Verordnung des Bundesministers für Unterricht und Kunst über die Lehrpläne für die Bildungsanstalt für Sozialpädagogik; Bekanntmachung der Lehrpläne für den Religionsunterricht an dieser Schule

Typ Verordnung
Veröffentlichung 1993-10-16
Letzte Aktualisierung 2016-09-01
Status In Kraft
Ministerium BKA (Bundeskanzleramt)
Quelle RIS
Artikel 15
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A. Pflichtgegenstände 6) Wochenstundenzahl Summe Lehr-ver-pflich-tungs-gruppe8)
Klasse
1. 2. 3. 4. 5.
Religion 2 2 2 2 2 10 (III)
Pädagogik (einschließlich Pädagogische Psychologie, Pädagogische Soziologie, Philosophie) – 2 3 3 3 II
Heil- und Sonderpädagogik – – – 1 2 II
Didaktik (insbesondere Didaktik der Hort- und Heimerziehung) 2 2 3 3 3 II
Hort- und Heimpraxis 1) 6) 2 5 5 4 III III
Deutsch (einschließlich Sprecherziehung, Kinder- und Jugendliteratur) 4 3 3 3 3 I
Lebende Fremdsprache 3 3 2 2 3 (I)
Geschichte und Sozialkunde 2 2 1 1 1 (III)
Geographie und Wirtschaftskunde 2 2 1 1 1 (III)
Rechtskunde und Politische Bildung – – – – 2 III
Angewandte Mathematik 2 2 2 2 2 10 (I)
Physik – – 2 1 2 (III)
Chemie – 2 2 – – (III)
Biologie und Umweltkunde 2 2 1 1 1 III
Gesundheitslehre – – – 1 – (III)
Musikerziehung 2 2 1 2 2 (IVa)
Instrumentalunterricht
1.Instrument 3)
(Gitarre/Klavier) 2) 2 1 1 0/1 – IV
2.Instrument 3)
(Flöte/Akkordeon/Violine) 2) – 1 1 1/0 – IV
Rhythmisch-musikalische Erziehung – 1 1 – – IV
Bildnerische Erziehung 3) 2 2 2 2 0/2 (IVa)
Werkerziehung 3) 4 2 2 2 2/0 (IV)
Leibeserziehung 3 2 2 3 2 (IVa)
B. Verbindliche Übungen 6)
Ergänzende berufskundliche Unterrichtsveranstaltungen Verkehrserziehung 1 – – – – 1 IV
Informatik 2 – – – – 2 II
Hauswirtschaftlich-gesundheitlicher Bereich – 2 – – – 2 V
Lernhilfe für die Grundschule – 1 – – – 1 III
Kommunikationstechniken und Gruppendynamik – – – 1 – 1 III
Buchhhaltung – – – – 1 1 III
Gesamtwochenstundenzahl 33-36 35-38 34-37 34-37 34-36 174 6a)
c) Freigegenstände 6) 7) Wochenstundenzahl Summe Lehrver-pflich-tungs-gruppe8)
--- --- --- --- --- --- --- --- ---
Klasse
1. 2. 3. 4. 5.
Stenotypie 4) 5) (2) (2) (2) – – 2 (V)
Instrumentenbau 4) 5) (2) (2) (2) (V)
Rhythmisch-musikalische Erziehung 3) – – – 1 1 2 IV
Instrumentalunterricht
Gitarre/Flöte/ Akkordeon/Violine – – – – 1 1 IV
Klavier 1 1 1 1 1 5 IV
Französisch 2 2 2 2 2 10 (I)
Italienisch 2 2 2 2 2 10 (I)
d) Unverbindliche Übungen 6) 7)
Chorgesang 4) 1 1 1 1 1 5 (V)
Spielmusik – 1 1 1 – 3 V
Interkulturelle Erziehung 4) 5) – – – (2) (2) 2 III
Darstellendes Spiel 2 2 2 – – 6 V
Sprecherziehung 4) 5) – (2) (2) – – 6 IV
Literaturpflege – – – 1 1 2 (III)
Biologische Übungen 4) 5) (2) (2) (2) – – 2 III
Fest- und Feiergestaltung, Brauchtumspflege sowie Volkstanzen – – – 2 – 2 V
Fototechnik 4) 5) (2) (2) – – – 2 V
Informatik 4) – 2 2 – – 4 II
Medienkunde – – – 2 2 4 III
Leibeserziehung 2 2 2 2 2 10 (IVa)
Selbsterfahrungsseminar – – – 2 2 4 V
Einführung in die Praxis des wissenschaftlichen Arbeitens 4) – – 2 2 2 6 III
e) Förderunterricht 6) 7)
Deutsch 2 2 2 2 2 10 (I)
Mathematik 2 2 2 2 2 10 (II)
Lebende Fremdsprache 2 2 2 2 2 10 (I)
Musikerziehung 2 2 – – – 4 (IVa)

1) Praxiswochen: Acht Wochen, auf die einzelnen Klassen laut Lehrplan verteilt. Dazu drei Wochen Ferialpraktikum in der 3. Klasse und drei Wochen Ferialpraktikum in der 4.Klasse.

2) Der Schulleiter hat eines der in Klammer vorgesehenen Instrumente festzulegen.

3) In der 4. Klasse das „1. Instrument“ oder das „2. Instrument“ und in der 5. Klasse Bildnerische Erziehung oder Werkerziehung nach Wahl der Schüler.

4) Kann auch als Mehrklassenkurs geführt werden.

5) Kann nur einmal im Rahmen der Ausbildung besucht werden.

6) Zur Erlassung schulautonomer Lehrplanbestimmungen siehe Abschnitt I Z 4.

6a) Durch schulautonome Lehrplanbestimmungen kann von der Stundentafel abgewichen werden; die im Hinblick auf die Gesamtwochenstundenzahl erforderlichen Abweichungen von der Wochenstundenaufteilung in den einzelnen Pflichtgegenständen sind festzulegen; siehe Abschnitt I Z 4.

7) Als Klassen- oder Mehrklassenkurs durch einen Teil des Unterrichtsjahres. Der Förderunterricht kann bei Bedarf in jedem der in dieser Rubrik angeführten Unterrichtsgegenstände je Unterrichtsjahr und Klasse höchstens insgesamt dreimal für eine Kursdauer von jeweils höchstens 8 Wochen eingerichtet werden. Ein Schüler darf je Unterrichtsjahr höchstens insgesamt vier Kurse besuchen.

8) Soweit im Rahmen schulautonomer Lehrplanbestimmungen in diesem Lehrplan nicht enthaltene Unterrichtsgegenstände geschaffen werden oder Teile in andere oder neue Pflichtgegenstände verlagert werden, hat sich die Einstufung in die jeweiligen Lehrverpflichtungsgruppen grundsätzlich an bereits eingestuften Unterrichtsgegenständen der Stundentafel zu orientieren und sind dabei folgende Kriterien anzuwenden:

Sprachliche Unterrichtsgegenstände mit Schularbeiten I (ohne Schularbeiten II); Unterrichtsgegenstände der Heil- und Sonderpädagogik ohne Schularbeiten II; pädagogisch-geisteswissenschaftliche sowie didaktische Unterrichtsgegenstände mit Schularbeiten II (ohne Schularbeiten III); mathematische Unterrichtsgegenstände mit Schularbeiten II (ohne Schularbeiten III); Unterrichtsgegenstände der Informatik und der Betriebswirtschaft II; mit Hort- und Heimpraxis verwandte Unterrichtsgegenstände III; Unterrichtsgegenstände mit stärkerer wissensorientierter Ausrichtung III (mit Schularbeiten II); Unterrichtsgegenstände im Bereich Kommunikation und Persönlichkeitsbildung III; Unterrichtsgegenstände des Instrumentalunterrichts und der Rhythmisch-musikalischen Erziehung sowie gestalterisch-kreative Unterrichtsgegenstände (zB der Werkerziehung verwandte Unterrichtsgegenstände) IV; Unterrichtsgegenstände der Bewegungserziehung, Bildnerischen Erziehung und Musikerziehung IVa; Unterrichtsgegenstände mit starker praktischer Ausrichtung und hohem Übungsanteil, Unterrichtsgegenstände wie Darstellendes Spiel, Chorgesang, Spielmusik und Stimmbildung V. Bei der Kombination von Pflichtgegenständen richtet sich die Einstufung nach dem überwiegenden Anteil.

V. LEHRPLÄNE FÜR DEN RELIGIONSUNTERRICHT

(Bekanntmachung gemäß § 2 Abs. 2 des Religionsunterrichtsgesetzes)

a)

Katholischer Religionsunterricht

BILDUNGSZIELE UND LEHRAUFGABEN:

1.

Der Religionsunterricht hat folgende Ziele zu verfolgen:

– Er hat die Frage nach Gott, Welt und Leben zu wecken, zu reflektieren und dabei die Antwort aus Offenbarung und Kirche verstehbar zu machen.

– Er hat insbesondere mit der Wirklichkeit des Glaubens und der Botschaft, die ihm zugrunde liegt, vertraut zu machen.

– Er muß in der Auseinandersetzung mit anderen Weltanschauungen und Ideologien zur persönlichen Entscheidung befähigen und zugleich Verständnis und Toleranz wecken.

– Er soll versuchen, die Schüler zu einem religiösen Leben zu motivieren und aus dem Glauben zum verantwortlichen Handeln in Kirche und Gesellschaft zu ermutigen.

– Der Religionsunterricht soll die unterschiedlichen Voraussetzungen und Erwartungen, die der Schüler für diesen Unterrichtsgegenstand mitbringt, berücksichtigen.

– Er soll – soweit es der zeitliche Rahmen zuläßt – die berufsbezogene Qualifikation für die religionspädagogische Tätigkeit als Kindergarten- und Horterzieher gewährleisten.

2.

