Bekanntmachung der Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur betreffend die Lehrpläne für den katholischen Religionsunterricht an Hauptschulen, an der Unterstufe allgemein bildender höherer Schulen, an berufsbildenden höheren Schulen sowie an Berufsschulen
| Schulstufen-spezifische Kompetenz: | Die Sehnsucht nach einem Leben in Fülle zur Sprache bringen und mit der Zusage der Reich-Gottes-Botschaft Jesu in Beziehung setzen können (C, D) |
|---|---|
| Elementare Inhalte: | Lebensträume – Lebensglück Bilder und Gleichnisse vom Reich Gottes |
Symbole – Rituale – Sakramente
Symbole und Rituale in Kommunikation, in der Bilder- und Medienwelt beschreiben und interpretieren können, religiöse Ausdrucksformen erklären können und die Bedeutung der Sakramente verstehen
| Schulstufen-spezifische Kompetenz: | Symbole beschreiben und deuten (A, B) |
|---|---|
| Elementare Inhalte: | Handlungssymbole im Leben der Menschen |
| Schulstufen-spezifische Kompetenz: | Sakramente als Zeichen der Liebe und Nähe Gottes im Leben der Menschen verstehen (B) |
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| Elementare Inhalte: | Die 7 Sakramente – eine Zusammenschau Das Sakrament der Taufe |
Christentum in Kultur und Geschichte – Kirche, Ökumene
Zeugnisse des Christlichen in der Kultur entdecken, Feste als Unterbrechung des Alltags verstehen, am kirchlichen Leben in seinen vielfältigen Formen und Traditionen teilhaben können
| Schulstufen-spezifische Kompetenz: | An christlichem Brauchtum und kirchlichem Leben teilhaben können (C, E) |
|---|---|
| Elementare Inhalte: | Christliches Brauchtum in regionaler Ausformung Leben der Pfarrgemeinde, ... Aufgaben und Struktur der Diözese |
| Schulstufen-spezifische Kompetenz: | Das Christliche in Kultur und Gesellschaft entdecken können (A, B) |
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| Elementare Inhalte: | Kirche in Österreich (Persönlichkeiten, soziale Einrichtungen, Bauten, Geschichte, ...) |
Klasse:
Vielfältige Gottesbilder – der sich in Jesus Christus offenbarende Gott
Sehnsüchte und vielfältige Gottesbilder wahrnehmen können, sich mit der persönlichen Gottesahnung auseinandersetzen und diese in Beziehung zur christlichen Botschaft von Vater, Sohn und Heiliger Geist setzen können
| Schulstufen-spezifische Kompetenz: | Die Botschaft vom befreienden Handeln Gottes darstellen können (A, D) |
|---|---|
| Elementare Inhalte: | Befreiungserzählungen, Exoduserzählung |
| Schulstufen-spezifische Kompetenz: | Gott als den verstehen, der in Jesus Mensch geworden ist (B) |
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| Elementare Inhalte: | Gott wird Mensch für die Menschen: Kindheitsgeschichten Jesu |
Toleranz und Wertschätzung angesichts der Vielfalt von Kulturen und Religionen
Unterschiedliche Lebens- und Glaubensformen in Kulturen und Religionen kennen, sich im Geist Jesu kritisch mit ihnen auseinandersetzen sowie Toleranz und Wertschätzung praktizieren
| Schulstufen-spezifische Kompetenz: | Grundlagen des Judentums kennen (A) |
|---|---|
| Elementare Inhalte: | Judentum: Kultur, religiöse Praxis und Grundüberzeugungen |
| Schulstufen-spezifische Kompetenz: | Grundlagen des Islams kennen (A) |
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| Elementare Inhalte: | Islam: Kultur, religiöse Praxis und Grundüberzeugungen |
| Schulstufen-spezifische Kompetenz: | Das Verhältnis Christentum – Judentum – Islam reflektieren (D) |
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| Elementare Inhalte: | Jesus der Jude, der Prophet, der Christus Abraham in den monotheistischen Religionen |
Leben und Hoffen angesichts von Schuld, Leid und Tod
Schuld, Leid und Tod im persönlichen Leben und in der Gesellschaft wahrnehmen, unterschiedliche Bewältigungsversuche und Sinndeutungen kennen und mit der befreienden Wirkung des Lebens, des Sterbens und der Auferstehung Jesu in Beziehung setzen können
| Schulstufen-spezifische Kompetenz: | Unheilvolle Situationen erkennen, eigene Verstrickungen und Schuld wahrnehmen und heilsame Veränderungsmöglichkeiten aufzeigen können (A, D) |
|---|---|
| Elementare Inhalte: | Schuldig werden – sich schuldig fühlen Persönliche und strukturelle Schuld (Erbsünde) Formen der Vergebung und Versöhnung im Alltag, in der Bibel und im Leben der Kirche Das Sakrament der Versöhnung |
Würde des Menschen in Freiheit und Verantwortung
Die eigene Würde und die der anderen anerkennen und reflektieren, was sie im Zusammenleben fördert und gefährdet, und sich im solidarischen Handeln am Beispiel Jesu orientieren können
| Schulstufen-spezifische Kompetenz: | Für die Stimme des Gewissens sensibel sein (A, E) |
|---|---|
| Elementare Inhalte: | Gewissen – entscheiden in Verantwortung Menschen, die nach ihrem Gewissen handeln Gewissenskonflikte |
| Schulstufen-spezifische Kompetenz: | Christliche Grundregeln des Zusammenlebens kennen und anwenden (A, C) |
| Elementare Inhalte: | Dekalog, Bergpredigt |
Welt und Mensch – Schöpfung Gottes
Sich selbst und die Welt als entwicklungsfähig und gefährdet erkennen, die Schöpfung und sich als Geschöpf in Dankbarkeit und Verantwortung verstehen und die Sehnsucht nach der Vollendung offen halten
| Schulstufen-spezifische Kompetenz: | Das Leben und die Mitwelt als Geschenk verstehen (B, C) |
|---|---|
| Elementare Inhalte: | Staunen über Phänomene des Kosmos und der Natur Kreativität und schöpferisches Gestalten des Menschen |
| Schulstufen-spezifische Kompetenz: | Vom Angebot des Lebens verantwortungsvoll Gebrauch machen können (E) |
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| Elementare Inhalte: | Lebensfreude, Verschwendung und Maßlosigkeit |
| Schulstufen-spezifische Kompetenz: | Die Verantwortung gegenüber sich selbst, den Mitmenschen und der Mitwelt wahrnehmen können (C, E) |
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| Elementare Inhalte: | Geschlechtlichkeit als Geschenk und AufgabeDas Sakrament der Ehe Arbeit, Beruf, Schule Freizeit Einsatz für soziale Gerechtigkeit Ökologie und Nachhaltigkeit |
Symbole – Rituale – Sakramente
Symbole und Rituale in Kommunikation, in der Bilder- und Medienwelt beschreiben und interpretieren können, religiöse Ausdrucksformen erklären können und die Bedeutung der Sakramente verstehen
| Schulstufen-spezifische Kompetenz: | Den Einfluss von Kommunikationsmitteln und Medien auf Lebensstil und Gemeinschaft erkennen und kritisch bewerten können (A, D) |
|---|---|
| Elementare Inhalte: | Formen der Kommunikation, ihre Bedeutung und Wirkung Medien und ihre Wirkung Möglichkeiten der Orientierung |
| Schulstufen-spezifische Kompetenz: | Sich mit Kunst auseinandersetzen können und sie im Hinblick auf ihre existenzielle und religiöse Dimension untersuchen (A, D) |
| Elementare Inhalte: | Verschiedene Formen und Funktionen von Kunst (Architektur, Bildende Kunst, Literatur, Musik, Film...) Menschenbild, Christusbild, Gottesbild |
Christentum in Kultur und Geschichte – Kirche, Ökumene
Zeugnisse des Christlichen in der Kultur entdecken, Feste als Unterbrechung des Alltags verstehen, am kirchlichen Leben in seinen vielfältigen Formen und Traditionen teilhaben können
| Schulstufen-spezifische Kompetenz: | Die Bedeutung des Sonntags für das Leben des Einzelnen und der Gemeinschaft erkennen (B) |
|---|---|
| Elementare Inhalte: | Geschichte, Dimensionen und Feier des SonntagsSonntag – Fest der Auferstehung Jesu Arbeitszeit – Freizeit – Zeit des Feierns |
| Schulstufen-spezifische Kompetenz: | Die Geschichte der Kirche skizzieren können und über ihre prägenden Gestalten Bescheid wissen (A, B) |
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| Elementare Inhalte: | Anfänge der Kirche (Apostelgeschichte, Paulus, ...) Kirchengeschichte in Auswahl |
Klasse:
Vielfältige Gottesbilder – der sich in Jesus Christus offenbarende Gott
Sehnsüchte und vielfältige Gottesbilder wahrnehmen können, sich mit der persönlichen Gottesahnung auseinandersetzen und diese in Beziehung zur christlichen Botschaft von Vater, Sohn und Heiliger Geist setzen können
| Schulstufen-spezifische Kompetenz: | Gottessehnsucht der Menschen wahrnehmen und die Spuren Gottes im Leben entdecken können (A, B) |
|---|---|
| Elementare Inhalte: | Vielfalt der Gottesvorstellungen in Kulturen und Religionen |
| Schulstufen-spezifische Kompetenz: | Die Begeisterung für das Leben gegen Resignation wach halten (E) |
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| Elementare Inhalte: | Wirken des Heiligen Geistes (Apg 2; 1 Kor 12), Vielfalt der Geistbegabungen heute Das Sakrament der Firmung Gottessehnsucht und Geistbegabung in exemplarischen Lebensgeschichten |
Toleranz und Wertschätzung angesichts der Vielfalt von Kulturen und Religionen
Unterschiedliche Lebens- und Glaubensformen in Kulturen und Religionen kennen, sich im Geist Jesu kritisch mit ihnen auseinandersetzen sowie Toleranz und Wertschätzung praktizieren
| Schulstufen-spezifische Kompetenz: | Grundlagen östlicher Glaubenstraditionen kennen (A) |
|---|---|
| Elementare Inhalte: | Hinduismus: Kultur, religiöse Praxis und Grundüberzeugungen Buddhismus: Kultur, religiöse Praxis und Grundüberzeugungen Chinesische Traditionen |
| Schulstufen-spezifische Kompetenz: | Die Ambivalenz religiöser Phänomene aufzeigen können (B, D) |
| Elementare Inhalte: | Lebensförderliche und lebensfeindliche Formen von Religiosität Kennzeichen von religiösen Sondergruppen |
Leben und Hoffen angesichts von Schuld, Leid und Tod
Schuld, Leid und Tod im persönlichen Leben und in der Gesellschaft wahrnehmen, unterschiedliche Bewältigungsversuche und Sinndeutungen kennen und mit der befreienden Wirkung des Lebens, des Sterbens und der Auferstehung Jesu in Beziehung setzen können
| Schulstufen-spezifische Kompetenz: | Sinnangebote in der Gesellschaft kritisch einschätzen und positive Wege der Lebensgestaltung aufzeigen können (C, D) |
|---|---|
| Elementare Inhalte: | Kultur des Genießens und der Askese Selbstentfaltung und Engagement versus Abhängigkeiten (Drogen und Süchte) |
| Schulstufen-spezifische Kompetenz: | Die befreiende Botschaft der Auferweckung Jesu für unser Leben darlegen können (A, B) |
| --- | --- |
| Elementare Inhalte: | Befreiungserzählungen im NT (z. B. Dämonenaustreibung) Spuren der Auferstehung in unserem Alltag – Symbole von Tod und Auferstehung Passionsgeschichte und Osterevangelium |
Würde des Menschen in Freiheit und Verantwortung
Die eigene Würde und die der anderen anerkennen und reflektieren, was sie im Zusammenleben fördert und gefährdet, und sich im solidarischen Handeln am Beispiel Jesu orientieren können
