Verordnung des Bundesministers für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft über das Aktionsprogramm zum Schutz der Gewässer vor Verunreinigung durch Nitrat aus landwirtschaftlichen Quellen (Nitrat-Aktionsprogramm-Verordnung – NAPV)

Typ Verordnung
Veröffentlichung 2023-01-01
Letzte Aktualisierung 2025-01-01
Status In Kraft
Ministerium BKA (Bundeskanzleramt)
Quelle RIS
Artikel 18
Änderungshistorie JSON API
Nutzung Niedrige Ertragslage Mittlere Ertragslage Hohe Ertragslage
Ertrag [t/ha] max. N [kg/ha] Ertrag [t/ha] max. N [kg/ha] Ertrag [t/ha] max. N [kg/ha]
Dauer- und Wechselwiesen
1 Schnitt 2,5 20 ≥2,5 30 - -
2 Schnitte 4 60 ≥4 90 - -
3 Schnitte kleereich 6 80 6-8 100 ≥8 120
3 Schnitte gräserbetont - - 6-8 120 ≥8 150
4 Schnitte kleereich - - 9,5 120 ≥9,5 150
4 Schnitte gräserbetont - - 9,5 160 ≥9,5 200
5 Schnitte gräserbetont - - 11 200 ≥11 210 (2401))
6 Schnitte gräserbetont - - - - ≥12,5 210 (2701))
Mähweiden (ein Weidegang entspricht 1,5 – 2,0 t TM/ha)
1 Schnitt + 1 bis 2 Weidegänge 5,5 60 ≥5,5 90
2 Schnitte + 1 Weidegang - - 8 110 ≥8 140
2 Schnitte + 2 oder mehr Weideg. - - 9 120 ≥9 170
Dauerweiden, Kulturweiden
Dauerweiden 6,5 80 6,5–9,5 130 9,5 180
Hutweiden/Almfutterflächen 2 20 ≥2 30 -
Ackerfutter
Kleebetont ( 40 Flächen-%) 40
Gräserbetont 7 100 7–10,5 180 10,5 210 (2501))
Gräserreinbestände 8–12 200 12 210 (2801))
Sämereienvermehrung (Samenertrag)
Alpingräser 0,1 80 0,1–0,4 100 0,4 150
Gräser für Wirtschaftsgrünland 0,2 90 0,2–0,7 110 0,7 170
Rotklee 20

1) in intensiv genutzten Gunstlagen mit gräserbetonten bzw. gräserreinen Beständen

Bei Mähweiden und Dauerweiden darf die Summe aus N-Ausscheidungen auf der Weide und einer allfälligen Ausbringung von Wirtschaftsdüngern und/oder Mineraldüngern die angeführten Werte nicht überschreiten. Die angeführten Werte für Hutweiden/Almfutterflächen beziehen sich auf die zusätzlich zur Weide möglichen Stickstoffdüngergaben.

Abkürzung

NAPV

Anlage 3

Begrenzung der auf die landwirtschaftlichen Nutzflächen ausgebrachten Stickstoffmenge

Abschnitt I

Obergrenzen Acker

Für die Düngebemessung auf Ackerflächen ist ausgehend vom Gesamtstickstoffbedarf der Kultur gemäß diesem Abschnitt die Stickstoffnachlieferung aus der Vorfrucht bzw. aus Ernterückständen gemäß den Vorgaben des Abschnitts III und zusätzlich bei Bewässerungen der im Bewässerungswasser enthaltene Stickstoff gemäß den Vorgaben des Abschnitts IV abzuziehen.

Für die Düngebemessung von Gemüsekulturen ist ausgehend vom Gesamtstickstoffbedarf der Gemüsekultur („Sollwert je Satz“) gemäß diesem Abschnitt, der im Boden vorhandene, nutzbare mineralische Stickstoff (Nmin) gemäß Abschnitt II und zusätzlich bei Bewässerungen der im Bewässerungswasser enthaltene Stickstoff gemäß Abschnitt IV abzuziehen.

Die Ertragslage ist anhand der tatsächlichen Erträge im Durchschnitt der letzten Jahre einzustufen. Bei Kulturarten, bei denen zum Zeitpunkt der letzten Stickstoffdüngung das tatsächliche Ertragsniveau bereits abschätzbar ist, ist eine Stickstoffbemessung nach dem korrigierten Ertragsniveau vorzunehmen.