Aus dieser allgemeinen Aufgaben- und Zielbeschreibung (Globalziele) wurden für den vorliegenden Lehrplan folgende Richtziele formuliert:

A. Welt und Mensch (im Lichte des Glaubens und der wissenschaftlichen Erkenntnis) zu deuten;

B. das befreiende Handeln Gottes für die Menschen und mit den Menschen zu sehen und anzuerkennen;

C. die Bibel als Zeugnis des befreienden Handelns Gottes für die Menschen zu sehen und anzuerkennen;

D. Inkulturation als Wesensmerkmal des christlichen Glaubens erfassen und zu verwirklichen;

E. aus christlicher Verantwortung heraus handeln.

1.

sich selbst zu verstehen und anzunehmen;

2.

sich mit allen Menschen solidarisch sehen;

3.

sich im Kosmos als abhängig und mitgestaltend bejahen;

4.

in den Grunderfahrungen und -bedürfnissen die Sinnfrage wahrzunehmen.

Die Themen sind jeweils sowohl unter dem theologischen wie auch unter dem anthropologischen Gesichtspunkt zu behandeln.

UNTERRICHTSPRINZIPIEN UND ERZIEHUNGSANLIEGEN:

Für den Religionsunterricht haben die Unterrichtsprinzipien der Schultype Geltung wie für jeden anderen Unterrichtsgegenstand. Der Religionsunterricht dient dem Wissenserwerb im Sinne der Allgemeinbildung, der berufsvorbereitenden Ausbildung und ist den Erziehungsaufgaben der österreichischen Schule (§ 2 des Schulorganisationsgesetzes) verpflichtet. Er nimmt diese Aufgaben im besonderen durch Beachtung folgender Unterrichtsprinzipien und Erziehungsanliegen wahr.

1.

Theologische Unterrichtsprinzipien

1.1. Das Prinzip der doppelten Treue zu Gott und zum Menschen in ihrer unaufhebbaren Spannung:

1.2. Das Prinzip der inkarnatorischen Grundstruktur des christlichen Glaubens:

1.3. Das Prinzip der eschatologischen Dimension:

1.4. Christliche Grundhaltungen als Antwort und Nachahmung der Liebe Gottes zur Welt:

1.5. Das Prinzip der ökumenischen Dimension:

1.6. Das Prinzip der Integration der Einzelthemen in eine Gesamtschau:

2.

Religionspädagogische Unterrichtsprinzipien

2.1. Das Prinzip der Symbolerschließung:

2.2. Das Prinzip der ganzheitlichen Erziehung:

2.3. Das Prinzip der Schulung religiöser Grundfähigkeiten („Kräfteschulung“):

2.4. Das Prinzip der situationsorientierten Erziehung:

2.5. Das Prinzip der Elternbildung aus der Sicht der erzieherischen Verantwortung:

2.6. Das Prinzip der Zeugnisgabe durch den Erzieher:

3.

Anthropologische Unterrichtsprinzipien

3.1. Das Prinzip der Beachtung der individuellen und sozialen Beziehungen:

3.2. Das Prinzip der Schülergemäßheit:

3.3. Das Prinzip der Lehrergemäßheit:

3.4. Das Prinzip der Erfahrungsorientierung:

3.5. Das Prinzip der Sprachbildung:

3.6. Das Prinzip der Gesellschaftsbezogenheit:

3.7. Das Prinzip des geschichtlichen Denkens:

3.8. Elternarbeit – Familienbezogenheit:

4.

Schulisch-didaktische Unterrichtsprinzipien

4.1. Das Prinzip der Lebensnähe:

4.2. Das Prinzip der Anschaulichkeit:

4.3. Das Prinzip der Schülerselbsttätigkeit:

4.4. Das Prinzip des exemplarischen und orientierenden Lernens:

4.5. Das Prinzip der Methodenvielfalt:

4.6. Das Prinzip der Fächerverbindung und der Kooperation:

4.7. Das Prinzip der Festigung des Unterrichts- und Erziehungsertrages:

5.

Erziehungsanliegen

5.1. Als integrierender Teil der österreichischen Schule hat der Religionsunterricht seine spezifischen Beiträge zu den Erziehungs- und Bildungsaufgaben der österreichischen Schule zu leisten. Vor allem trifft dies für folgende Bereiche zu:

– Medienerziehung

– Politische Bildung

– Sexualerziehung

– Erziehung zur Partner- und Elternschaft

– Gewissensbildung

– Friedenserziehung

– Erziehung zu verantworteter Haltung im Beruf

– Erziehung zu einem integrativen Lebensstil

5.2. Die religionspädagogische Zielsetzung erfordert ua. eine besondere Beachtung der Gebetserziehung und der liturgischen Bildung (im Sinne der Eigenerfahrung des Schülers und künftigen Erziehers ).

Lehrinhalte:

Verbindliches Minimum an Lehrinhalt stellen die Themenfelder der einzelnen Klassen dar. Diese Themenfelder müssen in den Klassen, wo sie vorgesehen sind, zur Sprache kommen. Das Ausmaß und die Intensität wird durch die Situation der Schüler (Vorwissen, Aufnahmebereitschaft ua.) bestimmt. Es ist möglich, einzelne Aspekte eines Themas oder ein Themenfeld zur Gänze im Rahmen der übrigen Themen einzubringen.

Bei begründeten Raffungen (Stundenentfall) wird der Minimallehrplan erfüllt, wenn jedes der Themen mindest im Ausmaß einer Unterrichtseinheit zur Sprache kommt. Die in diesem Fall notwendigen Beschränkungen müssen jedoch die Grundaussage des Kernstoffes wahren.

Diese Beschränkung bietet dem Religionslehrer die Möglichkeit, neben dem verpflichtenden Lehrstoff auf andere Anliegen einzugehen, die die Schüler bewegen oder brauchen. Dabei werden in den meisten Fällen Inhalte aufgegriffen werden, die im Lehrplan an anderer Stelle oder in anderem Zusammenhang genannt sind.

Die Summe des bei den Lehrinhalten angegebenen Kernstoffes und des Erweiterungsstoffes ergibt einen Maximallehrplan, der zur Gänze nicht durchgeführt werden kann. Die im Erweiterungsstoff angegebenen Inhalte sind mögliche Erweiterungen, aus denen der Religionslehrer je nach Situation der Klasse eine Auswahl treffen kann.

Die beim Kernstoff angegebenen Inhalte sind nicht mit Stundenthemen identisch. Ein Teil dieser Inhalte ist für den Schüler eine Wiederholung aus früheren Schulstufen. Der Kernstoff umfaßt auch das erwartete Maturawissen im Sinne einer dem Schüler zumutbaren Gesamtschau.

1.

KLASSE: „GEMEINSAM UNTERWEGS“

1.1 RELIGIONSUNTERRICHT UND RELIGIÖSE ERZIEHUNG
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Schule: Lebens- und Arbeitsraum des Schülers 11. Die Kirche als Bildungsträger und Träger von Erziehungseinrichtungen (Bedeutung der Kirche für Bildungsarbeit, Leistung für Kultur, für die Erziehung, für die Schulen usw.)
2. Religion als Unterrichtsthema und Religion als Lebensvollzug
3. Aufgaben und Gestaltung des Religionsunterrichtes an der Bildungsanstalt
4. Religiöse Erziehung im Kindesalter – Thema des Religionsunterrichtes an der Bildungsanstalt (Überblick)
1.2. DER MENSCH AUF DER SUCHE NACH GLÜCK UND SINN
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Der Jugendliche in der Umbruchsituation 11. Zeichen und Symbole für das Glück
2. Die Suche des Menschen (des Kindes) nach Glück und Sinn 12. Zukunftserwartungen und Sinnfrage des Menschen
3. Der Zusammenhang von Glück und Lebenssinn 13. Scheinantworten auf die Sinnfrage
14. Beispiele menschlicher Sinnfindung (biblische Texte, Geschichten, Märchen, Bilder
4. Gott – Urheber des Glücks
1.3. BERUFUNG ZUM LEBEN AUS DEM GLAUBEN
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Leben als Ruf und Antwort, als Gabe und Aufgabe 11. Beispiele von gläubigen Menschen aus Geschichte und Gegenwart – Heilige
2. Vorfelder des Glaubens (Vertrauen, Zuwendung Geborgenheit, Aufbruch, Hören, Miteinander sprechen usw.) 12. Die Bedeutung des Vorbildes für die Entwicklung des Glaubens
3. Glaube – Glaubensschwierigkeiten – Zweifel – Unglaube
4. Verständnis von und Beispiele für Glauben aus der Bibel
5. Glaubenszeugnis – Glaubensfeier – Glaubenstat
1.4. LEBEN MIT LEID UND TOD
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Lebensverlust und Lebensgewinn (Erhebung von Erfahrungen) 11. Verdrängung und Bearbeitung von Leid und Tod
2. Der Umgang des heutigen Menschen mit Leid und Tod 12. Eschatologie
13. Das Sakrament der Krankensalbung
3. Leid und Tod im Leben eines Kindes
4. Biblisches Verständnis von Leid und Tod
5. Christlicher Umgang mit Leid und Tod
6. Tod und Auferstehung Jesu
1.5. DER GLAUBE AN DEN EINEN GOTT
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Gottesvorstellungen junger Menschen 11. Das Verhältnis von Glaube und Wissen
2. Möglichkeiten der Gotteserfahrung 12. Gotteserfahrungen in Kunst und Literatur
3. Gott im Mitmenschen begegnen – Zeugen der Gotteserfahrung 13. Das Gottesbild in Kinderbüchern
4. Gotteserfahrungen in verschiedenen Entwicklungs- und Altersstufen des Kindes; „Spuren Gottes“ in der kindlichen Welt
1.6. GOTTESERFAHRUNGEN IN DER BIBEL
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Beispiele der Gotteserfahrung im Alten Testament 11. Die Schöpfung – der schaffende Gott
12. Vaterbild und Gottesbild
2. Jesu Gottesbild und Gottesbeziehung 13. Der Monotheismus – das erste Gebot
3. Gott, der befreit und mitgeht: (Dtn. 6, 20 – 25; Lk. 1, 46 – 55; ...)
4. Der nahe und der ferne Gott (zB Ps. 22)
5. Biblische Vorstellungen über Gott in kindgemäßer Form
1.7. GLAUBE UND GOTTESBILD IN DEN KONFESSIONEN UND RELIGIONEN
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Überblick über die wichtigsten christlichen Konfession 11. Verbreitung der Konfessionen und Weltreligionen
2. Wesensmerkmale der außerchristlichen Religionen: Judentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus, Universismus 12. Die Aussagen des 2. Vatikanums zu den Andersgläubigen
13. Von Religionen beeinflußte Weltanschauungen
3. Gottesbild und -verehrung in den Weltreligionen
4. Einschätzung des Christentums durch andere Religionen
5. Verschiedene Religionen und Konfessionen im Hort und Heim (Fakten und erzieherische Konsequenzen)
1.8. GRUNDBEDÜRFNISSE DES MENSCHEN
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Grundlegende Bedürfnisse des Menschen in materieller, geistiger, sozialer und religiöser Hinsicht 11. Allgemein anerkannte Werte in den Religionen
12. Bedürfnisse des Schülers gegenüber der Klassengemeinschaft
2. Grundbedürfnisse des Kindes, wie Angenommensein, Geborgenheit, Vertrauen, Versöhnung, Gemeinschaft, Liebe ua.
13. Werterziehung nach christlichen Grundsätzen
3. Leben mit christlichen Grundwerten
1.9. LEBEN IN GEMEINSCHAFT
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Bedeutung und Aufgaben von Gemeinschaften: Familie, Schule, Kirche, Staat 11. Kirchliche Jugendgemeinschaften
12. Kirchliche Erneuerungsbewegungen
13. Die Gemeinschaft der Heiligen
2. Das Verhältnis von Individuum und Gemeinschaft 14. Das „ausgeschlossene“ Kind
3. Die Gemeinschaft der Glaubenden – Kirche
4. Probleme, die in und durch die Gemeinschaft entstehen und deren Bewältigung
5. Die Bedeutung und die Möglichkeiten gemeinschaftlichen Lebens im Hort und Heim
1.10. GESTALT DES CHRISTLICHEN LEBENS
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Die eigene Glaubensgeschichte 11. Möglichkeiten religiöser Bildung
2. Ausdrucksformen und Grundzüge des katholischen Glaubenslebens
3. Leben mit der Kirche
4. Feste des katholischen Glaubens und das Kirchenjahr
5. Kirchliche Feste feiern im Hort und Heim
6. Möglichkeiten christlichen Lebens für das Kind
2.