| Schulstufen-spezifische Kompetenz: | Verletzungen von Menschenrechten erkennen und sich für die Menschenwürde einsetzen (A, E) |
|---|---|
| Elementare Inhalte: | Kinderrechte, Menschenrechte, Menschenrechtsorganisationen |
| Schulstufen-spezifische Kompetenz: | Die Botschaft der Propheten und ihren Ruf nach Gerechtigkeit kennen (A, C) |
| --- | --- |
| Elementare Inhalte: | Biblische Propheten (z. B. Amos) Prophetische Menschen heute Zivilcourage Option für die Armen |
Welt und Mensch – Schöpfung Gottes
Sich selbst und die Welt als entwicklungsfähig und gefährdet erkennen, die Schöpfung und sich als Geschöpf in Dankbarkeit und Verantwortung verstehen und die Sehnsucht nach der Vollendung offen halten
| Schulstufen-spezifische Kompetenz: | Fragen nach Herkunft und Zukunft der Welt stellen können und verschiedene Antworten aus der Sicht von Naturwissenschaft und Glauben diskutieren können (A, D) |
|---|---|
| Elementare Inhalte: | Naturwissenschaftliche Fragestellungen Biblische Schöpfungstexte |
| Schulstufen-spezifische Kompetenz: | Die christliche Hoffnung von dem neuen Himmel und der neuen Erde beschreiben können (A, B) |
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| Elementare Inhalte: | Bilder von Heil und Erlösung Apokalyptische Vorstellungen und Endzeiterwartungen |
Symbole – Rituale – Sakramente
Symbole und Rituale in Kommunikation, in der Bilder- und Medienwelt beschreiben und interpretieren können, religiöse Ausdrucksformen erklären können und die Bedeutung der Sakramente verstehen
| Schulstufen-spezifische Kompetenz: | Verbale und nonverbale Sprache differenziert wahrnehmen und analysieren können (A,B) |
|---|---|
| Elementare Inhalte: | Sprachformen in Alltag und Lebenspraxis (privates Umfeld, Öffentlichkeit, Werbung, ...) |
| Schulstufen-spezifische Kompetenz: | Den Reichtum der biblischen Sprach- und Symbolwelt kennen (A, B) |
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| Elementare Inhalte: | Die Sprachwelt des Religiösen Biblische Sprachformen |
Christentum in Kultur und Geschichte – Kirche, Ökumene
Zeugnisse des Christlichen in der Kultur entdecken, Feste als Unterbrechung des Alltags verstehen, am kirchlichen Leben in seinen vielfältigen Formen und Traditionen teilhaben können
| Schulstufen-spezifische Kompetenz: | In das Leben der Orts- und Weltkirche Einblick geben können (A, D) |
|---|---|
| Elementare Inhalte: | Verschiedene Formen gelebten Glaubens (Ordensgemeinschaften, Basisgemeinden, Erneuerungsbewegungen, ...) Aufgaben und Struktur der Weltkirche Das Sakrament des Ordo (Bischof, Priester, Diakon) |
| Schulstufen-spezifische Kompetenz: | Die Entwicklung der Kirchen skizzieren können und das Besondere anderer Konfessionen beschreiben können (A, B) |
| Elementare Inhalte: | Ökumenische Bewegung Christliche Kirchen (Besonderheiten, Gemeinsamkeiten, Trennendes) |
Jahrgangsübergreifende Kompetenz
| Vielfältige Gottesbilder – der sich in Jesus Christus offenbarende Gott Sehnsüchte und vielfältige Gottesbilder wahrnehmen können, sich mit der persönlichen Gottesahnung auseinandersetzen und diese in Beziehung zur christlichen Botschaft von Vater, Sohn und Heiliger Geist setzen können | |||
|---|---|---|---|
| Schulstufenspezifische Kompetenz | Elementare Inhalte | ||
| 1. Klasse | – Die Zuwendung Gottes wahrnehmen und Gott als einen, der mitgeht, beschreiben können (A) | Weggeschichten aus dem AT (z. B. Tobit) und NT ( Emmaus) Weg als Bild für menschliches Leben Biblisches Basiswissen: Person und Umwelt Jesu, Entstehung des NT | |
| 2. Klasse | – Gott als Freund des Lebens und als Herausforderung für die persönliche Lebensgestaltung verstehen können (B, C) | Berufungserzählungen aus dem AT (Abraham und Sara) und NT (Paulus) Die Berufung Mariens und ihre Bedeutung im Heilsplan Gottes Gottesbilder im AT (z. B. Ps 23 ), das Gottesbild Jesu ( z. B. Lk 15) Biblisches Basiswissen: Wesentliche Aspekte der Entstehung des AT und der Geschichte Israels | |
| 3. Klasse | – Die Botschaft vom befreienden Handeln Gottes darstellen können (A, D) – Gott als den verstehen, der in Jesus Mensch geworden ist (B) | Befreiungserzählungen, Exoduserzählung Gott wird Mensch für die Menschen: Kindheitsgeschichten Jesu | |
| 4. Klasse | – Gottessehnsucht der Menschen wahrnehmen und die Spuren Gottes im Leben entdecken können (A, B) – Die Begeisterung für das Leben gegen Resignation wach halten (E) | Vielfalt der Gottesvorstellungen in Kulturen und Religionen Wirken des Heiligen Geistes (Apg 2; 1 Kor 12),Vielfalt der Geistbegabungen heute Das Sakrament der Firmung Gottessehnsucht und Geistbegabung in exemplarischen Lebensgeschichten | |
Jahrgangsübergreifende Kompetenz
| Toleranz und Wertschätzung angesichts der Vielfalt von Kulturen und Religionen Unterschiedliche Lebens- und Glaubensformen in Kulturen und Religionen kennen, sich im Geist Jesu kritisch mit ihnen auseinandersetzen sowie Toleranz und Wertschätzung praktizieren | |||
|---|---|---|---|
| Schulstufenspezifische Kompetenz | Elementare Inhalte | ||
| 1. Klasse | – Unterschiedliche kulturelle und religiöse Lebensformen in der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler kennen (A, B) | Erfahrungen mit religiöser Praxis Präsenz anderer Religionen in der Lebenswelt der SchülerInnen: Schule, Feste, Gottes- und Gebetshäuser, Medien, ... | |
| 2. Klasse | – Gott als den verstehen, der das Heil aller Menschen will und in diesem Geist Menschen mit ihren unterschiedlichen Lebens- und Glaubensformen ernst nehmen und achten (B, D) | Konflikt, Toleranz und Wertschätzung in der Lebenswelt der SchülerInnen (vgl. II. Vatikanum, Nostra aetate) Gebete verschiedener Religionen Erzählungen (z. B. Jona) und Bilder (z. B. Propheten) vom Heilswillen Gottes | |
| 3. Klasse | – Grundlagen des Judentums kennen (A) Grundlagen des Islams kennen (A) – Das Verhältnis Christentum – Judentum -Islam reflektieren (D) | Judentum: Kultur, religiöse Praxis und Grundüberzeugungen Islam: Kultur, religiöse Praxis und Grundüberzeugungen Jesus der Jude, der Prophet, der Christus Abraham in den monotheistischen Religionen | |
| 4. Klasse | – Grundlagen östlicher Glaubenstraditionen kennen (A) – Die Ambivalenz religiöser Phänomene aufzeigen können (B, D) | Hinduismus: Kultur, religiöse Praxis und Grundüberzeugungen Buddhismus: Kultur, religiöse Praxis und Grundüberzeugungen Chinesische Traditionen Lebensförderliche und lebensfeindliche Formen von Religiosität Kennzeichen von religiösen Sondergruppen | |
Jahrgangsübergreifende Kompetenz
| Leben und Hoffen angesichts von Schuld, Leid und Tod Schuld, Leid und Tod im persönlichen Leben und in der Gesellschaft wahrnehmen, unterschiedliche Bewältigungsversuche und Sinndeutungen kennen und mit der befreienden Wirkung des Lebens, des Sterbens und der Auferstehung Jesu in Beziehung setzen können | |||
|---|---|---|---|
| Schulstufenspezifische Kompetenz | Elementare Inhalte | ||
| 1. Klasse | – Emotionale Erfahrungen auf vielfältige Weise zum Ausdruck bringen und Lebensmöglichkeiten angesichts von Leid aufzeigen können (C, D) | Gesprächs- und Konfliktkultur Ausdrucksformen von Leid Kinderleid bei uns und in der Welt Beispielhafte Menschen angesichts von Leid Angstbewältigung im NT | |
| 2. Klasse | – Möglichkeiten kennen, sich im Leid an Mitmenschen und an Gott zu wenden (A, C) – Möglichkeiten entwerfen, sich leidenden Menschen zuzuwenden (C, E) | Hilfseinrichtungen: Caritas, Diakonie, Kindertelefon, ... Klagepsalmen (z. B. Ps 22) Die Werke der Barmherzigkeit (Mt 25, 31-40) Das Sakrament der Krankensalbung | |
| 3. Klasse | – Unheilvolle Situationen erkennen, eigene Verstrickungen und Schuld wahrnehmen und heilsame Veränderungsmöglichkeiten aufzeigen können (A, D) | Schuldig werden – sich schuldig fühlen Persönliche und strukturelle Schuld (Erbsünde) Formen der Vergebung und Versöhnung im Alltag, in der Bibel und im Leben der Kirche Das Sakrament der Versöhnung | |
| 4. Klasse | – Sinnangebote in der Gesellschaft kritisch einschätzen und positive Wege der Lebensgestaltung aufzeigen können (C, D) – Die befreiende Botschaft der Auferweckung Jesu für unser Leben darlegen können (A, B) | Kultur des Genießens und der Askese Selbstentfaltung und Engagement versus Abhängigkeiten (Drogen und Süchte) Befreiungserzählungen im NT (z. B. Dämonenaustreibung) Spuren der Auferstehung in unserem Alltag – Symbole von Tod und Auferstehung Passionsgeschichte und Osterevangelium | |
Jahrgangsübergreifende Kompetenz
| Würde des Menschen in Freiheit und Verantwortung Die eigene Würde und die der anderen anerkennen und reflektieren, was sie im Zusammenleben fördert und gefährdet und sich im solidarischen Handeln am Beispiel Jesu orientieren können | |||
|---|---|---|---|
| Schulstufenspezifische Kompetenz | Elementare Inhalte | ||
| 1. Klasse | – Neubeginn in der Schule als Herausforderung und Chance wahrnehmen (A, C) – Situationen des Gegen- und Miteinanders von Menschen reflektieren (C, D) | Lebensbereiche: Schulklasse, Familie, Pfarre Symbole für Neubeginn (z. B. Tür) Regeln für ein gerechtes Zusammenleben Die Goldene Regel | |
| 2. Klasse | – Über die Erfahrung der Freundschaft reflektieren und dazu Stellung nehmen (D) – In der Pluralität der Lebensorientierungen sich an der Botschaft Jesu ausrichten können (C, D) - Sich selbst als Mädchen oder Bub annehmen können und andere in ihrer Einzigartigkeit achten (C, E) | Freundschaft: Grundbedürfnis, Gefährdung, Gelingen, ... Die Menschenfreundlichkeit Gottes in der Lebenspraxis Jesu Jesu Umgang mit Menschen am Rande Meine Persönlichkeit: Stärken und Schwächen Frauenrollen – Männerrollen Biblische Frauen- und Männergestalten | |
| 3. Klasse | – Für die Stimme des Gewissens sensibel sein (A, E) – Christliche Grundregeln des Zusammenlebens kennen und anwenden (A, C) | Gewissen – entscheiden in Verantwortung Menschen, die nach ihrem Gewissen handeln Gewissenskonflikte Dekalog, Bergpredigt | |
| 4. Klasse | – Verletzungen von Menschenrechten erkennen und sich für die Menschenwürde einsetzen (A, E) – Die Botschaft der Propheten und ihren Ruf nach Gerechtigkeit kennen (A, C) | Kinderrechte, Menschenrechte, Menschenrechtsorganisationen Biblische Propheten (z. B. Amos) Prophetische Menschen heute Zivilcourage Option für die Armen | |
Jahrgangsübergreifende Kompetenz
| Welt und Mensch – Schöpfung Gottes Sich selbst und die Welt als entwicklungsfähig und gefährdet erkennen, die Schöpfung und sich als Geschöpf in Dankbarkeit und Verantwortlichkeit verstehen und die Sehnsucht nach der Vollendung offen halten | |||
|---|---|---|---|
| Schulstufenspezifische Kompetenz | Elementare Inhalte | ||
