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Verordnung vom 12. April 2006 über das Zentrale Migrationsinformationssystem (ZEMIS-Verordnung)

Geltender Text a fecha 2008-01-01

1 über das Informationssystem gestützt auf das Bundesgesetz vom 20. Juni 2003 für den Ausländerund den Asylbereich (BGIAA), verordnet:

1. Abschnitt: Allgemeine Bestimmungen

Art. 1 Gegenstand

(Art. 1 BGIAA) Diese Verordnung regelt für das Zentrale Migrationsinformationssystem (ZEMIS), das der Bearbeitung der Personendaten aus dem Ausländerund Asylbereich dient:

Art. 2 Begriffe

In dieser Verordnung bedeuten:

2 3 1. Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG),

4 2. Bürgerrechtsgesetz vom 29. September 1952 (BüG),

5 3. Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (Freizügigkeitsabkommen EU),

6 zur Änderung des EFTA-Übereinkom- 4. Abkommen vom 21. Juni 2001 mens (Freizügigkeitsabkommen EFTA);

7 1. Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG),

8 2. Abkommen vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge,

9 3. Übereinkommen vom 28. September 1954 über die Rechtsstellung der Staatenlosen;

2. Abschnitt: Struktur und Inhalt von ZEMIS

Art. 3 Struktur von ZEMIS

1 ZEMIS umfasst folgende Subsysteme:

2 Eine Suche in ZEMIS führt zu einer Online-Abfrage innerhalb der Datenbank RIPOL.

Art. 4 Inhalt von ZEMIS

(Art. 4 BGIAA)

1 ZEMIS enthält zwei Teile:

2 Der allgemeine Teil mit den Stammdaten setzt sich aus Personendaten der folgenden Kategorien zusammen:

10 c. Versichertennummer nach Artikel 50 c des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-

11 über die Altersund Hinterlassenenversicherung (AHV-Versiber 1946 chertennummer).

3 Im Anhang 1 werden die in ZEMIS enthaltenen Daten abschliessend aufgeführt und der Umfang des Zugriffs sowie die Berechtigung zur Datenbearbeitung festgelegt.

4 Die Daten werden nach dem westeuropäischen Standardzeichensatz der Internatio-

12 nalen Organisation für Normung erfasst (ISO-Norm 8859-1).

3. Abschnitt: Meldepflichten

Art. 5 Meldungen der kantonalen und kommunalen Behörden

(Art. 7 Abs. 1 und 4 BGIAA)

1 Die kantonalen und kommunalen Ausländerbehörden melden unverzüglich:

13 Bundesgesetzes vom 8. Oktober 1999 über die in die Schweiz entsandten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie die übrigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und die selbständig Erwerbstätigen, die keine Kurzaufenthaltsoder Aufenthaltsbewilligung benötigen;

2 Die kantonalen und kommunalen Arbeitsmarktbehörden melden laufend:

3 Die kantonalen und kommunalen Sozialhilfebehörden melden laufend das Verschwinden sowie das Wiederauftauchen von Personen im Asylbereich.

Art. 6 Meldungen weiterer Stellen

(Art. 7 Abs. 1 BGIAA)

1 Folgende Stellen melden folgende Daten: . 14 das Staatssekretariat des Eidgenössischen Departements für auswärtige Ana gelegenheiten (EDA), die schweizerischen Auslandvertretungen sowie die Missionen: die Personendaten nach den Weisungen des Bundesamtes für Migration (BFM) im Zusammenhang mit der Erteilung von Visa, soweit die-

15 se Personendaten für die Erfüllung der Aufgaben nach dem AuG benötigt werden;

2 Das BFM kann Meldungen über Ausländerinnen und Ausländer aufnehmen, die aus der Schweiz ausgereist sind oder deren Aufenthaltsort nicht bekannt ist und die ihren öffentlich-rechtlichen Pflichten oder ihren Alimentenverpflichtungen nicht nachkommen.

Art. 7 Meldeverfahren und Erfassung der Daten

(Art. 7 Abs. 1 BGIAA)

1 Die Personendaten können gemeldet werden:

2 Das BFM legt fest, unter welchen Voraussetzungen die Personendaten automatisiert gemeldet werden können und wie sie bei einer Online-Meldung vor der Ü- bermittlung zu überprüfen sind (Plausibilitätstests).

3 Es erfasst die gemeldeten Daten in ZEMIS.

16 Art. 8 Daten über Beschwerden (Art. 8 BGIAA) Das Bundesverwaltungsgericht übermittelt dem BFM regelmässig in elektronischer Form die Daten über den Eingang und über die Erledigung von Beschwerden.

4. Abschnitt: Zugriff auf ZEMIS

Art. 9 Daten des Ausländerbereichs

(Art. 9 Abs. 1 BGIAA) Daten des Ausländerbereichs kann das BFM folgenden Behörden durch ein Abrufverfahren zugänglich machen:

Fussnoten

[^1]: SR 142.51

[^2]: Fassung gemäss Ziff. I der V vom 24. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5615).

[^3]: SR 142.20

[^4]: SR 141.0

[^5]: SR 0.142.112.681

[^6]: SR 0.632.31

[^7]: SR 142.31

[^8]: SR 0.142.30

[^9]: SR 0.142.40

[^10]: Eingefügt durch Anhang Ziff. 1 der Registerharmonisierungsverordnung vom 21. Nov. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (SR 431.021 ).

[^11]: SR 831.10

[^12]: Eingefügt durch Ziff. I der V vom 24. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5615).

[^13]: SR 823.20

[^14]: Fassung gemäss Ziff. I der V vom 24. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5615).

[^15]: SR 142.20

[^16]: Fassung gemäss Ziff. II 7 der V vom 8. Nov. 2006 über die Anpassung von Bundesrats- verordnungen an die Totalrevision der Bundesrechtspflege, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4705).