Einheitenverordnung vom 23. November 1994
gestützt auf die Artikel 2 Absatz 2 und 3 Absatz 2 des Messgesetzes
2 3 vom 17. Juni 2011 , verordnet:
1. Abschnitt: Allgemeine Bestimmungen
Art. 1 Gegenstand
Diese Verordnung regelt:
- a. die Benennungen und Definitionen der gesetzlichen Masseinheiten (Einheiten) und ihrer Vielfachen und Teile;
- b. die Verwendung dieser Benennungen;
4 c. …
Art. 2 Benennung von Einheiten
Einheiten sowie deren Vielfache und Teile sind mit den in dieser Verordnung dafür 1 vorgesehenen Namen und Zeichen zu benennen. Physikalische Grössen, denen diese Verordnung keine spezielle Einheit zuordnet, 2 sind durch Potenzprodukte aus Einheiten, welche diese Verordnung vorsieht, darzustellen. Für diese Potenzprodukte gilt ihr algebraischer Ausdruck als Benennung.
3 Soweit vorgeschriebene Zeichen für Einheiten fehlen, dürfen diese Einheiten nach
5 6 der Norm DIN 66030:2002-05 dargestellt werden.
7 … 4 2. Abschnitt: Die Basiseinheiten des Internationalen Einheitensystems (SI)
Art. 3 Länge
Der Meter (m) ist die Länge der Strecke, die Licht im Vakuum während der Dauer 1/299 792 458 Sekunde zurücklegt.
Art. 4 Masse
Das Kilogramm (kg) ist gleich der Masse des Internationalen Kilogrammprototyps.
Art. 5 Zeit
Die Sekunde (s) ist das 9 192 631 770fache der Periodendauer der dem Übergang zwischen den beiden Hyperfeinstrukturniveaus des Grundzustands von Atomen des 133 Nuklids Cs entsprechenden Strahlung.
Art. 6 Elektrische Stromstärke
Das Ampere (A) ist die Stärke eines zeitlich unveränderlichen elektrischen Stromes, der, durch zwei im Vakuum parallel im Abstand 1 Meter voneinander angeordnete, geradlinige, unendlich lange Leiter von vernachlässigbar kleinem, kreisförmigem Querschnitt fliessend, zwischen diesen Leitern je 1 Meter Leiterlänge die Kraft –7 2 · 10 Newton hervorrufen würde.
8 Thermodynamische Temperatur Art. 7
1 Das Kelvin (K) ist der 273,16te Teil der thermodynamischen Temperatur des Tripelpunktes des Wassers.
2 Die Isotopenzusammensetzung von Wasser im Sinn von Absatz 1 ist durch folgen-
2 1 de Stoffmengenverhältnisse definiert: 0,00015576 Mol H pro Mol H, 0,0003799
17 16 18 16 O pro Mol O und 0,0020052 Mol O pro Mol O. Mol
3 Die Celsius-Temperatur t ist gleich der Differenz t = T – T zwischen zwei thermodynamischen Temperaturen T und T mit T = 273,15 K. Ein Temperaturintervall
0 0 oder eine Temperaturdifferenz kann entweder in Kelvin oder in Grad Celsius (°C) ausgedrückt werden. Die Abstufung bei Angaben in Grad Celsius ist gleich der Abstufung in Kelvin.
Art. 8 Stoffmenge
Das Mol (mol) ist die Stoffmenge eines Systems, das aus ebenso vielen Einzelteil- 1
12 chen besteht, wie Atome in 0,012 Kilogramm des Nuklids C enthalten sind.
2 Bei Benutzung des Mols müssen die Einzelteilchen spezifiziert sein als Atome, Moleküle, Ionen, Elektronen oder andere Teilchen oder Gruppen solcher Teilchen
9 genau angegebener Zusammensetzung.
