Fakultativprotokoll vom 24. April 1963 zum Wiener Übereinkommen über konsularische Beziehungen betreffend die obligatorische Beilegung von Streitigkeiten

Typ Andere
Veröffentlichung 1963-04-24
Status In Kraft
Ministerium Bundeskanzlei
Quelle Fedlex
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1 Übersetzung Fakultativprotokoll zum Wiener Übereinkommen Über konsularische Beziehungen betreffend die obligatorische Beilegung von Streitigkeiten (Stand am 12. Februar 2010) Die Vertragsstaaten dieses Protokolls und des Wiener Übereinkommens über konsu-

3 larische Beziehungen , im folgenden als «Übereinkommen» bezeichnet, das von der vom 4. März bis zum 22. April 1963 in Wien abgehaltenen Konferenz der Vereinten Nationen angenommen wurde, von dem Wunsch geleitet, zur Regelung aller sie betreffenden Streitigkeiten über die Auslegung oder Anwendung des Übereinkommens die obligatorische Gerichtsbarkeit des Internationalen Gerichtshofs in Anspruch zu nehmen, sofern die Parteien sich nicht innerhalb einer angemessenen Frist über eine andere Form der Beilegung geeinigt haben, sind wie folgt übereingekommen: Art. I Streitigkeiten über die Auslegung oder Anwendung des Übereinkommens unterliegen der obligatorischen Gerichtsbarkeit des Internationalen Gerichtshofs und können diesem daher durch Klage einer Streitpartei unterbreitet werden, die Vertragspartei dieses Protokolls ist. Art. II Binnen zwei Monaten, nachdem eine Partei der andern notifiziert hat, dass nach ihrer Auffassung eine Streitigkeit vorliegt, können die Parteien Übereinkommen, diese nicht dem Internationalen Gerichtshof, sondern einem Schiedsgericht zu unterbreiten. Nach Ablauf der genannten Frist kann jede Partei die Streitigkeit im Klagewege dem Gerichtshof unterbreiten. Art. III 1. Innerhalb derselben Frist von zwei Monaten können die Parteien vereinbaren, vor Anrufung des Internationalen Gerichtshofs ein Vergleichsverfahren einzuleiten. 2. Die Vergleichskommission hat binnen fünf Monaten nach ihrer Einsetzung ihre Empfehlungen abzugeben. Nehmen die Streitparteien diese Empfehlungen nicht binnen zwei Monaten nach ihrer Abgabe an, so kann jede Partei die Streitigkeit im Klagewege dem Gerichtshof unterbreiten. Art. IV Vertragsstaaten des Übereinkommens, des Fakultativprotokolls über den Erwerb der Staatsangehörigkeit sowie des vorliegenden Protokolls können jederzeit erklären, dass sie dieses Protokoll auch auf Streitigkeiten anwenden werden, die sich aus der Auslegung oder Anwendung des Fakultativprotokolls über den Erwerb der Staatsangehörigkeit ergeben. Diese Erklärungen sind dem Generalsekretär der Vereinten Nationen zu notifizieren. Art. V Dieses Protokoll liegt für alle Staaten, die Vertragsparteien des Übereinkommens werden, wie folgt zur Unterzeichnung auf: bis zum 31. Oktober 1963 im Bundesministerium für Auswärtige Angelegenheiten in der Republik Österreich und danach bis zum 31. März 1964 am Sitz der Vereinten Nationen in New York. Art. VI Dieses Protokoll bedarf der Ratifizierung. Die Ratifikationsurkunden sind beim Generalsekretär der Vereinten Nationen zu hinterlegen. Art. VII Dieses Protokoll liegt zum Beitritt für alle Staaten auf, die Vertragsparteien des Übereinkommens werden. Die Beitrittsurkunden sind beim Generalsekretär der Vereinten Nationen zu hinterlegen. Art. VIII 1. Dieses Protokoll tritt an demselben Tag wie das Übereinkommen oder aber am dreissigsten Tag nach dem Zeitpunkt in Kraft, an dem die zweite Ratifikationsoder Beitrittsurkunde zu dem Protokoll beim Generalsekretär der Vereinten Nationen hinterlegt worden ist, je nachdem, welcher Tag später liegt. 2. Für jeden Staat, der dieses Protokoll nach seinem gemäss Ziffer 1 erfolgten Inkrafttreten ratifiziert oder ihm beitritt, tritt es am dreissigsten Tag nach Hinterlegung seiner eigenen Ratifikationsoder Beitrittsurkunde in Kraft. Art. IX Der Generalsekretär der Vereinten Nationen notifiziert allen Staaten, die Vertragsparteien des Übereinkommens werden,

