Bekanntmachung der Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur betreffend die Lehrpläne für den katholischen Religionsunterricht an Hauptschulen, an der Unterstufe allgemein bildender höherer Schulen, an berufsbildenden höheren Schulen sowie an Berufsschulen
Seine THEMENBEREICHE (unter dem Jahrgang fett gedruckt) sind verbindliche Unterrichtsinhalte. Die Einzelthemen (unter den Themenbereichen) sind in Hinblick auf die zugeordneten KOMPETENZEN (siehe Punkt 3.) zu verstehen. Aus den EINZELTHEMEN kann ausgewählt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass der Themenbereich so repräsentativ und elementar wie möglich dargestellt wird.
Auf Grund von aktuellen Ereignissen, schulspezifischen Gegebenheiten, Projekten uä. kann von der Jahrgangs- bzw. Semesterzuordnung abgewichen werden.
2.1 Allgemeindidaktische Prinzipien
Diese umfassen ua. die Berücksichtigung bzw. Förderung
– der Selbsttätigkeit
– der geschichtlichen Dimension der Themen
– des Gender-Aspekts
– der Sensibilität für künstlerische und ästhetische Ausdrucksformen
– des Erfahrungsbezugs
– der Wahrnehmungs- und Urteilsfähigkeit
– der Berufsbezogenheit
2.2 Religionsdidaktische Prinzipien
Diese umfassen insbesondere die Berücksichtigung bzw. Förderung
– der Korrelationsdidaktik
– des Verstehens der Bilder- und Symbolsprache
– der Ökumene
– des interreligiösen Dialogs
– der Spiritualität
– der religiösen Entwicklung
– des Lernens an Hand von Lebens- und Glaubensgeschichten
– des biblischen Lernens
– des Lernens durch religiöse Übungen
Kompetenzen
Die Schülerinnen und Schüler
– können in Alltags-, Grund- und Grenzerfahrungen Dimensionen der Sinnfrage wahrnehmen und beschreiben sowie aus der Perspektive der erlösenden Verheißung im Christentum verstehen und deuten (Kompetenz 1)
– können sich selbst differenziert wahrnehmen, ihre Fragen nach Gott zur Sprache bringen und dabei Sakramente als Zeichen der Nähe Gottes verstehen und deuten (Kompetenz 2)
– können ihr Leben in sozialen Bezügen unter dem Anspruch der Selbst-, Nächsten- und Gottesliebe reflektieren und bewerten (Kompetenz 3)
– sind zu ethisch begründetem Urteilen, Argumentieren und Handeln aus christlichem Verständnis fähig (Kompetenz 4)
– können das Humanum als Maß für Wirtschaft, Arbeitswelt und den Einsatz von Technik erkennen und diese Bereiche aus der Kraft eines prophetischen Christentums mitgestalten (Kompetenz 5)
– können den Kosmos als von Gott anvertraut sehen, sich selbst als Geschöpf Gottes verstehen und zu einem nachhaltigen Umgang mit der Schöpfung beitragen (Kompetenz 6)
– können sich mit Gott, der in Jesus Christus Mensch geworden ist, auf Basis der biblischen Offenbarung auseinander setzen (Kompetenz 7)
– können die Wirkungsgeschichte des Christusereignisses in Kirche und Welt sowie seine vielfältige kulturprägende Kraft beschreiben und deuten und unterschiedliche Formen von Spiritualität verstehen und gestalten (Kompetenz 8)
– können die wichtigsten Welt- und Lebensdeutungen der Religionen und Weltanschauungen beschreiben und mit zentralen Deutungen des Christentums respektvoll und kritisch in Beziehung setzen (Kompetenz 9)
Themenbereiche und an Kompetenzen orientierte Einzelthemen
I. Jahrgang
Kompetenzen (Bildungs- und Lehraufgabe)
Die Schülerinnen und Schüler
– können in Alltags-, Grund- und Grenzerfahrungen Dimensionen der Sinnfrage wahrnehmen und beschreiben sowie aus der Perspektive der erlösenden Verheißung im Christentum verstehen und deuten (Kompetenz 1)
– können sich selbst differenziert wahrnehmen, ihre Fragen nach Gott zur Sprache bringen und dabei Sakramente als Zeichen der Nähe Gottes verstehen und deuten (Kompetenz 2)
– können ihr Leben in sozialen Bezügen unter dem Anspruch der Selbst-, Nächsten- und Gottesliebe reflektieren und bewerten (Kompetenz 3)
– sind zu ethisch begründetem Urteilen, Argumentieren und Handeln aus christlichem Verständnis fähig (Kompetenz 4)
– können das Humanum als Maß für Wirtschaft, Arbeitswelt und den Einsatz von Technik erkennen und diese Bereiche aus der Kraft eines prophetischen Christentums mitgestalten (Kompetenz 5)
– können den Kosmos als von Gott anvertraut sehen, sich selbst als Geschöpf Gottes verstehen und zu einem nachhaltigen Umgang mit der Schöpfung beitragen (Kompetenz 6)
– können sich mit Gott, der in Jesus Christus Mensch geworden ist, auf Basis der biblischen Offenbarung auseinander setzen (Kompetenz 7)
– können die Wirkungsgeschichte des Christusereignisses in Kirche und Welt sowie seine vielfältige kulturprägende Kraft beschreiben und deuten und unterschiedliche Formen von Spiritualität verstehen und gestalten (Kompetenz 8)
– können die wichtigsten Welt- und Lebensdeutungen der Religionen und Weltanschauungen beschreiben und mit zentralen Deutungen des Christentums respektvoll und kritisch in Beziehung setzen (Kompetenz 9)
Lehrstoff
RINGEN UM IDENTITÄT
Was mir Halt gibt Kompetenz 2, Kompetenz 6
Lebensbedeutsame Werte Kompetenz 1, Kompetenz 2
Veränderungen an Leib und Psyche Kompetenz 2
Woher komme ich? Wer bin ich? Wohin gehe ich? Kompetenz 1, Kompetenz 2
ALLTAGS-, GRUND- UND GRENZERFAHRUNGEN
Erfolgs-, Gemeinschafts-, Friedens- und Zufriedenheitserfahrungen, ... Kompetenz 1
Lieben und geliebt werden Kompetenz 3
Trennungs-, Verlusterfahrungen, ... Kompetenz 1
Umgang mit Leid und Tod Kompetenz 1
MITEINANDER LEBEN – VERANTWORTUNG ÜBERNEHMEN
Leben in sozialen Bezügen Kompetenz 3
Erfahrungen in der Herkunftsfamilie Kompetenz 3
Verantwortung für mich und die Mitmenschen Kompetenz 2, Kompetenz 4
Koinonia – Gemeinschaft leben Kompetenz 8
Gewalterfahrungen, Konflikte und Konfliktbewältigung Kompetenz 3
PHÄNOMEN RELIGION
Das Leben stellt Fragen Kompetenz 9
Glaube Kompetenz 9
Erscheinungsformen des Religiösen (Heilige Zeichen, Orte, Zeiten, ...) Kompetenz 9
Okkulte Phänomene und Praktiken Kompetenz 9
Natur als religiöses Phänomen Kompetenz 6, Kompetenz 9
GOTT – GOTTESBILDER – GOTTSUCHE
Monotheismus Kompetenz 7, Kompetenz 9
Vielfalt der biblischen Gottesbilder Kompetenz 7
Das Befreiende der Gottesbeziehung Kompetenz 2
Glaubenszeugnisse, Glaubensvorbilder, Glaubensgeschichten Kompetenz 2, Kompetenz 7
Gott und das Leid Kompetenz 2
LEBEN FEIERN – ALLTAG UNTERBRECHEN
Festkultur innerhalb und/oder außerhalb der Kirche Kompetenz 8, Kompetenz 9
Freizeit gestalten Kompetenz 2
Sonntag – Tag des Herrn, Tag des Menschen Kompetenz 8
Kirchenjahr – Liturgie der zentralen Feste Kompetenz 2, Kompetenz 8
Wallfahrten Kompetenz 8
VIELFALT CHRISTLICHER SPIRITUALITÄT
Gebet Kompetenz 8
Hl. Schrift: Erfahrungen und Zugänge Kompetenz 7, Kompetenz 8
Musik und weitere künstlerische Ausdrucksformen Kompetenz 8
Christusdarstellungen Kompetenz 7, Kompetenz 8
Stille Kompetenz 8
Meditation Kompetenz 8
WELT UND SCHÖPFUNG
Staunen über den Kosmos – Furcht und Ehrfurcht Kompetenz 6
Der Mensch als Geschöpf und Mitschöpfer Kompetenz 6
Die Verletzlichkeit der Schöpfung Kompetenz 6
Tiere als Mitgeschöpfe Kompetenz 6
Genussfähigkeit und Suchtverhalten Kompetenz 6
LEBEN NACH DEM TOD
Jenseitsvorstellungen Kompetenz 1, Kompetenz 9
Himmel, Hölle und ihre Bilder Kompetenz 1
II. Jahrgang
Semester
Kompetenzen (Bildungs- und Lehraufgabe)
Die Schülerinnen und Schüler
– können in Alltags-, Grund- und Grenzerfahrungen Dimensionen der Sinnfrage wahrnehmen und beschreiben sowie aus der Perspektive der erlösenden Verheißung im Christentum verstehen und deuten (Kompetenz 1)
– können sich selbst differenziert wahrnehmen, ihre Fragen nach Gott zur Sprache bringen und dabei Sakramente als Zeichen der Nähe Gottes verstehen und deuten (Kompetenz 2)
– können ihr Leben in sozialen Bezügen unter dem Anspruch der Selbst-, Nächsten- und Gottesliebe reflektieren und bewerten (Kompetenz 3)
– sind zu ethisch begründetem Urteilen, Argumentieren und Handeln aus christlichem Verständnis fähig (Kompetenz 4)
– können das Humanum als Maß für Wirtschaft, Arbeitswelt und den Einsatz von Technik erkennen und diese Bereiche aus der Kraft eines prophetischen Christentums mitgestalten (Kompetenz 5)
– können den Kosmos als von Gott anvertraut sehen, sich selbst als Geschöpf Gottes verstehen und zu einem nachhaltigen Umgang mit der Schöpfung beitragen (Kompetenz 6)
– können sich mit Gott, der in Jesus Christus Mensch geworden ist, auf Basis der biblischen Offenbarung auseinander setzen (Kompetenz 7)
– können die Wirkungsgeschichte des Christusereignisses in Kirche und Welt sowie seine vielfältige kulturprägende Kraft beschreiben und deuten und unterschiedliche Formen von Spiritualität verstehen und gestalten (Kompetenz 8)
– können die wichtigsten Welt- und Lebensdeutungen der Religionen und Weltanschauungen beschreiben und mit zentralen Deutungen des Christentums respektvoll und kritisch in Beziehung setzen (Kompetenz 9)
Lehrstoff
LEBENSSITUATION JUGENDLICHER
Trends, Szenen, Jugendkulturen Kompetenz 2
Verwirklichung eigener Vorstellungen – Möglichkeiten und Grenzen Kompetenz 2, Kompetenz 6
Zwischen Konformismus und Nonkonformismus Kompetenz 2, Kompetenz 3
FREIHEIT – BINDUNG – ABHÄNGIGKEIT
Freiheit zum Ja und Nein Kompetenz 2
Freiheit von anderen und durch andere Kompetenz 3
Meine Freiheit, die anderer und die gemeinsame Freiheit Kompetenz 3
Missachtung, Missbrauch und Verlust der Freiheit Kompetenz 2, Kompetenz 3
ZUGÄNGE DES MENSCHEN ZU GOTT
Offenbarung und Wirken Gottes in der Geschichte Kompetenz 7
Das Volk Israel als Empfänger des Ersten Testaments Kompetenz 7, Kompetenz 9
Das Judentum als erste abrahamitische Religion Kompetenz 7, Kompetenz 9
BIBLISCHE BOTSCHAFT – JESUS CHRISTUS
Basiswissen Bibel: Evangelien Kompetenz 7
Jesus der Christus Kompetenz 7, Kompetenz 8
Grundzüge biblischer Ethik (alt- und neutestamentliche Spezifika) Kompetenz 4, Kompetenz 7
Von Jesus zur zweiten abrahamitischen Religion Kompetenz 7, Kompetenz 8
WELT- UND LEBENSDEUTUNGEN IN DEN RELIGIÖSEN SONDERGEMEINSCHAFTEN
Anspruch, Menschenbild, Strukturen, Gefahren Kompetenz 9
Semester
Kompetenzen (Bildungs- und Lehraufgabe)
Die Schülerinnen und Schüler