KLASSE: „FREIHEIT UND SINNVOLLE BINDUNG“

2.1 FREIHEIT UND VERANTWORTUNG
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Freiheit als Wesensmerkmal des Menschen 11. Jesus Christus und seine Freiheit bewirkende Botschaft
2. Freiheit für und Freiheit von
3. Freiheit und Normen 12. Das Kind und dessen persönliche Freiheit
4. Freiheit und Gewissen 13. Freiheit durch Regeln geschützt
5. Menschliche Entscheidungsfreiheit 14. Fehlformen der Freiheit
6. Freiheit und Verantwortung 15. Freiheitsberaubung in unserer Zeit
2.2. JUGEND IM AUFBRUCH
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Jugendliche auf der Suche nach neuen Lebensformen 11. Jugend zwischen Aufbruch und Flucht: Alternativgruppen und Aussteiger
2. Jugendkultur als Protest gegen Erstarrung in der Gesellschaft 12. Das Engagement der Jugend für den Frieden
3. Aufbruch und Protest Jesu gegen verschiedene Strömungen und Verhaltensweisen seiner Zeit
4. Flucht in die Sucht: Drogen, Alkohol, Medikamente
5. Die „Eigenart“ des Kindes im religiösen Verhalten
2.3. SEKTEN UND RELIGIÖSE BEWEGUNGEN
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Sekten: Eine Herausforderung für die großen Kirchen 11. Der Unterschied zwischen kirchlichem und sektiererischem Umgang mit der Bibel
2. Sekten und neue religiöse Bewegungen (Jugendreligionen) 12. Die im Bundesland/Diözese tätigen Sekten und neuen religiösen Bewegungen
3. Umgang mit Vertretern der Sekten und Jungendreligionen 13. Sekten als kirchengeschichtliches Phänomen (Längsschnitt)
4. Gespräche mit betroffenen Eltern und Kindern, die mit diesen Gruppen in Berührung gekommen sind
2.4. AUFBRÜCHE IM GEIST GOTTES
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Berufungen, Charismen, Aufbrüche im Geiste Gottes 11. Jugend in der Erwachsenenkirche
12. Charismatische Bewegungen
2. Berufungen, Impulse, Aufbrüche in der Geschichte der Kirche: Heilige 13. Basisgemeinden in der Kirche
14. Gelebte Ökumene am Beispiel von Taize
3. Das Pfingstereignis als Aufbruchserfahrung
4. Umkehr und Reform als dauernder Auftrag der Kirche
5. Veränderungen im Glaubensverhalten des Erziehers durch das Kind
6. Neue Wege in der religiösen Erziehung im Kindesalter
2.5 VIELFALT DER BERUFUNGEN DURCH GOTT UND DIE ANTWORTEN DES MENSCHEN
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Gezielte Lebensgestaltung und Berufsvorbereitung als Auftrag und Aufgabe 12. Berufen zum Beruf eines Erziehers
2. Berufung zum Dienst im Licht der Bibel 13. Die Aufgabe der Frau in der Kirche
3. Das allgemeine Priestertum als Berufung zu verschiedenen Diensten in und an der Kirche, in und an der Welt 14. Berufungsgeschichten in der Bibel
4. Das Weihesakrament als Berufung zum Dienst
5. Leben nach evangelischen Raten
6. Laientheologen – Form des kirchlichen Dienstes
2.6. SINN UND BEDEUTUNG VON FREUNDSCHAFT
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Freundschaft als Weg der Selbstfindung und Glückserfahrung 11. Beispiele für Freundschaft in der Bibel
12. Symbole für Freundschaft
2. Merkmale von Freundschaft: Treue, Wahrhaftigkeit, Achtung, Rücksichtnahme Verzicht, Hingabe 13. Freundschaft, Kameradschaft, Liebe
14. Wert der Beziehungen im Hort und Heim für die religiöse Entwicklung des Kindes
3. Gefährdung und Fehlformen der Freundschaft
4. Nahe und Distanz des Hort- und Heimerziehers zum Kind
2.7. FAMILIE UND GRUPPE ALS ORTE SOZIALEN LERNENS
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Die Familie – die erste soziale Erfahrung im menschlichen Leben 11. Gefährdung der Familie in der heutigen Zeit
12. Kommunikationsformen in Gruppe und Familie
2. Vermittlung von Werten durch die Familie
3. Familie und Gruppe als Orte der Identitätsfindung 13. Sicht und Ernstnahme familienbedingter Probleme im Leben eines Kindes (Hilfestellung aus christlichen Überlegungen)
4. Aufgabe des Jugendlichen in der Familie und Gruppe
5. Die Bedeutung des Kindes für die Familie
6. Unvollständige Familien
2.8. GEMEINSCHAFTSBILDUNG IN SCHULE UND KIRCHE
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Schülererfahrungen von Gemeinschaft in Schule und Kirche 11. Gemeinschaftsbildung in der Schule (Schülervertretung, Freundschaften, Interessensgruppen, Schulpartnerschaft)
2. Kirche als Gemeinschaft und Institution
3. Notwendigkeit personaler Beziehungen für den Aufbau kirchlicher Gemeinschaft 12. Außenseiter in der Schule
13. Formen der Gemeinschaftsbildung in der Kirche
4. Verkündigung, Liturgie und Diakonie als kirchengemeinschaftsstiftende Elemente
14. Außenseiter in der Kirche
5. Hort und Heimgruppe als Gemeinschaft 15. Das behinderte Kind in der kirchlichen Gemeinschaft
6. Erfahrungen von und mit Kirche in Hort und Heim
2.9. JESUS VON NAZARETH IN SEINER ZEIT UND UMWELT
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Biblische und außerbiblische Zeugnisse 11. Unterschiedliche Vorstellungen von Jesus und Erwartungen an ihn (Geschichte und Gegenwart)
2. Jesus als historische Persönlichkeit
3. Leben und Land Jesu aus der Perspektive des Kindes
12. Verhältnis zwischen Judentum und Christentum
4. Gruppierungen und Parteien im Judentum zur Zeit Jesu und deren Messiaserwartungen
5. Die Religionskritik Jesu
6. Palästina zur Zeit Jesu
2.10. JESUS CHRISTUS – DER ERLÖSER
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Jesus Christus – Gottes Sohn 11. Christen in der Nachfolge Jesu
2. Menschen begegnen Jesus und finden in ihm Christus 12. Das Jesusbild in den Evangelien
13. Der Christusglaube in Geschichte und Gegenwart
3. Leben, Sterben und Auferstehung als Erlösungsgeschehen
14. Die Lebensereignisse Jesu im Kirchenjahr
4. Erlösungserfahrungen für das Kind
5. Maria, die Mutter Jesu
2.11. DIE BIBEL IM LEBEN EINES CHRISTEN
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Frohbotschaft und Zeugnis als Grundstruktur der Bibel 11. Die Bibel als Literatur
12. Wichtige bibelwissenschaftliche Informationen: Offenbarung, Kanon, Irrtumslosigkeit, Inspiration ...
2. Die Entstehung der biblischen Schriften
3. Die Schriften des AT und NT
4. Methodische Zugange zu biblischen Texten 13. Entfaltung der biblischen Wahrheit durch das Lehramt der Kirche
5. Die Bedeutung der Bibel im kirchlichen Leben und im Leben einzelner Menschen
14. Christen leben mit und nach der Schrift (Beispiele und Formen)
6. Biblische Inhalte für Kinder und Jugendliche
3.

