Bekanntmachung der Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur betreffend den Lehrplan für den buddhistischen Religionsunterricht an Pflichtschulen, mittleren und höheren Schulen
Präambel/Promulgationsklausel
Auf Grund des § 2 Abs. 2 des Religionsunterrichtsgesetzes, BGBl. Nr. 190/1949, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. Nr. 256/1993, wird bekannt gemacht:
Der in der Anlage wiedergegebene Lehrplan für den buddhistischen Religionsunterricht an Pflichtschulen, mittleren und höheren Schulen wurde vom Sangharat der Österreichischen Buddhistischen Religionsgesellschaft erlassen und wird mit Wirksamkeit vom 1. September 2008 gemäß § 2 Abs. 2 des Religionsunterrichtsgesetzes bekannt gemacht.
§ 1. Die nachstehend genannten Lehrpläne für den buddhistischen Religionsunterricht wurden vom Sangharat der Österreichischen Buddhistischen Religionsgesellschaft erlassen und werden gemäß § 2 Abs. 2 des Religionsunterrichtsgesetzes bekannt gemacht:
| 1. Lehrplan Buddhistischer Religionsunterricht für die Primarstufe | Anlage 1 |
|---|---|
| 2. Lehrplan Buddhistischer Religionsunterricht für die Sekundarstufe I | Anlage 2 |
| 3. Lehrplan Buddhistischer Religionsunterricht für die Sekundarstufe II | Anlage 3 |
§ 2. Hinsichtlich des Wirksamwerdens der in § 1 genannten Lehrpläne wurde seitens des Sangharats der Österreichischen Buddhistischen Religionsgesellschaft folgende Festlegung getroffen:
Anlage 1 (Lehrplan Buddhistischer Religionsunterricht für die Primarstufe), Anlage 2 (Lehrplan Buddhistischer Religionsunterricht für die Sekundarstufe I) und Anlage 3 (Lehrplan Buddhistischer Religionsunterricht für die Sekundarstufe II) in der Fassung der Bekanntmachung BGBl. II Nr. 311/2024 werden mit Wirksamkeit von 1. September 2024 bekannt gemacht.
Anlage
LEHRPLAN DES BUDDHISTISCHEN RELIGIONSUNTERRICHTES AN PFLICHTSCHULEN, MITTLEREN UND HÖHEREN SCHULEN
1 Allgemeines Bildungsziel
Alle Wesen unseres Planeten verbindet ein gemeinsames Streben: es ist das Verlangen nach der Erfahrung von Glück und das Vermeiden der Erfahrung von Leid. Diese beiden Grunderfahrungen hängen von Ursachen im individuellen Geist ab. Buddha Shakyamuni hat vor 2500 Jahren die Zusammenhänge dieser Faktoren ausführlich dargelegt und damit jedem, der seine Lehre erfassen kann, den Schlüssel zur Gestaltung des eigenen Lebensweges in die Hand gegeben. Aus tiefster meditativer Einsicht und erleuchtetem Wissen zeigte er allen Menschen – unabhängig von Rasse, Geschlecht und sozialem Stand – den Weg zu wahrem inneren Glück und vollkommener Freiheit des Geistes. Dieser Weg, bekannt unter dem Begriff Buddha-Dharma, beruht auf drei Schulungen: dem Entwickeln von ethischem Verhalten allem Leben gegenüber, dem Vertiefen von Meditation und dem Erlangen reiner Weisheit, die das abhängige Bestehen aller Phänomene erkennt und damit deren Leerheit von Eigenexistenz. Ein wichtiger Schritt dazu besteht darin, die volle Verantwortung für das eigene Leben in Bezug auf Denken, Reden und Tun zu übernehmen. Durch die Zuflucht zum Buddha, zu seiner Lehre und zur Gemeinschaft derer, die diesen Weg gegangen sind und noch gehen, wird das Vertrauen in die eigenen Bemühungen und in eine buddhistische Lebensführung gestärkt. Wenn sich der Mensch so zum Positiven verändert, wird jede bzw. jeder einzelne seinen Beitrag für mehr Frieden, Toleranz und universelle Verantwortung in unserer Welt leisten.
Paradigmen des Buddhismus:
Ich bekenne mich zum Buddha als meinem unübertroffenen Lehrer, denn er hat die Vollkommenheiten verwirklicht und ist aus eigener Kraft den Weg zur Befreiung und Erleuchtung gegangen. Aus dieser Erfahrung hat er die Lehre dargelegt, damit auch wir die endgültige Leidfreiheit erlangen können.
