Verordnung des VBS vom 12. August 2021 über die Studiengänge an der Eidgenössischen Hochschule für Sport Magglingen (EHSM-Verordnung, EHSM-V)

Typ Verordnung
Veröffentlichung 2021-08-12
Status In Kraft
Ministerium Bundeskanzlei
Quelle Fedlex
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Das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS),

gestützt auf die Artikel 60, 61, 62 Absatz 6, 63 Absatz 4 der Sportförderungsverordnung vom 23. Mai 2012[^1] (SpoFöV),

verordnet:

1. Kapitel: Allgemeines

Art. 1 Gegenstand

Diese Verordnung regelt die Grundlagen der folgenden Studiengänge an der Eidgenössischen Hochschule für Sport Magglingen (EHSM):

Weiterbildungsstudiengänge, die zu einem der folgenden Abschlüsse führen:

Art. 2 Ziele und Vertiefungsrichtungen

1 Der Bachelorstudiengang vermittelt Kompetenzen, die theorie-, praxis- und forschungsorientiert zum erfolgreichen Einstieg in Berufstätigkeiten im Sport befähigen und die Aufnahme von sportwissenschaftlichen Masterstudiengängen ermöglichen. Er kann mit Vertiefungsrichtungen angeboten werden.

2 Der Masterstudiengang vermittelt Kompetenzen, die zur Ausübung von Berufs- und Forschungstätigkeiten im Spitzensport in der Vertiefungsrichtung Trainingswissenschaft oder Sportmanagement befähigen und die Zulassung zum Doktorat ermöglichen.

3 Die Weiterbildungsstudiengänge ermöglichen nach Abschluss eines Hochschulstudiums:

Art. 3 Gliederung der Studiengänge

1 Die Studiengänge gliedern sich in thematisch zusammenhängende und zeitlich abgeschlossene Studieneinheiten (Module). Ein Modul besteht aus einer oder mehreren Lehrveranstaltungen (Kurse).

2 Es werden folgende Kursarten unterschieden:

Art. 4 Studienleistungen

1 Die Studienleistungen werden nach dem europäischen System zur Übertragung und Akkumulierung von Kreditpunkten (ECTS) bemessen.

2 Der Bachelorstudiengang umfasst 180 ECTS-Punkte.

3 Der Masterstudiengang umfasst 120 ECTS-Punkte.

4 Die Weiterbildungsstudiengänge umfassen:

Art. 5 Modulhandbuch

Das Bundesamt für Sport erlässt für jeden Studiengang ein Modulhandbuch. Dieses gibt Auskunft über:

Art. 6 Unterrichtssprachen

1 Die Unterrichtssprache ist Deutsch oder Französisch.

2 Weiterbildungsstudiengänge, einzelne Kurse oder Teile der Bachelor- und Masterstudiengänge können in englischer Sprache gehalten werden.

Art. 7 Anmeldung

Die Teilnahme an Zulassungsverfahren, Kursen, und Kompetenznachweisen setzt eine vollständige, frist- und formgerechte Anmeldung voraus.

Art. 8 Fristen und Termine

Der akademische Kalender der EHSM legt die Fristen und Termine der Studiengänge fest.

Art. 9 Immatrikulation und Registrierung

1 Wer an der EHSM im Rahmen eines Studienganges einen Abschluss erwerben will, muss sich als Studierende oder Studierender immatrikulieren.

2 Wer an der EHSM einen Kurs besuchen will, ohne einen Abschluss zu erwerben, muss sich als Hörerin oder Hörer registrieren.

Art. 10 Diplom und Diploma Supplement

1 Bei erfolgreichem Abschluss eines Studienganges werden ein Diplom sowie ein Diploma Supplement abgegeben.

2 Das Diplom wird in Würdigung der Abschlussnote mit folgenden Prädikaten ausgestellt:

2 Das Diploma Supplement stellt hinreichende Daten zur Verfügung, die die internationale Transparenz und die akademische und berufliche Anerkennung der Qualifikation verbessern.

3 Wer die Bedingungen für den Studienabschluss nicht erfüllt, erhält nur eine Leistungsübersicht mit den individuell erbrachten Leistungen.