Wenn die durchschnittliche Ackerzahl eines Schlages kleiner als 30 ist, so ist eine Einstufung der Ertragslage des Standortes mit „hoch“ nicht zulässig. Bei Vorliegen von Aufzeichnungen über die tatsächlich erzielten Erträge der betreffenden oder von unmittelbar vergleichbaren Flächen hat die Einstufung der Ertragslage nach diesen Aufzeichnungen zu erfolgen.

Tabelle 1: Obergrenzen Acker je Kultur in kg jahreswirksamer N/ha

Kultur Niedrige Ertragslage Mittlere Ertragslage Ertragslage hoch1 Ertragslage hoch2 Ertragslage hoch3
Ertrag bis max. N Ertrag von bis Max. N Ertrag von bis max. N Ertrag max. N Ertrag max. N
[t/ha] [kg/ ha] [t/ha] [kg/ ha] [t/ha] [kg/ ha] [t/ha] [kg/ ha] [t/ha] [kg/ ha]
Getreide
Weizen = 14% RP 4 105 4–5,5 145 5,5–6,75 170 6,75–8 180 8 195
Weizen 14% RP 5 105 5–6 145 6–7,5 170 7,5–9 180 9 195
Durum-Weizen 4 105 4-5,25 145 5,25-6,5 170 6,5-7,75 180 7,75 195
Roggen 4 80 4–5,5 110 5,5–7 130 7–8,5 140 8,5 150
Dinkel (mit Spelzen) 3,5 80 3,5–5,5 110 5,5–6,5 130 6,5–7,5 140 7,5 150
Winterfuttergerste 5 95 5–6 130 6–7,5 155 7,5–9 170 9 180
Winterbraugerste 4,5 70 4,5–5,5 100 5,5–7 115 7–8,5 125 8,5 135
Triticale 5 90 5–6 120 6–7,5 145 7,5–9 155 9 165
Sommerfuttergerste 4 80 4–5,5 110 5,5–7 130 7–8,5 140 8,5 150
Sommerbraugerste 3,5 65 3,5–5 80 5–6,5 95 6,5–8 105 8 110
Hafer 3,5 70 3,5–5 100 5–6,5 115 6,5–8 125 8 135
Hackfrüchte
Körnermais (incl. CCM) 8,5 110 8,5-10,5 155 10,5-12 180 12–13,5 195 13,5 210
Silomais (FM) 40 130 40–50 175 50–57,5 210 57,5–65 225 65 240
Zuckerrübe 55 110 55–75 155 75–85 180 85–95 195 95 210
Futterrübe 60 110 60–100 155 100 180 --- --- --- ---
Speise/Industriekartoffel 33 120 33–45 165 45–55 195 55–65 210 65 225
Früh-, Pflanzkartoffel 15 90 15–20 120 20 145 ---- ---- ---- ----
Körnerhirse/-sorghum 6,5 110 6,5–8 155 8–9,5 180 9,5–10,5 195 10,5 210
Silohirse/-sorghum (FM) 55 130 55-68 175 68-77 210 77-86 225 86 240
Öl- und Eiweißpflanzen
Soja, Erbse, Bohne 0 (601)
Körnerraps 3 110 3–3,5 155 3,5–4,25 180 4,25–5 195 5 210
Sonnenblume 2 50 2–3 65 3–4 80 4–5 85 5 90
Ölkürbis 0,6 65 0,6–0,8 90 0,8 105 --- --- --- ---
Wein
Triebwachstum: stark 5 25 (40)2 =5 30 (50)2 - - - - - -
Triebwachstum: mittel 5 40 (55)2 =5 50 (70)2 - - - - - -
Triebwachstum: schwach 5 50 (65)2 =5 60 (80)2 - - - - - -
Zwischenfruchtanbau
Zwischenfrucht-(futter)bau mit Leguminosen 403)
Zwischenfrucht-(futter)bau ohne Leguminosen 803)
Stilllegungen/ Grünbrachen 0

1) bei Verwendung von nicht beimpftem Saatgut, bei mangelhaftem Knöllchenbesatz oder bei erstmaligem Anbau

2) begrünter Boden ohne Leguminosen

3) Stickstoffdüngergaben auf nicht genutzte Zwischenfrüchte sind in voller Höhe der Folgekultur anzurechnen

Für nicht aufgelistete Kulturen sind die Werte für die Mengenbegrenzung aus der einschlägigen Fachliteratur abzuleiten.