KLASSE: „DEN GLAUBEN LEBEN – HANDELN AUS DEM GLAUBEN“

3.1. ZUM GLAUBEN KOMMEN – TAUFE
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Wege zum Glauben 11. Urvertrauen – Urangst
2. Die religiöse Entwicklung des Kindes 12. Das ungetaufte Kind in der Hort-/ Heimgruppe
3. Vermittlungsprozesse von Glauben an das Kind
13. Taufe und Ökumene
4. Die erste Glaubensentscheidung: Die Taufe 14. Das Patenamt
5. Jesus Christus: Grund des Glaubens 15. Die Kindertaufe
16. Markante Glaubensgestalten für das Kleinkind
3.2. GLAUBE ALS HALTUNG UND TAT – FIRMUNG
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Gelebter Glaube 11. Firmung und Pfarre
2. Die Glaubensfähigkeit des Kindes 12. Symbole aus der Firmliturgie
3. Firmung als bewußte Entscheidung für den Glauben 13. Einheit in Glaube, Hoffnung und Liebe
14. Die Beziehung des Erwachsenenglaubens zur kindlichen Glaubensfähigkeit
4. Leben mit dem Hl. Geist
5. Mit Kindern/Jugendlichen Pfingsten feiern 15. Bedeutung und Möglichkeiten der Firmvorbereitung
6. Zeichen religiöser Mündigkeit
7. Der Glaube und Krisen des Glaubens
3.3. SCHULUNG RELIGIÖSER GRUNDFÄHIGKEITEN (KRÄFTESCHULUNG)
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Die Bedeutung der vollen Wirklichkeitserfassung fur den Glauben 11. Kräfte (= Grundfähigkeiten), die für Glaubensverhalten von Bedeutung sind
2. Die Bedeutung des Handelns für den Glauben
3. Die Bedeutsamkeit religiöser Grundfähigkeiten (zB Ehrfurcht haben, Toleranz zeigen ...) für den Glauben.
4. Die „Kräfteschulung“ als Weg zur Glaubenserfahrung
5. Methoden der Kräfteschulung
3.4. SYMBOLERZIEHUNG
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Die Bedeutung der Symbole im kindlichen Leben 11. Vorsakramentale Erziehung
12. Die Symbole in den Sakramenten
2. Symbole im Leben des heutigen Menschen 13. Die Symbole in der katholischen Liturgie
3. Vorgang der Symbolentdeckung und -verarbeitung
4. Begriffserklärung und Differenzierung: Zeichen, Symbole, Verwendungsmerkmale usw.
3.5. JESUSVERKÜNDIGUNG FÜR DAS KIND
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Der Beziehungsaufbau zwischen Kind und Jesus 11. Gleichnisse (NT) und Wunderberichte für verschiedene Altersstufen aufbereiten
2. Kindgemäße Inhalte aus den Evangelien (Auswahl, Ausmaß und Kriterien) 12. Gleichnisse und Wunder für den Glauben des Christen
3. Möglichkeiten des persönlichen Umgangs mit der Bibel 13. Die Herausforderung von Kreuz und Auferstehung für den Glauben
4. Lernen am Verhalten Jesu
5. Christlicher Glaube – Begegnung mit Jesus
3.6. MENSCHENWÜRDE UND MENSCHENRECHTE
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Anthropologische Begründung: Rechte und Pflichten des Menschen 11. Verbriefte Menschenrechte
12. Abtreibung und Euthanasie
2. Das Recht des Menschen auf Leben 13. Das behinderte Leben
3. Die Rechte und die Würde des Kindes aus christlicher Perspektive 14. Gefährdungen des Kindes durch die Gesellschaft
4. Gefährdungen der Menschenwürde 15. Die Begegnung des Kindes mit dem behinderten Leben
5. Die christliche Begründung der Menschenrechte und die daraus resultierenden Verpflichtungen
6. Das christliche Menschenbild
3.7. DAS GEWISSEN UND DIE GEWISSENSBILDUNG DES KINDES
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Das Wesen und die Formen des Gewissens 11. Gewissen und Gesetz (= soziales Gewissen)
2. Inhalte der kindlichen Gewissensbildung 12. Gewissen und Verantwortung
3. Wege der Gewissensbildung beim Kind 13. Gewissenskonflikt
4. Gewissensfunktion und Gewissensentscheidung 14. Die Bedeutung des Vorbildes für das Kind
15. Moralisches Lernen (Piaget-Kohlberg)
16. Die Frage der Strafe
3.8. GOTT BEFREIT ZUR LIEBE – DEKALOG UND BERGPREDIGT
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Menschliche Sehnsucht nach Befreiung und Liebe 11. Möglichkeiten befreiender Erlebnisse und Schritte in Hort und Heim
2. Das biblische Modell dieser Sehnsucht und deren Erfüllung 12. Bibelwissenschaftliche Ergebnisse zu den Dokumenten der Bergpredigt und des Dekalogs
3. Biblische Texte für das Kind, die befreiende Erlebnisse bewirken
13. Dekalog und Bergpredigt im Vergleich mit ähnlichen Texten aus anderen Religionen und Weltanschauungen
4. Gottes- und Nächstenliebe
5. Dekalog
6. Bergpredigt
7. Einübung des Kindes in christliche Gebote und Verhaltensweisen
3.9. SCHULD UND VERSÖHNUNG
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Menschliche Erfahrungen von Heil und Unheil 11. Die Lehre vom Teufel
12. Die Bedeutung des Ablasses
2. Heil- und Unheilserfahrungen in biblischen Texten, besonders in der Urgeschichte 13. Der strafende Gott in der Erziehung
14. Kollektivschuld
3. Texte der Urgeschichte für das Kleinkind 15. Formen der Bußerziehung
4. Formen der Schuldbewältigung
5. Bewältigung von Schuld aus dem Geist des Evangeliums (aus der Praxis Jesu und der Kirche)
6. Das Bußsakrament
7. Kindliche Bewältigung von „Schuld“ und Fähigkeit zur Umkehr
3.10. FESTE UND FEIERN
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Die Fähigkeit zu feiern im Menschen und deren religiöse Dimension 11. Der religiöse Ursprung des Festes
12. Das Leben Jesu im Kirchenjahr
2. Anlässe und Bedingungen für das Feiern in der Hort-/Heimgruppe 13. Funktionen des Festes für den Glauben
3. Prinzipien der religiös orientierten Festgestaltung
4. Der kirchliche Festkalender – seine Berücksichtigung in Hort und Heim
5. Werden und Gestaltung eines Festes
6. Bedeutung von Brauchtum, Ritual und Form im Leben eines Menschen, besonders im Leben eines Kindes
3.11. EUCHARISTIE
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Wesen und Verständnis der Eucharistie 11. Die Hinführung des Kindes und Jugendlichen zum Gemeindegottesdienst
2. Aufbau und Gestaltung der Eucharistiefeier
3. Schwerpunkte der Erstkommunionvorbereitung 12. Vom Sabbat zum Sonntag
13. Die Liturgiereform des 2. Vatikanums
4. Kinderliturgie 14. Leben mit der Eucharistie
5. Gestaltung von Kindermessen
6. Der Sonntag
4.