– können in Alltags-, Grund- und Grenzerfahrungen Dimensionen der Sinnfrage wahrnehmen und beschreiben sowie aus der Perspektive der erlösenden Verheißung im Christentum verstehen und deuten (Kompetenz 1)
– können sich selbst differenziert wahrnehmen, ihre Fragen nach Gott zur Sprache bringen und dabei Sakramente als Zeichen der Nähe Gottes verstehen und deuten (Kompetenz 2)
– können ihr Leben in sozialen Bezügen unter dem Anspruch der Selbst-, Nächsten- und Gottesliebe reflektieren und bewerten (Kompetenz 3)
– sind zu ethisch begründetem Urteilen, Argumentieren und Handeln aus christlichem Verständnis fähig (Kompetenz 4)
– können das Humanum als Maß für Wirtschaft, Arbeitswelt und den Einsatz von Technik erkennen und diese Bereiche aus der Kraft eines prophetischen Christentums mitgestalten (Kompetenz 5)
– können den Kosmos als von Gott anvertraut sehen, sich selbst als Geschöpf Gottes verstehen und zu einem nachhaltigen Umgang mit der Schöpfung beitragen (Kompetenz 6)
– können sich mit Gott, der in Jesus Christus Mensch geworden ist, auf Basis der biblischen Offenbarung auseinander setzen (Kompetenz 7)
– können die Wirkungsgeschichte des Christusereignisses in Kirche und Welt sowie seine vielfältige kulturprägende Kraft beschreiben und deuten und unterschiedliche Formen von Spiritualität verstehen und gestalten (Kompetenz 8)
– können die wichtigsten Welt- und Lebensdeutungen der Religionen und Weltanschauungen beschreiben und mit zentralen Deutungen des Christentums respektvoll und kritisch in Beziehung setzen (Kompetenz 9)
Lehrstoff
SYMBOLE UND RITUALE
Symbole der Lebenssituation Jugendlicher Kompetenz 2
Christliche Symbole in unserer Lebenswelt Kompetenz 8
Verwendung religiöser Symbole in einer säkularisierten Welt (Sport, Werbung, Medien, Technik, Wirtschaft, ...) Kompetenz 8
Rituale und ihre Funktionen Kompetenz 8
Initiationsriten, Sakramente der Initiation: Taufe, Firmung, Eucharistie Kompetenz 2
GELINGENDES LEBEN
Glückserfahrungen, Glücksvorstellungen Kompetenz 2
Be- und Entschleunigung, Leistungsdruck Kompetenz 2
Leben mit Behinderungen Kompetenz 1, Kompetenz 2, Kompetenz 3, Kompetenz 6
Sinnfrage – Sinnverlust – Sinnlosigkeit (Krisen, Suizid) Kompetenz 1
Vorbild Jesu Kompetenz 7
LEBEN IN ENTSCHEIDUNGEN
Werte und Normen vor dem Hintergrund der Freiheit Kompetenz 4
Klärung der Begriffe: gut und böse, Ethik und Moral, Gewissen und Verantwortung Kompetenz 3
VIELFALT VON BEZIEHUNGEN
Wesen, Wert, Chancen, Gefahren, Entwicklungen von Beziehungen Kompetenz 3
Peer group, Freundschaft, Partnerschaft Kompetenz 2
Auf dem Weg zur Intimität (Geschlechtlichkeit) Kompetenz 6
III. Jahrgang
Semester
Kompetenzen (Bildungs- und Lehraufgabe)
Die Schülerinnen und Schüler
– können in Alltags-, Grund- und Grenzerfahrungen Dimensionen der Sinnfrage wahrnehmen und beschreiben sowie aus der Perspektive der erlösenden Verheißung im Christentum verstehen und deuten (Kompetenz 1)
– können sich selbst differenziert wahrnehmen, ihre Fragen nach Gott zur Sprache bringen und dabei Sakramente als Zeichen der Nähe Gottes verstehen und deuten (Kompetenz 2)
– können ihr Leben in sozialen Bezügen unter dem Anspruch der Selbst-, Nächsten- und Gottesliebe reflektieren und bewerten (Kompetenz 3)
– sind zu ethisch begründetem Urteilen, Argumentieren und Handeln aus christlichem Verständnis fähig (Kompetenz 4)
– können das Humanum als Maß für Wirtschaft, Arbeitswelt und den Einsatz von Technik erkennen und diese Bereiche aus der Kraft eines prophetischen Christentums mitgestalten (Kompetenz 5)
– können den Kosmos als von Gott anvertraut sehen, sich selbst als Geschöpf Gottes verstehen und zu einem nachhaltigen Umgang mit der Schöpfung beitragen (Kompetenz 6)
– können sich mit Gott, der in Jesus Christus Mensch geworden ist, auf Basis der biblischen Offenbarung auseinander setzen (Kompetenz 7)
– können die Wirkungsgeschichte des Christusereignisses in Kirche und Welt sowie seine vielfältige kulturprägende Kraft beschreiben und deuten und unterschiedliche Formen von Spiritualität verstehen und gestalten (Kompetenz 8)
– können die wichtigsten Welt- und Lebensdeutungen der Religionen und Weltanschauungen beschreiben und mit zentralen Deutungen des Christentums respektvoll und kritisch in Beziehung setzen (Kompetenz 9)
Lehrstoff
MENSCHENWÜRDE – MENSCHENRECHTE – MENSCHENPFLICHTEN
Historische Entwicklung Kompetenz 4
Biblische Bezüge Kompetenz 4
Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit Kompetenz 4, Kompetenz 9
Universalitätsanspruch Kompetenz 4
Weltethos Kompetenz 4, Kompetenz 9
Menschenrechtsverletzungen – Einsatz für die Menschenrechte Kompetenz 4
ANFANG UND ENDE MENSCHLICHEN LEBENS
Verantwortung für das ungeborene Leben Kompetenz 4, Kompetenz 6
Humangenetik Kompetenz 6
Einstellung zu Krankheit, Alter, Tod Kompetenz 1
Menschenwürdiges Sterben Kompetenz 1
BASISWISSEN BIBEL
Orientierung in der biblischen Bibliothek Kompetenz 7
Eckdaten biblischer Geschichte Kompetenz 7
Literarische Gattungen Kompetenz 7
Neutestamentliche Briefliteratur Kompetenz 7
ANGESPROCHEN VON GOTTES LIEBE
Zuspruchs-Erfahrungen in der Bibel, in der Geschichte und im eigenen Leben Kompetenz 3
Gottes- und Nächstenliebe als Antwort Kompetenz 3, Kompetenz 4
Dekalog Kompetenz 3, Kompetenz 4
Bergpredigt Kompetenz 3, Kompetenz 4, Kompetenz 7
Die Abba-Beziehung Jesu Kompetenz 2, Kompetenz 7
AKTUELLE FRAGEN ANGEWANDTER ETHIK
Sehen – Urteilen – Handeln Kompetenz 4
Ethische Argumentationsweisen (deontologisch, teleologisch, utilitaristisch, ...) Kompetenz 4
Biotechnik, Medien, Datenschutz, ... Kompetenz 6
Semester:
Kompetenzen (Bildungs- und Lehraufgabe)
Die Schülerinnen und Schüler
– können in Alltags-, Grund- und Grenzerfahrungen Dimensionen der Sinnfrage wahrnehmen und beschreiben sowie aus der Perspektive der erlösenden Verheißung im Christentum verstehen und deuten (Kompetenz 1)
– können sich selbst differenziert wahrnehmen, ihre Fragen nach Gott zur Sprache bringen und dabei Sakramente als Zeichen der Nähe Gottes verstehen und deuten (Kompetenz 2)
– können ihr Leben in sozialen Bezügen unter dem Anspruch der Selbst-, Nächsten- und Gottesliebe reflektieren und bewerten (Kompetenz 3)
– sind zu ethisch begründetem Urteilen, Argumentieren und Handeln aus christlichem Verständnis fähig (Kompetenz 4)
– können das Humanum als Maß für Wirtschaft, Arbeitswelt und den Einsatz von Technik erkennen und diese Bereiche aus der Kraft eines prophetischen Christentums mitgestalten (Kompetenz 5)
– können den Kosmos als von Gott anvertraut sehen, sich selbst als Geschöpf Gottes verstehen und zu einem nachhaltigen Umgang mit der Schöpfung beitragen (Kompetenz 6)
– können sich mit Gott, der in Jesus Christus Mensch geworden ist, auf Basis der biblischen Offenbarung auseinander setzen (Kompetenz 7)
– können die Wirkungsgeschichte des Christusereignisses in Kirche und Welt sowie seine vielfältige kulturprägende Kraft beschreiben und deuten und unterschiedliche Formen von Spiritualität verstehen und gestalten (Kompetenz 8)
– können die wichtigsten Welt- und Lebensdeutungen der Religionen und Weltanschauungen beschreiben und mit zentralen Deutungen des Christentums respektvoll und kritisch in Beziehung setzen (Kompetenz 9)
Lehrstoff
UMGANG MIT (KIRCHEN-)GESCHICHTE
Meilensteine der Kirchengeschichte Kompetenz 8
Gegenwart braucht Vergangenheit und Zukunft Kompetenz 8
Zwischen Sünde und Heiligkeit Kompetenz 8
Kirche hat Geschichte – Kirche macht Geschichte Kompetenz 8
GNADENERFAHRUNGEN IN EINER „GNADENLOSEN“ WELT
Sich beschenken lassen können Kompetenz 6
Verzeihung Kompetenz 1
Versöhnung Kompetenz 3
Sakrament der Krankensalbung Kompetenz 1, Kompetenz 2
Auferstehung im Leben Kompetenz 1
Feste Kompetenz 6
ZUGÄNGE DES MENSCHEN ZU GOTT
Islam als dritte abrahamitische Religion Kompetenz 9
TECHNIK UND MACHBARKEIT
Prägung des Bewusstseins und der Gesellschaft durch Technik Kompetenz 5
Souveränität und Abhängigkeit Kompetenz 5
Problemfelder: Informationstechnologie, Gentechnik, ... Kompetenz 5
IV. Jahrgang
Semester:
Kompetenzen (Bildungs- und Lehraufgabe)
Die Schülerinnen und Schüler
– können in Alltags-, Grund- und Grenzerfahrungen Dimensionen der Sinnfrage wahrnehmen und beschreiben sowie aus der Perspektive der erlösenden Verheißung im Christentum verstehen und deuten (Kompetenz 1)
– können sich selbst differenziert wahrnehmen, ihre Fragen nach Gott zur Sprache bringen und dabei Sakramente als Zeichen der Nähe Gottes verstehen und deuten (Kompetenz 2)
– können ihr Leben in sozialen Bezügen unter dem Anspruch der Selbst-, Nächsten- und Gottesliebe reflektieren und bewerten (Kompetenz 3)
– sind zu ethisch begründetem Urteilen, Argumentieren und Handeln aus christlichem Verständnis fähig (Kompetenz 4)
– können das Humanum als Maß für Wirtschaft, Arbeitswelt und den Einsatz von Technik erkennen und diese Bereiche aus der Kraft eines prophetischen Christentums mitgestalten (Kompetenz 5)
– können den Kosmos als von Gott anvertraut sehen, sich selbst als Geschöpf Gottes verstehen und zu einem nachhaltigen Umgang mit der Schöpfung beitragen (Kompetenz 6)
– können sich mit Gott, der in Jesus Christus Mensch geworden ist, auf Basis der biblischen Offenbarung auseinander setzen (Kompetenz 7)
– können die Wirkungsgeschichte des Christusereignisses in Kirche und Welt sowie seine vielfältige kulturprägende Kraft beschreiben und deuten und unterschiedliche Formen von Spiritualität verstehen und gestalten (Kompetenz 8)
– können die wichtigsten Welt- und Lebensdeutungen der Religionen und Weltanschauungen beschreiben und mit zentralen Deutungen des Christentums respektvoll und kritisch in Beziehung setzen (Kompetenz 9)
Lehrstoff
WIRTSCHAFT IM DIENST DES LEBENS
Lebensökonomie versus Geldökonomie – Mensch als Mittel und/oder Zweck der Wirtschaft Kompetenz 9
Wirtschaftsmodelle, Globalisierung und (alternative) Wirtschaftsformen Kompetenz 9
Konsum/Konsumismus Kompetenz 9
Rolle des Geldes (Tauschmittel, Fetisch, Mammon, ...) Kompetenz 9
Kirche als Wirtschaftsfaktor und/oder Kommerzialisierung von Religion Kompetenz 5
GRUNDPRINZIPIEN DER SOZIALETHIK
