Bekanntmachung des Bundesministers für Unterricht und Kunst betreffend den Lehrplan für den evangelischen Religionsunterricht an Hauptschulen und an der Unterstufe der allgemeinbildenden höheren Schulen
Der in der Anlage wiedergegebene Lehrplan für den evangelischen Religionsunterricht an Hauptschulen und an der Unterstufe der allgemeinbildenden höheren Schulen wurde vom Evangelischen Oberkirchenrat A. und H.B. erlassen und wird hiemit gemäß § 2 Abs. 2 des Religionsunterichtsgesetzes, BGBl. Nr. 190/1949, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. Nr. 256/1993, bekanntgemacht.
Anlage
Lehrplan für den evangelischen Religionsunterricht an Hauptschulen und an der Unterstufe der allgemeinbildenden höheren Schulen
Bildungs- und Lehraufgaben:
Der Pflichtgegenstand Evangelische Religion ist in seinem Auftrag zweifach begründet. Von der Kirche besorgt, weiß er sich der biblischen Verkündigung, wie sie in der Heiligen Schrift und in den Bekenntnissen bezeugt wird, und der religiösen Bildung verpflichtet. Im Rahmen der öffentlichen Schule übernimmt er die Aufgabe, eine Begegnung mit dem Bildungsauftrag der Gesellschaft unter Herausforderung durch das Evangelium in einem gegenseitigen kritischen Dialog herbeizuführen. In dieser zweifachen Begründung liegt der spezifische Beitrag des evangelischen Religionsunterrichtes in der Erziehung zum mündigen Christen und Staatsbürger.
Der Religionsunterricht soll dem Schüler verhelfen
Basiswissen zu erwerben,
sich qualifiziert auseinandersetzen zu können,
sich vom Glaubensanspruch herausfordern zu lassen.
Dies geschieht in der Beachtung der folgenden Gegenstandsbereiche:
– Biblische Schriften (Altes und Neues Testament) als Quelle der Offenbarung und der Geschichte Gottes mit den Menschen
– Methoden des Umganges mit der Bibel
– Tradition als Wirkungsgeschichte des christlichen Glaubens im sozial-politischen und kulturellen Kontext
– Bekenntnisschriften der Evangelischen Kirche AB und HB in Österreich
– Christliche Bekenntnisse (andere christliche Konfessionen), andere Religionen und Weltanschauungen
– Christliche Glaubenslehre (Dogmatik) als Ausdruck des gläubigen Selbstverständnisses im Ringen um die Wahrheit
– Entstehung und Geschichte der Kirche und der christlichen Glaubenslehre
– Theologie und Philosophie
– Weltbild der Einzel-(Natur-)wissenschaften
– Christliche Anthropologie – das Verständnis des Menschen im Lichte der Offenbarung als Schöpfung und Erlösung
– Anthropologische Konzepte der Humanwissenschaften
– Christliche Ethik als Forderung des Guten und Einsicht in die Grenzen der verantwortlichen Selbstbestimmung (usus politicus et elenchticus)
– Gesetz und Evangelium
– Menschenrechte und Unverfügbarkeit des Heils
– Philosophische Ethik(en)
– Christliche Praxis als Verwirklichung der Liebe zu Gott und den Menschen
– Diakonie, Seelsorge, Mission, Ökumene
– Humanität um das Problem der Wertfreiheit
– Christliche Kirche als Gemeinschaft der Gläubigen und als Institution
– Menschliche Sozialformen als Verwirklichung und Hinderung von Gemeinschaften
– Die Gestaltung des Christlichen (Poiesis)
– Sakramentalität und die Sakramente der Kirche(n)
– Gottesdienst, Riten, Feste
– Symbole
– Literatur, Kunst, Musik, AV-Medien
– Religionskritik – Anliegen, Berechtigung, Kritik der Kritik
– Ideologie – Ideologien.
Durch die gemeinsame Bearbeitung der angeführten Gegenstandsfelder durch Lehrer und Schüler sollen folgende Befähigungen und Haltungen erworben werden:
Befähigungen:
– Basiswissen erwerben und sichern (1),
– Entstehungszusammenhänge und geschichtliche Prozesse erkennen (2),
– Erkenntnisschritte selbsttätig vollziehen (3),
– Mißverständnisse und Vorurteile (zB gegenüber Kirche, Glaube und Religion) durchschauen und abbauen (4),
– sich dem Prozeß der denkenden Aneignung des Glaubens stellen (5),
– Intentionen und Methoden der verschiedenen Wissenschaften (Theologie, Philosophie, Natur- und Humanwissenschaften) unterscheiden, sachgemäß zuordnen und anwenden können (6),
– Symbole kennen und wiedererkennen (7),
– Kritik an Kirche und Religion als Suche nach der rechten Gestalt des Glaubens wahrnehmen (8),
– die Struktur von Glaubensaussagen erkennen und wiedererkennen (9).