4 Hat eine Studierende oder ein Studierender mehr ECTS-Punkte erworben, als zum Studienabschluss erforderlich sind, so werden diese im Diploma Supplement ausgewiesen.

2. Kapitel: Bachelor- und Masterstudiengang

1. Abschnitt: Zulassung

Art. 11 Voraussetzungen für die Zulassung zum Bachelorstudiengang

1 Zum Bachelorstudiengang wird unter Vorbehalt von Absatz 3 und Artikel 14 zugelassen, wer die Eignungsabklärung bestanden hat und den Nachweis folgender Abschlüsse erbringt:

2 Für die Zulassung zum Bachelorstudiengang kann zusätzlich ein Nachweis über genügende Sprachkenntnisse in den Unterrichtssprachen verlangt werden.

3 Nicht zum Bachelorstudiengang zugelassen wird, wer bereits an einer Hochschule zu einem Bachelorstudiengang in den Bereichen Sport- und Bewegungswissenschaften, Sportunterricht oder Sportmanagement zugelassen worden ist und dieses Studium nicht erfolgreich abgeschlossen hat.

4 Spitzensportlerinnen und -sportler, die im Besitz einer Swiss Olympic Card Gold, Silber, Bronze oder Elite des Dachverbands des Schweizer Sports sind oder die bis höchstens ein Jahr vor der Anmeldung zur Eignungsabklärung im Besitz einer solchen waren, werden ohne Eignungsabklärung zum Bachelorstudiengang zugelassen, sofern sie die übrigen Zulassungsvoraussetzungen erfüllen.

Art. 12 Inhalt der Eignungsabklärung und Prüfungssprache

1 Die Eignungsabklärung umfasst einen sportpraktischen Teil. Dieser prüft die motorischen Fähigkeiten und Fertigkeiten.

2 Sie kann um einen kognitiven Teil erweitert werden. Dieser prüft die Fähigkeit zum analytischen Denken.

3 Die Prüfungsteile können aus einem oder mehreren Prüfungsbereichen bestehen.

4 Die EHSM gibt den Inhalt der Eignungsabklärung rechtzeitig bekannt.

5 Die Prüfungssprache ist Deutsch oder Französisch.

Art. 13 Bewertung und Bestehen der Eignungsabklärung

1 Die Prüfungsbereiche werden mit Noten von 1–6 bewertet und können verschieden gewichtet werden, wobei 6 die beste Note ist.

2 Im sportpraktischen Prüfungsteil gelten geschlechterspezifische Bewertungsskalen, sofern biologische Unterschiede die Leistungsfähigkeit beeinflussen.

3 Die Eignungsabklärung ist bestanden, wenn die Durchschnittsnote aller Prüfungsbereiche mindestens 4.00 beträgt. Die Note wird auf zwei Stellen nach dem Komma gerundet.

Art. 14 Begrenzte Anzahl Studienplätze

1 Bestehen mehr Kandidatinnen und Kandidaten die Eignungsabklärung, als Studienplätze zur Verfügung stehen, so vergibt die EHSM die Studienplätze in der Reihenfolge der Resultate der Eignungsabklärungen. Bei gleichlautenden Resultaten entscheidet das Los.

2 Kandidatinnen und Kandidaten nach Artikel 11 Absatz 4 haben Vorrang gegenüber Personen, die die Eignungsabklärung absolviert haben.

Art. 15 Gültigkeit der Eignungsabklärung

Die Eignungsabklärung hat Gültigkeit ausschliesslich für die Aufnahme des Studiums im Kalenderjahr, in dem die Abklärung erfolgt ist.

Art. 16 Öffentlichkeit der Eignungsabklärung

1 Die Eignungsabklärung ist nicht öffentlich.

2 Die Kandidatinnen und Kandidaten dürfen während der Eignungsabklärung keine Bild- und Tonaufnahmen anfertigen. Sie können von der Eignungsabklärung ausgeschlossen werden, wenn sie gegen das Aufnahmeverbot verstossen.

Art. 17 Voraussetzungen für die Zulassung zum Masterstudiengang

1 Zum Masterstudiengang wird zugelassen, wer zum Zeitpunkt des Studienbeginnes über einen Bachelortitel oder eine gleichwertige Ausbildung auf Hochschulstufe verfügt. Vorbehalten bleibt Absatz 3.