Unterschied zwischen Individual- und Sozialethik Kompetenz 5
Personprinzip versus Kapitalismus Kompetenz 5
Solidaritäts- und Gemeinwohlprinzip versus Liberalismus Kompetenz 5
Subsidiaritätsprinzip versus Zentralismus Kompetenz 5
SOZIALE GERECHTIGKEIT
Gerechtigkeitsaspekte (ausgleichend, zuteilend, Tausch-, Beteiligungs-, Verfahrensgerechtigkeit) Kompetenz 5
Institutionen und Gruppierungen im Einsatz für Gerechtigkeit Kompetenz 5
Armuts- und Reichtumsvermehrung Kompetenz 5
Katholische Soziallehre Kompetenz 5, Kompetenz 8
Option für die Armen Kompetenz 5
KULTUR ALS SCHÖPFERISCHE LEBENSÄUSSERUNG
Kunst und Religion Kompetenz 8
Lebensförderliche und lebenshinderliche Weltgestaltung Kompetenz 6
Kulturprägende Wirkungen des Christusereignisses Kompetenz 8
Jesus in verschiedenen Kunstgattungen Kompetenz 8
PROPHETISCHES REDEN – PROPHETISCHE ZEICHEN – PROPHETISCHES HANDELN
Zivilcourage in Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Kirche Kompetenz 7
Basiswissen Bibel: Prophetenbücher Kompetenz 7
Aktualität biblischer Sozialkritik, kirchliche Selbstanwendung Kompetenz 7
Religiös motivierter Widerstand Kompetenz 7
Semester
Kompetenzen (Bildungs- und Lehraufgabe)
Die Schülerinnen und Schüler
– können in Alltags-, Grund- und Grenzerfahrungen Dimensionen der Sinnfrage wahrnehmen und beschreiben sowie aus der Perspektive der erlösenden Verheißung im Christentum verstehen und deuten (Kompetenz 1)
– können sich selbst differenziert wahrnehmen, ihre Fragen nach Gott zur Sprache bringen und dabei Sakramente als Zeichen der Nähe Gottes verstehen und deuten (Kompetenz 2)
– können ihr Leben in sozialen Bezügen unter dem Anspruch der Selbst-, Nächsten- und Gottesliebe reflektieren und bewerten (Kompetenz 3)
– sind zu ethisch begründetem Urteilen, Argumentieren und Handeln aus christlichem Verständnis fähig (Kompetenz 4)
– können das Humanum als Maß für Wirtschaft, Arbeitswelt und den Einsatz von Technik erkennen und diese Bereiche aus der Kraft eines prophetischen Christentums mitgestalten (Kompetenz 5)
– können den Kosmos als von Gott anvertraut sehen, sich selbst als Geschöpf Gottes verstehen und zu einem nachhaltigen Umgang mit der Schöpfung beitragen (Kompetenz 6)
– können sich mit Gott, der in Jesus Christus Mensch geworden ist, auf Basis der biblischen Offenbarung auseinander setzen (Kompetenz 7)
– können die Wirkungsgeschichte des Christusereignisses in Kirche und Welt sowie seine vielfältige kulturprägende Kraft beschreiben und deuten und unterschiedliche Formen von Spiritualität verstehen und gestalten (Kompetenz 8)
– können die wichtigsten Welt- und Lebensdeutungen der Religionen und Weltanschauungen beschreiben und mit zentralen Deutungen des Christentums respektvoll und kritisch in Beziehung setzen (Kompetenz 9)
Lehrstoff
SHALOM GOTTES
Impulse für den Frieden – Beiträge der Religionen Kompetenz 3, Kompetenz 9
Konstruktive und destruktive Formen der Aggression Kompetenz 3
Der/die/das Fremde Kompetenz 3
Gewalt und Krieg Kompetenz 3
Friede und Friedenserziehung Kompetenz 3
ALS MANN UND FRAU GESCHAFFEN
Frau sein, Mann sein Kompetenz 2, Kompetenz 6
Zueinander, Miteinander, Gegeneinander (Frauenfeindlichkeit, Marginalisierung, Diskriminierung) Kompetenz 6, Kompetenz 8
Sexualität, Vielfalt sexueller Orientierungen Kompetenz 2, Kompetenz 6
Ehe und Familie (pro und contra, einst und heute, Sakrament, Eherecht, verantwortete Elternschaft) Kompetenz 2, Kompetenz 3
ERFAHRUNGEN UND UMGANG MIT SCHEITERN, SCHULD UND DEM BÖSEN
Erfahrungen des Scheiterns, des Schuldigwerdens, der Sünde Kompetenz 1
Formen und Fehlformen des Umgangs mit Scheitern und Schuld Kompetenz 1
Das Phänomen des Bösen Kompetenz 2, Kompetenz 9
Verheißene Erlösung im Glauben, Sakrament der Versöhnung Kompetenz 1, Kompetenz 2
LEBENSFORMEN UND GOTTSUCHE
Glaubenszeugnisse, Glaubensvorbilder, Glaubensgeschichten Kompetenz 2
Reich Gottes (Barmherzigkeit, Vergebung und Versöhnung als Zeichen des Gottesreiches) Kompetenz 2, Kompetenz 4
Radikale Lebens- und Gottsuche Kompetenz 2
Geschäft mit existenziellen Sehnsüchten Kompetenz 8
V. Jahrgang
Semester
Kompetenzen (Bildungs- und Lehraufgabe)
Die Schülerinnen und Schüler
– können in Alltags-, Grund- und Grenzerfahrungen Dimensionen der Sinnfrage wahrnehmen und beschreiben sowie aus der Perspektive der erlösenden Verheißung im Christentum verstehen und deuten (Kompetenz 1)
– können sich selbst differenziert wahrnehmen, ihre Fragen nach Gott zur Sprache bringen und dabei Sakramente als Zeichen der Nähe Gottes verstehen und deuten (Kompetenz 2)
– können ihr Leben in sozialen Bezügen unter dem Anspruch der Selbst-, Nächsten- und Gottesliebe reflektieren und bewerten (Kompetenz 3)
– sind zu ethisch begründetem Urteilen, Argumentieren und Handeln aus christlichem Verständnis fähig (Kompetenz 4)
– können das Humanum als Maß für Wirtschaft, Arbeitswelt und den Einsatz von Technik erkennen und diese Bereiche aus der Kraft eines prophetischen Christentums mitgestalten (Kompetenz 5)
– können den Kosmos als von Gott anvertraut sehen, sich selbst als Geschöpf Gottes verstehen und zu einem nachhaltigen Umgang mit der Schöpfung beitragen (Kompetenz 6)
– können sich mit Gott, der in Jesus Christus Mensch geworden ist, auf Basis der biblischen Offenbarung auseinander setzen (Kompetenz 7)
– können die Wirkungsgeschichte des Christusereignisses in Kirche und Welt sowie seine vielfältige kulturprägende Kraft beschreiben und deuten und unterschiedliche Formen von Spiritualität verstehen und gestalten (Kompetenz 8)
– können die wichtigsten Welt- und Lebensdeutungen der Religionen und Weltanschauungen beschreiben und mit zentralen Deutungen des Christentums respektvoll und kritisch in Beziehung setzen (Kompetenz 9)
Lehrstoff
ENTWICKLUNG UND ENTFALTUNG DER PERSÖNLICHKEIT
Selbstannahme, Selbstverwirklichung und Beziehungsfähigkeit Kompetenz 2, Kompetenz 3
Herz – Über-Ich – Gewissen: Normen, Bildung, Konflikte Kompetenz 4
Stufen des religiösen Urteils Kompetenz 4
Religiöse Erziehung – Kindertaufe Kompetenz 2, Kompetenz 3
Werden und Wandel des persönlichen Gottesbildes Kompetenz 2
Das Befreiende der Gottesbeziehung Kompetenz 1, Kompetenz 2
WELT- UND LEBENSDEUTUNGEN
Biblische Schöpfungstexte und außerbiblische Ursprungsmythen Kompetenz 6, Kompetenz 9
Adamah – adam, als Frau und Mann Ebenbild Gottes Kompetenz 6
Naturwissenschaft und Schöpfungsglaube Kompetenz 6
Weltanschauungen und Ideologien Kompetenz 9
Ethische Systeme und Entwürfe Kompetenz 4, Kompetenz 9
RELIGION – RELIGIONEN
Hinduismus, Buddhismus, Konfuzianismus, Daoismus, ... Kompetenz 9
Religionen im Dialog Kompetenz 9
Erscheinungsformen des Atheismus Kompetenz 9
Religionskritik Kompetenz 9
RELIGION – STAAT – GESELLSCHAFT
Politische Dimensionen von Religion Kompetenz 5, Kompetenz 9
Verhältnis von Religion und Staat in verschiedenen Religionen Kompetenz 9
Christentum und Politik – Grundsätzliche Modelle Kompetenz 5, Kompetenz 9
Privatisierung von Religion versus prophetische Religion Kompetenz 5, Kompetenz 9
KIRCHE
Erfahrungen mit Kirche Kompetenz 5, Kompetenz 8
Vielfalt an Kirchenbildern Kompetenz 5, Kompetenz 8
Christliche Kirchen – Ökumene Kompetenz 8
Weltkirche und Pluralismus Kompetenz 8
Ecclesia semper reformanda – Heiliger Geist als Lebensprinzip Kompetenz 2, Kompetenz 8
Martyria, Diakonia, Leiturgia – bekennen, dienen, feiern Kompetenz 8
Semester
Kompetenzen (Bildungs- und Lehraufgabe)
Die Schülerinnen und Schüler
– können in Alltags-, Grund- und Grenzerfahrungen Dimensionen der Sinnfrage wahrnehmen und beschreiben sowie aus der Perspektive der erlösenden Verheißung im Christentum verstehen und deuten (Kompetenz 1)
– können sich selbst differenziert wahrnehmen, ihre Fragen nach Gott zur Sprache bringen und dabei Sakramente als Zeichen der Nähe Gottes verstehen und deuten (Kompetenz 2)
– können ihr Leben in sozialen Bezügen unter dem Anspruch der Selbst-, Nächsten- und Gottesliebe reflektieren und bewerten (Kompetenz 3)
– sind zu ethisch begründetem Urteilen, Argumentieren und Handeln aus christlichem Verständnis fähig (Kompetenz 4)
– können das Humanum als Maß für Wirtschaft, Arbeitswelt und den Einsatz von Technik erkennen und diese Bereiche aus der Kraft eines prophetischen Christentums mitgestalten (Kompetenz 5)
– können den Kosmos als von Gott anvertraut sehen, sich selbst als Geschöpf Gottes verstehen und zu einem nachhaltigen Umgang mit der Schöpfung beitragen (Kompetenz 6)
– können sich mit Gott, der in Jesus Christus Mensch geworden ist, auf Basis der biblischen Offenbarung auseinander setzen (Kompetenz 7)
– können die Wirkungsgeschichte des Christusereignisses in Kirche und Welt sowie seine vielfältige kulturprägende Kraft beschreiben und deuten und unterschiedliche Formen von Spiritualität verstehen und gestalten (Kompetenz 8)
– können die wichtigsten Welt- und Lebensdeutungen der Religionen und Weltanschauungen beschreiben und mit zentralen Deutungen des Christentums respektvoll und kritisch in Beziehung setzen (Kompetenz 9)
Lehrstoff
FRAU – MACHT – KIRCHE
Biblische Texte und ihre Rezeptionsgeschichte Kompetenz 7
Feminismus, feministische Theologie Kompetenz 8
Kirchliche Ämter für Männer und Frauen, Weihesakrament Kompetenz 2, Kompetenz 8
Maria und Formen der Marienverehrung Kompetenz 7, Kompetenz 8
ARBEIT UND BERUF
Sinn menschlicher Arbeit Kompetenz 1, Kompetenz 5, Kompetenz 6
Beruf und Berufung Kompetenz 5
Arbeitslosigkeit Kompetenz 1, Kompetenz 5
Berufsethik Kompetenz 5
GOTTES GEGENWART IM LEBEN
Verständnisebenen der Wirklichkeit (Mythos, Wahrheit, Symbole, Realität – Virtualität) Kompetenz 2
Wirkungsgeschichte der Bibel Kompetenz 7
Sakramente Kompetenz 2
Theodizee Kompetenz 1, Kompetenz 9
Tod und Auferstehung Kompetenz 1
Persönliches Gebet, Meditation und Psalmen Kompetenz 1, Kompetenz 6, Kompetenz 7, Kompetenz 8
Klassen- bzw. semesterweises In-Kraft-Treten (§ 2 Z 5)
Anlage 7
LEHRPLAN FÜR DEN KATHOLISCHEN RELIGIONSUNTERRICHT AN DREIJÄHRIGEN
BERUFSBILDENDEN MITTLEREN SCHULEN
```
Bildungs- und Lehraufgabe:
```
Siehe Anlage 5.