Ich bekenne mich zur Lehre des Buddha, denn sie ist klar, zeitlos und lädt jeden ein, sie zu prüfen, sie im Leben anzuwenden und zu verwirklichen.
Ich bekenne mich zur Gemeinschaft der Schüler und Schülerinnen des Buddha, die sich ernsthaft um die Verwirklichung seiner Lehre bemühen, um die verschiedenen Stufen der inneren Erfahrung und des Erwachens zu verwirklichen. Sie dienen mir als Vorbild.
Ich habe festes Vertrauen zu den Vier Edlen Wahrheiten. Sie besagen:
– Leben im Daseinskreislauf ist letztlich leidvoll. Dies ist zu durchschauen.
– Ursachen des Leidens sind Gier, Hass und Verblendung. Sie sind zu überwinden.
– Erlöschen die Ursachen, erlischt das Leiden. Dies ist zu verwirklichen.
– Zum Erlöschen des Leidens führt ein Weg, der Edle Achtfache Pfad. Er ist zu gehen.
Ich bekenne mich zur Einheit aller Buddhisten, denn wir folgen unserem gemeinsamen Lehrer und sind bestrebt, seine Lehre zu verwirklichen: Ethisches Verhalten, Sammlung und Weisheit wollen wir entwickeln, um Befreiung zu erlangen. In diesem Bewusstsein begegne ich allen Mitgliedern dieser Gemeinschaft mit Achtung und Offenheit.
Ich will mich bemühen, keine Lebewesen zu töten oder zu verletzen, Nichtgegebenes nicht zu nehmen, keine unheilsamen sexuellen Beziehungen zu pflegen, nicht zu lügen oder unheilsam zu reden, mir nicht durch berauschende Mittel das Bewusstsein zu trüben.
Zu allen Lebewesen will ich unbegrenzte Liebe, Mitgefühl, Mitfreude und Gleichmut entfalten, im Wissen um das Streben aller Lebewesen nach Glück.
Der Geist des Menschen mit seinen Faktoren von Denken, Empfinden und Wollen, kann durch Schulung, Bildung und meditative Übungen in positive und heilsame Zustände transformiert werden. Die spiegelgleiche Natur des Geistes reagiert auf Wahrnehmungen und Eindrücke und determiniert so die individuelle Struktur eines Menschen. Dieser Umstand soll von den Lehrerinnen und Lehrern des buddhistischen Religionsunterrichtes (BRU) bewusst genützt werden, um die Inhalte der buddhistischen Ethik, Anschauung und Meditation im Kind bzw. Jugendlichen zu veranlagen. Daraus ergibt sich das Bildungsziel des BRU wie von selbst: es gilt die buddhistischen Lehrinhalte ständig zu vertiefen und zu internalisieren. Diese definieren sich wie folgt: eigenständiges und kritisches Denken, Ehrfurcht vor allem Lebendigem und der „Schöpfung“. Der holistische Ansatz des bedingten Entstehens – die gegenseitige Abhängigkeit aller Phänomene – sollte die „Schöpfung“ als Motivation aus der klaren Erkenntnis des vorher Gesagten ersetzten und für Buddhisten und Buddhistinnen der tiefere Beweggrund sein. Ebenso sind gewaltfreie Konfliktlösungen, Toleranz und Friedfertigkeit vorrangige Bildungsziele. Die Schüler und Schülerinnen sollen erkennen, dass sie durch die Anwendung der Lehre Buddhas zu einer heilsamen Lebensführung durch Körper, Sprache und Geist gelangen und so mehr Glück, Ausgeglichenheit und psychische Stabilität in ihrem Leben erfahren. Den Schülern und Schülerinnen mögen zur Gestaltung einer buddhistischen Lebensführung die „Paradigmen des Buddhismus“ dienen, das von den Unterrichtenden nicht als Dogma zu vermitteln ist, sondern als Angebot und Hilfe, um den jungen Menschen einen spirituellen Leitgedanken ins Herz zu legen. Dadurch wird die Freiheit der eigenen Entscheidung, den Weg des Buddha zu gehen, gewahrt.