Tabelle 2: Obergrenzen Acker je Kultur in kg jahreswirksamer N/ha für Flächen in Gebieten gemäß Anlage 5

Kultur Niedrige Ertragslage Mittlere Ertragslage Ertragslage hoch1 Ertragslage hoch2 Ertragslage hoch3
Ertrag bis max. N Ertrag von bis Max. N Ertrag von bis max. N Ertrag max. N Ertrag max. N
[t/ha] [kg/ ha] [t/ha] [kg/ ha] [t/ha] [kg/ ha] [t/ha] [kg/ ha] [t/ha] [kg/ ha]
Getreide
Weizen = 14% RP 4 95 4–5,5 130 5,5–6,75 150 6,75–8 160 8 175
Weizen 14% RP 5 95 5–6 130 6–7,5 150 7,5–9 160 9 175
Durum-Weizen 4 95 4-5,25 130 5,25-6,5 150 6,5-7,75 160 7,75 175
Roggen 4 70 4–5,5 95 5,5–7 110 7–8,5 120 8,5 130
Dinkel (mit Spelzen) 3,5 70 3,5–5,5 95 5,5–6,5 110 6,5–7,5 120 7,5 130
Winterfuttergerste 5 80 5–6 110 6–7,5 135 7,5–9 145 9 155
Winterbraugerste 4,5 60 4,5–5,5 85 5,5–7 100 7–8,5 105 8,5 115
Triticale 5 80 5–6 105 6–7,5 125 7,5–9 135 9 140
Sommerfuttergerste 4 70 4–5,5 95 5,5–7 110 7–8,5 120 8,5 130
Sommerbraugerste 3,5 55 3,5–5 70 5–6,5 80 6,5–8 90 8 95
Hafer 3,5 60 3,5–5 85 5–6,5 100 6,5–8 105 8 115
Hackfrüchte
Körnermais (incl. CCM) 8,5 100 8,5-10,5 140 10,5-12 160 12–13,5 175 13,5 190
Silomais (FM) 40 120 40–50 160 50–57,5 190 57,5–65 205 65 220
Zuckerrübe 55 95 55–75 130 75–85 155 85–95 165 95 180
Futterrübe 60 95 60–100 130 100 155 --- --- --- ---
Speise/Industriekartoffel 33 105 33–45 140 45–55 165 55–65 180 65 190
Früh-, Pflanzkartoffel 15 75 15–20 100 20 125 ---- ---- ---- ----
Körnerhirse/-sorghum 6,5 95 6,5–8 130 8–9,5 155 9,5–10,5 165 10,5 180
Silohirse/-sorghum (FM) 55 110 55-68 150 68-77 180 77-86 190 86 205
Öl- und Eiweißpflanzen
Soja, Erbse, Bohne 0 (501)
Körnerraps 3 100 3–3,5 140 3,5–4,25 160 4,25–5 175 5 190
Sonnenblume 2 40 2–3 55 3–4 70 4–5 75 5 80
Ölkürbis 0,6 55 0,6–0,8 75 0,8 90 --- --- --- ---
Wein
Triebwachstum: stark 5 25 (40)2 5-10 30 (50)2 - - - - - -
Triebwachstum: mittel 5 40 (50)2 5-10 50 - - - - - -
Triebwachstum: schwach 5 50 5-10 50 - - - - - -
Zwischenfruchtanbau
Zwischenfrucht-(futter)bau mit Leguminosen 303)
Zwischenfrucht-(futter)bau ohne Leguminosen 703)
Stilllegungen/ Grünbrachen 0

1) bei Verwendung von nicht beimpftem Saatgut, bei mangelhaftem Knöllchenbesatz oder bei erstmaligem Anbau

2) begrünter Boden ohne Leguminosen

3) Stickstoffdüngergaben auf nicht genutzte Zwischenfrüchte sind in voller Höhe der Folgekultur anzurechnen

Für nicht aufgelistete Weizen-, Mais- und Rapskulturen sind die aus der einschlägigen Fachliteratur abgeleiteten Werte für die Mengenbegrenzung um 10%, für andere nicht aufgelistete Kulturen um 15% zu reduzieren.