2 Bewerberinnen und Bewerber für einen Masterstudienplatz reichen der EHSM zudem ein Bewerbungsschreiben ein.

3 Eignen sich mehr Bewerberinnen und Bewerber, als Studienplätze zur Verfügung stehen, so vergibt die EHSM die Studienplätze nach folgender Reihenfolge:

4 Nicht zum Masterstudiengang zugelassen wird, wer bereits an einer Hochschule zu einem Masterstudiengang in den Bereichen Sport- und Bewegungswissenschaften, Sportunterricht oder Sportmanagement zugelassen worden ist und dieses Studium nicht erfolgreich abgeschlossen hat.

2. Abschnitt: Studiendauer, Studienunterbruch, anrechenbare Studienleistungen und Studienabschluss

Art. 18 Studiendauer

1 Die EHSM richtet die Studiengänge so aus, dass Vollzeitstudierende den Bachelorstudiengang in sechs Studiensemestern und den Masterstudiengang in vier Studiensemestern abschliessen können.

2 Die Kompetenznachweise, die für den Abschluss erforderlich sind, müssen erbracht werden:

3 Die Rektorin oder der Rektor kann die Studiendauer auf Gesuch hin um höchstens acht Semester verlängern.

4 Wer die zulässige Studiendauer überschreitet, wird vom Studiengang ausgeschlossen.

Art. 19 Unterbruch des Studiengangs

1 Auf Gesuch hin bewilligt die Rektorin oder der Rektor einer oder einem Studierenden, den Studiengang einmalig während eines oder zwei zusammenhängenden Semestern zu unterbrechen.

2 Der Unterbruch wird nicht an die zulässige Studiendauer angerechnet.

3 Während des Unterbruchs sind keine Studiengebühren zu entrichten.

4 Die Studierenden dürfen während des Unterbruchs keine Lehrveranstaltungen besuchen oder Kompetenznachweise absolvieren.

5 Während einer Verlängerung der Studiendauer nach Artikel 18 Absatz 3 wird kein Unterbruch bewilligt.

Art. 20 Anrechenbare Studienleistungen

1 Die Rektorin oder der Rektor entscheidet über die Anrechnung von Studienleistungen, die vorgängig an anderen Hochschulen erbracht worden sind.

2 Studierende, welche im Rahmen ihres Studiums Kurse oder Module an einer anderen Hochschule absolvieren wollen, holen vorgängig die Zustimmung der Rektorin oder des Rektors ein. Diese oder dieser entscheidet über die Anrechenbarkeit der dort zu erbringenden Studienleistungen.

Art. 21 Abschlussnote

Die Abschlussnote eines Studiengangs errechnet sich aus dem nach ECTS-Punkten gewichteten Durchschnitt der Modulnoten.

Art. 22 Bestehen des Studiengangs

Den Studiengang hat bestanden, wer alle Module bestanden hat.

3. Kapitel: Bewertung der Kurse und Module

Art. 23 Kompetenznachweise

1 Der Abschluss jedes Kurses erfolgt mit einem Kompetenznachweis.

2 Kompetenznachweise sind:

3 Kompetenznachweise können in elektronischer Form durchgeführt werden.

4 Mehrere Kurse desselben Moduls können zu einem gemeinsamen Kompetenznachweis zusammengefasst werden.

5 Ein Kompetenznachweis kann aus mehreren Teilkompetenznachweisen bestehen.

6 Voraussetzung für die Zulassung zum Kompetenznachweis im entsprechenden Kurs ist die Einhaltung der im Modulhandbuch festgelegten Präsenzregel. Die Rektorin oder der Rektor kann Studierende auf Gesuch hin zum Kompetenznachweis zulassen, wenn entschuldbare Gründe für die Nichteinhaltung der Präsenzzeiten vorliegen.

7 Den Studierenden ist rechtzeitig bekannt zu geben, welche Leistungen im Rahmen eines Kompetenznachweises zu erbringen sind.

Art. 24 Modalitäten der Kompetenznachweise

1 Die Modalitäten eines bestimmten Kompetenznachweises, insbesondere Form, Modus, Dauer, Prüfungsgegenstand, Sprache und zulässige Hilfsmittel, werden für alle Studierenden einheitlich festgelegt.