KLASSE: „DER EINZELNE UND DIE GESELLSCHAFT“

4.1. PARTNERSCHAFT ALS CHRISTLICHES ANLIEGEN
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Charakteristika menschlicher Partnerschaft (Solidarität, Toleranz, Gleichwertigkeit, gegenseitige Anerkennung ...) 11. Gefährdungen der Partnerschaft
12. Ökumene als Partnerschaft
13. Verschiedengläubige Kinder in der Hort- und Heimgruppe
2. Theologische Begründung von Partnerschaft
3. Partnerschaft als christliches Anliegen in Hort und Heim 14. Die Bedeutung des Gesprächs für die Partnerschaft
4. Partnerschaft in der Kirche
5. Kind als „Partner“ in der kirchlichen Gemeinschaft
4.2. SINN DER GESCHLECHTLICHKEIT
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Menschliche Geschlechtlichkeit aus christlicher Sicht 11. Aufklärungsliteratur für das Kind und deren Bewertung
2. Achtung und Mißachtung des Menschen in seiner geschlechtlichen Rolle 12. Mißbrauch menschlicher Sexualität
3. Ehelosigkeit und Enthaltsamkeit
4. Das sechste Gebot
5. Christlich orientierte Geschlechtserziehung
4.3. EHE UND FAMILIE
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Wesen und Sinn der Ehe 11. Ehe und Familie im Wandel der Zeit
2. Sakrament der Ehe 12. Verantwortung für Geschiedene und Wiederverheiratete
3. Die Bedeutung der Familie für die Lebensgeschichte des Einzelnen
13. Die Verantwortung der Kirche für unvollständige Familien
4. Die Feier der katholischen Trauung
5. Voreheliche Beziehungen und nichteheliche Gemeinschaft aus der Sicht christlicher Verantwortung 14. Das Kind in schwierigen Familienverhältnissen
6. Die Wechselwirkung zwischen Hort- und Heimerziehung und Familie
4.4. ELTERN ALS KATECHETEN
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Verantwortete Elternschaft 11. Das Kind und der elterliche Alleinerzieher
2. Familie = Form der kirchlichen Gemeinschaft 12. Forderung der katechetischen Rolle der Eltern durch kirchliche Maßnahmen
3. Die religiöse Entwicklung des jungen Menschen
13. Literatur zur religiösen Erziehung
4. Die Bedeutung des elterlichen Vorbildes und der elterlichen Glaubensgeschichte für das Leben des Kindes
5. Wesen der religiösen Erziehung in der Familie
6. Elternarbeit in Zusammenhang mit religiöser Erziehung
4.5. BERUF – ARBEIT – FREIZEIT
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Situation und Probleme der heutigen Berufswelt 11. Freizeit als freie Zeit für andere
12. Erholung des ganzen Menschen: Anliegen und Möglichkeiten
2. Arbeit und Beruf im Lichte der katholischen Soziallehre
13. Schöpfungsauftrag und Arbeit
3. Berufsethos des Berufserziehers 14. Kirchliche Berufe und Arbeitsbereiche
4. Wert der Freizeit und ihre Gestaltung 15. Berufliche Fortbildung
5. Bewältigung der Situation der Arbeitslosigkeit
4.6. DIE RELIGIÖSE ERZIEHUNG IM PFLICHTSCHULALTER
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Die religiöse Entwicklung speziell im Pflichtschulalter 11. Zusammenarbeit Hort, Heim und Schule
12. Lehrplan und Arbeitshilfen im Religionsunterricht
2. Die Sozialisationsformen im Pflichtschulalter
3. Der katholische Religionsunterricht in der Pflichtschule Pflichtschulbereich
13. Angebote kirchlicher Kinder- und Jugendarbeit im Pflichtschulalter
4. Formen kirchlicher Jugendarbeit
4.7. SOZIALE GERECHTIGKEIT
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Armut und Reichtum als Herausforderung zur sozialen Gerechtigkeit 11. Auswirkungen sozialer Gegebenheiten im Hort und Heim
2. Entwicklung und Grundlage katholischer Soziallehre 12. Sozialbewegungen und -einrichtungen in der Kirche
3. Sinn und Inhalt der sozialen Gerechtigkeit 13. Soziale Gerechtigkeit und 3. Welt
4. Inhalt und Anliegen des 7. Gebotes 14. Auseinandersetzung mit den Sozialismen dieser Zeit
5. Einüben sozialen Verhaltens in Hort und Heim
15. Caritas als Lebenshaltung
4.8. FRIEDE – GRUNDLAGE MENSCHLICHER GEMEINSCHAFT
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Der Wille zum Frieden als persönliche Grundhaltung 11. Persönlichkeiten – für den Frieden engagiert
12. Aktuelle Themen, wie: Gerechter Krieg, Landesverteidigung, Atomwaffe
2. Das Wesen der christlichen Friedensbotschaft
3. Christliche Konfliktlösungsvorschläge 13. Christliche Dokumente zum Thema
4. Friedenserziehung mit dem Kind (Streitlösung, Versöhnung, Abbau von Aggressionen)
4.9. IDEOLOGIEN UND WELTANSCHAUUNGEN
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Begriffe: Weltanschauung – Weltbild-Ideologie 11. Glaube und Wissenschaften (in Beispielen, Unterschiede, Konflikte)
2. Weltanschauliche Strömungen der Gegenwart und deren Beziehung zum Christentum 12. Verschiedene Erziehungsansätze und deren Beziehung zu Religion (zB Montessoripädagogik, emanzipatorische Pädagogik)
3. Das christliche Weltbild
4. Aufbau eines christlichen Weltbildes im Kind und Jugendlichen
13. Der durch Weltanschauungen herausgeforderte Glaube
4.10. KIRCHE – GEMEINSCHAFT DER GETAUFTEN
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Erfahrungen mit kirchlicher Gemeinschaft 11. Reich-Gottes-Gleichnisse
2. Kirche als gesellschaftliche Institution 12. Eine Kirche – viele Kirchen
3. Biblische und lehramtliche Aussagen 13. Das Kirchenbild im Wandel der Geschichte
4. Kindliches Erleben von Kirche 14. Kind und Pfarrgemeinde
5. Heimerziehung als Anliegen der Kirche 15. Erleben der Kirche im Gottesdienst
5.

KLASSE: „LEBEN IN CHRISTLICHER VERANTWORTUNG“

5.1. RELIGIÖSE ERZIEHUNG – INHALTE UND WEGE
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Verständnis und Ziele der religiösen Erziehung 11. Das Glaubenszeugnis des Erziehers
12. Religiöse Weiterbildung
2. Wesentliche Inhalte religiöser Erziehung 13. Religiöse Sozialisation
3. Kennzeichen kindlicher Religiösität
4. Entfaltung des Religiösen in verschiedenen Altersstufen
5. Vermittlungshilfen für die religiöse Erziehung
6. Verantwortliche für die religiöse Erziehung
5.2. GEBETSERZIEHUNG
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Gebet als wesentlicher Ausdruck des Glaubens 11. Meditation
2. Begründung für die Gebetserziehung 12. Mit Kindern meditieren
3. Möglichkeiten der Gebetserziehung in Verschiedenen Altersstufen (Formen, Gebetshaltung, Sprache, Gebetszeiten usw.) 13. Das biblische Gebet
4. Gebet und Gottesbeziehung 14. Die christliche Gebetstradition
5. Gebetspraxis des Jugendlichen und des Erwachsenen (Situation, Probleme, Möglichkeiten und Beispiele)
5.3. KIND UND BIBEL
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Zugänge zur Bibel 11. Auslegungshilfen für biblische Texte (Lexika, Kommentare, Methoden)
2. Die Bibel in der außerschulischen und in der religiösen Erziehung
12. Bibelausgaben für Kinder und Jugendliche (Auswahlkriterien, Beispiele)
3. Das biblische Gottesbild
4. Methoden der Bibelarbeit, Erzählen, Elementarisieren, Spiel ...) 13. Elternbildung zum Thema (Bibel in der Familie)
5. Biblische Texte in Feiern
6. Gottesverkündigung durch biblische Texte und Inhalte
5.4. CREDO – BEZEUGUNG DES GLAUBENS
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Grundstrukturen und -aussagen des katholischen Credo 11. Credoformen des jungen Menschen in der heutigen Zeit (Beispiele und Einübung)
2. Die Bedeutung des Glaubenszeugnisses für das eigene Leben und das der Umwelt 12. Ursprung und Entwicklung christlicher Konfessionen – im Überblick
3. Persönlicher und kirchlicher Glaube 13. Der Glaube an den Schöpfergott
4. Das Glaubensbekenntnis der großen christlichen Kirchen 14. Die Ökumene
15. Die Verschiedengläubigkeit der Kinder/ Jugend im Hort und Heim als erzieherische Aufgabe
5. Möglichkeiten eines kindgemäßen Glaubensbekenntnisses
5.5. SAKRAMENTE – BEZEUGUNG DES GLAUBENS IM FEIERN
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Sakramente als kirchlicher Lebensvollzug 11. Heilige Zeichen und Riten in anderen Religionen
2. Der heilsanzeigende und -schaffende Charakter der Sakramente
12. Sakramentalien
3. Die Symbolfähigkeit des Kindes 13. Feier des christlichen Brauchtums
4. Das Feiern von Festen
5. Sakramentale Erziehung
6. Inkarnatorische Grundstruktur des Heils: Christus-Kirche-Sakramente
5.6. DIAKONIE – BEZEUGUNG DES GLAUBENS IN DER TAT
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Menschsein in Mitmenschlichkeit 11. Diakonie als individuelle und gemeindliche Verwirklichung von Glaube, Hoffnung und Liebe
2. Christsein in brüderlich-schwesterlicher Liebe: Diakonie
3. Die Bedeutung des in Taten gelebten Glaubens für die Berufstätigkeit des Erziehers 12. Die österreichische Caritas
13. Beispiele für Diakonie in der kirchlichen Geschichte
4. Die Bezeugungsfähigkeit des Kindes im Handeln
5. Formen und Beispiele christlicher Diakonie in und mit der Hort- und Heimgruppe
6. Leben nach christlichen Normen
5.7. LEBEN AUF DIE ZUKUNFT HIN
KERNSTOFF: ERWEITERUNGSSTOFF:
1. Leben aus dem Glauben 11. Ethische Verantwortung gegenüber Zukunftsproblemen der Menschheit zB 3. Welt, Gentechnologie, Technisierung ...
2. Die Lehre von der Zukunft (Eschatologie)
3. Die Verantwortung im Beruf
4. Die politische Verantwortung des Christen 12. Die Verantwortung für das Kind
5. Ehe und Familie 13. Persönliches Engagement in der Kirche
14. Das Problem der Arbeitslosigkeit

VI. BILDUNGS- UND LEHRAUFGABEN DER EINZELNEN UNTERRICHTSGEGENSTÄNDE, AUFTEILUNG DES LEHRSTOFFES AUF DIE EINZELNEN SCHULSTUFEN (KLASSEN), DIDAKTISCHE GRUNDSÄTZE

A. PFLICHTGEGENSTÄNDE

PÄDAGOGIK

(einschließlich Pädagogische Psychologie, Pädagogische Soziologie, Philosophie)

Bildungs- und Lehraufgabe:

Ziel des Unterrichtes ist es, die Schüler mit den pädagogischen Aussagesystemen, Begriffen und Methoden soweit vertraut zu machen, daß sie die für die Erziehung und Bildung des Heranwachsenden relevanten Problemkreise erkennen, beurteilen und handlungstheoretisch bewältigen können, wobei sowohl fachspezifische als auch fächerübergreifende Aspekte zu berücksichtigen sind.

Die humanwissenschaftlichen Grundlagen der Erziehung und Bildung, besonders jene der Pädagogischen Psychologie und Pädagogischen Soziologie, sind den künftigen Erziehern so zu vermitteln, daß diese das individuelle Verhalten von Personen, die dynamischen Prozesse innerhalb von Gruppen verschiedenster Altersstufen und Zielsetzungen sowie die Abhängigkeit des pädagogischen Geschehens von anthropogenen Grundlagen, kommunikativen Regulationen sowie soziokulturellen Strukturen verstehen.

Die Schüler sollen grundlegende Voraussetzungen für folgende Handlungs- und Denkebenen erwerben:

– Zielsetzungs-, Begründungs- und Entscheidungskompetenz in unterschiedlichen pädagogischen Situationen;

– Fähigkeit zur Reflexion über die Wirksamkeit von pädagogischen Maßnahmen, über den Einsatz von Erziehungs- und Bildungsmittel sowie über den Aufbau pädagogischer Planungen;

– Möglichkeit der Realitätsabschätzung von pädagogischen Konzepten insbesondere von Projekten und Programmen im Bereich der Hort- und Heimerziehung mit besonderer Akzentuierung der Führung Jugendlicher.

