Bekanntmachung der Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur betreffend die Lehrpläne für den katholischen Religionsunterricht an Hauptschulen, an der Unterstufe allgemein bildender höherer Schulen, an berufsbildenden höheren Schulen sowie an Berufsschulen

Typ Verordnung
Veröffentlichung 2003-12-24
Letzte Aktualisierung 2025-09-01
Status Aufgehoben · 2004-07-12
Ministerium BKA (Bundeskanzleramt)
Quelle RIS
Artikel 50
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Der Religionsunterricht an Berufsschulen steht im Schnittpunkt verschiedener Interessen von Kirche, Gesellschaft und Wirtschaft. Voraussetzung für einen lebensnahen Religionsunterricht ist die angemessene Berücksichtigung der genannten Interessen. Das erfordert die verantwortungsvolle Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Die Rahmenbedingungen, unter denen der Religionsunterricht an Berufsschulen stattfindet, sind sehr unterschiedlich: Es gibt ihn als Frei- oder Pflichtgegenstand, in Lehrgangs- oder Jahresklassen und mit verschiedenem Ausmaß an Jahresstunden.

Religionslehrerinnen und Religionslehrer können schulpastorale Aufgaben im Rahmen der schulischen und persönlichen Möglichkeiten wahrnehmen. Religiöse Übungen bieten im Rahmen der Schule einen Raum, der religiöse Erfahrungen ermöglicht, sowie Gemeinschaft und Solidarität fördert.

In Zusammenarbeit mit den anderen Fächern leistet der Religionsunterricht über die religiöse Bildung hinaus seinen Beitrag

– zur Persönlichkeitsbildung,

– zur Gemeinschaftsbildung,

– zur beruflichen Bildung,

– zur Allgemeinbildung.

Damit will er zu einem gelungenen und sinnvollen Leben hinführen.

2.

Didaktische Grundsätze:

Da die Rahmenbedingungen für den Religionsunterricht an Berufsschulen sehr unterschiedlich sind, versteht sich dieser Lehrplan als Minimallehrplan. Er schreibt pro Lehrgang beziehungsweise Schuljahr zwei Kompetenzen verbindlich vor, an denen sich die Auswahl der Themen und die Formulierung der Teilkompetenzen orientieren. Die Interessen der Schülerinnen und Schüler sowie besondere Fähigkeiten der Lehrerinnen und Lehrer sind bei der Unterrichtsplanung zu berücksichtigen.

Der Lehrplan ist für vier Jahrgänge beziehungsweise Schuljahre konzipiert. In Schulformen, in denen Religion nicht in diesem Ausmaß unterrichtet wird, sind die Kompetenzen in einer der Schuldauer entsprechenden Lehrstoffverteilung auszuwählen und aufzuteilen.

Aufbauend auf den bereits besuchten Religionsunterricht und bedingt durch das mitunter sehr geringe Stundenausmaß wird das Prinzip des exemplarischen Lernens ausdrücklich betont.

2.1 Allgemeindidaktische Prinzipien

Als Unterrichtsgegenstand der Berufsschule hat der Religionsunterricht seine spezifischen Beiträge zu den Erziehungs- und Bildungsaufgaben der österreichischen Schule zu leisten. Vor allem trifft dies für folgende Bereiche zu:

– Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und Männern

– Gesundheitserziehung

– Lese- und Sprecherziehung

– Medienerziehung

– Sexualerziehung

– Erziehung zu Konfliktfähigkeit

– Friedenserziehung

– Umwelterziehung

– Politische Bildung

– Verkehrserziehung

– Lernerziehung und Lernmotivation

2.2 Religionsdidaktische Prinzipien

Darüber hinaus hat der Religionsunterricht spezifische religionsdidaktische Prinzipien zu beachten:

– die Lebens- und Berufserfahrung berücksichtigen

– wirtschaftsethische Fragen mitbedenken

– Glaubenserfahrungen reflektieren

– durch die Bibel lernen

– zu einem Leben aus dem Glauben in der kirchlichen Gemeinschaft hinführen

– die Feste des Kirchenjahres einbeziehen

– den ökumenischen, interreligiösen und interkulturellen Dialog fördern

– die Bilder- und Symbolsprache erschließen

– musisch-kreativen Ausdrucksformen Raum bieten

Diese Prinzipien sollen in Zusammenarbeit mit anderen Unterrichtsgegenständen umgesetzt werden, wobei inhaltliche Querverbindungen und gemeinsame Kompetenzbereiche genutzt werden können. Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, außerschulische Fachleute heranzuziehen. Für die Umsetzung bieten sich auch projektorientierter Unterricht und Projekte an.

3.

Kompetenzen und Themen:

1.

Klasse:

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit ihrem Eintritt in die Berufswelt auseinander, lernen Verantwortung zu übernehmen und entwickeln aus einer christlichen Orientierung lebensförderliche Perspektiven.

Themen:

– Neue private und berufliche Beziehungen und Rollenerwartungen

– Verantwortung in neuer Lebensumgebung

– Beruf und Freizeit

– Konsumverhalten

– Wert des Sonntags und der Feiertage

Die Schülerinnen und Schüler deuten den Menschen als wertvoll und von Gott angenommen und beschreiben sich selbst als Teil einer Gemeinschaft.

Themen:

– Jüdisch-christliches Menschenbild

– Interreligiöser Dialog, Ökumene

– Ringen um Identität

– Freundschaft, Liebe, Sexualität

– Ängste und die befreienden Antworten der Bibel

2.

Klasse:

Die Schülerinnen und Schüler nehmen die Sinnfrage in unterschiedlichen Lebenserfahrungen wahr und setzen sie in Beziehung zu den Antworten des christlichen Glaubens.

Themen:

– Krankheit, Leid, Tod und Auferstehung

– Sucht – Sehnsucht – Glück

– Schuld und Versöhnung

– Verzweiflung, Suizid – christliche Hoffnungsperspektiven

– Okkulte Phänomene

Die Schülerinnen und Schüler sehen die Chancen und Gefahren der modernen Medien- und Kommunikationswelt, können diese vor dem Hintergrund christlicher Werte diskutieren und Perspektiven eines sinnvollen Umgangs entwickeln.

Themen:

– Orientierung im weltanschaulichen Pluralismus

– Religion in der Werbung

– Faszination Gewalt

– Manipulation

– Religion in Film und Musik

3.

Klasse:

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit der Frage nach Gott auseinander, kennen zentrale christliche Glaubensinhalte und -vollzüge und können diese in Beziehung zu ihrem Leben setzen.

Themen:

– Wege der Gotteserfahrungen

– Person Jesu

– Sakramente – Symbole – Rituale

– Gebet und Liturgie

– Erfahrungen der Nähe Gottes in biblischer Zeit und in der Geschichte der Kirche

Die Schülerinnen und Schüler beschreiben Einstellungen und Haltungen, die ihr Leben und unsere Gesellschaft bestimmen und entwickeln Handlungsimpulse auf der Grundlage christlicher Werte.

Themen:

– Dekalog, Bergpredigt

– Menschenwürde – Menschenrechte

– Gewissen

– Friedenserziehung

– Lebensmodelle – Heilige als Vorbilder

4.

Klasse:

Die Schülerinnen und Schüler nehmen ihre Verantwortung für ihre Mit- und Umwelt wahr und setzen sich mit christlichem Engagement für Friede, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung auseinander.

Themen:

– Schwerpunkte der Katholischen Soziallehre

– Soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz

– Arbeit – Arbeitslosigkeit

– Caritatives Engagement der Kirche

– Entwicklungspolitik

Die Schülerinnen und Schüler erkennen im christlichen Glauben eine tragfähige Basis für private und berufliche Lebensgestaltung.

Themen:

– Berufliche und familiäre Zukunftsvorstellungen

– Partnerschaft – Sakrament der Ehe

– Mann sein – Frau sein

– Kirche, ihre Aufgaben und Ämter

– Kirchenbeitrag

zum gestaffelten Inkrafttreten vgl. § 2 Z 17, BGBl. II Nr. 92/2025

Anlage 4

LEHRPLAN FÜR DEN KATHOLISCHEN RELIGIONSUNTERRICHT AN ALLGEMEINEN SONDERSCHULEN (1.-8 Schulstufe) und unter besonderer Berücksichtigung von inklusiven Unterrichtssettings

Bildungs- und Lehraufgabe (1.-8. Schulstufe):

Der katholische Religionsunterricht leistet einen wichtigen Beitrag zur reflexiven Grundbildung, indem er einen religiösen Weltzugang erschließt, der Orientierung in fundamentalen menschlichen Lebensfragen bietet. Er kann reflektierte Lebensbewältigung und gesellschaftliche Mitgestaltung unterstützen sowie zu einer eigenen verantworteten Position in Bezug auf Religion befähigen. Angesichts globaler Herausforderungen und einer durch digitale Medien geprägten Welt bietet der Religionsunterricht Raum für die gesellschaftlichen Fragen und Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler.

Auf Basis der Auseinandersetzung mit Bibel und kirchlicher Tradition als einem sinnstiftenden Deutungshorizont für die persönliche Lebens- und Glaubensgestaltung fördert der Religionsunterricht den Erwerb religiöser und religiös-ethischer Fachkompetenzen sowie sozialer und personaler Kompetenzen. Er unterstützt die Entwicklung von Resilienz, ermutigt zu solidarischem, gewaltlosem und nachhaltigem Handeln und zur Bewältigung von Zukunftsaufgaben.

Der Religionsunterricht sensibilisiert für religiös deutbare Phänomene, schult das religiöse Sprach- und Symbolverständnis und erschließt Zugänge zu Kunst und Kultur. Er öffnet Räume für religiöse Erfahrungen, trägt zur Gestaltung des Schullebens bei und regt die Reflexion hinsichtlich einer Beteiligung am kirchlichen Leben an.

Der Religionsunterricht bietet in seiner Konfessionalität einen Zugang zur katholischen Tradition und ermöglicht die Begegnung mit religiöser und weltanschaulicher Pluralität. In einem pluralen und religiös heterogenen Kontext initiiert er Begegnungsmöglichkeiten und befähigt die Schülerinnen und Schüler die Perspektive des je Anderen wahrzunehmen, unterschiedliche Auffassungen und Einstellungen kritisch zu reflektieren und respektvoll über Weltanschauungen und Religionen zu kommunizieren.

Durch diese Konzeption leistet der Religionsunterricht einen Beitrag zur Realisierung der fachlehrplanübergreifenden Themen, vor allem der sprachlichen Bildung, der politischen Bildung, der Umweltbildung und der Medienbildung.

Didaktische Grundsätze (1.-8. Schulstufe):

In der Mitte des Religionsunterrichts stehen die Schülerinnen und Schüler, ihr Leben, ihr Glaube.

Für den katholischen Religionsunterricht sind das Prinzip der Korrelation, das die wechselseitige Erschließung von Glauben und Leben meint, und das Prinzip des „Ganzen im Fragment“, das sich der Elementarisierung und dem exemplarischen Lernen verpflichtet weiß, zentral.

Die didaktisch reflektierte Setzung von Schwerpunkten ist besonders in Vorschulklassen, in Sonderschulklassen, bei Schülerinnen und Schülern mit Sonderpädagogischem Förderbedarf in inklusiven Unterrichtssettings, bei einstündig geführten Klassen sowie im schulstufenübergreifenden Unterricht notwendig. Bezugnehmend auf das Kompetenzmodell sind folgende religionsdidaktische Grundsätze hervorzuheben:

– Fokus: Religiöse Sprache und Symbole

Die Alphabetisierung in religiöser Sprache umfasst das Erkennen und Verstehen religiöser Sprachformen und das Erschließen vielfältiger Symbole in ihrer Mehrdimensionalität. Eine individuelle und kreative Ausdrucksfähigkeit wird gefördert.

– Fokus: Philosophieren und Theologisieren

Der Religionsunterricht fördert die Fragekompetenz, initiiert Suchbewegungen im religiös-existenziellen Kontext und schult die Argumentationsfähigkeit. Er verpflichtet nicht auf einen Glauben, vielmehr fördert er die Entscheidungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler in religiösen und ethischen Belangen.

