Verordnung der Bundesministerin für Gesundheit, Familie und Jugend über den 26. Nachtrag zum Arzneibuch
Präambel/Promulgationsklausel
Auf Grund des § 2 des Arzneibuchgesetzes, BGBl. Nr. 195/1980, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. I Nr. 33/2002 und die Bundesministeriengesetz-Novelle 2007, BGBl. I Nr. 6, wird verordnet:
§ 1. Die in den Anlagen 1 bis 6 enthaltenen Monographien werden in das Österreichische Arzneibuch aufgenommen und in Kraft gesetzt.
§ 2. Die entsprechenden, bisher im Österreichischen Arzneibuch enthaltenen Monographien, die durch die in den Anlagen 1 bis 6 enthaltenen Monographien ersetzt werden, werden außer Kraft gesetzt.
§ 3. Der Nachtrag wird beim Verlag Österreich GmbH verlegt.
Anlage 1
ÖAB 2008/002
Kalmuswurzelstock
Calami rhizoma
Radix Calami
DEFINITION
Kalmuswurzelstock besteht aus dem von Haarwurzeln und Blattresten befreiten, geschälten, meist der Länge nach gespaltenen, getrockneten, ganzen oder geschnittenen Wurzelstock von Acorus calamus L. (Araceae). Die Ganzdroge enthält mindestens 20 ml kg-1 ätherisches Öl, die Schnittdroge mindestens 15 ml kg-1.
EIGENSCHAFTEN
Geruch: aromatisch
Geschmack: scharf, schwach bitter
PRÜFUNG AUF IDENTITÄT
A. Die Ganzdroge besteht aus dem bis 2 cm dicken Wurzelstock mit meist leicht elliptischem Querschnitt. Die Oberfläche ist hell- bis rötlich braun, die innen liegenden Gewebeteile sind weißlich gelb. An der morphologischen Unterseite sind die Wurzelansätze als kleine, runde, scharfrandige, hell bis dunkelbraune Narben sichtbar, an der Oberseite und den Flanken sind die spitz-dreieckigen Blattnarben vorhanden. Im Querschnitt ist bei Lupenbetrachtung das lockere Aerenchym auffällig, die Endodermis ist als durchgehende Linie im Lupenbild gekennzeichnet. Gefäßbündel sind als helle Punkte im Aerenchym erkennbar, sie treten unregelmäßig zerstreut sowohl außerhalb als auch innerhalb der Endodermis auf, direkt innerhalb der Endodermis stark gehäuft. Die Schnittdroge ist gekennzeichnet durch unregelmäßige, weißlich gelbe Rhizomstücke, an deren Oberfläche Wurzel- und Blattnarben zu erkennen sind. Die Fragmente sind von weicher Konsistenz, der Bruch ist kurz und körnig. Bei Lupenbetrachtung sind das Aerenchym, die Endodermis und die Gefäßbündel zu erkennen.
B. Querschnitt: Epidermis kleinzellig, Kork nur um Blatt- und Wurzelnarben. Das Grundgewebe des gesamten Rhizoms ist als Aerenchym ausgebildet: große axial gestreckte Hohlräume werden von meist einschichtigen Gewebeplatten umgeben, Sekretzellen mit ätherischem Öl vor allem an den Schnittpunkten der Gewebeplatten, Sekretzellen größer als Parenchymzellen, Zellwand leicht verdickt, Inhalt mit höherem Brechungsindex als umgebendes Medium. Gefäßbündel unregelmäßig über den Querschnitt zerstreut, außerhalb der Endodermis kollateral geschlossen, direkt innerhalb der Endodermis leptozentrisch, im Zentrum des Rhizoms wieder vorwiegend kollateral geschlossen. Besonders in älteren Rhizomen werden die Gefäßbündel von Fasern begleitet, gelegentlich auch von Kristallzellreihen. Zellen der Endodermis dünnwandig. In allen parenchymatischen Zellen kleinkörnige Stärke (bis ca 10 μm).
Längsschnitt: Aufsicht auf die Gewebeplatten: parenchymatische Zellen in axial orientierten, parallelen Reihen, Zellen axial gestreckt, mit zarter Tüpfelung der Zellwand, zwischen den Zellen charakteristische, sehr kleine dreieckige Interzellularen. In den Gefäßbündeln Tracheen mit verschiedensten Zellwandverdickungen (ringförmig, schraubenförmig, leiterförmig, netzartig, getüpfelt), Fasern, gelegentlich Kristallzellreihen.
