Verordnung des Bundeseinigungsamtes beim Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, mit der der Mindestlohntarif für im Haushalt Beschäftigte für Burgenland festgesetzt wird
Präambel/Promulgationsklausel
Das Bundeseinigungsamt beim Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz ist gemäß § 22 Abs. 1 Arbeitsverfassungsgesetz, BGBl. Nr. 22/1974, in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 58/2010 ermächtigt, auf Antrag einer kollektivvertragsfähigen Körperschaft den Mindestlohntarif festzusetzen, wenn für den betreffenden Wirtschaftszweig kein Kollektivvertrag wirksam ist.
Das Bundeseinigungsamt beim Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz hat mit Beschluss vom 6. Dezember 2010 nach Durchführung einer Senatsverhandlung nachstehenden Mindestlohntarif festgesetzt:
Mindestlohntarif
für im Haushalt Beschäftigte Burgenland
Geltungsbereich
§ 1.
Räumlich: für das Bundesland Burgenland;
fachlich und persönlich: für Arbeitnehmer/innen, die unter den I. Teil des Arbeitsverfassungs gesetzes vom 14. Dezember 1973, BGBl. Nr. 22/1974, in der jeweils geltenden Fassung, und
unter das Hausgehilfen- und Hausangestelltengesetz (HGHAngG) vom 23. Juli 1962, BGBl. Nr. 235, in der jeweils geltenden Fassung, fallen;
nicht unter das HGHAngG fallen, jedoch bei Arbeitgeber/inne/n,
für die keine kollektivvertragsfähige Körperschaft besteht oder die nicht selbst kollektivvertragsfähig sind oder
die nach Inkrafttreten des Mindestlohntarifes die Kollektivvertragsfähigkeit erlangen oder einer kollektivvertragsfähigen Körperschaft beitreten, solange für sie kein Kollektivvertrag abgeschlossen wird,
Entgelt
§ 2.
A. Den im Folgenden angeführten Hausgehilf/inn/en und Hausangestellten mit Wohnung und Verpflegung beim Arbeitgeber gebühren für eine Arbeitszeit von 238 Stunden (für die gesetzliche Arbeitszeit einschließlich Arbeitsbereitschaft gemäß § 5 Abs. 1 Z 1 lit. b HGHAngG) nachstehende monatliche Mindestbruttobarlöhne. Für eine niedrigere Stundenzahl, z.B. Arbeitnehmer/innen unter 18 Jahren (§ 5 Abs. 1 Z 1 lit. a HGHAngG) gebührt der aliquote Teil.
Hausgehilf/inn/en ohne Kochen
| a) | b) | c) | |
| € | € | € | |
| 1. 5. Berufsjahr | 1 025,-- | 1 050,-- | 1 075,-- |
| ab 6. Berufsjahr | 1 040,-- | 1 065,-- | 1 090,-- |
| ab 11. Berufsjahr | 1 055,-- | 1 080,-- | 1 105,-- |
Hausgehilf/inn/en mit Kochen
| a) | b) | c) | |
|---|---|---|---|
| € | € | € | |
| 1. 5. Berufsjahr | 1 112,90 | 1 129,20 | 1 209,80 |
| ab 6. Berufsjahr | 1 112,90 | 1 236,-- | 1 324,30 |
| ab 11. Berufsjahr | 1 315,50 | 1 473,50 | 1 578,50 |
Köche, Köchinnen
| a) | b) | c) | |
|---|---|---|---|
| € | € | € | |
| 1. 5. Berufsjahr | 1 112,90 | 1 243,90 | 1 332,80 |
| ab 6. Berufsjahr | 1 215,90 | 1 361,80 | 1 459,20 |
| ab 11. Berufsjahr | 1 449,30 | 1 623,20 | 1 739,40 |
Wirtschafter/innen, Haushälter/innen
| a) | b) | c) | |
|---|---|---|---|
| € | € | € | |
| 1. 5. Berufsjahr | 1 129,40 | 1 264,80 | 1 355,20 |
| ab 6. Berufsjahr | 1 236,20 | 1 384,60 | 1 483,70 |
| ab 11. Berufsjahr | 1 473,70 | 1 650,50 | 1 768,40 |
Kinderbetreuungspersonen und Säuglingspfleger/innen
| a) | b) | c) | |
|---|---|---|---|
| € | € | € | |
| 1. 5. Berufsjahr | 1 042,-- | 1 112,90 | 1 146,80 |
| ab 6. Berufsjahr | 1 112,90 | 1 171,70 | 1 255,50 |
| ab 11. Berufsjahr | 1 247,20 | 1 396,80 | 1 496,50 |
Kranken- und Altenbetreuer/innen
| € | |
|---|---|