– Fokus: Actio und Contemplatio

Performatives Lernen zielt ab auf das reflektierende Erleben religiöser Vollzüge und ethischen Handelns. Die Erfahrungsbezogenheit des Religionsunterrichts wird in Gebet, Stille und Meditation sowie in gemeinsamen Feiern, Aktionen und Projekten erlebbar.

– Fokus: Beziehung und Resonanz

Im Beziehungsgeschehen zwischen Gott, Mensch und Welt angelegt, umfasst schulische religiöse Bildung eine biografische und narrative Komponente und vollzieht sich besonders im Lernen voneinander, miteinander und übereinander.

Zentrale fachliche Konzepte

Folgende Leitideen, strukturiert in Begriffspaaren, kennzeichnen die zentralen fachlichen Konzepte des katholischen Religionsunterrichts.

Lebensrealitäten und Transzendenz

Christlicher Glaube versteht den Menschen in seiner Biografie und in seinen Lebensbezügen als transzendentes Wesen und erschließt Wege der Sinnfindung durch Transzendenzbezug.

Gottesliebe und Menschenliebe

Das jüdisch-christliche Gottes- und Menschenbild steht für eine lebensbejahende Grundhaltung zu sich selbst, den Mitmenschen und der Welt. Das Beziehungsgeschehen zwischen Gott und Mensch und der Menschen untereinander ist getragen von der bedingungslosen Liebe Gottes. Unabhängig von Fähigkeiten und erbrachten Leistungen ist der Mensch in seiner Würde unantastbar.

Jesus der Christus

Das Christentum orientiert sich am Reden und Handeln Jesu, das die vergebende und heilende Zuwendung Gottes zu den Menschen zeigt. In seiner den Tod überwindenden Auferstehung kann in der Brüchigkeit des Lebens Versöhnung und Erlösung erfahrbar werden.

Freiheit und Offenbarung

Quellen der Offenbarung sind die Bibel und die kirchliche Tradition in ihrer Vielfalt. Auf der darin grundgelegten Freiheit des Menschen basiert die Achtung der Religionsfreiheit jeder Schülerin und jedes Schülers.

Zusage und Verantwortung

Ausgehend vom Verdankt-Sein allen Lebens wissen sich Christinnen und Christen beauftragt und befähigt Verantwortung in der Welt zu übernehmen. Dabei leiten sie Hoffnungsperspektiven, die auf biblischen Zusagen aufbauen.

Kompetenzmodell und Kompetenzbereiche:

Das Kompetenzmodell für den katholischen Religionsunterricht beinhaltet schulstufenübergreifend drei inhaltsbezogene Kompetenzbereiche und fünf handlungsorientierte Kompetenzdimensionen.

Kompetenzbereiche sind inhaltlich geprägte nähere Umschreibungen von Sachgebieten, in denen religiöse Kompetenzen erworben werden. Sie werden durch je zwei Leitkompetenzen konkretisiert, die jeweils im Kompetenzniveau Sonderpädagogischer Förderbedarf (KN-SPF) zusammengefasst werden.

Kompetenzbereich Menschen und ihre Lebensorientierungen

– Leitkompetenz 1 Beziehung verantwortungsvoll gestalten können – zu sich selbst, zu anderen, zur Schöpfung

– Leitkompetenz 2 Sich mit den großen Fragen der Menschen auseinandersetzen können

Kompetenzbereich Gelehrte und gelebte Bezugsreligion

– Leitkompetenz 3 Grundlagen und Leitmotive des christlichen Glaubens kennen und für das eigene Leben deuten können

– Leitkompetenz 4 Kirchliche Grundvollzüge kennen und religiös-spirituelle Ausdrucksformen gestalten können

Kompetenzbereich Religiöse und weltanschauliche Vielfalt in Gesellschaft und Kultur

– Leitkompetenz 5 Medien, Kunst und Kultur im Kontext religiöser Weltwahrnehmung interpretieren, beurteilen und gestalten können

– Leitkompetenz 6 Unterschiedlichen Lebensweisen und Glaubensformen reflexiv begegnen können

Kompetenzdimensionen beschreiben die Handlungsmodi der Aneignung der Kompetenzen und finden sich in den Kompetenzbeschreibungen wieder.

– Wahrnehmen und beschreiben religiös bedeutsamer Phänomene (Perzeption)

– Verstehen und deuten religiös bedeutsamer Sprache und Glaubenszeugnisse (Kognition)

– Gestalten und handeln in religiösen und ethischen Fragen (Performanz)

– Kommunizieren und (be)urteilen von Überzeugungen mit religiösen Argumenten und im Dialog (Interaktion)

– Teilhaben und entscheiden – begründete (Nicht-)Teilhabe an religiöser und gesellschaftlicher Praxis (Partizipation)

Der Lehrplan für katholische Religion umfasst drei Kompetenzbereiche. Jeder dieser Bereiche wird durch zwei Leitkompetenzen konkretisiert. Diesen sind schulstufenspezifische Kompetenzbeschreibungen zugeordnet, die angeben, welche Kompetenzen von allen Schülerinnen und Schülern erworben werden sollen. In jedem Schuljahr sind alle im Kompetenzmodell genannten Kompetenzdimensionen (Perzeption, Kognition, Performanz, Interaktion, Partizipation) zu berücksichtigen.

Inhaltlich konkretisiert werden die Kompetenzbeschreibungen, bzw. das Kompetenzniveau Sonderpädagogischer Förderbedarf (KN-SPF) durch je einen Unterrichtshinweis.

1.Klasse:

Kompetenzbereich Menschen und ihre Lebensorientierungen

Leitkompetenz 1 Beziehung verantwortungsvoll gestalten können – zu sich selbst, zu anderen, zur Schöpfung

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können ihre Lebenswelt beschreiben und sich mit der Zusage, von Gott geliebt zu sein, auseinandersetzen.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– BEZIEHUNG

Leitkompetenz 2 Sich mit den großen Fragen der Menschen auseinandersetzen können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können die Buntheit des Lebens wahrnehmen und Dankbarkeit darüber ausdrücken.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– ENTDECKEN UND DANKEN

Kompetenzbereich Gelehrte und gelebte Bezugsreligion

Leitkompetenz 3 Grundlagen und Leitmotive des christlichen Glaubens kennen und für das eigene Leben deuten können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können eine Begegnung Jesu mit Menschen darstellen.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– FREUND:IN SEIN

Leitkompetenz 4 Kirchliche Grundvollzüge kennen und religiös-spirituelle Ausdrucksformen gestalten können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können darstellen, was im Advent und in der Weihnachtszeit gefeiert wird.

– können wichtige Elemente der Taufe benennen.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– ADVENT UND WEIHNACHTEN FEIERN

Kompetenzbereich Religiöse und weltanschauliche Vielfalt in Gesellschaft und Kultur

Leitkompetenz 5 Medien, Kunst und Kultur im Kontext religiöser Weltwahrnehmung interpretieren, beurteilen und gestalten können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können christliche Spuren entdecken und darstellen.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– CHRISTLICHE SYMBOLE

Leitkompetenz 6 Unterschiedlichen Lebensweisen und Glaubensformen reflexiv begegnen können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können ausdrücken, was gebraucht wird, um sich in einer Gemeinschaft wohlzufühlen.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– GEMEINSCHAFT

2.Klasse:

Kompetenzbereich Menschen und ihre Lebensorientierungen

Leitkompetenz 1 Beziehung verantwortungsvoll gestalten können – zu sich selbst, zu anderen, zur Schöpfung

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können Elemente für ein gelungenes Fest benennen und in Gemeinschaft feiern.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– FEIERN

Leitkompetenz 2 Sich mit den großen Fragen der Menschen auseinandersetzen können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können vielfältige Lebenserfahrungen benennen.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– GLÜCK UND UNGLÜCK

Kompetenzbereich Gelehrte und gelebte Bezugsreligion

Leitkompetenz 3 Grundlagen und Leitmotive des christlichen Glaubens kennen und für das eigene Leben deuten können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können die Zeichen von Brot und Wein mit Jesus in Verbindung bringen.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– EINGELADEN SEIN

Leitkompetenz 4 Kirchliche Grundvollzüge kennen und religiös-spirituelle Ausdrucksformen gestalten können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können Zeichen der Versöhnung setzen.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– VERSÖHNUNG FEIERN

Kompetenzbereich Religiöse und weltanschauliche Vielfalt in Gesellschaft und Kultur

Leitkompetenz 5 Medien, Kunst und Kultur im Kontext religiöser Weltwahrnehmung interpretieren, beurteilen und gestalten können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können religiöse Symbole und Bilder erforschen.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– RELIGIÖSE BILDMOTIVE

Leitkompetenz 6 Unterschiedlichen Lebensweisen und Glaubensformen reflexiv begegnen können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können verschiedene Ausdrucksformen des Glaubens in ihrem Lebensumfeld beschreiben.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– VIELFALT

3.Klasse:

Kompetenzbereich Menschen und ihre Lebensorientierungen

Leitkompetenz 1 Beziehung verantwortungsvoll gestalten können – zu sich selbst, zu anderen, zur Schöpfung

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können Zeichen der Zuneigung wahrnehmen und gestalten.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– ZUNEIGUNG

Leitkompetenz 2 Sich mit den großen Fragen der Menschen auseinandersetzen können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können über ihr Leben nachdenken und große Fragen stellen.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– NACHDENKEN UND FRAGEN

Kompetenzbereich Gelehrte und gelebte Bezugsreligion

Leitkompetenz 3 Grundlagen und Leitmotive des christlichen Glaubens kennen und für das eigene Leben deuten können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können über den biblischen Gott, der begleitet, rettet und heilt, Auskunft geben.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– BEGLEITET SEIN

Leitkompetenz 4 Kirchliche Grundvollzüge kennen und religiös-spirituelle Ausdrucksformen gestalten können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können darstellen, was in der Karwoche und Osterzeit gefeiert wird.

– können Gebete gestalten.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– KARWOCHE UND OSTERN FEIERN

Kompetenzbereich Religiöse und weltanschauliche Vielfalt in Gesellschaft und Kultur

Leitkompetenz 5 Medien, Kunst und Kultur im Kontext religiöser Weltwahrnehmung interpretieren, beurteilen und gestalten können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können anhand eines Beispiels aus Alltag, Religion oder Medien beschreiben, welche Wirkung Worte haben.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– RELIGIÖSE SPRACHE

Leitkompetenz 6 Unterschiedlichen Lebensweisen und Glaubensformen reflexiv begegnen können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können ein Element jüdischen Alltagslebens beschreiben.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– ELEMENTE JÜDISCHEN LEBENS

4.Klasse:

Kompetenzbereich Menschen und ihre Lebensorientierungen

Leitkompetenz 1 Beziehung verantwortungsvoll gestalten können – zu sich selbst, zu anderen, zur Schöpfung

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können in Alltagssituationen verantwortungsbewusstes Handeln erkennen und einüben.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– REGELN

Leitkompetenz 2 Sich mit den großen Fragen der Menschen auseinandersetzen können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können anhand der Exoduserzählung von Leid, Hoffnung und Befreiung erzählen.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– NACHDENKEN UND HOFFEN

Kompetenzbereich Gelehrte und gelebte Bezugsreligion

Leitkompetenz 3 Grundlagen und Leitmotive des christlichen Glaubens kennen und für das eigene Leben deuten können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können Bilder vom Reich Gottes wahrnehmen und beschreiben.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– ZUVERSICHTLICH SEIN

Leitkompetenz 4 Kirchliche Grundvollzüge kennen und religiös-spirituelle Ausdrucksformen gestalten können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können darstellen und erzählen, was zu Pfingsten gefeiert wird.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– PFINGSTEN FEIERN

Kompetenzbereich Religiöse und weltanschauliche Vielfalt in Gesellschaft und Kultur

Leitkompetenz 5 Medien, Kunst und Kultur im Kontext religiöser Weltwahrnehmung interpretieren, beurteilen und gestalten können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können Symbole, Bilder und Gegenstände in Kirchenräumen erkennen und ihre Bedeutung erklären.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– KIRCHE UND KUNST

Leitkompetenz 6 Unterschiedlichen Lebensweisen und Glaubensformen reflexiv begegnen können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können ein Element muslimischen Alltagslebens beschreiben und eine faire Haltung im Umgang miteinander entwickeln.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– ELEMENTE MUSLIMISCHEN LEBENS

5.Klasse:

