Internationales Übereinkommen zum Schutz von Pflanzenzüchtungen vom 2. Dezember 1961, revidiert in Genf am 10. November 1972, am 23. Oktober 1978 und am 19. März 1991

Typ Staatsvertrag
Veröffentlichung 2004-07-01
Status Aufgehoben · 2024-02-22
Ministerium BKA (Bundeskanzleramt)
Quelle RIS
Artikel 42
Änderungshistorie JSON API

Sprachen

Deutsch, Englisch, Französisch

Vertragsparteien

Ägypten III 196/2019 Albanien III 30/2012 Aserbaidschan III 30/2012 Australien III 133/2004 Belarus III 133/2004 Belgien III 81/2019 Bosnien-Herzegowina III 185/2017 Bulgarien III 133/2004 Costa Rica III 30/2012 Dänemark III 133/2004 Deutschland III 133/2004 Dominikanische R III 30/2012 Estland III 133/2004 EU III 30/2012 Finnland III 133/2004 Frankreich III 94/2015 Georgien III 30/2012 Ghana III 177/2021 Irland III 30/2012 Island III 30/2012 Israel III 133/2004 Japan III 133/2004 Jordanien III 133/2004 Kanada III 94/2015 Kenia III 82/2016 Kirgisistan III 133/2004 Korea/R III 133/2004 Kroatien III 133/2004 Lettland III 133/2004 Litauen III 133/2004 Marokko III 30/2012 Moldau III 133/2004 Montenegro III 158/2015 Niederlande III 133/2004 Nordmazedonien III 30/2012 OAPI III 94/2015 Oman III 30/2012 Panama III 94/2015 Peru III 30/2012 Polen III 133/2004 Rumänien III 133/2004 Russische F III 133/2004 Schweden III 133/2004 Schweiz III 30/2012 Serbien III 94/2015 Singapur III 133/2004 Slowakei III 30/2012 Slowenien III 133/2004 Spanien III 30/2012 St. Vincent/Grenadinen III 51/2021 Tansania III 158/2015 Tschechische R III 133/2004 Tunesien III 133/2004 Türkei III 30/2012 Ukraine III 30/2012 Ungarn III 133/2004 USA III 133/2004 Usbekistan III 30/2012 Vereinigtes Königreich III 133/2004 Vietnam III 30/2012

Ratifikationstext

Die vom Bundespräsidenten unterzeichnete und vom Bundeskanzler gegengezeichnete Beitrittsurkunde wurde am 1. Juni 2004 beim Generalsekretär des Internationalen Verbandes zum Schutz von Pflanzenzüchtungen hinterlegt; das Übereinkommen ist gemäß seinem Art. 37 Abs. 2 für Österreich mit 1. Juli 2004 in Kraft getreten.

Nach Mitteilungen des Generalsekretärs der UPOV haben folgende weitere Staaten das Übereinkommen ratifiziert oder sind ihm beigetreten:

Australien, Belarus, Bulgarien, Dänemark (ohne Grönland und die Färöer), Deutschland, Estland, Finnland, Israel, Japan, Jordanien, Kirgistan, Kroatien, Lettland, Litauen, Niederlande (für das Königreich in Europa), Polen, Republik Korea, Republik Moldau, Rumänien, Russische Föderation, Schweden, Singapur, Slowenien, Tschechische Republik, Tunesien, Ungarn, Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland, Vereinigte Staaten von Amerika.

Die Vereinigten Staaten von Amerika haben anläßlich der Hinterlegung ihrer Zustimmung zum Übereinkommen dem Generalsekretär der UPOV mitgeteilt, die Bestimmungen des Artikels 35 Absatz 2 auf den Schutz einer selben Art oder einer selben Sorte unter verschiedenen Formen und ebenfalls auf die Kriterien eines gewerblichen Schutzrechts und die auf über herkömmlichen Weg vegetativ vermehrte pflanzliche Vielfalten anwendbare Schutzdauer anzuwenden.

Präambel/Promulgationsklausel

Der Nationalrat hat beschlossen:

1.

Der Abschluss des nachstehenden Staatsvertrages wird genehmigt.

2.