Haltungen:
– Sich qualifiziert auseinandersetzen (10),
– zu einer selbstverantworteten Einstellung finden (11),
– sich vom christlichen Glaubenszeugnis betroffen machen und herausfordern lassen (12),
– die Glaubensmotivation von Menschen aus Geschichte und Gegenwart wahrnehmen, ernstnehmen und achten (Toleranz) (13),
– sich mit Wert- und Glaubenshaltungen auseinandersetzen (Dialogfähigkeit) (14),
– die eigene Überzeugung vertreten und argumentieren können (Konfliktfähigkeit) (15),
– sich der ethischen Forderung in Unterscheidung von Gut und Böse stellen und Umkehr als Erlösungsangebot verstehen können (16),
– mit der gottesdienstlichen, sakramentalen und diakonischen Praxis der Kirche vertraut werden und daran teilhaben (17),
– Mündigkeit und Verantwortung gegenüber sich selbst, dem Mitmenschen und der Umwelt (18),
– ökumenische und interkulturelle Verständigungsbereitschaft (19),
– sich in der Minderheitensituation bewähren (20).
Von dem Lehrer werden folgende Befähigungen und Haltungen erwartet:
Befähigungen:
– Schülern anhand von Quellentexten eine eigenständige Arbeit und ein qualifiziertes Urteil ermöglichen,
– verantwortliche Einschätzung der konkreten didaktischen Situation in der Klasse,
– das erzieherische Gefälle und die Schutzbedürftigkeit der Heranwachsenden beachten,
– offen sein für die Gegenseitigkeit von Lernprozessen,
– Methoden wissenschaftlicher Theologie einbringen,
– Methodenvielfalt praktizieren.
Haltungen:
– Fragen und Suche der Schüler unterstützen,
– Verantwortungs- und Vergebungsbereitschaft praktizieren und fördern,
– Bereitschaft, über den eigenen Glauben offen zu sprechen,
– Bereitschaft, den Glauben im Handeln zu bewähren,
– Eingehen auf persönliche Probleme der Schüler,
– Gewissensbindungen der Schüler achten,
– Reifungsprozesse im Glauben berücksichtigen,
– Kontakt mit der eigenen Gemeinde und anderen Gemeinden, sowie mit dem Elternhaus der Schüler pflegen,
– Partnerschaft anstreben,
– mit den Kollegen anderer Fächer zusammenarbeiten (zB fächerübergreifender Unterricht),
– aktuelle Anlässe berücksichtigen,
– verantwortliche Teilnahme am schulischen Leben.
Evangelischer Religionsunterricht sieht sich im Rahmen des allgemeinen Lehrplans. Unter „aktueller Bezug“ sind Anregungen gegeben, die nicht als endgültige Norm gelesen werden dürfen. Sie sind in der Praxis zu überprüfen und zu erweitern. Zu der jedem Lehrer zustehenden Methodenfreiheit kommt für den evangelischen Religionsunterricht noch die Rücksichtnahme auf die jeweilige theologische, pädagogische und psychologische Position des Lehrers. Anordnung, Gliederung, Akzentuierung, exemplarische Einheiten, Reihenfolge und Stoffauswahl bleiben der Verantwortung der Lehrerin/des Lehrers ebenso anheimgestellt wie die Beachtung ihrer speziellen Unterrichtsgruppen, ihrer speziellen Schule, des Diasporacharakters und des Unterschieds von Unterricht in Großgruppen (Klasse), wie sie die Schüler meist erleben, zum Unterricht in der Kleingruppe mit ganz anderem Sozialcharakter.
Lehrstoff:
Klasse:
ICH UND DIE SPRACHE
Ziele:
Die Schüler können
(Vorrangige Ziele)
– ihre bisherigen Erfahrungen mit Religion und dem Gebrauch religiöser Begriffe ausdrücken und darüber nachdenken;
– den Zusammenhang zwischen religiösen Begriffen und religiöser Praxis verstehen;
– und dabei auch die Bedeutung der Kommunikation mit Mitschülern und Lehrern begreifen.