Kompetenzbereich Menschen und ihre Lebensorientierungen

Leitkompetenz 1 Beziehung verantwortungsvoll gestalten können – zu sich selbst, zu anderen, zur Schöpfung

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können ausdrücken, was sie einmalig macht und was ihr (Selbst-)Vertrauen stärkt.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– SELBSTVERTRAUEN

Leitkompetenz 2 Sich mit den großen Fragen der Menschen auseinandersetzen können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können anhand von Geschichten existenzielle Fragen stellen und Antworten suchen.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– FRAGEN UND ANTWORTEN

Kompetenzbereich Gelehrte und gelebte Bezugsreligion

Leitkompetenz 3 Grundlagen und Leitmotive des christlichen Glaubens kennen und für das eigene Leben deuten können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können die Bedeutung der Bibel als Heilige Schrift und die Welt der Bibel entdecken.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– DIE BIBEL ENTDECKEN

Leitkompetenz 4 Kirchliche Grundvollzüge kennen und religiös-spirituelle Ausdrucksformen gestalten können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können Zeichen von Taufe und Eucharistie benennen.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– TAUFE UND EUCHARISTIE FEIERN

Kompetenzbereich Religiöse und weltanschauliche Vielfalt in Gesellschaft und Kultur

Leitkompetenz 5 Medien, Kunst und Kultur im Kontext religiöser Weltwahrnehmung interpretieren, beurteilen und gestalten können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können Feste des Kirchenjahrs benennen und dem Kalenderjahr zuordnen.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– FESTE IM JAHRESKREIS

Leitkompetenz 6 Unterschiedlichen Lebensweisen und Glaubensformen reflexiv begegnen können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können Verbindendes und Unterscheidendes der Religionen benennen.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– VERBINDENDES UND UNTERSCHEIDENDES

6.Klasse:

Kompetenzbereich Menschen und ihre Lebensorientierungen

Leitkompetenz 1 Beziehung verantwortungsvoll gestalten können – zu sich selbst, zu anderen, zur Schöpfung

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können wertschätzende Kommunikation in unterschiedlichen Situationen erkennen und einüben.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– KOMMUNIKATION

Leitkompetenz 2 Sich mit den großen Fragen der Menschen auseinandersetzen können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können Beispiele für schuldhaftes Verhalten nennen und Möglichkeiten der Vergebung aufzeigen.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– SCHULD UND VERSÖHNUNG

Kompetenzbereich Gelehrte und gelebte Bezugsreligion

Leitkompetenz 3 Grundlagen und Leitmotive des christlichen Glaubens kennen und für das eigene Leben deuten können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können eigene Gottesvorstellungen mit biblischen in Verbindung bringen.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– GOTTESVORSTELLUNGEN

Leitkompetenz 4 Kirchliche Grundvollzüge kennen und religiös-spirituelle Ausdrucksformen gestalten können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können die Bedeutung von Symbolen und sakramentalen Handlungen erschließen.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– SAKRAMENTE FEIERN

Kompetenzbereich Religiöse und weltanschauliche Vielfalt in Gesellschaft und Kultur

Leitkompetenz 5 Medien, Kunst und Kultur im Kontext religiöser Weltwahrnehmung interpretieren, beurteilen und gestalten können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können in ihrer medial geprägten Lebenswelt christliche Motive identifizieren.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– RELIGION IN MEDIEN

Leitkompetenz 6 Unterschiedlichen Lebensweisen und Glaubensformen reflexiv begegnen können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können die Verbindungen des Christentums mit dem Judentum beispielhaft aufzeigen.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– CHRISTENTUM UND JUDENTUM

7.Klasse:

Kompetenzbereich Menschen und ihre Lebensorientierungen

Leitkompetenz 1 Beziehung verantwortungsvoll gestalten können – zu sich selbst, zu anderen, zur Schöpfung

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können Beispiele gelebter Schöpfungsverantwortung nennen und umsetzen.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– SCHÖPFUNGSVERANTWORTUNG

Leitkompetenz 2 Sich mit den großen Fragen der Menschen auseinandersetzen können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können sich darüber austauschen, was ihrem Leben Sinn gibt.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– SINN SUCHEN SICH ENTFALTEN

Kompetenzbereich Gelehrte und gelebte Bezugsreligion

Leitkompetenz 3 Grundlagen und Leitmotive des christlichen Glaubens kennen und für das eigene Leben deuten können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können jüdisch-christlich fundierte Regeln für ein friedliches Zusammenleben benennen.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– FRIEDVOLLES ZUSAMMENLEBEN

Leitkompetenz 4 Kirchliche Grundvollzüge kennen und religiös-spirituelle Ausdrucksformen gestalten können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können die Bedeutung des Sonntags für das Leben von Christinnen und Christen benennen

Unterrichtshinweis – Kommentar

– SONNTAG FEIERN

Kompetenzbereich Religiöse und weltanschauliche Vielfalt in Gesellschaft und Kultur

Leitkompetenz 5 Medien, Kunst und Kultur im Kontext religiöser Weltwahrnehmung interpretieren, beurteilen und gestalten können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können anhand eines Beispiels Nutzen oder Schaden von Medien wahrnehmen und benennen.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– NUTZEN UND SCHADEN VON MEDIEN

Leitkompetenz 6 Unterschiedlichen Lebensweisen und Glaubensformen reflexiv begegnen können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können wesentliche Elemente muslimischer Glaubenspraxis erläutern und mit christlicher Glaubenspraxis in Beziehung setzen.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– CHRISTENTUM UND ISLAM

8.Klasse:

Kompetenzbereich Menschen und ihre Lebensorientierungen

Leitkompetenz 1 Beziehung verantwortungsvoll gestalten können – zu sich selbst, zu anderen, zur Schöpfung

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können Gewissensentscheidungen in Bezug auf ein gerechtes Zusammenleben anhand von Beispielen darstellen.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– GERECHTIGKEIT

Leitkompetenz 2 Sich mit den großen Fragen der Menschen auseinandersetzen können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können ihre Lebensträume benennen.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– SINN SUCHEN ZUKUNFTSPLÄNE ENTWERFEN

Kompetenzbereich Gelehrte und gelebte Bezugsreligion

Leitkompetenz 3 Grundlagen und Leitmotive des christlichen Glaubens kennen und für das eigene Leben deuten können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können das Ostergeschehen mit eigenen Erfahrungen des Neubeginns in Verbindung bringen.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– SCHEITERN NEUBEGINN

Leitkompetenz 4 Kirchliche Grundvollzüge kennen und religiös-spirituelle Ausdrucksformen gestalten können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können anhand von Beispielen aufzeigen, wie gefirmte Christinnen und Christen am kirchlichen Leben mitwirken.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– FIRMUNG FEIERN

Kompetenzbereich Religiöse und weltanschauliche Vielfalt in Gesellschaft und Kultur

Leitkompetenz 5 Medien, Kunst und Kultur im Kontext religiöser Weltwahrnehmung interpretieren, beurteilen und gestalten können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können sich kreativ mit einem Kunstwerk und seiner möglichen Deutung auseinandersetzen.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– RELIGION UND KUNST

Leitkompetenz 6 Unterschiedlichen Lebensweisen und Glaubensformen reflexiv begegnen können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können ein Element asiatischer Glaubenspraxis benennen.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– CHRISTENTUM UND ASIATISCHE RELIGIONEN

Klassen- bzw. semesterweises In-Kraft-Treten (§ 2 Z 5)

Anlage 5

LEHRPLAN FÜR DEN KATHOLISCHEN RELIGIONSUNTERRICHT AN EINJÄHRIGEN

BERUFSBILDENDEN MITTLEREN SCHULEN

1.

Bildungs- und Lehraufgabe:

1.1 Katholischer Religionsunterricht im Rahmen der schulischen Bildung

Im Religionsunterricht verwirklicht die Schule in Form eines eigenen Unterrichtsgegenstandes in besonderer Weise ihre Aufgabe, an der Entwicklung der Anlagen der Jugend nach den sittlichen, religiösen und sozialen Werten mitzuwirken (§ 2 Schulorganisationsgesetz). Der Religionsunterricht versteht sich als Dienst an den Schülerinnen und Schülern und an der Schule.

Der Religionsunterricht ist konfessionell geprägt und gewinnt aus seiner Orientierung an der biblischen

Offenbarung und der kirchlichen Tradition seinen Standpunkt.

nimmt das unterschiedliche Ausmaß kirchlicher Sozialisation bzw. religiöser Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler durch Differenzierung und Individualisierung ernst und will alle Schülerinnen und Schüler ansprechen, wie unterschiedlich ihre religiösen Einstellungen auch sein mögen.

Im Sinne ganzheitlicher Bildung hat der Religionsunterricht kognitive, affektive und handlungsorientierte

Ziele, die, entsprechend dem christlichen Menschenbild, davon ausgehen, dass der Mensch auf Transzendenz ausgerichtet ist. So erhalten die zu behandelnden Grundfragen nach Herkunft, Zukunft und Sinn eine religiöse Dimension.

1.2 Inhalt und Anliegen des Religionsunterrichts

In der Mitte des Religionsunterrichts stehen die Schülerinnen und Schüler, ihr Leben und ihr Glaube.

Daher sind Inhalt des Religionsunterrichts sowohl das menschliche Leben als auch der christliche Glaube, wie er sich im Laufe der Geschichte entfaltet hat und in den christlichen Gemeinden gelebt wird. Lebens-, Glaubens- und Welterfahrungen der Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer werden dabei aus der Perspektive des christlichen Glaubens reflektiert und gedeutet. Dieser Glaube hat in Jesus Christus seine Mitte.

Zugleich werden junge Menschen ermutigt, ihre persönlichen Glaubensentscheidungen zu treffen und dementsprechend ihr Leben und ihren Glauben zu gestalten. Damit leistet der Religionsunterricht einen wesentlichen Beitrag zur Sinnfindung, zu religiöser Sachkompetenz und zur Werteerziehung. So trägt er auch zur Gestaltung des Schullebens bei.

1.3 Bedeutung des Religionsunterrichts für die Gesellschaft

Der Religionsunterricht zielt darauf ab, dass die Schülerinnen und Schüler besser mit sich selbst und mit der eigenen Religion und Konfession vertraut werden. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft und der Zugehörigkeit zur katholischen Glaubensgemeinschaft soll einen Beitrag zur Bildung von Identität leisten, die eine unvoreingenommene und angstfreie Öffnung gegenüber dem Anderen erleichtert.

Das erfordert eine Beschäftigung mit anderen Kulturen, Religionen, Weltanschauungen und Trends,

die heute vielfach konkurrierend unsere pluralistische Welt prägen. Es geht sowohl um eine Befähigung zu Respekt gegenüber Menschen mit unterschiedlichen Überzeugungen als auch gegebenenfalls um die Kompetenz zu sachlich begründetem Einspruch.

Die Thematisierung der gesellschaftlichen Bedeutung von christlichem Glauben soll zum Einsatz für ein menschenwürdiges Leben aller, für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung ermutigen und befähigen. Damit verbunden ist die Einladung an die Schülerinnen und Schüler, sich in Kirche und Gesellschaft, sowie in ihrer Berufs- und Arbeitswelt zu engagieren.

1.4 Stellung des Religionsunterrichts an berufsbildenden mittleren Schulen

Der Religionsunterricht ist Teil des Bildungs- und Erziehungsauftrages der betreffenden Schulart. In

den berufsbildenden mittleren Schulen besteht eine große Typenvielfalt mit sehr unterschiedlichen Zielen. Diese Besonderheit ist eine ihrer Stärken. Die Unterschiede im Hinblick auf Ausbildungsdauer, Stundenausmaß, Zielsetzung, Alter der Schülerinnen und Schüler etc. wirken sich auf den Religionsunterricht aus. Er berücksichtigt diese Situation und beachtet die allgemeinen Bestimmungen der Lehrpläne der jeweiligen Schulart.

Religiöse Bildung ist unverzichtbarer Bestandteil der Allgemeinbildung sowie der beruflichen Bildung.

Sie fördert insbesondere die Reflexion und Mitgestaltung der beruflichen Lebenswelt.