Art. 9 Lichtstärke
Die Candela (cd) ist die Lichtstärke einer Strahlungsquelle, welche monochromati-
12 sche Strahlung der Frequenz 540 · 10 Hertz in eine bestimmte Richtung aussendet, in der die Strahlstärke l/683 Watt pro Steradiant beträgt.
3. Abschnitt: …
10 Art. 10 und 11
4. Abschnitt: Abgeleitete SI-Einheiten
Art. 12 Definition und Darstellung abgeleiteter SI-Einheiten
Abgeleitete SI-Einheiten sind aus den SI-Basiseinheiten und den ergänzenden SI- 1 Einheiten kohärent abgeleitete Einheiten. Sie werden in der Form von Potenzprodukten aus den SI-Basiseinheiten und den 2 ergänzenden SI-Einheiten mit dem Zahlenfaktor 1 dargestellt.
11 Art. 13 Besondere Benennungen für abgeleitete SI-Einheiten Folgende abgeleitete SI-Einheiten tragen besondere Namen und Zeichen: Grösse Einheitenname Einheitenin anderen in SI-Basiseinheiten zeichen SI-Einheiten –1 Ebener Winkel Radiant rad m · m
2 –2 Räumlicher Winkel Steradiant sr m · m –1 Frequenz Hertz Hz s –2 Newton N m · kg · s Kraft Druck, mechanische –2 –1 –2 Spannung Pascal Pa N · m m · kg · s Energie, Arbeit, Wärme-
2 –2 menge Joule J N · m m · kg · s –1 2 –3 Leistung, Energiefluss Watt W J · s m · kg · s Grösse Einheitenname Einheitenin anderen in SI-Basiseinheiten zeichen SI-Einheiten Elektrizitätsmenge, elektrische Ladung Coulomb C s · A Elektrische Spannung, elektrische Potenzialdifferenz, elektromotorische –1 2 –3 –1 Kraft Volt V W · A m · kg · s · A –1 2 –3 –2 Elektrischer Widerstand Ohm V · A m · kg · s · A –1 –2 –1 3 2 Leitwert Siemens S A · V m · kg · s · A –1 –2 –1 4 2 Kapazität Farad F C · V m · kg · s · A
2 –2 –1 Magnetischer Fluss Weber Wb V · s m · kg · s · A –2 –2 –1 Magnetische Flussdichte Tesla T Wb · m kg · s · A –1 2 –2 –2 Induktivität Henry H Wb · A m · kg · s · A Lichtstrom Lumen lm cd · sr cd –2 –2 m · cd Beleuchtungsstärke Lux lx lm · m –1 Aktivität (ionisierende Becquerel Bq s Strahlung) –1 2 –2 m · s Energiedosis Gray Gy J · kg –1 2 –2 m · s Äquivalentdosis Sievert Sv J · kg –1 · mol Katalytische Aktivität Katal kat s 5. Abschnitt: Vielfache und Teile von SI-Einheiten als selbständige Einheiten mit besonderen Benennungen
Art. 14 Einheiten in Form von dezimalen Vielfachen oder Teilen von SI-
Einheiten Folgende dezimale Vielfache und Teile von SI-Einheiten können mit besonderen Namen und Zeichen als selbständige Einheiten verwendet werden: Grösse Einheitenname Einheitenzeichen Beziehung zu SI-Einheiten
3 –3 3 Volumen Liter l oder L 1 l = 1 dm = 10 m
3 Masse Tonne t 1 t = 1 Mg = 10 kg Druck, mechanische
5 Spannung Bar bar 1 bar = 10 Pa
Art. 15 Einheiten in Form von nichtdezimalen Vielfachen oder Teilen
von SI-Einheiten Folgende nichtdezimale Vielfache und Teile von SI-Einheiten können mit besonderen Namen und Zeichen als selbständige Einheiten verwendet werden: Grösse Einheitenname Einheitenzeichen Beziehung zu SI-Einheiten Winkel Vollwinkel 1 Vollwinkel = 2 rad Neugrad, Gon gon 1 gon = ( /200) rad Grad ° 1° = ( /180) rad (Winkel-) Minute 1 = ( /10 800) rad (Winkel-) Sekunde 1 = ( /648 000) rad Zeit Minute min 1 min = 60 s Stunde h 1 h = 3600 s Tag d 1 d = 86 400 s 6. Abschnitt: Einheiten, die unabhängig von den SI-Basiseinheiten definiert sind
12 Art. 16 Atomare Masseneinheit Die atomare Masseneinheit (u) ist der zwölfte Teil der Masse eines Atoms des Nuk-
12 lids C.
