Fakultativprotokoll vom 18. April 1961 über den Erwerb der Staatsangehörigkeit zum Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen
1 Übersetzung Fakultativprotokoll über den Erwerb der Staatsangehörigkeit zum Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen (Stand am 26. Mai 2009)
3 Die Vertragsstaaten dieses Protokolls und des Wiener Übereinkommens über diplomatische Beziehungen, im Folgenden als «Übereinkommen» bezeichnet, das von der vom 2. März bis zum 14. April 1961 in Wien abgehaltenen Konferenz der Vereinten Nationen angenommen wurde, von dem Wunsch geleitet, untereinander Regeln über den Erwerb der Staatsangehörigkeit durch die Mitglieder ihrer diplomatischen Missionen und die zu ihrem Haushalt gehörenden Familienmitglieder aufzustellen, sind wie folgt übereingekommen: Art. I Im Sinne dieses Protokolls hat der Ausdruck «Mitglieder der Mission» die ihm in Artikel 1 Buchstabe b des Übereinkommens gegebene Bedeutung, nämlich «der Missionschef und die Mitglieder des Personals der Mission». Art. II Mitglieder der Mission, die nicht Angehörige des Empfangsstaates sind, sowie die zu ihrem Haushalt gehörenden Familienmitglieder erwerben nicht lediglich kraft der Rechtsvorschriften des Empfangsstaates dessen Staatsangehörigkeit. Art. III Dieses Protokoll liegt für alle Staaten, die Vertragsparteien des Übereinkommens werden, wie folgt zur Unterzeichnung auf: bis zum 31. Oktober 1961 im österreichischen Bundesministerium für Auswärtige Angelegenheiten und danach bis zum 31. März 1962 am Sitz der Vereinten Nationen in New York. Art. IV Dieses Protokoll bedarf der Ratifizierung. Die Ratifikationsurkunden sind beim Generalsekretär der Vereinten Nationen zu hinterlegen. Art. V Dieses Protokoll liegt zum Beitritt für alle Staaten auf, die Vertragsparteien des Übereinkommens werden. Die Beitrittsurkunden sind beim Generalsekretär der Vereinten Nationen zu hinterlegen. Art. VI 1. Dieses Protokoll tritt an demselben Tag wie das Übereinkommen oder aber am dreissigsten Tag nach dem Zeitpunkt in Kraft, an dem die zweite Ratifikationsoder Beitrittsurkunde zu dem Protokoll beim Generalsekretär der Vereinten Nationen hinterlegt worden ist, je nachdem welcher Tag später liegt. 2. Für jeden Staat, der dieses Protokoll nach seinem gemäss Absatz 1 erfolgten Inkrafttreten ratifiziert oder ihm beitritt, tritt es am dreissigsten Tag nach Hinterlegung seiner eigenen Ratifikationsoder Beitrittsurkunde in Kraft. Art. VII Der Generalsekretär der Vereinten Nationen notifiziert allen Staaten, die Vertragsparteien des Übereinkommens werden: a) die Unterzeichnungen dieses Protokolls und die Hinterlegung der Ratifikationsoder Beitrittsurkunden gemäss den Artikeln III, IV, und V; b) den Tag, an dem dieses Protokoll gemäss Artikel VI in Kraft tritt. Art. VIII Das Original dieses Protokolls, dessen chinesischer, englischer, französischer, russischer und spanischer Wortlaut gleichermassen verbindlich ist, wird beim Generalsekretär der Vereinten Nationen hinterlegt; dieser übermittelt allen in Artikel III bezeichneten Staaten beglaubigte Abschriften. Zu Urkund dessen haben die unterzeichneten, von ihren Regierungen hierzu gehörig befugten Bevollmächtigten dieses Protokoll unterschrieben. Erstellt in Wien am 18. April 1961. (Es folgen die Unterschriften) Geltungsbereich des Protokolls am 26. Mai 2009 4 Vertragsstaaten Ratifikation Inkrafttreten Beitritt (B) Nachfolgeerklärung (N) Ägypten 9. Juni 1964 B 9. Juli 1964 Argentinien 10. Oktober 