Verordnung über die Aus- und Fortbildung der Seelotsinnen und Seelotsen

Typ Rechtsverordnung
Veröffentlichung 2023-02-21
Letzte Aktualisierung 2026-04-04
Status In Kraft
Ministerium BMJ (Bundesministerium der Justiz)
Artikel 25
Änderungshistorie JSON API

ThemaInhalteDauer (à 60 Minuten)Rolle des LernbegleitersAktueller Stand der Ausbildung zu einer Seelotsin oder einem Seelotsen4Notwendigkeit neuer Ausbildungswege im lotsenbrüderschaftsübergreifenden RahmenRollen aller in der Ausbildung beteiligten PersonenGegenseitige Erwartungen von Seelotsenanwärterinnen und Seelotsenanwärtern/Lernbegleiterinnen und Lernbegleitern/Lotsenbrüderschaften und der daraus resultierenden Aufgaben und Verantwortung an die LernbegleitungAutorität und innere HaltungKompetenzen des Lernbegleiters (Werte, soziale Kompetenz, fachliche Kompetenz)Zielgruppendefinition und das Lernverhalten von ErwachsenenÜberblick über die Charakteristika der unterschiedlichen Generationen3Biographiearbeit: exemplarische Entwicklung einer potenziellen Kandidatin und eines potenziellen Kandidaten aus LA 1/LA 2LernpyramideAktivierende Lehr- und Lernmethoden/Gehirngerechtes LernenLernen durch Primär- und SekundärerfahrungenKommunikationKommunikationsmodell der 4 Ebenen3Axiome der KommunikationBewusste Kommunikation zur Vermeidung von Informationsverlusten und MissverständnissenKörperspracheGrundzüge der Didaktik und MethodikSituatives Erkennen von Lernzielen (Grob- und Feinlernziele)3Beurteilen und Bewerten von LernergebnissenAktivierendes LehrgesprächErkennen von potenziellen AufgabenstellungenVisualisierung als elementarer Bestandteil der LernbegleitungPraktische Übungen zur Wissensweitergabe als LernbegleiterErkennen der Vielschichtigkeit und Komplexität der Lotstätigkeit zur Ableitung von geeigneten Lernzielen und Erstellung von Aufgaben11Transfer der erlernten Inhalte in die praktische UmsetzungEntwicklung praxisorientierter Übungen am SimulatorDurchführung von Briefing und Debriefing in Form eines Lehrgesprächs

Abschnitt 2 Inhalte für die Schulung der anleitenden Seelotsinnen und Seelotsen, Aufbauschulung

Name des LehrgangesTrain the Trainer advanced (TtT Advanced)Lehrgangsverantwortliche InstitutionBundeslotsenkammerThemaAusbildende Seelotsinnen und ausbildende Seelotsen, Lernbegleitung von GruppenZieleDie Teilnehmerinnen und Teilnehmer besitzen durch ihre neue Funktion als ausbildende Seelotsin/Seelotse/Lernbegleitung erweiterte Kompetenzen zu ihrem Beruf als Seelotsin und Seelotse. Sie begleiten aktivierend und motivierend die vorgegebenen Ausbildungsanteile der Seelotsenanwärterinnen und Seelotsenanwärter. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben den Train the Trainer Basic durchlaufen und den Transfer in die Praxis vollzogen.

Im Train the Trainer Advanced erweitern sie ihre Erfahrungen aus der Einzelbetreuung um Kompetenzen aus dem Bereich der Wissensvermittlung für Gruppen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können die Struktur einer Unterrichtseinheit sowie deren untergeordneten Lerneinheiten entwickeln und diese umsetzen. Sie sind in der Lage, Lernziele zu definieren und methodisch umzusetzen. Dafür legen sie sich auf eine Lernzieltiefe fest und erstellen Lernerfolgskontrollen.