Tabelle 3: Obergrenzen Gemüse je Satz in kg jahreswirksamer N/ha

Der Sollwert für die jeweilige Gemüsekultur ist in nachfolgender Tabelle festgelegt. (Der Sollwert ist die Summe aus dem N-Bedarf der Kultur je Satz und dem Mindestvorrat zum Kulturende nach Abzug der Mineralisation und Berücksichtigung der Luftstickstoffbindung während der Vegetationsdauer der Kultur.)

Kultur Ertragslage niedrig Ertragslage mittel Ertragslage hoch
Ertrag bis Sollwert je Satz Ertrag von bis Sollwert je Satz Ertrag Sollwert je Satz
[t/ha] [kg/ ha] [t/ha] [kg/ ha] [t/ha] [kg/ ha]
Buschbohne (gepflückt) 12 90 12-18 115 18 140
Chinakohl (12 Wochen, gesät) 50 135 50-80 180 80 220
Grünerbsen 4 80 4-6 100 6 115
Karotte (Industrie) 67 130 67-112 180 112 235
Kopfsalat (6. u. 9 Wochen) 26 80 26-44 100 44 120
Kraut(Industrie, früh) 70 260 70–110 335 110 410
Spargel (Ertragsanlage) 8 60 8-12 80 12 100
Spinat(Überwinterung, industriell genutzt) 25 185 25-35 210 35 240
Zwiebel (Sommer), trocken 40 115 40-60 145 60 175

Die jahreswirksame Stickstoffausbringungsmenge pro Satz angebauter Kultur darf die der jeweiligen Ertragslage zugeordnete Mengenbegrenzung in Tabelle 3 nicht überschreiten. Wird aufgrund überdurchschnittlicher Bestandsentwicklung oder unerwartet eingetretenen Witterungsverhältnissen ein geänderter Düngebedarf auf Basis der im Boden vorhandenen, nutzbaren mineralischen Stickstoffmenge (Nmin) mittels einer repräsentativen Bodenprobe für den jeweiligen Schlag ermittelt, dürfen die in der Tabelle 3 festgelegten Obergrenzen im entsprechenden Ausmaß – höchstens aber um 10 Prozent der festgelegten Obergrenze – überschritten werden. Der geänderte Düngebedarf ist gemäß den Vorgaben des § 9 Abs. 6 zu dokumentieren und zu begründen.

Für nicht aufgelistete Kulturen sind die Werte aus der SGD Gemüse abzuleiten.

Abschnitt II

Bei der Düngebemessung von Gemüsekulturen zu berücksichtigende Stickstoffmengen

Im Boden vorhandene nutzbare mineralische Stickstoffmenge (Nmin)

Für die Düngebemessung einer Gemüsekultur, die auf mehr als 0,3 ha der landwirtschaftlichen Nutzfläche des Betriebs angebaut wird, ist von der Mengenbegrenzung gemäß Abschnitt I Tabelle 3 („Sollwert je Satz“) die im Boden vorhandene, nutzbare mineralische Stickstoffmenge (Nmin) zum Zeitpunkt des Anbaus abzuziehen. Die Bestimmung des im Boden vorhandenen Nmin hat auf Basis einer repräsentativen Bodenanalyse oder über einen auf Basis von Pauschalwerten berechneten Nmin zu erfolgen.

Vorgehen bei Vorhandensein eines Analyseergebnisses:

Liegt das Ergebnis einer repräsentativen Bodenprobe zum Anbauzeitpunkt der jeweiligen Kultur vor, dann ist für die Düngebemessung vom Gesamtstickstoffbedarf der Kultur („Sollwert je Satz“) der Nmin-Wert des Analysenergebnisses abzuziehen.

Vorgehen zur Berechnung eines Nmin-Wertes:

Liegt kein Ergebnis einer repreäsentativen Bodenprobe zum Anbauzeitpunkt der jeweiligen Kultur vor, so hat eine Berechnung des Nmin-Wertes zu erfolgen. Hierzu wird das Mineralisationspotential des Standortes rechnerisch ermittelt. Die Ermittlung des berechneten Nmin-Wertes erfolgt anhand der Summenbildung von:

Tabelle 1: Mindestvorrat im Boden und Stickstoffnachlieferung aus Ernterückständen der Vorkultur für Gemüse

Spaltennummer 1 2
Kultur Mindestvorrat zu Kulturende der Vorkultur Stickstoffnachlieferung aus Ernterückständen der Vorkultur
[kg/ ha] [kg/ ha]
Buschbohne 20 45
Chinakohl 20 45
Grünerbsen 0 65
Karotte (Industrie) 20 45
Kopfsalat 40 15
Kraut 20 75
Spargel (3. Standjahr) 40 0
Spargel (Ertragslage) 20 0
Spinat 40 30
Zuckermais 20 60
Zwiebel (Sommer) trocken 30 30

Für nicht aufgelistete Gemüsekulturen sind die Werte für den Mindestvorrat im Boden und die Stickstoffnachlieferung aus Ernterückständen der Vorkultur gemäß der Richtlinie für die Sachgerechte Düngung im Garten- und Feldgemüsebau abzuleiten.