Im Bereich der Philosophie sind die Schüler mit den wesentlichen Problemen des Denkens und Wertens und deren vielfältigen Lösungsversuchen unter besonderer Berücksichtigung ihrer Relevanz für pädagogische Fragestellungen und Zielsetzungen bekannt zu machen. Die Logik soll die Schüler soweit mit den allgemeinen Denkformen vertraut werden lassen, daß sie bewußter denken, die Richtigkeit von Behauptungen beurteilen und sachliche Argumentationsebenen selbständig finden können.

Durch Kenntnisse der Kulturanthropologie und der Geschichte der Pädagogik angeregt, sollen die Schüler in kritischer Auseinandersetzung mit Wertsystemen und Normen verschiedener Kulturen und Epochen zu einem selbständig strukturierten Welt- und Menschenbild, zu persönlichen Standpunkten innerhalb der pluralen Welt und zur Reflexion ihrer aktuellen beruflichen Situation gelangen.

Einblicke in humanwissenschaftliche Fachliteratur sollen die Schüler zu vertiefter Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Ergebnissen und zu selbständigem Bildungswerb befähigen.

Der gesamte Unterricht soll zur Achtung der Würde des Menschen und seiner Entwicklung, zu Toleranz und Wertschätzung jeglicher menschlicher Existenszform (Anm.: richtig: Existenzform) führen, damit dies in der Begegnung mit jungen Menschen, ihren Eltern und Erziehern und im steten Bemühen und die Verantwortbarkeit des eigenen pädagogischen Handelns seinen Niederschlag finden kann.

Lehrstoff:

2.

Klasse:

Erstes Kennenlernen und Abgrenzen des Unterrichtsgegenstandes Pädagogik insbesondere Einsichten über den Erzieherberuf und das sozialpädagogische Handlungsfeld.

Überblick über die Institutionen der Erziehung und Bildung (Familie, Schule, Hort, Heim ua.) unter besonderer Berücksichtigung ihrer Wichtigkeit für das Leben der Schüler sowie ihrer sozialpädagogischen Bedeutung.

Vertrautwerden mit grundlegenden Begriffen pädagogischen Handelns auf verschiedenen Altersstufen sowie den Gesetzen der Kommunikation und der Gruppenbildung.

Erste Einsichten in die Komplexität des Erziehungsgeschehens (konstituierende Momente, Vielfalt der im Erziehungsfeld wirkenden Kräfte) durch Analyse konkreter Erziehungssituationen aus dem Erfahrungsbereich der Schüler, fallweise auch von Erziehungspraktiken und Erziehungsweisheiten anderer Völker und Epochen; interkulturelle Erziehung.

Erste Einsicht in Motive und Ziele des Verhaltens, Handelns und Lernens auf verschiedenen Altersstufen; Fremd- und Selbstbeobachtung. Anbahnen des Verstehens von Verhaltensauffälligkeiten.

Erwerben von grundlegenden Kenntnissen über das Spiel (Psychologie des Spiels: Begriff, Arten, Entwicklung; Spielpädagogik; Medien des Spielens).

Überlegungen zum Lernbegriff; grundlegende Lernformen auf verschiedenen Altersstufen; Spiel und Lernen, Lernen in Gruppen. Schülerzentrierte Analyse von Lernproblemen. Gewinnen eines angepaßten Anspruchsniveaus als Schüler.

Vertraut werden mit grundlegenden Fachausdrücken und Begriffen, ausgehend von konkreten Situationen, sowie anbahnen des Verstehens berufsbezogener Fachsprache und der Kontakte mit berufsrelevanter Fachliteratur. Im Zusammenhang damit erste Auseinandersetzung mit logisch-theoretischen Denkprozessen.

Schriftliche Arbeiten:

Eine einstündige Schularbeit je Semester.

3.

Klasse:

Entwicklungspsychologie des Kindes bis zum Ende des Grundschulalters; Verlauf und Bedeutung der Entwicklung als Voraussetzungswissen für pädagogisches Handeln und Verstehen; die Dimensionen der Entwicklung; prä-, peri- und postnatale Fakten, die Bedeutung des Säuglingsalters und der frühestens Kindheit; Auswirkungen frühkindlicher Deprivation.

Biologische Grundlagen des menschlichen Verhaltens und der menschlichen Entwicklung; grundlegende Begriffe der Ethologie.

Erziehung und Bildung in der frühen Kindheit:

– Beziehung, Prozesse und Probleme in der Familie und in den Institutionen der Fremdversorgung;

– die wichtigsten Fragenkreise der Kleinkindpädagogik;

– Verhaltensauffälligkeiten im Kleinkindalter.

Erziehung und Bildung des Grundschulkindes: Schulfähigkeit, Hort- und Heimfähigkeit; Eigenart der Gruppenbildung und der Spielsituationen; Einblick in die Lehrpläne und die Methoden der Grundschule.

Die Situation des Grundschulkindes in Hort und Heim: Spiel, Arbeit, Leistung; emotionales, soziales und schulisches Lernen, Wertetraining; Freizeit, Medien, Konsum, Sexualität, Kreativität, Politische Bildung ua. Verhaltensauffälligkeiten im Grundschulalter.

Intentionen und Möglichkeiten der Elternarbeit.

Pädagogische Analyse und Interpretation konkreter Situationen aus der Hort- und Heimpraxis wie aus dem familiären Erfahrungsbereich der Schüler; erstes Erarbeiten von Beurteilungsansätzen pädagogischen Handelns. Methoden der Fremdwahrnehmung im Sinne des Unterscheidens alterstypischer, individueller und kollektiver Verhaltensformen und im Sinne der Verhaltensmodifizierung durch den Gruppenleiter.

Grundbegriffe und Grundfragen der Philosophie; Ursprung und Aufgabe des philosophischen Fragens in gegenwärtiger und historischer Sicht (exemplarisch). Wesen und Begründung der Erkenntnis aus der Sicht verschiedener philosophischer Betrachtungsweisen; wissenschaftliche Verfahren zur Gewinnung allgemeiner Erkenntnis und deren kritische Reflexion; Grenzen der Erkenntnis.

Intensivierung des Kontaktes mit Medien: Fachzeitschriften, einfache humanwissenschaftliche Lektüre, einschlägige Angebote im audio-visuellen Bereich.

Schriftliche Arbeiten:

Zwei einstündige Schularbeiten je Semester.

4.

Klasse:

Grundbegriffe und Grundfragen der Pädagogik: Erziehung und Bildung als kulturelles, gesellschafts- und epochalbedingtes Geschehen; Überblick über die Kulturanthropologie. Motive und Ziele des Erziehungsvorganges; Erziehungsbedürftigkeit, Recht auf Erziehung; Erziehungsmittel und -maßnahmen; Autorität und Erziehung; pädagogische Haltungen und Einstellungen; Erziehungsstile.

Aufbau des Bildungswesens in Österreich. Geschichte, Aufgaben und Möglichkeiten der Sozialarbeit und sozialpädagogischen Einrichtungen.

Die Pubertät als biologisches, epochales und individuelles Phänomen, Verlauf und Bedeutung der Entwicklung in allen Bereichen.

Grundbegriffe und Grundprobleme der Pädagogischen Psychologie (Führung, Förderung, Modifikation) unter Einbeziehung der wichtigsten Erkenntnisse der allgemeinen Psychologie (Gegenstand, Methoden, Aufgaben und Richtungen), der Sozialpsychologie (insbesondere der Milieupsychologie), der Motivationspsychologie, der Tiefenpsychologie.

Grundbegriffe und Grundprobleme der Pädagogischen Soziologie: soziale Person und soziales Handeln; Individuum und Gruppe (Gruppenformen, Gruppenprozesse, Gruppenstrukturen), Individuum und Gesellschaft (Individuation, Personalisation, Sozialisation, Enkulturation); Soziale Gebilde (Soziometrie), soziale Kategorien, soziale Institutionen; Soziologie der Familie (Struktur- und Rollenwandel). Soziale Dimensionen der Erziehung; Sozialisationsdefizite und ihre pädagogischen Konsequenzen; Erziehung und Gesellschaft; Formen sozialer Differenzierung, Kriterien sozialer Schichtungen; Formen der sozialen Kontrolle. Soziologie der Freizeit.

Analyse und Interpretation pädagogischer Situationen, Beziehungen und Prozesse; Strukturzusammenhänge in der Führung von Gruppen; die Möglichkeiten und Grenzen pädagogischen Bemühens. Aufarbeitung von erzieherischen Problemen aus dem Erfahrungsbereich der Schüler (Bedeutung, Ursachen, mögliche Hilfestellungen, Prophylaxe).

Erfassen des Problems der symbolischen Darstellung der wissenschaftlichen Erkenntnis; Funktion des Sprachzeichens. Objekt und Metasprache.

Grundzüge der Logik: Begriffsfindung; Wahrheitsfunktion; deduktive und induktive Denkweisen; das Definitionsproblem.

Angemessene Beherrschung von Fachausdrücken der berufsrelevanten Humanwissenschaften.

Beurteilungskriterien für Fachliteratur. Gebrauch von berufsrelevanten Medien.

Schriftliche Arbeiten:

Eine einstündige und eine zweistündige Schularbeit im 1. Semester. Eine zweistündige Schularbeit im 2. Semester.

5.

Klasse:

Rollenbild und Selbstverständnis des Berufserziehers; die besonderen Aufgaben, Möglichkeiten und Grenzen des Erziehers in der Gegenwart; Fragen der pädagogischen Verantwortung; Rollenengagement und Rollendistanz; Erzieher und Gesellschaft; Erzieher und Kultur; die Bezugssysteme innerhalb pädagogischer Institutionen; Fragen der Psychologie der helfenden Berufe; die historische Entwicklung des Berufes; große Erzieherpersönlichkeiten in Gegenwart und Vergangenheit.

Erziehung und Bildung im zweiten Lebensjahrzehnt: Lebens- und Entwicklungsformen des Jugendalters (Personalisation, Individuation); individuelle, kollektive und epochale Aduldationskriterien, Jugendsoziologie; Jugend und Gesellschaft (Gruppen und Ichidentität); Jugend in der Heimerziehung; Institut der Jugendarbeit. Merkmale der Gegenwartsgesellschaft (Strukturproblem, Rollenwandel, Rollenkonflikte ua.).