```
Didaktische Grundsätze:
```
Siehe Anlage 5.
```
Lehrstoff:
```
Grundlegende Themenfelder
Siehe Anlage 5.
Ziele und Themen
```
Klasse:
```
Der Religionsunterricht soll dazu beitragen, dass die Schülerinnen
und Schüler ...
... sich als wertvoll erfahren und lernen, ihr Leben positiv zu
gestalten.
- Veränderungen im Leben: Entwicklung, Krise/Chance
- Identität
- Würde des Menschen als Geschöpf und Ebenbild Gottes
- Verantwortung für das eigene Leben
... ihre Sozialität entfalten, indem sie ihren Mitmenschen im Sinne
Jesu Christi begegnen.
- Person und Rollen
- Vorurteile, Feindbilder, Rassismus
- Konfliktkultur
- Begegnung in Familie, Schule, Clique, ...
- Nächstenliebe
... sich mit der Frage nach Gott auseinander setzen.
- Vertrauen/glauben
- Gottesvorstellungen/Gottesbilder
- Gotteserfahrung und Glaubensgeschichten
- Das Befreiende der Gottesbeziehung
... anhand von Festen über religiöse Ausdrucksweisen Bescheid wissen.
- Feste, Feiern, Bräuche
- Feste der Religionen
- Rituale und Symbole
- Lebensbegleitende Feste/Sakramente/Eucharistie
- Kirchenjahr
... Erscheinungsformen von Religiosität wahrnehmen, reflektieren und
sich kritisch mit ihnen auseinander setzen.
- Erscheinungsformen von Religiosität in Werbung, Film, Musik,
Sport, Computerspielen, Internet
...
- Religiöse Sondergemeinschaften
- Okkulte Phänomene und Praktiken
- Sehnsucht nach Heil
```
Klasse:
```
Der Religionsunterricht soll dazu beitragen, dass die Schülerinnen
und Schüler ...
... Verantwortung für ihre Mit- und Umwelt wahrnehmen und sich für
die Bewahrung der Schöpfung einsetzen.
- Schöpfungserzählungen
- Umweltschutz/Nachhaltigkeit
- Sanfter Tourismus
- Verantwortlicher Umgang mit dem, was allen oder anderen gehört
- Genussfähigkeit und Suchtverhalten
- Ehrfurcht vor dem Leben
... in den vielfältigen Erfahrungen des Lebens Sinn und Heil suchen
und finden können.
- Lieben und geliebt werden
- Verlusterfahrungen/Tod – biblische Verheißungen
- Christlicher Auferstehungsglaube, Jenseitsvorstellungen
- Visionen, Träume, christliche Hoffnung
- Hilfe durch Beratung und Krisenintervention
... Chancen und Grenzen von Freiheit sehen und zu
verantwortungsvollem Handeln motiviert werden.
- Sehnsucht nach Freiheit
- Freiheit zum Ja und Nein
- Verantwortung für sich und andere
- Gefahren von Abhängigkeiten – Wege zur Befreiung
- Schuld und Versöhnung, Sakrament der Buße
- Umgang mit Misserfolg und Scheitern
... die Wurzeln des christlichen Glaubens kennen lernen und sich
damit auseinander setzen.
- Bibel, das Buch der Bücher
- Heilsgeschichte Gottes mit den Menschen
- Jesus – der Christus
- Kulturprägende Kraft des Christentums
- Christliche Ethik
... die Würde des Menschen erkennen und sich in der Gesellschaft
dafür einsetzen.
- Menschenwürde, christliches Menschenbild, Menschenrechte
- Wert und Schutz des Lebens
- Zusammenleben mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen
- Umgang mit Leiblichkeit und Sexualität
- Verantwortlicher Umgang mit Fruchtbarkeit und Unfruchtbarkeit
- Entwürdigung/Wertschätzung durch Sprache
```
Klasse:
```
Der Religionsunterricht soll dazu beitragen, dass die Schülerinnen
und Schüler ...
... erkennen, dass der Friede ein Geschenk Gottes ist und sich für
Frieden und Gewaltlosigkeit einsetzen.
- Krieg und Frieden
- Friedensstifter/innen
- Wehrdienst/Zivildienst
- Aggression und Konfliktlösung
- Friedenserziehung, Gewaltlosigkeit
- Reich Gottes, Bergpredigt, Schalom
... die eigenen Kirchenerfahrungen reflektieren und sich mit der
Stellung der Kirche in der Gesellschaft auseinander setzen.
- Sakramentalität der Kirche
- Entstehung und Struktur der Kirche
- Ämter und Aufgaben, Mitarbeit in der Kirche
- Sakrament der Weihe
- Finanzierung der Kirche
- Christliche Kirchen, Ökumene
... sich als Mitgestalterinnen und Mitgestalter ihrer Berufswelt
verstehen und sich für Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit in der
Wirtschaft engagieren.
- Berufliche Zukunft, Beruf/Berufung
- Wert des Sonntags und der Feiertage, Freizeitkultur
- Wirtschaftsethik
- Verantwortung und Solidarität
- Christliche Soziallehre
- Weltweite Gerechtigkeit, Globalisierung, Konsumverhalten
... ihr Leben in den sozialen Beziehungen lebensfördernd gestalten.
- Partnerschaft, Ehe, Familie
- Sakrament der Ehe, Feier der kirchlichen Trauung
- Werden und Wandel der Persönlichkeit, Erziehung
- Zusammenleben der Generationen, Generationenvertrag
- Vereine, Pfarre, Gemeinde, Parteien etc.
... Menschen anderer Religionen und Kulturen respektvoll und im Geist der Toleranz begegnen.
- Kulturen und Religionen im Vergleich
- Als Christin und Christ im Dialog mit anderen Religionen
- Zusammenleben im Alltag
- Gemeinsame Anliegen und Aufgaben
Anlage 7
LEHRPLAN FÜR DEN Katholischen Religionsunterricht an DREIJÄHRIGEN BERUFSBILDENDEN MITTLEREN SCHULEN
Präambel
Der adaptierte Lehrplan benennt Kompetenzen und ordnet diese den Themenbereichen und Einzelthemen zu. Dabei wird gewährleistet, dass die Übersetzung der bisherigen Ziele in Kompetenzen den Inhalten und Intentionen des Lehrplanes 2004 entspricht. Die Themenbereiche sind ab der 2. Klasse auf Semester aufgeteilt.
Dem Charakter des Lehrplans als Rahmenlehrplan entspricht, dass die Formulierung von inhaltsbezogenen Teilkompetenzen bzw. die damit verbundene thematische Schwerpunktsetzung (vgl. die im Lehrplan genannten Einzelthemen) Aufgabe der Lehrerinnen und Lehrer ist.
Bildungs- und Lehraufgabe
1.1 Katholischer Religionsunterricht im Rahmen der schulischen Bildung
Im Religionsunterricht verwirklicht die Schule in Form eines eigenen Unterrichtsgegenstandes in besonderer Weise ihre Aufgabe, an der Entwicklung der Anlagen der Jugend nach den sittlichen, religiösen und sozialen Werten mitzuwirken (§ 2 Schulorganisationsgesetz). Der Religionsunterricht versteht sich als Dienst an den Schülerinnen und Schülern und an der Schule.
Der Religionsunterricht ist konfessionell geprägt und gewinnt aus seiner Orientierung an der biblischen Offenbarung und der kirchlichen Tradition seinen Standpunkt.
Er nimmt das unterschiedliche Ausmaß kirchlicher Sozialisation bzw. religiöser Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler durch Differenzierung und Individualisierung ernst und will alle Schülerinnen und Schüler ansprechen, wie unterschiedlich ihre religiösen Einstellungen auch sein mögen.
Im Sinne ganzheitlicher Bildung hat der Religionsunterricht kognitive, affektive und handlungsorientierte Ziele, die, entsprechend dem christlichen Menschenbild, davon ausgehen, dass der Mensch auf Transzendenz ausgerichtet ist. So erhalten die zu behandelnden Grundfragen nach Herkunft, Zukunft und Sinn eine religiöse Dimension.
1.2 Inhalt und Anliegen des Religionsunterrichts
In der Mitte des Religionsunterrichts stehen die Schülerinnen und Schüler, ihr Leben und ihr Glaube. Daher sind Inhalt des Religionsunterrichts sowohl das menschliche Leben als auch der christliche Glaube, wie er sich im Laufe der Geschichte entfaltet hat und in den christlichen Gemeinden gelebt wird. Lebens-, Glaubens- und Welterfahrungen der Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer werden dabei aus der Perspektive des christlichen Glaubens reflektiert und gedeutet. Dieser Glaube hat in Jesus Christus seine Mitte.
Zugleich werden junge Menschen ermutigt, ihre persönlichen Glaubensentscheidungen zu treffen und dementsprechend ihr Leben und ihren Glauben zu gestalten. Damit leistet der Religionsunterricht einen wesentlichen Beitrag zur Sinnfindung, zu religiöser Sachkompetenz und zur Werteerziehung. So trägt er auch zur Gestaltung des Schullebens bei.
1.3 Bedeutung des Religionsunterrichts für die Gesellschaft
Der Religionsunterricht zielt darauf ab, dass die Schülerinnen und Schüler besser mit sich selbst und mit der eigenen Religion und Konfession vertraut werden. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft und der Zugehörigkeit zur katholischen Glaubensgemeinschaft soll einen Beitrag zur Bildung von Identität leisten, die eine unvoreingenommene und angstfreie Öffnung gegenüber dem Anderen erleichtert.
Das erfordert eine Beschäftigung mit anderen Kulturen, Religionen, Weltanschauungen und Trends, die heute vielfach konkurrierend unsere pluralistische Welt prägen. Es geht sowohl um eine Befähigung zu Respekt gegenüber Menschen mit unterschiedlichen Überzeugungen als auch gegebenenfalls um die Kompetenz zu sachlich begründetem Einspruch.
Die Thematisierung der gesellschaftlichen Bedeutung von christlichem Glauben soll zum Einsatz für ein menschenwürdiges Leben aller, für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung ermutigen und befähigen. Damit verbunden ist die Einladung an die Schülerinnen und Schüler, sich in Kirche und Gesellschaft, sowie in ihrer Berufs- und Arbeitswelt zu engagieren.
1.4 Stellung des Religionsunterrichts an berufsbildenden mittleren Schulen
Der Religionsunterricht ist Teil des Bildungs- und Erziehungsauftrages der betreffenden Schularten. In den berufsbildenden mittleren Schulen besteht eine große Typenvielfalt mit sehr unterschiedlichen Zielen. Diese Besonderheit ist eine ihrer Stärken. Die Unterschiede im Hinblick auf Ausbildungsdauer, Stundenausmaß, Zielsetzung, Alter der Schülerinnen und Schüler etc. wirken sich auf den Religionsunterricht aus. Er berücksichtigt diese Situation und beachtet die allgemeinen Bestimmungen der Lehrpläne der jeweiligen Schulart.
Religiöse Bildung ist unverzichtbarer Bestandteil der Allgemeinbildung sowie der beruflichen Bildung. Sie fördert insbesondere die Reflexion und Mitgestaltung der beruflichen Lebenswelt.