(Weitere Ziele)
– Ihre Erwartungen, Wünsche und Befürchtungen in bezug auf den Religionsunterricht bzw. „Religion“ überhaupt ausdrücken.
Inhalte: Religiöse Begriffe, religiöse Sprache – ihre Bedeutung und ihr Gebrauch.
Befähigung/Haltungen: 1, 3-6, 8-10, 12-15, 19.
Beziehung zur Lebenswelt der Schüler: Bedeutung der Sprache in Selbstdarstellung, Äußern von Gefühlen, Lebensbedürfnissen, Beschreiben von Erfahrungen, Aussprechen von Erwartungen, Wünschen, Befürchtungen, Eingehen auf die Worte der Mitschüler und des Lehrers, Sprache als Mittel der Kommunikation, Sprache und Sprachen, Inländer – Ausländer.
ICH UND DIE BIBEL
Ziele:
Die Schüler können:
(Vorrangige Ziele)
– mit ihrer Bibel und den Karten, Tabellen und Verzeichnissen vertraut werden:
– in wesentlichen Grundzügen einen Überblick über Inhalt, Aufbau und Einteilung der Bibel bekommen;
– die existentielle Betroffenheit als Ausgangspunkt mündlicher Tradition kennen;
– die Geschichte der Entstehung über Überlieferung der Bibel und ihrer Übersetzungen in Grundzügen wissen.
(Weitere Ziele)
– den Unterschied von gottesdienstlichem Gebrauch, unterrichtlichem und sonstigen Gebrauch der Bibel verstehen und außerdem für den Mißbrauch der Bibel sensibel werden.
Inhalte: Entstehung und Geschichte der Bibel.
Befähigung/Haltungen: 1, 2, 4-6, 11, 12-15, 19.
Beziehung zur Lebenswelt der Schüler: Gesprochenes Wort – geschriebenes Wort, Lesen und Bibellesen, Gottesdienst.
ICH UND DIE GESCHICHTE
Ziele:
Die Schüler können:
(Vorrangige Ziele)
– die Geschichte der Propheten in Grundzügen wissen und deren Bedeutung erkennen;
– die Tradition vom Auszug aus Ägypten als Grundgegebenheit biblischen Glaubens erkennen.
– Die Väterüberlieferungen Israels in ihrer Entstehung, Bedeutung und Überlieferung an einem Beispiel wissen;
– die Spannung von Priestertum, Tempel, König einerseits und Propheten andererseits wissen;
– die prophetische Aufgabe der Christen kennenlernen als Kritik an ungerechten Verhältnissen und falscher Religion einerseits und als Mitarbeit an mehr Gerechtigkeit und Frieden andererseits;
– „Vision“ historisch begreifen und als Ausdruck von Hoffnung auf eine bessere Zukunft und Kritik an schlechter Gegenwart.
Inhalte: Patriarchen, Exodus, Wüstenzeit, Propheten.
Befähigung/Haltungen: 1, 2, 5, 6, 8-10, 12-15, 19, 20.
Beziehung zur Lebenswelt der Schüler: Eigene Erfahrungen von Geschichte: Biographie – Geschichte der Eltern – der Familie – der Freunde – der Gemeinde; sich erinnern und Neues wagen; Führungsansprüche und Machtkämpfe; Zustimmung und Widerspruch, für seine Überzeugung eintreten.
ICH UND DIE GEMEINSCHAFT
Ziele:
Die Schüler können:
(Vorrangige Ziele)
– die kulturellen, sozialen und religiösen Bedingungen zur Zeit der Landnahme und die daraus entstehenden Konflikte wissen;
– die Konflikte um die Einführung des Königtums, sowie die Kritik und die Verheißung für den König kennenlernen.
(Weitere Ziele)
– die Verhältnisse vor der Einwanderung in Kanaan kennenlernen;
– eine wesentliche Tradition aus der Richterzeit kennenlernen,
– den Übergang vom nomadischen Leben Israels zur seßhaften Lebensweise begreifen.
Inhalte: Landnahme, Richter, Könige, Gottesvolk, Bund.
Befähigungen/Haltungen: 1, 3, 9f., 15, 18–20.