Die Schülerinnen und Schüler werden in ihrem Fühlen, Denken und Handeln, in ihren Hoffnungen, Freuden und Ängsten ernst genommen und zur selbstständigen Lebensbewältigung ermutigt. Der Religionsunterricht will der Erweiterung des geistigen Horizonts dienen, zur Kritikfähigkeit und Relativierung unberechtigter Absolutheitsansprüche und zu einer empathischen Grundeinstellung hinführen. Dadurch sollen die Schülerinnen und Schüler zu verantwortungsbewusstem Engagement befähigt werden. Der Religionsunterricht übernimmt damit Aufgaben der Persönlichkeitsbildung und fördert soziale Kompetenz.

Durch seine Themenvielfalt ermöglicht der Religionsunterricht die Verbindung zwischen den Unterrichtsgegenständen

und ist interessiert an der Zusammenarbeit mit ihnen.

Er bietet Raum für das Gespräch zwischen den am Unterricht Beteiligten und für das Aufgreifen aktueller

Situationen im Schulalltag.

Religionslehrerinnen und Religionslehrer können schulpastorale Aufgaben im Rahmen der schulischen und persönlichen Möglichkeiten wahrnehmen.

Religiöse Übungen ermöglichen religiöse Erfahrungen und fördern Gemeinschaft und Solidarität.

2.

Didaktische Grundsätze:

Der Lehrplan ist ein Rahmenlehrplan. Dieser ermöglicht den Religionslehrerinnen und Religionslehrern, die einzelnen Lehrplaninhalte den schulspezifischen Zielsetzungen gemäß zu gewichten.

Der Lehrplan weist im Lehrstoff grundlegende Themenfelder, Ziele und dazugehörende Themen auf.

Die Ziele sind für die Auswahl und Behandlung der Themen verbindlich. Themenauswahl, Themenanzahl

bzw. Intensität der Behandlung hängen von der Anzahl der Wochenstunden, der Schulart und der konkreten

Klasse ab.

Auf Grund von aktuellen Ereignissen, schulspezifischen

Gegebenheiten, Projekten und Ähnlichem

kann von der Klassenzuordnung der Ziele und Themen abgewichen werden. Interessen von Lehrerinnen

und Lehrern, Schülerinnen und Schülern sowie regionale Anliegen können durch Ergänzen von Themen berücksichtigt werden.

Neben den gewohnten Formen des Unterrichts kann fächerverbindend, fächerübergreifend und projektorientiert gearbeitet werden. Schulorganisatorische Maßnahmen wie Blockunterricht oder Ähnliches können dies unterstützen. Methodenvielfalt ist anzustreben.

2.1 Allgemeindidaktische Prinzipien

Der Religionsunterricht hat als Unterrichtsgegenstand an einer berufsbildenden mittleren Schule seinen

Beitrag zu den Erziehungs- und Bildungsaufgaben der österreichischen Schule zu leisten.

Im Besonderen nimmt er diese Aufgabe wahr, indem er

Außerdem verwirklicht er diese Aufgabe, indem im Religionsunterricht

2.2 Religionsdidaktische Prinzipien

Darüber hinaus hat der Religionsunterricht spezifische religionsdidaktische Prinzipien unter besonderer Berücksichtigung der Korrelation und der Elementarisierung zu beachten. Er soll

Die Schülerinnen und Schüler sollen die Möglichkeit haben,

3.

Lehrstoff:

Grundlegende Themenfelder

Frage nach Gott

Mit ihrer Sehnsucht nach Angenommensein und Geborgenheit begegnen die Schülerinnen und Schüler im Religionsunterricht dem christlichen Angebot des Glaubens an einen liebenden Gott. Dieser ist in Jesus Christus Mensch geworden. Er sandte seinen Geist zur Stärkung und Ermutigung. Grundlagen der christlichen Rede von Gott sind die Bibel und die christliche Tradition.

Mensch sein: personal

Die Schülerinnen und Schüler hinterfragen ihr Leben und suchen nach Orientierung. Die in Jesus Christus grundgelegte Tradition gibt Antworten auf die Frage nach Sinn, auch angesichts von Schuld, Leid und Tod. Der Religionsunterricht bietet Raum, die je eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen und damit umgehen zu lernen.

Mensch sein: sozial

Die Schülerinnen und Schüler leben in Beziehungsnetzen. Durch den Religionsunterricht werden sie ermutigt, aktiv an deren Gestaltung und am Gelingen von Beziehungen nach dem Vorbild Jesu Christi und christlichen Grundprinzipien mitzuwirken.

Leben als Christ/Christin

Persönliches und gesellschaftliches Leben werden geprägt vom kirchlichen Jahreskreis und vom Wochenrhythmus. Die Kirche will vor allem auch durch die Sakramente das Leben der Schülerinnen und Schüler begleiten. Der Religionsunterricht bietet Beiträge zu einer persönlichen Spiritualität und Glaubenspraxis.

Ethische Themen

Gelebtes Christsein der Schülerinnen und Schüler zeigt sich in ihrem verantwortungsvollen Handeln. Dies verlangt eine Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Positionen zu (aktuellen) ethischen Fragen und eine Orientierung an der Hl. Schrift, der Botschaft Jesu Christi und der kirchlichen Lehre.

Arbeit und Beruf

Schülerinnen und Schüler stehen an der Schwelle zur eigenen Berufstätigkeit oder erlebten diese bereits.

Die christliche Soziallehre ermutigt dazu, wirtschaftliche Strukturen zu hinterfragen und soziale und ökologische Zusammenhänge zu erkennen. Sie zeigt Wege zum Gestalten einer menschenwürdigen Arbeitswelt.

Kirche als Werk des Geistes Gottes

Schülerinnen und Schüler klären ihre konkreten Erfahrungen mit der Kirche und deren Lebensformen. Informationen über die Kirche und deren historische Entwicklung sind Voraussetzung für Verständnis und persönliches Engagement.

Religionen, Konfessionen und Weltanschauungen

Schülerinnen und Schüler begegnen unterschiedlichen Lebens- und Glaubensformen. Wissen und Verstehen von Gemeinsamkeiten und Unterschieden tragen zu Dialogfähigkeit bei. Gegenseitige Achtung sowie gelebte Ökumene sind Grundlagen für ein friedliches Miteinander.

Ziele und Themen

Der Religionsunterricht soll dazu beitragen, dass die Schülerinnen und Schüler ...

... sich selbst als wertvoll und von Gott angenommen erkennen.

- Würde des Menschen als Geschöpf und Ebenbild Gottes

- Grundbedürfnisse

- Persönlichkeitsentwicklung

- Sinnsuche – Sinn erleben

- Gottes Ja zu jedem Menschen

- Menschwerdung Gottes in Jesus Christus

... sich in ihren sozialen Beziehungen zurecht finden und diese im

Sinne Jesu Christi lebensfördernd gestalten.

- Klasse/Schule/Freundinnen und Freunde

- Familie

- Partnerschaft

- Jugendkulturen

- Begegnung mit anderen Kulturen im Alltag

- Konfliktkultur

... im christlichen Glauben Halt finden.

- Befreiende und erlösende Botschaft Jesu Christi

- Rhythmus des Lebens/Kirchenjahr/Sakramente

- Persönlicher Glaube – Glaubensgeschichten in der Bibel –

Glaube der Kirche

- Kirchliche und soziale Aktivitäten

- Begegnung mit anderen Religionen und Konfessionen im Alltag

... sich als Mitgestalterinnen und Mitgestalter ihrer Zukunft

verstehen.

- Gesellschaft/Politik/Wirtschaft/Kultur

- Verschiedene Lebensentwürfe

- Träume und Visionen

- Leben: Zukunft über den Tod hinaus, christlicher

Auferstehungsglaube

- Beruf/Arbeit

- Umwelt/Nachhaltigkeit

... Erscheinungsformen von Religiosität wahrnehmen, reflektieren und

sich kritisch mit ihnen auseinander setzen.

...

Anlage 5

LEHRPLAN FÜR DEN Katholischen Religionsunterricht aN EINJÄHRIGEN BERUFSBILDENDEN MITTLEREN SCHULEN

Präambel

Der adaptierte Lehrplan benennt Kompetenzen und ordnet diese den Themenbereichen und Einzelthemen zu. Dabei wird gewährleistet, dass die Übersetzung der bisherigen Ziele in Kompetenzen den Inhalten und Intentionen des Lehrplanes 2004 entspricht.

Dem Charakter des Lehrplans als Rahmenlehrplan entspricht, dass die Formulierung von inhaltsbezogenen Teilkompetenzen bzw. die damit verbundene thematische Schwerpunktsetzung (vgl. die im Lehrplan genannten Einzelthemen) Aufgabe der Lehrerinnen und Lehrer ist.

1.

Bildungs- und Lehraufgabe

1.1 Katholischer Religionsunterricht im Rahmen der schulischen Bildung

Im Religionsunterricht verwirklicht die Schule in Form eines eigenen Unterrichtsgegenstandes in besonderer Weise ihre Aufgabe, an der Entwicklung der Anlagen der Jugend nach den sittlichen, religiösen und sozialen Werten mitzuwirken (§ 2 Schulorganisationsgesetz). Der Religionsunterricht versteht sich als Dienst an den Schülerinnen und Schülern und an der Schule.

Der Religionsunterricht ist konfessionell geprägt und gewinnt aus seiner Orientierung an der biblischen Offenbarung und der kirchlichen Tradition seinen Standpunkt.

Er nimmt das unterschiedliche Ausmaß kirchlicher Sozialisation bzw. religiöser Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler durch Differenzierung und Individualisierung ernst und will alle Schülerinnen und Schüler ansprechen, wie unterschiedlich ihre religiösen Einstellungen auch sein mögen.

Im Sinne ganzheitlicher Bildung hat der Religionsunterricht kognitive, affektive und handlungsorientierte Ziele, die, entsprechend dem christlichen Menschenbild, davon ausgehen, dass der Mensch auf Transzendenz ausgerichtet ist. So erhalten die zu behandelnden Grundfragen nach Herkunft, Zukunft und Sinn eine religiöse Dimension.

1.2 Inhalt und Anliegen des Religionsunterrichts

In der Mitte des Religionsunterrichts stehen die Schülerinnen und Schüler, ihr Leben und ihr Glaube. Daher sind Inhalt des Religionsunterrichts sowohl das menschliche Leben als auch der christliche Glaube, wie er sich im Laufe der Geschichte entfaltet hat und in den christlichen Gemeinden gelebt wird. Lebens, Glaubens- und Welterfahrungen der Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer werden dabei aus der Perspektive des christlichen Glaubens reflektiert und gedeutet. Dieser Glaube hat in Jesus Christus seine Mitte.

Zugleich werden junge Menschen ermutigt, ihre persönlichen Glaubensentscheidungen zu treffen und dementsprechend ihr Leben und ihren Glauben zu gestalten. Damit leistet der Religionsunterricht einen wesentlichen Beitrag zur Sinnfindung, zu religiöser Sachkompetenz und zur Werteerziehung. So trägt er auch zur Gestaltung des Schullebens bei.

1.3 Bedeutung des Religionsunterrichts für die Gesellschaft

Der Religionsunterricht zielt darauf ab, dass die Schülerinnen und Schüler besser mit sich selbst und mit der eigenen Religion und Konfession vertraut werden. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft und der Zugehörigkeit zur katholischen Glaubensgemeinschaft soll einen Beitrag zur Bildung von Identität leisten, die eine unvoreingenommene und angstfreie Öffnung gegenüber dem Anderen erleichtert.

Das erfordert eine Beschäftigung mit anderen Kulturen, Religionen, Weltanschauungen und Trends, die heute vielfach konkurrierend unsere pluralistische Welt prägen. Es geht sowohl um eine Befähigung zu Respekt gegenüber Menschen mit unterschiedlichen Überzeugungen als auch gegebenenfalls um die Kompetenz zu sachlich begründetem Einspruch.

Die Thematisierung der gesellschaftlichen Bedeutung von christlichem Glauben soll zum Einsatz für ein menschenwürdiges Leben aller, für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung ermutigen und befähigen. Damit verbunden ist die Einladung an die Schülerinnen und Schüler, sich in Kirche und Gesellschaft, sowie in ihrer Berufs- und Arbeitswelt zu engagieren.

