Verordnung des Bundesministers für wirtschaftliche Angelegenheiten über die Berufsausbildung im Lehrberuf Elektroinstallationstechnik (Elektroinstallationstechnik-Ausbildungsordnung)
Präambel/Promulgationsklausel
Auf Grund der §§ 8 und 24 des Berufsausbildungsgesetzes, BGBl. Nr. 142/1969, zuletzt geändert durch die Berufsausbildungsgesetz-Novelle 1998, BGBl. I Nr. 100/1998, wird - hinsichtlich des § 12 im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Arbeit, Gesundheit und Soziales - verordnet:
Lehrberuf in der Elektrotechnik
§ 1. (1) In der Elektrotechnik ist der Lehrberuf Elektroinstallationstechnik mit einer Lehrzeit von dreieinhalb Jahren eingerichtet.
(2) In den Lehrverträgen, Lehrzeugnissen, Lehrabschlußprüfungszeugnissen und Lehrbriefen ist der Lehrberuf in der dem Geschlecht des Lehrlings entsprechenden Form (Elektroinstallationstechniker oder Elektroinstallationstechnikerin) zu bezeichnen.
Berufsprofil
§ 2. Durch die Berufsausbildung im Lehrbetrieb und in der Berufsschule soll der im Lehrberuf Elektroinstallationstechnik ausgebildete Lehrling befähigt werden, die nachfolgenden Tätigkeiten fachgerecht, selbständig und eigenverantwortlich ausführen zu können:
Technische Unterlagen lesen und anwenden,
Arbeitsschritte, Arbeitsmittel und Arbeitsmethoden festlegen,
Arbeitsabläufe planen und steuern, Arbeitsergebnisse beurteilen, Qualitätsmanagementsysteme anwenden,
erforderliche Materialien auswählen und beschaffen und überprüfen,
Arbeiten unter Berücksichtigung der einschlägigen Sicherheitsvorschriften, Normen, Sicherheitsstandards und Umweltstandards ausführen,
Anlagen zur Energieübertragung und Signalübertragung sowie Rufanlagen, Brandmeldeanlagen und Alarmanlagen sowie Blitzschutzanlagen und Erdungsanlagen errichten, zusammenbauen, montieren, prüfen, in Betrieb nehmen und warten,
Leitungen und Tragsysteme verlegen, prüfen und in Betrieb nehmen,
elektrische Anlagen und Steuerungssysteme einrichten, prüfen und anschließen,
Maschinen und Geräte aufstellen, anschließen, prüfen, in Betrieb nehmen und warten,
elektrische und berufstypische nichtelektrische Größen messen, beurteilen und prüfen,
Fehler, Mängel und Störungen an elektrischen Anlagen, Geräten, Maschinen und Bauelementen aufsuchen, eingrenzen und beseitigen,
Schutzmaßnahmen zur Verhütung von Personenschäden und Sachschäden einrichten, prüfen und dokumentieren,
technische Daten über den Arbeitsablauf und die Arbeitsergebnisse erfassen und dokumentieren,
Kunden über Einsatz, Anwendung und Wartung elektrischer Anlagen, Maschinen und Geräte beraten.
Berufsbild
§ 3. (1) Für die Ausbildung wird folgendes Berufsbild festgelegt. Die angeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sind spätestens in dem jeweils angeführten Lehrjahr beginnend derart zu vermitteln, daß der Lehrling zur Ausübung qualifizierter Tätigkeiten im Sinne des Berufsprofils befähigt wird, die insbesondere selbständiges Planen, Durchführen, Kontrollieren und Optimieren einschließt.
(Anm.: Tabelle nicht direkt darstellbar, es wird daher auf die
gedruckte Form des BGBl. bzw. auf das PDF-Format im RIS verwiesen.)