Methodenvielfalt, Wahrnehmung der umfänglichen Lernumgebung sowie kreative Denkansätze zur Methodenfindung erkennen sie als hilfreiche Parameter in ihrer Unterrichtsplanung. Sie kennen die typischen Phasen der Gruppendynamik und sind in der Lage, herausfordernde Gruppenmitglieder zu identifizieren und zu begegnen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer demonstrieren ihren Lernerfolg in einer Lehrprobe.Lehr- und LernformSeminaristischer Unterricht, praktische ÜbungenZielgruppeSeelotsinnen und SeelotsenMax. Teilnehmerzahl6 PersonenVoraussetzung für die TeilnahmeBestallung als Seelotsin oder Seelotse und Teilnahme an der Bundeslotsenkammer Schulung Train the Trainer basicArt der QualifikationWeiterbildung mit TeilnahmebescheinigungDauer/Arbeitsaufwand4 Tage (24 Zeitstunden)

ThemaInhalteDauer (à 60 Minuten)Wahrnehmungsebenen einer Trainerin/eines TrainersErkennen der elementaren Wahrnehmungsebenen als Trainerin/Trainer3Bedeutung der Wahrnehmungsebenen insbesondere in der Anfangsphase des SeminarsGestaltung eines passgenauen SeminareinstiegsKreisläufigkeit der KommunikationWiederholung der Kernelemente des TtT basicAktueller Stand der Ausbildung zur Seelotsin/zum Seelotsen2Aktivierende Lehr- und Lernmethoden/gehirngerechtes LernenDie 7 Elemente des guten LehrensAxiome der Kommunikation in Fokussierung auf den LernendenSpezifika der unterschiedlichen GenerationenGrundlagen der DidaktikDefinition von Didaktik und Methodik2Definition der Begriffe Grob- und FeinlernzieleFormulierung von LernzielenTaxonomie von LernzielenGestaltung eines AblaufplanesMethodikÜbersicht über Methodenvielfalt4Unterscheidung zwischen lernzentrierten und trainerzentrierten MethodenEntwicklung eigener aktivierender MethodenNutzung der LernumgebungMedienauswahl und -nutzungWert von FeedbackmethodenLernerfolgskontrollenSinn und Nutzen von Lernerfolgskontrollen2Auswahl der Methode zur Lernerfolgskontrolle in Abhängigkeit des LernzielsObjektivierung von LernerfolgskontrollenZusammenhang von Lernziel und LernerfolgDynamik von GruppenPhasen der sozialen Interaktion in Gruppen1Phasengerechtes Führen einer GruppeDie Trainerin/der Trainer als Teamentwicklerin und TeamentwicklerHerausfordernde GruppenmitgliederIndividuelle Leitsätze zum Umgang mit herausfordernden Teilnehmerinnen und Teilnehmern1Leitfaden zum Umgang mit Störungen durch Verhalten der Teilnehmerinnen und TeilnehmerLehrprobeTransfer der erlernten Inhalte in die praktische Umsetzung9Entwicklung einer Lehrprobe anhand des AusbildungsrahmenplanesDurchführung einer Lehrprobe und anschließendes Feedback

Anlage 5 (zu den §§ 10 und 11)Prüfungszeugnis Lotsenausbildungsabschnitt 1 und 2

(Fundstelle: BGBl. 2023 I Nr. 49, S. 31)

Bundeslotsenkammer/Lotsenbrüderschaft[Logo]

Prüfungszeugnis

nach Abschluss des Lotsenausbildungsabschnitts 1/2 im Rahmen der Seelotsenausbildung bzw. über die Eingangsprüfung zum Lotsenausbildungsabschnitt 3

Die Seelotsenanwärterin/Der Seelotsenanwärter

geboren am in

hat die praktische Prüfung nach Abschluss des Lotsenausbildungsabschnitts 1/2 der Lotsenausbildung bzw. für die Zulassung zum Lotsenausbildungsabschnitt 3 bestanden.

, den

Leitung der Prüfungskommission

Anlage 6 (zu § 12)Prüfungszeugnis über die Befähigung zur Seelotsin/zum Seelotsen

(Fundstelle: BGBl. 2023 I Nr. 49, S. 32)

Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt[Logo]

Prüfungszeugnis

über die Befähigung zur Seelotsin/zum Seelotsen

Die Seelotsenanwärterin/Der Seelotsenanwärter

geboren am in

hat die Prüfung zur Seelotsin/zum Seelotsen für das Seelotsrevier

bestanden.