Beziehungen zur Lebenswelt der Schüler: Leben in Gemeinschaften (Schulen, Familie, Staat). Umgehen mit anderen, Erkennen und Bewältigen von Konflikten, partnerschaftliche Beziehungen herstellen (sich entschuldigen, fair streiten, bedanken, ermuntern, trösten), Schulklassenbewußtsein, Einüben in Kleingruppengespräche. Spiele.
ICH UND MEINE VERANTWORTUNG
Ziele:
Die Schüler können:
(Vorrangige Ziele)
die Notwendigkeit sozialer Regeln verstehen;
– den Beitrag des Glaubens dazu verstehen;
– das Wesen von Gesetzestexten und einige exemplarische Traditionen im AT kennenlernen;
– die 10 Gebote in ihrer biblischen und kirchlichen Überlieferung wissen;
– die Freiheit als Voraussetzung für ethisches Handeln verstehen.
(Weitere Ziele)
– die Unterschiede der katechismusartig gebrauchten 10 Gebote im Judentum und in den verschiedenen christlichen Konfessionen kennenlernen;
– in Ansätzen die Problematik von Gesetz und Evangelium begreifen lernen.
Inhalte: 10 Gebote, Schöpfung, alte und neue Katechismen.
Befähigung/Haltungen: 1, 3-5, 9-16, 18-20.
Beziehung zur Lebenswelt der Schüler: Siehe „Ich und die Gemeinschaft“.
ICH UND DIE UMWELT
Ziele:
Die Schüler können:
(Vorrangige Ziele)
– Schöpfung als Verheißungs- und Verantwortungszusammenhang kennenlernen und verstehen, und zwar gegenüber Menschen, Tieren, Pflanzen und unbelebter Schöpfung;
– Schöpfung als Auftrag zu Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung begreifen;
– sich selbst als gewolltes, einmaliges, ganzheitliches Geschöpf erleben.
(Weitere Ziele)
– die Schöpfungsberichte lesen und deren Unterschiede wissen;
– die historische Situation der Schöpfungsberichte kennenlernen und deren Aussage verstehen;
– den Unterschied von naturwissenschaftlichen Weltentstehungstheorien („wie es wahrscheinlich gewesen ist“) und biblischen Schöpfungsglauben (Sinn der Welt und des Lebens, Verantwortung und Praxis) verstehen.
Inhalte: Schöpfungstexte (Genesis 1 und 2, Psalm 8, 104, 139 ua., Hiob 38f., Jesaja 40).
Befähigungen/Haltungen: 1, 4–6, 10–15, 18.
Beziehung zur Lebenswelt der Schüler: Ökologie, Weltbilder, Haustiere, Tier – Mensch – Beziehung, Männlichkeit – Weiblichkeit, Evolution, Anthropologie.
WENN WIR FEIERN, DANN BRAUCHEN WIR
Ziele:
Die Schüler können:
– Wesen und Bedingungen von Festen und Feiern verstehen;
– die historischen und theologischen Beziehungen von Stiftshütte – Erstem und Zweitem Tempel – Synagoge – Kirche – Moschee kennenlernen;
– das Kirchenjahr in seinen Bezügen zum jüdischen, moslemischen Jahr und dem Jahresablauf der anderen christlichen Kirche kennenlernen und als Chance zum Feiern begreifen;
– Kirchenbau als Ausdruck gelebten Glaubens begreifen.
Inhalte: Stiftshütte, Erster und zweiter Tempel, Synagoge, Kirche, Moschee, Grundformen menschlicher Religiosität, Religionen in Österreich.
Befähigungen/Haltungen: 1, 3–5, 7–10, 12–15, 17, 18–20.
Beziehung zur Lebenswert der Schüler: Kirchenjahr, Feste verschiedener Religionen und Konfessionen (Mitschüler!), Lied, Kirchenmusik, Kirchenraum.