1.4 Stellung des Religionsunterrichts an berufsbildenden mittleren Schulen

Der Religionsunterricht ist Teil des Bildungs- und Erziehungsauftrages der betreffenden Schularten. In den berufsbildenden mittleren Schulen besteht eine große Typenvielfalt mit sehr unterschiedlichen Zielen. Diese Besonderheit ist eine ihrer Stärken. Die Unterschiede im Hinblick auf Ausbildungsdauer, Stundenausmaß, Zielsetzung, Alter der Schülerinnen und Schüler etc. wirken sich auf den Religionsunterricht aus. Er berücksichtigt diese Situation und beachtet die allgemeinen Bestimmungen der Lehrpläne der jeweiligen Schulart.

Religiöse Bildung ist unverzichtbarer Bestandteil der Allgemeinbildung sowie der beruflichen Bildung. Sie fördert insbesondere die Reflexion und Mitgestaltung der beruflichen Lebenswelt.

Die Schülerinnen und Schüler werden in ihrem Fühlen, Denken und Handeln, in ihren Hoffnungen, Freuden und Ängsten ernst genommen und zur selbstständigen Lebensbewältigung ermutigt. Der Religionsunterricht will der Erweiterung des geistigen Horizonts dienen, zur Kritikfähigkeit und Relativierung unberechtigter Absolutheitsansprüche und zu einer empathischen Grundeinstellung hinführen. Dadurch sollen die Schülerinnen und Schüler zu verantwortungsbewusstem Engagement befähigt werden. Der Religionsunterricht übernimmt damit Aufgaben der Persönlichkeitsbildung und fördert soziale Kompetenz.

Durch seine Themenvielfalt ermöglicht der Religionsunterricht die Verbindung zwischen den Unterrichtsgegenständen und ist interessiert an der Zusammenarbeit mit ihnen.

Er bietet Raum für das Gespräch zwischen den am Unterricht Beteiligten und für das Aufgreifen aktueller Situationen im Schulalltag.

Religionslehrerinnen und Religionslehrer können schulpastorale Aufgaben im Rahmen der schulischen und persönlichen Möglichkeiten wahrnehmen.

Religiöse Übungen ermöglichen religiöse Erfahrungen und fördern Gemeinschaft und Solidarität.

2.

Didaktische Grundsätze

Der Lehrplan ist ein Rahmenlehrplan. Dieser ermöglicht den Religionslehrerinnen und Religionslehrern, die einzelnen Lehrplaninhalte den schulspezifischen Zielsetzungen gemäß zu gewichten.

Der Lehrplan weist im Lehrstoff grundlegende Themenfelder, Kompetenzen und dazugehörende Themen auf. Die Kompetenzen sind für die Auswahl und Behandlung der Themen verbindlich. Themenauswahl, Themenanzahl bzw. Intensität der Behandlung hängen von der Anzahl der Wochenstunden, der Schulart und der konkreten Klasse ab.

Interessen von Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern sowie regionale Anliegen können durch Ergänzen von Themen berücksichtigt werden.

Neben den gewohnten Formen des Unterrichts kann fächerverbindend, fächerübergreifend und projektorientiert gearbeitet werden. Schulorganisatorische Maßnahmen wie Blockunterricht oder Ähnliches können dies unterstützen. Methodenvielfalt ist anzustreben.

2.1 Allgemeindidaktische Prinzipien

Der Religionsunterricht hat als Unterrichtsgegenstand an einer berufsbildenden mittleren Schule seinen Beitrag zu den Erziehungs- und Bildungsaufgaben der österreichischen Schule zu leisten.

Im Besonderen nimmt er diese Aufgabe wahr, indem er

– die Selbsttätigkeit,

– die Kommunikations- und Teamfähigkeit,

– die Sensibilität für künstlerische und ästhetische Ausdrucksformen sowie

– die Wahrnehmungs-, Erlebnis- und Urteilsfähigkeit

der Schülerinnen und Schüler fördert.

Außerdem verwirklicht er diese Aufgabe, indem im Religionsunterricht

– der Erfahrungsbezug der Schülerinnen und Schüler,

– die Erziehung zu einem geschlechtergerechten Denken und Handeln (Gender-Aspekt),

– die geschichtliche Dimension und der soziale Aspekt der Themen sowie

– die Berufsbezogenheit des Unterrichts

besonders berücksichtigt werden.

2.2 Religionsdidaktische Prinzipien

Darüber hinaus hat der Religionsunterricht spezifische religionsdidaktische Prinzipien unter besonderer Berücksichtigung der Korrelation und der Elementarisierung zu beachten. Er soll

– die Lebens- und Glaubenserfahrung,

– das Leben der Kirche und die Feste des Kirchenjahres,

– die spirituelle Dimension sowie

– den ökumenischen, interreligiösen und interkulturellen Dialog

mit einbeziehen.

Die Schülerinnen und Schüler sollen die Möglichkeit haben,

– ihre Berufserfahrungen zu reflektieren,

– im Umgang mit der Bibel zu lernen und Orientierung für ihr Leben zu finden,

– die besondere Sprache von Bildern und Symbolen kennen zu lernen und

– sich in musisch-kreativen Formen auszudrücken.

3.

Lehrstoff

Grundlegende Themenfelder benennen die gemeinsamen Inhalte des Religionsunterrichts aller Schularten der berufsbildenden mittleren Schule.

Kompetenzen und Themen konkretisieren diese für die jeweilige Schulart.

Grundlegende Themenfelder

Frage nach Gott

Mit ihrer Sehnsucht nach Angenommensein und Geborgenheit begegnen die Schülerinnen und Schüler im Religionsunterricht dem christlichen Angebot des Glaubens an einen liebenden Gott. Dieser ist in Jesus Christus Mensch geworden. Er sandte seinen Geist zur Stärkung und Ermutigung. Grundlagen der christlichen Rede von Gott sind die Bibel und die christliche Tradition.

Mensch sein: personal

Die Schülerinnen und Schüler hinterfragen ihr Leben und suchen nach Orientierung. Die in Jesus Christus grundgelegte Tradition gibt Antworten auf die Frage nach Sinn, auch angesichts von Schuld, Leid und Tod. Der Religionsunterricht bietet Raum, die je eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen und damit umgehen zu lernen.

Mensch sein: sozial

Die Schülerinnen und Schüler leben in Beziehungsnetzen. Durch den Religionsunterricht werden sie ermutigt, aktiv an deren Gestaltung und am Gelingen von Beziehungen nach dem Vorbild Jesu Christi und christlichen Grundprinzipien mitzuwirken.

Leben als Christ/Christin

Persönliches und gesellschaftliches Leben werden geprägt vom kirchlichen Jahreskreis und vom Wochenrhythmus. Die Kirche will vor allem auch durch die Sakramente das Leben der Schülerinnen und Schüler begleiten. Der Religionsunterricht bietet Beiträge zu einer persönlichen Spiritualität und Glaubenspraxis.

Ethische Themen

Gelebtes Christsein der Schülerinnen und Schüler zeigt sich in ihrem verantwortungsvollen Handeln. Dies verlangt eine Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Positionen zu (aktuellen) ethischen Fragen und eine Orientierung an der Hl. Schrift, der Botschaft Jesu Christi und der kirchlichen Lehre.

Arbeit und Beruf

Schülerinnen und Schüler stehen an der Schwelle zur eigenen Berufstätigkeit oder erlebten diese bereits. Die christliche Soziallehre ermutigt dazu, wirtschaftliche Strukturen zu hinterfragen und soziale und ökologische Zusammenhänge zu erkennen. Sie zeigt Wege zum Gestalten einer menschenwürdigen Arbeitswelt.

Kirche als Werk des Geistes Gottes

Schülerinnen und Schüler klären ihre konkreten Erfahrungen mit der Kirche und deren Lebensformen. Informationen über die Kirche und deren historische Entwicklung sind Voraussetzung für Verständnis und persönliches Engagement.

Religionen, Konfessionen und Weltanschauungen

Schülerinnen und Schüler begegnen unterschiedlichen Lebens- und Glaubensformen. Wissen und Verstehen von Gemeinsamkeiten und Unterschieden tragen zu Dialogfähigkeit bei. Gegenseitige Achtung sowie gelebte Ökumene sind Grundlagen für ein friedliches Miteinander.

Kompetenzen und Themen

Die Schülerinnen und Schüler …

… können den Menschen als wertvoll und von Gott angenommen beschreiben und deuten.

– Würde des Menschen als Geschöpf und Ebenbild Gottes

– Grundbedürfnisse

– Persönlichkeitsentwicklung

– Sinnsuche – Sinn erleben

– Gottes Ja zu jedem Menschen

– Menschwerdung Gottes in Jesus Christus

… können ihr Leben in sozialen Bezügen beschreiben und Perspektiven im Sinne der lebensfördernden Botschaft Jesu Christi entwickeln.

– Klasse/Schule/Freundinnen und Freunde

– Familie

– Partnerschaft

– Jugendkulturen

– Begegnung mit anderen Kulturen im Alltag

– Konfliktkultur

… können sich mit dem christlichen Glauben auseinandersetzen und darlegen, inwiefern in ihm Halt gefunden werden kann.

– Befreiende und erlösende Botschaft Jesu Christi

– Rhythmus des Lebens/Kirchenjahr/Sakramente

– Persönlicher Glaube – Glaubensgeschichten in der Bibel – Glaube der Kirche

– Kirchliche und soziale Aktivitäten

– Begegnung mit anderen Religionen und Konfessionen im Alltag

… können sich als Mitgestalterinnen und Mitgestalter ihrer Zukunft beschreiben und verstehen.

– Gesellschaft/Politik/Wirtschaft/Kultur

– Verschiedene Lebensentwürfe

– Träume und Visionen

– Leben: Zukunft über den Tod hinaus, christlicher Auferstehungsglaube

– Beruf/Arbeit

– Umwelt/Nachhaltigkeit

… können Erscheinungsformen von Religiosität wahrnehmen, reflektieren und kritisch beurteilen.

– Erscheinungsformen von Religiosität in Werbung, Film, Musik, Sport, Computerspielen, Internet ...

– Religiöse Sondergemeinschaften

– Okkulte Phänomene und Praktiken

– Sehnsucht nach Heil

Anlage 5

LEHRPLAN FÜR DEN KATHOLISCHEN RELIGIONSUNTERRICHT IM BERUFSVORBEREITUNGSJAHR AN SONDERSCHULEN (9. Schulstufe) und unter besonderer Berücksichtigung von inklusiven Unterrichtssettings

Bildungs- und Lehraufgabe (9. Schulstufe):

Der katholische Religionsunterricht leistet einen wichtigen Beitrag zur reflexiven Grundbildung, indem er einen religiösen Weltzugang erschließt, der Orientierung in fundamentalen menschlichen Lebensfragen bietet. Er kann reflektierte Lebensbewältigung und gesellschaftliche Mitgestaltung unterstützen sowie zu einer eigenen verantworteten Position in Bezug auf Religion befähigen. Angesichts globaler Herausforderungen und einer durch digitale Medien geprägten Welt bietet der Religionsunterricht Raum für die gesellschaftlichen Fragen und Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler.

Auf Basis der Auseinandersetzung mit Bibel und kirchlicher Tradition als einem sinnstiftenden Deutungshorizont für die persönliche Lebens- und Glaubensgestaltung fördert der Religionsunterricht den Erwerb religiöser und religiös-ethischer Fachkompetenzen sowie sozialer und personaler Kompetenzen. Er unterstützt die Entwicklung von Resilienz, ermutigt zu solidarischem, gewaltlosem und nachhaltigem Handeln und zur Bewältigung von Zukunftsaufgaben.

Der Religionsunterricht sensibilisiert für religiös deutbare Phänomene, schult das religiöse Sprach- und Symbolverständnis und erschließt Zugänge zu Kunst und Kultur. Er öffnet Räume für religiöse Erfahrungen, trägt zur Gestaltung des Schullebens bei und regt die Reflexion hinsichtlich einer Beteiligung am kirchlichen Leben an.

Der Religionsunterricht bietet in seiner Konfessionalität einen Zugang zur katholischen Tradition und ermöglicht die Begegnung mit religiöser und weltanschaulicher Pluralität. In einem pluralen und religiös heterogenen Kontext initiiert er Begegnungsmöglichkeiten und befähigt die Schülerinnen und Schüler die Perspektive des je Anderen wahrzunehmen, unterschiedliche Auffassungen und Einstellungen kritisch zu reflektieren und respektvoll über Weltanschauungen und Religionen zu kommunizieren.