Der Unterricht hat das Ziel, die Schüler und Schülerinnen zu einer toleranten Weltoffenheit zu führen und in der Begegnung mit anderen Anschauungen und Bekenntnissen, den eigenen Standpunkt zu überprüfen und zu vertiefen. Dadurch wird auch die Dialogfähigkeit entwickelt. Es gilt für die Schüler und Schülerinnen zu erkennen, dass der Weg des Buddha die Wertschätzung anderer fordert und eigene gedankliche Fixierungen, sowie emotionale Muster zu überwinden anregt, um so eine positive Kommunikation bzw. Interaktion zu erreichen. Die eigene Erfahrung aus Meditation und Lebensführung zählt mehr als angelerntes Wissen. So vermittelt der BRU den jungen Menschen eine äußerst hilfreiche Praxis für ihr Leben, die letztlich vom Individuum Auswirkung auf das gesellschaftliche Leben hat.
2 Organisation, Bildungs- und Lehraufgaben, Lehrstoff, Didaktische Grundsätze
Der Buddhistische Religionsunterricht (BRU) wird Schüler-zahlenbedingt in der Grundstufe wie auch in der Oberstufe meist als schulstufen- bzw. schulübergreifender Unterricht geführt werden.
Dies besagt, dass die Schüler und Schülerinnen verschiedener Altersstufen in „Jahrgangsübergreifenden Lerngruppen“ (JÜL) unterrichtet werden. Diese Organisationsform verlangt vom Unterrichtenden als didaktische Maßnahme den Abteilungsunterricht, welcher pädagogische Flexibilität und gute Vorbereitung der Unterrichtseinheiten erfordert. Es ist hilfreich und ratsam, wenn der BRU Bezüge zu den Lehrplänen der Grundstufe, Sekundarstufe und Oberstufe herstellt, um Anknüpfungen bzw. Bezugspunkte für die eigene pädagogische Arbeit zu finden.
Themenschwerpunkte liegen zB im sozialen Lernen, in der Friedenserziehung und den Konfliktlösungsstrategien im Klassenverband. Die Lehrpläne der Primarstufe und Sekundarstufe bieten auch Einblicke in pädagogisch-didaktische sowie entwicklungspsychologische Zusammenhänge. Da ein beträchtlicher Teil der Unterrichtenden des Buddhistischen Religionsunterrichts in Österreich nicht ausgebildete Lehrer sind, empfiehlt es sich, diesen obigen Hinweis als unterstützenden Faktor zu beachten.
Der BRU wird häufig in ethnisch gemischten Gruppen abgehalten werden, da ein Teil der Schüler und Schülerinnen Ethno-Buddhisten sind (China, Thailand, Vietnam, usw.). Daher bildet der BRU einen Beitrag zur interkulturellen und integrativen Bildung und Erziehung innerhalb der österreichischen Schule.
Es ist auch sehr empfehlenswert, an den Festen der verschiedenen buddhistischen Traditionen mit den Schülern und Schülerinnen teilzunehmen, um so die Vielfalt buddhistischer Sangha zu erleben.
3 Gliederung der Schulstufen
Es empfiehlt sich vom entwicklungspsychologischen und pädagogischen Standpunkt aus die Lehrplanstufen bei der Erstellung von Klassen bzw. JÜL als Grundlage – wie im Schulorganisationsgesetz gegliedert – zu berücksichtigen. Durch das Zusammenziehen der Altersgruppen entsteht eine Korrelation zum adäquaten Entwicklungsstand der Schüler und Schülerinnen.
Volksschule, Sonderschulen
Primarstufe I (1. und 2. Schulstufe)
Primarstufe II (3. und 4. Schulstufe)
Volksschule-Oberstufe, Sonderschulen-Oberstufe, Hauptschulen und Unterstufe der allgemein bildenden höheren Schulen
Sekundarstufe I (5. und 6. Schulstufe)
Sekundarstufe I (7. und 8. Schulstufe)
Polytechnische Schule, Oberstufe der allgemein bildenden höheren Schulen und berufsbildende mittlere und höhere Schulen
Sekundarstufe II (9. bis 13. Schulstufe)
Diese Einteilung soll als pädagogisches Schema gedacht sein, wobei in Ausnahmefällen der Lehrer bzw. die Lehrerin zu entscheiden haben.
4 Lehrstoff (einschließlich Lernziele und methodische Hinweise) der Primarstufe und der Sekundarstufe I
4.1. Primarstufe I (1. und 2. Schulstufe)
Der historische Buddha
Die Jatakas: Legenden aus den Lebensgeschichten des Buddha.
Altersgemäß geeignete Abschnitte aus der Buddha-Vita vermitteln.
Einfache Zuflucht zur Vertrauensbildung auf die Drei Juwelen.