| 1. 5. Berufsjahr | 1 162,50 |
| ab 6. Berufsjahr | 1 272,50 |
| ab 11. Berufsjahr | 1 516,80 |
Diplomierte Krankenschwestern/-pfleger
| € | |
|---|---|
| 1. 5. Berufsjahr | 1 468,20 |
| ab 6. Berufsjahr | 1 607,20 |
| ab 11. Berufsjahr | 1 915,90 |
Kindergärtner/innen mit Befähigungsnachweis, Erzieher/innen mit Befähigungsnachweis
| € | |
|---|---|
| 1. 5. Berufsjahr | 1 468,20 |
| ab 6. Berufsjahr | 1 607,20 |
| ab 11. Berufsjahr | 1 915,90 |
Hausprofessionist/inn/en und Tierpfleger/innen
| a) | b) | |
|---|---|---|
| € | € | |
| 1. 5. Berufsjahr | 1 117,-- | 1 196,70 |
| ab 6. Berufsjahr | 1 222,70 | 1 310,20 |
| ab 11. Berufsjahr | 1 457,50 | 1 561,80 |
B. Den im Folgenden angeführten Hausgehilf/inn/en und Hausangestellten, die nicht in die Hausgemeinschaft des Arbeitgebers aufgenommen sind, gebühren nachstehende Bruttostundenlöhne:
Hausgehilf/inn/en ohne Kochen:
| a) | b) | c) | |
|---|---|---|---|
| € | € | € | |
| 1. 5. Berufsjahr | 7,52 | 8,42 | 9,01 |
| ab 6. Berufsjahr | 8,24 | 9,22 | 9,88 |
| ab 11. Berufsjahr | 9,82 | 10,99 | 11,77 |
Hausgehilf/inn/en mit Kochen
| a) | b) | c) | |
|---|---|---|---|
| € | € | € | |
| 1. 5. Berufsjahr | 7,66 | 8,55 | 9,17 |
| ab 6. Berufsjahr | 8,39 | 9,37 | 10,03 |
| ab 11. Berufsjahr | 9,97 | 11,16 | 11,97 |
Köche, Köchinnen
| a) | b) | c) | |
|---|---|---|---|
| € | € | € | |
| 1. 5. Berufsjahr | 7,80 | 8,72 | 9,35 |
| ab 6. Berufsjahr | 8,53 | 9,56 | 10,23 |
| ab 11. Berufsjahr | 10,16 | 11,38 | 12,20 |
Wirtschafter/innen, Haushälter/innen
| a) | b) | c) | |
|---|---|---|---|
| € | € | € | |
| 1. 5. Berufsjahr | 7,95 | 8,88 | 9,52 |
| ab 6. Berufsjahr | 8,68 | 9,74 | 10,42 |
| ab 11. Berufsjahr | 10,34 | 11,59 | 12,43 |
Kinderbetreuungspersonen und Säuglingspfleger/innen
| a) | b) | c) | |
|---|---|---|---|
| € | € | € | |
| 1. 5. Berufsjahr | 7,52 | 8,42 | 9,01 |
| ab 6. Berufsjahr | 8,24 | 9,22 | 9,88 |
| ab 11. Berufsjahr | 9,82 | 10,99 | 11,77 |
Kranken- und Altenbetreuer/innen
| € | |
|---|---|
| 1. 5. Berufsjahr | 10,67 |
| ab 6. Berufsjahr | 11,68 |
| ab 11. Berufsjahr | 13,90 |
Diplomierte Krankenschwestern/-pfleger
| € | |
|---|---|
| 1. 5. Berufsjahr | 11,16 |
| ab 6. Berufsjahr | 12,23 |
| ab 11. Berufsjahr | 14,55 |
Kindergärtner/innen mit Befähigungsnachweis, Erzieher/innen mit Befähigungsnachweis
| € | |
|---|---|
| 1. 5. Berufsjahr | 11,16 |
| ab 6. Berufsjahr | 12,23 |
| ab 11. Berufsjahr | 14,55 |
Hausprofessionist/inn/en und Tierpfleger/innen
| a) | b) | |
|---|---|---|
| € | € | |
| 1. 5. Berufsjahr | 8,25 | 8,86 |
| ab 6. Berufsjahr | 9,04 | 9,68 |
| ab 11. Berufsjahr | 10,78 | 11,54 |
Naturalbezüge
§ 3. Ist der Arbeitnehmer zur Inanspruchnahme einer vereinbarten Wohnung und Verpflegung nicht in der Lage (z.B. Dienstverhinderung durch Krankheit, Verzicht auf Dienstleistung während der Kündigungsfrist, bei begründetem vorzeitigen Austritt und bei unbegründeter fristloser Entlassung, Urlaub), so ist dem in die Hausgemeinschaft des Arbeitgebers aufgenommenen Arbeitnehmer die Wohnung und Verpflegung mit einem Betrag von 17,62 € pro Kalendertag und dem nicht in die Hausgemeinschaft des Arbeitgebers aufgenommenen Arbeitnehmer die Verpflegung mit 15,38 € pro Arbeitstag abzugelten. Die einzelnen Mahlzeiten sind in Bruchteilen von 15,38 € zu berechnen, wobei je 1/10 für Frühstück, Gabelfrühstück und Jause, 4/10 für das Mittagessen und 3/10 für das Abendessen zu berechnen sind.
