(Übersetzung)Übereinkommen 182ÜBEREINKOMMEN ÜBER DAS VERBOT UND UNVERZÜGLICHE MASSNAHMEN ZUR BESEITIGUNG DER SCHLIMMSTEN FORMEN DER KINDERARBEIT; EMPFEHLUNG 190EMPFEHLUNG BETREFFEND DAS VERBOT UND UNVERZÜGLICHE MASSNAHMEN ZUR BESEITIGUNG DER SCHLIMMSTEN FORMEN DER KINDERARBEIT

Typ Staatsvertrag
Veröffentlichung 2002-12-04
Status In Kraft
Ministerium BKA (Bundeskanzleramt)
Quelle RIS
Artikel 16
Änderungshistorie JSON API

Sprachen

Englisch, Französisch

Vertragsparteien

Afghanistan III 159/2013 Ägypten III 159/2013 Albanien III 41/2002 Algerien III 41/2002 Angola III 41/2002 Antigua/Barbuda III 159/2013 Äquatorialguinea III 41/2002 Argentinien III 41/2002 Armenien III 159/2013 Aserbaidschan III 159/2013 Äthiopien III 159/2013 Australien III 159/2013 Bahamas III 41/2002 Bahrain III 41/2002 Bangladesch III 41/2002 Barbados III 41/2002 Belarus III 41/2002 Belgien III 159/2013 Belize III 41/2002 Benin III 41/2002 Bolivien III 159/2013 Bosnien-Herzegowina III 41/2002 Botsuana III 41/2002 Brasilien III 41/2002 Brunei III 159/2013 Bulgarien III 41/2002 Burkina Faso III 41/2002 Burundi III 159/2013 Cabo Verde III 41/2002 Chile III 41/2002 China III 159/2013 Costa Rica III 41/2002 Côte d’Ivoire III 159/2013 Dänemark III 41/2002 Deutschland III 159/2013 Dominica III 41/2002 Dominikanische R III 41/2002 Dschibuti III 159/2013 Ecuador III 41/2002 El Salvador III 41/2002 Eritrea III 223/2019 Estland III 41/2002 Eswatini III 159/2013 Fidschi III 159/2013 Finnland III 41/2002 Frankreich III 41/2002 Gabun III 41/2002 Gambia III 41/2002 Georgien III 159/2013 Ghana III 41/2002 Grenada III 159/2013 Griechenland III 41/2002 Guatemala III 41/2002 Guinea III 159/2013 Guinea-Bissau III 159/2013 Guyana III 41/2002 Haiti III 159/2013 Honduras III 41/2002 Indien III 232/2017 Indonesien III 41/2002 Irak III 41/2002 Iran III 159/2013 Irland III 41/2002 Island III 41/2002 Israel III 159/2013 Italien III 41/2002 Jamaika III 159/2013 Japan III 41/2002 Jemen III 41/2002 Jordanien III 41/2002 Kambodscha III 159/2013 Kamerun III 159/2013 Kanada III 41/2002 Kasachstan III 159/2013 Katar III 41/2002 Kenia III 41/2002 Kirgisistan III 159/2013 Kiribati III 159/2013 Kolumbien III 159/2013 Komoren III 159/2013 Kongo III 159/2013 Kongo/DR III 41/2002 Korea/R III 41/2002 Kroatien III 41/2002 Kuba III 232/2017 Kuwait III 41/2002 Laos III 159/2013 Lesotho III 41/2002 Lettland III 159/2013 Libanon III 41/2002 Liberia III 159/2013 Libyen III 41/2002 Litauen III 159/2013 Luxemburg III 41/2002 Madagaskar III 41/2002 Malawi III 41/2002 Malaysia III 41/2002 Malediven III 159/2013 Mali III 41/2002 Malta III 41/2002 Marokko III 41/2002 Marshallinseln III 223/2019 Mauretanien III 41/2002 Mauritius III 41/2002 Mexiko III 41/2002 Moldau III 159/2013 Mongolei III 41/2002 Montenegro III 159/2013 Mosambik III 159/2013 Myanmar III 140/2014 Namibia III 41/2002 Nepal III 41/2002 Neuseeland III 41/2002, III 223/2019 Nicaragua III 41/2002 Niederlande III 159/2013 Niger III 41/2002 Nigeria III 159/2013 Nordmazedonien III 159/2013 Norwegen III 41/2002 Oman III 41/2002 Pakistan III 41/2002 Palau III 223/2019 Panama III 41/2002 Papua-Neuguinea III 41/2002 Paraguay III 41/2002 Peru III 41/2002 Philippinen III 41/2002 Polen III 159/2013 Portugal III 41/2002 Ruanda III 41/2002 Rumänien III 41/2002 Russische F III 159/2013 Salomonen III 159/2013 Sambia III 41/2002 Samoa III 159/2013 San Marino III 41/2002 São Tomé/Príncipe III 159/2013 Saudi-Arabien III 41/2002 Schweden III 41/2002 Schweiz III 41/2002 Senegal III 41/2002 Serbien III 159/2013 Seychellen III 41/2002 Sierra Leone III 159/2013 Simbabwe III 41/2002 Singapur III 41/2002 Slowakei III 41/2002 Slowenien III 41/2002 Somalia III 140/2014 Spanien III 41/2002 Sri Lanka III 41/2002, St. Kitts/Nevis III 41/2002 St. Lucia III 41/2002 St. Vincent/Grenadinen III 41/2002 Südafrika III 41/2002 Sudan III 159/2013 Südsudan III 159/2013 Suriname III 159/2013 Syrien III 159/2013 Tadschikistan III 159/2013 Tansania III 41/2002 Thailand III 41/2002 Timor-Leste III 159/2013 Togo III 41/2002 Tonga III 121/2020 Trinidad/Tobago III 159/2013 Tschad III 41/2002 Tschechische R III 41/2002 Tunesien III 41/2002 Türkei III 41/2002 Turkmenistan III 159/2013 Tuvalu III 223/2019 Uganda III 41/2002 Ukraine III 41/2002 Ungarn III 41/2002 Uruguay III 41/2002 USA III 41/2002 Usbekistan III 159/2013 Vanuatu III 159/2013 Venezuela III 159/2013 Vereinigte Arabische Emirate III 41/2002 Vereinigtes Königreich III 41/2002 Vietnam III 41/2002 Zentralafrikanische R III 41/2002 *Zypern III 41/2002