Lernziele
Die Schüler und Schülerinnen sollen durch die Lebensgeschichte des Buddha Shakyamuni und den Legendenstoff Beziehung zur Gestalt des Buddha aufbauen. Mittel: Bildnerisches Gestalten, Darstellendes Spiel, verschiedene Medien (Tonträger, Filme), Gestalten eines einfachen Altares mit buddhistischen Repräsentationen.
Der Dharma
Kindgerechte Einführung in die Drei Juwelen.
Sila: Mit den Kindern die wichtigsten ethischen Grundregeln im Alterskontext behandeln.
Bewusstmachen der fünf Sinne durch Achtsamkeitsspiele.
Einführung in die Sitz- und Gehmeditation in kurzen Phasen.
Entschleunigungsübungen durch bewusst langsame körperliche Handlungen.
Kleine Rituale, wie Opfergaben darbringen.
Lernziele
Über die bildhafte Darstellung des Buddha und der Sangha erfahren die Schüler und Schülerinnen einfachste Grundlagen des Dharma und der Ethik.
Wechselspiel von Bewegung und Ruhe erfahren und den Wert von
Entspannung und Loslassen vermitteln.
Die Sinnesfunktionen bewusst machen.
Der Sangha
Wir sind ein Sangha (Gemeinschaft der Praktizierenden).
Gemeinsame Besuche von buddhistischen Zentren, Tempeln, Meditationsräumen.
Erleben von gemeinsamen Feiern buddhistischer Feste.
Malübungen von Mandalas als buddhistische Symbole.
Erlernen der Zufluchtformel im Bewusstsein der Verbundenheit aller, die einen Dharmaweg gehen.
Lernziele
Erfahren der Vielfalt des Buddhismus durch verschiedene Gemeinschaften.
Erlebnisorientierte Auseinandersetzung der Schüler und Schülerinnen mit einfachen Formen buddhistischer Kunst.
Rezitation der Zuflucht und von Sprüchen musikalisch erarbeiten (Gesang, Instrumente).
4.2. Primarstufe II (3. und 4. Schulstufe)
Der historische Buddha
Die Buddha-Vita in den einzelnen Abschnitten von Geburt bis zur Erleuchtung erarbeiten.
Was ist „Buddha“? Altersgemäße Definition eines Begriffes.
Buddhabilder: verschiedene wichtige Darstellung des Erleuchteten.
Lernziele
Vertiefung der Buddha-Vita, aufbauend auf den Wissensstand der Primarstufe I. Kognitives Erfassen des gesamten Lebenslaufes von Buddha, Erkennen der außerordentlichen Erscheinung eines Buddha.
Vertrauen auf Buddha durch geeignete Szenen aus seinem Leben festigen.
Buddha in der Kunst.
Der Dharma
Die Fünf Silas als moralische Empfehlungen.
Unterschied zwischen Angebot und Verbot!
Erstes Erkennen des Zusammenhanges von Ursache und Wirkung.
Was heißt Karma? Altersgemäße Begriffsklärung.
Altersgemäße Meditationsübungen mit und ohne Objekt.
Konfliktbewältigung und Friedfertigkeit. Lösungsstrategien aus buddhistischer Sicht.
Achtsamer Umgang mit mir selbst und meiner Umwelt.
Lernziele
Die Schüler und Schülerinnen zu verschiedenen Meditationsformen motivieren und diese gemeinsam ausführen.
Auf der Grundlage von Sila und der Karmalehre sollen die Schüler und Schülerinnen aus eigener Erfahrung Konfliktlösungsmodelle erarbeiten.
Der Sangha
Buddhas wichtigste Schüler seiner Zeit: Ananda, Shariputra, Maudgalyayana, Rahula, Mahakashyapa ua.
Konfliktlösungen internalisieren an Hand praktischer Beispiele.
Beispiele buddhistischer Praxis und Friedfertigkeit der letzten 2500 Jahre.
Erfahrungen mit buddhistischer Musik sammeln.
Rezitationen und Zuflucht in verschiedenen Sprachen (Pali, Sanskrit, Chinesisch, Vietnamesisch, Japanisch, Tibetisch).
Widmen zum Wohle aller Wesen.
Lernziele
Schüler und Schülerinnen mit Streitschlichtung vertraut machen. Andere Mitschüler und Mitschülerinnen dazu motivieren.
Besuche verschiedener Gemeinschaften sollen das Sangha-Gefühl vertiefen.
Anleiten zu einer kurzen täglichen Praxis zu Hause.
Anleiten zu einer achtsamen Lebensführung im Alltag.
