem

Clenbuterol, Osilodrostat, Ractopamin, Selektive Androgen-Rezeptor-Modulatoren [SARMs, zum Beispiel Andarin, Enobosarm (Ostarin), LGD-4033 (Ligandrol), RAD140, S-23 und YK-11], Zeranol und Zilpaterol.

S2 Peptidhormone, Wachstumsfaktoren, verwandte Substanzen und Mimetika

Zu allen Zeiten verboten (innerhalb und außerhalb des Wettkampfes) Alle verbotenen Substanzen in dieser Klasse sind nichtspezifische Substanzen.

Die folgenden Substanzen und andere Substanzen mit ähnlicher chemischer Struktur oder ähnlicher/n biologischer/n Wirkung(en) sind verboten:

S2.1. Erythropoetine (EPO) und Erythropoese-beeinflussende Substanzen

Dazu gehören unter anderem

S2.1.1 Erythropoetin-Rezeptor-Agonisten zum Beispiel Darbepoetine (dEPO); Erythropoetine (EPO); EPO-basierte Konstrukte [zum Beispiel EPO-Fc; Methoxy-Polyethylenglycol-Epoetin beta (CERA); EPO-mimetische Substanzen und ihre Konstrukte (zum Beispiel CNTO-530, Peginesatid, Pegmolesatid).
S2.1.2 Hypoxie-induzierbarer-Faktor (HIF)-Aktivatoren, zum Beispiel Cobalt; Daprodustat (GSK1278863); IOX2; Molidustat (BAY 85-3934); Roxadustat (FG-4592); Vadadustat (AKB-6548); Xenon.
S2.1.3 GATA-Hemmer, zum Beispiel K-11706.
S2.1.4 Transformierender-Wachstumsfaktor-beta-(TGF-β-)Signalhemmer, zum Beispiel Luspatercept; Sotatercept.
S2.1.5 Agonisten des körpereigenen Reparatur-Rezeptors, zum Beispiel Asialo-EPO; carbamyliertes EPO (CEPO).

S2.2. Peptidhormone und ihre Releasingfaktoren

S2.2.1 Testosteron-stimulierende Peptide bei Männern, zum Beispiel ▪ Choriongonadotropin (CG) ▪ Luteinisierendes Hormon (LH) ▪ Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH, Gonadorelin) und seine Agonistenanaloga (zum Beispiel Buserelin, Deslorelin, Goserelin, Histrelin, Leuprorelin, Nafarelin und Triptorelin) ▪ Kisspeptin und seine Agonistenanaloga
S2.2.2 Corticotropine und ihre Releasingfaktoren, zum Beispiel Corticorelin und Tetracosactid
S2.2.3 Wachstumshormon (GH, seine Analoga und Fragmente, dazu gehören unter anderem ▪ Wachstumshormon-Analoga, zum Beispiel Lonapegsomatropin, Somapacitan und Somatrogon ▪ Wachstumshormon-Fragmente, zum Beispiel AOD-9604 und hGH 176-191.
S2.2.4 Wachstumshormon-Releasingfaktoren, dazu gehören unter anderem • Wachstumshormon-Releasing-Hormon (GHRH) und seine Analoga (zum Beispiel CJC-1293, CJC-1295, Sermorelin und Tesamorelin) • Wachstumshormon-Sekretagoge (GHS) und ihre Mimetika [zum Beispiel Anamorelin, Capromorelin, Ibutamoren (MK-677), Ipamorelin, Lenomorelin (Ghrelin), Macimorelin und Tabimorelin] • Wachstumshormon-Releasing-Peptide (GHRPs) [zum Beispiel Alexamorelin, Examorelin (Hexarelin), GHRP-1, GHRP-2 (Pralmorelin), GHRP-3, GHRP-4, GHRP-5 und GHRP-6]

S2.3. Wachstumsfaktoren und Wachstumsfaktor-Modulatoren

Dazu gehören unter anderem

● Fibroblasten-Wachstumsfaktoren (FGFs)