Durch diese Konzeption leistet der Religionsunterricht einen Beitrag zur Realisierung der fachlehrplanübergreifenden Themen, vor allem der sprachlichen Bildung, der politischen Bildung, der Umweltbildung und der Medienbildung.

Didaktische Grundsätze (9. Schulstufe):

In der Mitte des Religionsunterrichts stehen die Schülerinnen und Schüler, ihr Leben, ihr Glaube.

Für den katholischen Religionsunterricht sind das Prinzip der Korrelation, das die wechselseitige Erschließung von Glauben und Leben meint, und das Prinzip des „Ganzen im Fragment“, das sich der Elementarisierung und dem exemplarischen Lernen verpflichtet weiß, zentral.

Die didaktisch reflektierte Setzung von Schwerpunkten ist besonders in Vorschulklassen, in Sonderschulklassen, bei Schülerinnen und Schülern mit Sonderpädagogischem Förderbedarf in inklusiven Unterrichtssettings, bei einstündig geführten Klassen sowie im schulstufenübergreifenden Unterricht notwendig. Bezugnehmend auf das Kompetenzmodell sind folgende religionsdidaktische Grundsätze hervorzuheben:

– Fokus: Religiöse Sprache und Symbole

Die Alphabetisierung in religiöser Sprache umfasst das Erkennen und Verstehen religiöser Sprachformen und das Erschließen vielfältiger Symbole in ihrer Mehrdimensionalität. Eine individuelle und kreative Ausdrucksfähigkeit wird gefördert.

– Fokus: Philosophieren und Theologisieren

Der Religionsunterricht fördert die Fragekompetenz, initiiert Suchbewegungen im religiös-existenziellen Kontext und schult die Argumentationsfähigkeit. Er verpflichtet nicht auf einen Glauben, vielmehr fördert er die Entscheidungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler in religiösen und ethischen Belangen.

– Fokus: Actio und Contemplatio

Performatives Lernen zielt ab auf das reflektierende Erleben religiöser Vollzüge und ethischen Handelns. Die Erfahrungsbezogenheit des Religionsunterrichts wird in Gebet, Stille und Meditation sowie in gemeinsamen Feiern, Aktionen und Projekten erlebbar.

– Fokus: Beziehung und Resonanz

Im Beziehungsgeschehen zwischen Gott, Mensch und Welt angelegt, umfasst schulische religiöse Bildung eine biografische und narrative Komponente und vollzieht sich besonders im Lernen voneinander, miteinander und übereinander.

Zentrale fachliche Konzepte

Folgende Leitideen, strukturiert in Begriffspaaren, kennzeichnen die zentralen fachlichen Konzepte des katholischen Religionsunterrichts.

Lebensrealitäten und Transzendenz

Christlicher Glaube versteht den Menschen in seiner Biografie und in seinen Lebensbezügen als transzendentes Wesen und erschließt Wege der Sinnfindung durch Transzendenzbezug.

Gottesliebe und Menschenliebe

Das jüdisch-christliche Gottes- und Menschenbild steht für eine lebensbejahende Grundhaltung zu sich selbst, den Mitmenschen und der Welt. Das Beziehungsgeschehen zwischen Gott und Mensch und der Menschen untereinander ist getragen von der bedingungslosen Liebe Gottes. Unabhängig von Fähigkeiten und erbrachten Leistungen ist der Mensch in seiner Würde unantastbar.

Jesus der Christus

Das Christentum orientiert sich am Reden und Handeln Jesu, das die vergebende und heilende Zuwendung Gottes zu den Menschen zeigt. In seiner den Tod überwindenden Auferstehung kann in der Brüchigkeit des Lebens Versöhnung und Erlösung erfahrbar werden.

Freiheit und Offenbarung

Quellen der Offenbarung sind die Bibel und die kirchliche Tradition in ihrer Vielfalt. Auf der darin grundgelegten Freiheit des Menschen basiert die Achtung der Religionsfreiheit jeder Schülerin und jedes Schülers.

Zusage und Verantwortung

Ausgehend vom Verdankt-Sein allen Lebens wissen sich Christinnen und Christen beauftragt und befähigt Verantwortung in der Welt zu übernehmen. Dabei leiten sie Hoffnungsperspektiven, die auf biblischen Zusagen aufbauen.

Kompetenzmodell und Kompetenzbereiche:

Das Kompetenzmodell für den katholischen Religionsunterricht beinhaltet schulstufenübergreifend drei inhaltsbezogene Kompetenzbereiche und fünf handlungsorientierte Kompetenzdimensionen.

Kompetenzbereiche sind inhaltlich geprägte nähere Umschreibungen von Sachgebieten, in denen religiöse Kompetenzen erworben werden. Sie werden durch je zwei Leitkompetenzen konkretisiert, die jeweils im Kompetenzniveau Sonderpädagogischer Förderbedarf (KN-SPF) zusammengefasst werden.

Kompetenzbereich Menschen und ihre Lebensorientierungen

– Leitkompetenz 1 Beziehung verantwortungsvoll gestalten können – zu sich selbst, zu anderen, zur Schöpfung

– Leitkompetenz 2 Sich mit den großen Fragen der Menschen auseinandersetzen können

Kompetenzbereich Gelehrte und gelebte Bezugsreligion

– Leitkompetenz 3 Grundlagen und Leitmotive des christlichen Glaubens kennen und für das eigene Leben deuten können

– Leitkompetenz 4 Kirchliche Grundvollzüge kennen und religiös-spirituelle Ausdrucksformen gestalten können

Kompetenzbereich Religiöse und weltanschauliche Vielfalt in Gesellschaft und Kultur

– Leitkompetenz 5 Medien, Kunst und Kultur im Kontext religiöser Weltwahrnehmung interpretieren, beurteilen und gestalten können

– Leitkompetenz 6 Unterschiedlichen Lebensweisen und Glaubensformen reflexiv begegnen können

Kompetenzdimensionen beschreiben die Handlungsmodi der Aneignung der Kompetenzen und finden sich in den Kompetenzbeschreibungen wieder.

– Wahrnehmen und beschreiben religiös bedeutsamer Phänomene (Perzeption)

– Verstehen und deuten religiös bedeutsamer Sprache und Glaubenszeugnisse (Kognition)

– Gestalten und handeln in religiösen und ethischen Fragen (Performanz)

– Kommunizieren und (be)urteilen von Überzeugungen mit religiösen Argumenten und im Dialog (Interaktion)

– Teilhaben und entscheiden – begründete (Nicht-)Teilhabe an religiöser und gesellschaftlicher Praxis (Partizipation)

Der Lehrplan für katholische Religion umfasst drei Kompetenzbereiche. Jeder dieser Bereiche wird durch zwei Leitkompetenzen konkretisiert. Diesen sind schulstufenspezifische Kompetenzniveaus Sonderpädagogischer Förderbedarf (KN-SPF) zugeordnet, die angeben, welche Kompetenzen von allen Schülerinnen und Schülern erworben werden sollen. In jedem Schuljahr sind alle im Kompetenzmodell genannten Kompetenzdimensionen (Perzeption, Kognition, Performanz, Interaktion, Partizipation) zu berücksichtigen.

Inhaltlich konkretisiert werden die Kompetenzniveaus Sonderpädagogischer Förderbedarf (KN-SPF) durch je einen Unterrichtshinweis. Die angegeben Hochzahlen benennen fächerübergreifende Themen.

9.Klasse:

Kompetenzbereich Menschen und ihre Lebensorientierungen

Leitkompetenz 1 Beziehung verantwortungsvoll gestalten können – zu sich selbst, zu anderen, zur Schöpfung

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können ihre eigenen Stärken wahrnehmen und weiterentwickeln und Verantwortung für sich und andere übernehmen. 3,8

Unterrichtshinweis – Kommentar

– ICH-STÄRKE

Leitkompetenz 2 Sich mit den großen Fragen der Menschen auseinandersetzen können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können Berufswünsche benennen und sich über Zukunftspläne austauschen. 1,2

Unterrichtshinweis – Kommentar

– SINN SUCHEN ORIENTIERUNG FINDEN

Kompetenzbereich Gelehrte und gelebte Bezugsreligion

Leitkompetenz 3 Grundlagen und Leitmotive des christlichen Glaubens kennen und für das eigene Leben deuten können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können die Gaben des Heiligen Geistes in ihrem Leben wahrnehmen und im Blick auf die berufliche Entwicklung entfalten.

Unterrichtshinweis – Kommentar

– BEGABUNGEN

Leitkompetenz 4 Kirchliche Grundvollzüge kennen und religiös-spirituelle Ausdrucksformen gestalten können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können Möglichkeiten christlichen Engagements erkennen und sich für eine begründete (Nicht-) Teilhabe entscheiden. 13

Unterrichtshinweis – Kommentar

– BEGEISTERUNG

Kompetenzbereich Religiöse und weltanschauliche Vielfalt in Gesellschaft und Kultur

Leitkompetenz 5 Medien, Kunst und Kultur im Kontext religiöser Weltwahrnehmung interpretieren, beurteilen und gestalten können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können die Bedeutung von Religion in Kunst, Kultur und Medien wahrnehmen und darüber diskutieren. 6

Unterrichtshinweis – Kommentar

– RELIGION IN KUNST, KULTUR UND MEDIEN

Leitkompetenz 6 Unterschiedlichen Lebensweisen und Glaubensformen reflexiv begegnen können

Kompetenzbeschreibung

Die Schülerinnen und Schüler

– können Verbindendes und Lebensförderliches in den Weltreligionen finden und darüber diskutieren. 5,7

Unterrichtshinweis – Kommentar

– WELTRELIGIONEN

Klassen- bzw. semesterweises In-Kraft-Treten (§ 2 Z 5)

Anlage 6

LEHRPLAN FÜR DEN KATHOLISCHEN RELIGIONSUNTERRICHT AN ZWEIJÄHRIGEN

BERUFSBILDENDEN MITTLEREN SCHULEN

1.

Bildungs- und Lehraufgabe:

Siehe Anlage 5.

2.

Didaktische Grundsätze:

Siehe Anlage 5.

3.

Lehrstoff:

Grundlegende Themenfelder

Siehe Anlage 5.

Ziele und Themen

1.

Klasse:

Der Religionsunterricht soll dazu beitragen, dass die Schülerinnen und Schüler ...

... sich selbst als wertvoll und von Gott angenommen erkennen.

- Würde des Menschen als Geschöpf und Ebenbild Gottes

- Grundbedürfnisse

- Persönlichkeitsentwicklung

- Sinnsuche – Sinn erleben

- Gottes Ja zu jedem Menschen

- Menschwerdung Gottes in Jesus Christus

... sich in ihren sozialen Beziehungen zurecht finden und diese im

Sinne Jesu Christi lebensfördernd gestalten.

- Klasse/Schule/Freundinnen und Freunde

- Familie

- Partnerschaft

- Jugendkulturen

- Begegnung mit anderen Kulturen im Alltag

- Konfliktkultur

... im christlichen Glauben Halt finden.

- Befreiende und erlösende Botschaft Jesu Christi

- Rhythmus des Lebens/Kirchenjahr/Sakramente

- Persönlicher Glaube – Glaubensgeschichten in der Bibel –

Glaube der Kirche

- Kirchliche und soziale Aktivitäten

- Begegnung mit anderen Religionen und Konfessionen im Alltag

... sich als Mitgestalterinnen und Mitgestalter ihrer Zukunft

verstehen.

- Gesellschaft/Politik/Wirtschaft/Kultur

- Verschiedene Lebensentwürfe

- Träume und Visionen

- Leben: Zukunft über den Tod hinaus, christlicher

Auferstehungsglaube

- Beruf/Arbeit

- Umwelt/Nachhaltigkeit

... Erscheinungsformen von Religiosität wahrnehmen, reflektieren und

sich kritisch mit ihnen auseinander setzen.

- Erscheinungsformen von Religiosität in Werbung, Film, Musik,

Sport, Computerspielen, Internet

...

- Religiöse Sondergemeinschaften

- Okkulte Phänomene und Praktiken

- Sehnsucht nach Heil

```

2.

Klasse:

```

Der Religionsunterricht soll dazu beitragen, dass die Schülerinnen

und Schüler ...