13 Elektronvolt Art. 17 Das Elektronvolt (eV) ist die Energie, die ein Elektron beim Durchlaufen einer Potenzialdifferenz von einem Volt im Vakuum gewinnt. 7. Abschnitt: Einheiten, die nur in speziellen Anwendungsbereichen zugelassen sind
Art. 18
Folgende Einheiten dürfen nur für spezielle Grössen verwendet werden: Grösse Einheitenname Einheiten- Beziehung zu SI-Einheiten zeichen Brechkraft optischer –1 Systeme Dioptrie 1 Dioptrie = 1 m Masse von Edelsteinen metrisches –4 kg Karat ct 1 ct = 2 · 10 Grösse Einheitenname Einheiten- Beziehung zu SI-Einheiten zeichen Fläche von Grundstücken
2 2 und Flurstücken Are a 1 a = 10 m
4 2 Hektare ha 1 ha = 10 m Längenbezogene Masse von –1 textilen Fasern und Garnen Tex tex 1 tex = 1 g · km Blutdruck und Druck anderer Körperflüssigkeiten Millimeter Quecksilbersäule
14 mmHg 1 mmHg = 133,322 Pa Wirkungsquerschnitt in der –28 2 Teilchenund Kernphysik Barn b 1 b = 10 m Wechselstrom-
2 –3 Scheinleistung Voltampere VA 1 VA = 1 m · kg · s Wechselstrom-
2 –3 Blindleistung Var var 1 var = 1 m · kg · s Schalldruckpegel Dezibel dB Schalldruckpegel [dB] =
20 lg (Schalldruck [ Pa] / 20 Pa) 8. Abschnitt: Bildung von dezimalen Vielfachen und Teilen der Einheiten
Art. 19 SI-Vorsätze
Dezimale Vielfache und Teile einer Einheit können durch Vorsetzen von speziellen 1 Ausdrücken, den SI-Vorsätzen (Vorsätze), vor die Benennung der Einheit gebildet werden. Den Namen und Zeichen der Vorsätze sind folgende Vervielfachungsbeziehungs- 2 weise Teilfaktoren zugeordnet: Vorsatzname Vorsatzzeichen Faktor Vorsatzname Vorsatzzeichen Faktor
24 –1 Yotta Y 10 Dezi d 10
21 –2 Zetta Z 10 Zenti c 10
18 –3 Exa E 10 Milli m 10
15 –6 Peta P 10 Mikro 10
12 –9 Tera T 10 Nano n 10
9 –12 Giga G 10 Piko p 10
6 –15 Mega M 10 Femto f 10
3 –18 Kilo k 10 Atto a 10 Vorsatzname Vorsatzzeichen Faktor Vorsatzname Vorsatzzeichen Faktor
2 –21 Hekto h 10 Zepto z 10
1 –24 Deka da 10 Yokto y 10 Das Vorsetzen eines Vorsatzes vor eine Einheit entspricht der Multiplikation der 3 Einheit mit dem zugeordneten Faktor.
