Verordnung des Bundesministers für Gesundheit und Konsumentenschutz und des Bundesministers für wirtschaftliche Angelegenheiten betreffend die Abgabe und Kennzeichnung bestimmter Arzneimittel im Kleinverkauf (Abgrenzungsverordnung)

Typ Verordnung
Veröffentlichung 1995-09-01
Status Aufgehoben · 2004-04-30
Ministerium BKA (Bundeskanzleramt)
Quelle RIS
Artikel 7
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Die schlanke, ca. 15 mm lange Blattknospe ist infolge dichter Behaarung grauweiß, die mehr oder weniger zusammengerollten, lanzettförmigen bis länglich eiförmigen Blätter sind braunschwarz und infolge Abfallens der meisten Haare fast kahl. Weicht man sie in Wasser auf, so treten am Rande die Blattzähne hervor, deren Endzotte aber nur bei den jüngsten Blättern erhalten ist.

Folium Urticae

(Brennesselblatt)

Das getrocknete Laubblatt von Urtica dioica L. oder Urtica urens L.

Die stark geschrumpften, gestielten Blätter sind bis 10 cm lang und bis 5 cm breit. Sie sind eiförmig bis länglich, lang zugespitzt, am Blattgrund herzförmig oder abgerundet, am Rand grob gesägt, auf der Oberfläche schwarzgrün und auf der Unterseite hellgrün. Die Blätter sind mit großen, steifen Brennhaaren und kleinen Borstenhaaren besetzt.

Fructus Aurantii immaturus

(Unreife Bitterorangenfrucht)

Die getrocknete, unreife Frucht von Citrus aurantium L. ssp. aurantium.

Die fast kugeligen, sehr harten Früchte haben einen Durchmesser von 0,5 bis 2 cm. Sie sind außen dunkelgrün bis bräunlichgrau und durch zahlreiche punktförmige Vertiefungen (die eingetrockneten Ölbehälter) warzig oder runzelig. Im Querschnitt erkennt man bei Lupenbetrachtung die knapp unter der Oberseite liegenden Sekretbehälter und in der Mitte 8 bis 10, seltener 12 Fruchtknotenfächer, die um eine Mittelsäule angeordnet sind, von der in die Fächer die verschrumpften, zweizeilig übereinander gestellten Samenanlagen hineinragen. Der Geruch ist würzig-aromatisch, der Geschmack würzig und bitter.

Fructus Berberidis

(Sauerdornfrucht)

Die reife, getrocknete Frucht von Berberis vulgaris L.

Die getrockneten länglichen Beeren sind bis 1 cm lang. Die geschrumpfte Fruchtschale ist glänzend dunkelrot oder braunrot. Die Frucht enthält zwei, selten drei Samen von etwa 4 bis 6 mm Länge und 2 bis 3 mm Breite. Die Samen sind plankonvex und an einm Ende zugespitzt.

Der Geschmack ist angenehm sauer.

Fructus Cardamomi

(Kardamomen)

Die getrocknete, ungebleichte Kapselfrucht von Elettaria cardamomum L.WHITE et MATON.

Die Frucht ist länglich stumpf dreikantig, nach den Enden zu verschmälert, 1 bis 2 cm lang, bis 1 cm breit, längsgestreift, hellgelb bis graugelb und springt auch bei der Reife nicht auf.

Die Fruchtschale ist pergamentartig und umschließt drei Fruchtfächer, von denen jedes vier bis acht in zwei Reihen angeordnete, von einem häutigen Samenmantel umhüllte Samen enthält.

Die Samen sind 2 bis 3 mm lang, gegen 2 mm breit, unregelmäßig kantig, rotbraun und quergerunzelt.

Der Geruch ist aromatisch, die Fruchtschale schmeckt nur schwach, die Samen schmecken kräftig würzig und zugleich brennend.

Fructus Cardui Mariae

(Mariendistelfrucht)

Mariendistelfrüchte bestehen aus den vom Pappus befreiten Früchten von Silybum marianum (L.) GAERTNER.

Die Früchte sind schief eiförmig-länglich, etwas flachgedrückt, 6 bis 7 mm lang, bis 3 mm breit und etwa 1,5 mm dick, an der Basis mit einem seitlichen, rinnenförmigen Nabel versehen und oben mit einem vorspringenden, knorpeligen, glänzendgelben Rand.