● Hepatozyten-Wachstumsfaktor (HGF)

● insulinähnlicher Wachstumsfaktor 1 (IGF-1, Mecasermin) und seine Analoga

● mechanisch induzierte Wachstumsfaktoren (MGFs)

● Blutplättchen-basierter Wachstumsfaktor (PDGF)

● Thymosin beta-4 und seine Derivate, zum Beispiel TB-500

● vaskulär-endothelialer Wachstumsfaktor (VEGF)

und andere Wachstumsfaktoren oder Wachstumsfaktor-Modulatoren, die in Muskeln, Sehnen oder Bändern die Proteinsynthese/den Proteinabbau, die Gefäßbildung/-versorgung, die Energieausnutzung, die Regenerationsfähigkeit oder die Umwandlung des Fasertyps beeinflussen.

S3 Beta-2-Agonisten

Zu allen Zeiten verboten (innerhalb und außerhalb des Wettkampfes) Alle verbotenen Substanzen in dieser Klasse sind spezifische Substanzen.

Alle selektiven und nichtselektiven Beta-2-Agonisten, einschließlich aller optischen Isomere, sind verboten.

Dazu gehören unter anderem

● Arformoterol ● Indacaterol ● Reproterol ● Tretoquinol
● Fenoterol ● Levosalbutamol ● Salbutamol (Trimetoquinol)
● Formoterol ● Olodaterol ● Salmeterol ● Tulobuterol
● Higenamin ● Procaterol ● Terbutalin ● Vilanterol

Ausnahmen:

● inhaliertes Salbutamol: höchstens 1600 Mikrogramm über 24 Stunden, aufgeteilt auf mehrere Einzeldosen von nicht mehr als 600 Mikrogramm über 8 Stunden, ausgehend von jeder Dosis

● inhaliertes Formoterol: abgegebene Dosis höchstens 54 Mikrogramm über 24 Stunden, aufgeteilt auf mehrere Einzeldosen von nicht mehr als 36 Mikrogramm über 12 Stunden, ausgehend von jeder Dosis

● inhaliertes Salmeterol: höchstens 200 Mikrogramm über 24 Stunden, aufgeteilt auf mehrere Einzeldosen von nicht mehr als 100 Mikrogramm über 8 Stunden, ausgehend von jeder Dosis

● inhaliertes Vilanterol: höchstens 25 Mikrogramm über 24 Stunden

Hinweis:

Eine Salbutamolkonzentration im Urin von mehr als 1000 Nanogramm/ml oder eine Formoterolkonzentration im Urin von mehr als 40 Nanogramm/ml ist nicht im Einklang mit der therapeutischen Anwendung der Substanz und gilt als ein normabweichendes Analyseergebnis (AAF), es sei denn, der Athlet weist anhand einer kontrollierten pharmakokinetischen Studie nach, dass dieses abnorme Ergebnis die Folge einer therapeutischen Dosis (durch Inhalation) bis zu der oben genannten Höchstdosis war.

S4 Hormon- und Stoffwechsel-Modulatoren

Zu allen Zeiten verboten (innerhalb und außerhalb des Wettkampfes) Verbotene Substanzen in den Klassen S4.1 und S4.2 sind spezifische Substanzen. Verbotene Substanzen in den Klassen S4.3 und S4.4 sind nichtspezifische Substanzen.

Die folgenden Hormon- und Stoffwechsel-Modulatoren sind verboten:

S4.1. Aromatasehemmer

Dazu gehören unter anderem

● 2-Androstenol (5alpha-Androst-2-en-17-ol) ● Androsta-1,4,6-trien-3,17-dion (Androstatriendion)
● 2-Androstenon (5alpha-Androst-2-en-17-on) ● Androsta-3,5-dien-7,17-dion (Arimistan)
● 2-Phenylbenzo[h]chromen-4-on (alpha-Naphthoflavon; 7,8-Benzoflavon) ● Exemestan
● 3-Androstenol (5alpha-Androst-3-en-17-ol) ● Formestan
● 3-Androstenon (5alpha-Androst-3-en-17-on) ● Letrozol
● 4-Androsten-3,6,17-trion (6-oxo) ● Testolacton
● Aminoglutethimid
● Anastrozol