... Chancen und Grenzen von Freiheit sehen und zu

verantwortungsvollem Handeln motiviert werden.

- Sehnsucht nach Freiheit

- Freiheit zum Ja und Nein

- Verantwortung für das eigene Leben und das Leben anderer

- Gefahren von Abhängigkeiten – Wege zur Befreiung

- Schuld und Versöhnung, Sakrament der Buße

- Umgang mit Misserfolg und Scheitern

... sich kritisch mit dem Weltgeschehen auseinander setzen und zu

persönlichem Engagement ermutigt werden.

- Menschenrechte

- Grundzüge der christlichen Soziallehre

- Globale Vernetzung/Eine Welt

- Gender-Aspekt, Sexismus

- Rassismus

- Krieg und Frieden

... Hilfe annehmen und geben lernen.

- Nächstenliebe

- Lokale und überregionale Beratungsstellen und

Kriseninterventionszentren

- Hilfsorganisationen, Selbsthilfegruppen, Caritas

- Einübung in die Solidarität nach dem Vorbild Jesu Christi

... Christliche Orientierungshilfen kennen und für ihr Leben nutzen.

- Gewissen

- Bibel: Dekalog, Bergpredigt, ...

- Vorbilder/Leitbilder/Idole/Heiligmäßige Menschen

- Religiöse Erziehung und Bildung

- Lebensideale, Wertvorstellungen

... Kraftquellen des Lebens in christlicher Spiritualität entdecken.

Anlage 6

LEHRPLAN FÜR DEN KATHOLISCHEN RELIGIONSUNTERRICHT AN ZWEIJÄHRIGEN BERUFSBILDENDEN MITTLEREN SCHULEN

Präambel

Der adaptierte Lehrplan benennt Kompetenzen und ordnet diese den Themenbereichen und Einzelthemen zu. Dabei wird gewährleistet, dass die Übersetzung der bisherigen Ziele in Kompetenzen den Inhalten und Intentionen des Lehrplanes 2004 entspricht.

Dem Charakter des Lehrplans als Rahmenlehrplan entspricht, dass die Formulierung von inhaltsbezogenen Teilkompetenzen bzw. die damit verbundene thematische Schwerpunktsetzung (vgl. die im Lehrplan genannten Einzelthemen) Aufgabe der Lehrerinnen und Lehrer ist.

1.

Bildungs- und Lehraufgabe

1.1 Katholischer Religionsunterricht im Rahmen der schulischen Bildung

Im Religionsunterricht verwirklicht die Schule in Form eines eigenen Unterrichtsgegenstandes in besonderer Weise ihre Aufgabe, an der Entwicklung der Anlagen der Jugend nach den sittlichen, religiösen und sozialen Werten mitzuwirken (§ 2 Schulorganisationsgesetz). Der Religionsunterricht versteht sich als Dienst an den Schülerinnen und Schülern und an der Schule.

Der Religionsunterricht ist konfessionell geprägt und gewinnt aus seiner Orientierung an der biblischen Offenbarung und der kirchlichen Tradition seinen Standpunkt.

Er nimmt das unterschiedliche Ausmaß kirchlicher Sozialisation bzw. religiöser Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler durch Differenzierung und Individualisierung ernst und will alle Schülerinnen und Schüler ansprechen, wie unterschiedlich ihre religiösen Einstellungen auch sein mögen.

Im Sinne ganzheitlicher Bildung hat der Religionsunterricht kognitive, affektive und handlungsorientierte Ziele, die, entsprechend dem christlichen Menschenbild, davon ausgehen, dass der Mensch auf Transzendenz ausgerichtet ist. So erhalten die zu behandelnden Grundfragen nach Herkunft, Zukunft und Sinn eine religiöse Dimension.

1.2 Inhalt und Anliegen des Religionsunterrichts

In der Mitte des Religionsunterrichts stehen die Schülerinnen und Schüler, ihr Leben und ihr Glaube. Daher sind Inhalt des Religionsunterrichts sowohl das menschliche Leben als auch der christliche Glaube, wie er sich im Laufe der Geschichte entfaltet hat und in den christlichen Gemeinden gelebt wird. Lebens, Glaubens- und Welterfahrungen der Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer werden dabei aus der Perspektive des christlichen Glaubens reflektiert und gedeutet. Dieser Glaube hat in Jesus Christus seine Mitte.

Zugleich werden junge Menschen ermutigt, ihre persönlichen Glaubensentscheidungen zu treffen und dementsprechend ihr Leben und ihren Glauben zu gestalten. Damit leistet der Religionsunterricht einen wesentlichen Beitrag zur Sinnfindung, zu religiöser Sachkompetenz und zur Werteerziehung. So trägt er auch zur Gestaltung des Schullebens bei.

1.3 Bedeutung des Religionsunterrichts für die Gesellschaft

Der Religionsunterricht zielt darauf ab, dass die Schülerinnen und Schüler besser mit sich selbst und mit der eigenen Religion und Konfession vertraut werden. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft und der Zugehörigkeit zur katholischen Glaubensgemeinschaft soll einen Beitrag zur Bildung von Identität leisten, die eine unvoreingenommene und angstfreie Öffnung gegenüber dem Anderen erleichtert.

Das erfordert eine Beschäftigung mit anderen Kulturen, Religionen, Weltanschauungen und Trends, die heute vielfach konkurrierend unsere pluralistische Welt prägen. Es geht sowohl um eine Befähigung zu Respekt gegenüber Menschen mit unterschiedlichen Überzeugungen als auch gegebenenfalls um die Kompetenz zu sachlich begründetem Einspruch.

Die Thematisierung der gesellschaftlichen Bedeutung von christlichem Glauben soll zum Einsatz für ein menschenwürdiges Leben aller, für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung ermutigen und befähigen. Damit verbunden ist die Einladung an die Schülerinnen und Schüler, sich in Kirche und Gesellschaft, sowie in ihrer Berufs- und Arbeitswelt zu engagieren.

1.4 Stellung des Religionsunterrichts an berufsbildenden mittleren Schulen

Der Religionsunterricht ist Teil des Bildungs- und Erziehungsauftrages der betreffenden Schularten. In den berufsbildenden mittleren Schulen besteht eine große Typenvielfalt mit sehr unterschiedlichen Zielen. Diese Besonderheit ist eine ihrer Stärken. Die Unterschiede im Hinblick auf Ausbildungsdauer, Stundenausmaß, Zielsetzung, Alter der Schülerinnen und Schüler etc. wirken sich auf den Religionsunterricht aus. Er berücksichtigt diese Situation und beachtet die allgemeinen Bestimmungen der Lehrpläne der jeweiligen Schulart.

Religiöse Bildung ist unverzichtbarer Bestandteil der Allgemeinbildung sowie der beruflichen Bildung. Sie fördert insbesondere die Reflexion und Mitgestaltung der beruflichen Lebenswelt.

Die Schülerinnen und Schüler werden in ihrem Fühlen, Denken und Handeln, in ihren Hoffnungen, Freuden und Ängsten ernst genommen und zur selbstständigen Lebensbewältigung ermutigt. Der Religionsunterricht will der Erweiterung des geistigen Horizonts dienen, zur Kritikfähigkeit und Relativierung unberechtigter Absolutheitsansprüche und zu einer empathischen Grundeinstellung hinführen. Dadurch sollen die Schülerinnen und Schüler zu verantwortungsbewusstem Engagement befähigt werden. Der Religionsunterricht übernimmt damit Aufgaben der Persönlichkeitsbildung und fördert soziale Kompetenz.

Durch seine Themenvielfalt ermöglicht der Religionsunterricht die Verbindung zwischen den Unterrichtsgegenständen und ist interessiert an der Zusammenarbeit mit ihnen.

Er bietet Raum für das Gespräch zwischen den am Unterricht Beteiligten und für das Aufgreifen aktueller Situationen im Schulalltag.

Religionslehrerinnen und Religionslehrer können schulpastorale Aufgaben im Rahmen der schulischen und persönlichen Möglichkeiten wahrnehmen.

Religiöse Übungen ermöglichen religiöse Erfahrungen und fördern Gemeinschaft und Solidarität.

2.

Didaktische Grundsätze

Der Lehrplan ist ein Rahmenlehrplan. Dieser ermöglicht den Religionslehrerinnen und Religionslehrern, die einzelnen Lehrplaninhalte den schulspezifischen Zielsetzungen gemäß zu gewichten.

Der Lehrplan weist im Lehrstoff grundlegende Themenfelder, Kompetenzen und dazugehörende Themen auf. Die Kompetenzen sind für die Auswahl und Behandlung der Themen verbindlich. Themenauswahl, Themenanzahl bzw. Intensität der Behandlung hängen von der Anzahl der Wochenstunden, der Schulart und der konkreten Klasse ab.

Auf Grund von aktuellen Ereignissen, schulspezifischen Gegebenheiten, Projekten und Ähnlichem kann von der Klassenzuordnung der Kompetenzen und Themen abgewichen werden. Interessen von Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern sowie regionale Anliegen können durch Ergänzen von Themen berücksichtigt werden.

Neben den gewohnten Formen des Unterrichts kann fächerverbindend, fächerübergreifend und projektorientiert gearbeitet werden. Schulorganisatorische Maßnahmen wie Blockunterricht oder Ähnliches können dies unterstützen. Methodenvielfalt ist anzustreben.

2.1 Allgemeindidaktische Prinzipien

Der Religionsunterricht hat als Unterrichtsgegenstand an einer berufsbildenden mittleren Schule seinen Beitrag zu den Erziehungs- und Bildungsaufgaben der österreichischen Schule zu leisten.

Im Besonderen nimmt er diese Aufgabe wahr, indem er

– die Selbsttätigkeit,

– die Kommunikations- und Teamfähigkeit,

– die Sensibilität für künstlerische und ästhetische Ausdrucksformen sowie

– die Wahrnehmungs-, Erlebnis- und Urteilsfähigkeit

der Schülerinnen und Schüler fördert.

Außerdem verwirklicht er diese Aufgabe, indem im Religionsunterricht

– der Erfahrungsbezug der Schülerinnen und Schüler,

– die Erziehung zu einem geschlechtergerechten Denken und Handeln (Gender-Aspekt),

– die geschichtliche Dimension und der soziale Aspekt der Themen sowie

– die Berufsbezogenheit des Unterrichts

besonders berücksichtigt werden.

2.2 Religionsdidaktische Prinzipien

Darüber hinaus hat der Religionsunterricht spezifische religionsdidaktische Prinzipien unter besonderer Berücksichtigung der Korrelation und der Elementarisierung zu beachten. Er soll

– die Lebens- und Glaubenserfahrung,

– das Leben der Kirche und die Feste des Kirchenjahres,

– die spirituelle Dimension sowie

– den ökumenischen, interreligiösen und interkulturellen Dialog

mit einbeziehen.

Die Schülerinnen und Schüler sollen die Möglichkeit haben,

– ihre Berufserfahrungen zu reflektieren,

– im Umgang mit der Bibel zu lernen und Orientierung für ihr Leben zu finden,

– die besondere Sprache von Bildern und Symbolen kennen zu lernen und

– sich in musisch-kreativen Formen auszudrücken.

3.

Lehrstoff

Grundlegende Themenfelder benennen die gemeinsamen Inhalte des Religionsunterrichts aller Schularten der berufsbildenden mittleren Schule.

Kompetenzen und Themen konkretisieren diese für die jeweilige Schulart.

Grundlegende Themenfelder

Frage nach Gott

Mit ihrer Sehnsucht nach Angenommensein und Geborgenheit begegnen die Schülerinnen und Schüler im Religionsunterricht dem christlichen Angebot des Glaubens an einen liebenden Gott. Dieser ist in Jesus Christus Mensch geworden. Er sandte seinen Geist zur Stärkung und Ermutigung. Grundlagen der christlichen Rede von Gott sind die Bibel und die christliche Tradition.

Mensch sein: personal

Die Schülerinnen und Schüler hinterfragen ihr Leben und suchen nach Orientierung. Die in Jesus Christus grundgelegte Tradition gibt Antworten auf die Frage nach Sinn, auch angesichts von Schuld, Leid und Tod. Der Religionsunterricht bietet Raum, die je eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen und damit umgehen zu lernen.