Dieser Staatsvertrag ist im Sinne des Art. 50 Abs. 2 B-VG durch Erlassung von Gesetzen zu erfüllen

VERZEICHNIS DER ARTIKEL
Kapitel I: Begriffsbestimmungen
Artikel 1: Begriffsbestimmungen
Kapitel II: Allgemeine Verpflichtungen der Vertragsparteien
Artikel 2: Grundlegende Verpflichtung der Vertragsparteien
Artikel 3: Gattungen und Arten, die geschützt werden müssen
Artikel 4: Inländerbehandlung
Kapitel III: Voraussetzungen für die Erteilung des Züchterrechts
Artikel 5: Schutzvoraussetzungen
Artikel 6: Neuheit
Artikel 7: Unterscheidbarkeit
Artikel 8: Homogenität
Artikel 9: Beständigkeit
Kapitel IV: Antrag auf Erteilung des Züchterrechts
Artikel 10: Einreichung von Anträgen
Artikel 11: Priorität
Artikel 12: Prüfung des Antrags
Artikel 13: Vorläufiger Schutz
Kapitel V: Die Rechte des Züchters
Artikel 14: Inhalt des Züchterrechts
Artikel 15: Ausnahmen vom Züchterrecht
Artikel 16: Erschöpfung des Züchterrechts
Artikel 17: Beschränkungen in der Ausübung des Züchterrechts
Artikel 18: Maßnahmen zur Regelung des Handels
Artikel 19: Dauer des Züchterrechts
Kapitel VI: Sortenbezeichnung
Artikel 20: Sortenbezeichnung
Kapitel VII: Nichtigkeit und Aufhebung des Züchterrechts
Artikel 21: Nichtigkeit des Züchterrechts
Artikel 22: Aufhebung des Züchterrechts
Kapitel VIII: Der Verband
Artikel 23: Mitglieder
Artikel 24: Rechtsstellung und Sitz
Artikel 25: Organe
Artikel 26: Der Rat
Artikel 27: Das Verbandsbüro
Artikel 28: Sprachen
Artikel 29: Finanzen
Kapitel IX: Anwendung des Übereinkommens; andere Abmachungen
Artikel 30: Anwendung des Übereinkommens
Artikel 31: Beziehungen zwischen den Vertragsparteien und den durch eine frühere Akte gebundenen Staaten
Artikel 32: Besondere Abmachungen
Kapitel X: Schlußbestimmungen
Artikel 33: Unterzeichnung
Artikel 34: Ratifikation, Annahme oder Genehmigung; Beitritt
Artikel 35: Vorbehalte
Artikel 36: Mitteilungen über die Gesetzgebung und die schutzfähigen Gattungen und Arten; zu veröffentlichende Informationen
Artikel 37: Inkrafttreten; Unmöglichkeit, einer früheren Akte beizutreten
Artikel 38: Revision des Übereinkommens
Artikel 39: Kündigung
Artikel 40: Aufrechterhaltung wohlerworbener Rechte
Artikel 41: Urschrift und amtliche Wortlaute des Übereinkommens
Artikel 42: Verwahreraufgaben

Sprachen

Deutsch, Englisch, Französisch

Vertragsparteien

Ägypten III 196/2019 Albanien III 30/2012 Armenien III 41/2024 Aserbaidschan III 30/2012 Australien III 133/2004 Belarus III 133/2004 Belgien III 81/2019 Bosnien-Herzegowina III 185/2017 Bulgarien III 133/2004 Costa Rica III 30/2012 Dänemark III 133/2004 Deutschland III 133/2004 Dominikanische R III 30/2012 Estland III 133/2004 EU III 30/2012 Finnland III 133/2004 Frankreich III 94/2015 Georgien III 30/2012 Ghana III 177/2021 Irland III 30/2012 Island III 30/2012 Israel III 133/2004 Japan III 133/2004 Jordanien III 133/2004 Kanada III 94/2015 Kenia III 82/2016 Kirgisistan III 133/2004 Korea/R III 133/2004 Kroatien III 133/2004 Lettland III 133/2004 Litauen III 133/2004 Marokko III 30/2012 Moldau III 133/2004 Montenegro III 158/2015 Niederlande III 133/2004 Nigeria III 61/2025 Nordmazedonien III 30/2012 OAPI III 94/2015 Oman III 30/2012 Panama III 94/2015 Peru III 30/2012 Polen III 133/2004 Rumänien III 133/2004 Russische F III 133/2004 Schweden III 133/2004 Schweiz III 30/2012 Serbien III 94/2015 Singapur III 133/2004 Slowakei III 30/2012 Slowenien III 133/2004 Spanien III 30/2012 St. Vincent/Grenadinen III 51/2021 Tansania III 158/2015 Tschechische R III 133/2004 Tunesien III 133/2004 Türkei III 30/2012 Ukraine III 30/2012 Ungarn III 133/2004 USA III 133/2004 Usbekistan III 30/2012 Vereinigtes Königreich III 133/2004, III 41/2024 Vietnam III 30/2012

Ratifikationstext

(Anm.: letzte Anpassung durch Kundmachung BGBl. III Nr. 41/2024)

Die vom Bundespräsidenten unterzeichnete und vom Bundeskanzler gegengezeichnete Beitrittsurkunde wurde am 1. Juni 2004 beim Generalsekretär des Internationalen Verbandes zum Schutz von Pflanzenzüchtungen hinterlegt; das Übereinkommen ist gemäß seinem Art. 37 Abs. 2 für Österreich mit 1. Juli 2004 in Kraft getreten.