, den

(Dienstsiegel)Leitung der Prüfungskommission

Anlage 7 (zu § 19)Ausweis für Seelotsinnen und Seelotsen sowie Seelotsenanwärterinnen und Seelotsenanwärter

(Fundstelle: BGBl. 2023 I Nr. 49, S. 33 - 34)

7.1 Muster des Ausweises für Seelotsinnen und Seelotsen

Vorderseite:

Rückseite:

7.2 Muster des Ausweises für Seelotsenanwärterinnen und Seelotsenanwärter

Vorderseite:

Rückseite:

Anlage 8 (zu § 21)Fortbildungsrahmenplan

(Fundstelle: BGBl. 2023 I Nr. 49, S. 35 - 37)

ModulInhalteZeitrichtwert

Eigenschutz im SeelotsdienstHandhabung und Einsatz von persönlicher Schutzausrüstung wie Rettungsweste, Personal Locator Beacon, Notlicht, Kälteschutz, Anforderungen und Funktionalität von Arbeitskleidung5 Tage/5 Jahre

Sicherheitsvorkehrungen beim Versetzvorgang, Besonderheiten bei Versetzprozessen in den Revieren

Verfahren für das Überleben im Seenotfall

Erste Hilfe Maßnahmen, Unterkühlung, Infektionsschutz an Bord

Schifffahrtskunde und ManövrierenNautische Brückenausrüstung und Brückeneinrichtung, insbesondere Radar, ECDIS, GNSS, AIS und UKW, automatische Steueranlagen, deren Handhabung, Funktionsweise, Möglichkeiten und Grenzen8 Tage/ 5 Jahre

Technische Weiterentwicklung in der maritimen Automation sowie der nautischen Brückenausrüstung

Fehler und Grenzen von Nautischer Brückenausrüstung unter Berücksichtigung von Erfahrungen im Revier

Nutzen aller zur Verfügung stehenden technischen Hilfsmittel in unterschiedlichen Situationen im Revier

Einsatz und Gebrauch der revierspezifischen PPU

Planung, Durchführung und Auswertung von Manöversituationen mit Wasserfahrzeugen aller Größen, Verdrängungen, Antriebsformen und Steuerelementen im Revier unter Berücksichtigung von Wind und Strom mit und ohne Schlepperassistenz

Berücksichtigen und Beurteilen von hydrodynamischen Effekten sowie Einflüsse durch Wind und Strom mit Wasserfahrzeugen aller Größen, Verdrängungen, Antriebsformen und Steuerelementen

Beurteilen der Vor- und Nachteile sowie Möglichkeiten des Einsatzes von unterschiedlichen Antriebskonzepten sowie Ruderarten

Planung, Durchführung und Auswertung von Manöversituationen mit neuen zu erwartenden Wasserfahrzeugen

Planung, Durchführung und Auswertung von Manöversituationen in neu gestalteten Fahrwasserabschnitten bzw. Hafenanlagen

NotfallmanagementPlanung, Durchführung und Auswertung von Not- und Störfällen sowie Grenzsituationen3 Tage/ 5 Jahre

Notfallpläne von Seiten der Behörden, Lotsenbrüderschaften sowie schiffsseitige Notfallpläne

Strategien zur Bewältigung von Not- und Störfällen

Interne und externe Kommunikation in Not- und Störfällen

Analyse und Auswertung möglicher Gefahrenlagen, Fallstudien, Fehlerkettenanalyse

Tätigkeitsbereich der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, insbesondere des Havariekommandos und der Verkehrszentralen in Not- und Störfällen

Aufgaben, Rechte und Pflichten des Lotsen im Bereich Notfallmanagement nach SeeLG, VV-WSV 2408, Seeunfalluntersuchungsgesetz

