Verordnung vom 27. Oktober 2004 über Tabakerzeugnisse und Raucherwaren mit Tabakersatzstoffen (Tabakverordnung, TabV)
gestützt auf die Artikel 21 Absatz 2 und 37 des Lebensmittelgesetzes
1 , vom 9. Oktober 1992 verordnet:
1. Abschnitt: Allgemeine Bestimmungen
2 3 Art. 1 Gegenstand und übriges anwendbares Recht
1 Diese Verordnung regelt für Tabakerzeugnisse und für Raucherwaren mit Tabakersatzstoffen:
- a. die Herstellung;
- b. die Kennzeichnung;
- c. die Werbung und die Abgabe.
2 Wo in dieser Verordnung nichts anderes geregelt ist, gelten für Tabakerzeugnisse und Raucherwaren mit Tabakersatzstoffen zudem die Lebensmittelund Gebrauchs-
4 gegenständeverordnung vom 23. November 2005 (LGV) und die darauf gestützten
5 Verordnungen des EDI, mit den Einschränkungen nach Artikel 1 Absatz 3 LGV.
Art. 2 Begriffe
In dieser Verordnung bedeuten:
- a. Tabak: Blätter, Blattoder Rippenstücke der Tabakpflanzen Nicotiana tabacum L. und Nicotiana rustica L;
- b. Rohtabak: Tabak, der lediglich getrocknet, fermentiert oder in anderer industrieüblicher Weise behandelt worden ist;
- c. rekonstituierter Tabak (homogenisierter Tabak): Folien, folienartige Gebilde oder Flocken, die aus fein gemahlenem und wieder gebundenem Rohtabak oder aus ebenso behandelten, sauberen Fabrikationsabfällen hergestellt sind; in ihnen sind die einzelnen Pflanzenteile makroskopisch nicht mehr erkennbar; rekonstituierter Tabak muss, bezogen auf die Trockensubstanz, mindestens 70 Massenprozent Rohtabak enthalten;
- d. Tabakerzeugnis: Erzeugnis, das ganz oder teilweise aus Tabak besteht und insbesondere zum Rauchen (Zigarren, Zigaretten und ähnliche Erzeugnisse sowie Schnittund Rollentabak), Schnupfen, Lutschen oder Kauen bestimmt ist;
- e. Tabakersatzstoff: zum Rauchen bestimmter Stoff mit Ausnahme von Tabak.
2. Abschnitt: Tabakersatzstoffe und verbotene Erzeugnisse 6
7 Art. 3 Tabakersatzstoffe
1 Raucherwaren mit Tabakersatzstoffen:
- a. müssen den Anforderungen für Tabakerzeugnisse, die zum Rauchen bestimmt sind, sinngemäss entsprechen;
- b. dürfen nicht unmittelbar oder in unerwarteter Weise die Gesundheit gefährden; und
- c. dürfen keine psychotropen Wirkungen haben.
2 Dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) muss vor dem Inverkehrbringen des Erzeugnisses Folgendes zugestellt werden:
- a. Angaben über Zusammensetzung und Verwendungszweck des Erzeugnisses;
- b. Angaben über Teerund Kohlenmonoxidgehalt des Erzeugnisses;
- c. Nachweis, dass das Erzeugnis kein Nikotin enthält;
- d. Nachweis, dass das Erzeugnis nicht unmittelbar oder in unerwarteter Weise die Gesundheit gefährdet und keine psychotropen Wirkungen hat;
- e. Entwurf der Packung;
- f. Warenmuster.
8 Art. 4
Art. 5 Verbotene Erzeugnisse
1 Tabakerzeugnisse zum oralen Gebrauch dürfen weder eingeführt noch abgegeben werden.
2 Als Tabakerzeugnisse zum oralen Gebrauch gelten Erzeugnisse in Form eines Pulvers oder eines feinkörnigen Granulats oder einer Kombination dieser Formen, insbesondere in Portionenbeuteln oder porösen Beuteln oder in anderer Form. Ausgenommen sind Erzeugnisse, die zum Rauchen oder Kauen bestimmt sind.
3. Abschnitt: Herstellung 9
Art. 6 Stoffe zur Herstellung von Tabakerzeugnissen
1 Es dürfen ohne Bewilligung nur Tabakerzeugnisse abgegeben werden, die ausser Rohtabak nur die folgenden Stoffe enthalten, und zwar bis zu den angegebenen Massenanteilen (bezogen auf die Trockensubstanz des Endproduktes, ohne allfällige Umhüllungen aus tabakfremden Materialien):
10 a. Geschmackgebende Zutaten : gesamthaft bis zu 15 Massenprozent, in Schnittund Rollentabak bis zu 20 Massenprozent, in Wasserpfeifentabak bis zu 70 Massenprozent; als geschmackgebende Zutaten gelten: 1. Aromen nach Anhang 3 Ziffer 24 der Verordnung des EDI vom
11 23. November 2005 über die Kennzeichnung und Anpreisung von Lebensmitteln (LKV), 2. Folia liatris ; der Gesamtgehalt an Cumarin darf 0,1 Massenprozent nicht übersteigen, 3. Zuckerarten, Honig und Gewürze sowie andere unschädliche Pflanzenbestandteile und deren Extrakte, 4. Süssungsmittel nach Anhang 1 Abschnitt c Ziffer 1 der Zusatzstoffver-
12 ordnung vom 23. November 2005 (ZuV) mit Ausnahme von E955 Sucralose und E962 Aspartam-Acesulfamsalz;
13 b. Feuchthaltemittel: gesamthaft bis zu 10 Massenprozent beziehungsweise in Wasserpfeifentabak bis zu 60 Massenprozent; zulässig sind Glycerin, Sorbit, 1,2-Propylenglycol, 1,3-Butylenglycol, Triethylenglycol, Ortho-Phosphorsäure und alpha-Glycerinphosphorsäure sowie deren Natrium-, Kalium-, Kalziumund Magnesiumsalze;
Fussnoten
[^1]: SR 817.0
[^2]: Fassung gemäss Anhang 2 Ziff. II 3 der Lebensmittel- und Gebrauchsgegenstände- verordnung vom 23. Nov. 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (SR 817.02 ).
[^3]: Fassung gemäss Ziff. I der V vom 15. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 5161).
[^4]: SR 817.02
[^5]: Fassung gemäss Ziff. I der V vom 15. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 5161).
[^6]: Fassung gemäss Ziff. I der V vom 26. Nov. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 6141).
[^7]: Fassung gemäss Ziff. I der V vom 26. Nov. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 6141).
[^8]: Aufgehoben durch Ziff. I der V vom 26. Nov. 2008, mit Wirkung seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 6141).
[^9]: Fassung gemäss Ziff. I der V vom 26. Nov. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 6141).
[^10]: Fassung gemäss Ziff. I der V vom 15. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 5161).
[^11]: SR 817.022.21
[^12]: [AS 2005 6191. AS 2007 2977 Art. 7]. Siehe heute: die V vom 22. Juni 2007 (SR 817.022.31 ).
[^13]: Fassung gemäss Ziff. I der V vom 7. März 2008 (AS 2008 1187).