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Pos. 1. Lehrjahr 2. Lehrjahr 3. Lehrjahr 4. Lehrjahr
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Handhaben und Instandhalten der zu verwendenden Einrichtungen,
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Werkzeuge, Maschinen, Meß- und Prüfgeräte und Arbeitsbehelfe
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Kenntnis der Werkstoffe und Hilfsstoffe, ihrer Eigenschaften,
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Verwendungsmöglichkeiten und Bearbeitungsmöglichkeiten
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```
Grundlegende Fertigkeiten in - -
```
Fertigkeiten der Werkstoff-
in der Werk- bearbeitung:
stoffbearbei- Sägen mit
tung: Messen, Montagegerät,
Anreißen, Bohren mit
Feilen, Sägen, Montagegerät,
Bohren, Sen- Kleben, Weichlöten
ken, Stemmen,
Gewindeschnei-
den, Schleifen,
Kleben,
Richten, Biegen,
Weichlöten
```
```
```
Herstellen Maschinelles - -
```
von Leitungs- Herstellen von
schlitzen und Leitungsschlitzen
Leitungsdurch- und Leitungs-
brüchen von durchbrüchen
Hand
```
```
```
Zurichten, Formen und Verlegen - -
```
von Installationsrohren und
Kabeltragsystemen
```
```
```
Zurichten von Zurichten, Verlegen und Anschließen von
```
blanken und blanken und isolierten Leitungen, Kabeln und
isolierten kabelähnlichen Leitungen
Leitungen
```
```
```
- Herstellen und Montieren von elektrischen und
```
elektronischen Betriebsmitteln und Verbindungen
```
```
```
- Anschließen, in Betrieb setzen und Prüfen von
```
elektrischen Antriebssystemen auch in Verbindung
mit elektronischen Betriebsmitteln
```
```
```
- Zusammenbauen und Prüfen von Verteilungs-,
```
Sicherungs- und Schalteinrichtungen
```
```
```
- Installieren, in Betrieb setzen, Instandsetzen
```
und Prüfen von elektrischen Anlagen
```
```
```
- Ermitteln von elektrischen, elektronischen und
```
mechanischen Störungen
```
```
```
- Beseitigen von elektrischen und elektronischen
```
Störungen
```
```
```
- Anwenden, Installieren, Überprüfen und
```
Fehlerbehebung der elektrischen Schutzmaßnahmen
```
```
```
-
- Anwenden und Prüfen von
```
Entstörungsmaßnahmen
```
```
```
Anfertigen Anfertigen von Schaltungsunterlagen,
```
einfacher insbesondere Montage-, Stromlauf- und
Schaltungs- Installationsplänen
unterlagen
```
```
```
Lesen einfacher Lesen von Schaltungsunterlagen, insbesondere
```
Schaltungs- Fertigungszeichnungen, Montage-, Stromlauf-
unterlagen und Bauschaltplänen
```
```
```
Grundkenntnisse der Elektro- Kenntnis der Elektrotechnik,
```
technik, Elektronik und elek- Elektronik und elektrischen
trischen Meßtechnik Meßtechnik
```
```
```
Grundkennt- Kenntnis und Anwendung der Installationstechnik
```
nisse der
Installations-
technik
```
```
```
- Grundkenntnisse Kenntnis der Funktionsweise
```
der Funktions- elektrischer Anlagen zur
weise elek- Erzeugung, Umwandlung und
trischer Anlagen Abgabe der elektrischen
zur Erzeugung, Energie
Umwandlung und
Abgabe der elek-
trischen Energie
```
```
```
- Kenntnis und Anwendung der Erdungsanlagen und
```
der Blitzschutzanlagen
```
```
```
- Kenntnis über Überspannungsschutzanlagen
```
```
```
```
- Kenntnis über die Funktion elektrischer
```
Betriebsmittel
```
```
```
-
- Kenntnis und Anwendung der
```
Beleuchtungstechnik
```
```
```
- Kenntnis über die Regeltechnik,
```
Steuerungstechnik, Prozeßleittechnik und
Antriebstechnik
```
```
```
-
- Grundkenntnisse über die
```
Wärme-, Kälte- und
Klimatechnik
```
```
```
- Grundkenntnisse Kenntnis über Photovoltaik
```
über Photovoltaik
und Wärmepumpen
```
```
```
-
- Grundkenntnisse über die
```
Digitaltechnik,
Mikroprozessoren und
speicherprogrammierbare
Steuerungen
```
```
```
- Grundkenntnisse Kenntnis über Ruf-, Signal-,
```
über die Ruf-, Fernmelde-, Brandmelde- und
Signal-, Fern- Alarmeinrichtungen
melde-, Alarm-
und Brandmelde-
technik
```
```
```
- Grundkenntnisse Kenntnis über die Bustechnik
```
über die
Bustechnik
```
```
```
-
- Grundkenntnisse und Einsatz
```
der Antennentechnik
```
```
```