4 Geltungsbereich am 12. Februar 2010 Vertragsstaaten Ratifikation Inkrafttreten (B) Beitritt Australien 12. Februar 1973 B 14. März 1973 Belgien 9. September 1970 9. Oktober 1970 Botsuana 12. Mai 2008 B 11. Juni 2008 Bulgarien 11. Juli 1989 B 10. August 1989 Burkina Faso 11. August 1964 19. März 1967 Dänemark 15. November 1972 15. Dezember 1972 Deutschland 7. September 1971 7. Oktober 1971 Dominikanische Republik 4. März 1964 19. März 1967 Estland 21. Oktober 1991 B 20. November 1991 Finnland 2. Juli 1980 1. August 1980 Frankreich 31. Dezember 1970 30. Januar 1971 Gabun 23. Februar 1965 19. März 1967 Indien 28. November 1977 B 28. Dezember 1977 Iran 5. Juni 1975 B 5. Juli 1975 Island 1. Juni 1978 B 1. Juli 1978 Italien 25. Juni 1969 25. Juli 1969 Japan 3. Oktober 1983 B 2. November 1983 Kenia 1. Juli 1965 B 19. März 1967 Korea (Süd-) 7. März 1977 B 6. April 1977 Laos 9. August 1973 B 8. September 1973 Liechtenstein 18. Mai 1966 19. März 1967 Luxemburg 8. März 1972 7. April 1972 Madagaskar 17. Februar 1967 B 19. März 1967 Malawi 23. Februar 1981 B 25. März 1981 Mauritius 13. Mai 1970 B 12. Juni 1970 Mexiko 15. März 2002 B 14. April 2002 Nepal 28. September 1965 B 19. März 1967 Neuseeland 10. September 1974 B 10. Oktober 1974 Nicaragua 9. Januar 1990 B 8. Februar 1990 a Niederlande 17. Dezember 1985 B 16. Januar 1986 Aruba 17. Dezember 1985 16. Januar 1986 Niederländische Antillen 17. Dezember 1985 16. Januar 1986 Niger 21. Juni 1978 21. Juli 1978 Norwegen 13. Februar 1980 14. März 1980 Oman 31. Mai 1974 B 30. Juni 1974 Österreich 12. Juni 1969 12. Juli 1969 Pakistan 29. März 1976 B 28. April 1976 Panama 28. August 1967 27. September 1967 Paraguay 23. Dezember 1969 B 22. Januar 1970 Inkrafttreten Vertragsstaaten Ratifikation (B) Beitritt Peru 23. März 2007 22. April 2007 Philippinen 15. November 1965 19. März 1967 Rumänien 19. September 2007 B 19. Oktober 2007 Schweden 19. März 1974 18. April 1974 Schweiz 3. Mai 1965 19. März 1967 Senegal 29. April 1966 B 19. März 1967 Seychellen 29. Mai 1979 B 28. Juni 1979 Slowakei 27. April 1999 B 27. Mai 1999 Suriname 11. September 1980 B 11. Oktober 1980 Ungarn 8. Dezember 1989 B 7. Januar 1990 Vereinigtes Königreich 9. Mai 1972 8. Juni 1972 Gebiete unter territorialer Souveränität des Vereinigten Königreichs 9. Mai 1972 8. Juni 1972

Fussnoten

[^2]: Von der Bundesversammlung genehmigt am 18. Dezember 1964 Schweizerische Ratifikationsurkunde hinterlegt am 3. Mai 1965 In Kraft getreten für die Schweiz am 19. März 1967 AS 1968 918; BBl 1964 II 457

[^1]: Der Originaltext findet sich unter der gleichen Nummer in der französischen Ausgabe dieser Sammlung.

[^2]: AS 1968 885

[^3]: SR 0.191.02

[^4]: Eine aktualisierte Fassung des Geltungsbereiches findet sich auf der Internetseite des EDA (http://www.eda.admin.ch/vertraege). a Für das Königreich in Europa.

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