Für im Folgejahr zu erntende Folgekulturen sind die in Tabelle 1 Spalte 2 festgelegten Werte um 50% zu reduzieren.

Abschnitt III

Stickstoffnachlieferung aus Vorfrucht und Ernterückständen

Tabelle 1: Stickstoffnachlieferung aus Vorfrucht oder Ernterückständen in kg N/ha:

Der Stickstoffbedarf der angebauten Kultur auf Ackerflächen ist zur Berücksichtigung der Stickstoffnachlieferung aus einer Vorfrucht bzw. aus Ernterückständen um folgende Werte zu reduzieren:

Wirkung Vorfrucht Nachlieferungspotenzial (kg N/ha)
Ernterückstände Rübenblatt 0
Rapsstroh 0
Ölkürbis 10
Stroh- und Vorfruchtwirkung: Ackerbohne 20
Körnererbse 20
Sojabohne 0
Vorfruchtwirkung Futterleguminosen (FL)- Stoppeln und Wurzeln nach Umbruch Genutzte Zwischenfrucht 60% Leguminosenanteil 10
Futterleguminosen einjährig Leguminosenanteil 10-60 % (Wechselwiese) 0
Leguminosenanteil 60 % (Klee/Kleegras) 20
Futterleguminosen mehrjährig Leguminosenanteil 10-60 % (Wechselwiese) 30
Leguminosenanteil 60 % (Klee/Kleegras) 40
Luzerne zur Futternutzung ein- oder mehrjährig 6 t TM/ha 20
6 t TM/ha 40
Vorfruchtwirkung nicht genutzte Grünbrache (GB) – Mulch, Stoppeln und Wurzeln nach Umbruch Ungenutzte Zwischenfrucht 60 %Leguminosenanteil 20
Ungenutzte Grünbrache einjährig Leguminosenanteil 10 % 0
Leguminosenanteil 10-60 % 20
Leguminosenanteil 60 % 40
Ungenutzte Grünbrache mehrjährig Leguminosenanteil 10 % 0
Leguminosenanteil 10-60 % 30
Leguminosenanteil 60 % 60
Luzerne als Grünbrache ein oder mehrjährig 6 t TM/ha 60
6 t TM/ha 110

Für auf Gemüsekulturen nachfolgende Kulturen sind die entsprechenden Vorfruchtwirkungen gemäß Abschnitt II Tabelle 1 Spalten 1 und 2 sowie den letzten beiden Sätzen des Abschnitts II zu ermitteln.

Abschnitt IV

Sickstoffmenge durch das Bewässerungswasser

Bei Bewässerung von Kulturen ist die mit dem Bewässerungswasser zugeführte Stickstoffmenge in Abhängigkeit von Bewässerungsmenge und dem Nitratgehalt des Grundwasserkörpers ab einer Menge von 10 kg N/ha abzuziehen.

Die Ermittlung des Nitratgehaltes im Bewässerungswasser erfolgt mit Hilfe von Teststreifen oder mit vergleichbaren Methoden. Die Berechnung der Stickstoffmenge durch das Bewässerungswasser in Abhängigkeit des Nitratgehaltes erfolgt mit folgender Formel:

mit

N-Menge [kg N/ha]: Stickstoffmenge, die mit dem Bewässerungswasser zugeführt wird

NO3-Gehalt [mg/l]: Nitratgehalt des Bewässerungswassers

Bewässerungsmenge [mm]: Bewässerungswassermenge

Die Messung des Nitratgehaltes des Bewässerungswassers sollte in regelmäßigen Abständen erfolgen, zumindest jedoch einmal pro Jahr.