Nach Mitteilungen des Generalsekretärs der UPOV haben folgende weitere Staaten das Übereinkommen ratifiziert oder sind ihm beigetreten:

Australien, Belarus, Bulgarien, Dänemark (ohne Grönland und die Färöer), Deutschland, Estland, Finnland, Israel, Japan, Jordanien, Kirgistan, Kroatien, Lettland, Litauen, Niederlande (für das Königreich in Europa), Polen, Republik Korea, Republik Moldau, Rumänien, Russische Föderation, Schweden, Singapur, Slowenien, Tschechische Republik, Tunesien, Ungarn, Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland, Vereinigte Staaten von Amerika.

Die Vereinigten Staaten von Amerika haben anläßlich der Hinterlegung ihrer Zustimmung zum Übereinkommen dem Generalsekretär der UPOV mitgeteilt, die Bestimmungen des Artikels 35 Absatz 2 auf den Schutz einer selben Art oder einer selben Sorte unter verschiedenen Formen und ebenfalls auf die Kriterien eines gewerblichen Schutzrechts und die auf über herkömmlichen Weg vegetativ vermehrte pflanzliche Vielfalten anwendbare Schutzdauer anzuwenden.

Vereinigtes Königreich:

Einer weiteren Mitteilung des Generalsekretärs zufolge hat das Vereinigte Königreich den Geltungsbereich des Übereinkommens auf die Insel Man mit Wirksamkeit vom 25. April 2023 ausgedehnt.

Präambel/Promulgationsklausel

Der Nationalrat hat beschlossen:

1.

Der Abschluss des nachstehenden Staatsvertrages wird genehmigt.

2.

Dieser Staatsvertrag ist im Sinne des Art. 50 Abs. 2 B-VG durch Erlassung von Gesetzen zu erfüllen

VERZEICHNIS DER ARTIKEL
Kapitel I: Begriffsbestimmungen
Artikel 1: Begriffsbestimmungen
Kapitel II: Allgemeine Verpflichtungen der Vertragsparteien
Artikel 2: Grundlegende Verpflichtung der Vertragsparteien
Artikel 3: Gattungen und Arten, die geschützt werden müssen
Artikel 4: Inländerbehandlung
Kapitel III: Voraussetzungen für die Erteilung des Züchterrechts
Artikel 5: Schutzvoraussetzungen
Artikel 6: Neuheit
Artikel 7: Unterscheidbarkeit
Artikel 8: Homogenität
Artikel 9: Beständigkeit
Kapitel IV: Antrag auf Erteilung des Züchterrechts
Artikel 10: Einreichung von Anträgen
Artikel 11: Priorität
Artikel 12: Prüfung des Antrags
Artikel 13: Vorläufiger Schutz
Kapitel V: Die Rechte des Züchters
Artikel 14: Inhalt des Züchterrechts
Artikel 15: Ausnahmen vom Züchterrecht
Artikel 16: Erschöpfung des Züchterrechts
Artikel 17: Beschränkungen in der Ausübung des Züchterrechts
Artikel 18: Maßnahmen zur Regelung des Handels
Artikel 19: Dauer des Züchterrechts
Kapitel VI: Sortenbezeichnung
Artikel 20: Sortenbezeichnung
Kapitel VII: Nichtigkeit und Aufhebung des Züchterrechts
Artikel 21: Nichtigkeit des Züchterrechts
Artikel 22: Aufhebung des Züchterrechts
Kapitel VIII: Der Verband
Artikel 23: Mitglieder
Artikel 24: Rechtsstellung und Sitz
Artikel 25: Organe
Artikel 26: Der Rat
Artikel 27: Das Verbandsbüro
Artikel 28: Sprachen
Artikel 29: Finanzen
Kapitel IX: Anwendung des Übereinkommens; andere Abmachungen
Artikel 30: Anwendung des Übereinkommens
Artikel 31: Beziehungen zwischen den Vertragsparteien und den durch eine frühere Akte gebundenen Staaten
Artikel 32: Besondere Abmachungen
Kapitel X: Schlußbestimmungen
Artikel 33: Unterzeichnung
Artikel 34: Ratifikation, Annahme oder Genehmigung; Beitritt
Artikel 35: Vorbehalte
Artikel 36: Mitteilungen über die Gesetzgebung und die schutzfähigen Gattungen und Arten; zu veröffentlichende Informationen
Artikel 37: Inkrafttreten; Unmöglichkeit, einer früheren Akte beizutreten
Artikel 38: Revision des Übereinkommens
Artikel 39: Kündigung
Artikel 40: Aufrechterhaltung wohlerworbener Rechte
Artikel 41: Urschrift und amtliche Wortlaute des Übereinkommens
Artikel 42: Verwahreraufgaben

