Verordnung über die Aus- und Fortbildung der Seelotsinnen und Seelotsen
ThemaInhalteDauer (à 60 Minuten)Rolle des LernbegleitersAktueller Stand der Ausbildung zu einer Seelotsin oder einem Seelotsen4Notwendigkeit neuer Ausbildungswege im lotsenbrüderschaftsübergreifenden RahmenRollen aller in der Ausbildung beteiligten PersonenGegenseitige Erwartungen von Seelotsenanwärterinnen und Seelotsenanwärtern/Lernbegleiterinnen und Lernbegleitern/Lotsenbrüderschaften und der daraus resultierenden Aufgaben und Verantwortung an die LernbegleitungAutorität und innere HaltungKompetenzen des Lernbegleiters (Werte, soziale Kompetenz, fachliche Kompetenz)Zielgruppendefinition und das Lernverhalten von ErwachsenenÜberblick über die Charakteristika der unterschiedlichen Generationen3Biographiearbeit: exemplarische Entwicklung einer potenziellen Kandidatin und eines potenziellen Kandidaten aus LA 1/LA 2LernpyramideAktivierende Lehr- und Lernmethoden/Gehirngerechtes LernenLernen durch Primär- und SekundärerfahrungenKommunikationKommunikationsmodell der 4 Ebenen3Axiome der KommunikationBewusste Kommunikation zur Vermeidung von Informationsverlusten und MissverständnissenKörperspracheGrundzüge der Didaktik und MethodikSituatives Erkennen von Lernzielen (Grob- und Feinlernziele)3Beurteilen und Bewerten von LernergebnissenAktivierendes LehrgesprächErkennen von potenziellen AufgabenstellungenVisualisierung als elementarer Bestandteil der LernbegleitungPraktische Übungen zur Wissensweitergabe als LernbegleiterErkennen der Vielschichtigkeit und Komplexität der Lotstätigkeit zur Ableitung von geeigneten Lernzielen und Erstellung von Aufgaben11Transfer der erlernten Inhalte in die praktische UmsetzungEntwicklung praxisorientierter Übungen am SimulatorDurchführung von Briefing und Debriefing in Form eines Lehrgesprächs
Abschnitt 2 Inhalte für die Schulung der anleitenden Seelotsinnen und Seelotsen, Aufbauschulung
Name des LehrgangesTrain the Trainer advanced (TtT Advanced)Lehrgangsverantwortliche InstitutionBundeslotsenkammerThemaAusbildende Seelotsinnen und ausbildende Seelotsen, Lernbegleitung von GruppenZieleDie Teilnehmerinnen und Teilnehmer besitzen durch ihre neue Funktion als ausbildende Seelotsin/Seelotse/Lernbegleitung erweiterte Kompetenzen zu ihrem Beruf als Seelotsin und Seelotse. Sie begleiten aktivierend und motivierend die vorgegebenen Ausbildungsanteile der Seelotsenanwärterinnen und Seelotsenanwärter. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben den Train the Trainer Basic durchlaufen und den Transfer in die Praxis vollzogen.
Im Train the Trainer Advanced erweitern sie ihre Erfahrungen aus der Einzelbetreuung um Kompetenzen aus dem Bereich der Wissensvermittlung für Gruppen.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können die Struktur einer Unterrichtseinheit sowie deren untergeordneten Lerneinheiten entwickeln und diese umsetzen. Sie sind in der Lage, Lernziele zu definieren und methodisch umzusetzen. Dafür legen sie sich auf eine Lernzieltiefe fest und erstellen Lernerfolgskontrollen.