Sonstige Textteile

Ratifikationstext

Die vom Bundespräsidenten unterzeichnete und vom Bundeskanzler gegengezeichnete Ratifikationsurkunde wurde am 4. Dezember 2001 beim Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes hinterlegt; das Übereinkommen tritt gemäß seinem Art. 10 Abs. 3 für Österreich mit 4. Dezember 2002 in Kraft.

Nach Mitteilungen des Generaldirektors des Internationalen Arbeitsamtes haben folgende weitere Staaten das Übereinkommen ratifiziert:

Albanien, Algerien, Angola, Äquatorialguinea, Argentinien, Bahamas, Bahrain, Bangladesch, Barbados, Belarus, Belize, Benin, Bosnien und Herzegowina, Botsuana, Brasilien, Bulgarien, Burkina Faso, Chile, Costa Rica, Dänemark, Dominica, Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Estland, Finnland, Frankreich, Gabun, Gambia, Ghana, Griechenland, Guatemala, Guyana, Honduras, Indonesien, Irak, Irland, Island, Italien, Japan, Jemen, Jordanien, Kanada, Kap Verde, Katar, Kenia, Demokratische Republik Kongo, Republik Korea, Kroatien, Kuwait, Lesotho, Libanon, Libysch-Arabische-Dschamahirija, Luxemburg, Madagaskar, Malawi, Malaysia, Mali, Malta, Marokko, Mauretanien, Mauritius, Mexiko, Mongolei, Namibia, Neuseeland, Nicaragua, Niger, Norwegen, Oman, Pakistan, Panama, Papua-Neuguinea, Paraguay, Philippinen, Portugal, Ruanda, Rumänien, San Marino, Saudi-Arabien, Schweden, Schweiz, Senegal, Seychellen, Simbabwe, Singapur, Slowakei, Slowenien, Spanien, Sri Lanka, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen, Südafrika, Vereinigte Republik Tansania, Thailand, Togo, Tschad, Tschechische Republik, Tunesien, Türkei, Uganda, Ukraine, Ungarn, Uruguay, Vereinigte Arabische Emirate, Vereinigte Staaten, Vereinigtes Königreich, Vietnam, Zentralafrikanische Republik, Zypern.