Die Schülerinnen und Schüler werden in ihrem Fühlen, Denken und Handeln, in ihren Hoffnungen, Freuden und Ängsten ernst genommen und zur selbstständigen Lebensbewältigung ermutigt. Der Religionsunterricht will der Erweiterung des geistigen Horizonts dienen, zur Kritikfähigkeit und Relativierung unberechtigter Absolutheitsansprüche und zu einer empathischen Grundeinstellung hinführen. Dadurch sollen die Schülerinnen und Schüler zu verantwortungsbewusstem Engagement befähigt werden. Der Religionsunterricht übernimmt damit Aufgaben der Persönlichkeitsbildung und fördert soziale Kompetenz.
Durch seine Themenvielfalt ermöglicht der Religionsunterricht die Verbindung zwischen den Unterrichtsgegenständen und ist interessiert an der Zusammenarbeit mit ihnen.
Er bietet Raum für das Gespräch zwischen den am Unterricht Beteiligten und für das Aufgreifen aktueller Situationen im Schulalltag.
Religionslehrerinnen und Religionslehrer können schulpastorale Aufgaben im Rahmen der schulischen und persönlichen Möglichkeiten wahrnehmen.
Religiöse Übungen ermöglichen religiöse Erfahrungen und fördern Gemeinschaft und Solidarität.
Didaktische Grundsätze
Der Lehrplan ist ein Rahmenlehrplan. Dieser ermöglicht den Religionslehrerinnen und Religionslehrern, die einzelnen Lehrplaninhalte den schulspezifischen Zielsetzungen gemäß zu gewichten.
Der Lehrplan weist im Lehrstoff grundlegende Themenfelder, Kompetenzen und dazugehörende Themen auf. Die Kompetenzen sind für die Auswahl und Behandlung der Themen verbindlich. Themenauswahl, Themenanzahl bzw. Intensität der Behandlung hängen von der Anzahl der Wochenstunden, der Schulart und der konkreten Klasse ab.
Auf Grund von aktuellen Ereignissen, schulspezifischen Gegebenheiten, Projekten und Ähnlichem kann von der Semesterzuordnung der Kompetenzen und Themen abgewichen werden. Interessen von Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern sowie regionale Anliegen können durch Ergänzen von Themen berücksichtigt werden.
Neben den gewohnten Formen des Unterrichts kann fächerverbindend, fächerübergreifend und projektorientiert gearbeitet werden. Schulorganisatorische Maßnahmen wie Blockunterricht oder Ähnliches können dies unterstützen. Methodenvielfalt ist anzustreben.
2.1 Allgemeindidaktische Prinzipien
Der Religionsunterricht hat als Unterrichtsgegenstand an einer berufsbildenden mittleren Schule seinen Beitrag zu den Erziehungs- und Bildungsaufgaben der österreichischen Schule zu leisten.
Im Besonderen nimmt er diese Aufgabe wahr, indem er
– die Selbsttätigkeit,
– die Kommunikations- und Teamfähigkeit,
– die Sensibilität für künstlerische und ästhetische Ausdrucksformen sowie
– die Wahrnehmungs-, Erlebnis- und Urteilsfähigkeit
der Schülerinnen und Schüler fördert.
Außerdem verwirklicht er diese Aufgabe, indem im Religionsunterricht
– der Erfahrungsbezug der Schülerinnen und Schüler,
– die Erziehung zu einem geschlechtergerechten Denken und Handeln (Gender-Aspekt),
– die geschichtliche Dimension und der soziale Aspekt der Themen sowie
– die Berufsbezogenheit des Unterrichts
besonders berücksichtigt werden.
2.2 Religionsdidaktische Prinzipien
Darüber hinaus hat der Religionsunterricht spezifische religionsdidaktische Prinzipien unter besonderer Berücksichtigung der Korrelation und der Elementarisierung zu beachten. Er soll
– die Lebens- und Glaubenserfahrung,
– das Leben der Kirche und die Feste des Kirchenjahres,
– die spirituelle Dimension sowie
– den ökumenischen, interreligiösen und interkulturellen Dialog
mit einbeziehen.
Die Schülerinnen und Schüler sollen die Möglichkeit haben,
– ihre Berufserfahrungen zu reflektieren,
– im Umgang mit der Bibel zu lernen und Orientierung für ihr Leben zu finden,
– die besondere Sprache von Bildern und Symbolen kennen zu lernen und
– sich in musisch-kreativen Formen auszudrücken.
Lehrstoff
Grundlegende Themenfelder benennen die gemeinsamen Inhalte des Religionsunterrichts aller Schularten der berufsbildenden mittleren Schule.
Kompetenzen und Themen konkretisieren diese für die jeweilige Schulart.
Grundlegende Themenfelder
Frage nach Gott
Mit ihrer Sehnsucht nach Angenommensein und Geborgenheit begegnen die Schülerinnen und Schüler im Religionsunterricht dem christlichen Angebot des Glaubens an einen liebenden Gott. Dieser ist in Jesus Christus Mensch geworden. Er sandte seinen Geist zur Stärkung und Ermutigung. Grundlagen der christlichen Rede von Gott sind die Bibel und die christliche Tradition.
Mensch sein: personal
Die Schülerinnen und Schüler hinterfragen ihr Leben und suchen nach Orientierung. Die in Jesus Christus grundgelegte Tradition gibt Antworten auf die Frage nach Sinn, auch angesichts von Schuld, Leid und Tod. Der Religionsunterricht bietet Raum, die je eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen und damit umgehen zu lernen.
Mensch sein: sozial
Die Schülerinnen und Schüler leben in Beziehungsnetzen. Durch den Religionsunterricht werden sie ermutigt, aktiv an deren Gestaltung und am Gelingen von Beziehungen nach dem Vorbild Jesu Christi und christlichen Grundprinzipien mitzuwirken.
Leben als Christ/Christin
Persönliches und gesellschaftliches Leben werden geprägt vom kirchlichen Jahreskreis und vom Wochenrhythmus. Die Kirche will vor allem auch durch die Sakramente das Leben der Schülerinnen und Schüler begleiten. Der Religionsunterricht bietet Beiträge zu einer persönlichen Spiritualität und Glaubenspraxis.
Ethische Themen
Gelebtes Christsein der Schülerinnen und Schüler zeigt sich in ihrem verantwortungsvollen Handeln. Dies verlangt eine Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Positionen zu (aktuellen) ethischen Fragen und eine Orientierung an der Hl. Schrift, der Botschaft Jesu Christi und der kirchlichen Lehre.
Arbeit und Beruf
Schülerinnen und Schüler stehen an der Schwelle zur eigenen Berufstätigkeit oder erlebten diese bereits. Die christliche Soziallehre ermutigt dazu, wirtschaftliche Strukturen zu hinterfragen und soziale und ökologische Zusammenhänge zu erkennen. Sie zeigt Wege zum Gestalten einer menschenwürdigen Arbeitswelt.
Kirche als Werk des Geistes Gottes
Schülerinnen und Schüler klären ihre konkreten Erfahrungen mit der Kirche und deren Lebensformen. Informationen über die Kirche und deren historische Entwicklung sind Voraussetzung für Verständnis und persönliches Engagement.
Religionen, Konfessionen und Weltanschauungen
Schülerinnen und Schüler begegnen unterschiedlichen Lebens- und Glaubensformen. Wissen und Verstehen von Gemeinsamkeiten und Unterschieden tragen zu Dialogfähigkeit bei. Gegenseitige Achtung sowie gelebte Ökumene sind Grundlagen für ein friedliches Miteinander.
Kompetenzen und Themen
Klasse (3jg BMS):
Schülerinnen und Schüler …
… können ihre Erfahrungen reflektieren und sich mit Impulsen zur positiven Lebensgestaltung auseinander setzen.
– Veränderungen im Leben: Entwicklung, Krise/Chance
– Identität
– Würde des Menschen als Geschöpf und Ebenbild Gottes
– Verantwortung für das eigene Leben
… können ihr Leben in sozialen Bezügen beschreiben und Perspektiven im Sinne der lebensfördernden Botschaft Jesu Christi entwickeln.
– Person und Rollen
– Vorurteile, Feindbilder, Rassismus
– Konfliktkultur
– Begegnung in Familie, Schule, Clique, ...
– Nächstenliebe
… können sich mit der Frage nach Gott auseinander setzen und diese zur Sprache bringen.
– Vertrauen/glauben
– Gottesvorstellungen/Gottesbilder
– Gotteserfahrung und Glaubensgeschichten
– Das Befreiende der Gottesbeziehung
… können religiöse Ausdrucksweisen anhand von Festen wahrnehmen, erklären und deuten.
– Feste, Feiern, Bräuche
– Feste der Religionen
– Rituale und Symbole
– Lebensbegleitende Feste/Sakramente/Eucharistie
– Kirchenjahr
… können Erscheinungsformen von Religiosität wahrnehmen, reflektieren und kritisch beurteilen.
– Erscheinungsformen von Religiosität in Werbung, Film, Musik, Sport, Computerspielen, Internet ...
– Religiöse Sondergemeinschaften
– Okkulte Phänomene und Praktiken
– Sehnsucht nach Heil
Klasse (3jg BMS):
Semester
Die Schülerinnen und Schüler …
… können die Würde des Menschen erkennen und daraus Handlungsimpulse für eine entsprechende Gestaltung der Gesellschaft entwickeln.
– Menschenwürde, christliches Menschenbild, Menschenrechte
– Wert und Schutz des Lebens
– Zusammenleben mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen
– Umgang mit Leiblichkeit und Sexualität
– Verantwortlicher Umgang mit Fruchtbarkeit und Unfruchtbarkeit
– Entwürdigung/Wertschätzung durch Sprache
… kennen die Wurzeln des christlichen Glaubens und können die Wirkungsgeschichte des Christentums beschreiben und deuten.
– Bibel, das Buch der Bücher
– Heilsgeschichte Gottes mit den Menschen
– Jesus – der Christus
– Kulturprägende Kraft des Christentums
– Christliche Ethik
… können Chancen und Grenzen von Freiheit sehen und Möglichkeiten verantwortungsvollen Handelns entwickeln.
– Sehnsucht nach Freiheit
– Freiheit zum Ja und Nein
– Verantwortung für sich und andere
– Gefahren von Abhängigkeiten – Wege zur Befreiung
– Schuld und Versöhnung, Sakrament der Buße
– Umgang mit Misserfolg und Scheitern
Semester
Die Schülerinnen und Schüler …
… können in den vielfältigen Erfahrungen des Lebens die Sinnfrage wahrnehmen und beschreiben sowie die Perspektive der erlösenden Verheißung Jesu verstehen und deuten.
– Lieben und geliebt werden
– Verlusterfahrungen/Tod – biblische Verheißungen
– Christlicher Auferstehungsglaube, Jenseitsvorstellungen
– Visionen, Träume, christliche Hoffnung
– Hilfe durch Beratung und Krisenintervention
… können Verantwortung für ihre Mit- und Umwelt wahrnehmen und sich für die Bewahrung der Schöpfung einsetzen.
– Schöpfungserzählungen
– Umweltschutz/Nachhaltigkeit
– Sanfter Tourismus
– Verantwortlicher Umgang mit dem, was allen oder anderen gehört
– Genussfähigkeit und Suchtverhalten
– Ehrfurcht vor dem Leben
Klasse (3jg BMS):
Semester
Die Schülerinnen und Schüler …
… können Frieden als Geschenk Gottes deuten und Möglichkeiten eines Einsatzes für Frieden und Gewaltlosigkeit aufzeigen.
– Krieg und Frieden
– Friedensstifterinnen und Friedensstifter
– Wehrdienst/Zivildienst
– Aggression und Konfliktlösung
– Friedenserziehung, Gewaltlosigkeit
– Reich Gottes, Bergpredigt, Schalom
… können die Bedeutung einer dialogorientierten und respektvollen Haltung gegenüber Menschen anderer Religionen und Kulturen erkennen und verstehen.
– Kulturen und Religionen im Vergleich
– Als Christin und Christ im Dialog mit anderen Religionen
– Zusammenleben im Alltag
– Gemeinsame Anliegen und Aufgaben
… können sich als Mitgestalterinnen und Mitgestalter ihrer Berufswelt beschreiben und verstehen sowie Handlungsoptionen für Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit in der Wirtschaft entwickeln.
– Berufliche Zukunft, Beruf/Berufung
– Wert des Sonntags und der Feiertage, Freizeitkultur
– Wirtschaftsethik
– Verantwortung und Solidarität
– Christliche Soziallehre
Semester
Die Schülerinnen und Schüler …
… können ihr Leben in sozialen Beziehungen wahrnehmen und lebensfördernde Perspektiven entwickeln.