Pulver: Die Droge wird pulverisiert. Das Pulver ist weißlich gelb.
Prüfung mit Chloralhydratlösung: Das Pulver zeigt folgende Merkmale: Fragmente des Aerenchyms in Längsansicht, wobei die parenchymatischen, zart getüpfelten Zellen in parallelen Reihen liegen und leicht axial gestreckt sind; zwischen den Zellen kleine, dreieckige Interzellularen; Sekretzellen mit ätherischem Öl größer als Parenchymzellen, kugelig, leicht verdickte Zellwand; Fragmente von Fasern, gelegentlich Kristallzellreihen; Tracheen mit verschiedenen Formen der Zellwandverdickung.
Prüfung mit Wasser (ohne Aufkochen): kleinkörnige Stärke (bis ca. 10 μm) in allen parenchymatischen Zellen.
C. Dünnschichtchromatographie (2.2.27).
Untersuchungslösung: 1,0 g gepulverte Droge (710) wird mit 10 ml Methanol R 1 min lang zum Sieden erhitzt und nach dem Erkalten abfiltriert.
Referenzlösung: 20 mg Anethol R und 20,0 mg β-Asaron R werden in 10 ml Methanol R gelöst.
Platten: DC-Platte mit Kieselgel F254 R (5 bis 40 μm)
[oder DC-Platte mit Kieselgel F254 R (2 bis 10 μm)]
Fließmittel: Toluol R, Ethylacetat R (93:7 V/V)
Auftragen: 30 μl [oder 15 μl] Untersuchungslösung und 10 μl [oder 5 μl] Referenzlösung; bandförmig (10 mm)
Laufstrecke: 15 cm [oder 8 cm]
Trocknen: an der Luft
Detektion: Die Platte wird mit Anisaldehyd-Reagenz R besprüht, bei 150 °C unter Beobachtung bis zur deutlichen Farbentwicklung der Zonen erhitzt und im Tageslicht ausgewertet.
Ergebnis: Die Zonenfolge in den Chromatogrammen von Referenzlösung und Untersuchungslösung ist aus den nachstehenden Angaben ersichtlich. Im Chromatogramm der Untersuchungslösung können die braunviolette Zone des β-Asaron sowie weitere verschiedenfarbige Nebenzonen vorhanden sein.
| Oberer Plattenrand | |
|---|---|
| eine rotviolette Zone | |
| Anethol: eine violette Zone | |
| eine blauviolette Zone | |
| eine braunviolette Z | |
| β-Asaron: eine braunviolette Zone | eine braunviolette Zone (β-Asaron) |
| eine violette Zone | |
| Referenzlösung | Untersuchungslösung |
PRÜFUNG AUF REINHEIT
Fremde Bestandteile (2.8.2): höchstens 2 Prozent
β-Asaron: Flüssigchromatographie (2.2.29): max. 0,5 %
Untersuchungslösung: 0,200 g gepulverte Droge (710) werden mit 60 ml Methanol R 10 min lang unter Rückfluss zum Sieden erhitzt. Nach dem Erkalten wird die Mischung in einen 100-ml-Messkolben filtriert. Das Filtrat wird unter Nachwaschen des Filters und des Rückstands mit Methanol R auf 100,0 ml ergänzt und anschließend durch ein Membranfilter aus regenerierter Cellulose von 0,45 μm nominaler Porenweite filtriert.
Referenzlösung a: 10,0 mg β-Asaron R werden mit Methanol R zu 100,0 ml gelöst. 10,0 ml dieser Lösung werden mit Methanol R zu 100,0 ml ergänzt.
Referenzlösung b: 10,0 mg α-Asaron R werden mit Methanol R zu 100,0 ml gelöst. 2,0 ml dieser Lösung werden mit Referenzlösung a zu 20,0 ml ergänzt.
Säule:
– Größe: l = 0,25 m, Ø = 4 mm
– Stationäre Phase: octylsilyliertes Kieselgel zur Chromatographie R (5 μm)
Mobile Phase: 60 Volumenteile Acetonitril R und 40 Volumenteile Wasser R
Durchflussrate: 1,0 ml min-1
Detektion: Spektrometer bei 303 nm
Einspritzen: 20 μl
Aufzeichnung: 1,8 fache Dauer der Retentionszeit von β-Asaron
Eignungsprüfung: Referenzlösung b
– Auflösung: mindestens 1,2 zwischen den Peaks von β-Asaron und α-Asaron
Falls erforderlich wird der Anteil an Acetonitril in der mobilen Phase geändert.