Grundkenntnisse und Anwendung facheinschlägiger englischer
```
Fachausdrücke
```
```
```
Grundkenntnisse des Qualitäts- Kenntnis und Mitarbeit beim
```
managements Qualitätsmanagement
```
```
Kenntnis der einschlägigen maschinenbautechnischen und elektrotechnischen Bau- und Sicherheitsvorschriften (wie Maschinen-Sicherheitsverordnung, Niederspannungsgeräteverordnung, Elektromagnetische Verträglichkeits-Verordnung) und Normen (EN, ÖNORM, ÖVE, TAEV)
Die für den Beruf relevanten Maßnahmen und Vorschriften zum Schutz der Umwelt: Grundkenntnisse der betrieblichen Maßnahmen zum sinnvollen Energieeinsatz im berufsrelevanten Arbeitsbereich; Grundkenntnisse der im berufsrelevanten Arbeitsbereich anfallenden Reststoffe und über deren Trennung, Verwertung sowie über die Entsorgung des Abfalls
Kenntnis der sich aus dem Lehrvertrag ergebenden Verpflichtungen (§§ 9 und 10 des Berufsausbildungsgesetzes)
Grundkenntnisse der aushangpflichtigen arbeitsrechtlichen Vorschriften
(2) Bei der Ausbildung in den fachlichen Kenntnissen und Fertigkeiten ist - unter besonderer Beachtung der betrieblichen Erfordernisse und Vorgaben - auf die Persönlichkeitsbildung des Lehrlings zu achten, um ihm die für eine Fachkraft erforderlichen Schlüsselqualifikationen bezüglich Sozialkompetenz (wie Offenheit, Teamfähigkeit, Konfliktfähigkeit), Selbstkompetenz (wie Selbsteinschätzung, Selbstvertrauen, Eigenständigkeit, Belastbarkeit), Methodenkompetenz (wie Präsentationsfähigkeit, Rhetorik in deutscher Sprache, Verständigungsfähigkeit in den Grundzügen der englischen Sprache) und Kompetenz für das selbstgesteuerte Lernen (wie Bereitschaft, Kenntnis über Methoden, Fähigkeit zur Auswahl geeigneter Medien und Materialien) zu vermitteln.
Lehrabschlußprüfung
Gliederung
§ 4. (1) Die Lehrabschlußprüfung gliedert sich in eine praktische und in eine theoretische Prüfung.
(2) Die praktische Prüfung umfaßt die Gegenstände Prüfarbeit und Fachgespräch.
(3) Die theoretische Prüfung umfaßt die Gegenstände Fachkunde, Fachrechnen und Fachzeichnen.
(4) Die theoretische Prüfung entfällt, wenn der Prüfungskandidat das Erreichen des Lehrzieles der letzten Klasse der fachlichen Berufsschule für einen Lehrberuf der Elektrotechnik oder den erfolgreichen Abschluß einer die Lehrzeit ersetzenden berufsbildenden mittleren oder höheren Schule nachgewiesen hat.
Praktische Prüfung
Prüfarbeit
§ 5. (1) Die Prüfarbeit umfaßt eine mechanische Arbeitsprobe, eine elektrotechnische Arbeitsprobe und eine steuerungstechnische Arbeitsprobe.
(2) Bei der mechanischen Arbeitsprobe sind nach Angabe sämtliche nachstehenden Fertigkeiten an einschlägigen Werkstoffen nachzuweisen:
Messen,
Anreißen,
Feilen,
Bohren,
Gewindeschneiden von Hand,
Zusammenbauen.
(3) Bei der elektrotechnischen Arbeitsprobe sind nach Angabe sämtliche nachstehenden Fertigkeiten nachzuweisen:
Zusammenbauen von elektrischen und elektronischen Bauteilen, Bauelementen, Baugruppen (speicherprogrammierbare Steuerungen) und Geräten zu Anlagen nach Montageplänen und Bauschaltplänen,
in Betrieb nehmen, Prüfen und Beheben von Störungen an elektrischen Anlagen, Maschinen und Geräten,
Erstellen eines Meßprotokolls,
Anwenden von elektrischen Meßgeräten und Prüfgeräten sowie Messen von elektrischen Größen,
Überprüfen von elektrischen Schutzmaßnahmen.
(4) Bei der steuerungstechnischen Arbeitsprobe ist eine freiprogrammierbare Steuerung zu programmieren.
(5) Die Prüfungskommission hat unter Bedachtnahme auf den Zweck der Lehrabschlußprüfung, die Anforderungen der Berufspraxis und das Tätigkeitsgebiet des Lehrbetriebs eine Prüfarbeit zu stellen, die in der Regel in zehn Stunden durchgeführt werden kann. Hiebei ist der mechanischen Arbeitsprobe (Abs. 2) eine Dauer von drei Stunden, der elektrotechnischen Prüfarbeit (Abs. 3) eine Dauer von fünf Stunden und der steuerungstechnischen Arbeitsprobe (Abs. 4) eine Dauer von zwei Stunden zugrunde zu legen.
(6) Die Prüfarbeit ist nach zwölf Stunden zu beenden.
(7) Für die Bewertung der Prüfarbeit sind folgende Kriterien maßgebend:
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