– Partnerschaft, Ehe, Familie
– Sakrament der Ehe, Feier der kirchlichen Trauung
– Werden und Wandel der Persönlichkeit, Erziehung
– Zusammenleben der Generationen, Generationenvertrag
– Vereine, Pfarre, Gemeinde, Parteien etc.
… können die eigenen Kirchenerfahrungen reflektieren und sich mit der Stellung der Kirche in der Gesellschaft auseinander setzen.
– Sakramentalität der Kirche
– Entstehung und Struktur der Kirche
– Ämter und Aufgaben, Mitarbeit in der Kirche
– Sakrament der Weihe
– Finanzierung der Kirche
– Christliche Kirchen, Ökumene
– Weltweite Gerechtigkeit, Globalisierung, Konsumverhalten
Anlage 7
LEHRPLAN FÜR DEN KATHOLISCHEN RELIGIONSUNTERRICHT AN SONDERFORMEN DER BERUFSBILDENDEN HÖHEREN SCHULEN (AUSGENOMMEN KOLLEGS UND SONDERFORMEN DER BILDUNGSANSTALTEN)
Bildungs- und Lehraufgabe
Siehe Anlage 6 Z 1.
Didaktische Grundsätze
Die in Anlage 6 Z 2 angeführten didaktischen Grundsätze gelten sinngemäß und in analoger Interpretation. Diese sind auf die Situation von Schülerinnen und Schülern, gegebenenfalls Studierenden, unter Einbeziehung der verschiedenen Arbeitsweisen der Erwachsenenbildung anzuwenden.
An berufsbildenden höheren Schulen für Berufstätige soll auch die Familiensituation der Studierenden, die zum Teil selbst schon Eltern sind, Beachtung finden.
Themenbereiche und an Kompetenzen orientierte Einzelthemen
Es gelten die in Anlage 6 Z 3 und 4 angeführten Kompetenzen, Themenbereiche und an den Kompetenzen orientierten Einzelthemen.
Die Themenbereiche sind in Schulen für Berufstätige sowie in Sonderformen, in denen Religion nicht im Ausmaß von fünf Jahren unterrichtet wird, in einer der Schulart und der Schuldauer entsprechenden Lehrstoffverteilung auszuwählen und aufzuteilen.
Klassen- bzw. semesterweises In-Kraft-Treten (§ 2 Z 5)
Anlage 8
LEHRPLAN FÜR DEN KATHOLISCHEN RELIGIONSUNTERRICHT AN VIERJÄHRIGEN
BERUFSBILDENDEN MITTLEREN SCHULEN
```
Bildungs- und Lehraufgabe:
```
Siehe Anlage 5.
```
Didaktische Grundsätze:
```
Siehe Anlage 5.
```
Lehrstoff:
```
Grundlegende Themenfelder
Siehe Anlage 5.
Ziele und Themen
```
Klasse:
```
Der Religionsunterricht soll dazu beitragen, dass die Schülerinnen
und Schüler ...
... sich als wertvoll erfahren und lernen, ihr Leben positiv zu
gestalten.
- Veränderungen im Leben: Entwicklung, Krise/Chance
- Identität
- Würde des Menschen als Geschöpf und Ebenbild Gottes
- Verantwortung für das eigene Leben
... ihre Sozialität entfalten, indem sie ihren Mitmenschen im
Sinne Jesu Christi begegnen.
- Person und Rollen
- Vorurteile, Feindbilder, Rassismus
- Konfliktkultur
- Begegnung in Familie, Schule, Clique, ....
- Nächstenliebe
... sich mit der Frage nach Gott auseinander setzen.
- Vertrauen/glauben
- Gottesvorstellungen/Gottesbilder
- Gotteserfahrung und Glaubensgeschichten
- Das Befreiende der Gottesbeziehung
... anhand von Festen über religiöse Ausdrucksweisen Bescheid
wissen.
- Feste, Feiern, Bräuche
- Feste der Religionen
- Rituale und Symbole
- Lebensbegleitende Feste/Sakramente/Eucharistie
- Kirchenjahr
... Erscheinungsformen von Religiosität wahrnehmen, reflektieren und
sich kritisch mit ihnen auseinander setzen.
- Erscheinungsformen von Religiosität in Werbung, Film, Musik,
Sport, Computerspielen, Internet ...
- Religiöse Sondergemeinschaften
- Okkulte Phänomene und Praktiken
- Sehnsucht nach Heil
```
Klasse:
```
Der Religionsunterricht soll dazu beitragen, dass die Schülerinnen
und Schüler ...
... Verantwortung für ihre Mit- und Umwelt wahrnehmen und sich für
die Bewahrung der Schöpfung einsetzen.
- Schöpfungserzählungen
- Umweltschutz/Nachhaltigkeit
- Sanfter Tourismus
- Verantwortlicher Umgang mit dem, was allen oder anderen gehört
- Genussfähigkeit und Suchtverhalten
- Ehrfurcht vor dem Leben
... in den vielfältigen Erfahrungen des Lebens Sinn und Heil suchen
und finden können.
- Lieben und geliebt werden
- Verlusterfahrungen/Tod – biblische Verheißungen
- Christlicher Auferstehungsglaube, Jenseitsvorstellungen
- Visionen, Träume, christliche Hoffnung
- Hilfe durch Beratung und Krisenintervention
... Chancen und Grenzen von Freiheit sehen und zu
verantwortungsvollem Handeln motiviert werden.
- Sehnsucht nach Freiheit
- Freiheit zum Ja und Nein
- Verantwortung für sich und andere
- Gefahren von Abhängigkeiten – Wege zur Befreiung
- Schuld und Versöhnung, Sakrament der Buße
- Umgang mit Misserfolg und Scheitern
... die Wurzeln des christlichen Glaubens kennen lernen und sich
damit auseinander setzen.
- Bibel, das Buch der Bücher
- Heilsgeschichte Gottes mit den Menschen
- Jesus – der Christus
- Kulturprägende Kraft des Christentums
- Christliche Ethik
... die Würde des Menschen erkennen und sich in der Gesellschaft
dafür einsetzen.
- Menschenwürde, christliches Menschenbild, Menschenrechte
- Wert und Schutz des Lebens
- Zusammenleben mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen
- Umgang mit Leiblichkeit und Sexualität
- Verantwortlicher Umgang mit Fruchtbarkeit und Unfruchtbarkeit
- Entwürdigung/Wertschätzung durch Sprache
```
Klasse:
```
Der Religionsunterricht soll dazu beitragen, dass die Schülerinnen
und Schüler ...
... Menschen anderer Religionen und Kulturen respektvoll und im
Geist der Toleranz begegnen.
- Kulturen und Religionen im Vergleich
- Als Christin und Christ im Dialog mit anderen Religionen
- Zusammenleben im Alltag
- Gemeinsame Anliegen und Aufgaben
... sich mit der Veränderung ihrer Persönlichkeit auseinander setzen
und Zukunftsperspektiven entwickeln.
- Identitätsfindung, Selbstwert, Selbstbewusstsein
- Selbstbild, Fremdbild, Wunschbild, Image
- Frau sein/Mann sein
- Körperkult
- Werden und Wandel des religiösen Urteils
... in verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen religiöse
Botschaften erahnen.
- Kunst als Ausdruck des Glaubens
- Baustile, bildende Kunst, Musik, Film, ...
- Ikonographie
- Kreativität
... Chancen und Grenzen der Technik erkennen.
- Mensch und Technik
- Machbarkeit und Verantwortung
- Ethische Herausforderungen
... sich mit Lebenseinstellungen und Weltanschauungen kritisch
auseinander setzen.
- Prophetinnen und Propheten
- Biblische Befreiungserzählungen
- Zivilcourage
- Religiös motivierter Widerstand
- Ideologien und Weltanschauungen
- Alternative Lebensstile
- Religion und Politik
```
Klasse:
```
Der Religionsunterricht soll dazu beitragen, dass die Schülerinnen
und Schüler ...
... erkennen, dass der Friede ein Geschenk Gottes ist und sich für
Frieden und Gewaltlosigkeit einsetzen.
- Krieg und Frieden
- Friedensstifter/innen
- Wehrdienst/Zivildienst
- Aggression und Konfliktlösung
- Friedenserziehung, Gewaltlosigkeit
- Reich Gottes, Bergpredigt, Schalom
... die eigenen Kirchenerfahrungen reflektieren und sich mit der
Stellung der Kirche in der Gesellschaft auseinander setzen.
- Sakramentalität der Kirche
- Entstehung und Struktur der Kirche
- Ämter und Aufgaben, Mitarbeit in der Kirche
- Sakrament der Weihe
- Finanzierung der Kirche
- Christliche Kirchen, Ökumene
... ihr Leben in den sozialen Beziehungen lebensfördernd gestalten.
- Partnerschaft, Ehe, Familie
- Sakrament der Ehe, Feier der kirchlichen Trauung
- Werden und Wandel der Persönlichkeit, Erziehung
- Zusammenleben der Generationen, Generationenvertrag
- Vereine, Pfarre, Gemeinde, Parteien etc.
... sich als Mitgestalterinnen und Mitgestalter ihrer Berufswelt verstehen und sich für Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit in der Wirtschaft engagieren.
- Berufliche Zukunft, Beruf/Berufung
- Wert des Sonntags und der Feiertage, Freizeitkultur
- Wirtschaftsethik
- Verantwortung und Solidarität
- Christliche Soziallehre
- Weltweite Gerechtigkeit, Globalisierung, Konsumverhalten
Anlage 8
LEHRPLAN FÜR DEN KATHOLISCHEN RELIGIONSUNTERRICHT AN VIERJÄHRIGEN BERUFSBILDENDEN MITTLEREN SCHULEN
Präambel
Der adaptierte Lehrplan benennt Kompetenzen und ordnet diese den Themenbereichen und Einzelthemen zu. Dabei wird gewährleistet, dass die Übersetzung der bisherigen Ziele in Kompetenzen den Inhalten und Intentionen des Lehrplanes 2004 entspricht. Die Themenbereiche sind ab der 2. Klasse auf Semester aufgeteilt.
Dem Charakter des Lehrplans als Rahmenlehrplan entspricht, dass die Formulierung von inhaltsbezogenen Teilkompetenzen bzw. die damit verbundene thematische Schwerpunktsetzung (vgl. die im Lehrplan genannten Einzelthemen) Aufgabe der Lehrerinnen und Lehrer ist.
Bildungs- und Lehraufgabe
1.1 Katholischer Religionsunterricht im Rahmen der schulischen Bildung
Im Religionsunterricht verwirklicht die Schule in Form eines eigenen Unterrichtsgegenstandes in besonderer Weise ihre Aufgabe, an der Entwicklung der Anlagen der Jugend nach den sittlichen, religiösen und sozialen Werten mitzuwirken (§ 2 Schulorganisationsgesetz). Der Religionsunterricht versteht sich als Dienst an den Schülerinnen und Schülern und an der Schule.
Der Religionsunterricht ist konfessionell geprägt und gewinnt aus seiner Orientierung an der biblischen Offenbarung und der kirchlichen Tradition seinen Standpunkt.
Er nimmt das unterschiedliche Ausmaß kirchlicher Sozialisation bzw. religiöser Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler durch Differenzierung und Individualisierung ernst und will alle Schülerinnen und Schüler ansprechen, wie unterschiedlich ihre religiösen Einstellungen auch sein mögen.
Im Sinne ganzheitlicher Bildung hat der Religionsunterricht kognitive, affektive und handlungsorientierte Ziele, die, entsprechend dem christlichen Menschenbild, davon ausgehen, dass der Mensch auf Transzendenz ausgerichtet ist. So erhalten die zu behandelnden Grundfragen nach Herkunft, Zukunft und Sinn eine religiöse Dimension.
1.2 Inhalt und Anliegen des Religionsunterrichts
In der Mitte des Religionsunterrichts stehen die Schülerinnen und Schüler, ihr Leben und ihr Glaube. Daher sind Inhalt des Religionsunterrichts sowohl das menschliche Leben als auch der christliche Glaube, wie er sich im Laufe der Geschichte entfaltet hat und in den christlichen Gemeinden gelebt wird. Lebens, Glaubens- und Welterfahrungen der Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer werden dabei aus der Perspektive des christlichen Glaubens reflektiert und gedeutet. Dieser Glaube hat in Jesus Christus seine Mitte.