Methodenvielfalt, Wahrnehmung der umfänglichen Lernumgebung sowie kreative Denkansätze zur Methodenfindung erkennen sie als hilfreiche Parameter in ihrer Unterrichtsplanung. Sie kennen die typischen Phasen der Gruppendynamik und sind in der Lage, herausfordernde Gruppenmitglieder zu identifizieren und zu begegnen.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer demonstrieren ihren Lernerfolg in einer Lehrprobe.Lehr- und LernformSeminaristischer Unterricht, praktische ÜbungenZielgruppeSeelotsinnen und SeelotsenMax. Teilnehmerzahl6 PersonenVoraussetzung für die TeilnahmeBestallung als Seelotsin oder Seelotse und Teilnahme an der Bundeslotsenkammer Schulung Train the Trainer basicArt der QualifikationWeiterbildung mit TeilnahmebescheinigungDauer/Arbeitsaufwand4 Tage (24 Zeitstunden)
ThemaInhalteDauer (à 60 Minuten)Wahrnehmungsebenen einer Trainerin/eines TrainersErkennen der elementaren Wahrnehmungsebenen als Trainerin/Trainer3Bedeutung der Wahrnehmungsebenen insbesondere in der Anfangsphase des SeminarsGestaltung eines passgenauen SeminareinstiegsKreisläufigkeit der KommunikationWiederholung der Kernelemente des TtT basicAktueller Stand der Ausbildung zur Seelotsin/zum Seelotsen2Aktivierende Lehr- und Lernmethoden/gehirngerechtes LernenDie 7 Elemente des guten LehrensAxiome der Kommunikation in Fokussierung auf den LernendenSpezifika der unterschiedlichen GenerationenGrundlagen der DidaktikDefinition von Didaktik und Methodik2Definition der Begriffe Grob- und FeinlernzieleFormulierung von LernzielenTaxonomie von LernzielenGestaltung eines AblaufplanesMethodikÜbersicht über Methodenvielfalt4Unterscheidung zwischen lernzentrierten und trainerzentrierten MethodenEntwicklung eigener aktivierender MethodenNutzung der LernumgebungMedienauswahl und -nutzungWert von FeedbackmethodenLernerfolgskontrollenSinn und Nutzen von Lernerfolgskontrollen2Auswahl der Methode zur Lernerfolgskontrolle in Abhängigkeit des LernzielsObjektivierung von LernerfolgskontrollenZusammenhang von Lernziel und LernerfolgDynamik von GruppenPhasen der sozialen Interaktion in Gruppen1Phasengerechtes Führen einer GruppeDie Trainerin/der Trainer als Teamentwicklerin und TeamentwicklerHerausfordernde GruppenmitgliederIndividuelle Leitsätze zum Umgang mit herausfordernden Teilnehmerinnen und Teilnehmern1Leitfaden zum Umgang mit Störungen durch Verhalten der Teilnehmerinnen und TeilnehmerLehrprobeTransfer der erlernten Inhalte in die praktische Umsetzung9Entwicklung einer Lehrprobe anhand des AusbildungsrahmenplanesDurchführung einer Lehrprobe und anschließendes Feedback
Anlage 5 (zu den §§ 10 und 11)Prüfungszeugnis Lotsenausbildungsabschnitt 1 und 2
(Fundstelle: BGBl. 2023 I Nr. 49, S. 31)
Bundeslotsenkammer/Lotsenbrüderschaft[Logo]
Prüfungszeugnis
nach Abschluss des Lotsenausbildungsabschnitts 1/2 im Rahmen der Seelotsenausbildung bzw. über die Eingangsprüfung zum Lotsenausbildungsabschnitt 3
Die Seelotsenanwärterin/Der Seelotsenanwärter
geboren am in
hat die praktische Prüfung nach Abschluss des Lotsenausbildungsabschnitts 1/2 der Lotsenausbildung bzw. für die Zulassung zum Lotsenausbildungsabschnitt 3 bestanden.
, den
Leitung der Prüfungskommission
Anlage 6 (zu § 12)Prüfungszeugnis über die Befähigung zur Seelotsin/zum Seelotsen
(Fundstelle: BGBl. 2023 I Nr. 49, S. 32)
Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt[Logo]
Prüfungszeugnis
über die Befähigung zur Seelotsin/zum Seelotsen
Die Seelotsenanwärterin/Der Seelotsenanwärter
geboren am in
hat die Prüfung zur Seelotsin/zum Seelotsen für das Seelotsrevier
bestanden.