Führung und Bildung des Erwachsenen (Zielsetzungen, Inhalte und Prinzipien); Institutionen und deren Funktion im Hinblick auf die Persönlichkeitsentfaltung, die berufliche Weiterbildung und die sozialen Bezüge, auf die Elternarbeit und die Sozialpädagogik. Die Vielfalt der Medien, ihr Einfluß auf die Gesellschaft und ihr Stellenwert als Erziehungs- und Bildungsmittel. Information, Kommunikation, Manipulation.

Methoden der wissenschaftlichen Individualitätserfassung; Persönlichkeitsfaktoren, Persönlichkeitstheorien; kreative und kollektive Lebensgestaltung in unserer Epoche.

Überblick über die erziehungswissenschaftlichen Aussagensysteme und über ihre Bedeutung für die Erziehungspraxis; Pädagogik als Wissenschaft, historische und epochale Ansätze, Theorienbildung; Idealvorstellungen über Ziel und Wege pädagogischen Tuns; reale pädagogische Konzepte und Methoden; Überblick über die erzieherischen Strukturen von Lebensvorgängen und epochalen Gegebenheiten; pädagogisch relevante Weltanschauungen und politische Gruppierungen unserer Epoche.

Einzelne philosophische Problemstellungen: das Realitätsproblem; die Wirklichkeit und ihre Bereiche. Natur und Kultur; Leben und Tod; Materie, Raum und Zeit; Kausalität und Finalität. Recht und Macht. Werte, Wertungen und Normen. Die Verantwortbarkeit menschlichen Handelns; das Willensproblem; die Sinnfrage; das Verhältnis des Menschen zum Absoluten.

Schriftliche Arbeiten:

Drei Schularbeiten im Unterrichtsjahr, davon zwei zweistündig und eine dreistündig. Im 2. Semester nur eine Schularbeit.

Didaktische Grundsätze:

Der Unterricht in Pädagogik an der Bildungsanstalt für Sozialpädagogik soll die Schüler befähigen, die gewonnenen Einsichten und das erworbene Wissen in erzieherisches Tun umzusetzen. Daher muß der Unterricht stets sowohl den schülerzentrierten Ansatz, als auch die konkrete Dimension pädagogischer Situationen berücksichtigen. Diese erfahrungsorientierten Grundlagen sollen die Schüler auch dazu führen, pädagogisches Geschehen im Hinblick auf seine Struktur und seine Gesetzmäßigkeiten durchschauen zu können.

Daher streben Auswahl und Aufbau des Lehrstoffes, vor allem in den unteren Klassen, keine strenge Systematisierung an, sondern orientieren sich am Erlebnishintergrund und an den konkreten Erfahrungen der Schüler. Dabei sind die jeweiligen Gegebenheiten der Klassengemeinschaft im Hinblick auf soziales Lernen zu berücksichtigen und entsprechende Hilfen zur Aufarbeitung von Konflikten zu geben.

Die methodische Gestaltung des Unterrichtes hat auf das Abstraktionsniveau der Schüler und auf fächerübergreifende Themenkreise Rücksicht zu nehmen. Um die notwendige Konzentration der Pflichtgegenstände Pädagogik, Didaktik – allenfalls Heil- und Sonderpädagogik – sowie Hort- und Heimpraxis zu gewährleisten, sind nachweislich Besprechungen der zuständigen Lehrer abzuhalten. Gegebenenfalls ist auch mit den Lehren anderer Unterrichtsgegenstände sowie mit den Praxisstätten Kontakt aufzunehmen.

Wiederholungen von Stoffeinheiten erklären sich aus der Tatsache, daß der Unterrichtsgegenstand Pädagogik als aufbauendes Fach zu betrachten ist; daher sind bestimmte Stoffgebiete fortschreitend auf einer jeweils höheren Ebene zu erläutern. Dabei ist repräsentative Fachliteratur heranzuziehen und kritisch auszuwerten. Auf den Aufbau von Leseinteresse, Lesegewohnheiten und einer individuellen humanwissenschaftlichen wie berufsrelevanten Bibliographie ist Bedacht zu nehmen.

Die Konkretisierung des Pädagogikunterrichtes ist fallweise durch einschlägige Lehrausgänge und Hospitationen zu sichern.

Die Unterrichtseinheiten, die der Philosophie gewidmet sind, haben die Aufgaben, Anregungen aus dem Erfahrungskreis der Schüler aufzunehmen und darauf aufbauend, soweit als möglich an das Philosophieren heranzuführen. Wichtig ist nicht sosehr die Anhäufung von Kenntnissen, sondern die Weckung und das Wachhalten des Interesses an der Philosophie. Durch das philosophische Fragen soll die Fähigkeit zur Reflexion entwickelt und die Fähigkeit zur Zusammenschau gefördert werden. Die Lehrabschnitte der Logik sind lebensorientiert und altersadäquat zu gestalten. Dabei ist zu Klarheit und Sachlichkeit auch in Diskussion und Teamarbeit zu erziehen. Systematische Philosophiegeschichte wird nicht gelehrt. Der problemgeschichtliche Aspekt gibt die Möglichkeit auf bedeutende Denker, insbesondere auf deren pädagogische Ansätze hinzuweisen.

Aufbauend auf den begrifflichen Grundlagen sind humanwissenschaftliche Erkenntnisse vielfältiger Standpunkte und Forschungsrichtungen den Schülern als gleichwertig anzubieten und in persönlicher Stellungnahme des Lehrers auf relevante pädagogische Fragen hinzuordnen.

Dem schülerzentriertern (Anm.: richtig: schülerzentrierten) bzw. erfahrungsorientierten Ansatz entsprechend sind vor allen in der 2. Klasse Erwartungshaltungen und Erlebnisse der Schüler zu berücksichtigen.

Initiativen der Schüler sind anzuregen, aufzugreifen und in das Unterrichtsgeschehen zu integrieren. Gleichzeitig soll nicht versäumt werden, Ansätze für eine aufbaufähige Strukturierung des Lehrstoffes vorzugeben. Die Formulierung des Lehrstoffes in Lernzielen weist darauf hin, daß der Pädagogikunterricht in der 2. Klasse vor allem die Hinführung der Schüler zum Sehen und Verstehen sozialer Abläufe zur Aufgabe hat.

In der 3. Klasse sollen die Schüler zum systematischen Denken hingeführt sowie in ihrer Fähigkeit zur Begriffsbildung und in ihrem Abstraktionsvermögen gefördert werden. Parallel zur Vermittlung des Sachwissens sind den Schülern an geeigneter Stelle Hilfen und Anregungen für die Anwendung des theoretischen Wissens auf die praktische Arbeit in Horten und Heimen zu geben; bei konkreten Anlässen sind sie zum Verstehen der Situation Heranwachsender und zum kritischen Wahrnehmen des eigenen Verhaltens anzuleiten.

Bezüglich der biologischen Grundlagen des Verhaltens ist auf den Kenntnissen der Biologie und Umweltkunde aufzubauen, bezüglich einer eingehenderen Darstellung der Auffälligkeiten in der Entwicklung und des Erarbeitens von spezifischen Erziehungsmaßnahmen ist auf den Unterrichtsgegenstand Heil- und Sonderpädagogik zu verweisen.

Die Schüler sind zur mündlichen und schriftlichen Darstellung von pädagogischen Sachverhalten und Problemen und zu richtiger Verwendung von Fachausdrücken auch in Gruppenarbeit und Diskussion anzuleiten.

Die schriftlichen Arbeiten haben sich auf berufsspezifische pädagogische Fragestellungen zu beziehen.

Im Hinblick auf den Lehrstoff sind die 3. und 4. Klasse als didaktische Einheit zu betrachten. Dabei ist deutlich zu machen, daß der pädagogische Gesichtspunkt das Wissen um Grundtatsachen aus Pädagogischer Psychologie, Pädagogischer Soziologie und Philosophie voraussetzt.

In der 4. Klasse ist besonderer Wert auf das integrative Verstehen komplexer Prozesse aus der Sicht verschiedener Fachrichtungen zu legen. Darauf aufbauend sollen sich die Schüler darin üben, ursächliche Zusammenhänge im Verhalten der Menschen bzw. in der Sachlogik pädagogischen Geschehens aufzufinden sowie die Möglichkeiten und Grenzen erzieherischer Maßnahmen zu erkennen.

Für das Sammeln von Informationen und als Hilfe für selbständiges Arbeiten und kritisches Auseinandersetzen ist die Verwendung einschlägiger Fachliteratur zu forcieren.

Der Unterricht in der 5. Klasse hat die Aufgabe, das erworbene Wissen der Schüler zusammenzufassen. Dies geschieht

– durch seminaristische Arbeiten (Partner- und Gruppenarbeiten unter Betonung der Selbständigkeit und Eigenständigkeit der Schüler) und in individuellen Arbeiten;

– durch aktuelle Problemstellungen; in differenzierter Auseinandersetzung sollten originäre Problemlösungen entwickelt werden können (dabei ist den Schülern die Effektivität von gruppendynamischen Vorgängen sowie die Rolle des Gruppenleiters für die Bewältigung von Konflikten bewußt zu machen);

– durch Zusammenschau der gesamten Wirklichkeit der Hort- und Heimerziehung;

– durch Projektaufgaben unter Ausnützung der Konzentration des Unterrichtes mehrerer Unterrichtsgegenstände (dabei ist auf die Motivierung der Schüler zu späterer selbstverantwortlicher Weiterbildung hinzuarbeiten).

HEIL- UND SONDERPÄDAGOGIK

Bildungs- und Lehraufgabe:

Ziel des Unterrichtes ist es, die Schüler mit den Grundtatsachen der Heil- und Sonderpädagogik vertraut zu machen, um eine offene und tolerante Haltung Behinderten gegenüber sowie Interesse für deren Bedürfnisse und Probleme zu wecken.