Die Fruchtschale ist glänzend braunschwarz oder matt graubraun, dunkel- oder weißgrau gestrichelt. Sie umschließt einen geraden Samen mit zwei dicken Keimblättern.

Fructus Cynosbati

(Hagebuttenfrucht)

Hagebuttenfrüchte bestehen aus den reifen, getrockneten Scheinfrüchten von Rosa canina L. und anderen Wildrosen mit roten Früchten.

Die Scheinfrüchte bestehen aus dem fleischig weichen, eiförmigen, glänzend roten Achsenbecher, der stark eingefallen, innen krugförmig vertieft und mit Haaren ausgekleidet ist. Die Scheinfrucht ist zirka 2 cm lang, 1,5 cm breit und umschließt zahlreiche harte, einsamige, gelbbraune Nüßchen. Die Nüßchen sind 5 mm lang, 3 mm dick, spitz eiförmig und an den seitlichen Berührungsstellen abgeplattet (drei- oder mehrkantig).

Die Schnittdroge besteht aus den auf der Außenseite glatten, auf der Innenseite mit langen, seidig glänzenden Haaren besetzten, schwarz bis hellroten, braunen, stark gerunzelten und leicht eingerollten, fleischigen Stückchen der Achsenbecher, denen vielfach die eigentlichen Früchte, die hellgelben, kantigen Nüßchen anhaften, die sehr zahlreich auftreten.

Fructus Pimentae

(Piment, Nelkenpfeffer)

Die nicht ganz reife, noch grün gesammelte und an der Sonne getrocknete Beerenfrucht von Pimenta dioica (L.) MERRILL.

Die Beerenfrüchte sind kugelig bis eiförmig, ungestielt und 5 bis 8 mm lang. Die Oberfläche ist körnig rauh, stumpfgrau oder rotlichbraun. Am Grunde befindet sich eine kurze Stielnarbe, am Scheitel eine flache, ringförmige Vertiefung mit einem vierzähnigen Kelchsaum und dem Griffelrest in der Mitte.

Die Früchte sind zweifächerig und enthalten in jedem Fach einen schwarzbraunen Samen.

Fructus Piperis albi

(Weißer Pfeffer)

Die ausgereifte, durch Abreiben von der äußeren Schicht befreite, getrocknete, beerenartige Frucht von Piper nigrum L.

Die Frucht ist kugelig und glatt, der Durchmesser beträgt etwa 3 mm. Sie ist am Scheitel etwas abgeflacht und von weißlicher Farbe. Eine Anzahl von oben nach unten verlaufender Gefäßbündel lassen den Rest der Fruchtschale erkennen.

Der Same ist ursprünglich mit der Fruchtschale verwachsen.

Fructus Vanillae

(Vanillefrucht)

Die vor der Reife gesammelte und dann fermentierte Frucht der kultivierten Vanilla planifolia ANDREWS.

Die Kapselfrüchte sind 18 bis 25 cm lang, höchstens 1 cm breit, nach beiden Seiten verschmälert, mehr oder weniger flachgedrückt, längsfurchig, biegsam, glänzend schwarzbraun und mit feinsten Vanillinkristallen bedeckt. Am dünnen Ende befindet sich die Stielnarbe, an der Spitze die Narbe der abgefallenen Blütenteile.

Im Inneren sind zahlreiche rundliche, winzige, etwa 0,25 mm dicke, schwarze Samen in ein schwarzes, wohlriechendes Fruchtmus eingebettet.

Herba Allii ursini

(Bärlauchkraut)

Die zur Blütezeit gesammelten, getrockneten oberirdischen Teile von Ocimum basilicum L.

Die gestielten, bis 2 cm langen und etwa 12 mm breiten Blätter sind eiförmig oder eiförmig-länglich, stumpf oder zugespitzt. Der Blattrand ist gezähnt oder ganzrandig und behaart. Durch das kahle Blatt zieht ein Hauptnerv mit bogenläufigen Seitennerven.

Der Stengel ist vierkantig, im unteren Bereich fast kahl, zur Spitze hin aber weichhaarig.

Der Geruch ist angenehm aromatisch, der Geschmack würzig und leicht salzig.