, den
(Dienstsiegel)Leitung der Prüfungskommission
Anlage 7 (zu § 19)Ausweis für Seelotsinnen und Seelotsen sowie Seelotsenanwärterinnen und Seelotsenanwärter
(Fundstelle: BGBl. 2023 I Nr. 49, S. 33 - 34)
7.1 Muster des Ausweises für Seelotsinnen und Seelotsen
Vorderseite:
Rückseite:
7.2 Muster des Ausweises für Seelotsenanwärterinnen und Seelotsenanwärter
Vorderseite:
Rückseite:
Anlage 8 (zu § 21)Fortbildungsrahmenplan
(Fundstelle: BGBl. 2023 I Nr. 49, S. 35 - 37)
ModulInhalteZeitrichtwert
Eigenschutz im SeelotsdienstHandhabung und Einsatz von persönlicher Schutzausrüstung wie Rettungsweste, Personal Locator Beacon, Notlicht, Kälteschutz, Anforderungen und Funktionalität von Arbeitskleidung5 Tage/5 Jahre
Sicherheitsvorkehrungen beim Versetzvorgang, Besonderheiten bei Versetzprozessen in den Revieren
Verfahren für das Überleben im Seenotfall
Erste Hilfe Maßnahmen, Unterkühlung, Infektionsschutz an Bord
Schifffahrtskunde und ManövrierenNautische Brückenausrüstung und Brückeneinrichtung, insbesondere Radar, ECDIS, GNSS, AIS und UKW, automatische Steueranlagen, deren Handhabung, Funktionsweise, Möglichkeiten und Grenzen8 Tage/ 5 Jahre
Technische Weiterentwicklung in der maritimen Automation sowie der nautischen Brückenausrüstung
Fehler und Grenzen von Nautischer Brückenausrüstung unter Berücksichtigung von Erfahrungen im Revier
Nutzen aller zur Verfügung stehenden technischen Hilfsmittel in unterschiedlichen Situationen im Revier
Einsatz und Gebrauch der revierspezifischen PPU
Planung, Durchführung und Auswertung von Manöversituationen mit Wasserfahrzeugen aller Größen, Verdrängungen, Antriebsformen und Steuerelementen im Revier unter Berücksichtigung von Wind und Strom mit und ohne Schlepperassistenz
Berücksichtigen und Beurteilen von hydrodynamischen Effekten sowie Einflüsse durch Wind und Strom mit Wasserfahrzeugen aller Größen, Verdrängungen, Antriebsformen und Steuerelementen
Beurteilen der Vor- und Nachteile sowie Möglichkeiten des Einsatzes von unterschiedlichen Antriebskonzepten sowie Ruderarten
Planung, Durchführung und Auswertung von Manöversituationen mit neuen zu erwartenden Wasserfahrzeugen
Planung, Durchführung und Auswertung von Manöversituationen in neu gestalteten Fahrwasserabschnitten bzw. Hafenanlagen
NotfallmanagementPlanung, Durchführung und Auswertung von Not- und Störfällen sowie Grenzsituationen3 Tage/ 5 Jahre
Notfallpläne von Seiten der Behörden, Lotsenbrüderschaften sowie schiffsseitige Notfallpläne
Strategien zur Bewältigung von Not- und Störfällen
Interne und externe Kommunikation in Not- und Störfällen
Analyse und Auswertung möglicher Gefahrenlagen, Fallstudien, Fehlerkettenanalyse
Tätigkeitsbereich der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, insbesondere des Havariekommandos und der Verkehrszentralen in Not- und Störfällen
Aufgaben, Rechte und Pflichten des Lotsen im Bereich Notfallmanagement nach SeeLG, VV-WSV 2408, Seeunfalluntersuchungsgesetz
Elemente aus der Notfallpsychologie, physische wie psychische Belastbarkeit
Verhalten von Kapitän/in und Besatzung in Not- und Störfällen
Methoden der persönlichen psychischen Aufarbeitung eines Not- oder Störfalles