| 1. Klasse | – Lebensschätze und Lebensquellen wahrnehmen und persönliche Fähigkeiten als Gabe und Aufgabe erkennen können (A, E) – Sich verdankt wissen: Eucharistie als Dank an Gott verstehen können (B) | Lob und Dank, Glaube und Gebet (Psalmen) Gaben, Begabungen, Grenzen Die gemeinschaftsstiftende Dimension des Essens Jesu Mahlgemeinschaften – Das Letzte Abendmahl Die Feier der Heiligen Messe (Wortgottesdienst, Danksagung, Opfer und Mahl) | |
| 2. Klasse | – Die Sehnsucht nach einem Leben in Fülle zur Sprache bringen und mit der Zusage der Reich-Gottes-Botschaft Jesu in Beziehung setzen können (C, D) | Lebensträume – Lebensglück Bilder und Gleichnisse vom Reich Gottes | |
| 3. Klasse | – Das Leben und die Mitwelt als Geschenk verstehen (B, C) – Vom Angebot des Lebens verantwortungsvoll Gebrauch machen können (E) – Die Verantwortung gegenüber sich selbst, den Mitmenschen und der Mitwelt wahrnehmen können (C, E) | Staunen über Phänomene des Kosmos und der Natur Kreativität und schöpferisches Gestalten des Menschen Lebensfreude, Verschwendung und Maßlosigkeit Geschlechtlichkeit als Geschenk und Aufgabe Das Sakrament der Ehe Arbeit, Beruf, Schule Freizeit Einsatz für soziale Gerechtigkeit Ökologie und Nachhaltigkeit | |
| 4. Klasse | – Fragen nach Herkunft und Zukunft der Welt stellen können und verschiedene Antworten aus der Sicht von Naturwissenschaft und Glauben diskutieren können (A, D) – Die christliche Hoffnung von dem neuen Himmel und der neuen Erde beschreiben können (A, B) | Naturwissenschaftliche Fragestellungen Biblische Schöpfungstexte Bilder von Heil und Erlösung Apokalyptische Vorstellungen und Endzeiterwartungen | |
Jahrgangsübergreifende Kompetenz
| Symbole – Rituale – Sakramente Symbole und Rituale in Kommunikation, in der Bilder- und Medienwelt beschreiben und interpretieren können, religiöse Ausdrucksformen erklären können und die Bedeutung der Sakramente verstehen | |||
|---|---|---|---|
| Schulstufenspezifische Kompetenz | Elementare Inhalte | ||
| 1. Klasse | – Elementare Symbole beschreiben und deuten können (A, B) – Mit Gesten und Ritualen der Zusammengehörigkeit und des Glaubens vertraut sein (C, E) | Symbole im Leben der Menschen Stille, Meditations- und Gebetsformen Kreuzzeichen und Grundgebete | |
| 2. Klasse | – Symbole beschreiben und deuten (A, B) – Sakramente als Zeichen der Liebe und Nähe Gottes im Leben der Menschen verstehen (B) | Handlungssymbole im Leben der Menschen Die 7 Sakramente – eine Zusammenschau Das Sakrament der Taufe | |
| 3. Klasse | – Den Einfluss von Kommunikationsmitteln und Medien auf Lebensstil und Gemeinschaft erkennen und kritisch bewerten können (A, D) – Sich mit Kunst auseinandersetzen können und sie im Hinblick auf ihre existenzielle und religiöse Dimension untersuchen (A, D) | Formen der Kommunikation, ihre Bedeutung und Wirkung Medien und ihre Wirkung Möglichkeiten der Orientierung Verschiedene Formen und Funktionen von Kunst (Architektur, Bildende Kunst, Literatur, Musik, ...) Menschenbild, Christusbild, Gottesbild | |
| 4. Klasse | – Verbale und nonverbale Sprache differenziert wahrnehmen und analysieren können (A,B) – Den Reichtum der biblischen Sprach- und Symbolwelt kennen (A, B) | Sprachformen in Alltag und Lebenspraxis (privates Umfeld, Öffentlichkeit, Werbung,..) Die Sprachwelt des Religiösen Biblische Sprachformen | |
Jahrgangsübergreifende Kompetenz
| Christentum in Kultur und Geschichte – Kirche, Ökumene Zeugnisse des Christlichen in der Kultur entdecken, Feste als Unterbrechung des Alltags verstehen, am kirchlichen Leben in seinen vielfältigen Formen und Traditionen teilhaben können | |||
|---|---|---|---|
| Schulstufenspezifische Kompetenz | Elementare Inhalte | ||
| 1. Klasse | – Feste und Feiern in Klassen- und Schulgemeinschaft mitgestalten können (C, E) – Das Kirchenjahr mit seinen Festen als Rhythmus christlichen Lebens kennen und verstehen (A, B) | Bedeutung von Fest und Feier Anlässe für Feste und Feiern Struktur des Kirchenjahres Weihnachts-, Osterfestkreis Marienfeste im Kirchenjahr Möglichkeiten schulgemäßer Gestaltung | |
| 2. Klasse | – An christlichem Brauchtum und kirchlichem Leben teilhaben können (C, E) – Das Christliche in Kultur und Gesellschaft entdecken können (A, B) | Christliches Brauchtum in regionaler Ausformung Leben der Pfarrgemeinde, ... Aufgaben und Struktur der Diözese Kirche in Österreich (Persönlichkeiten, soziale Einrichtungen, Bauten, Geschichte, ...) | |
| 3. Klasse | – Die Bedeutung des Sonntags für das Leben des Einzelnen und der Gemeinschaft erkennen (B) – Die Geschichte der Kirche skizzieren können und über ihre prägenden Gestalten Bescheid wissen (A, B) | Geschichte, Dimensionen und Feier des Sonntags Sonntag – Fest der Auferstehung Jesu Arbeitszeit – Freizeit – Zeit des Feierns Anfänge der Kirche (Apostelgeschichte, Paulus, ...) Kirchengeschichte in Auswahl | |
| 4. Klasse | – In das Leben der Orts- und Weltkirche Einblick geben können (A, D) - Die Entwicklung der Kirchen skizzieren können und das Besondere anderer Konfessionen beschreiben können (A, B) | Verschiedene Formen gelebten Glaubens (Ordensgemeinschaften, Basisgemeinden, Erneuerungsbewegungen, ...) Aufgaben und Struktur der Weltkirche Das Sakrament des Ordo (Bischof, Priester, Diakon) Ökumenische Bewegung Christliche Kirchen (Besonderheiten, Gemeinsamkeiten, Trennendes) | |
zum gestaffelten Inkrafttreten vgl. § 2 Z 10, BGBl. II Nr. 375/2021
Anlage 1
LEHRPLAN FÜR DEN KATHOLISCHEN RELIGIONSUNTERRICHT AN VOLKSSCHULEN
Bildungs- und Lehraufgabe (1. bis 4. Klasse):
Der katholische Religionsunterricht leistet einen wichtigen Beitrag zur reflexiven Grundbildung, indem er einen religiösen Weltzugang erschließt, der Orientierung in fundamentalen menschlichen Lebensfragen bietet. Er kann reflektierte Lebensbewältigung und gesellschaftliche Mitgestaltung unterstützen sowie zu einer eigenen verantworteten Position in Bezug auf Religion befähigen. Angesichts globaler Herausforderungen und einer durch digitale Medien geprägten Welt bietet der Religionsunterricht Raum für die gesellschaftlichen Fragen und Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler.
Auf Basis der Auseinandersetzung mit Bibel und kirchlicher Tradition als einem sinnstiftenden Deutungshorizont für die persönliche Lebens- und Glaubensgestaltung fördert der Religionsunterricht den Erwerb religiöser und religiös-ethischer Fachkompetenzen sowie sozialer und personaler Kompetenzen. Er unterstützt die Entwicklung von Resilienz, ermutigt zu solidarischem, gewaltlosem und nachhaltigem Handeln und zur Bewältigung von Zukunftsaufgaben.
Der Religionsunterricht sensibilisiert für religiös deutbare Phänomene, schult das religiöse Sprach- und Symbolverständnis und erschließt Zugänge zu Kunst und Kultur. Er öffnet Räume für religiöse Erfahrungen, trägt zur Gestaltung des Schullebens bei und regt die Reflexion hinsichtlich einer Beteiligung am kirchlichen Leben an.
Der Religionsunterricht bietet in seiner Konfessionalität einen Zugang zur katholischen Tradition und ermöglicht die Begegnung mit religiöser und weltanschaulicher Pluralität. In einem pluralen und religiös heterogenen Kontext initiiert er Begegnungsmöglichkeiten und befähigt die Schülerinnen und Schüler die Perspektive des je Anderen wahrzunehmen, unterschiedliche Auffassungen und Einstellungen kritisch zu reflektieren und respektvoll über Weltanschauungen und Religionen zu kommunizieren.
Durch diese Konzeption leistet der Religionsunterricht einen Beitrag zur Realisierung der fachlehrplanübergreifenden Themen, vor allem der sprachlichen Bildung, der politischen Bildung, der Umweltbildung und der Medienbildung.
Didaktische Grundsätze (1. bis 4. Klasse):
In der Mitte des Religionsunterrichts stehen die Schülerinnen und Schüler, ihr Leben, ihr Glaube. Für den katholischen Religionsunterricht sind das Prinzip der Korrelation, das die wechselseitige
Erschließung von Glauben und Leben meint, und das Prinzip des „Ganzen im Fragment“, das sich der Elementarisierung und dem exemplarischen Lernen verpflichtet weiß, zentral.
Die didaktisch reflektierte Setzung von Schwerpunkten ist besonders bei einstündig geführten Klassen und im schulstufenübergreifenden Unterricht notwendig.
Bezugnehmend auf das Kompetenzmodell sind folgende religionsdidaktische Grundsätze hervorzuheben:
– Fokus: Religiöse Sprache und Symbole
Die Alphabetisierung in religiöser Sprache umfasst das Erkennen und Verstehen religiöser Sprachformen und das Erschließen vielfältiger Symbole in ihrer Mehrdimensionalität. Eine individuelle und kreative Ausdrucksfähigkeit wird gefördert.
– Fokus: Philosophieren und Theologisieren
Der Religionsunterricht fördert die Fragekompetenz, initiiert Suchbewegungen im religiös- existenziellen Kontext und schult die Argumentationsfähigkeit. Er verpflichtet nicht auf einen Glauben, vielmehr fördert er die Entscheidungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler in religiösen und ethischen Belangen.
– Fokus: Actio und Contemplatio
Performatives Lernen zielt ab auf das reflektierende Erleben religiöser Vollzüge und ethischen Handelns. Die Erfahrungsbezogenheit des Religionsunterrichts wird in Gebet, Stille und Meditation sowie in gemeinsamen Feiern, Aktionen und Projekten erlebbar.
– Fokus: Beziehung und Resonanz
Im Beziehungsgeschehen zwischen Gott, Mensch und Welt angelegt, umfasst schulische religiöse Bildung eine biografische und narrative Komponente und vollzieht sich besonders im Lernen voneinander, miteinander und übereinander.
Zentrale fachliche Konzepte
Folgende Leitideen, strukturiert in Begriffspaaren, kennzeichnen die zentralen fachlichen Konzepte des katholischen Religionsunterrichts.
Lebensrealitäten und Transzendenz
Christlicher Glaube versteht den Menschen in seiner Biografie und in seinen Lebensbezügen als transzendentes Wesen und erschließt Wege der Sinnfindung durch Transzendenzbezug.
Gottesliebe und Menschenliebe
Das jüdisch-christliche Gottes- und Menschenbild steht für eine lebensbejahende Grundhaltung zu sich selbst, den Mitmenschen und der Welt. Das Beziehungsgeschehen zwischen Gott und Mensch und der Menschen untereinander ist getragen von der bedingungslosen Liebe Gottes. Unabhängig von Fähigkeiten und erbrachten Leistungen ist der Mensch in seiner Würde unantastbar.
Jesus der Christus
Das Christentum orientiert sich am Reden und Handeln Jesu, das die vergebende und heilende Zuwendung Gottes zu den Menschen zeigt. In seiner den Tod überwindenden Auferstehung kann in der Brüchigkeit des Lebens Versöhnung und Erlösung erfahrbar werden.