Zugleich werden junge Menschen ermutigt, ihre persönlichen Glaubensentscheidungen zu treffen und dementsprechend ihr Leben und ihren Glauben zu gestalten. Damit leistet der Religionsunterricht einen wesentlichen Beitrag zur Sinnfindung, zu religiöser Sachkompetenz und zur Werteerziehung. So trägt er auch zur Gestaltung des Schullebens bei.
1.3 Bedeutung des Religionsunterrichts für die Gesellschaft
Der Religionsunterricht zielt darauf ab, dass die Schülerinnen und Schüler besser mit sich selbst und mit der eigenen Religion und Konfession vertraut werden. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft und der Zugehörigkeit zur katholischen Glaubensgemeinschaft soll einen Beitrag zur Bildung von Identität leisten, die eine unvoreingenommene und angstfreie Öffnung gegenüber dem Anderen erleichtert.
Das erfordert eine Beschäftigung mit anderen Kulturen, Religionen, Weltanschauungen und Trends, die heute vielfach konkurrierend unsere pluralistische Welt prägen. Es geht sowohl um eine Befähigung zu Respekt gegenüber Menschen mit unterschiedlichen Überzeugungen als auch gegebenenfalls um die Kompetenz zu sachlich begründetem Einspruch.
Die Thematisierung der gesellschaftlichen Bedeutung von christlichem Glauben soll zum Einsatz für ein menschenwürdiges Leben aller, für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung ermutigen und befähigen. Damit verbunden ist die Einladung an die Schülerinnen und Schüler, sich in Kirche und Gesellschaft, sowie in ihrer Berufs- und Arbeitswelt zu engagieren.
1.4 Stellung des Religionsunterrichts an berufsbildenden mittleren Schulen
Der Religionsunterricht ist Teil des Bildungs- und Erziehungsauftrages der betreffenden Schularten. In den berufsbildenden mittleren Schulen besteht eine große Typenvielfalt mit sehr unterschiedlichen Zielen. Diese Besonderheit ist eine ihrer Stärken. Die Unterschiede im Hinblick auf Ausbildungsdauer, Stundenausmaß, Zielsetzung, Alter der Schülerinnen und Schüler etc. wirken sich auf den Religionsunterricht aus. Er berücksichtigt diese Situation und beachtet die allgemeinen Bestimmungen der Lehrpläne der jeweiligen Schulart.
Religiöse Bildung ist unverzichtbarer Bestandteil der Allgemeinbildung sowie der beruflichen Bildung. Sie fördert insbesondere die Reflexion und Mitgestaltung der beruflichen Lebenswelt.
Die Schülerinnen und Schüler werden in ihrem Fühlen, Denken und Handeln, in ihren Hoffnungen, Freuden und Ängsten ernst genommen und zur selbstständigen Lebensbewältigung ermutigt. Der Religionsunterricht will der Erweiterung des geistigen Horizonts dienen, zur Kritikfähigkeit und Relativierung unberechtigter Absolutheitsansprüche und zu einer empathischen Grundeinstellung hinführen. Dadurch sollen die Schülerinnen und Schüler zu verantwortungsbewusstem Engagement befähigt werden. Der Religionsunterricht übernimmt damit Aufgaben der Persönlichkeitsbildung und fördert soziale Kompetenz.
Durch seine Themenvielfalt ermöglicht der Religionsunterricht die Verbindung zwischen den Unterrichtsgegenständen und ist interessiert an der Zusammenarbeit mit ihnen.
Er bietet Raum für das Gespräch zwischen den am Unterricht Beteiligten und für das Aufgreifen aktueller Situationen im Schulalltag.
Religionslehrerinnen und Religionslehrer können schulpastorale Aufgaben im Rahmen der schulischen und persönlichen Möglichkeiten wahrnehmen.
Religiöse Übungen ermöglichen religiöse Erfahrungen und fördern Gemeinschaft und Solidarität.
Didaktische Grundsätze
Der Lehrplan ist ein Rahmenlehrplan. Dieser ermöglicht den Religionslehrerinnen und Religionslehrern, die einzelnen Lehrplaninhalte den schulspezifischen Zielsetzungen gemäß zu gewichten.
Der Lehrplan weist im Lehrstoff grundlegende Themenfelder, Kompetenzen und dazugehörende Themen auf. Die Kompetenzen sind für die Auswahl und Behandlung der Themen verbindlich. Themenauswahl, Themenanzahl bzw. Intensität der Behandlung hängen von der Anzahl der Wochenstunden, der Schulart und der konkreten Klasse ab.
Auf Grund von aktuellen Ereignissen, schulspezifischen Gegebenheiten, Projekten und Ähnlichem kann von der Semesterzuordnung der Kompetenzen und Themen abgewichen werden. Interessen von Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern sowie regionale Anliegen können durch Ergänzen von Themen berücksichtigt werden.
Neben den gewohnten Formen des Unterrichts kann fächerverbindend, fächerübergreifend und projektorientiert gearbeitet werden. Schulorganisatorische Maßnahmen wie Blockunterricht oder Ähnliches können dies unterstützen. Methodenvielfalt ist anzustreben.
2.1 Allgemeindidaktische Prinzipien
Der Religionsunterricht hat als Unterrichtsgegenstand an einer berufsbildenden mittleren Schule seinen Beitrag zu den Erziehungs- und Bildungsaufgaben der österreichischen Schule zu leisten.
Im Besonderen nimmt er diese Aufgabe wahr, indem er
– die Selbsttätigkeit,
– die Kommunikations- und Teamfähigkeit,
– die Sensibilität für künstlerische und ästhetische Ausdrucksformen sowie
– die Wahrnehmungs-, Erlebnis- und Urteilsfähigkeit
– der Schülerinnen und Schüler fördert.
Außerdem verwirklicht er diese Aufgabe, indem im Religionsunterricht
– der Erfahrungsbezug der Schülerinnen und Schüler,
– die Erziehung zu einem geschlechtergerechten Denken und Handeln (Gender-Aspekt),
– die geschichtliche Dimension und der soziale Aspekt der Themen sowie
– die Berufsbezogenheit des Unterrichts
besonders berücksichtigt werden.
2.2 Religionsdidaktische Prinzipien
Darüber hinaus hat der Religionsunterricht spezifische religionsdidaktische Prinzipien unter besonderer Berücksichtigung der Korrelation und der Elementarisierung zu beachten. Er soll
– die Lebens- und Glaubenserfahrung,
– das Leben der Kirche und die Feste des Kirchenjahres,
– die spirituelle Dimension sowie
– den ökumenischen, interreligiösen und interkulturellen Dialog
mit einbeziehen.
Die Schülerinnen und Schüler sollen die Möglichkeit haben,
– ihre Berufserfahrungen zu reflektieren,
– im Umgang mit der Bibel zu lernen und Orientierung für ihr Leben zu finden,
– die besondere Sprache von Bildern und Symbolen kennen zu lernen und
– sich in musisch-kreativen Formen auszudrücken.
Lehrstoff
Grundlegende Themenfelder benennen die gemeinsamen Inhalte des Religionsunterrichts aller Schularten der berufsbildenden mittleren Schule.
Kompetenzen und Themen konkretisieren diese für die jeweilige Schulart.
Grundlegende Themenfelder
Frage nach Gott
Mit ihrer Sehnsucht nach Angenommensein und Geborgenheit begegnen die Schülerinnen und Schüler im Religionsunterricht dem christlichen Angebot des Glaubens an einen liebenden Gott. Dieser ist in Jesus Christus Mensch geworden. Er sandte seinen Geist zur Stärkung und Ermutigung. Grundlagen der christlichen Rede von Gott sind die Bibel und die christliche Tradition.
Mensch sein: personal
Die Schülerinnen und Schüler hinterfragen ihr Leben und suchen nach Orientierung. Die in Jesus Christus grundgelegte Tradition gibt Antworten auf die Frage nach Sinn, auch angesichts von Schuld, Leid und Tod. Der Religionsunterricht bietet Raum, die je eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen und damit umgehen zu lernen.
Mensch sein: sozial
Die Schülerinnen und Schüler leben in Beziehungsnetzen. Durch den Religionsunterricht werden sie ermutigt, aktiv an deren Gestaltung und am Gelingen von Beziehungen nach dem Vorbild Jesu Christi und christlichen Grundprinzipien mitzuwirken.
Leben als Christ/Christin
Persönliches und gesellschaftliches Leben werden geprägt vom kirchlichen Jahreskreis und vom Wochenrhythmus. Die Kirche will vor allem auch durch die Sakramente das Leben der Schülerinnen und Schüler begleiten. Der Religionsunterricht bietet Beiträge zu einer persönlichen Spiritualität und Glaubenspraxis.
Ethische Themen
Gelebtes Christsein der Schülerinnen und Schüler zeigt sich in ihrem verantwortungsvollen Handeln. Dies verlangt eine Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Positionen zu (aktuellen) ethischen Fragen und eine Orientierung an der Hl. Schrift, der Botschaft Jesu Christi und der kirchlichen Lehre.
Arbeit und Beruf
Schülerinnen und Schüler stehen an der Schwelle zur eigenen Berufstätigkeit oder erlebten diese bereits. Die christliche Soziallehre ermutigt dazu, wirtschaftliche Strukturen zu hinterfragen und soziale und ökologische Zusammenhänge zu erkennen. Sie zeigt Wege zum Gestalten einer menschenwürdigen Arbeitswelt.
Kirche als Werk des Geistes Gottes
Schülerinnen und Schüler klären ihre konkreten Erfahrungen mit der Kirche und deren Lebensformen. Informationen über die Kirche und deren historische Entwicklung sind Voraussetzung für Verständnis und persönliches Engagement.
Religionen, Konfessionen und Weltanschauungen
Schülerinnen und Schüler begegnen unterschiedlichen Lebens- und Glaubensformen. Wissen und Verstehen von Gemeinsamkeiten und Unterschieden tragen zu Dialogfähigkeit bei. Gegenseitige Achtung sowie gelebte Ökumene sind Grundlagen für ein friedliches Miteinander.
Kompetenzen und Themen
Klasse (4jg BMS)
Die Schülerinnen und Schüler …
… können ihre Erfahrungen reflektieren und sich mit Impulsen zur positiven Lebensgestaltung auseinander setzen.
– Veränderungen im Leben: Entwicklung, Krise/Chance
– Identität
– Würde des Menschen als Geschöpf und Ebenbild Gottes
– Verantwortung für das eigene Leben
… können ihr Leben in sozialen Bezügen beschreiben und Perspektiven im Sinne der lebensfördernden Botschaft Jesu Christi entwickeln.
– Person und Rollen
– Vorurteile, Feindbilder, Rassismus
– Konfliktkultur
– Begegnung in Familie, Schule, Clique, ....
– Nächstenliebe
… können sich mit der Frage nach Gott auseinander setzen und diese zur Sprache bringen.
– Vertrauen/glauben
– Gottesvorstellungen/Gottesbilder
– Gotteserfahrung und Glaubensgeschichten
– Das Befreiende der Gottesbeziehung
… können religiöse Ausdrucksweisen anhand von Festen wahrnehmen, erklären und deuten.
– Feste, Feiern, Bräuche
– Feste der Religionen
– Rituale und Symbole
– Lebensbegleitende Feste/Sakramente/Eucharistie
– Kirchenjahr
… können Erscheinungsformen von Religiosität wahrnehmen, reflektieren und kritisch beurteilen.
– Erscheinungsformen von Religiosität in Werbung, Film, Musik, Sport, Computerspielen, Internet ...
– Religiöse Sondergemeinschaften
– Okkulte Phänomene und Praktiken
– Sehnsucht nach Heil
Klasse (4jg BMS):
Semester
Die Schülerinnen und Schüler …
… können die Würde des Menschen erkennen und daraus Handlungsimpulse für eine entsprechende Gestaltung der Gesellschaft entwickeln.
– Menschenwürde, christliches Menschenbild, Menschenrechte
– Wert und Schutz des Lebens
– Zusammenleben mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen
– Umgang mit Leiblichkeit und Sexualität
– Verantwortlicher Umgang mit Fruchtbarkeit und Unfruchtbarkeit
– Entwürdigung/Wertschätzung durch Sprache
… kennen die Wurzeln des christlichen Glaubens und können die Wirkungsgeschichte des Christentums beschreiben und deuten.
