Internationales Übereinkommen vom 2. Dezember 1946 zur Regelung des Walfangs (mit Anhang)

Typ Andere
Veröffentlichung 1946-12-02
Status In Kraft
Ministerium Bundeskanzlei
Quelle Fedlex
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1 Übersetzung Internationales Übereinkommen zur Regelung des Walfangs (Stand am 4. April 2015) Die Regierungen, deren ordnungsgemäss bevollmächtigte Vertreter dieses Übereinkommen unterzeichnet haben, in Anerkennung des Interesses, das die Nationen der Welt daran haben, den kommenden Generationen den grossen natürlichen Reichtum zu erhalten, den die Walbestände darstellen; in der Meinung, dass der Walfang im Laufe seiner Entwicklung dermassen zur übermässigen Ausbeutung eines Fanggrunds nach dem andern und einer Walart nach der andern geführt hat, dass es heute unerlässlich geworden ist, alle Walarten vor künftiger übermässiger Jagd zu schützen; in der Überzeugung, dass die Walbestände auf natürliche Weise wieder zunehmen, wenn der Fang angemessen reglementiert wird und dass die Vergrösserung der Walbestände eine Erhöhung der Fangquoten erlauben wird, ohne diese natürlichen Reserven zu gefährden; in der Überzeugung, dass es im gemeinsamen Interesse liegt, so schnell wie möglich optimale Walbestände zu erreichen, ohne indessen ausgedehnte Wirtschaftsund Ernährungsschwierigkeiten zu verursachen; in der Überzeugung, dass auf dem Weg zu diesem Ziel der Walfang auf jene Arten beschränkt werden sollte, welche die Ausbeutung am besten ertragen, um so gewissen stark dezimierten Arten eine Erholungspause zu gönnen; in der Absicht, ein internationales Reglementierungssystem für den Walfang zu schaffen, um die vernünftige und wirksame Erhaltung und Entwicklung der Walbestände zu sichern, gestützt auf die Bestimmungen des Londoner Internationalen Abkommens über die Reglementierung des Walfangs vom 8. Juni 1937 und die Protokolle dazu vom 24. Juni 1938 und 26. November 1945; entschlossen, eine Vereinbarung zur vernünftigen Erhaltung der Walbestände zu treffen und so die geordnete Entwicklung der Walfangindustrie zu ermöglichen, sind übereingekommen: Art. I 1. Dieses Übereinkommen schliesst den Anhang mit ein, der ein integrierender Bestandteil der Vereinbarung ist. Jede Erwähnung des Ausdruckes «Übereinkommen» ist unter Einschluss des Anhangs zu verstehen, entweder in seiner gegenwärtigen Form oder mit Änderungen nach Artikel V. 2. Dieses Übereinkommen gilt für Mutterschiffe, Landstationen und Walfänger, die unter der Oberhoheit der vertragschliessenden Regierungen stehen, und für alle Gewässer, in denen solche Mutterschiffe, Landstationen und Walfänger dem Walfang nachgehen. Art. II Im Sinne dieses Übereinkommens bedeutet: 1. «Mutterschiff»: ein Schiff, in oder auf dem Wale ganz oder teilweise verarbeitet werden; 2. «Landstation»: Fabriken an Land, die Wale ganz oder teilweise verarbeiten,