Methoden und Strategien zur Selbsteinschätzung und Entscheidungsfindung in Notfallsituationen
Veränderung der Wahrnehmung in Notfallsituationen
Zusammenstellen von relevanten Daten bei Eintritt eines Not- oder Störfalles und Verfassen von Berichten
Sicherer Umgang mit Presse und sozialen Medien
Soziale Kompetenzen und ArbeitspsychologieFührungskompetenz und Führungsstile4 Tage/ 5 Jahre
Rollenverteilung im Arbeitsumfeld
Methoden und Strategien aus dem Bereich Konfliktmanagement
Kommunikationsmodelle
Konzepte zu Selbstbild/Fremdbild, Relevanz des persönlichen Erscheinungsbildes
Umgangsformen, Umgang mit Anderen, interkulturelles Bewusstsein
Konzepte zur sozialen und kooperativen Gruppenarbeit
Fatigue Management Strategien
Lifestyle Management Strategien
Aktuelle Erkenntnisse aus den Bereichen Ernährung, Bewegung
Konzepte und Strategien zu Resilienzerhöhung
Methoden zur Selbsteinschätzung, „Information overload“ („frozen Pilot“), Informationsmanagement
Konzepte und Strategien zu Zeit-/Stressmanagement
Konzepte und Strategien zu Fehlermanagement
Strategien zur Entscheidungsfindung
RechtAnalyse und Auswertung von Gesetzen und Rechtsvorschriften das Seelotswesen betreffend2 Tage/ 5 Jahre
Aktuelle Informationen zum Revier von Seiten der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
Rechtliche Grundlagen sowie Aufgaben, Rechte und Pflichten der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, insbesondere der Verkehrszentralen
Systemkonzept maritime Verkehrssicherheit deutsche Küste, Hintergrund und Module
Aufgaben und Dienste der Maritimen Verkehrssicherung
Kommunikation mit Verkehrszentralen, Zusammenwirken der beteiligten Parteien an Land und an Bord im Revier
Lotsdienst und SelbstverwaltungDurchführung der Landradarberatung nach standardisierter Syntax (ISSUS „Hamburger Modell“)2 Tage/ 5 Jahre
Aufgaben bei der Radarberatung von Land
Verwaltungsanordnung über die Benutzung der Radaranlagen der jeweiligen Verkehrszentrale
Zuständigkeiten der Bediensteten der Verkehrszentralen im Rahmen der Radarberatung
Kommunikation mit Verkehrszentralen und Verkehrsteilnehmern
Datensicherung durch die Verkehrszentrale
Selbstverwaltung der Lotsenbrüderschaft, insbesondere der Rechtsnatur, ihrer Aufgaben und Organisation sowie rechtliche Grundlagen
Bestimmungen des inneren Dienstbetriebs
Train the Trainernach Anlage 4 Abschnitt 1 und Anlage 4 Abschnitt 2je 4 Tage/ 5 Jahren
Anlage 9 (zu § 22)Muster Lehrgangsbeschreibung
(Fundstelle: BGBl. 2023 I Nr. 49, S. 38)
Name des LehrgangesKurstitelLehrgangsverantwortliche InstitutionName der LotsenbrüderschaftThemaSiehe Modul FortbildungsrahmenplanInhalteInhalte nach FortbildungsrahmenplanLehr- und LernformSeminaristischer Unterricht, praktische Übungen, Übung am Simulator, Manned Model (Zutreffendes angeben)ZielgruppeSeelotsinnen und Seelotsen mit/ohne Beschränkung in den BefugnissenMax. TeilnehmerzahlAnzahl der PersonenVoraussetzung für die TeilnahmeBestallung als Seelotsin oder Seelotse, ggf. KursbezeichnungArt der QualifikationFortbildung mit TeilnahmebescheinigungDauer/ArbeitsaufwandAnzahl der Tage (Anzahl der Zeitstunden)
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