Folgende weitere Staaten haben nach dem 4. Dezember 2001 ihre Ratifikationsurkunden hinterlegt:

Staaten Datum der Hinterlegung der Ratifikationsurkunde:
Nepal 3. Jänner 2002
Peru 10. Jänner 2002
Sambia 10. Dezember 2001

Präambel/Promulgationsklausel

Der Nationalrat hat beschlossen:

1.

Der Abschluss des Staatsvertrages: Übereinkommen (Nr. 182) über das Verbot und unverzügliche Maßnahmen zur Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit wird genehmigt.

2.

Dieser Staatsvertrag ist im Sinne des Art. 50 Abs. 2 B-VG durch Erlassung von Gesetzen zu erfüllen.

3.

Die Empfehlung (Nr. 190) betreffend das Verbot und unverzügliche Maßnahmen zur Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit wird zur Kenntnis genommen.

Die Allgemeine Konferenz der Internationalen Arbeitsorganisation,

die vom Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes nach Genf einberufen wurde und am 1. Juni 1999 zu ihrer siebenundachtzigsten Tagung zusammengetreten ist,

verweist auf die Notwendigkeit, neue Urkunden zum Verbot und zur Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit als vorrangiges Ziel nationaler und internationaler Maßnahmen, einschließlich der internationalen Zusammenarbeit und Unterstützung, anzunehmen, um das Übereinkommen und die Empfehlung über das Mindestalter für die Zulassung zur Beschäftigung 1), 1973, zu ergänzen, die weiterhin grundlegende Urkunden über die Kinderarbeit sind,

stellt fest, daß die wirksame Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit unverzügliche und umfassende Maßnahmen erfordert, wobei die Bedeutung der unentgeltlichen Grundbildung und die Notwendigkeit zu berücksichtigen sind, die betreffenden Kinder aus jeder Arbeit dieser Art herauszuholen und ihre Rehabilitation und soziale Eingliederung unter gleichzeitigem Eingehen auf die Bedürfnisse ihrer Familien vorzusehen,

verweist auf die von der Internationalen Arbeitskonferenz auf ihrer 83. Tagung im Jahr 1996 angenommene Entschließung über die Abschaffung der Kinderarbeit,

erkennt an, daß Kinderarbeit zu einem großen Teil durch Armut verursacht wird und daß die langfristige Lösung in nachhaltigem Wirtschaftswachstum liegt, das zu sozialem Fortschritt, insbesondere zur Linderung von Armut und zu universeller Bildung, führt,

verweist auf die von der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 20. November 1989 verabschiedete Konvention über die Rechte des Kindes 2),

verweist auf die von der Internationalen Arbeitskonferenz auf ihrer 86. Tagung im Jahr 1998 angenommene Erklärung der IAO über grundlegende Prinzipien und Rechte bei der Arbeit und ihre Folgemaßnahmen,

weist darauf hin, daß einige der schlimmsten Formen der Kinderarbeit Gegenstand anderer internationaler Instrumente sind, insbesondere des Übereinkommens über Zwangsarbeit 3), 1930, und des Zusatzübereinkommens der Vereinten Nationen über die Abschaffung der Sklaverei, des Sklavenhandels und sklavereiähnlicher Einrichtungen und Praktiken 4), 1956,

hat beschlossen, verschiedene Anträge anzunehmen betreffend Kinderarbeit, eine Frage, die den vierten Gegenstand ihrer Tagesordnung bildet, und

dabei bestimmt, daß diese Anträge die Form eines internationalen Übereinkommens erhalten sollen.