Abschnitt V

Schlagbezogene Bilanzierung des jährlichen Stickstoffsaldos gemäß § 9 Abs. 6

Im Zuge der schlagbezogenen Bilanzierung erfolgt eine Gegenüberstellung des Stickstoffentzugs durch die in den Tabellen 1 und 2 dieses Abschnittes angeführten Kulturen (anhand ertragsabhängiger Entzugsfaktoren in Bezug auf die tatsächliche Erntemenge) im Vergleich zu der aktiv ausgebrachten sowie aus der Vorfrucht zur Verfügung stehenden Stickstoffdüngermengen.

Für in den Tabellen 1 und 2 dieses Abschnittes nicht angeführte Kulturen hat die Bilanzierung durch Gegenüberstellung der tatsächlich ausgebrachten Düngemenge mit den Düngeobergrenzen der erzielten Ertragslage gemäß Abschnitt I zu erfolgen. Dabei sind jeweils die Stickstoffnachlieferung aus Vorfrucht und Ernterückständen gemäß Abschnitt III, für Gemüsekulturen die im Boden vorhandene nutzbare mineralische Stickstoffmenge gemäß Abschnitt II und die Stickstoffmenge durch das Bewässerungswasser gemäß Abschnitt IV zu berücksichtigen.

Tabelle 1: Ertragsabhängige Entzugsfaktoren für Ackerbau (kg/t)

Kulturart Kultur Differenzierung N-Entzug
Getreide Weizen siehe unten stehende Tabelle 2 Spalte 1
Durum-Weizen 23
Dinkel 24
Roggen 16
Wintergerste 18
Triticale 18
Sommerfuttergerste 18
Braugerste siehe unten stehende Tabelle 2 Spalte 2
Hafer 16
Hackfrüchte Mais (CCM, Körnermais) Ertragslage niedrig 13
Mais (CCM, Körnermais) Ertragslage mittel bis hoch 1 12,5
Mais (CCM, Körnermais) Ertragslage hoch 2 12
Mais (CCM, Körnermais) Ertragslage hoch 3 13,5t – 15t 11,5
Mais (CCM, Körnermais) Ertragslage hoch 3 über 15t 11
Silomais (Trockenmasse) 10
Silomais (Frischmasse) 4
Zuckerrübe 1,8
Futterrübe 1,4
Speisekartoffel, Industriekartoffel 3,5
Früh- und Pflanzkartoffel (Marktware) 5
Öl- und Eiweißpflanzen Körnerraps 33
Sonnenblume 26
Körnererbse 32
Ackerbohne 42
Sojabohne 55
Sonderkulturen Mohn 100
Kümmel (Erntejahr) 53
Feldfutterbau und Zwischenfruchtfutterbau Feldfutter kleebetont 4
Gräserbetont 17
Feldfutter gräserrein 17

Tabelle 2: Stickstoffentzüge je Tonne bei unterschiedlichen Rohproteingehalten und Feuchtigkeiten für Weizen und Braugerste

Spalte 1:N-Entzüge je Tonne Weizen Spalte 2:N-Entzüge je Tonne Braugerste
Kornfeuchte in Prozent Kornfeuchte in Prozent
12,0 13,0 14,0 15,0 16,0 12,0 13,0 14,0 15,0 16,0
Rohproteingehalt in Prozent TM 9,0 12,7 12,5 12,4 12,2 12,1
9,5 13,4 13,2 13,3 13,3 13,4
10,0 14,1 13,9 13,9 13,9 13,9
10,5 14,8 14,6 14,5 14,5 14,5
11,0 17,0 16,8 16,6 16,4 16,2 15,5 15,3 15,1 15,1 15,1
11,5 17,8 17,6 17,4 17,1 16,9 16,2 16,0 15,6 15,6 15,6
12,0 18,5 18,3 18,1 17,9 17,7 16,9 16,7 16,2 16,2 16,2
12,5 19,3 19,1 18,9 18,6 18,4 17,6 17,4 16,8 16,8 16,8
13,0 20,1 19,8 19,6 19,4 19,2 18,3 18,1 17,3 17,3 17,3
13,5 20,8 20,6 20,4 20,1 19,9 19,0 18,8 17,9 17,9 17,9
14,0 21,6 21,4 21,1 20,9 20,6 19,7 19,5 18,4 18,4 18,4
14,5 22,4 22,1 21,9 21,6 21,4 20,4 20,2 18,9 18,9 18,9
15,0 23,2 22,9 22,6 22,4 22,1 21,1 20,9 19,5 19,5 19,5
15,5 23,9 23,7 23,4 23,1 22,8 21,8 21,6 20,0 20,0 20,0
16,0 24,7 24,4 24,1 23,9 23,6 22,5 22,3 20,5 20,5 20,5
16,5 25,5 25,2 24,9 24,6 24,3
17,0 26,2 25,9 25,6 25,4 25,1
17,5 27,0 26,7 26,4 26,1 25,8
18,0 27,8 27,5 27,2 26,8 26,5
18,5 28,6 28,2 27,9 27,6 27,3
19,0 29,3 29,0 28,7 28,3 28,0
19,5 30,1 29,8 29,4 29,1 28,7
20,0 30,9 30,5 30,2 29,8 29,5
20,5 31,6 31,3 30,9 30,6 30,2
21,0 32,4 32,1 31,7 31,3 30,9
21,5 33,2 32,8 32,4 32,1 31,7
22,0 34,0 33,6 33,2 32,8 32,4