S4.2. Antiöstrogene Substanzen [Antiöstrogene und selektive Östrogen-Rezeptor-Modulatoren (SERMs)]

Dazu gehören unter anderem

● Bazedoxifen ● Elacestrant ● Raloxifen
● Clomifen ● Fulvestrant ● Tamoxifen
● Cyclofenil ● Ospemifen ● Toremifen

S4.3. Stoffe, welche die Aktivierung des Aktivin-Rezeptors IIB verhindern

Dazu gehören unter anderem

● Aktivin A neutralisierende Antikörper ● Aktivin-Rezeptor-IIB-Kompetitoren, wie zum Beispiel – Decoy-Aktivin-Rezeptoren (zum Beispiel ACE-031) ● Anti-Aktivin-Rezeptor-IIB-Antikörper (zum Beispiel Bimagrumab) ● Myostatinhemmer, wie zum Beispiel – Substanzen, welche die Myostatin-Expression verringern oder unterdrücken, – Myostatin bindende Proteine (zum Beispiel Follistatin, Myostatin-Propeptid), – Myostatin oder Myostatinvorläufer neutralisierende Antikörper (zum Beispiel Apitegromab, Domagrozumab, Landogrozumab, Stamulumab).

S4.4. Stoffwechselmodulatoren

S4.4.1. ● Aktivatoren der AMP-aktivierten Proteinkinase (AMPK), zum Beispiel N5,N6-Bis(2-Fluorphenyl)-[1,2,5]oxadiazolo[3,4-b]pyrazin-5,6-diamin (BAM15), AICAR, mitochondriales offenes Leseraster der 12S rRNA-c (MOTS-c) ● Peroxisom-Proliferator-aktivierter-Rezeptor-delta-(PPARδ-)Agonisten, zum Beispiel 2-(2-Methyl-4-((4-methyl-2-(4-(trifluoromethyl)phenyl)thiazol-5-yl)methylthio)phenoxy)-essigsäure (GW1516, GW501516) ● Rev-Erb alpha-Agonisten, zum Beispiel SR9009, SR9011
S4.4.2. Insuline und Insulin-Mimetika, zum Beispiel S519, S597
S4.4.3. Meldonium
S4.4.4. Trimetazidin

S5 Diuretika und Maskierungsmittel

Zu allen Zeiten verboten (innerhalb und außerhalb des Wettkampfes) Alle verbotenen Substanzen in dieser Klasse sind spezifische Substanzen.

Alle Diuretika und Maskierungsmittel, einschließlich aller optischen Isomere, zum Beispiel gegebenenfalls D- und L-, sind verboten.

Dazu gehören unter anderem

● Diuretika wie

Acetazolamid; Amilorid; Bumetanid; Canrenon; Chlortalidon; Etacrynsäure; Furosemid; Indapamid; Metolazon; Spironolacton; Thiazide, zum Beispiel Bendroflumethiazid, Chlorothiazid und Hydrochlorothiazid; Torasemid; Triamteren; Xipamid

● Vaptane, zum Beispiel Conivaptan, Mozavaptan, Tolvaptan

● Intravenös verabreichte Plasmaexpander wie

Albumin, Dextran, Hydroxyethylstärke, Mannitol

● Desmopressin

● Probenecid

und andere Substanzen mit ähnlicher chemischer Struktur oder ähnlicher/n biologischer/n Wirkung(en).