Die Konferenz nimmt heute, am 17. Juni 1999, das folgende Übereinkommen an, das als Übereinkommen über die schlimmsten Formen der Kinderarbeit, 1999, bezeichnet wird.


1) Kundgemacht im BGBl. III Nr. 200/2001 und BGBl. III Nr. 201/2001

2) Kundgemacht im BGBl. Nr. 7/1993

3) Kundgemacht im BGBl. Nr. 86/1961

4) Kundgemacht im BGBl. Nr. 66/1964

Artikel 1

Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert, hat unverzügliche und wirksame Maßnahmen zu treffen, um sicherzustellen, daß die schlimmsten Formen der Kinderarbeit vordringlich verboten und beseitigt werden.

Artikel 2

Im Sinne dieses Übereinkommens gilt der Ausdruck „Kind“ für alle Personen unter 18 Jahren.

Artikel 3

Im Sinne dieses Übereinkommens umfaßt der Ausdruck „die schlimmsten Formen der Kinderarbeit“:

a)

alle Formen der Sklaverei oder alle sklavereiähnlichen Praktiken, wie den Verkauf von Kindern und den Kinderhandel, Schuldknechtschaft und Leibeigenschaft sowie Zwangs- oder Pflichtarbeit, einschließlich der Zwangs- oder Pflichtrekrutierung von Kindern für den Einsatz in bewaffneten Konflikten;

b)

das Heranziehen, Vermitteln oder Anbieten eines Kindes zur Prostitution, zur Herstellung von Pornographie oder zu pornographischen Darbietungen;

c)

das Heranziehen, Vermitteln oder Anbieten eines Kindes zu unerlaubten Tätigkeiten, insbesondere zur Gewinnung von und zum Handel mit Drogen, wie diese in den einschlägigen internationalen Übereinkünften definiert sind;

d)

Arbeit, die ihrer Natur nach oder auf Grund der Umstände, unter denen sie verrichtet wird, voraussichtlich für die Gesundheit, die Sicherheit oder die Sittlichkeit von Kindern schädlich ist.

Artikel 4

(1) Die unter Artikel 3 d) erwähnten Arten von Arbeit sind durch die innerstaatliche Gesetzgebung oder durch die zuständige Stelle nach Beratung mit den in Betracht kommenden Verbänden der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer zu bestimmen, wobei die einschlägigen internationalen Normen zu berücksichtigen sind, insbesondere die Absätze 3 und 4 der Empfehlung betreffend die schlimmsten Formen der Kinderarbeit, 1999.

(2) Die zuständige Stelle hat nach Beratung mit den in Betracht kommenden Verbänden der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer zu ermitteln, wo die so bestimmten Arten von Arbeit vorkommen.

(3) Das Verzeichnis der gemäß Absatz 1 dieses Artikels bestimmten Arten von Arbeit ist von der zuständigen Stelle in Beratung mit den in Betracht kommenden Verbänden der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer regelmäßig zu überprüfen und erforderlichenfalls zu revidieren.

Artikel 5

Jedes Mitglied hat nach Beratung mit den Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden geeignete Mechanismen zur Überwachung der Durchführung der Bestimmungen zur Umsetzung dieses Übereinkommens einzurichten oder zu bezeichnen.

Artikel 6

(1) Jedes Mitglied hat Aktionsprogramme zur vorrangigen Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit zu planen und durchzuführen.

(2) Solche Aktionsprogramme sind in Beratung mit den einschlägigen staatlichen Einrichtungen sowie den Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden zu planen und durchzuführen, wobei gegebenenfalls die Auffassungen anderer in Betracht kommender Gruppen zu berücksichtigen sind.

Artikel 7

(1) Jedes Mitglied hat alle erforderlichen Maßnahmen zu treffen, um die wirksame Durchführung und Durchsetzung der Bestimmungen zur Umsetzung dieses Übereinkommens sicherzustellen, einschließlich der Festsetzung und Anwendung von strafrechtlichen Maßnahmen oder gegebenenfalls anderen Zwangsmaßnahmen.

