Fakultatives Unterzeichnungsprotokoll vom 29. April 1958 über die obligatorische Beilegung von Streitigkeiten

Typ Andere
Veröffentlichung 1958-04-29
Status In Kraft
Ministerium Bundeskanzlei
Quelle Fedlex
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1 Übersetzung Fakultatives Unterzeichnungsprotokoll über die obligatorische Beilegung von Streitigkeiten (Stand am 22. August 2006) Die Vertragsstaaten dieses Protokolls und eines oder mehrerer Übereinkommen über das Seerecht, die von der in Genf vom 24. Februar 1958 bis zum 27. April 1958 abgehaltenen Seerechtskonferenz der Vereinten Nationen angenommen wurden, Vom Wunsche geleitet, alle zwischen ihnen entstehenden Streitigkeiten über die Auslegung oder Anwendung aller Artikel sämtlicher Übereinkommen über das

3 Seerecht vom 29. April 1958 der obligatorischen Gerichtsbarkeit des Internationalen Gerichtshofes zur Lösung zu unterbreiten, sofern nicht eine andere Art der Streitbeilegung in einem Übereinkommen vorgesehen oder von den Parteien im gegenseitigen Einvernehmen innerhalb einer angemessenen Frist angenommen worden ist, haben folgendes vereinbart: Art. I Streitigkeiten über die Auslegung oder die Anwendung sämtlicher Übereinkommen über das Seerecht fallen unter die obligatorische Gerichtsbarkeit des Internationalen Gerichtshofes, der zu diesem Zweck auf Antrag jeder an der Streitigkeit beteiligten Partei, die selbst Vertragspartei dieses Protokolls ist, angerufen werden kann. Art. II Diese Verpflichtung bezieht sich auf alle Bestimmungen sämtlicher Übereinkommen über das Seerecht mit Ausnahme der Artikel 4, 5, 6, 7 und 8 des Übereinkommens