Freiheit und Offenbarung
Quellen der Offenbarung sind die Bibel und die kirchliche Tradition in ihrer Vielfalt. Auf der darin grundgelegten Freiheit des Menschen basiert die Achtung der Religionsfreiheit jeder Schülerin und jedes Schülers.
Zusage und Verantwortung
Ausgehend vom Verdankt-Sein allen Lebens wissen sich Christinnen und Christen beauftragt und befähigt Verantwortung in der Welt zu übernehmen. Dabei leiten sie Hoffnungsperspektiven, die auf biblischen Zusagen aufbauen.
Kompetenzmodell und Kompetenzbereiche:
Das Kompetenzmodell für den katholischen Religionsunterricht beinhaltet schulstufenübergreifend drei inhaltsbezogene Kompetenzbereiche und fünf handlungsorientierte Kompetenzdimensionen.
Kompetenzbereiche sind inhaltlich geprägte nähere Umschreibungen von Sachgebieten, in denen religiöse Kompetenzen erworben werden. Sie werden durch je zwei Leitkompetenzen konkretisiert.
Kompetenzbereich Menschen und ihre Lebensorientierungen
– Leitkompetenz 1 Beziehung verantwortungsvoll gestalten können – zu sich selbst, zu anderen, zur Schöpfung
– Leitkompetenz 2 Sich mit den großen Fragen der Menschen auseinandersetzen können
Kompetenzbereich Gelehrte und gelebte Bezugsreligion
– Leitkompetenz 3 Grundlagen und Leitmotive des christlichen Glaubens kennen und für das eigene Leben deuten können
– Leitkompetenz 4 Kirchliche Grundvollzüge kennen und religiös-spirituelle Ausdrucksformen gestalten können
Kompetenzbereich Religiöse und weltanschauliche Vielfalt in Gesellschaft und Kultur
– Leitkompetenz 5 Medien, Kunst und Kultur im Kontext religiöser Weltwahrnehmung interpretieren, beurteilen und gestalten können
– Leitkompetenz 6 Unterschiedlichen Lebensweisen und Glaubensformen reflexiv begegnen können
Kompetenzdimensionen beschreiben die Handlungsmodi der Aneignung der Kompetenzen und finden sich in den Kompetenzbeschreibungen wieder.
– Wahrnehmen und beschreiben religiös bedeutsamer Phänomene (Perzeption)
– Verstehen und deuten religiös bedeutsamer Sprache und Glaubenszeugnisse (Kognition)
– Gestalten und handeln in religiösen und ethischen Fragen (Performanz)
– Kommunizieren und (be)urteilen von Überzeugungen mit religiösen Argumenten und im Dialog (Interaktion)
– Teilhaben und entscheiden – begründete (Nicht-)Teilhabe an religiöser und gesellschaftlicher Praxis (Partizipation)
Der Lehrplan für katholische Religion umfasst drei Kompetenzbereiche. Jeder dieser Bereiche wird jahrgangsübergreifend durch je zwei Leitkompetenzen konkretisiert. Diesen sind schulstufenspezifische Kompetenzbeschreibungen zugeordnet, die angeben, welche Kompetenzen von allen Schülerinnen und Schülern erworben werden sollen. In jedem Schuljahr sind alle im Kompetenzmodell genannten Kompetenzdimensionen (Perzeption, Kognition, Performanz, Interaktion, Partizipation) zu berücksichtigen.
Inhaltlich konkretisiert werden die Kompetenzbeschreibungen durch Anwendungsbereiche. Diese benennen repräsentative Beispiele für Themenfelder, anhand derer Kompetenzen erworben werden. Wo solche benannt sind, sind sie verbindlich zu behandeln. Weitere Anwendungsbereiche können frei gewählt werden. Wo keine Anwendungsbereiche benannt sind, ist es Aufgabe der Lehrerinnen und Lehrer Anwendungsbereiche zu definieren.
Klasse:
Kompetenzbereich Menschen und ihre Lebensorientierungen
Leitkompetenz 1 Beziehung verantwortungsvoll gestalten können – zu sich selbst, zu anderen, zur Schöpfung
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können sich in ihrer Einmaligkeit als von Gott geliebt wahrnehmen und sich und ihre Lebenswelt beschreiben.
– können verschiedene Ausdrucks- und Kommunikationsformen wahrnehmen und anwenden.
Leitkompetenz 2 Sich mit den großen Fragen der Menschen auseinandersetzen können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können ihre Fragen und Gedanken über Gott und die Welt zum Ausdruck bringen und sich mit biblischen Gottesvorstellungen auseinandersetzen.
Anwendungsbereiche
– Welt- und Gottesbilder der Schülerinnen und Schüler
– Selbstoffenbarung Gottes: Jahwe
Kompetenzbereich Gelehrte und gelebte Bezugsreligion
Leitkompetenz 3 Grundlagen und Leitmotive des christlichen Glaubens kennen und für das eigene Leben deuten können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können über Begegnungen von Menschen mit Jesus erzählen.
Leitkompetenz 4 Kirchliche Grundvollzüge kennen und religiös-spirituelle Ausdrucksformen gestalten können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– kennen zentrale Feste im Kirchenjahr und können deren Inhalte gestalterisch zum Ausdruck bringen.
Anwendungsbereiche
– Advent- und Weihnachtszeit – die Kindheitsgeschichte nach Lukas
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– kennen die Symbole und Zeichenhandlungen der Taufe und können das Fest beschreiben.
Kompetenzbereich Religiöse und weltanschauliche Vielfalt in Gesellschaft und Kultur
Leitkompetenz 5 Medien, Kunst und Kultur im Kontext religiöser Weltwahrnehmung interpretieren, beurteilen und gestalten können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können Spuren des Christlichen in der Umgebung wahrnehmen und religiöse Motive deuten.
Anwendungsbereiche
– Heilige Räume, heilige Zeiten, heilige Menschen
Leitkompetenz 6 Unterschiedlichen Lebensweisen und Glaubensformen reflexiv begegnen können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können erkennen, dass Gemeinschaft in Verschiedenheit gelebt wird und können zu einem guten Miteinander beitragen.
Klasse:
Kompetenzbereich Menschen und ihre Lebensorientierungen
Leitkompetenz 1 Beziehung verantwortungsvoll gestalten können – zu sich selbst, zu anderen, zur Schöpfung
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können Leben und Feiern in Gemeinschaft als Kraftquelle entdecken und mitgestalten.
Leitkompetenz 2 Sich mit den großen Fragen der Menschen auseinandersetzen können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können Vielfalt und Widersprüchlichkeit des Lebens wahrnehmen und zum Ausdruck bringen.
Kompetenzbereich Gelehrte und gelebte Bezugsreligion
Leitkompetenz 3 Grundlagen und Leitmotive des christlichen Glaubens kennen und für das eigene Leben deuten können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– kennen biblische Erzählungen von Gottes Verheißungen und können sie für das eigene Leben deuten.
Anwendungsbereiche
– Ruf und Segen Gottes – Abraham, Sara, Hagar
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– kennen biblische Erzählungen von Jesu Mahlgemeinschaften und können diese mit eigenen Erfahrungen in Verbindung bringen.
Anwendungsbereiche
– Sakrament: Eucharistie
Leitkompetenz 4 Kirchliche Grundvollzüge kennen und religiös-spirituelle Ausdrucksformen gestalten können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– kennen zentrale Feste im Kirchenjahr und können deren Inhalte gestalterisch zum Ausdruck bringen.
Anwendungsbereiche
– Umkehr und Versöhnung
– Neubeginn in der Fastenzeit und Osterzeit
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können sich mit unterschiedlichen Gebetsformen auseinandersetzen und eigene zum Ausdruck bringen.
Anwendungsbereiche
– Das Vater Unser
Kompetenzbereich Religiöse und weltanschauliche Vielfalt in Gesellschaft und Kultur
Leitkompetenz 5 Medien, Kunst und Kultur im Kontext religiöser Weltwahrnehmung interpretieren, beurteilen und gestalten können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können Bild- und Symbolsprache wahrnehmen und ihre Bedeutung für Menschen reflektieren.
Anwendungsbereiche
– Religiöse Sprachkompetenz: Symbole und Rituale
Leitkompetenz 6 Unterschiedlichen Lebensweisen und Glaubensformen reflexiv begegnen können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können die kulturelle, soziale und religiöse Vielfalt im Lebensumfeld wahrnehmen und über eigene Erfahrungen erzählen.
Klasse:
Kompetenzbereich Menschen und ihre Lebensorientierungen
Leitkompetenz 1 Beziehung verantwortungsvoll gestalten können – zu sich selbst, zu anderen, zur Schöpfung
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können eigene Bedürfnisse und Bedürfnisse der Mitmenschen erkennen und reflektieren.
Anwendungsbereiche
– Das Liebesgebot Jesu (Mk 12,28-34)
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können Kränkungen, Ungerechtigkeiten und Schuld wahrnehmen und von Möglichkeiten der Versöhnung erzählen.
Anwendungsbereiche
– Versöhnung anhand biblischer Beispiele
Leitkompetenz 2 Sich mit den großen Fragen der Menschen auseinandersetzen können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können sich über die existenziellen Fragen nach dem Woher, Wozu, Wohin des Lebens austauschen.
Kompetenzbereich Gelehrte und gelebte Bezugsreligion
Leitkompetenz 3 Grundlagen und Leitmotive des christlichen Glaubens kennen und für das eigene Leben deuten können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– kennen biblische Erzählungen von Gottes Rettung und können sie für das eigene Leben deuten.
Anwendungsbereiche
– Die Josefserzählung (Gen 37-50 in Auswahl)
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können Jesu Wirken auf dem Hintergrund der damaligen Lebenssituation beschreiben.
Anwendungsbereiche
– Biblisch-hermeneutische Kompetenz: Heilungs- und Wundererzählungen
Leitkompetenz 4 Kirchliche Grundvollzüge kennen und religiös-spirituelle Ausdrucksformen gestalten können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– kennen den biblischen Hintergrund von zentralen Festen im Kirchenjahr und können ihre Bedeutung erschließen.
Anwendungsbereiche
– Karwoche – Osterfest
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– kennen und gestalten Gebete aus Bibel, Tradition und Liturgie.
Kompetenzbereich Religiöse und weltanschauliche Vielfalt in Gesellschaf t und Kultur
Leitkompetenz 5 Medien, Kunst und Kultur im Kontext religiöser Weltwahrnehmung interpretieren, beurteilen und gestalten können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können anhand von Beispielen die Wirkung von Sprache erforschen und bewerten.
Anwendungsbereiche
– Biblisch-hermeneutische Kompetenz und religiöse Sprachkompetenz: Sprache in Medien, Bibel und Liturgie
Leitkompetenz 6 Unterschiedlichen Lebensweisen und Glaubensformen reflexiv begegnen können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können Elemente jüdischen Lebens und Glaubens beschreiben.
– können zu Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit in der Welt Stellung beziehen und Handlungsmöglichkeiten im Sinne Jesu benennen.
Anwendungsbereiche
– Die Werke der Barmherzigkeit (Mt 25,31-40)
Klasse:
Kompetenzbereich Menschen und ihre Lebensorientierungen
Leitkompetenz 1 Beziehung verantwortungsvoll gestalten können – zu sich selbst, zu anderen, zur Schöpfung
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können sich mit gemeinschaftsfördernden Werten auseinandersetzen und ihre Bedeutung in unterschiedlichen Lebenssituationen reflektieren.
Anwendungsbereiche
– Die Goldene Regel (Mt 7,12)
– Dekalog (Ex 20,2-17)
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können die Welt als Gottes Schöpfung deuten und kennen Möglichkeiten für verantwortungsbewusstes Handeln.
Leitkompetenz 2 Sich mit den großen Fragen der Menschen auseinandersetzen können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können Leidsituationen benennen und Hoffnungsgeschichten erzählen.
Anwendungsbereiche
– Die Exoduserzählung in Auswahl
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können Bedeutsames und Heiliges in ihrem Leben entdecken und darüber erzählen.
Kompetenzbereich Gelehrte und gelebte Bezugsreligion
Leitkompetenz 3 Grundlagen und Leitmotive des christlichen Glaubens kennen und für das eigene Leben deuten können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– kennen biblische Schöpfungstexte und können sie mit naturwissenschaftlichen Aussagen in Beziehung setzen.