(2) Jedes Mitglied hat unter Berücksichtigung der Bedeutung der Schulbildung für die Beseitigung der Kinderarbeit wirksame Maßnahmen innerhalb einer bestimmten Frist zu treffen, um:

a)

den Einsatz von Kindern bei den schlimmsten Formen der Kinderarbeit zu verhindern;

b)

die erforderliche und geeignete unmittelbare Unterstützung für das Herausholen von Kindern aus den schlimmsten Formen der Kinderarbeit und für ihre Rehabilitation und soziale Eingliederung zu gewähren;

c)

allen aus den schlimmsten Formen der Kinderarbeit herausgeholten Kindern den Zugang zur unentgeltlichen Grundbildung und, wann immer möglich und zweckmäßig, zur Berufsbildung zu gewährleisten;

d)

besonders gefährdete Kinder zu ermitteln und zu erreichen; und

e)

der besonderen Lage von Mädchen Rechnung zu tragen.

(3) Jedes Mitglied hat die zuständige Stelle zu bezeichnen, die für die Durchführung der Bestimmungen zur Umsetzung dieses Übereinkommens verantwortlich ist.

Artikel 8

Die Mitglieder haben geeignete Schritte zu unternehmen, um sich gegenseitig bei der Durchführung der Bestimmungen dieses Übereinkommens zu helfen, und zwar durch verstärkte internationale Zusammenarbeit und/oder Hilfeleistung, einschließlich der Unterstützung für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung, für Programme zur Beseitigung von Armut und für universelle Bildung.

Artikel 9

Die förmlichen Ratifikationen dieses Übereinkommens sind dem Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes zur Eintragung mitzuteilen.

Artikel 10

(1) Dieses Übereinkommen bindet nur diejenigen Mitglieder der Internationalen Arbeitsorganisation, deren Ratifikation durch den Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes eingetragen ist.

(2) Es tritt, zwölf Monate nachdem die Ratifikationen zweier Mitglieder durch den Generaldirektor eingetragen worden sind, in Kraft.

(3) In der Folge tritt dieses Übereinkommen für jedes Mitglied zwölf Monate nach der Eintragung seiner Ratifikation in Kraft.

Artikel 11

(1) Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert hat, kann es nach Ablauf von zehn Jahren seit seinem erstmaligen Inkrafttreten durch förmliche Mitteilung an den Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes kündigen. Die Kündigung wird von diesem eingetragen. Sie wird erst ein Jahr nach der Eintragung wirksam.

(2) Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert hat und binnen eines Jahres nach Ablauf der in Absatz 1 genannten zehn Jahre von dem in diesem Artikel Vorgesehenen Kündigungsrecht keinen Gebrauch macht, bleibt für weitere zehn Jahre gebunden. In der Folge kann es dieses Übereinkommen jeweils nach Ablauf von zehn Jahren nach Maßgabe dieses Artikels kündigen.

Artikel 12

(1) Der Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes gibt allen Mitgliedern der Internationalen Arbeitsorganisation Kenntnis von der Eintragung aller Ratifikationen und Kündigungen, die ihm von den Mitgliedern der Organisation mitgeteilt werden.

(2) Der Generaldirektor wird die Mitglieder der Organisation, wenn er ihnen von der Eintragung der zweiten Ratifikation, die ihm mitgeteilt wird, Kenntnis gibt, auf den Zeitpunkt aufmerksam machen, zu dem dieses Übereinkommen in Kraft tritt.

Artikel 13

Der Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes übermittelt dem Generalsekretär der Vereinten Nationen zur Eintragung nach Artikel 102 der Charta der Vereinten Nationen vollständige Auskünfte über alle von ihm nach Maßgabe der vorausgehenden Artikel eingetragenen Ratifikationen und Kündigungen.

Artikel 14

Der Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes erstattet der Allgemeinen Konferenz, wann immer er es für nötig erachtet, einen Bericht über die Durchführung dieses Übereinkommens und prüft, ob die Frage seiner gänzlichen oder teilweisen Neufassung auf die Tagesordnung der Konferenz gesetzt werden soll.

Artikel 15

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