Fakultativprotokoll vom 18. April 1961 zum Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen betreffend die obligatorische Beilegung von Streitigkeiten
1 Übersetzung Fakultativprotokoll zum Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen betreffend die obligatorische Beilegung von Streitigkeiten (Stand am 15. Januar 2014) Die Vertragsstaaten dieses Protokolls und des Wiener Übereinkommens über diplo-
3 matische Beziehungen , im folgenden als «Übereinkommen» bezeichnet, das von der vom 2. März bis zum 14. April 1961 in Wien abgehaltenen Konferenz der Vereinten Nationen angenommen wurde, von dem Wunsch geleitet, zur Regelung aller sie betreffenden Streitigkeiten über die Auslegung oder Anwendung des Übereinkommens die obligatorische Gerichtsbarkeit des Internationalen Gerichtshofs in Anspruch zu nehmen, sofern die Parteien sich nicht innerhalb einer angemessenen Frist über eine andere Form der Beilegung geeinigt haben, sind wie folgt übereingekommen: Art. I Streitigkeiten über die Auslegung oder Anwendung des Übereinkommens unterliegen der obligatorischen Gerichtsbarkeit des Internationalen Gerichtshofs und können diesem daher durch Klage einer Streitpartei unterbreitet werden, die Vertragspartei dieses Protokolls ist. Art. II Binnen zwei Monaten, nachdem eine Partei der anderen notifiziert hat, dass nach ihrer Auffassung eine Streitigkeit vorliegt, können die Parteien übereinkommen, diese nicht dem Internationalen Gerichtshof, sondern einem Schiedsgericht zu unterbreiten. Nach Ablauf der genannten Frist kann jede Partei die Streitigkeit im Klagewege dem Gerichtshof unterbreiten. Art. III 1. Innerhalb derselben Frist von zwei Monaten können die Parteien vereinbaren, vor Anrufung des Internationalen Gerichtshofs ein Vergleichsverfahren einzuleiten. 2. Die Vergleichskommission hat binnen fünf Monaten nach ihrer Einsetzung ihre Empfehlungen abzugeben. Nehmen die Streitparteien diese Empfehlungen nicht binnen zwei Monaten nach ihrer Abgabe an, so kann jede Partei die Streitigkeit im Klagewege dem Gerichtshof unterbreiten. Art. IV Vertragsstaaten des Übereinkommens, des Fakultativprotokolls über den Erwerb der Staatsangehörigkeit sowie des vorliegenden Protokolls können jederzeit erklären, dass sie dieses Protokoll auch auf Streitigkeiten anwenden werden, die sich aus der Auslegung oder Anwendung des Fakultativprotokolls über den Erwerb der Staatsangehörigkeit ergeben. Diese Erklärungen sind dem Generalsekretär der Vereinten Nationen zu notifizieren. Art. V Dieses Protokoll liegt für alle Staaten, die Vertragsparteien des Übereinkommens werden, wie folgt zur Unterzeichnung auf: bis zum 31. Oktober 1961 im österreichischen Bundesministerium für Auswärtige Angelegenheiten und danach bis zum 31. März 1962 am Sitz der Vereinten Nationen in New York. Art. VI Dieses Protokoll bedarf der Ratifizierung. Die Ratifikationsurkunden sind beim Generalsekretär der Vereinten Nationen zu hinterlegen. Art. VII Dieses Protokoll liegt zum Beitritt für alle Staaten auf, die Vertragsparteien des Übereinkommens werden. Die Beitrittsurkunden sind beim Generalsekretär der Vereinten Nationen zu hinterlegen. Art. VIII 1. Dieses Protokoll tritt an demselben Tag wie das Übereinkommen oder aber am dreissigsten Tag nach dem Zeitpunkt in Kraft, an dem die zweite Ratifikationsoder Beitrittsurkunde zu dem Protokoll beim Generalsekretär der Vereinten Nationen hinterlegt worden ist, je nachdem, welcher Tag später liegt. 2. Für jeden Staat, der dieses Protokoll nach seinem gemäss Ziffer 1 erfolgten Inkrafttreten ratifiziert oder ihm beitritt, tritt es am dreissigsten Tag nach Hinterlegung seiner eigenen Ratifikationsoder Beitrittsurkunde in Kraft. Art. IX Der Generalsekretär der Vereinten Nationen notifiziert allen Staaten, die Vertragsparteien des Übereinkommens werden,
- a. die Unterzeichnungen dieses Protokolls und die Hinterlegung der Ratifikationsund Beitrittsurkunden gemäss den Artikeln V, VI und VII;
- b. die gemäss Artikel IV abgegebenen Erklärungen;