– können Würdetitel Jesu verstehen und sich mit seiner Botschaft vom Reich Gottes auseinandersetzen.
Anwendungsbereiche
– Biblisch-hermeneutische Kompetenz: Gleichnisse, Seligpreisungen (Mt 5,1-12)
Leitkompetenz 4 Kirchliche Grundvollzüge kennen und religiös-spirituelle Ausdrucksformen gestalten können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– kennen den biblischen Hintergrund von zentralen Festen im Kirchenjahr und können ihre Bedeutung erschließen.
Anwendungsbereiche
– Das Pfingstfest – das Wirken des Heiligen Geistes
Kompetenzbereich Religiöse und weltanschauliche Vielfalt in Gesellschaft und Kultur
Leitkompetenz 5 Medien, Kunst und Kultur im Kontext religiöser Weltwahrnehmung interpretieren, beurteilen und gestalten können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können sich mit der Sprache der Kunst als Ausdruck für das Heilige auseinandersetzen.
Anwendungsbereiche
– Religiöse Motive in Geschichte und Gegenwart
Leitkompetenz 6 Unterschiedlichen Lebensweisen und Glaubensformen reflexiv begegnen können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können Elemente muslimischen Lebens und Glaubens beschreiben und die monotheistischen Religionen zueinander in Beziehung setzen.
Anwendungsbereiche
– Haltungen für ein gelingendes interreligiöses Miteinander
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– kennen Ausdrucksformen des Glaubens in den Konfessionen und Religionen und können diese beschreiben.
zum gestaffelten Inkrafttreten vgl. § 2 Z 12, BGBl. II Nr. 47/2023
Anlage 1
LEHRPLAN FÜR DEN KATHOLISCHEN RELIGIONSUNTERRICHT AN VOLKSSCHULEN
Bildungs- und Lehraufgabe (1. bis 4. Klasse):
Der katholische Religionsunterricht leistet einen wichtigen Beitrag zur reflexiven Grundbildung, indem er einen religiösen Weltzugang erschließt, der Orientierung in fundamentalen menschlichen Lebensfragen bietet. Er kann reflektierte Lebensbewältigung und gesellschaftliche Mitgestaltung unterstützen sowie zu einer eigenen verantworteten Position in Bezug auf Religion befähigen. Angesichts globaler Herausforderungen und einer durch digitale Medien geprägten Welt bietet der Religionsunterricht Raum für die gesellschaftlichen Fragen und Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler.
Auf Basis der Auseinandersetzung mit Bibel und kirchlicher Tradition als einem sinnstiftenden Deutungshorizont für die persönliche Lebens- und Glaubensgestaltung fördert der Religionsunterricht den Erwerb religiöser und religiös-ethischer Fachkompetenzen sowie sozialer und personaler Kompetenzen. Er unterstützt die Entwicklung von Resilienz, ermutigt zu solidarischem, gewaltlosem und nachhaltigem Handeln und zur Bewältigung von Zukunftsaufgaben.
Der Religionsunterricht sensibilisiert für religiös deutbare Phänomene, schult das religiöse Sprach- und Symbolverständnis und erschließt Zugänge zu Kunst und Kultur. Er öffnet Räume für religiöse Erfahrungen, trägt zur Gestaltung des Schullebens bei und regt die Reflexion hinsichtlich einer Beteiligung am kirchlichen Leben an.
Der Religionsunterricht bietet in seiner Konfessionalität einen Zugang zur katholischen Tradition und ermöglicht die Begegnung mit religiöser und weltanschaulicher Pluralität. In einem pluralen und religiös heterogenen Kontext initiiert er Begegnungsmöglichkeiten und befähigt die Schülerinnen und Schüler die Perspektive des je Anderen wahrzunehmen, unterschiedliche Auffassungen und Einstellungen kritisch zu reflektieren und respektvoll über Weltanschauungen und Religionen zu kommunizieren.
Durch diese Konzeption leistet der Religionsunterricht einen Beitrag zur Realisierung der fachlehrplanübergreifenden Themen, vor allem der sprachlichen Bildung, der politischen Bildung, der Umweltbildung und der Medienbildung.
Didaktische Grundsätze (1. bis 4. Klasse):
In der Mitte des Religionsunterrichts stehen die Schülerinnen und Schüler, ihr Leben, ihr Glaube.
Für den katholischen Religionsunterricht sind das Prinzip der Korrelation, das die wechselseitige Erschließung von Glauben und Leben meint, und das Prinzip des „Ganzen im Fragment“, das sich der Elementarisierung und dem exemplarischen Lernen verpflichtet weiß, zentral.
Die didaktisch reflektierte Setzung von Schwerpunkten ist besonders bei einstündig geführten Klassen und im schulstufenübergreifenden Unterricht notwendig.
Bezugnehmend auf das Kompetenzmodell sind folgende religionsdidaktische Grundsätze hervorzuheben:
Fokus: Religiöse Sprache und Symbole
Die Alphabetisierung in religiöser Sprache umfasst das Erkennen und Verstehen religiöser Sprachformen und das Erschließen vielfältiger Symbole in ihrer Mehrdimensionalität. Eine individuelle und kreative Ausdrucksfähigkeit wird gefördert.
Fokus: Philosophieren und Theologisieren
Der Religionsunterricht fördert die Fragekompetenz, initiiert Suchbewegungen im religiös-existenziellen Kontext und schult die Argumentationsfähigkeit. Er verpflichtet nicht auf einen Glauben, vielmehr fördert er die Entscheidungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler in religiösen und ethischen Belangen.
Fokus: Actio und Contemplatio
Performatives Lernen zielt ab auf das reflektierende Erleben religiöser Vollzüge und ethischen Handelns. Die Erfahrungsbezogenheit des Religionsunterrichts wird in Gebet, Stille und Meditation sowie in gemeinsamen Feiern, Aktionen und Projekten erlebbar.
Fokus: Beziehung und Resonanz
Im Beziehungsgeschehen zwischen Gott, Mensch und Welt angelegt, umfasst schulische religiöse Bildung eine biografische und narrative Komponente und vollzieht sich besonders im Lernen voneinander, miteinander und übereinander.
Zentrale fachliche Konzepte (1. bis 4. Klasse):
Folgende Leitideen, strukturiert in Begriffspaaren, kennzeichnen die zentralen fachlichen Konzepte des katholischen Religionsunterrichts.
Lebensrealitäten und Transzendenz
Christlicher Glaube versteht den Menschen in seiner Biografie und in seinen Lebensbezügen als transzendentes Wesen und erschließt Wege der Sinnfindung durch Transzendenzbezug.
Gottesliebe und Menschenliebe
Das jüdisch-christliche Gottes- und Menschenbild steht für eine lebensbejahende Grundhaltung zu sich selbst, den Mitmenschen und der Welt. Das Beziehungsgeschehen zwischen Gott und Mensch und der Menschen untereinander ist getragen von der bedingungslosen Liebe Gottes. Unabhängig von Fähigkeiten und erbrachten Leistungen ist der Mensch in seiner Würde unantastbar.
Jesus der Christus
Das Christentum orientiert sich am Reden und Handeln Jesu, das die vergebende und heilende Zuwendung Gottes zu den Menschen zeigt. In seiner den Tod überwindenden Auferstehung kann in der Brüchigkeit des Lebens Versöhnung und Erlösung erfahrbar werden.
Freiheit und Offenbarung
Quellen der Offenbarung sind die Bibel und die kirchliche Tradition in ihrer Vielfalt. Auf der darin grundgelegten Freiheit des Menschen basiert die Achtung der Religionsfreiheit jeder Schülerin und jedes Schülers.
Zusage und Verantwortung
Ausgehend vom Verdankt-Sein allen Lebens wissen sich Christinnen und Christen beauftragt und befähigt Verantwortung in der Welt zu übernehmen. Dabei leiten sie Hoffnungsperspektiven, die auf biblischen Zusagen aufbauen.
Kompetenzmodell und Kompetenzbereiche (1. bis 4. Klasse):
Das Kompetenzmodell für den katholischen Religionsunterricht beinhaltet schulstufenübergreifend drei inhaltsbezogene Kompetenzbereiche und fünf handlungsorientierte Kompetenzdimensionen.
Kompetenzbereiche sind inhaltlich geprägte nähere Umschreibungen von Sachgebieten, in denen religiöse Kompetenzen erworben werden. Sie werden durch je zwei Leitkompetenzen konkretisiert.
Kompetenzbereich Menschen und ihre Lebensorientierungen
– Leitkompetenz 1: Beziehung verantwortungsvoll gestalten können – zu sich selbst, zu anderen, zur Schöpfung
– Leitkompetenz 2: Sich mit den großen Fragen der Menschen auseinandersetzen können
Kompetenzbereich Gelehrte und gelebte Bezugsreligion
– Leitkompetenz 3: Grundlagen und Leitmotive des christlichen Glaubens kennen und für das eigene Leben deuten können
– Leitkompetenz 4: Kirchliche Grundvollzüge kennen und religiös-spirituelle Ausdrucksformen gestalten können
Kompetenzbereich Religiöse und weltanschauliche Vielfalt in Gesellschaft und Kultur
– Leitkompetenz 5: Medien, Kunst und Kultur im Kontext religiöser Weltwahrnehmung interpretieren, beurteilen und gestalten können
– Leitkompetenz 6: Unterschiedlichen Lebensweisen und Glaubensformen reflexiv begegnen können
Kompetenzdimensionen beschreiben die Handlungsmodi der Aneignung der Kompetenzen und finden sich in den Kompetenzbeschreibungen wieder.
– Wahrnehmen und beschreiben religiös bedeutsamer Phänomene (Perzeption)
– Verstehen und deuten religiös bedeutsamer Sprache und Glaubenszeugnisse (Kognition)
– Gestalten und handeln in religiösen und ethischen Fragen (Performanz)
– Kommunizieren und (be)urteilen von Überzeugungen mit religiösen Argumenten und im Dialog (Interaktion)
– Teilhaben und entscheiden - begründete (Nicht-)Teilhabe an religiöser und gesellschaftlicher Praxis (Partizipation)
Primarstufe
Der Lehrplan für katholische Religion umfasst drei Kompetenzbereiche. Jeder dieser Bereiche wird jahrgangsübergreifend durch je zwei Leitkompetenzen konkretisiert. Diesen sind schulstufenspezifische Kompetenzbeschreibungen zugeordnet, die angeben, welche Kompetenzen von allen Schülerinnen und Schülern erworben werden sollen. In jedem Schuljahr sind alle im Kompetenzmodell genannten Kompetenzdimensionen (Perzeption, Kognition, Performanz, Interaktion, Partizipation) zu berücksichtigen.
Inhaltlich konkretisiert werden die Kompetenzbeschreibungen durch Anwendungsbereiche. Diese benennen repräsentative Beispiele für Themenfelder, anhand derer Kompetenzen erworben werden. Wo solche benannt sind, sind sie verbindlich zu behandeln. Weitere Anwendungsbereiche können frei gewählt werden. Wo keine Anwendungsbereiche benannt sind, ist es Aufgabe der Lehrerinnen und Lehrer Anwendungsbereiche zu definieren.
Kompetenzbeschreibungen und Anwendungsbereiche, Lehrstoff (1. bis 4. Klasse):
Klasse:
Kompetenzbereich Menschen und ihre Lebensorientierungen
Leitkompetenz 1: Beziehung verantwortungsvoll gestalten können - zu sich selbst, zu anderen, zur Schöpfung
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können sich in ihrer Einmaligkeit als von Gott geliebt 8 wahrnehmen und sich und ihre Lebenswelt beschreiben.
– können verschiedene Ausdrucks- und Kommunikationsformen wahrnehmen und anwenden. 10
Leitkompetenz 2: Sich mit den großen Fragen der Menschen auseinandersetzen können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können ihre Fragen und Gedanken über Gott und die Welt zum Ausdruck bringen 11 und sich mit biblischen Gottesvorstellungen auseinandersetzen.