– Bibel, das Buch der Bücher
– Heilsgeschichte Gottes mit den Menschen
– Jesus – der Christus
– Kulturprägende Kraft des Christentums
– Christliche Ethik
… können Chancen und Grenzen von Freiheit sehen und Möglichkeiten verantwortungsvollen Handelns entwickeln.
– Sehnsucht nach Freiheit
– Freiheit zum Ja und Nein
– Verantwortung für sich und andere
– Gefahren von Abhängigkeiten – Wege zur Befreiung
– Schuld und Versöhnung, Sakrament der Buße
– Umgang mit Misserfolg und Scheitern
Semester
Die Schülerinnen und Schüler …
… können in den vielfältigen Erfahrungen des Lebens die Sinnfrage wahrnehmen und beschreiben sowie die Perspektive der erlösenden Verheißung Jesu verstehen und deuten.
– Lieben und geliebt werden
– Verlusterfahrungen/Tod – biblische Verheißungen
– Christlicher Auferstehungsglaube, Jenseitsvorstellungen
– Visionen, Träume, christliche Hoffnung
– Hilfe durch Beratung und Krisenintervention
… können Verantwortung für ihre Mit- und Umwelt wahrnehmen und sich für die Bewahrung der Schöpfung einsetzen.
– Schöpfungserzählungen
– Umweltschutz/Nachhaltigkeit
– Sanfter Tourismus
– Verantwortlicher Umgang mit dem, was allen oder anderen gehört
– Genussfähigkeit und Suchtverhalten
– Ehrfurcht vor dem Leben
Klasse (4jg BMS):
Semester
Die Schülerinnen und Schüler …
… können sich mit der Veränderung ihrer Persönlichkeit auseinander setzen und Zukunftsperspektiven entwickeln.
– Identitätsfindung, Selbstwert, Selbstbewusstsein
– Selbstbild, Fremdbild, Wunschbild, Image
– Frau sein/Mann sein
– Körperkult
– Werden und Wandel des religiösen Urteils
… können unterschiedliche Lebenseinstellungen und Weltanschauungen darstellen und zu diesen kritisch Stellung nehmen.
– Prophetinnen und Propheten
– Biblische Befreiungserzählungen
– Zivilcourage
– Religiös motivierter Widerstand
– Ideologien und Weltanschauungen
– Alternative Lebensstile
– Religion und Politik
… können Chancen und Grenzen der Technik erkennen und beurteilen.
– Mensch und Technik
– Machbarkeit und Verantwortung
– Ethische Herausforderungen
Semester
Die Schülerinnen und Schüler …
… können in verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen religiöse Dimensionen wahrnehmen.
– Kunst als Ausdruck des Glaubens
– Baustile, bildende Kunst, Musik, Film, ...
– Ikonographie
– Kreativität
… können die Bedeutung einer dialogorientierten und respektvollen Haltung gegenüber Menschen anderer Religionen und Kulturen erkennen und verstehen.
– Kulturen und Religionen im Vergleich
– Als Christin und Christ im Dialog mit anderen Religionen
– Zusammenleben im Alltag
– Gemeinsame Anliegen und Aufgaben
Klasse (4jg BMS):
Semester
Die Schülerinnen und Schüler …
… können Frieden als Geschenk Gottes deuten und Möglichkeiten eines Einsatzes für Frieden und Gewaltlosigkeit aufzeigen.
– Krieg und Frieden
– Friedensstifterinnen und Friedensstifter
– Wehrdienst/Zivildienst
– Aggression und Konfliktlösung
– Friedenserziehung, Gewaltlosigkeit
– Reich Gottes, Bergpredigt, Schalom
... die eigenen Kirchenerfahrungen reflektieren und sich mit der Stellung der Kirche in der Gesellschaft auseinander setzen.
– Sakramentalität der Kirche
– Entstehung und Struktur der Kirche
– Ämter und Aufgaben, Mitarbeit in der Kirche
– Sakrament der Weihe
– Finanzierung der Kirche
– Christliche Kirchen, Ökumene
Semester
Die Schülerinnen und Schüler …
… können ihr Leben in sozialen Bezügen beschreiben und Perspektiven im Sinne der lebensfördernden Botschaft Jesu Christi entwickeln.
– Partnerschaft, Ehe, Familie
– Sakrament der Ehe, Feier der kirchlichen Trauung
– Werden und Wandel der Persönlichkeit, Erziehung
– Zusammenleben der Generationen, Generationenvertrag
– Vereine, Pfarre, Gemeinde, Parteien etc.
… können sich als Mitgestalterinnen und Mitgestalter ihrer Berufswelt beschreiben und verstehen sowie Handlungsoptionen für Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit in der Wirtschaft entwickeln.
– Berufliche Zukunft, Beruf/Berufung
– Wert des Sonntags und der Feiertage, Freizeitkultur
– Wirtschaftsethik
– Verantwortung und Solidarität
– Christliche Soziallehre
– Weltweite Gerechtigkeit, Globalisierung, Konsumverhalten
Anlage 8
LEHRPLAN FÜR DEN KATHOLISCHEN RELIGIONSUNTERRICHT AN BERUFSSCHULEN
Bildungs- und Lehraufgabe:
1.1 Katholischer Religionsunterricht im Rahmen der schulischen Bildung
„Die österreichische Schule hat die Aufgabe, an der Entwicklung der Anlagen der Jugend nach den sittlichen, religiösen und sozialen Werten sowie nach den Werten des Wahren, Guten und Schönen durch einen ihrer Entwicklungsstufe und ihrem Bildungsweg entsprechenden Unterricht mitzuwirken. Sie hat die Jugend mit dem für das Leben und den künftigen Beruf erforderlichen Wissen und Können auszustatten und zum selbsttätigen Bildungserwerb zu erziehen.
Die jungen Menschen sollen zu gesunden, arbeitstüchtigen, pflichttreuen und verantwortungsbewussten Gliedern der Gesellschaft und Bürgern der demokratischen und bundesstaatlichen Republik Österreich herangebildet werden. Sie sollen zu selbständigem Urteil und sozialem Verständnis geführt, dem politischen und weltanschaulichen Denken anderer aufgeschlossen sowie befähigt werden, am Wirtschafts- und Kulturleben Österreichs, Europas und der Welt Anteil zu nehmen und in Freiheits- und Friedensliebe an den gemeinsamen Aufgaben der Menschheit mitzuwirken.“ (§ 2 Schulorganisationsgesetz)
Im Religionsunterricht verwirklicht die Schule in Form eines eigenen Unterrichtsgegenstandes in besonderer Weise ihre Aufgabe, an der Entwicklung der Anlagen der Jugend nach den sittlichen, religiösen und sozialen Werten mitzuwirken (§ 2 Schulorganisationsgesetz). Der Religionsunterricht versteht sich als Dienst an den Schülerinnen und Schülern und an der Schule.
Der Religionsunterricht ist konfessionell geprägt und gewinnt aus seiner Orientierung an der biblischen Offenbarung und der kirchlichen Tradition seinen Standpunkt.
Er nimmt das unterschiedliche Ausmaß kirchlicher Sozialisation bzw. religiöser Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler durch Differenzierung und Individualisierung ernst und will alle Schülerinnen und Schüler ansprechen, wie unterschiedlich ihre religiösen Einstellungen auch sein mögen.
Im Sinne ganzheitlicher Bildung hat der Religionsunterricht kognitive, affektive und handlungsorientierte Ziele, die entsprechend dem christlichen Menschenbild davon ausgehen, dass der Mensch auf Transzendenz ausgerichtet ist. So erhalten die zu behandelnden Grundfragen des Menschen nach Herkunft, Zukunft und Sinn eine religiöse Dimension.
1.2 Inhalt und Anliegen des Religionsunterrichtes
In der Mitte des Religionsunterrichts stehen die Schülerinnen und Schüler, ihr Leben und ihr Glaube. Daher sind Inhalt des Religionsunterrichts sowohl das menschliche Leben als auch der christliche Glaube, wie er sich im Laufe der Geschichte entfaltet hat und in den christlichen Gemeinden gelebt wird. Lebens-, Glaubens- und Welterfahrungen der Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer werden dabei aus der Perspektive des christlichen Glaubens reflektiert und gedeutet. Dieser Glaube hat in Jesus Christus seine Mitte.
Der Religionsunterricht trägt bei, dass die Schülerinnen und Schüler
– sich selbst besser verstehen,
– die Beziehungen, in denen sie leben, deutlicher wahrnehmen,
– sich in der Kultur und Gesellschaft zurechtfinden,
– sich auf die Wurzeln des christlichen Glaubens besinnen,
– Toleranz gegenüber Neuem und Fremdem entwickeln,
– ihren Glauben gemeinsam mit anderen leben und feiern.
Zugleich werden junge Menschen ermutigt, ihre persönlichen Glaubensentscheidungen zu treffen und dementsprechend ihr Leben und ihren Glauben zu gestalten. Damit leistet der Religionsunterricht einen wesentlichen Beitrag zur Sinnfindung, zu religiöser Sachkompetenz und zur Werteerziehung. So trägt er auch zur Gestaltung des Schullebens bei.
1.3 Bedeutung des Religionsunterrichtes für die Gesellschaft
Der Religionsunterricht zielt darauf ab, dass die Schülerinnen und Schüler besser mit sich selbst und mit der eigenen Religion und Konfession vertraut werden. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft und der Zugehörigkeit zur katholischen Glaubensgemeinschaft leistet einen Beitrag zur Bildung von Identität, die eine unvoreingenommene und angstfreie Öffnung gegenüber dem Anderen erleichtert.
Das erfordert eine ausführliche Beschäftigung mit anderen Kulturen, Religionen, Weltanschauungen und Trends, die heute vielfach konkurrierend unsere pluralistische Welt prägen. Es geht sowohl um eine Befähigung zu Toleranz gegenüber Menschen mit unterschiedlichen Überzeugungen als auch gegebenenfalls um die Kompetenz zu sachlich begründetem Einspruch.
Die Thematisierung der gesellschaftlichen Bedeutung von christlichem Glauben ermutigt und befähigt zum Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Damit verbunden ist die Einladung an die Schülerinnen und Schüler, sich in Kirche und Gesellschaft, sowie in ihrer Berufs- und Arbeitswelt zu engagieren.
1.4 Stellung des Religionsunterrichtes an Berufsschulen
Der Religionsunterricht ist Teil des Bildungs- und Erziehungsauftrages der Berufsschule. Religiöse Bildung ist Bestandteil der Allgemein- sowie der Persönlichkeitsbildung.
Der Religionsunterricht an Berufsschulen steht im Schnittpunkt verschiedener Interessen von Kirche, Gesellschaft und Wirtschaft. Voraussetzung für einen lebensnahen Religionsunterricht ist die angemessene Berücksichtigung der genannten Interessen. Das erfordert die verantwortungsvolle Zusammenarbeit aller Beteiligten.
Die Rahmenbedingungen, unter denen der Religionsunterricht an Berufsschulen stattfindet, sind sehr unterschiedlich: Es gibt ihn als Frei- oder Pflichtgegenstand, in Lehrgangs- oder Jahresklassen und mit verschiedenem Ausmaß an Jahresstunden.
Religionslehrerinnen und Religionslehrer können schulpastorale Aufgaben im Rahmen der schulischen und persönlichen Möglichkeiten wahrnehmen. Religiöse Übungen bieten im Rahmen der Schule einen Raum, der religiöse Erfahrungen ermöglicht, sowie Gemeinschaft und Solidarität fördert.
In Zusammenarbeit mit den anderen Fächern leistet der Religionsunterricht über die religiöse Bildung hinaus seinen Beitrag
– zur Persönlichkeitsbildung,
– zur Gemeinschaftsbildung,
– zur beruflichen Bildung,
– zur Allgemeinbildung.
Damit will er zu einem gelungenen und sinnvollen Leben hinführen.
Didaktische Grundsätze:
Da die Rahmenbedingungen für den Religionsunterricht an Berufsschulen sehr unterschiedlich sind, versteht sich dieser Lehrplan als Minimallehrplan. Er schreibt pro Lehrgang beziehungsweise Schuljahr zwei Kompetenzen verbindlich vor, an denen sich die Auswahl der Themen und die Formulierung der Teilkompetenzen orientieren. Die Interessen der Schülerinnen und Schüler sowie besondere Fähigkeiten der Lehrerinnen und Lehrer sind bei der Unterrichtsplanung zu berücksichtigen.
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