4.3. Sekundarstufe I (5. und 6. Schulstufe)
Der Wirkungsraum des historischen Buddha
Der geographische Raum des Buddha Shakyamuni mit den wichtigsten Stätten des Buddhismus: Lumbini, Bodhgaya, Sarnath, Rajagriha, Kushinagara.
Der Buddhismus und Buddha im Kontext des Zeitgeistes des 5. und 6. Jh. vor unserer Zeit.
Lernziele
Mittels Einsatz von Medien wie Film, Diaserien, Bildmaterial und literarischen Beschreibungen sollen die Schüler und Schülerinnen die bedeutenden heiligen Stätten des Buddhismus kennen lernen. Sie sollen diese auch der Buddha-Vita zuordnen können. Die Schüler und Schülerinnen können auch in eine kritische Betrachtung von modischem Gebrauch bzw. Vereinnahmung des Buddhismus für kommerzielle Zwecke altersgemäß eingeführt werden.
Methodische Hinweise
Buddhismus in der Werbung und der Geschäftswelt. Prominente (Hollywood) und Buddhismus.
Buddha für Dekoration, Werbung und Zierat.
Der Dharma
Die verschiedenen Bedeutungsebenen der Drei Juwelen in den verschiedenen Traditionen.
Die Vier Edlen Wahrheiten als die Basis des Buddhadharma. Der Achtfache Pfad als der umfassende Weg zur Befreiung.
Die wichtigsten Aussagen des Buddha und ihre Bedeutung für den Alltag.
Das Bhava-Chakra als Ausdruck der buddhistischen Ontologie in Verbindung mit den Begriffen“ Karma“ und „Samsara“.
Altersgemäße Meditationen unter Berücksichtigung der traditionellen Herkunft der Schüler und Schülerinnen.
Lernziele
Vertiefen der Kernaussagen des Buddha im Unterricht und deren Integration in den Alltag und die persönliche Lebensführung. Üben von Achtsamkeitsmeditation und ruhigem Verweilen.
Methodische Hinweise
Aussagen von buddhistischen Meistern verschiedener Traditionen zur Thematik vergleichen und vertiefend besprechen. Bilden von Arbeitsgruppen bzw. in Partnerarbeit die Vier Edlen Wahrheiten behandeln lassen – Prinzip der Selbsttätigkeit – und gemeinsam die Ergebnisse präsentieren.
Der Sangha
Kennenlernen der buddhistischen Gemeinschaften im Umfeld der Schüler und Schülerinnen, und Besuche von Festen und religiösen Zeremonien bzw. Meditationen.
Was und wie kann ich als Schüler und Schülerin in meinem sozialen Feld zu Konfliktlösungen beitragen.
Die Idee des Weltethos von Hans Küng als Miteinander von Kulturen und Religionen.
Wege der Kunst, die vom Buddhismus geprägt worden sind:
Kalligraphie, Musik, Thangkas, Gartenkunst, Tempelbau, Skulpturen.
Geist, Körper und konzentrierte Bewegung: Vom Buddhismus beeinflusste sogenannte „Kampfsportarten“ (Kung Fu, Tai Chi, Judo ua.).
Gemeinsame Rezitation von Sutren und traditioneller Texte, um das Sangha-Gefühl zu empfinden.
Besondere Übung des Metta-Sutta zur Verstärkung des Wunsches: Mögen alle Wesen glücklich sein!
Lernziele
Die Schüler und Schülerinnen sollen lernen, dass buddhistische Praxis und Studium kein Selbstzweck sind, sondern dem Wohl der Wesen dienen sollten. Sie mögen erkennen, wie sie in Konfliktsituationen in ihrer Klasse/Peergroup aus dem Geist des Dharma zum Frieden der Mitwesen handeln und so als Konfliktlotsen agieren können. Jedoch ist nicht jede bzw. jeder dazu geeignet, und daher darf dieses Lernziel im Unterricht nicht allgemein verordnet, wohl aber für alle angeboten werden. Die asiatischen Bewegungs- und Kunstformen sollen erfahren (zB Besuch einer Judo-Schule) und auf ihren buddhistischen Ursprung untersucht werden.
Das Metta-Sutta kann als eine gemeinsame, grundlegende Praxis in Wort und Meditation als Beitrag zum Weltfrieden geübt werden.
Methodische Hinweise
Konfliktlösungsmodelle am dargestellten Beispiel in der Klasse/Gruppe erarbeiten. Welche Konflikte treten am Häufigsten auf? Vergleiche von aktuellen Konflikten in der Welt und deren Ursachen aus buddhistischer Sicht.
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