Die biologischen, psychologischen und soziologischen Voraussetzungen der Entstehung von Behinderungen sind in ihren Grundzügen so zu vermitteln, daß die Schüler die Bedeutung nicht nur der einzelnen Faktoren, sondern auch des Zusammenwirkens mehrerer Faktoren (multifaktorielle Bedingtheit) im Hinblick auf den Umfang und die Schwere der Beeinträchtigung erkennen.

Weiters sollen die Schüler befähigt werden, durch die Kenntnis psychopathologischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen diejenigen Auffälligkeiten, die im Rahmen der Normalerziehung behoben werden können, von solchen, welche einer Sondererziehung bedürfen, zu unterscheiden. Die Schüler sind für die Möglichkeiten der Integration Behinderter derart aufzuschließen, daß sie deren Voraussetzungen und Grenzen abzuschätzen wissen, um einerseits entsprechende individuelle Zielsetzungen aufbauend zu planen und zu realisieren, und andererseits mit Fachkräften zusammenzuarbeiten.

Lehrstoffe:

4.

Klasse:

Allgemeiner Teil:

Grundlagen der Heil- und Sonderpädagogik sowie der Kinderpsychiatrie. Anlage und Umwelt als Ursachen von Entwicklungs- und Verhaltensstörungen im Kindes- und Jugendalter unter besonderer Berücksichtigung der Gehirnphysiologie und -pathologie. Normale und abartige Sexualentwicklung.

Angemessene Einführung in die medizinische Psychologie (Konstitutions- und Typenlehre, Ausdruckserscheinungen und Schichtaufbau der Persönlichkeit).

5.

Klasse:

Spezieller Teil:

Hirnorganische Störungen: Ursachenlehre; körperliche und psychische Symptomatik einschließlich Intelligenzmängel. Cerebrale Krampfzustände sowie deren Differentialdiagnose. Stoffwechselstörungen. Behinderung und deren Formen, Teilleistungsschwächen. Funktionelle Störungen: Neuropathie, Psychosen. Psychopathische Entwicklungen. Reifungsdiskrepanzen. Milieuschäden: Neurosen (Organ- und Psychoneurosen, Psychosomatosen, pathologische Pubertätskrisen). Verwahrlosung (Früh- und Spätverwahrlosung; körperliche und psychische Verwahrlosungszustände).

Einzelprobleme:

Sprachstörungen; Beurteilung der Aussagen von Kindern; Differentialdiagnose von Fehlhaltungen wie Eigentumsvergehen, Aggressionen, Durchgehen und sexuelle Abartigkeiten; Suchtgiftproblematik; Frage der strafrechtlichen Verantwortlichkeit jugendlicher Rechtsbrecher.

Kenntnis der wichtigsten heilpädagogischen Institutionen in Österreich und deren Aufgabenbereich.

Didaktische Grundsätze:

Zu den Unterrichtsgegenständen Pädagogik, Didaktik, Hort- und Heimpraxis, Biologie und Umweltkunde sowie Gesundheitslehre sind Querverbindungen herzustellen, um den Schülern die meist nur graduellen und nicht prinzipiellen Unterschiede zwischen normaler und auffälliger Entwicklung bewußt zu machen. Dadurch soll auch die Gefahr vermieden werden, daß das einschlägige Fachwissen zu vorschnellen, eigenmächtigen Diagnosestellungen verleitet und Vorurteile hervorruft.

Der Unterricht soll Demonstrationen mit Fallbesprechungen (unter Einbeziehung der Medien) gemäß dem Prinzip des Individualisierens miteinschließen. Bei der Beschreibung der Zustandsbilder sind jeweils spezielle Ursachen, Erscheinungsformen und entsprechende Möglichkeiten heilpädagogischer Behandlung aufzuzeigen, dabei ist der Standpunkt zu betonen, daß in erster Linie das Kind und nicht die Behinderung Beachtung verdient. Durch das Sachwissen soll auch eine emotionale sowie ethisch-sittliche Haltung des Respektes und der Toleranz gegenüber „anderen“ geübt und gefestigt werden.

Für manche Schüler kann der Unterricht in Heil- und Sonderpädagogik Entscheidungshilfe bieten und Motivation sein für eine weitere Ausbildung zum Sondererzieher.

DIDAKTIK

(insbesondere Didaktik der Hort- und Heimerziehung)

Bildungs- und Lehraufgabe:

Der Unterricht soll die künftigen Erzieher dazu befähigen, die Erziehungs- und Bildungsarbeit in Horten und Heimen für Kinder und Jugendliche sowie in der außerschulischen Jugendarbeit auf Grund ihres Wissens um die Ziele, Einflußfaktoren und konkreten Realisierungsmöglichkeiten eigenverantwortlich zu planen, geeignete Methoden zu entwickeln und diese auf ihre Wirksamkeit zu reflektieren. Dazu gehören unter anderem:

– Überblick über das gesamte sozialpädagogische Berufsfeld unter besonderer Berücksichtigung der institutionellen Pädagogik;

– Wissen um die Möglichkeiten bzw. Grenzen und aktuellen Probleme institutioneller Pädagogik;

– Einsicht in die Komplexität des Lebensraumes „Heim“ als einem vernetzten System;

– Befähigung zur Umsetzung humanwissenschaftlicher Erkenntnisse in berufspraktisches Handeln; Verringerung des Theorie-Praxis-Gefälles;

– Befähigung zur Planung der Erziehungs- und Bildungsarbeit, zur Motivation von Kindern und Jugendlichen zur Auslösung und Begleitung von Lernprozessen, zur Persönlichkeitsbildung in allen ihren Teilbereichen, zur Entwicklung spezieller Stütz- und Fördermaßnahmen ua.;

– Befähigung zur Arbeit in einem Team, zur Steuerung von Gruppenprozessen, zur Gesprächsführung und Kontaktlösung;

– Kenntnis berufsbezogener Fachliteratur sowie geeigneter Bildungsmittel und Materialien für die praktische Arbeit;

– Reflexion, Analyse und Aufarbeitung der in der Hort- und Heimpraxis gewonnenen Erfahrungen.

Lehrstoff:

1.

Klasse (in Verbindung mit Hort- und Heimpraxis):

Überblick über die Spiel- und Beschäftigungsformen für Kinder und Jugendliche mit ausgewählten praktischen Übungen.

Exemplarische Einführung in Methoden zur Motivation Heranwachsender und zur Auslösung einfacher Lern- und Bildungsprozesse im kognitiven, emotionalen und sozialen Bereich.

Kennenlernen berufsbezogener Fachliteratur, Materialien und Bildungsmittel für die Erziehungspraxis.

Anleitung und Beratung beim Aufbau systematischer und ausbaufähiger berufsbezogener Sammlungen sowie einer Spiel- und Beschäftigungskartei.

Aufzeigen von rationellen und systematischen Lernmethoden (Grundprobleme des Lernens) und Reflektieren des eigenen Lernverhaltens.

Einführung in die berufsspezifische Fachsprache.

2.

Klasse:

Erster Überblick über sozialpädagogische Einrichtungen.

Einflußfaktoren und Bedingungsfelder erfolgreicher institutioneller Erziehung: Aufgaben; Zielsetzungen; Raumstruktur; Zeitstruktur; Arbeitsmethoden.

Allgemeine Aufgaben und Verantwortungsbereiche des Erziehers; spezielle Sicherheitsvorkehrungen.

Konkrete Möglichkeiten der Lernerziehung und Lernbetreuung: Ziele, Förderung der Lernmotivation, rationelle Lernmethoden, methodische Prinzipien erfolgreicher Lernhilfe in der Hort- und Heimerziehung.

Methodisch-didaktische Voraussetzungen und Grundsätze einzelner Erlebnisbereiche: zB Spielerziehung, Leseerziehung, Bewegungserziehung, Medienerziehung, musisch-kreative Erziehung.

Anleitung zur Planung, Durchführung und Auswertung (Reflexion) von erlebniszentrierten Anboten aus der Erziehungs- und Bildungsarbeit in Horten und Heimen. Einblick in Kriterien einer prozeßorientierten Planung.

Fortführung und Erweiterung fachspezifischer Sammlungen von Materialien und Spielgut. Weiteres Kennenlernen der berufsspezifischen Fachsprache unter Einbeziehung einfacher berufsrelevanter Fachliteratur.

Schriftliche Arbeiten:

Eine einstündige Schularbeit pro Semester.

3.

Klasse:

Auseinandersetzung mit Grundkenntnisse der Gruppendynamik und Gruppenpädagogik, um Gruppenphänomene besser erkennen und Gruppenprozesse gezielter steuern zu können: Gruppe als sozialer Lebens- und Lernraum – Eingliederung.

Kenntnis verschiedener administrativer und organisatorischer Voraussetzungen für die Sicherung eines effektiven Erziehungs- und Bildungsprozesses.

Einführung in Methoden der Verhaltensbeobachtung und Verhaltensbeschreibung als Voraussetzung verantwortlichen pädagogischen Handelns.

Vertiefte und weiterführende Auseinandersetzungen mit den Faktoren und Maßnahmen, die die Erziehung beeinflussen, deren Wirksamkeit, ihren konkreten Anwendungsmöglichkeiten und Grenzen.

Fortführung und Strukturierung der Bildungsangebote für verschiedene Persönlichkeitsbereiche des Kindes und der Jugendlichen, insbesondere für die emotionale Erziehung, das Sozial- und Wertverhalten, für religiös-weltanschauliche Einstellungen und spezielle Probleme der Sexualerziehung.

Einführung in die Animative Didaktik, Freizeitpädagogik; soziokulturelle Animation und Freizeitmanagement. Überblick über freizeitpädagogisch relevante Institutionen und Organisationen. Grundkenntnisse der Methodik kommunikativen und freizeitpädagogischen Handelns.

Einführung in die speziellen Aufgaben, Arbeitsmethoden, Möglichkeiten und Grenzen der Einrichtungen der Heil- und Sonderpädagogik, einschließlich der pflegerischen Aufgaben.

Beurteilungskriterien für berufsbezogene Fachliteratur und Angebote im audio-visuellen Bereich.

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