Tabelle 3: Bilanzierung

am Schlag pro ha
(Ø) Vorfruchtwirkung: kg N kg N/ha
Summe N aus aktiver Düngung kg N kg N/ha
Summe N-Zufuhr kg N kg N/ha
Entzug durch Ernte kg N kg N/ha
N-Saldo kg N kg N/ha

Abschnitt VI

Obergrenzen Grünland/Ackerfutterflächen

Tabelle 1: Obergrenzen Grünland/Ackerfutterflächen in kg jahreswirksamer N/ha

Nutzung Niedrige Ertragslage Mittlere Ertragslage Hohe Ertragslage
Ertrag [t/ha] max. N [kg/ha] Ertrag [t/ha] max. N [kg/ha] Ertrag [t/ha] max. N [kg/ha]
Dauer- und Wechselwiesen
1 Schnitt 2,5 20 ≥2,5 30 - -
2 Schnitte 4 60 ≥4 90 - -
3 Schnitte kleereich 6 80 6-8 100 ≥8 120
3 Schnitte gräserbetont - - 6-8 120 ≥8 150
4 Schnitte kleereich - - 9,5 120 ≥9,5 150
4 Schnitte gräserbetont - - 9,5 160 ≥9,5 200
5 Schnitte gräserbetont - - 11 200 ≥11 210 (2401))
6 Schnitte gräserbetont - - - - ≥12,5 210 (2701))
Mähweiden (ein Weidegang entspricht 1,5 – 2,0 t TM/ha)
1 Schnitt + 1 bis 2 Weidegänge 5,5 60 ≥5,5 90
2 Schnitte + 1 Weidegang - - 8 110 ≥8 140
2 Schnitte + 2 oder mehr Weideg. - - 9 120 ≥9 170
Dauerweiden, Kulturweiden
Dauerweiden 6,5 80 6,5–9,5 130 9,5 180
Hutweiden/Almfutterflächen 2 20 ≥2 30 -
Ackerfutter
Kleebetont ( 40 Flächen-%) 40
Gräserbetont 7 100 7–10,5 180 10,5 210 (2501))
Gräserreinbestände 8–12 200 12 210 (2801))
Sämereienvermehrung (Samenertrag)
Alpingräser 0,1 80 0,1–0,4 100 0,4 150
Gräser für Wirtschaftsgrünland 0,2 90 0,2–0,7 110 0,7 170
Rotklee 20

1) in intensiv genutzten Gunstlagen mit gräserbetonten bzw. gräserreinen Beständen

Bei Mähweiden und Dauerweiden darf die Summe aus N-Ausscheidungen auf der Weide und einer allfälligen Ausbringung von Wirtschaftsdüngern und/oder Mineraldüngern die angeführten Werte nicht überschreiten. Die angeführten Werte für Hutweiden/Almfutterflächen beziehen sich auf die zusätzlich zur Weide möglichen Stickstoffdüngergaben.