Didaktische Grundsätze:
Das erste Schuljahr ist für die Schüler geprägt von der Notwendigkeit der Einbindung in einen neuen Klassenverband und der Gewöhnung an eine andere Art von Schule (Lehrerwechsel, verschiedene Lehrer in verschiedenen Stunden, neue Mitschüler). Daher ist es auch gekennzeichnet von Unsicherheit. Eine neue Position in der neuen Großgruppe muß gefunden werden. Für den evangelischen Religionsunterricht kommt noch hinzu, daß sich der Schüler an eine neue Kleingruppe gewöhnen muß. Die Erfahrungen mit dem evangelischen Religionsunterricht werden für die Schüler möglicherweise sehr unterschiedlich sein. Daher ist den mitgebrachten Erfahrungen ebensosehr Aufmerksamkeit zu widmen, wie dem unterschiedlichen Wissen. Außerdem könnten einige Schüler bestimmte Sozialformen des Unterrichts kennen (zB Gruppenarbeit, Partnerarbeit), andere nicht. Ebenso muß Raum sein, damit die Schüler ihre sicherlich ganz unterschiedliche religiöse Sozialisation darstellen können. Die Lehrer werden wegen der Kleingruppenstruktur den biographischen Hintergrund der Kinder stärker als die Lehrer anderer Gegenstände mitbekommen und reflektieren müssen. Umgekehrt stehen die Lehrer, besonders in der Anfangsphase, im Zentrum der Aufmerksamkeit der sich bildenden Religionsunterrichtsgruppen. Die Kooperation mit anderen Kollegen legt sich nicht nur wegen inhaltlicher Bezüge nahe, sondern auch wegen der für alle anderen Lehrer bestehenden Notwendigkeit, den Schülern beim Hineinwachsen in die neue Klasse zu helfen.
Lehrstoff:
Klasse:
VON JESUS WIRD WEITERERZÄHLT UND AUFGESCHRIEBEN
Ziele:
Die Schüler können:
– Inhalt und Umfang des Neuen Testaments kennenlernen und in seinen Gebrauch eingeführt werden;
– die Geschichte der Entstehung des Kanons des Neuen Testaments im Überblick kennenlernen;
– wissen, daß es auch andere frühchristliche Literatur außerhalb des Kanons gibt;
– existentielle Betroffenheit als Grund zur mündlichen und schriftlichen Tradition von Jesus begreifen;
– den Unterschied mündlicher und schriftlicher Tradition kennenlernen;
– Gattungen mündlicher und schriftlicher Tradition kennenlernen;
– Gründe für die schriftliche Redaktion mündlicher Tradition nennen können;
– die Evangelien als schriftliche Redaktion begreifen;
– die Evangelien in ihren gemeinsamen und unterschiedlichen Intentionen, in ihrem Aufbau und ihren Unterschieden von historischen Quellen begreifen;
– die anderen literarischen Gattungen des Neuen Testaments in ihrer Eigenart und ihren Intentionen im Überblick wissen.
Inhalte: Mündliche und schriftliche Tradition, Redaktion, die Evangelien (Sprüche, Gleichnisse, Wundererzählungen, Streitgespräche, Ostertradition), der Kanon und die Apokryphen, die Briefe.
Befähigungen/Haltungen: 1–7, 9, 11, 12–15, 18.
Beziehungen zur Lebenswelt der Schüler: Verkündigung in Medien, Comics, Film, Rundfunk, Fernsehen, Kinderbibeln. Die Bedeutung des Streitens um Kanon und Apokryphe als Auseinandersetzung der Großkirchen, mit Sekten und religiösen Sondergruppen.
JESUS, DER MENSCH
Ziele:
Die Schüler können:
(Vorrangige Ziele)
– die Hauptinhalte der Lehre Jesu kennenlernen;
– die von Jesus überlieferte Lebenspraxis verstehen;
– exemplarische Konflikte Jesu, deren Gründe und beteiligte Personen wissen;
– die Darstellung des Prozesses Jesu nach den Evangelien in deren theologischer Absicht von der Frage nach der Historizität unterscheiden.
Inhalte: Reich Gottes, Umkehr, Toraverschärfung – Torarelativierung, Jesus und die Jesus-Gruppe, Jesus und „die anderen“ (Sünder, Zöllner, Kranke, Behinderte, Frauen, Kinder ...), die Konflikte Jesu, Bergpredigt, Feindesliebe, Gerechtigkeit, der Prozeß und sein Tod.
Befähigung/Haltungen: 1, 3, 8, 9-11.
Beziehung zur Lebenswelt der Schüler: Juden und Christen.
ZEIT UND UMWELT JESU
Ziele:
Die Schüler können:
– die Datierungsversuche zur Geschichte Jesu und des Urchristentums kennenlernen, die sich auf historische Quellen stützen;
– die Schwierigkeiten einer genauen historischen Darstellung des Lebens Jesu und der Geschichte des Urchristentums kennenlernen;
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