Der Prozentgehalt an β-Asaron (C12H16O3) wird nach folgender Formel berechnet:
| Fu x e_r x 10 x p_ | |
|---|---|
| Fr x eu x 100 | |
| Fu | = |
| --- | --- |
| Fr | = |
| p | = |
| er | = |
| eu | = |
Trockungsverlust (2.2.32): höchstens 12,0 Prozent, mit 1,000 g pulverisierter Droge (710) durch 2 h langes Trocknen bei 105 °C bestimmt
Asche (2.4.16): höchstens 6,0 Prozent
GEHALTSBESTIMMUNG
Die Bestimmung erfolgt nach „Gehaltsbestimmung des ätherischen Öls in Drogen“ (2.8.12) unter Verwendung von 10,0 g unmittelbar vorher gepulverter Droge (710), einem 1000-ml-Rundkolben, 500 ml Wasser R als Destillationsflüssigkeit und 0,5 ml Xylol R als Vorlage. Es empfiehlt sich, zwei oder drei Tropfen Dimeticon als Entschäumer vor Beginn der Destillation in den Rundkolben zu geben. Die Destillation erfolgt 4 h lang mit einer Destillationsgeschwindigkeit von 2 bis 3 ml je Minute.
LAGERUNG
In dicht verschlossenen Behältnissen, vor Licht geschützt
ANHANG
Reagentien
β-Asaron (1)
| C12H16O3 | Mr = 208,26 |
|---|---|
CAS No. 5273-86-9
cis-1-Propenyl-2,4,5-trimethoxybenzol, 1,2,4-Trimethoxy-5-(Z)-1-propenylbenzol
trans-1-Propenyl-2,4,5-trimethoxybenzol, 1,2,4-Trimethoxy-5-(E)-1-propenylbenzol
(1) Lieferant PhytoLab ist geeignet
(2) Lieferant Fluka ist geeignet
α-Asaron (2)
| C12H16O3 | Mr = 208,26 |
|---|---|
CAS No. 2883-98-9
trans-1-Propenyl-2,4,5-trimethoxybenzol, 1,2,4-Trimethoxy-5-(E)-1-propenylbenzol
(1) Lieferant PhytoLab ist geeignet
(2) Lieferant Fluka ist geeignet
Anlage 2
ÖAB 2008/003
BENZIN
BENZINUM
Definition
Benzin ist ein Gemisch niedrig siedender, gesättigter Kohlenwasserstoffe, einschließlich C6H14.
Eigenschaften
Aussehen: Klare, farblose, leicht entzündbare, flüchtige Flüssigkeit.
Löslichkeit: Praktisch unlöslich in Wasser, mischbar mit Ethanol, Ether, ätherischen und fetten Ölen (außer Rizinusöl).
Prüfung auf Reinheit
Aussehen: Die Substanz muss klar (2.2.1) und farblos (2.2.2, Methode II) sein und darf nicht im Tageslicht fluoreszieren.
Sauer oder alkalisch reagierende Substanzen: Nach dem Schütteln von 10 ml Substanz mit 5 ml kohlendioxidfreiem Wasser R und 0,25 ml Phenolrot – Lösung R muss die wässrige Schicht gelb gefärbt sein und nach Zusatz von 0,05 ml einer Lösung von Natriumhydroxid R (0,01 mol · 1-1) nach Rot umschlagen.
Relative Dichte (2.2.5): 0,642 bis 0,656
Destillationsbereich (2.2.11): Zwischen 40° C und 60° C müssen mindestens 75 Prozent (V/V) übergehen. Zur Bestimmung des Siedebereichs werden 100 ml Substanz destilliert.
Fremder Geruch, nichtflüchtige Substanzen: 5 ml Substanz dürfen, langsam auf ein Rundfilter von 11 cm Durchmesser getropft, bei und nach dem Verdunsten keinen fremden Geruch zeigen und auf dem Papier keinen transparenten Fleck hinterlassen.