Abkürzung

NAPV

Anlage 4

Stickstoffanfall nach Abzug der Stall- und Lagerverluste

N-Anfall je Platz in kg pro Jahr
System Mist-Jauche
Tierart1)2) Gülle Mist Anteil Jauche Anteil Tiefstallmist
Rinder
Jungrinder
Kälber und Jungrinder unter ½ Jahr 12,7 5,2 5,2 10,4
Jungvieh ½ bis 1 Jahr 34,4 14,2 14,2 28,4
Jungvieh 1 bis 2 Jahr 45,6 18,8 18,7 37,5
Rinder ab 2 Jahre
Ochsen, Stiere 54,7 22,6 22,5 45,1
Kalbinnen 58,9 24,3 24,2 48,5
Milchkühe ohne Nachzucht
Milchkühe (5 000 kg Milch) 74,4 40,9 20,4 61,3
Milchkühe (6 000 kg Milch) 82,8 45,1 22,5 67,6
Milchkühe (7 000 kg Milch) 89,7 49,3 24,6 73,9
Milchkühe (8 000 kg Milch) 97,3 53,5 26,7 80,2
Milchkühe (9 000 kg Milch) 105,0 57,7 28,8 86,5
Milchkühe ( 10 000 kg Milch) 112,6 61,9 30,9 92,8
Mutter- und Ammenkühe ohne Nachzucht
3 000 kg Milch 59,1 32,5 16,2 48,7
4 000 kg Milch 66,7 36,6 18,4 55,0
Schweine
Ferkel
Ferkel 8 bis 32 kg Lebendgewicht (LG) Standard-Fütterung 2,5 1,6 0,8 2,3
Ferkel 8 bis 32 kg Lebendgewicht (LG) N-reduzierte-Fütterung 2,4 1,5 0,7 2,2
Mastschweine und Jungsauen auf der Basis von 2,5 Zyklen pro Jahr
ab 32 kg LG bis Mastende/Belegung 7,5 4,6 2,3 7,0
ab 32 kg LG bis Mastende/Belegung – N-reduzierte-Fütterung 6,9 4,2 2,1 6,4
ab 32 kg LG bis Mastende/Belegung – stark-N-reduzierte-Fütterung 6,7 4,1 2,1 6,2
Zuchtschweine (ab Belegung) inkl. Ferkel bis 8 kg
Zuchtschweine – Standard-Fütterung 14,4 8,9 4,5 13,4
Zuchtschweine – N-reduzierte Fütterung 12,8 7,9 4,0 11,9
Eber
Zuchteber – Standard-Fütterung 17,7 11,0 5,5 16,4
Zuchteber – N-reduzierte Fütterung 16,7 10,4 5,2 15,5
Geflügel
Küken u. Junghennen für Legezwecke bis ½ Jahr 0,13 0,11
Legehennen, Hähne 0,51 0,43
Mastküken und Jungmasthühner 0,17
Zwerghühner, Wachteln; ausgewachsen 0,10
Junghennenaufzucht 0,053
Gänse 0,29
Enten 0,29
Truthühner (Puten) 0,65
Pferde
Kleinpferde inkl. Ponys, Esel, Maultiere … Widerristhöhe bis 1,48 m Endgewicht 300 kg
½ bis 3 Jahre 8,9
3 Jahre incl. Fohlen bis ½ Jahr 10,5
Kleinpferde – Haflinger, Reitponys, … Widerristhöhe bis 1,48 m – Endgewicht 300 kg
½ bis 3 Jahre 17,4
3 Jahre incl. Fohlen bis ½ Jahr 20,5
Pferde (Widerristhöhe 1,48 m) – Endgewicht 500 kg
½ bis 3 Jahre 31,2
3 Jahre incl. Fohlen bis ½ Jahr 36,8
Schafe
Lämmer bis ½ Jahr 5,4
ab ½ Jahr bis 1,5 Jahre 7,3
Mutterschafe 7,7
Ziegen
bis ½ Jahr 5,0
ab ½ Jahr bis 1,5 Jahre 6,6
Mutterziegen 7,2

1) Für nicht aufgelistete Tierarten und -kategorien sind Werte aus der einschlägigen Fachliteratur bzw. anhand von genannten „gewichts- und ernährungsmäßig“ vergleichbaren Tierkategorien abzuleiten.

2) Sofern in einem Einzelfall betriebsspezifische Produktionsintensitäten (betreffend Umtriebszyklen, Haltedauer, Leerstehzeiten, Tageszunahme, Schlachtendgewicht etc.) vorliegen, die von dem in der Tabelle erfassten Regelfall abweichen, so sind die Stickstoffanfallswerte aliquot abzuleiten.

Abkürzung

NAPV

Anlage 5

Gebiete mit verstärkten Aktionen gemäß Art. 5 Abs. 5 der Richtlinie 91/676/EWG des Rates zum Schutz der Gewässer vor Verunreinigung durch Nitrat aus landwirtschaftlichen Quellen

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