Mensch sein: sozial

Die Schülerinnen und Schüler leben in Beziehungsnetzen. Durch den Religionsunterricht werden sie ermutigt, aktiv an deren Gestaltung und am Gelingen von Beziehungen nach dem Vorbild Jesu Christi und christlichen Grundprinzipien mitzuwirken.

Leben als Christ/Christin

Persönliches und gesellschaftliches Leben werden geprägt vom kirchlichen Jahreskreis und vom Wochenrhythmus. Die Kirche will vor allem auch durch die Sakramente das Leben der Schülerinnen und Schüler begleiten. Der Religionsunterricht bietet Beiträge zu einer persönlichen Spiritualität und Glaubenspraxis.

Ethische Themen

Gelebtes Christsein der Schülerinnen und Schüler zeigt sich in ihrem verantwortungsvollen Handeln. Dies verlangt eine Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Positionen zu (aktuellen) ethischen Fragen und eine Orientierung an der Hl. Schrift, der Botschaft Jesu Christi und der kirchlichen Lehre.

Arbeit und Beruf

Schülerinnen und Schüler stehen an der Schwelle zur eigenen Berufstätigkeit oder erlebten diese bereits. Die christliche Soziallehre ermutigt dazu, wirtschaftliche Strukturen zu hinterfragen und soziale und ökologische Zusammenhänge zu erkennen. Sie zeigt Wege zum Gestalten einer menschenwürdigen Arbeitswelt.

Kirche als Werk des Geistes Gottes

Schülerinnen und Schüler klären ihre konkreten Erfahrungen mit der Kirche und deren Lebensformen. Informationen über die Kirche und deren historische Entwicklung sind Voraussetzung für Verständnis und persönliches Engagement.

Religionen, Konfessionen und Weltanschauungen

Schülerinnen und Schüler begegnen unterschiedlichen Lebens- und Glaubensformen. Wissen und Verstehen von Gemeinsamkeiten und Unterschieden tragen zu Dialogfähigkeit bei. Gegenseitige Achtung sowie gelebte Ökumene sind Grundlagen für ein friedliches Miteinander.

Kompetenzen und Themen

1.

Klasse (2jg BMS):

Die Schülerinnen und Schüler …

… können den Menschen als wertvoll und von Gott angenommen beschreiben und deuten.

– Würde des Menschen als Geschöpf und Ebenbild Gottes

– Grundbedürfnisse

– Persönlichkeitsentwicklung

– Sinnsuche – Sinn erleben

– Gottes Ja zu jedem Menschen

– Menschwerdung Gottes in Jesus Christus

… können ihr Leben in sozialen Bezügen beschreiben und Perspektiven im Sinne der lebensfördernden Botschaft Jesu Christi entwickeln.

– Klasse/Schule/Freundinnen und Freunde

– Familie

– Partnerschaft

– Jugendkulturen

– Begegnung mit anderen Kulturen im Alltag

– Konfliktkultur

… können sich mit dem christlichen Glauben auseinandersetzen und darlegen, inwiefern in ihm Halt gefunden werden kann.

– Befreiende und erlösende Botschaft Jesu Christi

– Rhythmus des Lebens/Kirchenjahr/Sakramente

– Persönlicher Glaube – Glaubensgeschichten in der Bibel – Glaube der Kirche

– Kirchliche und soziale Aktivitäten

– Begegnung mit anderen Religionen und Konfessionen im Alltag

… können sich als Mitgestalterinnen und Mitgestalter ihrer Zukunft beschreiben und verstehen.

– Gesellschaft/Politik/Wirtschaft/Kultur

– Verschiedene Lebensentwürfe

– Träume und Visionen

– Leben: Zukunft über den Tod hinaus, christlicher Auferstehungsglaube

– Beruf/Arbeit

– Umwelt/Nachhaltigkeit

… können Erscheinungsformen von Religiosität wahrnehmen, reflektieren und kritisch beurteilen.

– Erscheinungsformen von Religiosität in Werbung, Film, Musik, Sport, Computerspielen, Internet ...

– Religiöse Sondergemeinschaften

– Okkulte Phänomene und Praktiken

– Sehnsucht nach Heil

2.

Klasse (2jg BMS):

Die Schülerinnen und Schüler …

… können Chancen und Grenzen von Freiheit sehen und Möglichkeiten verantwortungsvollen Handelns entwickeln.

– Sehnsucht nach Freiheit

– Freiheit zum Ja und Nein

– Verantwortung für das eigene Leben und das Leben anderer

– Gefahren von Abhängigkeiten – Wege zur Befreiung

– Schuld und Versöhnung, Sakrament der Buße

– Umgang mit Misserfolg und Scheitern

… können sich kritisch mit dem Weltgeschehen auseinander setzen und die Bedeutung von persönlichem Engagement herausarbeiten.

– Menschenrechte

– Grundzüge der christlichen Soziallehre

– Globale Vernetzung/Eine Welt

– Genderaspekt, Sexismus

– Rassismus

– Krieg und Frieden

… können den Wert von gegenseitiger Unterstützung und Hilfe erkennen und darlegen.

– Nächstenliebe

– Lokale und überregionale Beratungsstellen und Kriseninterventionszentren

– Hilfsorganisationen, Selbsthilfegruppen, Caritas

– Einübung in die Solidarität nach dem Vorbild Jesu Christi

… kennen christliche Orientierungshilfen und können diese mit ihrem Leben in Beziehung setzen.

– Gewissen

– Bibel: Dekalog, Bergpredigt, …

– Vorbilder/Leitbilder/Idole/Heiligmäßige Menschen

– Religiöse Erziehung und Bildung

– Lebensideale, Wertvorstellungen

… können christliche Spiritualität als Kraftquelle des Lebens erschließen.

– Gebetsformen

– Meditation/Stille

– Symbole und Riten

– Eucharistie

– Gottesdienstgestaltung

Anlage 6

LEHRPLAN FÜR DEN KATHOLISCHEN RELIGIONSUNTERRICHT AN BERUFSBILDENDEN HÖHEREN SCHULEN (AUSGENOMMEN BILDUNGSANSTALTEN UND SONDERFORMEN)

Präambel

Der adaptierte Lehrplan benennt Kompetenzen und ordnet diese den Themenbereichen und Einzelthemen zu. Dabei wird gewährleistet, dass die Übersetzung der bisherigen Ziele in Kompetenzen den Inhalten und Intentionen des Lehrplanes 2003 entspricht. Die Themenbereiche sind vom zweiten bis zum fünften Jahrgang auf Semester aufgeteilt.

Dem Charakter des Lehrplans als Rahmenlehrplan entspricht, dass die Formulierung von inhaltsbezogenen Teilkompetenzen bzw. die damit verbundene thematische Schwerpunktsetzung (vgl. die im Lehrplan genannten Einzelthemen) Aufgabe der Lehrerinnen und Lehrer ist.

1.

Bildungs- und Lehraufgabe

1.1 Katholischer Religionsunterricht im Rahmen der schulischen Bildung

Im Religionsunterricht verwirklicht die Schule in besonderer Weise ihren Auftrag zur Mitwirkung an der religiösen Bildung (§ 2 SchOG) in Form eines eigenen Unterrichtsgegenstandes. Dieser versteht sich als Dienst an den Schülerinnen und Schülern und an der Schule.

Der Religionsunterricht ist konfessionell geprägt und gewinnt aus seiner Orientierung an der biblischen Offenbarung und der kirchlichen Tradition seinen Standpunkt.

Er nimmt das unterschiedliche Ausmaß kirchlicher Sozialisation bzw. religiöser Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler durch Differenzierung und Individualisierung ernst und will alle Schülerinnen und Schüler ansprechen, wie unterschiedlich ihre religiösen Einstellungen auch sein mögen.

Im Sinne ganzheitlicher Bildung hat der Religionsunterricht kognitive, affektive und handlungsorientierte Ziele, die, entsprechend dem christlichen Menschenbild, davon ausgehen, dass der Mensch auf Transzendenz ausgerichtet ist. So erhalten die zu behandelnden Grundfragen nach Herkunft, Zukunft und Sinn eine religiöse Dimension.

1.2 Inhalt und Anliegen des Religionsunterrichts

In der Mitte des Religionsunterrichts stehen die Schülerinnen und Schüler, ihr Leben und ihr Glaube. Daher sind Inhalt des Religionsunterrichts sowohl das menschliche Leben als auch der christliche Glaube, wie er sich im Laufe der Geschichte entfaltet hat und in den christlichen Gemeinden gelebt wird. Lebens, Glaubens- und Welterfahrungen der Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer werden dabei aus der Perspektive des christlichen Glaubens reflektiert und gedeutet. Dieser Glaube hat in Jesus Christus seine Mitte.

Zugleich werden junge Menschen ermutigt, ihre persönlichen Glaubensentscheidungen zu treffen und dementsprechend ihr Leben und ihren Glauben zu gestalten. Damit leistet der Religionsunterricht einen wesentlichen Beitrag zur Sinnfindung, zu religiöser Sachkompetenz und zur Werteerziehung. So trägt er auch zur Gestaltung des Schullebens bei.

1.3 Bedeutung des Religionsunterrichts für die Gesellschaft

Der Religionsunterricht zielt darauf ab, dass die Schülerinnen und Schüler besser mit sich selbst und mit der eigenen Religion und Konfession vertraut werden. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft und der Zugehörigkeit zur katholischen Glaubensgemeinschaft soll einen Beitrag zur Bildung von Identität leisten, die eine unvoreingenommene und angstfreie Öffnung gegenüber dem Anderen erleichtert.

Das erfordert eine ausführliche Beschäftigung mit anderen Kulturen, Religionen, Weltanschauungen und Trends, die heute vielfach konkurrierend unsere pluralistische Welt prägen. Es geht sowohl um eine Befähigung zu Toleranz gegenüber Menschen mit unterschiedlichen Überzeugungen als auch gegebenenfalls um die Kompetenz zu sachlich begründetem Einspruch.

Die Thematisierung der gesellschaftlichen Bedeutung von christlichem Glauben soll zum Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung ermutigen und befähigen. Damit verbunden ist die Einladung an die Schülerinnen und Schüler, sich in Kirche und Gesellschaft, sowie in ihrer Berufs- und Arbeitswelt zu engagieren.

1.4 Stellung des Religionsunterrichts in der BHS

Der Religionsunterricht ist Teil des Bildungs- und Erziehungsauftrages der betreffenden Schulart. Religiöse Bildung ist unverzichtbarer Bestandteil der Allgemeinbildung sowie der beruflichen Bildung.

Im Kontext des integrativen Ansatzes beider Aspekte, wie er das berufsbildende höhere Schulwesen kennzeichnet, versteht sich der Religionsunterricht mit seinen Beiträgen zu Sach-, Selbst- und Sozialkompetenz als wesentlich vernetzender und vertiefender Teil im Bildungsgang der Schülerinnen und Schüler. Damit bietet sich der Religionsunterricht für eine Zusammenarbeit mit anderen Unterrichtsgegenständen an, zB bei Projekten und Projektarbeiten.

Im Bereich der Allgemeinbildung ist es wichtig, unsere Kultur mit ihren jüdisch-christlichen Wurzeln zu verstehen. Religiöse Erfahrungen in Vergangenheit und Gegenwart sollen für die Deutung heutiger Suchbewegungen fruchtbar werden. Dazu soll die Sprache der Religion, welche die Tiefendimension menschlicher Existenz erhellt, eingeübt werden.

Im Bereich der Berufsbildung erfahren die vielfältigen Schlüsselqualifikationen eine religiös-ethische Verankerung bzw. Vertiefung. Es werden individuelle berufsbezogene Werthaltungen gefördert und Aspekte des Gemeinwohls und des menschlichen Maßes systematisch eingebracht. So werden Selbstverständlichkeiten in Wirtschaft und Technik auf ihre Ambivalenzen hin reflektiert.

2.

Didaktische Grundsätze

Der Lehrplan ist ein Rahmenlehrplan. Dieser ermöglicht den Religionslehrerinnen und Religionslehrern, Veränderungen und Neues in Kultur, Gesellschaft, Wirtschaft und Religion zu berücksichtigen sowie die einzelnen Lehrplaninhalte den schulspezifischen Zielsetzungen gemäß zu gewichten.

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