Schwefelverbindungen, reduzierende Substanzen: 2 ml ammoniakalische Silbernitrat – Lösung R dürfen sich beim Schütteln mit 10 ml Substanz innerhalb 15 min nicht verändern.
Benzol: Höchstens 10 ppm (V/V).
Gaschromatographie (2.2.28).
Interner Standard: Toluol R.
Untersuchungslösung: 100 μl Toluol R werden mit der Substanz zu 100,0 ml verdünnt. 2,5 ml dieser Mischung werden mit der Substanz zu 250,0 ml verdünnt.
Referenzlösung: 100 μl Benzol R werden mit der Untersuchungslösung zu 100,0 ml verdünnt. 1,0 ml dieser Mischung wird mit der Untersuchungslösung zu 100,0 ml verdünnt.
Säule:
–Größe: l = 30 m, Ø = 0,32 mm
–Stationäre Phase: Poly[(cyanopropyl)(phenyl)][dimethyl]siloxan R (Filmdicke 1,8 μm)
Trägergas: Helium zur Chromatographie R
Durchflussrate: 2,3 ml · min-1
Splitverhältnis: 1 : 5
Temperatur:
| Zeit (min) | Temperatur (°C) | |
|---|---|---|
| Säule | 0-12 | 40 |
| 12-32 | 40-240 | |
| 32-42 | 240 | |
| Probeneinlass | 260 | |
| Detektor | 260 | |
Detektion: Flammenionisationsdetektor
Einspritzen: je 1 μl
Auswertung
In den Chromatogrammen der Untersuchungs- und der Referenzlösung wird jeweils das Verhältnis der Peakfläche des Benzols zur Peakfläche des Toluols bestimmt. Der Verhältniswert der Untersuchungslösung darf nicht größer sein als die Hälfte des Verhältniswertes der Referenzlösung.
Hexan: Höchstens 2 Prozent (V/V).
Gaschromatographie (2.2.28 ).
Interner-Standard-Lösung: 0,1 ml Heptan R werden mit Toluol R zu 100,0 ml verdünnt.
Untersuchungslösung: 1,0 ml Substanz wird mit Interner-Standard-Lösung zu 10,0 ml verdünnt.
Referenzlösung: 0,1 ml Hexan R werden mit Interner-Standard-Lösung zu 50,0 ml verdünnt.
Säule:
–Größe: l = 30 m, Ø = 0,53 mm
–Stationäre Phase: Poly(dimethyl)(diphenyl)siloxan R (Filmdicke 5 μm)
Trägergas: Helium zur Chromatographie R
Durchflussrate: 6,2 ml · min-1
Splitverhältnis: 1 : 25
Temperatur:
| Zeit (min) | Temperatur (°C) | |
|---|---|---|
| Säule | 0-12 | 40 |
| 12-32 | 40-240 | |
| 32-42 | 240 | |
| Probeneinlass | 260 | |
| Detektor | 260 | |
Detektion: Flammenionisationsdetektor
Einspritzen: je 1 μl
Auswertung
In den Chromatogrammen der Untersuchungs- und der Referenzlösung wird jeweils das Verhältnis der Peakfläche des Hexans zur Peakfläche des Heptans bestimmt. Der Verhältniswert der Untersuchungslösung darf nicht größer sein als der Verhältniswert der Referenzlösung.
Verhalten gegen Schwefelsäure: 5 ml Schwefelsäure R dürfen sich bei 5 min langem Schütteln mit 5 ml Substanz nicht verändern.
Nichtflüchtige Bestandteile: höchstens 0,01 g · 1-1
50 ml Substanz werden auf dem Wasserbad verdampft. Der im Trockenschrank bei 100° C bis 105°C getrocknete Rückstand darf höchstens 0,5 mg betragen.
Lagerung
Dicht verschlossen, vor Licht geschützt
Verunreinigungen
A. Benzol
B. Hexan
Anlage 3
ÖAB 2008/004
ETHANOL 70 Prozent
Ethanolum 70 per centum
Aethanolum dilutum
Definition
Ethanol 70 Prozent ist eine Mischung von Ethanol 96 Prozent und Wasser.
Gehalt: Ethanol 70 Prozent enthält mindestens 69,2 und höchstens 71,5 Prozent (V/V) Ethanol (C2H6O; Mr 46,07) beziehungsweise mindestens 61,5 und höchstens 64,0 Prozent (mlm) Ethanol (C2H6O; Mr 46,07) bei 20 °C.