KAPITEL I

BEGRIFFSBESTIMMUNGEN

Artikel 1

Begriffsbestimmungen

Im Sinne dieser Akte sind:

i)

dieses Übereinkommen: diese Akte (von 1991) des Internationalen Übereinkommens zum Schutz von Pflanzenzüchtungen;

ii) Akte von 1961/1972: das Internationale Übereinkommen zum Schutz von Pflanzenzüchtungen vom 2. Dezember 1961 in der durch die Zusatzakte vom 10. November 1972 geänderten Fassung;

iii) Akte von 1978: die Akte vom 23. Oktober 1978 des Internationalen Übereinkommens zum Schutz von Pflanzenzüchtungen;

iv) Züchter:

– die Person, die eine Sorte hervorgebracht oder sie entdeckt und entwickelt hat,

– die Person, die der Arbeitgeber oder Auftraggeber der vorgenannten Person ist, falls die Rechtsvorschriften der betreffenden Vertragspartei entsprechendes vorsehen, oder

– der Rechtsnachfolger der erst- oder zweitgenannten Person;

v)

Züchterrecht: das in diesem Übereinkommen vorgesehene Recht des Züchters;

vi) Sorte: eine pflanzliche Gesamtheit innerhalb eines einzigen botanischen Taxons der untersten bekannten Rangstufe, die, unabhängig davon, ob sie voll den Voraussetzungen für die Erteilung eines Züchterrechts entspricht,

– durch die sich aus einem bestimmten Genotyp oder einer bestimmten Kombination von Genotypen ergebende Ausprägung der Merkmale definiert werden kann,

– zumindest durch die Ausprägung eines der erwähnten Merkmale von jeder anderen pflanzlichen Gesamtheit unterschieden werden kann und

– in Anbetracht ihrer Eignung, unverändert vermehrt zu werden, als Einheit angesehen werden kann;

vii) Vertragspartei: ein Vertragsstaat dieses Übereinkommens oder eine zwischenstaatliche Organisation, die eine Vertragsorganisation dieses Übereinkommens ist;

viii) Hoheitsgebiet, im Zusammenhang mit einer Vertragspartei:

wenn diese ein Staat ist, das Hoheitsgebiet dieses Staates, und wenn diese eine zwischenstaatliche Organisation ist, das Hoheitsgebiet, in dem der diese zwischenstaatliche Organisation gründende Vertrag Anwendung findet;

ix) Behörde: die in Artikel 30 Absatz 1 Nummer ii erwähnte Behörde;

x)

Verband: der durch die Akte von 1961 gegründete und in der Akte von 1972, der Akte von 1978 sowie in diesem Übereinkommen weiter erwähnte Internationale Verband zum Schutz von Pflanzenzüchtungen;

xi) Verbandsmitglied: ein Vertragsstaat der Akte von 1961/1972 oder der Akte von 1978 sowie eine Vertragspartei.

KAPITEL II

ALLGEMEINE VERPFLICHTUNGEN DER VERTRAGSPARTEIEN

Artikel 2

Grundlegende Verpflichtung der Vertragsparteien

Jede Vertragspartei erteilt und schützt Züchterrechte.

Artikel 3

Gattungen und Arten, die geschützt werden müssen

(1) [Staaten, die bereits Verbandsmitglieder sind] Jede Vertragspartei, die durch die Akte von 1961/1972 oder die Akte von 1978 gebunden ist, wendet dieses Übereinkommen

i)

von dem Zeitpunkt an, in dem sie durch dieses Übereinkommen gebunden wird, auf alle Pflanzengattungen und -arten, auf die sie zu diesem Zeitpunkt die Akte von 1961/1972 oder die Akte von 1978 anwendet, und

ii) spätestens vom Ende einer Frist von fünf Jahren nach diesem Zeitpunkt an auf alle Pflanzengattungen und -arten an.

(2) [Neue Verbandsmitglieder] Jede Vertragspartei, die nicht durch die Akte von 1961/1972 oder die Akte von 1978 gebunden ist, wendet dieses Übereinkommen

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