Hiervon ausgenommen sind:

● Drospirenon, Pamabrom sowie die topische ophthalmische Verabreichung von Carboanhydrasehemmern (zum Beispiel Dorzolamid, Brinzolamid)

● die lokale Verabreichung von Felypressin in der Dentalanästhesie

Hinweis:

Wird in der Probe eines Athleten zu allen Zeiten beziehungsweise innerhalb des Wettkampfes jegliche Menge einer der folgenden Grenzwerten unterliegenden Substanzen – nämlich Formoterol, Salbutamol, Cathin, Ephedrin, Methylephedrin und Pseudoephedrin – in Verbindung mit einem Diuretikum oder Maskierungsmittel (mit Ausnahme der topischen ophthalmischen Verabreichung eines Carboanhydrasehemmers oder der lokalen Verabreichung von Felypressin in der Dentalanästhesie) nachgewiesen, so gilt dieser Nachweis als ein von der Norm abweichendes Analyseergebnis (AAF), es sei denn, der Athlet besitzt zusätzlich zu der medizinischen Ausnahmegenehmigung für das Diuretikum oder Maskierungsmittel eine bestätigte medizinische Ausnahmegenehmigung (TUE) für diese Substanz.

Verbotene Methoden

Zu allen Zeiten verboten (innerhalb und außerhalb des Wettkampfes) Alle verbotenen Methoden in dieser Klasse sind nichtspezifisch mit Ausnahme der Methoden in der Klasse M2.2, die spezifische Methoden sind.

M1. Manipulation von Blut und Blutbestandteilen

Folgende Methoden sind verboten:

M1.1. Die Verabreichung oder Wiederzufuhr jeglicher Menge von autologem, allogenem (homologem) oder heterologem Blut oder Produkten aus roten Blutkörperchen jeglicher Herkunft in das Kreislaufsystem.

Die Entnahme von Blut oder Blutbestandteilen, einschließlich durch Apherese, wenn sie nicht 1) zu analytischen Zwecken, einschließlich medizinischen Tests oder Dopingkontrollen, oder 2) zu Spendezwecken in einem Spendezentrum durchgeführt wird, das von der zuständigen Aufsichtsbehörde des Staates, in dem das Zentrum tätig ist, zugelassen ist.

M1.2. Die künstliche Erhöhung der Aufnahme, des Transports oder der Abgabe von Sauerstoff.

Dazu gehören unter anderem

Perfluorchemikalien; Efaproxiral (RSR13); Voxelotor und veränderte Hämoglobinprodukte, zum Beispiel Blutersatzstoffe auf Hämoglobinbasis und mikroverkapselte Hämoglobinprodukte, ausgenommen ergänzender Sauerstoff durch Inhalation.

M1.3. Jegliche Form der intravaskulären Manipulation von Blut oder Blutbestandteilen mit physikalischen oder chemischen Mitteln.

M1.4. Die Anwendung von Rückatmungssystemen oder Ausrüstung zur Abgabe von Kohlenmonoxid, sofern nicht als diagnostisches Verfahren unter Aufsicht einer medizinischen oder wissenschaftlichen Fachkraft eingesetzt.

M2. Chemische und physikalische Manipulation

Folgende Methoden sind verboten:

M2.1. Die tatsächliche oder versuchte unzulässige Einflussnahme , um die Integrität und Validität der Proben , die während der Dopingkontrollen genommen werden, zu verändern.

Dazu gehören unter anderem

der Austausch und/oder die Verfälschung einer Probe, zum Beispiel die Zugabe von Proteasen zu einer Probe.

M2.2. Intravenöse Infusionen und/oder Injektionen von insgesamt mehr als 100 ml innerhalb eines Zeitraums von 12 Stunden, es sei denn, sie werden rechtmäßig im Zuge von Krankenhausbehandlungen, chirurgischen Eingriffen oder klinischen diagnostischen Untersuchungen verabreicht.

M3. Gen- und Zelldoping

Die folgenden Methoden zur möglichen Steigerung der sportlichen Leistung sind verboten:

M3.1. Die Verwendung von Nukleinsäuren oder Nukleinsäure-Analoga, mit denen Genomsequenzen und/oder die Genexpression durch jegliche Mechanismen verändert werden können. Dazu gehören unter anderem Technologien für Geneditierung, Genstilllegung und Gentransfer.

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