Herba Artemisiae

(Beifußkraut)

Beifußkraut besteht aus den während der Blütezeit gesammelten, vorsichtig getrockneten Zweigspitzen von Artemisia vulgaris L.

Die halbstengelumfassenden Blätter sind oberseits dunkelgrün und unbehaart, unterseits weißfilzig. Die unteren Stengelblätter sind doppelt fiederspaltig und geöhrt, die mittleren nur einfach fiederspaltig, mit spitzen, lanzettlichen, gesägten oder ganzrandigen, etwas umgeschlagenen Zipfeln, die oberen ungeteilt lanzettförmig.

Die zu endständigen Rispen angeordneten rötlichen Blütenköpfchen sind eilänglich, haben einen halbkugeligen, unbehaarten Blütenboden und einen Hüllkelch, dessen dünnfilzige, lanzettliche Blättchen dachziegelartig angeordnet sind. Die Köpfchen haben weibliche, fast walzenförmige, schief gestutzte Randblüten und zwitterige, röhrenförmige Scheibenblüten.

Die Stengel sind dick, deutlich längsgerillt, rotviolett und markhaltig.

Die Schnittdroge ist gekennzeichnet durch die zahlreichen Blütenköpfchen mit den grauweißen, wollig behaarten Hüllkelchblättern und gelblichen oder auch rötlichen Blüten, durch unterseits weißfilzig behaarte und oberseits dunkel- bis schwarzgrüne, unbehaarte Blattstückchen und durch einzelne dicke, deutlich längsgerillte, rotviolette, markhaltige Stengelstücke.

Herba Basilici

(Basilikumkraut)

Die zur Blütezeit gesammelten, getrockneten oberirdischen Teile von Ocimum basilicum L.

Die gestielten, bis 2 cm langen und etwa 12 mm breiten Blätter sind eiförmig oder eiförmig-länglich, stumpf oder zugespitzt. Der Blattrand ist gezähnt oder ganzrandig und behaart. Durch das kahle Blatt zieht ein Hauptnerv mit bogenläufigen Seitennerven.

Der Stengel ist vierkantig, im unteren Bereich fast kahl, zur Spitze hin aber weichhaarig.

Der Geruch ist angenehm aromatisch, der Geschmack würzig und leicht salzig.

Herba Capilli veneris

(Frauenhaarkraut)

Frauenhaarkraut besteht aus den getrockneten Wedeln von Adiantum capillus-veneris L.

Die Wedel sind zwei- bis dreifach gefiedert und im Umriß eiförmig bis länglich. Der glänzend rotbraune bis schwarze Stiel ist kahl, lang, dünn und dreikantig.

Die kurzgestielten Fiederblättchen sind rhombisch bis verkehrteiförmig und kahl. Der Blattrand ist gezähnt. Unter den nach unten geschlagenen Lappen des vorne tief gekerbten Randes befinden sich die linienförmigen, kurzen Sori. Die Nervatur ist mehrfach gabelig verzweigt.

Die Schnittdroge besteht aus stark geschrumpften, weichen, grünen Fiederblättchen und einzelnen, dunkelbraun glänzenden Stielteilchen.

Herba Droserae

(Sonnentaukraut)

Die getrockneten oberirdischen Teile von Drosera peltata SM. Oder Drosera madagascariensis DC.

Das Blatt ist rotbraun bis schwarz, die Blattspreite ist ründlich oder verkehrt eiförmig, bis etwa 15 mm lang, 4 bis 15 mm breit und oftmals zusammengedrückt. Auf der Blattoberseite befinden sich rote Haare (Tentakel). Die Blattspreite verschmälert sich spatelförmig in den bis 25 mm langen Blattstiel oder das Blatt ist schildförmig.

Die Bruchstücke des Stengels fühlen sich wegen der Blattnarben rauh an.

Der Geschmack ist etwas bitter und adstringierend.

Herba Galeopsidis

(Hohlzahnkraut)

Hohlzahnkraut besteht aus den zur Blütezeit gesammelten und getrockneten oberirdischen Teilen von Galeopsis ochroleuca L. (= Galeopsis segetum NECKER).