4 über die Fischerei und die Erhaltung der biologischen Reichtümer der Hohen See , auf welche die Artikel 9, 10, 11 und 12 dieses Übereinkommens anwendbar bleiben. Art. III Die Parteien können innerhalb einer Frist von zwei Monaten, nachdem eine Partei der anderen ihre Auffassung mitgeteilt hat, dass eine Streitigkeit vorliegt, im gegenseitigen Einvernehmen ein Verfahren vor einem Schiedsgericht vereinbaren, statt den Gerichtshof anzurufen. Nach Ablauf dieser Frist kann jede Vertragspartei dieses Protokolls die Streitigkeit durch einen Antrag beim Gerichtshof anhängig machen. Art. IV 1. Die Vertragsparteien dieses Protokolls können ebenfalls im gegenseitigen Einvernehmen innerhalb der gleichen Frist von zwei Monaten vereinbaren, ein Vergleichsverfahren durchzuführen, ehe sie den Gerichtshof anrufen. 2. Die Vergleichskommission hat ihre Empfehlungen innerhalb von fünf Monaten nach ihrer Errichtung abzufassen. Weder diese Empfehlungen von den am Streit beteiligten Parteien nicht innerhalb von zwei Monaten nach ihrer Bekanntgabe angenommen, so steht es jeder Partei frei, die Streitigkeit durch einen Antrag beim Gerichtshof anhängig zu machen. Art. V Dieses Protokoll steht allen Staaten, die Vertragsparteien eines der von der Seerechtskonferenz der Vereinten Nationen angenommenen Übereinkommens über das Seerecht sind, zur Unterzeichnung offen und bedarf, gemäss den Verfassungsbestimmungen der Unterzeichnerstaaten, gegebenenfalls der Ratifikation. Art. VI Der Generalsekretär der Vereinten Nationen benachrichtigt alle Staaten, die Vertragsparteien eines der Übereinkommen über das Seerecht werden, von der Unterzeichnung dieses Protokolls und von der Hinterlegung der Ratifikationsurkunden gemäss Artikel V. Art. VII Das Original dieses Protokolls, dessen englischer, chinesischer, spanischer, französischer und russischer Wortlaut gleichermassen verbindlich ist, wird beim Generalsekretär der Vereinten Nationen hinterlegt, der jedem der in Artikel V bezeichneten Staaten eine beglaubigte Abschrift übermittelt. Zu Urkund dessen haben die von ihren Regierungen hiezu gehörig bevollmächtigten Unterzeichneten dieses Übereinkommens mit ihrer Unterschrift versehen. Geschehen zu Genf, am neunundzwanzigsten April neunzehnhundertachtundfünfzig. (Es folgen die Unterschriften) Geltungsbereich am 16. Juni 2006 5 Inkrafttreten Vertragsstaaten Ratifikation Nachfolgeerklärung (N) Unterzeichnet ohne Ratifikationsvorbehalt (U) Australien 14. Mai 1963 U 13. Juni 1963 Belgien 6. Januar 1972 U 5. Februar 1972 Bosnien und Herzegowina 12. Januar 1994 N 6. März 1992 China 29. April 1958 U 11. November 1970 Costa Rica 29. April 1958 U 17. März 1972 Dänemark 26. September 1968 26. September 1968 Deutschland 26. Juli 1973 25. August 1973 Dominikanische Republik 29. April 1958 U 10. September 1964 Finnland 16. Februar 1965 18. März 1965 Frankreich 30. Oktober 1958 U 14. Juli 1965 Haiti 29. März 1960 30. September 1962 * Kolumbien 29. April 1958 U 30. September 1962 Madagaskar 10. August 1962 U 30. September 1962 Malawi 17. Dezember 1965 U 17. Dezember 1965 Malaysia 1. Mai 1961 U 30. September 1962 Malta 19. Mai 1966 N 21. September 1964 Mauritius 5. Oktober 1970 N 12. März 1968 Nepal 29. April 1958 U 27. Januar 1963 Neuseeland 29. Oktober 1958 U 17. Februar 1965 * Niederlande 18. Februar 1966 20. März 1966 Portugal 8. Januar 1963 7. Februar 1963 Salomoninseln 3. September 1981 N 7. Juli 1978 Schweden 28. Juni 1966 1. Juli 1966 Schweiz 18. Mai 1966 17. Juni 1966 Serbien 12. April 2001 N 27. April 1992 Sierra Leone 14. Februar 1963 U 14. Februar 1963 Uganda 15. September 1964 U 14. Oktober 1964 Vertragsstaaten Ratifikation Inkrafttreten Nachfolgeerklärung (N) Unterzeichnet ohne Ratifikationsvorbehalt (U) Ungarn 8. Dezember 1989 U 8. Dezember 1989 * a Vereinigtes Königreich 9. September 1958 U 30. September 1962

Fussnoten

[^2]: Von der Bundesversammlung genehmigt am 14. Dezember 1965 Schweizerische Ratifikationsurkunde hinterlegt am 18. Mai 1966 In Kraft getreten für die Schweiz am 17. Juni 1966 AS 1966 1007; BBl 1965 II 1

[^1]: Der französische Originaltext findet sich unter der gleichen Nummer in der entsprechenden Ausgabe dieser Sammlung.

[^2]: Art. 1 Abs. 1 Bst. e des BB vom 14. Dez. 1965 (AS 1966 973).

[^3]: SR 0.747.305.11/.13 und 0.923.05

[^4]: SR 0.923.05

[^5]: Eine aktualisierte Fassung des Geltungsbereiches findet sich auf der Internetseite des EDA (http://www.eda.admin.ch/eda/g/home/foreign/intagr/dabase.html). * Vorbehalte und Erklärungen. Die Vorbehalte und Erklärungen werden in der AS nicht veröffentlicht. Die französischen und englischen Texte können auf der Internet-Seite der Vereinten Nationen: http://untreaty.un.org/ eingesehen oder bei der Direktion für Völkerrecht, Sektion Staatsverträge, 3003 Bern, bezogen werden. a Bis zum 30. Juni 1997 war das Prot. auf Grund einer Ausdehnungserklärung des Vereinigten Königreichs in Hongkong anwendbar. Seit dem 1. Juli 1997 bildet Hongkong eine besondere Verwaltungsregion (SAR) der Volksrepublik China. Das Prot. ist seither nicht in der SAR Hongkong anwendbar. Die Volksrepublik China ist nicht Vertragsstaat dieses Prot.

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