Herstellung
Ethanol 96 Prozent 665 g
Wasser, Gereinigtes 335 g
Eigenschaften
Aussehen: klare, farblose, flüchtige Flüssigkeit
Löslichkeit: mischbar mit Wasser und Dichlormethan
Die Substanz brennt mit blauer, nicht rußender Flamme.
Prüfung auf Identität
1: A, B
2: A, C, D
A. Relative Dichte (2.2.5): 0,883 bis 0,889
B. IR-Spektroskopie (2.2.24) Vergleich: Ethanol-70 Prozent Referenzspektrum des ÖAB. Das Spektrum der Substanz muss unter den gleichen Bedingungen aufgenommen werden wie das Referenzspektrum von Ethanol 70 Prozent.
C. 0,2 ml Substanz werden in einem 10-ml-Becherglas mit 1 ml einer Lösung von Kaliumpermanganat R (10 g · I -1 ) und 0,2 ml verdünnter Schwefelsäure R gemischt. Das Becherglas wird sofort mit einem Filterpapier bedeckt, das mit einer frisch hergestellten Lösung von 0,1 g Natriumpentacyanonitrosylferrat R und 0,5 g Piperazin-Hexahydrat R in 5 ml Wasser R getränkt ist. Nach einigen Minuten entwickelt sich auf dem Filterpapier eine intensive Blaufärbung, die nach 10 bis 15 min verblasst.
D. 1 ml Substanz wird mit Wasser R zu 100 ml verdünnt. Werden 5 ml Lösung mit 3 ml verdünnter Natriumhydroxid-Lösung R und anschließend langsam mit 2 ml Jod-Lösung (0,05 mol · I -1 ) versetzt, entwickelt sich der Geruch nach Jodoform. Innerhalb von 10 min bildet sich ein gelber Niederschlag.
Prüfung auf Reinheit
Aussehen: Die Substanz muss klar (2.2.1) und farblos (2.2.2, Methode II) sein. 0,5 ml Substanz wird mit Wasser R zu 10 ml verdünnt. Nach 5 min langem Stehen muss die Lösung klar (2.2.1) sein.
Sauer oder alkalisch reagierende Substanzen: 20 ml Substanz werden mit 20 ml kohlendioxidfreiem Wasser R und 0,1 ml Phenolphthalein-Lösung R versetzt. Die Lösung ist farblos. Nach Zusatz von 1,0 ml Natriumhydroxid-Lösung (0,01 mol · I-1) muss eine Rosafärbung auftreten (30 ppm, berechnet als Essigsäure).
Flüchtige Verunreinigungen: Gaschromatographie (2.2.28).
Untersuchungslösung: 100 ml Substanz werden mit 25 μl 4-Methylpentan-2-ol R versetzt.
Referenzlösung: 50,0 ml Substanz werden mit 125 μl 4-Methylpentan-2-ol R, 75 μl wasserfreiem Methanol R, 4 μl Acetaldehyd R, 12 μl Acetal R und 1 μl Benzol R versetzt. 20 ml Lösung werden mit Substanz zu 200 ml verdünnt.
Säule:
Trägergas: Helium zur Chromatographie R
Durchflussrate: 1,5 ml · min-1
Splitverhältnis: 1 : 20
Temperatur:
| Zeit (min) | Temperatur (°C) | |
|---|---|---|
| Säule | 0-12 | 40 |
| 12-32 | 40-240 | |
| 32-42 | 240 | |
| Probeneinlass | 260 | |
| Detektor | 260 | |
Detektion: Flammenionisationsdetektor
Einspritzen: je 1 μl
1 μl Referenzlösung wird eingespritzt. Die Empfindlichkeit des Systems wird so eingestellt, dass die Höhe des zweiten Peaks, der vor dem Hauptpeak eluiert, mindestens 50 Prozent des maximalen Ausschlags beträgt.
Eignungsprüfung: Referenzlösung
(Methanol)
Grenzwerte
Die Summe der Gehalte an Acetaldehyd und Acetal, berechnet als Acetaldehyd in ppm (V/V), wird nach folgender Formel berechnet:
Dieses Dokument ersetzt nicht die offizielle Publikation im Bundesgesetzblatt. Für eventuelle Ungenauigkeiten bei der Übertragung in dieses Format wird keine Haftung übernommen.