Anwendungsbereiche
– Welt- und Gottesbilder der Schülerinnen und Schüler 5
– Selbstoffenbarung Gottes: Jahwe
Kompetenzbereich Gelehrte und gelebte Bezugsreligion
Leitkompetenz 3: Grundlagen und Leitmotive des christlichen Glaubens kennen und für das eigene Leben deuten können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können über Begegnungen von Menschen mit Jesus erzählen.
Leitkompetenz 4: Kirchliche Grundvollzüge kennen und religiös-spirituelle Ausdrucksformen gestalten können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– kennen zentrale Feste im Kirchenjahr und können deren Inhalte gestalterisch zum Ausdruck bringen.
Anwendungsbereiche
– Advent- und Weihnachtszeit – die Kindheitsgeschichte nach Lukas
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– kennen die Symbole und Zeichenhandlungen der Taufe und können das Fest beschreiben.
Kompetenzbereich Religiöse und weltanschauliche Vielfalt in Gesellschaft und Kultur
Leitkompetenz 5: Medien, Kunst und Kultur im Kontext religiöser Weltwahrnehmung interpretieren, beurteilen und gestalten können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können Spuren des Christlichen in der Umgebung wahrnehmen und religiöse Motive deuten.
Anwendungsbereiche
– Heilige Räume, heilige Zeiten, heilige Menschen
Leitkompetenz 6: Unterschiedlichen Lebensweisen und Glaubensformen reflexiv begegnen können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können erkennen, dass Gemeinschaft in Verschiedenheit gelebt wird und können zu einem guten Miteinander beitragen. 5
Klasse:
Kompetenzbereich Menschen und ihre Lebensorientierungen
Leitkompetenz 1: Beziehung verantwortungsvoll gestalten können - zu sich selbst, zu anderen, zur Schöpfung
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können Leben und Feiern in Gemeinschaft als Kraftquelle entdecken und mitgestalten. 3, 5
Leitkompetenz 2: Sich mit den großen Fragen der Menschen auseinandersetzen können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können Vielfalt und Widersprüchlichkeit des Lebens wahrnehmen und zum Ausdruck bringen. 7
Kompetenzbereich Gelehrte und gelebte Bezugsreligion
Leitkompetenz 3: Grundlagen und Leitmotive des christlichen Glaubens kennen und für das eigene Leben deuten können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– kennen biblische Erzählungen von Gottes Verheißungen und können sie für das eigene Leben deuten.
Anwendungsbereiche
– Ruf und Segen Gottes – Abraham, Sara, Hagar
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– kennen biblische Erzählungen von Jesu Mahlgemeinschaften und können diese mit eigenen Erfahrungen in Verbindung bringen.
Anwendungsbereiche
– Sakrament: Eucharistie
Leitkompetenz 4: Kirchliche Grundvollzüge kennen und religiös-spirituelle Ausdrucksformen gestalten können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– kennen zentrale Feste im Kirchenjahr und können deren Inhalte gestalterisch zum Ausdruck bringen.
Anwendungsbereiche
– Umkehr und Versöhnung
– Neubeginn in der Fastenzeit und Osterzeit
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können sich mit unterschiedlichen Gebetsformen auseinandersetzen und eigene zum Ausdruck bringen. 10
Anwendungsbereiche
– Das Vater Unser
Kompetenzbereich Religiöse und weltanschauliche Vielfalt in Gesellschaft und Kultur
Leitkompetenz 5: Medien, Kunst und Kultur im Kontext religiöser Weltwahrnehmung interpretieren, beurteilen und gestalten können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können Bild- und Symbolsprache wahrnehmen und ihre Bedeutung für Menschen reflektieren. 6
Anwendungsbereiche
– Religiöse Sprachkompetenz: Symbole und Rituale 10
Leitkompetenz 6: Unterschiedlichen Lebensweisen und Glaubensformen reflexiv begegnen können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können die kulturelle, soziale und religiöse Vielfalt im Lebensumfeld wahrnehmen und über eigene Erfahrungen erzählen. 5
Klasse:
Kompetenzbereich Menschen und ihre Lebensorientierungen
Leitkompetenz 1: Beziehung verantwortungsvoll gestalten können - zu sich selbst, zu anderen, zur Schöpfung
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können eigene Bedürfnisse und Bedürfnisse der Mitmenschen erkennen und reflektieren. 2, 9
Anwendungsbereiche
– Das Liebesgebot Jesu (Mk 12,28-34)
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können Kränkungen, Ungerechtigkeiten und Schuld wahrnehmen und von Möglichkeiten der Versöhnung erzählen. 7, 3
Anwendungsbereiche
– Versöhnung anhand biblischer Beispiele
Leitkompetenz 2: Sich mit den großen Fragen der Menschen auseinandersetzen können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können sich über die existenziellen Fragen nach dem Woher, Wozu, Wohin des Lebens austauschen. 1
Kompetenzbereich Gelehrte und gelebte Bezugsreligion
Leitkompetenz 3: Grundlagen und Leitmotive des christlichen Glaubens kennen und für das eigene Leben deuten können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– kennen biblische Erzählungen von Gottes Rettung und können sie für das eigene Leben deuten.
Anwendungsbereiche
– Die Josefserzählung (Gen 37-50 in Auswahl)
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können Jesu Wirken auf dem Hintergrund der damaligen Lebenssituation beschreiben.
Anwendungsbereiche
– Biblisch-hermeneutische Kompetenz: Heilungs- und Wundererzählungen 10
Leitkompetenz 4: Kirchliche Grundvollzüge kennen und religiös-spirituelle Ausdrucksformen gestalten können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– kennen den biblischen Hintergrund von zentralen Festen im Kirchenjahr und können ihre Bedeutung erschließen.
Anwendungsbereiche
– Karwoche – Osterfest
Die Schülerinnen und Schüler
– kennen und gestalten Gebete aus Bibel, Tradition und Liturgie. 10
Kompetenzbereich Religiöse und weltanschauliche Vielfalt in Gesellschaft und Kultur
Leitkompetenz 5: Medien, Kunst und Kultur im Kontext religiöser Weltwahrnehmung interpretieren, beurteilen und gestalten können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können anhand von Beispielen die Wirkung von Sprache erforschen und bewerten. 10
Anwendungsbereiche
– Biblisch-hermeneutische Kompetenz und religiöse Sprachkompetenz: Sprache in Medien 6 , Bibel und Liturgie 10
Leitkompetenz 6: Unterschiedlichen Lebensweisen und Glaubensformen reflexiv begegnen können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können Elemente jüdischen Lebens und Glaubens beschreiben. 5
– können zu Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit in der Welt Stellung beziehen und Handlungsmöglichkeiten im Sinne Jesu benennen. 7, 13
Anwendungsbereiche
– Die Werke der Barmherzigkeit (Mt 25,31-40)
Klasse:
Kompetenzbereich Menschen und ihre Lebensorientierungen
Leitkompetenz 1: Beziehung verantwortungsvoll gestalten können - zu sich selbst, zu anderen, zur Schöpfung
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können sich mit gemeinschaftsfördernden Werten auseinandersetzen und ihre Bedeutung in unterschiedlichen Lebenssituationen reflektieren. 7
Anwendungsbereiche
– Die Goldene Regel (Mt 7,12) 5
– Der Dekalog (Ex 20,2-17) 7
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können die Welt als Gottes Schöpfung deuten und kennen Möglichkeiten für verantwortungsbewusstes Handeln. 11
Leitkompetenz 2: Sich mit den großen Fragen der Menschen auseinandersetzen können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können Leidsituationen benennen und Hoffnungsgeschichten erzählen. 13
Anwendungsbereiche
– Die Exoduserzählung in Auswahl
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können Bedeutsames und Heiliges in ihrem Leben entdecken und darüber erzählen.
Kompetenzbereich Gelehrte und gelebte Bezugsreligion
Leitkompetenz 3: Grundlagen und Leitmotive des christlichen Glaubens kennen und für das eigene Leben deuten können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– kennen biblische Schöpfungstexte und können sie mit naturwissenschaftlichen Aussagen in Beziehung setzen. 10
– können Würdetitel Jesu verstehen und sich mit seiner Botschaft vom Reich Gottes auseinandersetzen.
Anwendungsbereiche
– Biblisch-hermeneutische Kompetenz: Gleichnisse, Seligpreisungen (Mt 5,1-12) 10
Leitkompetenz 4: Kirchliche Grundvollzüge kennen und religiös-spirituelle Ausdrucksformen gestalten können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– kennen den biblischen Hintergrund von zentralen Festen im Kirchenjahr und können ihre Bedeutung erschließen.
Anwendungsbereiche
– Das Pfingstfest – das Wirken des Heiligen Geistes
Kompetenzbereich Religiöse und weltanschauliche Vielfalt in Gesellschaft und Kultur
Leitkompetenz 5: Medien, Kunst und Kultur im Kontext religiöser Weltwahrnehmung interpretieren, beurteilen und gestalten können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können sich mit der Sprache der Kunst als Ausdruck für das Heilige auseinandersetzen.
Anwendungsbereiche
– Religiöse Motive in Geschichte und Gegenwart 6
Leitkompetenz 6 Unterschiedlichen Lebensweisen und Glaubensformen reflexiv begegnen können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können Elemente muslimischen Lebens und Glaubens beschreiben und die monotheistischen Religionen zueinander in Beziehung setzen. 5
Anwendungsbereiche
– Haltungen für ein gelingendes interreligiöses Miteinander 7, 5
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– kennen Ausdrucksformen des Glaubens in den Konfessionen und Religionen und können diese beschreiben. 5
| 1Bildungs-,Berufs- und Lebensorientierung | 2Entrepreneurship Education | 3Gesundheitsförderung |
|---|---|---|
| 4Informatische Bildung | 5Interkulturelle Bildung | 6Medienbildung |
| 7Politische Bildung | 8Reflexive Geschlechterpädagogik und Gleichstellung | 9Sexualpädagogik |
| 10Sprachliche Bildung und Lesen | 11Umweltbildung für nachhaltige Entwicklung | 12Verkehrs- und Mobilitätsbildung |
| 13Wirtschafts-, Finanz- und Verbraucher/innenbildung | ||
Anlage 1
LEHRPLAN FÜR DEN KATHOLISCHEN RELIGIONSUNTERRICHT AUF DER VORSCHULSTUFE AN VOLKSSCHULEN (Schulstufe 0) und unter besonderer Berücksichtigung von inklusiven Unterrichtssettings
Bildungs- und Lehraufgabe (Schulstufe 0):
Der katholische Religionsunterricht leistet einen wichtigen Beitrag zur reflexiven Grundbildung, indem er einen religiösen Weltzugang erschließt, der Orientierung in fundamentalen menschlichen Lebensfragen bietet. Er kann reflektierte Lebensbewältigung und gesellschaftliche Mitgestaltung unterstützen sowie zu einer eigenen verantworteten Position in Bezug auf Religion befähigen. Angesichts globaler Herausforderungen und einer durch digitale Medien geprägten Welt bietet der Religionsunterricht Raum für die gesellschaftlichen Fragen und Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler.
Auf Basis der Auseinandersetzung mit Bibel und kirchlicher Tradition als einem sinnstiftenden Deutungshorizont für die persönliche Lebens- und Glaubensgestaltung fördert der Religionsunterricht den Erwerb religiöser und religiös-ethischer Fachkompetenzen sowie sozialer und personaler Kompetenzen. Er unterstützt die Entwicklung von Resilienz, ermutigt zu solidarischem, gewaltlosem und nachhaltigem Handeln und zur Bewältigung von Zukunftsaufgaben.
Der Religionsunterricht sensibilisiert für religiös deutbare Phänomene, schult das religiöse Sprach- und Symbolverständnis und erschließt Zugänge zu Kunst und Kultur. Er öffnet Räume für religiöse Erfahrungen, trägt zur Gestaltung des Schullebens bei und regt die Reflexion hinsichtlich einer Beteiligung am kirchlichen Leben an.
Der Religionsunterricht bietet in seiner Konfessionalität einen Zugang zur katholischen Tradition und ermöglicht die Begegnung mit religiöser und weltanschaulicher Pluralität. In einem pluralen und religiös heterogenen Kontext initiiert er Begegnungsmöglichkeiten und befähigt die Schülerinnen und Schüler die Perspektive des je Anderen wahrzunehmen, unterschiedliche Auffassungen und Einstellungen kritisch zu reflektieren und respektvoll über Weltanschauungen und Religionen zu kommunizieren.