Elemente aus der Notfallpsychologie, physische wie psychische Belastbarkeit

Verhalten von Kapitän/in und Besatzung in Not- und Störfällen

Methoden der persönlichen psychischen Aufarbeitung eines Not- oder Störfalles

Methoden und Strategien zur Selbsteinschätzung und Entscheidungsfindung in Notfallsituationen

Veränderung der Wahrnehmung in Notfallsituationen

Zusammenstellen von relevanten Daten bei Eintritt eines Not- oder Störfalles und Verfassen von Berichten

Sicherer Umgang mit Presse und sozialen Medien

Soziale Kompetenzen und ArbeitspsychologieFührungskompetenz und Führungsstile4 Tage/ 5 Jahre

Rollenverteilung im Arbeitsumfeld

Methoden und Strategien aus dem Bereich Konfliktmanagement

Kommunikationsmodelle

Konzepte zu Selbstbild/Fremdbild, Relevanz des persönlichen Erscheinungsbildes

Umgangsformen, Umgang mit Anderen, interkulturelles Bewusstsein

Konzepte zur sozialen und kooperativen Gruppenarbeit

Fatigue Management Strategien

Lifestyle Management Strategien

Aktuelle Erkenntnisse aus den Bereichen Ernährung, Bewegung

Konzepte und Strategien zu Resilienzerhöhung

Methoden zur Selbsteinschätzung, „Information overload“ („frozen Pilot“), Informationsmanagement

Konzepte und Strategien zu Zeit-/Stressmanagement

Konzepte und Strategien zu Fehlermanagement

Strategien zur Entscheidungsfindung

RechtAnalyse und Auswertung von Gesetzen und Rechtsvorschriften das Seelotswesen betreffend2 Tage/ 5 Jahre

Aktuelle Informationen zum Revier von Seiten der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes

Rechtliche Grundlagen sowie Aufgaben, Rechte und Pflichten der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, insbesondere der Verkehrszentralen

Systemkonzept maritime Verkehrssicherheit deutsche Küste, Hintergrund und Module

Aufgaben und Dienste der Maritimen Verkehrssicherung

Kommunikation mit Verkehrszentralen, Zusammenwirken der beteiligten Parteien an Land und an Bord im Revier

Lotsdienst und SelbstverwaltungDurchführung der Landradarberatung nach standardisierter Syntax (ISSUS „Hamburger Modell“)2 Tage/ 5 Jahre

Aufgaben bei der Radarberatung von Land

Verwaltungsanordnung über die Benutzung der Radaranlagen der jeweiligen Verkehrszentrale

Zuständigkeiten der Bediensteten der Verkehrszentralen im Rahmen der Radarberatung

Kommunikation mit Verkehrszentralen und Verkehrsteilnehmern

Datensicherung durch die Verkehrszentrale

Selbstverwaltung der Lotsenbrüderschaft, insbesondere der Rechtsnatur, ihrer Aufgaben und Organisation sowie rechtliche Grundlagen

Bestimmungen des inneren Dienstbetriebs

Train the Trainernach Anlage 4 Abschnitt 1 und Anlage 4 Abschnitt 2je 4 Tage/ 5 Jahren

Anlage 9 (zu § 22)Muster Lehrgangsbeschreibung

(Fundstelle: BGBl. 2023 I Nr. 49, S. 38)

Name des LehrgangesKurstitelLehrgangsverantwortliche InstitutionName der LotsenbrüderschaftThemaSiehe Modul FortbildungsrahmenplanInhalteInhalte nach FortbildungsrahmenplanLehr- und LernformSeminaristischer Unterricht, praktische Übungen, Übung am Simulator, Manned Model (Zutreffendes angeben)ZielgruppeSeelotsinnen und Seelotsen mit/ohne Beschränkung in den BefugnissenMax. TeilnehmerzahlAnzahl der PersonenVoraussetzung für die TeilnahmeBestallung als Seelotsin oder Seelotse, ggf. KursbezeichnungArt der QualifikationFortbildung mit TeilnahmebescheinigungDauer/ArbeitsaufwandAnzahl der Tage (Anzahl der Zeitstunden)

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