- c. den Tag, an dem dieses Protokoll gemäss Artikel VIII in Kraft tritt. Art. X Die Urschrift dieses Protokolls, dessen chinesischer, englischer, französischer, russischer und spanischer Wortlaut gleichermassen verbindlich ist, wird beim Generalsekretär der Vereinten Nationen hinterlegt; dieser übermittelt allen in Artikel V bezeichneten Staaten beglaubigte Abschriften. Zu Urkund dessen haben die unterzeichneten, von ihren Regierungen hierzu gehörig befugten Bevollmächtigten dieses Protokoll unterschrieben. Geschehen zu Wien am achtzehnten April neunzehnhunderteinundsechzig. (Es folgen die Unterschriften) Geltungsbereich am 15. Januar 2014 4 Vertragsstaaten Ratifikation Inkrafttreten Beitritt (B) Nachfolgeerklärung(N) Australien 26. Januar 1968 B 25. Februar 1968 Bahamas 17. März 1977 B 16. April 1977 Belgien 2. Mai 1968 1. Juni 1968 Bosnien und Herzegowina 1. September 1993 N 6. März 1992 Botswana 11. April 1969 B 11. Mai 1969 Bulgarien 6. Juni 1989 B 6. Juli 1989 Costa Rica 9. November 1964 B 9. Dezember 1964 Deutschland 11. November 1964 11. Dezember 1964 Dominikanische Republik 13. Februar 1964 24. April 1964 Dänemark 2. Oktober 1968 1. November 1968 Dominica 24. März 2006 B 23. April 2006 Ecuador 21. September 1964 21. Oktober 1964 Estland 21. Oktober 1991 B 20. November 1991 Fidschi 21. Juni 1971 B 21. Juli 1971 Finnland 9. Dezember 1969 8. Januar 1970 Frankreich 31. Dezember 1970 30. Januar 1971 Gabun 2. April 1964 B 2. Mai 1964 Guinea 10. Januar 1968 B 9. Februar 1968 Indien 15. Oktober 1965 B 14. November 1965 Irak 15. Oktober 1963 24. April 1964 Iran 3. Februar 1965 5. März 1965 Island 18. Mai 1971 B 17. Juni 1971 Italien 25. Juni 1969 25. Juli 1969 Japan 8. Juni 1964 8. Juli 1964 Kambodscha 31. August 1965 B 30. September 1965 Kenia 1. Juli 1965 B 31. Juli 1965 Kongo (Brazzaville) 19. Juli 1965 B 18. August 1965 Korea (Süd-) 25. Januar 1977 24. Februar 1977 Kuwait 21. Februar 1991 B 23. März 1991 Laos 3. Dezember 1962 B 24. April 1964 Liberia 16. September 2005 B 16. Oktober 2005 Liechtenstein 8. Mai 1964 7. Juni 1964 Litauen 26. September 2012 B 26. Oktober 2012 Luxemburg 17. August 1966 16. September 1966 Madagaskar 31. Juli 1963 B 24. April 1964 Malawi 29. April 1980 B 29. Mai 1980 Malaysia 9. November 1965 B 9. Dezember 1965 Vertragsstaaten Ratifikation Inkrafttreten Beitritt (B) Nachfolgeerklärung (N) Malta 7. März 1967 1. Oktober 1964 Mauritius 18. Juli 1969 N 12. März 1968 * Mazedonien 18. August 1993 N 17. November 1991 Montenegro 23. Oktober 2006 N 3. Juni 2006 Nauru 14. Dezember 2012 B 13. Januar 2013 Nepal 28. September 1965 B 28. Oktober 1965 Neuseeland 23. September 1970 23. Oktober 1970 Nicaragua 9. Januar 1990 B 8. Februar 1990 Niederlande 7. September 1984 B 7. Oktober 1984 Niger 26. April 1966 B 26. Mai 1966 Norwegen 24. Oktober 1967 23. November 1967 Oman 31. Mai 1974 B 30. Juni 1974 Österreich 28. April 1966 28. Mai 1966 Pakistan 29. März 1976 B 28. April 1976 Panama 4. Dezember 1963 B 24. April 1964 Paraguay 23. Dezember 1969 B 22. Januar 1970 Philippinen 15. November 1965 15. Dezember 1965 Rumänien 19. September 2007 B 19. Oktober 2007 Schweden 21. März 1967 20. April 1967 Schweiz 22. November 1963 24. April 1964 Serbien 12. März 2001 N 27. April 1992 Seychellen 29. Mai 1979 B 28. Juni 1979 Slowakei 27. April 1999 B 27. Mai 1999 Slowenien 6. Juli 1992 N 25. Juni 1991 Spanien 21. September 2011 B 21. Oktober 2011 Sri Lanka 31. Juli 1978 B 30. August 1978 Surinam 28. Oktober 1992 B 27. November 1992 Tansania 5. November 1962 24. April 1964 Ungarn 8. Dezember 1989 B 7. Januar 1990 Vereinigtes Königreich 01. September 1964 01. Oktober 1964 Vereinigte Staaten 13. November 1972 13. Dezember 1972 Zentralafrikanische Republik 19. März 1973 18. April 1973
Fussnoten
[^2]: Von der Bundesversammlung genehmigt am 21. Juni 1963 Schweizerische Ratifikationsurkunde hinterlegt am 22. November 1963 In Kraft getreten für die Schweiz am 24. April 1964 AS 1964 451; BBl 1963 I 241
[^1]: Der Originaltext findet sich unter der gleichen Nummer in der französischen Ausgabe dieser Sammlung.
[^2]: AS 1964 433
[^3]: SR 0.191.01 0.191.011 Obligatorische Beilegung von Streitigkeiten. Prot.
[^4]: AS 1974 1239, 1976 1463, 1977 1409, 1979 558, 1981 2061, 1984 1537, 1991 897, 1993 2347, 2003 2501, 2006 4429, 2009 3185 und 2014 291. Eine aktualisierte Fassung des Geltungsbereiches findet sich auf der Internetseite des EDA (www.eda.admin.ch/vertraege). 0.191.011 Obligatorische Beilegung von Streitigkeiten. Prot. * Vorbehalte und Erklärungen. Die Vorbehalte und Erklärungen werden in der AS nicht veröffentlicht. Die französi- schen und englischen Texte können auf der Internetseite der Vereinten Nationen: http://untreaty.un.org/ eingesehen oder bei der Direktion für Völkerrecht, Sektion Staats- verträge, 3003 Bern bezogen werden.
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