2 Von diesem Grundsatz kann auf Gesuch hin abgewichen werden, insbesondere für Kompetenznachweise, die:

3 Über Gesuche nach Absatz 2 entscheidet die Rektorin oder der Rektor.

4 Bei Abweichungen nach Absatz 2 muss sichergestellt sein, dass mit dem Nachweis die gleichen Kompetenzen wie mit dem Kompetenznachweis nach Absatz 1 bewertet werden.

Art. 25 Sprache

Kompetenznachweise sind in einer der Unterrichtssprachen zu erbringen.

Art. 26 Bewertung der Kompetenznachweise

1 Kompetenznachweise werden in der Regel mit Noten von 1–6 bewertet, wobei 6 die beste Note ist.

2 Sämtliche Noten werden auf ein Viertel genau vergeben.

3 Ein Kompetenznachweis gilt als bestanden, wenn die Note 4 (= genügend) erreicht wird.

4 Ausnahmsweise kann die Bewertung durch die Prädikate «erfüllt» (> genügend) oder «nicht erfüllt» (< genügend) erfolgen.

Art. 27 Fernbleiben und Abbruch

1 Wer dem Kompetenznachweis nach der Anmeldung ohne Abmeldung oder ohne Vorliegen eines wichtigen Grundes fernbleibt oder den Kompetenznachweis abbricht, erhält die Note 1 oder das Prädikat «nicht erfüllt».

2 Als wichtige Gründe gelten insbesondere Militär- und Zivildienst, Krankheit, Unfall oder der Todesfall einer nahestehenden Person. Der Grund ist zu belegen.

Art. 28 Unredlichkeit

1 Wer mit unredlichen Mitteln für sich oder eine andere Person eine bessere Bewertung zu erreichen versucht, erhält die Note 1 oder das Prädikat «nicht erfüllt».

2 Die Prüfenden halten den Vorfall schriftlich fest und melden ihn der Rektorin oder dem Rektor zur allfälligen Einleitung eines Disziplinarverfahrens gegen die fehlbare Person.

Art. 29 Modulnoten

1 Besteht ein Modul aus mehreren Kursen, so errechnet sich die Modulnote aus dem nach ECTS-Punkten gewichteten Durchschnitt sämtlicher Kursnoten des betreffenden Moduls. Für die Berechnung wird auf ein Viertel genau gerundet.

2 Werden in einem Modul von einer oder einem Studierenden mehr Kurse belegt, als für die Erreichung der dem Modul zugeordneten ECTS-Punkte erforderlich sind, so werden die Kurse mit den besten Ergebnissen berücksichtigt. Obligatorische Kurse werden immer berücksichtigt.

Art. 30 Bestehen eines Moduls

1 Ein Modul gilt als bestanden, wenn die errechnete Modulnote mindestens 4.00 beträgt.

2 Für ein bestandenes Modul wird die volle Anzahl der dem Modul zugeordneten ECTS-Punkte vergeben. Für ein nicht bestandenes Modul werden keine ECTS-Punkte vergeben.

Art. 31 Dokumentation

Die Prüfenden sind für die Dokumentation der erfolgten Kompetenznachweise sowie für die Begründung der Bewertungen verantwortlich.

Art. 32 Eröffnung der Ergebnisse und Einsicht in Unterlagen

1 Die Ergebnisse der Kompetenznachweise werden den Studierenden spätestens zwei Monate nach Abschluss jeder Prüfungssession mitgeteilt.

2 Studierende haben das Recht, nach Mitteilung der Ergebnisse, Einsicht in ihre eigenen Prüfungsunterlagen zu nehmen.

Art. 33 Wiederholungen

Die offiziellen Rechtstexte der Schweizerischen Eidgenossenschaft sind gemäss Art. 5 Abs. 1 lit. a–c des Urheberrechtsgesetzes (URG) gemeinfrei. Dieses Dokument ersetzt nicht die amtliche Publikation in der Amtlichen Sammlung (AS) oder im Bundesblatt (BBl). Für eventuelle Ungenauigkeiten bei der Konvertierung in dieses Format wird keine Haftung übernommen.