Lohnzuschläge
§ 4.
Arbeitnehmer nach § 2 Abschnitt A Z 1 bis 4, die neben ihrer Tätigkeit vereinbarungsgemäß regelmäßig Kinder betreuen, erhalten einen Zuschlag von 73,90 € für das erste Kind und von 49,30 € für jedes weitere Kind monatlich.
Arbeitnehmer nach § 2 Abschnitt B Z 1 bis 4, die neben ihrer Tätigkeit vereinbarungsgemäß Kinder betreuen, erhalten einen Zuschlag pro Stunde von 0,42 € für das erste Kind und 0,35 € für jedes weitere Kind.
Arbeitnehmer, die Reinigungsarbeiten nach Professionisten (Maler, Installateure usw.) durchführen, erhalten einen Zuschlag von 2,35 € pro Stunde.
Für Überstunden (Mehrarbeitsleistungen gemäß § 5 Abs. 5 bis 7 und § 6 Abs. 5 HGHAngG) gebührt mangels einer für den Arbeitnehmer günstigeren Vereinbarung ein Zuschlag von 50% an Werktagen und von 100% an Sonn- und Feiertagen.
Arbeitsschürzen sind dem Arbeitnehmer auf Kosten des Arbeitgebers bei Dienstantritt in ordentlichem Zustand beizustellen oder die Anschaffungskosten zu ersetzen. Verlangt der Arbeitgeber vom Arbeitnehmer eine besondere Kleidung, so hat der Arbeitgeber diese kostenlos beizustellen.
Weihnachtsremuneration
§ 5. Dem Arbeitnehmer gebührt in jedem Kalenderjahr eine jeweils am 1. Dezember fällig werdende Remuneration in der Höhe des letzten vollen Bruttogeldbezuges. Bei Arbeitnehmern mit variablen Geldbezügen ist der Durchschnitt der Geldbezüge der letzten drei Monate, falls für den Arbeitnehmer günstiger, der Durchschnitt der Geldbezüge ab Beginn des Arbeitsverhältnisses, längstens jedoch für das Kalenderjahr, der Berechnung der Remuneration zugrunde zu legen; Zeiten, in denen der Arbeitnehmer infolge Arbeitsunfähigkeit oder anderer Umstände nicht das volle Entgelt bezogen hat, bleiben bei der Berechnung des durchschnittlichen Geldbezuges außer Betracht. Hat das Arbeitsverhältnis am Fälligkeitstag noch kein Jahr gedauert oder wurde es vor dem Fälligkeitstag aufgelöst, so gebührt der aliquote Teil der Remuneration.
Urlaubszuschuss
§ 6. Den nicht unter das Hausgehilfen- und Hausangestelltengesetz, BGBl. Nr. 235/1962, fallenden Arbeitnehmern gebührt ein Urlaubszuschuss, der gemäß § 9 Abs. 2 HGHAngG zu berechnen ist.
Abrechnungsnachweis
§ 7. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, bei jeder Entgeltauszahlung dem Arbeitnehmer eine genaue mit Datum versehene Abrechnung über die geleisteten Arbeitsstunden, das Entgelt, die Zulagen und die Abzüge spätestens einen Monat nach Auszahlung zu übergeben. Bei Arbeitsverhältnissen, die dem Betrieblichen Mitarbeiter- und Selbständigenvorsorgegesetz, BGBl. I Nr. 100/2002, in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 92/2010, unterliegen, hat der Abrechnungsnachweis auch den Beitrag an die Betriebliche Vorsorgekasse sowie dessen Bemessungsgrundlage zu enthalten.
Übergangsregelung
§ 8. Bisher bestehende Entgelte dürfen bei gleich bleibender Tätigkeit nicht gemindert werden.
Wirksamkeitsbeginn
§ 9. Dieser Mindestlohntarif ändert den Mindestlohntarif vom 13. November 2008, Zl. 51/BEA/20086 (M 11/2008/XXV/99/3) und tritt mit 1. Jänner 2011 in Kraft.
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