Der stumpf vierkantige Stengel ist bis 50 cm lang, grün, manchmal purpurn verfärbt und flaumig behaart. Er ist unter den Knoten nicht verdickt und trägt gekreuzt gegenständige, bis 5 cm lange, eiförmige bis lanzettliche, gestielte Blätter, deren Spreite weich behaart, am Grund keilförmig verschmälert und am Rand grob gesägt ist. Haupt- und Seitennerven treten auf der Unterseite deutlich hervor. Die stark geschrumpften Blüten stehen in achselständigen, sechs- bis zehnblütigen Scheinquirlen; sie besitzen einen kurzen stachelspitzigen, drüsig behaarten Kelch und eine blaßgelbe, zweilippige, behaarte Blumenkrone, die drei- bis viermal länger ist als der Kelch; die Unterlippe trägt am Grund einen schwefelgelben Fleck. Die braunen Nüßchen zeigen am Grund einen halsartigen Fortsatz.

Die Schnittdroge besteht aus gelbgrünen, leicht gerunzelten Blattstückchen mit grob gesägtem Blattrand und samtig weicher Behaarung. Haupt- und Seitennerven treten auf der Unterseite stark hervor. Weiters enthalten sind die hellgelben Kelche mit fünf nach außen abstehenden Zähnen, sowie die stark geschrumpften gelben Kronblätter mit dem schwefelgelben Fleck auf der Unterlippe. Nebenbei kommen noch braune, schwarz punktierte Nüßchen und hellgelbe bis blauviolette Stengelteile in der Droge vor.

Herba Majoranae

(Majorankraut)

Majorankraut besteht aus den während der Blütezeit (Juli bis September) gesammelten und von den Stengeln abgestreiften, getrockneten Blättern und Blüten von Majorana hortensis MOENCH.

Die kurzgestielten Blätter sind bis 4 cm lang und behaart. Sie sind eiförmig bis spatelförmig, drüsig punktiert, stumpf und haben einen glatten Blattrand.

Die Blüten sind bis 4 mm lang und stehen in eiförmigen bis länglichen oder kugelig zottigen Ähren zusammen. Die Deckblättchen sind eiförmig rundlich und fast dachziegelartig angeordnet. Der Kelch ist fünfzählig und tütenförmig, die Krone weißlich oder rötlich und zweilippig.

Die Schnittdroge besteht aus zahlreichen rundlichen bis eiförmigen Deckblättchen, in deren Achseln die nur wenig hervorragenden gelblich verfärbten Blüten liegen. Weiters sind größere Teile der hellgrünen, filzig behaarten, vierseitig prismatischen Blütenstände enthalten, ferner einzelne Blüten mit dem kapuzenförmigen Kelch sowie graufilzig behaarte, drüsig punktierte Blattstückchen.

Herba Origani

(Dostenkraut)

Die getrockneten, während der Blütezeit gesammelten und von den dickeren Stengeln befreiten oberirdischen Teile von Origanum vulgare L.

Das kurzgestielte Blatt ist breit eiförmig, behaart und durchscheinend drüsig punktiert. Die hellpurpurfarbige Blüte ist kurz gestielt, in kurzen Ähren stehend mit ovalen Hochblättern. Der Stengel ist vierkantig, behaart und rötlich angelaufen. Der Geruch ist herb, der Geschmack würzig balsamisch.

Herba Saturejae

(Bohnenkraut)

Die getrockneten, wärhend der Blütezeit gesammelten oberirdischen Teile von Satureja hortensis L.

Das kleine, schmallanzettlich eingerollte Blättchen zeigt eine drüsige Punktierung und einen hervortretenden Mittelnerv.

Die Stengelstücke sind rundlich und rauhhaarig. Die Droge enthält ferner hellbraune, meist noch zu vier zusammenstehende kleine, eiförmige Nüßchen.

Der Geruch ist angenehm gewürzhaft, thymianartig, der Geschmack scharf würzig.

Herba Serpylli

(Feldthymiankraut, Quendelkraut)

Feldthymiankraut besteht aus den getrockneten, während der Blütezeit gesammelten, oberirdischen Teilen von Thymus serpyllum L. (s.l.).

Die blauvioletten Zweige sind 10 bis 40 cm lang, ihr Durchmesser beträgt 1 bis 2 mm. Sie sind hohl, undeutlich vierkantig und schwach behaart.