Art. 20 Allgemeine Vorschriften für die Verwendung der Vorsätze
Vorsatznamen dürfen nur zusammen mit Einheitennamen, Vorsatzzeichen nur zu- 1 sammen mit Einheitenzeichen verwendet werden. Der Vorsatzname ist ohne Zwischenraum vor den Namen der Einheit und entspre- 2 chend das Vorsatzzeichen vor das Einheitenzeichen zu setzen. Vorsätze dürfen nicht aneinandergereiht werden. 3 Beispiel: anstelle von « F» ist «pF» zu setzen. Zur Bezeichnung von dezimalen Vielfachen und Teilen von abgeleiteten Einheiten, 4 welche aus einem Quotienten bestehen, darf ein Vorsatz im Zähler, im Nenner oder auch in beiden Teilen des Quotienten verwendet werden. Beispiele: 1 kA/cm , 1 hPa/km. 2 Potenzexponenten beziehen sich auf die ganze Zeichenkombination. 5
3 3 3 9 3 Beispiele: 1 km = (10 m) = 10 m –1 –2 –1 2 –1 1 cm = (10 m) = 10 m
2 –3 2 –6 2 1 mm /s = (10 m) /s = 10 m /s.
Art. 21 Spezielle Vorschriften für die Verwendung der Vorsätze
Die Anwendung der Vorsätze ist nicht zulässig auf: 1 – die 360°-Winkelteilung (Art. 15); – die Minute, die Stunde und den Tag (Art. 15); – die Dioptrie (Art. 18); – das metrische Karat (Art. 18); – die Are und Hektare (Art. 18); – den Millimeter Quecksilbersäule (Art. 18); – das Dezibel (Art. 18). Die Benennungen der dezimalen Vielfachen und Teile der Einheit Masse werden 2 durch Hinzufügen der Vorsatznamen vor den Namen «gramm» oder der Vorsatzzeichen vor das Zeichen «g» gebildet. Beispiel: Milligramm, mg.
9. Abschnitt: …
15 Art. 22
10. Abschnitt: Schlussbestimmungen
Art. 23 Aufhebung bisherigen Rechts
16 Die Einheiten-Verordnung vom 23. November 1977 wird aufgehoben.
17 Art. 24
Art. 25 Inkrafttreten
Diese Verordnung tritt am 1. Januar 1995 in Kraft.
Fussnoten
[^1]: Fassung gemäss Ziff. I der V vom 7. Dez. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 7193).
[^2]: SR 941.20
[^3]: Fassung gemäss Ziff. I der V vom 7. Dez. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 7193).
[^4]: Aufgehoben durch Ziff. I der V vom 7. Dez. 2012, mit Wirkung seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 7193).
[^5]: Deutsche Norm DIN 66030:2002-05, Informationstechnik – Darstellung von Einheitena- men in Systemen mit beschränktem Schriftzeichenvorrat. Die Norm kann bei der Schwei- zerischen Normenvereinigung (SNV), 8400 Winterthur, www.snv.ch bezogen oder beim Eidg. Institut für Metrologie, 3003 Bern-Wabern kostenlos eingesehen werden.
[^6]: Fassung gemäss Ziff. I der V vom 7. Dez. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 7193).
[^7]: Aufgehoben durch Ziff. I der V vom 7. Dez. 2012, mit Wirkung seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 7193).
[^8]: Fassung gemäss Ziff. I der V vom 7. Dez. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 7193).
[^9]: Fassung gemäss Ziff. I der V vom 7. Dez. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 7193).
[^10]: Aufgehoben durch Ziff. I der V vom 7. Dez. 2012, mit Wirkung seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 7193).
[^11]: Fassung gemäss Ziff. I der V vom 7. Dez. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 7193).
[^12]: Fassung gemäss Ziff. I der V vom 7. Dez. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 7193).
[^13]: Fassung gemäss Ziff. I der V vom 7. Dez. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 7193).
[^14]: Gerundeter Zahlenwert aus 13,5951 · 9,80665
[^15]: Aufgehoben durch Ziff. I der V vom 7. Dez. 2012, mit Wirkung seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 7193).
[^16]: [AS 1977 2405, 1981 634, 1984 1529]
[^17]: Aufgehoben durch Ziff. I der V vom 7. Dez. 2012, mit Wirkung seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 7193).
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