Durch diese Konzeption leistet der Religionsunterricht einen Beitrag zur Realisierung der fachlehrplanübergreifenden Themen, vor allem der sprachlichen Bildung, der politischen Bildung, der Umweltbildung und der Medienbildung.
Didaktische Grundsätze (Schulstufe 0):
In der Mitte des Religionsunterrichts stehen die Schülerinnen und Schüler, ihr Leben, ihr Glaube.
Für den katholischen Religionsunterricht sind das Prinzip der Korrelation, das die wechselseitige Erschließung von Glauben und Leben meint, und das Prinzip des „Ganzen im Fragment“, das sich der Elementarisierung und dem exemplarischen Lernen verpflichtet weiß, zentral.
Die didaktisch reflektierte Setzung von Schwerpunkten ist besonders in Vorschulklassen, in Sonderschulklassen, bei Schülerinnen und Schülern mit Sonderpädagogischem Förderbedarf in inklusiven Unterrichtssettings, bei einstündig geführten Klassen sowie im schulstufenübergreifenden Unterricht notwendig. Bezugnehmend auf das Kompetenzmodell sind folgende religionsdidaktische Grundsätze hervorzuheben:
– Fokus: Religiöse Sprache und Symbole
Die Alphabetisierung in religiöser Sprache umfasst das Erkennen und Verstehen religiöser Sprachformen und das Erschließen vielfältiger Symbole in ihrer Mehrdimensionalität. Eine individuelle und kreative Ausdrucksfähigkeit wird gefördert.
– Fokus: Philosophieren und Theologisieren
Der Religionsunterricht fördert die Fragekompetenz, initiiert Suchbewegungen im religiös-existenziellen Kontext und schult die Argumentationsfähigkeit. Er verpflichtet nicht auf einen Glauben, vielmehr fördert er die Entscheidungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler in religiösen und ethischen Belangen.
– Fokus: Actio und Contemplatio
Performatives Lernen zielt ab auf das reflektierende Erleben religiöser Vollzüge und ethischen Handelns. Die Erfahrungsbezogenheit des Religionsunterrichts wird in Gebet, Stille und Meditation sowie in gemeinsamen Feiern, Aktionen und Projekten erlebbar.
– Fokus: Beziehung und Resonanz
Im Beziehungsgeschehen zwischen Gott, Mensch und Welt angelegt, umfasst schulische religiöse Bildung eine biografische und narrative Komponente und vollzieht sich besonders im Lernen voneinander, miteinander und übereinander.
Zentrale fachliche Konzepte
Folgende Leitideen, strukturiert in Begriffspaaren, kennzeichnen die zentralen fachlichen Konzepte des katholischen Religionsunterrichts.
Lebensrealitäten und Transzendenz
Christlicher Glaube versteht den Menschen in seiner Biografie und in seinen Lebensbezügen als transzendentes Wesen und erschließt Wege der Sinnfindung durch Transzendenzbezug.
Gottesliebe und Menschenliebe
Das jüdisch-christliche Gottes- und Menschenbild steht für eine lebensbejahende Grundhaltung zu sich selbst, den Mitmenschen und der Welt. Das Beziehungsgeschehen zwischen Gott und Mensch und der Menschen untereinander ist getragen von der bedingungslosen Liebe Gottes. Unabhängig von Fähigkeiten und erbrachten Leistungen ist der Mensch in seiner Würde unantastbar.
Jesus der Christus
Das Christentum orientiert sich am Reden und Handeln Jesu, das die vergebende und heilende Zuwendung Gottes zu den Menschen zeigt. In seiner den Tod überwindenden Auferstehung kann in der Brüchigkeit des Lebens Versöhnung und Erlösung erfahrbar werden.
Freiheit und Offenbarung
Quellen der Offenbarung sind die Bibel und die kirchliche Tradition in ihrer Vielfalt. Auf der darin grundgelegten Freiheit des Menschen basiert die Achtung der Religionsfreiheit jeder Schülerin und jedes Schülers.
Zusage und Verantwortung
Ausgehend vom Verdankt-Sein allen Lebens wissen sich Christinnen und Christen beauftragt und befähigt Verantwortung in der Welt zu übernehmen. Dabei leiten sie Hoffnungsperspektiven, die auf biblischen Zusagen aufbauen.
Kompetenzmodell und Kompetenzbereiche:
Das Kompetenzmodell für den katholischen Religionsunterricht beinhaltet schulstufenübergreifend drei inhaltsbezogene Kompetenzbereiche und fünf handlungsorientierte Kompetenzdimensionen.
Kompetenzbereiche sind inhaltlich geprägte nähere Umschreibungen von Sachgebieten, in denen religiöse Kompetenzen erworben werden. Sie werden durch je zwei Leitkompetenzen konkretisiert.
Kompetenzbereich Menschen und ihre Lebensorientierungen
– Leitkompetenz 1 Beziehung verantwortungsvoll gestalten können – zu sich selbst, zu anderen, zur Schöpfung
– Leitkompetenz 2 Sich mit den großen Fragen der Menschen auseinandersetzen können
Kompetenzbereich Gelehrte und gelebte Bezugsreligion
– Leitkompetenz 3 Grundlagen und Leitmotive des christlichen Glaubens kennen und für das eigene Leben deuten können
– Leitkompetenz 4 Kirchliche Grundvollzüge kennen und religiös-spirituelle Ausdrucksformen gestalten können
Kompetenzbereich Religiöse und weltanschauliche Vielfalt in Gesellschaft und Kultur
– Leitkompetenz 5 Medien, Kunst und Kultur im Kontext religiöser Weltwahrnehmung interpretieren, beurteilen und gestalten können
– Leitkompetenz 6 Unterschiedlichen Lebensweisen und Glaubensformen reflexiv begegnen können
Kompetenzdimensionen beschreiben die Handlungsmodi der Aneignung der Kompetenzen und finden sich in den Kompetenzbeschreibungen wieder.
– Wahrnehmen und beschreiben religiös bedeutsamer Phänomene (Perzeption)
– Verstehen und deuten religiös bedeutsamer Sprache und Glaubenszeugnisse (Kognition)
– Gestalten und handeln in religiösen und ethischen Fragen (Performanz)
– Kommunizieren und (be)urteilen von Überzeugungen mit religiösen Argumenten und im Dialog (Interaktion)
– Teilhaben und entscheiden – begründete (Nicht-)Teilhabe an religiöser und gesellschaftlicher Praxis (Partizipation)
Der Lehrplan für katholische Religion umfasst drei Kompetenzbereiche. Jeder dieser Bereiche wird durch zwei Leitkompetenzen konkretisiert. Diesen sind schulstufenspezifische Kompetenzbeschreibungen zugeordnet, die angeben, welche Kompetenzen von allen Schülerinnen und Schülern erworben werden sollen. In jedem Schuljahr sind alle im Kompetenzmodell genannten Kompetenzdimensionen (Perzeption, Kognition, Performanz, Interaktion, Partizipation) zu berücksichtigen.
Inhaltlich konkretisiert werden die Kompetenzbeschreibungen durch je einen Unterrichtshinweis.
Schulstufe 0:
Kompetenzbereich Menschen und ihre Lebensorientierungen
Leitkompetenz 1 Beziehung verantwortungsvoll gestalten können – zu sich selbst, zu anderen, zur Schöpfung
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können sich selbst wahrnehmen und ihre Mitwelt beschreiben und mitgestalten.
Unterrichtshinweis – Kommentar
– BEGEGNUNG
Leitkompetenz 2 Sich mit den großen Fragen der Menschen auseinandersetzen können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können Gottes Schöpfung in der Natur entdecken und beschreiben.
Unterrichtshinweis – Kommentar
- ENTDECKEN UND STAUNEN
Kompetenzbereich Gelehrte und gelebte Bezugsreligion
Leitkompetenz 3 Grundlagen und Leitmotive des christlichen Glaubens kennen und für das eigene Leben deuten können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können am Beispiel Jesu Gesten der Zuneigung erkennen und zeigen.
Unterrichtshinweis – Kommentar
– GELIEBT SEIN
Leitkompetenz 4 Kirchliche Grundvollzüge kennen und religiös-spirituelle Ausdrucksformen gestalten können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können miteinander feiern und beten.
Unterrichtshinweis – Kommentar
– BETEN UND FEIERN
Kompetenzbereich Religiöse und weltanschauliche Vielfalt in Gesellschaft und Kultur
Leitkompetenz 5 Medien, Kunst und Kultur im Kontext religiöser Weltwahrnehmung interpretieren, beurteilen und gestalten können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können Heilige entdecken und deren Geschichten darstellen.
Unterrichtshinweis – Kommentar
– HEILIGE
Leitkompetenz 6 Unterschiedlichen Lebensweisen und Glaubensformen reflexiv begegnen können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können von Menschen in ihrer Umwelt erzählen.
Unterrichtshinweis – Kommentar
– NÄHE UND DISTANZ
zum gestaffelten Inkrafttreten vgl. § 2 Z 9, BGBl. II Nr. 375/2021,
zum gestaffelten Außerkrafttreten vgl. § 2 Z 13, BGBl. II Nr. 47/2023
Anlage 1a
LEHRPLAN FÜR DEN KATHOLISCHEN RELIGIONSUNTERRICHT AN MITTELSCHULEN UND AN DER UNTERSTUFE ALLGEMEINBILDENDER HÖHERER SCHULEN
Bildungs- und Lehraufgabe (1. bis 4. Klasse):
Der katholische Religionsunterricht leistet einen wichtigen Beitrag zur reflexiven Grundbildung, indem er einen religiösen Weltzugang erschließt, der Orientierung in fundamentalen menschlichen Lebensfragen bietet. Er kann reflektierte Lebensbewältigung und gesellschaftliche Mitgestaltung unterstützen sowie zu einer eigenen verantworteten Position in Bezug auf Religion befähigen. Angesichts globaler Herausforderungen und einer durch digitale Medien geprägten Welt bietet der Religionsunterricht Raum für die gesellschaftlichen Fragen und Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler.
Auf Basis der Auseinandersetzung mit Bibel und kirchlicher Tradition als einem sinnstiftenden Deutungshorizont für die persönliche Lebens- und Glaubensgestaltung fördert der Religionsunterricht den Erwerb religiöser und religiös-ethischer Fachkompetenzen sowie sozialer und personaler Kompetenzen. Er unterstützt die Entwicklung von Resilienz, ermutigt zu solidarischem, gewaltlosem und nachhaltigem Handeln und zur Bewältigung von Zukunftsaufgaben.
Der Religionsunterricht sensibilisiert für religiös deutbare Phänomene, schult das religiöse Sprach- und Symbolverständnis und erschließt Zugänge zu Kunst und Kultur. Er öffnet Räume für religiöse Erfahrungen, trägt zur Gestaltung des Schullebens bei und regt die Reflexion hinsichtlich einer Beteiligung am kirchlichen Leben an.
Der Religionsunterricht bietet in seiner Konfessionalität einen Zugang zur katholischen Tradition und ermöglicht die Begegnung mit religiöser und weltanschaulicher Pluralität. In einem pluralen und religiös heterogenen Kontext initiiert er Begegnungsmöglichkeiten und befähigt die Schülerinnen und Schüler die Perspektive des je Anderen wahrzunehmen, unterschiedliche Auffassungen und Einstellungen kritisch zu reflektieren und respektvoll über Weltanschauungen und Religionen zu kommunizieren.
Durch diese Konzeption leistet der Religionsunterricht einen Beitrag zur Realisierung der fachlehrplanübergreifenden Themen, vor allem der sprachlichen Bildung, der politischen Bildung, der Umweltbildung und der Medienbildung.
Didaktische Grundsätze (1. bis 4. Klasse):
In der Mitte des Religionsunterrichts stehen die Schülerinnen und Schüler, ihr Leben, ihr Glaube.
Für den katholischen Religionsunterricht sind das Prinzip der Korrelation, das die wechselseitige Erschließung von Glauben und Leben meint, und das Prinzip des „Ganzen im Fragment“, das sich der Elementarisierung und dem exemplarischen Lernen verpflichtet weiß, zentral.
Die didaktisch reflektierte Setzung von Schwerpunkten ist besonders bei einstündig geführten Klassen und im schulstufenübergreifenden Unterricht notwendig.