Die kaum eingerollten Blätter sind zirka 1 cm lang und kreuzgegenständig angeordnet. Die Blattform ist rundlich bis oval, der Blattrand glatt. Die Blattspreite ist drüsig punktiert, der Blattgrund gewimpert.

Der Kelch ist rotviolett, die Blumenkrone rosa gefärbt, zweilippig, röhrig und im Schlund weiß behaart.

Herba Urticae

(Brennesselkraut)

Brennesselkraut besteht aus den getrockneten, während der Blütezeit gesammelten oberirdischen Teilen von Urtica dioica L. und Urtica urens L.

Urtica dioica: Der Stengel ist einfach oder ästig, stumpfvierkantig und stark gefurcht. Er ist mit kurzen Deck- und langen Brennhaaren besetzt, zeigt einen faserigen Querbruch und enthält ein teilweise weiches Mark. Der Stengeldurchmesser beträgt höchstens 3 mm.

Die Blätter sind gegenständig angeordnet und gestielt. Sie werden bis 10 cm lang und 5 cm breit, sind eiförmig bis länglich und lang zugespitzt. Der Blattgrund ist herzförmig oder gerundet, der Blattrand grob gesägt. Die Oberseite der Blätter ist schwarzgrün gefärbt, die Unterseite hellgrün. An der Unterseite tritt auch die Nervatur stark hervor.

Die Blätter tragen große steife Brennhaare und kleine Deckhaare.

Die kleinen, unscheinbaren Blüten sind grün gefärbt, männlich oder weiblich und stehen in langen Rispen in den oberen Blattachseln.

Die ellipsoid-eiförmigen Früchte sind zirka 1 mm lang und von der Seite zusammengedrückt. Sie sind hellbraun, glatt und von vier Blättchen umhüllt.

Urtica urens: Die Blätter sind kleiner und werden bis 5 cm lang und bis 4 cm breit. Sie sind elliptisch bis eiförmig und tragen kaum Deckhaare. Die Blütenstände sind knäueliger im Aussehen.

Die Schnittdroge besteht aus stark geschrumpften, vielfach knäuelig eingerollten Blattstücken mit schwarzgrüner Oberseite und hellgrüner Unterseite. Weiters enthalten sind vierkantige, meist breitgedrückte, grünbraune Stengelstücke und Blütenteile.

Herba Veronicae

(Ehrenpreiskraut)

Ehrenpreiskraut besteht aus den getrockneten, während der Blütezeit gesammelten, oberirdischen Teilen von Veronica officinalis L. Die runden, hin- und hergebogenen und oft wurzelnden Stengel tragen eiförmige oder elliptische und in den kurzen Blattstiel verschmälerte Blätter. Der Blattrand ist gesägt. Die Blätter sind gegenständig angeordnet.

Stengel und Blätter sind behaart.

Die kleinen Blüten sind kurz gestielt und blaßblau gefärbt. Sie sind vierzählig mit zwei Staubblättern. In den Blattwinkeln bilden sie reichblütige, langgestielte Trauben.

Die Schnittdroge ist gekennzeichnet durch spröde, graugrüne, matte Blattstücke; ganze, verkehrt eiförmige kleine Blättchen mit rauher Behaarung; Bruchstücke der gedrungenen Blütentrauben mit blauen oder rötlichen, dunkel geaderten Blüten; braungrüne, flache verkehrt herzförmige Fruchtkapseln mit vier schmallanzettlichen Kelchblättern und behaarte, grün bis blauviolette Stengelstücke.

Radix Cichorii

(Wegwartwurzel)

Wegwartwurzel besteht aus den getrockneten, im Herbst gesammelten Wurzeln von Cichorium intybus L.

Die Wurzel ist spindelförmig oder fast stielrund, ein- oder mehrköpfig. In frischem Zustand ist sie derb fleischig, milchend und außen hellgelb. Getrocknet ist sie stark geschrumpft, hornartig hart, außen hellbraun und längsfurchig.

Im Querschnitt ist die Wurzel radial gestreift.

Radix Graminis

(Queckenwurzel)

Queckenwurzel besteht aus den getrockneten Wurzelstöcken von Agropyron repens (L.) P. Beauv.