1963 24. April 1964 Belgien 2. Mai 1968 B 1. Juni 1968 Bosnien und Herzegowina 12. Januar 1994 N 6. März 1992 Botsuana 11. April 1969 B 11. Mai 1969 Deutschland 11. November 1964 11. Dezember 1964 Dominikanische Republik 14. Januar 1964 24. April 1964 Dänemark 2. Oktober 1968 1. November 1968 Estland 21. Oktober 1991 B 20. November 1991 Finnland 9. Dezember 1969 8. Januar 1970 Gabun 2. April 1964 B 24. April 1964 Guinea 10. Januar 1968 B 9. Februar 1968 Indien 15. Oktober 1965 B 14. November 1965 Indonesien 4. Juni 1982 B 4. Juli 1982 Irak 15. Oktober 1963 24. April 1964 Iran 3. Februar 1965 5. März 1965 Island 18. Mai 1971 B 17. Juni 1971 Italien 25. Juni 1969 25. Juli 1969 Kambodscha 31. August 1965 B 30. September 1965 Kenia 1. Juli 1965 B 31. Juli 1965 Kongo (Kinshasa) 15. Juli 1976 B 14. August 1976 Korea (Süd-) 7. März 1977 6. April 1977 Laos 3. Dezember 1962 B 24. April 1964 Liberia 16. September 2005 B 16. Oktober 2005 Libyen 7. Juni 1977 B 7. Juli 1977 Madagaskar 31. Juli 1963 B 24. April 1964 Malawi 29. April 1980 B 29. Mai 1980 Malaysia 9. November 1965 B 9. Dezember 1965 Marokko 23. Februar 1977 B 25. März 1977 Mazedonien 18. August 1993 N 17. November 1991 Montenegro 23. Oktober 2006 N 3. Juni 2006 Myanmar 7. März 1980 B 6. April 1980 Nepal 28. September 1965 B 28. Oktober 1965 a Neuseeland 5. September 2003 B 5. Oktober 2003 Nicaragua 9. Januar 1990 B 8. Februar 1990 Niederlande* 7. September 1984 B 7. Oktober 1984 Aruba 30. Dezember 1985 1. Januar 1986 Niederländische Antillen 7. September 1984 B 7. Oktober 1984 Vertragsstaaten Ratifikation Inkrafttreten Beitritt (B) Nachfolgeerklärung(N) Niger 28. März 1966 B 27. April 1966 Norwegen 24. Oktober 1967 23. November 1967 Oman 31. Mai 1974 B 30. Juni 1974 Panama 4. Dezember 1963 B 24. April 1964 Paraguay 23. Dezember 1969 B 22. Januar 1970 Philippinen 15. November 1965 15. Dezember 1965 Schweden 21. März 1967 20. April 1967 Schweiz 12. Juni 1992 B 12. Juli 1992 Serbien 12. März 2001 N 27. April 1992 Sri Lanka 31. Juli 1978 B 30. August 1978 Suriname 28. Oktober 1992 B 27. November 1992 Tansania 5. November 1962 24. April 1964 Thailand 23. Januar 1985 22. Februar 1985 Tunesien 24. Januar 1968 B 23. Februar 1968 Zentralafrikanische Republik 19. März 1973 18. April 1973 Erklärungen Niederlande Das Königreich der Niederlande erklärt, dass es die Worte «nicht lediglich kraft der Rechtsvorschriften des Empfangsstaats» in Artikel II des Protokolls so auslegt, dass der Erwerb der Staatsangehörigkeit durch Geburt nicht als Erwerb der Staatsangehörigkeit lediglich kraft jener Rechtsvorschriften betrachtet wird. Das Protokoll gilt für das Königreich in Europa, die Niederländischen Antillen und, ab 1. Januar 1986, für Aruba.
Fussnoten
[^2]: Von der Bundesversammlung genehmigt am 23. März 1990 Schweizerische Beitrittsurkunde hinterlegt am 12. Juni 1992 In Kraft getreten für die Schweiz am 12. Juli 1992 AS 1992 2058; BBl 1987 III 352
[^1]: Der französische Originaltext findet sich unter der gleichen Nummer in der entsprechenden Ausgabe dieser Sammlung.
[^2]: AS 1992 2056
[^3]: SR 0.191.01 0.191.012 Erwerb der Staatsangehörigkeit. Zum Wiener Übereink. über diplomatische Beziehungen
[^4]: Eine aktualisierte Fassung des Geltungsbereiches findet sich auf der Internetseite des EDA (http://www.eda.admin.ch/vertraege). a Das Protokoll gilt nicht für die Tokelau-Inseln. Vorbehalte und Erklärungen siehe hiernach. *
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