Bezugnehmend auf das Kompetenzmodell sind folgende religionsdidaktische Grundsätze hervorzuheben:
– Fokus: Religiöse Sprache und Symbole
Die Alphabetisierung in religiöser Sprache umfasst das Erkennen und Verstehen religiöser Sprachformen und das Erschließen vielfältiger Symbole in ihrer Mehrdimensionalität. Eine individuelle und kreative Ausdrucksfähigkeit wird gefördert.
– Fokus: Philosophieren und Theologisieren
Der Religionsunterricht fördert die Fragekompetenz, initiiert Suchbewegungen im religiösexistenziellen Kontext und schult die Argumentationsfähigkeit. Er verpflichtet nicht auf einen Glauben, vielmehr fördert er die Entscheidungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler in religiösen und ethischen Belangen.
– Fokus: Actio und Contemplatio
Performatives Lernen zielt ab auf das reflektierende Erleben religiöser Vollzüge und ethischen Handelns. Die Erfahrungsbezogenheit des Religionsunterrichts wird in Gebet, Stille und Meditation sowie in gemeinsamen Feiern, Aktionen und Projekten erlebbar.
– Fokus: Beziehung und Resonanz
Im Beziehungsgeschehen zwischen Gott, Mensch und Welt angelegt, umfasst schulische religiöse Bildung eine biografische und narrative Komponente und vollzieht sich besonders im Lernen voneinander, miteinander und übereinander.
Zentrale fachliche Konzepte
Folgende Leitideen, strukturiert in Begriffspaaren, kennzeichnen die zentralen fachlichen Konzepte des katholischen Religionsunterrichts.
Lebensrealitäten und Transzendenz
Christlicher Glaube versteht den Menschen in seiner Biografie und in seinen Lebensbezügen als transzendentes Wesen und erschließt Wege der Sinnfindung durch Transzendenzbezug.
Gottesliebe und Menschenliebe
Das jüdisch-christliche Gottes- und Menschenbild steht für eine lebensbejahende Grundhaltung zu sich selbst, den Mitmenschen und der Welt. Das Beziehungsgeschehen zwischen Gott und Mensch und der Menschen untereinander ist getragen von der bedingungslosen Liebe Gottes. Unabhängig von Fähigkeiten und erbrachten Leistungen ist der Mensch in seiner Würde unantastbar.
Jesus der Christus
Das Christentum orientiert sich am Reden und Handeln Jesu, das die vergebende und heilende Zuwendung Gottes zu den Menschen zeigt. In seiner den Tod überwindenden Auferstehung kann in der Brüchigkeit des Lebens Versöhnung und Erlösung erfahrbar werden.
Freiheit und Offenbarung
Quellen der Offenbarung sind die Bibel und die kirchliche Tradition in ihrer Vielfalt. Auf der darin grundgelegten Freiheit des Menschen basiert die Achtung der Religionsfreiheit jeder Schülerin und jedes Schülers.
Zusage und Verantwortung
Ausgehend vom Verdankt-Sein allen Lebens wissen sich Christinnen und Christen beauftragt und befähigt Verantwortung in der Welt zu übernehmen. Dabei leiten sie Hoffnungsperspektiven, die auf biblischen Zusagen aufbauen.
Kompetenzmodell und Kompetenzbereiche:
Das Kompetenzmodell für den katholischen Religionsunterricht beinhaltet schulstufenübergreifend drei inhaltsbezogene Kompetenzbereiche und fünf handlungsorientierte Kompetenzdimensionen.
Kompetenzbereiche sind inhaltlich geprägte nähere Umschreibungen von Sachgebieten, in denen religiöse Kompetenzen erworben werden. Sie werden durch je zwei Leitkompetenzen konkretisiert.
Kompetenzbereich Menschen und ihre Lebensorientierungen
– Leitkompetenz 1 Beziehung verantwortungsvoll gestalten können – zu sich selbst, zu anderen, zur Schöpfung
– Leitkompetenz 2 Sich mit den großen Fragen der Menschen auseinandersetzen können
Kompetenzbereich Gelehrte und gelebte Bezugsreligion
– Leitkompetenz 3 Grundlagen und Leitmotive des christlichen Glaubens kennen und für das eigene Leben deuten können
– Leitkompetenz 4 Kirchliche Grundvollzüge kennen und religiös-spirituelle Ausdrucksformen gestalten können
Kompetenzbereich Religiöse und weltanschauliche Vielfalt in Gesellschaft und Kultur
– Leitkompetenz 5 Medien, Kunst und Kultur im Kontext religiöser Weltwahrnehmung interpretieren, beurteilen und gestalten können
– Leitkompetenz 6 Unterschiedlichen Lebensweisen und Glaubensformen reflexiv begegnen können
Kompetenzdimensionen beschreiben die Handlungsmodi der Aneignung der Kompetenzen und finden sich in den Kompetenzbeschreibungen wieder.
– Wahrnehmen und beschreiben religiös bedeutsamer Phänomene (Perzeption)
– Verstehen und deuten religiös bedeutsamer Sprache und Glaubenszeugnisse (Kognition)
– Gestalten und handeln in religiösen und ethischen Fragen (Performanz)
– Kommunizieren und (be)urteilen von Überzeugungen mit religiösen Argumenten und im Dialog (Interaktion)
– Teilhaben und entscheiden – begründete (Nicht-)Teilhabe an religiöser und gesellschaftlicher Praxis (Partizipation)
Der Lehrplan für katholische Religion umfasst drei Kompetenzbereiche. Jeder dieser Bereiche wird jahrgangsübergreifend durch je zwei Leitkompetenzen konkretisiert. Diesen sind schulstufenspezifische Kompetenzbeschreibungen zugeordnet, die angeben, welche Kompetenzen von allen Schülerinnen und Schülern erworben werden sollen. In jedem Schuljahr sind alle im Kompetenzmodell genannten Kompetenzdimensionen (Perzeption, Kognition, Performanz, Interaktion, Partizipation) zu berücksichtigen.
Inhaltlich konkretisiert werden die Kompetenzbeschreibungen durch Anwendungsbereiche. Diese benennen repräsentative Beispiele für Themenfelder, anhand derer Kompetenzen erworben werden. Wo solche benannt sind, sind sie verbindlich zu behandeln. Weitere Anwendungsbereiche können frei gewählt werden. Wo keine Anwendungsbereiche benannt sind, ist es Aufgabe der Lehrerinnen und Lehrer Anwendungsbereiche zu definieren.
Klasse:
Kompetenzbereich Menschen und ihre Lebensorientierungen
Leitkompetenz 1 Beziehung verantwortungsvoll gestalten können – zu sich selbst, zu anderen, zur Schöpfung
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können sich in ihrer gottgeschenkten Einzigartigkeit wahrnehmen und wissen um die Bedeutung von (Selbst-) Vertrauen für ein gelingendes (Zusammen-) Leben.
Leitkompetenz 2 Sich mit den großen Fragen der Menschen auseinandersetzen können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können für sie bedeutsame Fragen diskutieren und über existentielle Lebensfragen philosophieren und theologisieren.
Kompetenzbereich Gelehrte und gelebte Bezugsreligion
Leitkompetenz 3 Grundlagen und Leitmotive des christlichen Glaubens kennen und für das eigene Leben deuten können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– verfügen über erweiterte Grundkenntnisse zur Bibel und können sie als inspiriertes Zeugnis des Dialogs Gottes mit den Menschen deuten.
Anwendungsbereiche
– Biblisch-hermeneutische Kompetenz: die biblischen Schriften und ihre Entstehung
– Zeugnisse der Lebensrelevanz der Bibel
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können Leben und Handeln Jesu in Grundlinien beschreiben und als Basis christlichen Glaubens kommunizieren.
Anwendungsbereiche
– Historischer Jesus – Christus des Glaubens
Leitkompetenz 4 Kirchliche Grundvollzüge kennen und religiös-spirituelle Ausdrucksformen gestalten können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– kennen Reichtum und Vielfalt spiritueller und liturgischer Ausdrucksformen und können sie in ihrer Bedeutung nachvollziehen und gestalten.
– können Taufe und Eucharistie als Ausdruck der Zugehörigkeit zur kirchlichen Gemeinschaft verstehen.
Anwendungsbereiche
– Das Glaubensbekenntnis
Kompetenzbereich Religiöse und weltanschauliche Vielfalt in Gesellschaft und Kultur
Leitkompetenz 5 Medien, Kunst und Kultur im Kontext religiöser Weltwahrnehmung interpretieren, beurteilen und gestalten können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können das Kirchenjahr mit seinen Festen als Rhythmus des Lebens verstehen und mitgestalten.
Leitkompetenz 6 Unterschiedlichen Lebensweisen und Glaubensformen reflexiv begegnen können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können Gemeinsames und Unterscheidendes, Verbindendes und Trennendes von Konfessionen und Religionen benennen und sich damit respektvoll auseinandersetzen.
Klasse:
Kompetenzbereich Menschen und ihre Lebensorientierungen
Leitkompetenz 1 Beziehung verantwortungsvoll gestalten können – zu sich selbst, zu anderen, zur Schöpfung
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können sich in ihrer Interaktion mit der Mitwelt differenziert wahrnehmen und zu einem wertschätzenden Kommunizieren beitragen.
Anwendungsbereiche
– Kommunikationsformen
– Konflikt- und Streitkultur
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können vielfältige Formen von Liebe unterscheiden und sich mit der eigenen Geschlechtlichkeit auseinandersetzen.
Anwendungsbereiche
– Eros – Agape / Caritas
Leitkompetenz 2 Sich mit den großen Fragen der Menschen auseinandersetzen können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können leidvolle Erfahrungen zum Ausdruck bringen und (christliche) Wege des Umgangs mit menschlicher Begrenztheit aufzeigen.
Anwendungsbereiche
– Angenommen-Sein in Erfahrungen von Trennung, Verlust, Misserfolg und Krankheit
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können (strukturelle) Schuld wahrnehmen, (eigenes) schuldhaftes Verhalten erkennen und sich mit Möglichkeiten der Vergebung auseinandersetzen.
Kompetenzbereich Gelehrte und gelebte Bezugsreligion
Leitkompetenz 3 Grundlagen und Leitmotive des christlichen Glaubens kennen und für das eigene Leben deuten können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– verfügen über vertiefte Grundkenntnisse zum Alten Testament und zur Vielfalt der biblischen Sprachwelt.
Anwendungsbereiche
– Biblisch-hermeneutische Kompetenz: literarische Gattungen in der Bibel
– Geschichte des Volkes Israel im Überblick
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können Gottesvorstellungen aus Bibel und christlicher Tradition beschreiben und sie mit der eigenen Gottesvorstellung in Verbindung bringen.
Anwendungsbereiche
– Trinität – Gott in Beziehung
Leitkompetenz 4 Kirchliche Grundvollzüge kennen und religiös-spirituelle Ausdrucksformen gestalten können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können Symbole deuten und entwerfen und die Sakramente als Zeichen für die Nähe Gottes beschreiben.
Anwendungsbereiche
– Religiöse Sprachkompetenz: Symbolsprache und Metaphern
Kompetenzbereich Religiöse und weltanschauliche Vielfalt in Gesellschaft und Kultur
Leitkompetenz 5 Medien, Kunst und Kultur im Kontext religiöser Weltwahrnehmung interpretieren, beurteilen und gestalten können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können christliche Motive in ihrer Lebenswelt wahrnehmen und sakrale Räume in ihrer Bedeutung für Menschen erschließen.
Leitkompetenz 6 Unterschiedlichen Lebensweisen und Glaubensformen reflexiv begegnen können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können Grundzüge des Judentums beschreiben und die Nähe des Christentums zum Judentum darlegen.
Klasse:
Kompetenzbereich Menschen und ihre Lebensorientierungen
Leitkompetenz 1 Beziehung verantwortungsvoll gestalten können – zu sich selbst, zu anderen, zur Schöpfung
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
– können sich als Teil der Schöpfung wahrnehmen und wissen zu ihrem Erhalt beizutragen.
Leitkompetenz 2 Sich mit den großen Fragen der Menschen auseinandersetzen können
Kompetenzbeschreibung
Die Schülerinnen und Schüler
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