3 3. «Walfänger»: einen Hubschrauber oder ein anderes Flugzeug oder ein Schiff, mit dem Wale gejagt, gefangen, geschleppt, verfolgt oder aufgespürt werden; 4. «vertragschliessende Regierung»: jede Regierung, die eine Ratifikationsurkunde hinterlegt oder ihren Beitritt zu diesem Übereinkommen erklärt hat. Art. III 1. Die vertragschliessenden Regierungen vereinbaren, eine Internationale Walfangkommission einzusetzen, bestehend aus je einem Mitglied jeder vertragschliessenden Regierung. Jedes Mitglied hat eine Stimme und kann von einem oder mehreren Sachverständigen und Beratern begleitet sein. 2. Die Kommission wählt aus ihrer Mitte einen Präsidenten und einen Vizepräsidenten; sie gibt sich selbst eine Verfahrensordnung. Kommissionsentscheide werden mit einfacher Mehrheit der Stimmenden gefällt, ausgenommen Entscheidungen nach Artikel V, welche die Dreiviertelsmehrheit der Stimmenden erfordern. Die Verfahrensordnung kann Entscheide vorsehen, die nicht an den Kommissionssitzungen gefällt werden. 3. Die Kommission ernennt ihren eigenen Sekretär und ihr Personal. 4. Die Kommission kann aus ihren eigenen Mitgliedern, Sachverständigen und Beratern jene Unterkommissionen bestellen, die sie für die Erledigung von Aufgaben, welche sie festlegt, für nötig hält. 5. Die Spesen eines jeden Kommissionsmitglieds sowie seiner Sachverständigen und Berater werden durch die betreffende Regierung festgesetzt und beglichen. 6. Da mit den Vereinten Nationen affiliierte Spezialorganisationen sich ebenfalls mit der Erhaltung und der Förderung des Walfangs und seiner Produkte befassen werden und um Doppelspurigkeiten zu vermeiden, werden die vertragschliessenden Regierungen innert zweier Jahre nach Inkrafttreten dieser Vereinbarung untereinander einen Meinungsaustausch pflegen, um zu entscheiden, ob die Kommission in den Rahmen einer mit den Vereinten Nationen affiliierten Spezialorganisation gestellt werden soll. 7. In der Zwischenzeit soll die Regierung des Vereinigten Königreichs von Grossbritannien und Nordirland unter Absprache mit den andern vertragschliessenden Regierungen die Einberufung der ersten Kommissionssitzung vorbereiten und den Meinungsaustausch nach Absatz 6 in die Wege leiten. 8. Über die Einberufung der folgenden Kommissionssitzungen entscheidet die Kommission selber. Art. IV 1. Die Kommission kann sowohl selbständig wie auch durch oder in Zusammenarbeit mit Organen der vertragschliessenden Regierungen oder andern öffentlichen oder privaten Organen, Unternehmungen oder Organisationen

4 1. Die Kommission kann von Zeit zu Zeit die Bestimmungen des Anhangs durch die Aufnahme von Vorschriften zur Erhaltung und Nutzung der Walbestände ändern, indem sie die folgenden Einzelheiten festsetzt:

5 Anhang

6 Geltungsbereich am 15. April 2013 Vertragsstaaten Ratifikation Inkrafttreten (B) Beitritt Antigua und Barbuda 21. Juli 1982 B 21. Juli 1982 Argentinien 18. Mai 1960 18. Mai 1960 Australien 1. Dezember 1947 10. November 1948 Belgien 14. Juli 2004 B 14. Juli 2004 Belize 17. Juni 2003 B 17. Juni 2003 Benin 26. April 2002 B 26. April 2002 Brasilien 4. Januar 1974 B 4. Januar 1974 Bulgarien 10. August 2009 B 10. August 2009 Chile ** 6. Juli 1979 6. Juli 1979 China 24. September 1980 B 24. September 1980 Hongkong 3. Juni 1997 1. Juli 1997 Costa Rica 24. Juli 1981 B 24. Juli 1981 Côte d’Ivoire 8. Juli 2004 B 8. Juli 2004 Dänemark 23. Mai 1950 23. Mai 1950 Deutschland 2. Juli 1982 B 2. Juli 1982 Dominica 18. Juni 1992 B 18. Juni 1992 Dominikanische Republik 30. Juli 2008 B 30. Juli 2008 Ecuador 10. Mai 2007 10. Mai 2007 Eritrea 10. Oktober 2007 B 10. Oktober 2007 Estland 7. Januar 2009 B 7. Januar 2009 Finnland 23. Februar 1983 B 23. Februar 1983 Frankreich 3. Dezember 1948 3. Dezember 1948 Gabun 8. Mai 2002 8. Mai 2002 Gambia 17. Mai 2005 B 17. Mai 2005 Ghana 17. Juli 2009 B 17. Juli 2009 Grenada 7. April 1993 B 7. April 1993 Guatemala 16. Mai 2006 B 16. Mai 2006 Guinea 21. Juni 2000 B 21. Juni 2000 Guinea-Bissau 29. Mai 2007 B 29. Mai 2007 Indien 9. März 1981 B 9. März 1981 Irland 2. Januar 1985 B 2. Januar 1985 Island* 10. Oktober 2002 B 10. Oktober 2002 Israel 7. Juni 2006 B 7. Juni 2006 Italien 12. Februar 1998 B 12. Februar 2002 Japan 21. April 1951 B 21. April 1951 Kambodscha 1. Juni 2006 B 1. Juni 2006 Kamerun 14. Juni 2005 B 14. Juni 2005 Kenia 2. Dezember 1981 B 2. Dezember 1981 Kiribati 28. Dezember 2004 B 28. Dezember 2004 Vertragsstaaten Ratifikation Inkrafttreten (B) Beitritt Kolumbien 22. März 2011 B 22. März 2011 Kongo (Brazzaville) 29. Mai 2008 B 29. Mai 2008 Korea (Süd-) 29. Dezember 1978 B 29. Dezember 1978 Kroatien 10. Januar 2007 B 10. Januar 2007 Laos 22. Mai 2007 B 22. Mai 2007 Litauen 25. November 2008 B 25. November 2008 Luxemburg 10. Juni 2005 B 10. Juni 2005 Mali 17. August 2004 B 17. August 2004 Marokko 12. Februar 2001 B 12. Februar 2001 Marshallinseln 1. Juni 2006 B 1. Juni 2006 Mauretanien 23. Dezember 2003 B 23. Dezember 2003 Mexiko 30. Juni 1949 B 30. Juni 1949 Monaco 15. März 1982 B 15. März 1982 Mongolei 16. Mai 2002 16. Mai 2002 Nauru 15. Juni 2005 B 15. Juni 2005 Neuseeland 15. Juni 1976 B 15. Juni 1976 Nicaragua 5. Juni 2003 B 5. Juni 2003 Niederlande 14. Juni 1977 B 14. Juni 1977 Aruba 9. Januar 1986 1. Januar 1986 Curaçao 14. Juni 1977 B 14. Juni 1977 Karibische Gebiete (Bonaire, Sint Eustatius und Saba) 14. Juni 1977 B 14. Juni 1977 Sint Maarten 14. Juni 1977 B 14. Juni 1977 Norwegen 3. März 1948 10. November 1948 Oman 15. Juli 1980 B 15. Juli 1980 Österreich 20. Mai 1994 B 20. Mai 1994 Palau 8. Mai 2002 8. Mai 2002 Panama 12. Juni 2001 12. Juni 2001 Peru* ** 18. Juni 1979 18. Juni 1979 Polen 17. April 2009 B 17. April 2009 Portugal 14. Mai 2002 14. Mai 2002 Rumänien 9. April 2008 B 9. April 2008 Russland 11. September 1948 10. November 1948 Salomoninseln 10. Mai 1993 B 10. Mai 1993 San Marino 16. April 2002 B 16. April 2002 Schweden 15. Juni 1979 B 15. Juni 1979 Schweiz 29. Mai 1980 B 29. Mai 1980 Senegal 15. Juli 1982 B 15. Juli 1982 Slowakei 22. März 2005 B 22. März 2005 Slowenien 20. September 2006 B 20. September 2006 Spanien 6. Juli 1979 B 6. Juli 1979 St. Kitts und Nevis 24. Juni 1992 B 24. Juni 1992 St. Lucia 29. Juni 1981 B 29. Juni 1981 St. Vincent und die Grenadinen 22. Juli 1981 B 22. Juli 1981 Südafrika 5. Mai 1948 10. November 1948 Vertragsstaaten Ratifikation Inkrafttreten (B) Beitritt Suriname 14. Juli 2004 B 14. Juli 2004 Tansania 23. Juni 2008 B 23. Juni 2008 Togo 15. Juni 2005 B 15. Juni 2005 Tschechische Republik 26. Januar 2005 B 26. Januar 2005 Tuvalu 30. Juni 2004 B 30. Juni 2004 Ungarn 1. Juni 2004 B 1. Juni 2004 Uruguay 27. September 2007 B 27. September 2007 Vereinigtes Königreich ** 17. Juni 1947 10. November 1948 Vereinigte Staaten* 18. Juli 1947 10. November 1948 Zypern 26. Februar 2007 B 26. Februar 2007

Fussnoten

[^2]: Von der Bundesversammlung genehmigt am 4. März 1980 Beitritt der Schweiz notifiziert am 29. Mai 1980 In Kraft getreten für die Schweiz am 29. Mai 1980 AS 1980 1072; BBl 1979 III 630

[^1]: Übersetzung des englischen Originaltextes.

[^2]: Art. 1 des BB vom 4. März 1980 (AS 1980 1071)

[^3]: Geändert durch das Protokoll vom 19. November 1956 zum Internationalen Überein- kommen zur Regelung des Walfangs. 0.922.74 Regelung des Walfangs. Internat. Übereink.

[^4]: Geändert durch das Protokoll vom 19. November 1956 zum Internationalen Überein- kommen zur Regelung des Walfangs. 0.922.74 Regelung des Walfangs. Internat. Übereink. 0.922.74 Regelung des Walfangs. Internat. Übereink.

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