Der Wurzelstock ist sehr lang, ästig und zirka 4 mm dick. Die blaß strohgelben Stengelglieder sind 2 bis 5 cm lang, hohl und außen längsgefurcht. Nur an den nicht hohlen, nicht verdickten Knoten sitzen sehr dünne Wurzeln und kurze, zerfranste, häutige Scheiden von Nebenblättern.

Die Schnittdroge ist gekennzeichnet durch strohgelbe, längsfurchige, hohle Stengelglieder und durch die mit sehr dünnen, fadenförmigen Wurzeln und kurzen, gefransten, häutigen bräunlichen Niederblattscheiden besetzten Knotenstückchen der langen, ästigen Wurzelstöcke.

Radix Pimpinellae

(Bibernellwurzel)

Bibernellwurzel besteht aus den getrockneten Wurzeln von Pimpinella major L. oder Pimpinella saxifraga L.

Der Wurzelstock ist ein- oder mehrköpfig, 0,5 bis 3 cm dick und wenige Zentimeter lang. Die spindelförmigen Wurzeln sind zirka 20 cm lang und 1,5 cm dick. Sie sind längsrunzelig, nur oben fein geringelt und warzig. Das zahlreich verzweigte Rhizom ist an der Oberseite derb, fein geringelt und grobfaserig, mit Resten der abgeschnittenen hohlen Stengel.

Im Querschnitt ist die breite, stark zerklüftete Rinde, die von geschlängelten, dunklen Linien strahlig gestreift ist, zu erkennen. Ferner ist der meist gelblich gefärbte, schwach strahlige Holzkörper zu sehen.

Die Schnittdroge besteht aus dünnen, dickeren und mit graubraunem Kork bedeckten Stückchen, an denen eventuell Narben von Wurzeln sichtbar sind; ferner finden sich deutlich radial gestreifte Querschnittbruchstücke mit einer zirka 2 mm breiten Rinde und einem dunklen Kambium.

Semen Cydoniae

(Quittensamen)

Quittensamen bestehen aus den reifen Samen von Cydonia oblonga MILL.

Die meist zu mehreren miteinander verklebten, keilförmigen oder verkehrt eiförmigen Samen sind durch gegenseitigen Druck abgeplattet und dadurch kantig. Sie sind bis 1 cm lang, hart und rotbraun gefärbt. Eingetrockneter Schleim umgibt sie mit einem weißen Häutchen.

Der Keimling mit den dicken Keimblättern und das schmale Endosperm werden von einer dünnen, zerbrechlichen Samenschale umgeben.

Semen Plantaginis ovatae

(Indischer Flohsame)

Die reife Same von Plantago ovata FORSSKAL.

Die Samen sind etwa 1,5 bis 3,5 mm lang und 1,0 bis 1,8 mm breit, hart und von ovaler, schiffchenähnlicher Gestalt. Ihre Oberfläche ist stumpf und blaßrosa bis rötlichgelb gefärbt. Im Scheitelpunkt oder konvex gekrümmten Seite befindet sich ein größerer ovaler, rötlichbrauner Fleck. Gelegentlich sind die Samen auch einheitlich rotbraun gefärbt. Im Mittelpunkt der Furche erscheint der Nabel, der mehr oder weniger mit einer weißlichen Haut bedeckt ist.

Strobulus Lupuli

(Hopfenzapfen)

Hopfenzapfen bestehen aus den getrockneten, im September gesammelten, weiblichen Blütenständen von Humulus lupulus L.

Die Blütenstände sollen keinereifen Früchte enthalten.

Die bräunlichen bis gelblichgrünen Hopfenzapfen sind eiförmig, 2 bis 4 cm lang und gestielt. Sie sind aus dachziegelartig angeordneten, häutigen Neben- und schiefeiförmigen Vorblättern zusammengesetzt.

Die Vorblätter sind am Grund einseitig eingerollt und umhüllen die unreifen Fruchtnüßchen, die ihrerseits von der Blütenhülle eingeschlossen sind.

In den Achseln der Nebenblätter stehen zwei weibliche Blüten, die von schiefeiförmigen Vorblättchen umhüllt sind. Am Grund liegen die Hopfendrüsen (Glandula Lupuli).

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